Zuverlässige Sanierung von Stehfalz-Blechdächern

Blechdächer zählen heute zu den am häufigsten eingesetzten Dachdeckungen. Bei Neubauten ist eine genehmigte Planungsdokumentation gesetzlich vorgeschrieben und Grundlage für die Ausführung. Bei Dachsanierungen oder der Erneuerung kompletter Dachaufbauten werden Arbeiten jedoch häufig ohne ausreichende fachliche Vorbereitung oder ohne Projektunterlagen durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
- Dachsanierungen in der Praxis
- Bedeutung der Unterkonstruktion und Tragstruktur
- Prüfung des Dachstuhls vor der Montage
- Grundsätze der fachgerechten Planung von Stehfalz-Blechdächern
- Hinterlüftung des Dachaufbaus
- Anforderungen an den Dachaufbau
- Wiederkehrende Mängel bei der Ausführung der Hinterlüftung des Dachaufbaus
- Wärmeausdehnung der Blechbahnen
- Dachneigung
- Klempnerdetails und Anschlüsse
- Ausführung der Klempnerarbeiten
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Gerät ein privater Bauherr an einen unzureichend qualifizierten Auftragnehmer, können die Investitionen in die Dachsanierung gravierende Folgen haben. Ziel dieses Artikels ist es, auf die Grundsätze einer fachgerechten Planung von Stehfalz-Blechdächern hinzuweisen und gleichzeitig die häufigsten Fehler bei Planung und Ausführung aufzuzeigen.
Dachsanierungen in der Praxis
Derzeit werden zahlreiche Dachsanierungen umgesetzt, die sowohl aus privaten als auch aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Ältere Dachdeckungen wie Bitumenschindeln oder Faserzementplatten befinden sich vielfach am Ende ihrer technischen und wirtschaftlichen Lebensdauer.
Reparaturen solcher Dächer erfolgen oft ohne Rückbau der bestehenden Dachdeckung. Die neue Dachhaut wird direkt auf die vorhandene Schicht gelegt und über eine Trennlage befestigt. Dieses Verfahren kann wirtschaftlich sinnvoll sein und Zeit sowie Kosten sparen, insbesondere wenn die Entsorgung schadstoffhaltiger Materialien mit hohen Kosten verbunden ist.
Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, sollte sich der Bauherr im Vorfeld mit den Preisen für Bauleistungen vertraut machen und die Kostenunterschiede zwischen den verschiedenen Sanierungsvarianten realistisch einschätzen.
Bedeutung der Unterkonstruktion und Tragstruktur
Für eine lange Lebensdauer des neuen Daches ist nicht nur die Dachdeckung selbst entscheidend, sondern auch der Zustand der darunterliegenden Schichten. Der Zustand von Schalungen, Tragkonstruktionen und weiteren Unterbauteilen ist häufig ein wesentlicher Bestandteil der Sanierung.
In vielen Fällen sind ergänzende Mauer- oder Zimmererarbeiten erforderlich, um eine stabile und tragfähige Basis für die neue Dachdeckung zu schaffen. Eine fachgerecht vorbereitete Unterkonstruktion verhindert Feuchteeintritt, reduziert Wärmeverluste und bildet die Grundlage für eine dauerhaft funktionierende Dachlösung.
Prüfung des Dachstuhls vor der Montage
Vor Beginn der Montage der Blechdeckung müssen Dachstuhl, Lattung und alle tragenden Bauteile sorgfältig überprüft werden. Die Holzkonstruktion muss sich in einwandfreiem Zustand befinden, um die notwendige Stabilität des Daches zu gewährleisten.
Unzureichend vorbereitete Tragkonstruktionen können zu Verformungen der Dachdeckung und langfristigen Schäden führen. Die Überprüfung umfasst häufig auch die Anpassung der Konterlattungshöhe, die einen wesentlichen Einfluss auf die ausreichende Hinterlüftung des Dachaufbaus hat.
Grundsätze der fachgerechten Planung von Stehfalz-Blechdächern
Stehfalz-Blechdächer werden seit Jahrhunderten eingesetzt. Während Dachräume früher überwiegend als Lagerflächen dienten, werden sie heute in den meisten Fällen als Wohnraum genutzt. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf die Anforderungen an den gesamten Dachaufbau.
Eine langlebige und schadensfreie Stehfalz-Dachdeckung ist nur dann zu erwarten, wenn den folgenden Punkten besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird:
- Sicherstellung einer wirksamen Hinterlüftung des Dachaufbaus
- fachgerechte Berücksichtigung der thermischen Längenänderung der Blechbahnen
- ausreichende Dachneigung
- korrekte Auswahl und Ausführung von Klempnerdetails und Anschlüssen
- Umsetzung der Arbeiten gemäß abgestimmter und freigegebener technischer Lösungen
Hinterlüftung des Dachaufbaus
Bei Blechdächern ist die Bildung von Kondensat an der Unterseite der Dachdeckung ein natürlicher Vorgang. Bestimmte Metalle reagieren besonders empfindlich auf Feuchtigkeit und können korrosionsanfällig sein.
Die Hinterlüftung des Dachaufbaus dient nicht nur dem Abtransport von Kondenswasser, sondern auch der Austrocknung von bauzeitlich eingebrachter Feuchtigkeit, etwa aus frischem Bauholz.
Insbesondere bei ausgebauten Dachgeschossen ist eine funktionierende Hinterlüftung eine zentrale Voraussetzung für die langfristige Haltbarkeit der Dachkonstruktion.
Anforderungen an den Dachaufbau
Für nahezu alle Stehfalz-Blechdächer gelten folgende grundlegende Anforderungen an den Dachaufbau:
- zweischaliger, hinterlüfteter Dachaufbau mit ausreichend dimensioniertem Luftspalt
- dauerhaft funktionsfähige Zu- und Abluftöffnungen
- fachgerecht ausgeführte Dampfbremse oder Dampfsperre
- Einsatz einer diffusionsoffenen Unterdeckbahn oberhalb der Wärmedämmung
Der hinterlüftete Dachaufbau gilt heute als bewährte und häufig eingesetzte Lösung. In der Praxis werden auf die tragenden Bauteile des Dachstuhls, beispielsweise die Sparren, Konterlatten montiert, die den notwendigen Lüftungsraum schaffen. Deren Höhe wird maßgeblich durch die Dachneigung und die Sparrenlänge beeinflusst.
Wie bereits erwähnt, muss man sich mit der Bildung von Kondensat an der Unterseite des Blechs auseinandersetzen. Die Lösung ist eine geeignete Trennlage zwischen Unterlage und eigentlicher Dachdeckung. Die chemische Beständigkeit von Metallen gegenüber Kondensat in Verbindung mit der Wärme aus Sonneneinstrahlung ist unterschiedlich. Je nach Farbe der Blechdeckung erreicht die Oberflächentemperatur 60 bis 90 °C. Früher wurde als Trennlage unter Blechdeckungen „Dachpappe“, also eine Bitumenbahn, verwendet. Diese Lösung ist für Metalle, die empfindlich auf Heißwasserkorrosion reagieren (z. B. Titanzink oder verzinkter Stahl), ungeeignet. In diesem Fall muss als Trennlage eine strukturierte Trennmatte verwendet werden. Die strukturierte Trennmatte ist eine Trennlage, die direkt unter dem Blech auf der Schalung verlegt wird und verhindert, dass die Blechunterseite mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt. Diese Trennlage besteht aus einer 7 bis 8 mm dicken Polyamidmatte und einer diffusionsoffenen Trägerbahn. Die strukturierte Trennmatte hat schalldämmende Eigenschaften und gleicht kleinere Höhenunterschiede in der Holzschalung aus. Sie wird immer dann eingesetzt, wenn statt einer Holzschalung großformatige Spanplatten, OSB-, MDF- oder zementgebundene Platten (z. B. CETRIS) verwendet werden.
Wiederkehrende Mängel bei der Ausführung der Hinterlüftung des Dachaufbaus
Ist die Höhe des Luftspalts im Projekt nicht festgelegt, greift man bei der Ausführung zur günstigsten Lösung, die sich nach dem Lagerbestand des Holzhändlers richtet. Der derzeit meistverkaufte Querschnitt einer Dachlatte ist 60/40 mm. Aus statischen Gründen wird dieses Bauteil mit der breiteren Seite auf der Unterlage befestigt, der Luftspalt ist in diesem Fall also 40 mm hoch. Dieser Querschnitt ist für Blechdeckungen jedoch völlig ungeeignet. Liegt die Höhe des Luftspalts unter 50 mm, kann von einer wirksamen Hinterlüftung des Dachaufbaus keine Rede sein. Zu den häufigen Mängeln gehören außerdem:
- verschlossene Zuluftöffnungen, weil die Untersicht des Dachüberstands falsch verkleidet wurde
- Abschluss der Dachdeckung am First ohne funktionierende Entlüftung des Dachaufbaus (siehe Detail Nr. 1)
- eine falsch eingebaute Wärmedämmung, die die Entlüftung verhindert
- eine nicht funktionsfähige Unterdeckbahn
So werden zum Beispiel die Längsstöße der Bahn auch bei Neigungen bis 20° nur überlappt, die Bahn wird an der Traufe falsch abgeschlossen, und Anschlüsse an Durchdringungen des Dachaufbaus (Schornstein, Dachfenster, Entlüftung der Abwasserleitung usw.) werden ohne sorgfältige Verklebung mit Systemkomponenten ausgeführt. Falsch ist auch die Vorstellung, dass die strukturierte Trennmatte unter dem Blech den gesamten Dachaufbau hinterlüften kann.
Ein weiterer Fehler ist die Ausführung von Dächern mit Stehfalzdeckung als einschalige, nicht hinterlüftete Konstruktion.
Für die Unterlage der Dachdeckung werden häufig minderwertige Bretter mit einer Holzfeuchte über 20 % und falschen Abmessungen verwendet (optimal sind 80 bis 160 mm Breite bei 24 mm Dicke). Falsch ist auch eine sogenannte lückenhafte Schalung, bei der jedes zweite Brett weggelassen wird.
Wärmeausdehnung der Blechbahnen
Früher wurden für Stehfalzdeckungen fast ausschließlich Tafelbleche im Format 2 x 1 m verwendet. Probleme durch Wärmeausdehnung traten deshalb kaum auf. Mit dem Aufkommen von Maschinen zur Herstellung der Stehfalzverbindungen hat sich in der modernen Klempnerpraxis Blech vom Coil durchgesetzt. Diese an sich hervorragende Neuerung hat aber auch ihre Tücken. Architekten entwerfen Gebäude mit sehr attraktiven und zugleich anspruchsvollen Formen. Die Länge der Blechbahnen überschreitet oft 10 m. In Einzelfällen, vor allem bei Sportbauten, liegen die Längen sogar über 30 m.
Eine Dachdeckung aus Coilblech mit Doppelstehfalz muss mit Rücksicht auf die Wärmeausdehnung des Materials in Quer- und Längsrichtung geplant werden. In Querrichtung wird die Wärmeausdehnung durch die richtige Einstellung des Falzprofils an der Profiliermaschine gelöst (siehe Abb. 1). Dabei ist auch auf die passende Blechdicke im Verhältnis zur Zuschnittbreite zu achten.
Abb. 1: Profilgeometrie der Falzverbindungen bei einer Doppelstehfalzdeckung
Bei Blechbahnen mit einer Länge über 3,0 m muss die Wärmeausdehnung in Längsrichtung berücksichtigt werden. Die Deckung wird mit einem System aus Schiebe- und Festhaften auf der Unterlage befestigt (siehe Abb. 2).
Abb. 2: Fest- und Schiebehafte zur Befestigung der Blechbahnen auf der Unterlage
Bei üblichen Bahnlängen bis 10 m werden Standard-Schiebehaften verwendet. Damit die Wärmeausdehnung der Dachdeckung insgesamt funktioniert, muss auch der Anschluss der Bahnen an Traufe und First gelöst werden. An der Traufe (siehe Abb. 3) und am Firstabschluss ist eine Dehnungsfuge von 8 bis 10 mm einzuhalten.
Abb. 3: Dehnfähiger Anschluss der Blechbahnen an die Traufkante
Wenn es unumgänglich ist, kann die Bahnlänge auch 15 m betragen. In diesem Fall muss die Dehnungsfuge auf 15 mm vergrößert werden, und es sind verlängerte Schiebehaften zu verwenden.
Dachdeckungen mit extremen Längen erfordern besondere Aufmerksamkeit, der gesamte Entwurf ist in allen Zusammenhängen zu prüfen. Bei Dächern mit Bahnlängen über 15 m müssen in der Dachfläche Querdehnstöße ausgeführt werden. Das Detail des Querdehnstoßes ist auf die jeweilige Dachneigung abzustimmen. Zugleich ist die Lage der Durchdringungen des Dachaufbaus zu berücksichtigen, etwa von Dachfenstern, Schornsteinen oder Lichtkuppeln. Diese Durchdringungen sind im Bereich der Festhaften anzuordnen.
Die Wärmeausdehnung der Metalle ist bei allen linearen Verblechungen zu berücksichtigen, etwa bei Kehlen, Gesimsen, Attiken und allen Rinnenarten. Besonders wichtig ist sie bei innenliegenden Rinnen hinter Attiken und zwischen Dächern.
Tab. 2: Wärmeausdehnungskoeffizienten von Metallen und einigen Baustoffen
Dachneigung
Die Festlegung der richtigen Dachneigung verdient besondere Aufmerksamkeit. Sie hängt nicht nur von den Fachregeln für Dächer ab, sondern auch von Höhenbegrenzungen in den geltenden Bebauungsplänen.
Die Erfahrung zeigt, dass die früher von den Normen zugelassene Mindestneigung von 3° für Falzdeckungen nicht unter allen Umständen ausreicht. Nach heutigem Kenntnisstand kann man ab einer Neigung von 7° mit einem funktionierenden Stehfalzdach rechnen. Das System des Doppelstehfalzes ist regensicher, aber nicht wasserdicht, wie viele fälschlicherweise annehmen. Steht der Doppelstehfalz unter Wasser, zum Beispiel durch Stauwasser von schmelzendem Schnee an kalten Dachrändern oder oberhalb größerer Durchdringungen, dringt Feuchtigkeit unter die Dachdeckung.
Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich Doppelstehfalzdächer auch mit 3° Neigung ausführen. In Österreich ist eine Doppelstehfalzdeckung mit 3° Neigung zum Beispiel dann möglich, wenn die Dachfläche keine Durchdringung, keine Kehle und keinen Querstoß hat, die Blechbahnen also durchgehend aus einem Stück ohne Stöße bestehen.
Auch hierzulande sollte man Dächer im Grenzbereich zwischen 3° und 7° Neigung mit erhöhter Vorsicht angehen und Lösungen wählen, die das Risiko verringern:
- vollflächiger Einsatz von Falzdichtband
- höhere Dichtheit der Unterdeckung durch ein wasserdichtes Unterdach
- Maßnahmen, die den Einfluss von Kondensat auf die Deckung und auf die Unterlage ausschließen (geeignete Trennlage)
- und vor allem eine ausreichende Hinterlüftung des Dachaufbaus (Höhe des Luftspalts 80 bis 100 mm)
Leider herrscht selbst unter Fachleuten Unsicherheit bei der Angabe der Dachneigung. Manche verwenden Grad, andere Prozent. Der Vollständigkeit halber folgt eine Umrechnungstabelle der Neigungen nach der slowakischen Norm STN 73 1901.
Klempnerdetails und Anschlüsse
Auswahl und Ausführung der Zimmerer- und Klempnerkonstruktionen müssen sich nach der vom Planer festgelegten Dachneigung richten. Ein sehr wichtiges Funktionselement jedes Daches ist eine technisch korrekt geplante Dachentwässerung mit den zugehörigen Details, zu denen auch der Klempnerabschluss der Dachdeckung an der Traufe gehört. So wie jede Geschichte einen Anfang hat, beginnt auch die Montage jedes Daches an der Traufe. Bei Grenzneigungen von 3° bis 7° ist daran zu denken, die Höhe der Unterlage zu verringern, weil beim Übergang der Dachdeckung in die Rinne sonst ein Gegengefälle entsteht.
Dafür gibt es mindestens zwei Möglichkeiten:
- auf der Breite des ersten Traufbretts (ca. 150 mm) die Konterlatte um 2 bis 4 mm niedriger ausführen
- das Traufbrett um 2 bis 3 mm dünner ausführen
Die erste Möglichkeit ist in der Ausführung aufwendiger, statisch aber sicherer und zuverlässiger, weil die vorgeschriebene Einschraubtiefe der Verbindungsmittel nicht verringert wird.
Auch die Verblechung von Dachdurchdringungen muss auf die Dachneigung abgestimmt werden. Klempnerdetails bei Doppelstehfalzdeckungen sind als Falzverbindungen ohne direkte Befestigung auf der Unterlage (also ohne Durchbohren des Materials) und ohne Dichtstoffe oder „Silikon“ auszuführen. Die günstigsten profilierten Blechdeckungen verwenden als „Systemkomponente“ zur Befestigung auf der Unterlage die Bohrschraube mit Dichtscheibe. Dieses Bauteil hat sich wie ein Virus in der ganzen Klempnerbranche verbreitet. Leider lassen sich oft auch erfahrene Handwerker davon anstecken, verwenden statt der indirekten Befestigung mit einem Haftstreifen die Bohrschraube und durchbohren das hochwertige Material. Damit wird es undicht, und seine Lebensdauer sinkt deutlich.
Die Bohrschraube gehört nicht ins traditionelle Klempnerhandwerk.
Bei der Planung der Details und ihrer Anschlüsse muss die Blechdeckung als Ganzes funktionieren, einschließlich aller Details. Die häufigste Ursache für nicht funktionierende Blechdeckungen (bis zu 90 %) sind falsch gewählte Klempnerdetails und ihre unzuverlässige Ausführung. Diesem Thema ist bei der Planung und natürlich auch während der Ausführung besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Eine gründliche Vorbereitung kann nur ein versierter Fachmann sicherstellen, also ein Planer mit ausreichendem Wissen und Erfahrung auf diesem Gebiet.
Ausführung der Klempnerarbeiten
Zur Vorbereitung einer Sanierung von Blechdächern gehört auch die Wahl eines zuverlässigen und erfahrenen Fachbetriebs für Spenglerarbeiten, der die gewählte Technik beherrscht.
Vor Beginn der Arbeiten muss der ausführende Betrieb die Baustelle und die Unterlage übernehmen und ihren Zustand ausführlich im Bautagebuch festhalten. Bei der Übernahme der Zimmererkonstruktionen sollten nach Möglichkeit verdeckte Mängel aufgedeckt werden, die bei Dachsanierungen häufig vorkommen, zum Beispiel eine nicht funktionierende Hinterlüftung wegen falscher Dämmstärke im Verhältnis zur Sparrenhöhe, eine ungeeignete Unterlage unter der Deckung oder eine mangelhaft ausgeführte Unterdeckung und ihre Details.
Eine Grundvoraussetzung für eine zuverlässige Ausführung ist auch das gründliche Studium aller Planunterlagen, Zeichnungen und Details. Dabei empfiehlt sich ein persönliches Gespräch mit dem Planer oder mit der Bauüberwachung. Während der Ausführung müssen alle geplanten Lösungen umgesetzt und die modernste verfügbare Maschinen- und Handtechnik eingesetzt werden. Wer diese Grundsätze einhält, kann ein zuverlässiges Ergebnis und ein dauerhaft funktionierendes Dach erwarten.
Zum Schluss noch eine kurze Einschätzung zur Lage des Klempnerhandwerks. Es steht derzeit leider an einem Scheideweg. Es fehlt an qualifiziertem Personal, an Nachwuchs und an der gebührenden Anerkennung für diejenigen, die mit eigenen Händen Werte aus Blech schaffen. Gleichzeitig dringen moderne, industrielle und vor allem billige Dachsysteme in das traditionelle Handwerk ein, die mit ihren Verlegemethoden die Berufsehre und Fachkompetenz der Handwerker untergraben. Ich bin überzeugt, dass sich dieser wenig erfreuliche Trend durch die gemeinsame Anstrengung aller, die das ehrliche Klempnerhandwerk schätzen, umkehren lässt.
Autor: Ing. Gabriel Boros, PROJECT CONSULTING
Der Autor ist Fachmann für Blechdachdeckungen der Unternehmen Rheinzink und Prefa Aluminiumprodukte und hat 30 Jahre Berufserfahrung.
Literatur: Firmenunterlagen PREFA ALUMINIUMPRODUKTE GMBH
Firmenunterlagen RHEINZINK GmbH & Co. KG
STN 73 1901, Dachplanung. Grundlegende Bestimmungen
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