Wie wählt man die richtigen Materialien für den Bau von Innenwänden?
Wie wählt man die richtigen Materialien für den Bau von Innenwänden?
Warum ist die richtige Materialwahl wichtig?
Bei Innenwänden entsteht oft der Irrglaube, dass ihre Wahl nicht wichtig sei, da sie die Konstruktion nicht wie Außenwände tragen. In Wirklichkeit beeinflussen Innenwände jedoch den täglichen Komfort, zum Beispiel:
- Privatsphäre durch Schalldämmung;
- Feuchtigkeitsbeständigkeit in Badezimmer, Waschküche oder Küche;
- Statische Tragfähigkeit (z. B. für Hängeschränke, Sanitäranlagen, Regale);
- Gewicht (belastet Decken in mehrstöckigen Gebäuden);
- Anpassung an Elektroinstallationen und Leitungen.
Eine falsche Wahl kann später zu hohen Zusatzkosten, verringertem Wohnkomfort oder sogar zu Bauschäden führen.
Häufig verwendete Materialien für Innenwände
Porenbetonsteine (z. B. Ytong)
- Leicht und einfach zu bearbeiten, ideal für schnellen Aufbau;
- Geeignet für trockene Räume – Schlafzimmer, Kinderzimmer, Flure;
- Leicht auszufräsen für Elektroinstallationen;
- Geringere Schalldämmung, nicht geeignet zwischen lauten Räumen (z. B. Wohnzimmer und Schlafzimmer);
- Beliebte Wahl bei Renovierungen.
Keramische Ziegel (z. B. Porotherm)
- Hohe Festigkeit und ausgezeichnete akustische Eigenschaften;
- Feuchtigkeitsbeständig – auch für Badezimmer geeignet;
- Höheres Gewicht, aufwendigere Handhabung;
- Ideal für Wandmontage schwerer Elemente.
Betonsteine
- Hohe Festigkeit und Tragfähigkeit;
- Nicht geeignet für Innenwände in Wohnräumen wegen Gewicht und schlechter Wärmedämmung;
- Eher für Technikräume, Garagen oder Keller geeignet.
Gipskarton- und Gipsfaserplatten
- Schnelle „Trockenbau“-Montage;
- Hervorragend für Dachgeschosse, Holzbau und leichte Trennwände;
- Geringere Tragfähigkeit – Verstärkung für hängende Elemente erforderlich;
- Ideal für Renovierungen ohne große Deckenbelastung.
Kosten für den Bau von Innenwänden
Laut Preisliste von Numiq beträgt der Preis für das Errichten von Innenwänden mit einer Dicke von 12,5 cm 12,50 €/m² ohne Material. Diese Dicke ist Standard für die meisten nicht tragenden Innenwände in Wohnungen und Häusern und bietet ein optimales Verhältnis zwischen Platzersparnis und Stabilität.
Zusätzliche Maurerarbeiten umfassen:
- Verputzen der Wände – 9,60 €/m²;
- Grundierung – 1,20 €/m²;
- Grobputz aus Kalk-Zement – 9,90 €/m²;
- Ausbesserungen und kleine Anpassungen – ab 8,50 €/m².
Bei einer Komplettausführung inklusive Endbearbeitung können die Gesamtkosten pro Quadratmeter Innenwand zwischen 35–60 € liegen, abhängig von Arbeitsumfang, Material und örtlichen Gegebenheiten.
Faktoren, die den Preis beeinflussen
- Raumform und Komplexität – unregelmäßige Grundrisse erfordern mehr Zuschnitt und Anpassung;
- Anzahl der Öffnungen (Türen, Fenster, Nischen) – erhöht den Arbeitsaufwand;
- Zugang zur Baustelle und Logistik – eingeschränkter Zugang (z. B. in Wohngebäuden ohne Aufzug) verlängert die Bauzeit und steigert die Kosten;
- Zusätzliche Anforderungen an Akustik oder Brandschutz – erhöhen den Endpreis.
Innenwände vs. tragende Wände
Während das Errichten von tragenden Wänden besonders auf Wärmedämmung, Tragfähigkeit und Witterungsbeständigkeit achtet, sind Innenwände rein auf den Innenbereich ausgerichtet und legen den Fokus auf Schallkomfort, Praktikabilität und Anpassung an das Interieur.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine Innenwand technisch einfacher ist – durch Elektroinstallationen und häufige Eingriffe wird sie oft stark beansprucht.
Materialwahl nach Funktion, nicht nur nach Preis
Das Errichten von Innenwänden mag einfach erscheinen, aber die Qualität wirkt sich erheblich auf Komfort und Nutzbarkeit des Raumes aus. Überlegen Sie, wo die Wand stehen soll, welche Belastung sie erfährt und welchen Komfort Sie erwarten.
Bei Unsicherheit wenden Sie sich an die Profis von Numiq, die Ihnen bei der Materialwahl, Kostenkalkulation und präzisen Umsetzung nach aktuellen Standards helfen.
Eine gute Innenwand teilt nicht nur den Raum – sie erhöht die Lebensqualität. Wählen Sie daher mit Bedacht, nach Bedarf und nicht nur nach Preis.
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