Schwimmenden Boden verlegen: richtige Technik und häufige Fehler
Schwimmenden Boden verlegen: richtige Technik und häufige Fehler
Wie bereitet man den Untergrund für einen schwimmenden Boden vor?
Die Vorbereitung des Untergrunds ist entscheidend für eine erfolgreiche Bodenverlegung. Der Untergrund muss eben, trocken und sauber sein, frei von Staub, Fett und Kleberesten. Größere Unebenheiten müssen durch Spachteln oder Schleifen ausgeglichen werden.
Ein besonders wichtiger Schritt ist die Akklimatisierung des Bodenbelags vor der Verlegung. Laminat-, Vinyl- oder Holzdielen sollten mindestens 48 Stunden im Verlegeraum gelagert werden, bei normaler Raumtemperatur und üblicher Luftfeuchtigkeit. Dadurch werden spätere Verformungen vermieden.
Eine hochwertige Trittschalldämmung gleicht kleinere Unebenheiten aus und verbessert den Gehkomfort. Bei mineralischen Untergründen wie Beton ist zusätzlich eine Dampfbremse erforderlich, meist in Form einer PE-Folie.
Worin unterscheiden sich Laminat-, Holz- und Vinylböden mit Click/Clack-System?
Die Verlegung von schwimmendem Laminatboden ist besonders im Wohnbereich weit verbreitet. Die Dielen werden über ein Click-System ohne Klebstoff verbunden, was eine schnelle Montage ermöglicht. Die erste Reihe muss exakt gerade verlegt werden, da sie die Ausrichtung der gesamten Fläche bestimmt.
Die Verlegung von schwimmenden Holzböden mit Click/Clack-System ist ähnlich, erfordert jedoch mehr Sorgfalt. Holz ist ein natürlicher Werkstoff und reagiert auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Deshalb müssen Dehnungsfugen nicht nur an den Wänden, sondern auch um feste Bauteile eingehalten werden. Es wird empfohlen, nicht mehr als zehn Reihen ohne zusätzliche Dehnungsfuge zu verlegen.
Vinylböden mit Click/Clack-System gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Sie sind feuchtigkeitsresistent, pflegeleicht und aufgrund ihrer geringen Aufbauhöhe besonders für Renovierungen geeignet. Das elastische Material dämpft Trittschall sehr effektiv.
Was ist der häufigste Fehler bei der Verlegung der ersten Reihe?
Eine falsch ausgerichtete erste Reihe ist ein Fehler, der sich oft erst im weiteren Verlauf bemerkbar macht. Die erste Reihe muss exakt entlang der Raumachse ausgerichtet werden. Schon kleine Abweichungen führen zu versetzten Fugen und Problemen beim Abschluss der Fläche.
Typische Folgen sind knarrende Böden, offene Fugen und Schwierigkeiten bei der Verlegung der letzten Reihen. Deshalb sollten Abstandskeile verwendet werden, um die erste Reihe zu fixieren. Die Dielen dürfen niemals mit Gewalt zusammengeschlagen werden, sondern müssen mit geeignetem Montagewerkzeug verbunden werden.
Warum sind Dehnungsfugen so wichtig?
Das Nichtbeachten von Dehnungsfugen gehört zu den häufigsten Montagefehlern. Bodenbeläge dehnen sich bei Wärme und Feuchtigkeit aus und ziehen sich wieder zusammen. Ohne ausreichenden Freiraum kann sich der Boden aufwölben, verformen oder die Verbindungselemente können beschädigt werden.
Die Dehnungsfuge sollte mindestens 10 mm entlang des gesamten Raumumfangs betragen. In größeren Räumen sind zusätzliche Dehnungsfugen erforderlich, insbesondere bei Holz- und Vinylböden. Bei Fußbodenheizungen werden noch größere Abstände empfohlen.
Die Fugen werden mit Sockelleisten oder Übergangsprofilen abgedeckt, die dem Boden seine natürliche Bewegung ermöglichen.
Wie wird die Verlegung mit Leisten und Fugen richtig abgeschlossen?
Die Arbeit endet nicht mit der letzten Bodenreihe. Ein sauberer Abschluss umfasst die Montage von Sockelleisten sowie das Acrylieren von Anschlussfugen, insbesondere an Übergängen zu Fliesen, Türzargen oder Wänden ohne Leisten.
Acrylfugen sorgen für einen elastischen und optisch sauberen Abschluss und verhindern das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit. Sockelleisten dürfen ausschließlich an der Wand befestigt werden, nicht am Boden, damit die Dehnungsfähigkeit erhalten bleibt.
Was kostet die professionelle Verlegung eines schwimmenden Bodens?
Die Kosten für die Verlegung eines schwimmenden Bodens hängen vom Material, vom Zustand des Untergrunds und von der Raumgeometrie ab. Laminat- und Vinylböden sind in der Regel günstiger zu verlegen, während Holzböden aufgrund des höheren Arbeitsaufwands teurer sind.
Zusätzliche Arbeiten wie Untergrundvorbereitung, Nivellierung oder der Rückbau alter Bodenbeläge können den Gesamtpreis erhöhen. Eine individuelle Angebotserstellung ist daher immer sinnvoll.
Was sollte man vermeiden, wenn der Boden dauerhaft funktionieren soll?
Wenn Sie einen langlebigen und problemlosen Boden möchten, sollten Sie folgende Fehler vermeiden:
- fehlende Akklimatisierung des Bodenbelags
- ungenaue Verlegung der ersten Reihe
- nicht eingehaltene Dehnungsfugen
- mangelhafte Untergrundvorbereitung mit Unebenheiten oder Feuchtigkeit
- fehlende Acrylfugen oder falsch montierte Sockelleisten
Eine fachgerechte Verlegung durch erfahrene Bodenleger sorgt für ein dauerhaft zuverlässiges Ergebnis. Montagefehler sind oft teurer als eine korrekt ausgeführte Bodenverlegung.
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