Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Elektroinstallationsarbeiten: Preis der Elektroinstallation pro Punkt 2026 und Ablauf

Zur Elektroinstallation gehören die Rohinstallation, das Setzen von Steckdosen und Schaltern, die Montage von Verteiler und Leuchten und der Anschluss Ihrer Geräte. Was Sie am Ende zahlen, hängt vor allem davon ab, wie viele Punkte Sie brauchen, wie lang die Leitungen werden, wie die Kabel verlegt werden und wie viel fertig montiert werden soll.

Aktualisiert 09/2026·15 Min. Lesezeit·32 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
22,33 €/ Stk.
Richtwert-Spanne
17,80 € - 29,10 €
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
Meine Sanierung kalkulieren
Aktualisierte Preise
Kurze Antwort

Eine Auslassdose für Steckdose oder Schalter mit Rohmontage kostet laut aktueller Preisliste 22,33 € pro Punkt Arbeitsleistung. Steckdosen und Schalter setzen, Verteiler, Lichtpunkte und Schlitze kommen extra dazu und richten sich danach, wie viel Leitung tatsächlich verlegt wird.

Leistungsarten und ihre Preise

22,33 €
pro Stk.
Steckdosen- und Schalterauslässe

Grundeinheit der Elektroinstallation. Die Lage des Auslasses wird nach dem Möbel- und Geräteplan noch vor dem Schlitzen der Wände festgelegt.

26,06 €
pro Stk.
Lichtpunkte

Auslass für Decken-, Wand- und Spotleuchten. Anzahl und Lage der Punkte werden zusammen mit der Deckenverkleidung geplant, damit Kabel später nicht nachträglich freigelegt werden müssen.

279,18 €
pro Stk.
Wohnungsverteiler

Zentraler Punkt der gesamten Installation, in dem Sicherungen und Fehlerstromschutzschalter untergebracht werden. Kapazität und Aufbau richten sich nach der Anzahl der Stromkreise in der Wohnung.

2,80 €
pro lfm
Starkstromleitungen

Leitungen zu Steckdosen und Lichtpunkten werden in Schutzrohren im Schlitz oder unter Putz geführt. Durchmesser und Kabeltyp hängen von der Belastung des Stromkreises ab.

14,90 €
pro lfm
Schlitzen für Leitungen

In Beton und Platte ist das Schlitzen langsamer und werkzeugintensiver als in Ziegel oder Porenbeton, was sich im Preis pro Laufmeter niederschlägt.

2028,70 €
pro Stk.
Komplette Elektroinstallation der Wohnung

Pauschalpaket, das Rohmontage und Komplettierung in der gesamten Wohnung abdeckt. Geeignet bei einer Komplettrenovierung, bei der die gesamte Installation erneuert wird.

Leistung aus dem Preisverzeichnis kalkulieren

Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.

Elektroinstallation32 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Elektroinstallation
Abgang für 230 V-Steckdose - RohinstallationStk.22,33 €-
Netzwerkverkabelung / Datenleitung verlegen (FTP)Stk.-
Abgang für Schalter - RohinstallationStk.22,33 €-
Lichtauslass - RohinstallationStk.26,06 €-
Feininstallation 230-V-Steckdose / SchalterStk.9,30 €-
Verlegung Starkstromkabel NYM (bis 3×2,5)lfm2,80 €-
Verlegung Schwachstromkabel (FTP, Koax)lfm2,23 €-
Schlitzen für Kabel - Ziegel / Porenbetonlfm10,80 €-
Schlitzen für Kabel - Beton / Plattenbaulfm14,90 €-
Wandschlitze nach Elektroinstallation verschließenlfm10,05 €-
Montage und Anschluss WohnungsverteilerStk.279,18 €-
Anschluss 1-poliger LS-SchalterStk.14,90 €-
Anschluss Fehlerstromschutzschalter (FI)Stk.22,33 €-
Montage und Anschluss HaustürklingelStk.46,53 €-
Anschluss und Setzen RaumthermostatStk.37,22 €-
Montage LED-Band inkl. Aluminiumprofillfm22,33 €-
Einbaustrahler in Gipskartondecke montierenStk.33,50 €-
Montage PendelleuchteStk.-
Montage WandleuchteStk.26,06 €-
Montage und Anschluss Lüfter (Bad/WC)Stk.-
Abgang für TV-/Datendose - RohinstallationStk.22,33 €-
Feininstallation TV-/DatendoseStk.14,90 €-
Fachgerechter Anschluss Kochfeld 400 VStk.-
Montage Außen-Niederspannungs-HausanschlussStk.-
Pauschalpakete
Elektroinstallation Wohnung (1 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.1.768,14 €-
Elektroinstallation Wohnung (2 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.2.028,70 €-
Elektroinstallation Wohnung (3 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.2.475,40 €-
Elektroinstallation Wohnung (4 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.-
Elektroinstallation Wohnung (5 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.-
Prüfungen und Abnahmen
E-Check mit Prüfprotokoll Elektroinstallation (Wohnung)Stk.-
Prüfung mit Prüfprotokoll Niederspannungs-Hausanschluss (außen)Stk.-
Sonstige Arbeiten
Sonstige nicht spezifizierte Arbeiten im FachStd.-
Summe Arbeit
- Menge eingeben
Angebot aus Preisverzeichnis erstellen →

Was kostet das je nach Umfang

Modellhafter Umfang der Elektroinstallation für eine 2-Zimmer-Wohnung (60 m²)
Nur Rohinstallation
Rohmontage von 20 Steckdosen, 6 Schaltern, 8 Lichtpunkten und 150 lfm Starkstromkabel
1207,56 €
Rohinstallation und Komplettierung
Gleicher Umfang plus Komplettierung von 26 Steckdosen und Schaltern sowie Montage des Wohnungsverteilers
1728,80 €
Komplette Installation inklusive Schlitzen und Absicherung
Gleicher Umfang plus Schlitzen von 40 lfm, Verputzen von 40 lfm, 12 Sicherungen und 3 Fehlerstromschutzschalter
2972,07 €
Richtsumme der Arbeit nach den angegebenen Mengen. Prüfbericht und Netzanschluss werden separat abgerechnet.

Vorbereitung der Leitungen

01
Punkte vorab planen

Bevor geschlitzt wird, legt die Elektrofachkraft fest, wo Steckdosen, Schalter und Lichtpunkte hinkommen, passend zu Möbeln und Geräten. Wer später Punkte verschiebt, muss mit zusätzlichen Putzarbeiten rechnen.

02
Schlitze und Durchbrüche

Schlitze laufen nach Norm senkrecht oder waagerecht. Schräge Leitungswege sind meist nicht erlaubt und machen es später schwer, die Kabel in der Wand zu finden.

10,80 €/lfm
03
Leitungen verlegen und ziehen

Die Kabel kommen in Schutzrohre und laufen bis zum Verteiler. Dabei bleibt genug Länge übrig, damit sich später alles sauber anschließen lässt.

2,80 €/lfm
04
Verteiler einbauen

Der Verteiler kommt an eine Stelle, die gut erreichbar und übersichtlich ist. Die Stromkreise teilt die Fachkraft nach Räumen und Gerätearten auf.

279,18 €/Stk.
05
Absicherung anschließen

Jeder Stromkreis bekommt eine Sicherung, die zu Kabelquerschnitt und Belastung passt. Empfindliche Stromkreise sichert ein Fehlerstromschutzschalter zusätzlich ab.

14,90 €/Stk.

Arbeitsablauf

  1. 01Vor Ort durch die Räume gehen und je nach Raumaufteilung planen, wo Steckdosen, Schalter und Lichtpunkte sitzen sollen.
  2. 02Schlitze und Durchbrüche in Wände und Trennwände für die einzelnen Leitungen fräsen.
  3. 03Schutzrohre verlegen und Stark- und Schwachstromkabel bis zum Verteiler ziehen.
  4. 04Dosen setzen, Verteiler einbauen und die Stromkreise nach Schaltplan anschließen.
  5. 05Schlitze zuputzen und die Wände für den Maler vorbereiten.
  6. 06Wenn die Wände fertig sind, Steckdosen, Schalter und Leuchten montieren.
  7. 07Anschlüsse prüfen, die Belastung der Stromkreise kontrollieren und nachsehen, ob alles richtig abgesichert ist.
  8. 08Vor der Inbetriebnahme erstellt eine Elektrofachkraft den Prüfbericht zur Erstprüfung.

5 häufige Fehler

01
Steckdosen und Schalter nicht vorab geplant

Stehen die Positionen nicht vorher fest, wandern die Steckdosen während der Arbeit hin und her. Das heißt mehr Schlitze und mehr Putzausbesserungen.

02
Zu wenige Stromkreise eingeplant

Hängt die ganze Küche oder das ganze Bad an einem Stromkreis, schafft er es nicht, wenn mehrere Geräte gleichzeitig laufen. Starke Verbraucher brauchen deshalb einen eigenen Stromkreis.

03
FI-Schutzschalter weggelassen

Stromkreise in Bad, Küche und im Außenbereich müssen nach den geltenden Normen durch einen Fehlerstromschutzschalter geschützt sein. Wer ihn weglässt, riskiert die Sicherheit.

04
Selbst angeschlossen ohne Fachkenntnis

Verteiler und Netzanschluss darf nur eine Elektrofachkraft anschließen. Bei Montage in Eigenregie stehen Prüfung und Sicherheit auf dem Spiel.

05
Kein Prüfbericht vorhanden

Ohne Erstprüfung können Sie nicht nachweisen, dass die Installation sicher ist. Im Schadensfall kann die Versicherung dann die Zahlung verweigern.

Wann die Elektroinstallation erneuert werden sollte

In vielen Wohnungen und Häusern, die vor 1990 gebaut wurden, steckt noch die ursprüngliche Elektroinstallation in den Wänden. Im Westen findet man in Altbauten oft Leitungen ohne eigenen Schutzleiter und alte Schraubsicherungen im Zählerkasten. In Ostdeutschland, besonders in Plattenbauten und Häusern aus DDR-Zeit, wurden häufig Aluminiumleitungen verlegt. Sie erkennen sie an der silbernen Farbe, wenn Sie eine Steckdose oder einen Schalter öffnen lassen. Aluminium lockert sich an den Klemmstellen mit der Zeit und oxidiert. Die Verbindung leitet dann schlechter, und die Klemmen in Steckdosen und Schaltern werden warm. Sehen Sie eine verfärbte oder angeschmolzene Steckdose, flackert das Licht oder riecht es nach verschmortem Kunststoff, dann sendet die Installation ein deutliches Warnsignal.

Ältere Anlagen haben oft noch ein zweites Problem: Es fehlt ein eigener Schutzleiter und ein FI-Schutzschalter. Wenn in einem Gerät die Isolierung kaputtgeht, schützt Sie eine solche Steckdose nicht zuverlässig vor einem Stromschlag. Außerdem hat niemand die alten Leitungen für die heutige Zahl an Geräten geplant. Das kennen viele: In der Küche laufen Wasserkocher, Mikrowelle und Spülmaschine gleichzeitig, und schon fliegt die Sicherung raus.

Häufig sieht man dann eine riskante Lösung: Jemand setzt einen stärkeren Sicherungsautomaten ein. Das ist ein Fehler. Der Sicherungsautomat, fachlich Leitungsschutzschalter, schützt das Kabel vor Überhitzung. Sein Wert muss deshalb zum Querschnitt der Leitung passen. Ein stärkerer Automat an einer alten Leitung löst zwar nicht mehr aus, die Kabel in der Wand werden aber trotzdem zu heiß, und das ist deutlich gefährlicher. Löst die Sicherung oft aus, verteilt die Elektrofachkraft die Geräte auf mehrere Stromkreise oder verlegt neue Leitungen.

Planung: Steckdosen, Stromkreise und Reserve

Eine gute Elektroinstallation richtet sich danach, wie Sie die Räume wirklich nutzen. Bevor jemand den ersten Schlitz fräst, gehen Sie die Wohnung Raum für Raum durch und zeichnen ein, wo Möbel, Geräte und Leuchten stehen sollen. Setzen Sie Steckdosen dorthin, wo Sie sie erreichen. Eine Steckdose hinter dem Schrank oder hinter dem Bett hilft Ihnen nicht.

  • Küche: mehrere Doppelsteckdosen über der Arbeitsplatte, eigene Anschlüsse für Spülmaschine, Kühlschrank, Backofen und Dunstabzugshaube und für das Kochfeld meist ein Drehstromanschluss, passend zu seiner Leistung.
  • Wohnzimmer und Arbeitszimmer: eine Steckdosengruppe am Fernseher und am Schreibtisch, eine Netzwerkdose und bei Bedarf eine Zuleitung für Beamer oder Lautsprecher.
  • Schlafzimmer: Steckdosen und Schalter auf beiden Seiten des Bettes, damit Sie das Licht ausschalten können, ohne aufzustehen.
  • Bad und Hauswirtschaftsraum: eigene Stromkreise für Waschmaschine, Trockner, Durchlauferhitzer oder Boiler und den elektrischen Handtuchheizkörper.

Jedes leistungsstarke Gerät sollte einen eigenen Stromkreis mit eigenem Sicherungsautomaten bekommen. Die übrigen Steckdosen verteilen Sie raumweise auf mehrere Stromkreise. Geht dann in einem Zimmer etwas kaputt oder ist ein Kreis überlastet, sitzt nicht die ganze Wohnung im Dunkeln. Lassen Sie im Verteiler freie Plätze für spätere Erweiterungen. Es lohnt sich auch, leere Leerrohre in die Wände zu legen. Das sind biegsame Rohre, durch die man in ein paar Jahren ein neues Kabel ziehen kann, ohne zu stemmen. Als Orientierung für eine zeitgemäße Ausstattung dient in Deutschland die DIN 18015, Ihre Elektrofachkraft kennt die Details.

Installationszonen: wo die Kabel verlaufen

Kabel laufen in der Wand nur waagerecht und senkrecht, in festen Streifen unter der Decke, über dem Fußboden und neben Ecken, Türen und Fenstern. Niemals schräg. Warum ist das so wichtig? Wenn sich alle an diese Regel halten, wissen Sie, wo in der Wand kein Kabel liegt, und können dort sicher bohren. In der Praxis kommt es oft vor, dass bei einer Renovierung jemand ein Kabel schräg verlegt, um den Weg abzukürzen. Ein paar Jahre später bohrt dann ein anderer beim Aufhängen eines Regals genau hinein.

Verteiler, Sicherungsautomaten und FI-Schutzschalter

Der Wohnungsverteiler, oft einfach Sicherungskasten genannt, ist das Herz der Installation. Jeder Stromkreis hat darin einen Sicherungsautomaten, der ihn vor Überlast und Kurzschluss schützt. Der FI-Schutzschalter, meist mit einer Empfindlichkeit von 30 mA, passt auf etwas anderes auf: Er merkt, ob Strom außerhalb der Leitungen abfließt, zum Beispiel über den Körper eines Menschen. Dann schaltet er den Stromkreis in einem Bruchteil einer Sekunde ab. In einer zeitgemäßen Anlage sichern FI-Schutzschalter alle üblichen Steckdosenkreise, die Stromkreise im Bad und die Außensteckdosen ab.

Hängen zu viele Stromkreise an einem einzigen FI-Schalter, legt ein einziger Fehler einen großen Teil der Wohnung lahm. Deshalb verteilt man die Kreise auf mehrere FI-Schalter oder setzt für jeden Kreis einen kombinierten FI/LS-Schalter ein. Sinnvoll ist außerdem ein Überspannungsschutz im Verteiler. Er schützt Fernseher, Computer und andere Elektronik bei Gewitter und bei Spannungsspitzen im Netz.

Wie stark Ihr Hausanschluss abgesichert ist und wie viel Leistung Sie abrufen dürfen, regelt Ihr örtlicher Netzbetreiber. Wenn Sie auf elektrisches Kochen umsteigen, eine Wärmepumpe einbauen oder zu Hause ein Elektroauto laden wollen, reicht der bisherige Anschluss oft nicht aus. Gerade beim Heizungstausch spielt das eine Rolle: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) stellt Anforderungen an neue Heizungen, und viele Eigentümer entscheiden sich deshalb für eine Wärmepumpe. Die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt ein dort eingetragener Elektroinstallationsbetrieb. In Mehrfamilienhäusern hängt eine Verstärkung des Anschlusses oft auch von der Hausverwaltung ab.

Schlitzen und Leitungen im Plattenbau, im Altbau und im Mauerwerk

Die Kabel kommen in Schlitze, die der Elektriker mit einer Mauernutfräse fräst oder stemmt. Danach verschließt er den Schlitz mit Gips und Putz. Dabei entsteht sehr viel feiner Staub. Deshalb arbeiten Fachleute mit einer Fräse mit Absaugung und trennen die übrigen Räume mit Folie ab. Sonst wischen Sie noch wochenlang Staub.

Im Plattenbau ist der Beton hart, das Schlitzen dauert länger. In tragende Wandplatten dürfen keine tiefen und langen waagerechten Schlitze, weil sie die Platte schwächen. Klären Sie deshalb vor Beginn, welche Eingriffe in tragende Wände geplant sind. In einer Eigentumswohnung gehören tragende Wände zum Gemeinschaftseigentum, sprechen Sie also mit der Hausverwaltung oder der Eigentümergemeinschaft (WEG) und bei Bedarf mit einem Statiker. Als Mieter brauchen Sie ohnehin die Zustimmung des Vermieters. Ob für einen Eingriff in die Statik eine Genehmigung nötig ist, regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach. Im Plattenbau verlegt man Kabel deshalb häufiger im Fußboden unter dem Estrich, in Vorsatzschalen aus Trockenbau oder in einer abgehängten Decke.

In gemauerten Altbauten und Einfamilienhäusern lassen sich alte Leitungen manchmal ohne Stemmen tauschen, wenn sie in Leerrohren liegen. Das neue Kabel wird dann einfach durch das vorhandene Rohr gezogen. Meist liegen alte Leitungen aber direkt im Putz. Bei einer kompletten Erneuerung bekommt die Wohnung dann eine ganz neue Leitungsführung.

Bad, Außenbereich und Feuchträume

Im Bad richtet sich die Lage aller elektrischen Geräte nach festen Schutzbereichen rund um Badewanne und Dusche. Die Regel ist einfach: Je näher am Wasser, desto strenger die Anforderungen an Schutz und Spannung. Normale Steckdosen gehören außerhalb dieser Bereiche. Leuchten und Lüfter an der Dusche müssen gegen Spritzwasser geschützt sein. Diesen Schutz finden Sie auf dem Produkt als IP-Kennzeichnung mit zwei Ziffern, zum Beispiel IP44. Je höher die Ziffern, desto besser schützt das Gerät gegen Staub und Wasser.

Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung und die Zuleitung zum Tor brauchen eine für draußen geeignete Schutzart und einen FI-Schutzschalter. Ein Erdkabel liegt in einem Sandbett, darüber kommt ein Warnband. Wenn später jemand gräbt, sieht er das Band, bevor der Spaten das Kabel trifft. Bei langen Strecken wählt die Elektrofachkraft einen größeren Querschnitt, damit am Ende der Leitung nicht zu viel Spannung verloren geht.

Beleuchtung: wie viele Lichtpunkte und von wo schalten

Eine einzige Lampe in der Deckenmitte reicht heute in Wohn- oder Schlafzimmer kaum noch. Gute Planung kombiniert drei Arten von Licht: eine Grundbeleuchtung, Arbeitslicht über Küchenarbeitsplatte und Tisch und Stimmungslicht, zum Beispiel einen LED-Streifen oder Stehleuchten an einer Steckdose, die Sie per Wandschalter schalten. Jede dieser Gruppen braucht einen eigenen Auslass und einen eigenen Schalter. Planen Sie das Licht deshalb zusammen mit den Steckdosen, noch bevor geschlitzt wird.

Im Flur, im Treppenhaus und in einem größeren Raum mit zwei Türen möchten Sie das Licht von mehreren Stellen aus schalten. Dafür gibt es Wechsel- und Kreuzschalter oder Taster mit einem Stromstoßschalter im Verteiler. Wenn Sie Dimmer möchten, prüfen Sie, ob sie zu Ihren LED-Leuchten passen. Sonst flackert oder brummt das Licht.

In Wohnräumen wirkt warmweißes Licht meist angenehmer. Am Badspiegel und im Arbeitszimmer passt eher neutralweißes. Leuchten in abgehängten Decken und in Möbeln brauchen Platz für die Netzteile und einen Zugang dazu. So lässt sich ein Netzteil später tauschen, ohne die Decke zu öffnen.

Smart Home, Wallbox und Photovoltaik

Denken Sie über eine smarte Steuerung von Licht oder Rollläden nach? Sagen Sie es dem Elektriker, bevor er schlitzt. Viele smarte Schalter brauchen in der Dose neben der Phase auch den Neutralleiter und eine tiefere Schalterdose. Bei einer neuen Installation ist das eine Kleinigkeit, in einer fertigen Wand ein mühsames Nachrüsten.

Eine Wallbox für ein Elektroauto braucht einen eigenen Stromkreis, der lange hohe Last aushält, einen FI-Schutzschalter des passenden Typs und oft einen Drehstromanschluss. Der Netzbetreiber muss über die Wallbox informiert werden, bei höheren Ladeleistungen muss er zustimmen. Bei einer Photovoltaikanlage geht es um den Platz für den Wechselrichter, die Verbindung zum Verteiler und die Anmeldung beim Netzbetreiber, dazu kommt die Eintragung im Marktstammdatenregister. Für Sanierungen und Anlagen dieser Art gibt es je nach Zeitpunkt Förderprogramme, etwa von der KfW. Die aktuellen Bedingungen prüfen Sie vor der Beauftragung direkt dort. Wenn Sie etwas davon erst in ein paar Jahren planen, legen Sie schon jetzt ein Leerrohr oder ein Kabel und reservieren Platz im Verteiler. Das erspart Ihnen später Stemmarbeiten in fertigen Wänden.

Fachbetrieb und Prüfung

An fest verlegten Leitungen darf nur eine Elektrofachkraft arbeiten. Arbeiten am Hausanschluss und am Zählerplatz übernimmt ein Elektroinstallationsbetrieb, der beim Netzbetreiber eingetragen ist. Nach einer neuen oder erneuerten Installation folgt die Erstprüfung nach den einschlägigen DIN VDE-Normen. Die Elektrofachkraft misst dabei unter anderem den Isolationswiderstand und die Schleifenimpedanz, prüft die FI-Schutzschalter und kontrolliert, ob alles richtig angeschlossen ist. Darüber erhalten Sie ein Prüfprotokoll. Ohne diese Prüfung sollte die Anlage nicht in Betrieb gehen. Fehlt das Protokoll nach einem Brand oder einem anderen Schaden, kann die Versicherung unter Umständen die Leistung kürzen. Für bestehende Anlagen bieten viele Elektrobetriebe eine regelmäßige Prüfung an, oft unter dem Namen E-Check.

Bewahren Sie zum Prüfprotokoll auch den Plan des Verteilers mit der Beschriftung aller Stromkreise auf. Bei jeder späteren Änderung oder Störung müssen dann weder Sie noch der Elektriker suchen, welcher Automat zu welchem Raum gehört.

Anleitung für Heimwerker: wenn Sicherung oder FI-Schalter auslöst

An Leitungen und am Verteiler dürfen Sie als Laie nichts verändern. Herausfinden, warum es immer wieder auslöst, können Sie aber selbst, und damit sparen Sie der Elektrofachkraft Zeit.

  1. Nachsehen, was ausgelöst hat: der Sicherungsautomat eines einzelnen Stromkreises oder der FI-Schutzschalter, der mehrere Kreise auf einmal abschaltet.
  2. Beim Sicherungsautomaten überlegen, ob mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig am selben Kreis liefen. Falls ja, diese auf Steckdosen in anderen Räumen verteilen.
  3. Beim FI-Schalter alle Geräte in den betroffenen Stromkreisen ausstecken und den FI-Schalter wieder einschalten.
  4. Die Geräte nacheinander einzeln wieder einstecken. Löst der FI-Schalter bei einem bestimmten Gerät aus, ist dessen Isolierung wahrscheinlich beschädigt, und es gehört in die Reparatur.
  5. Löst der FI-Schalter auch ohne eingesteckte Geräte aus, besonders nach Regen, kann der Fehler in einer Außensteckdose, einer Leuchte oder in den Leitungen liegen. Eine Elektrofachkraft rufen.
  6. Etwa alle sechs Monate die Prüftaste am FI-Schalter drücken, sie ist meist mit T oder Test beschriftet. Der Schalter muss sofort auslösen. Tut er das nicht, ist er defekt und muss getauscht werden.
  7. Wird eine Steckdose warm, riecht sie verschmort oder funkt sie, sofort den zugehörigen Sicherungsautomaten ausschalten und die Steckdose nicht mehr benutzen, bis eine Elektrofachkraft sie geprüft hat.

So nehmen Sie die Elektroinstallation ab

  • Sie haben das Prüfprotokoll und den Verteilerplan mit Beschriftung der Stromkreise erhalten
  • Sicherungsautomaten und FI-Schutzschalter im Verteiler sind nach Räumen und Geräten beschriftet
  • Alle Steckdosen, Schalter und Leuchten funktionieren, die Steckdosen sitzen fest und gerade
  • Der FI-Schutzschalter löst beim Drücken der Prüftaste aus
  • Sie haben Fotos der Leitungen in den Wänden vor dem Verputzen, mit gemessenen Abständen zu Ecken und Fußboden
  • Im Verteiler ist Platz für spätere Erweiterungen, und die vorbereiteten Leerrohre sind im Plan eingezeichnet

Häufige Fragen

Eine Auslassdose für Steckdose oder Schalter mit Rohmontage kostet laut aktueller Preisliste 22,33 € pro Punkt Arbeitsleistung. Das Setzen von Steckdose oder Schalter kommt mit 9,30 € pro Stück extra dazu.

Ähnliche Arbeiten

Kalkulieren Sie das ganze Projekt, nicht nur eine Leistung

Im Preisverzeichnis für Bauarbeiten wählen Sie Positionen aus allen Gewerken aus. NUMIQ erstellt daraus ein kundenfertiges Angebot.