
Eine Steinterrasse ist eine elegante Ergänzung zu jedem Zuhause. Das Verlegen ist längst nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Geeignet sind verschiedene flache Natursteine, glatte quadratische Schieferplatten oder auch raue Kalksteinplatten.
Grundvoraussetzung ist, dass die Steine jeder Belastung, der Sie sie aussetzen wollen, und dem lokalen Klima standhalten. Das Verlegen einer Steinterrasse ist sehr ähnlich wie das Plattenlegen im Badezimmer, wo die Plattenarbeiten entscheidend für ein präzises und dauerhaft widerstandsfähiges Ergebnis sind. Sie bereiten den Unterbau vor, richten jedes einzelne Stück aus und füllen die Fugen.
Schritt 1: Übersicht
Skizzieren Sie zuerst das gesamte Projekt auf Millimeterpapier, um möglichst wenig schneiden zu müssen, die Fugen sinnvoll anzuordnen und abzuschätzen, wie viel Material Sie tatsächlich brauchen. Eine Preisliste für Bauarbeiten hilft Ihnen zudem, das Budget genau nach den Material- und Arbeitskosten zu planen, damit Sie unerwartete Ausgaben vermeiden.
Eine Tonne Steinmehl sollte für eine 2,5 Zentimeter hohe Tragschicht auf 60 Quadratmetern reichen oder für eine 7,6 Zentimeter hohe Tragschicht auf knapp 23 Quadratmetern.
Lagern Sie das gelieferte Material in der Nähe jener Seite der Terrasse, an der Sie die Arbeiten abschliessen werden. So müssen Sie das Material nicht über die frisch verlegten Steine transportieren. Mieten Sie einen Kompaktlader und entfernen Sie sämtliche Verunreinigungen. Markieren Sie alle Leitungen, ob Strom, Gas, Wasser oder Telefon, mit Sprühfarbe auf dem Boden.
Schritt 2: Fundament ausheben
Beginnen Sie mit dem Aushub in der Mitte der Terrasse, wo Sie die Tiefe des Fundaments festlegen. Bestimmen Sie einen Referenzpunkt, zum Beispiel die Stelle, an der die Terrasse auf das Haus trifft. Messen Sie alles sorgfältig ein, am besten mit einem Lasermessgerät. Verdichten Sie den ausgehobenen Untergrund kräftig mit einer Rüttelplatte. Markieren Sie die Ecken des Fundaments mit Pflöcken.
Schritt 3: Tragschicht einbringen
Bringen Sie eine etwa 7 bis 10 Zentimeter dicke Tragschicht ein, die aus einer Mischung von Schotter mit 2 Zentimeter Körnung und Steinmehl besteht. Für einen stabilen Unterbau können Betonarbeiten hilfreich sein, besonders wenn Sie den Untergrund an stark belasteten Stellen zusätzlich verstärken müssen. Befeuchten Sie jede Schicht mit Wasser, damit sich das Steinmehl nach unten setzt. Verdichten Sie jede Schicht ebenfalls mit der Rüttelplatte. In der Nähe von Mauern, Gehwegen oder Fundamenten sollten Sie besonders vorsichtig, aber trotzdem gründlich arbeiten. Wiederholen Sie das Einbringen, Befeuchten und Verdichten jeder rund 7 Zentimeter dicken Schicht, bis Sie sich der gewünschten Höhe nähern.
Schlagen Sie zwischen den Eckpflöcken, die dem Haus am nächsten liegen, im Abstand von je 50 Zentimetern zwei Pflöcke ein und ebenso am gegenüberliegenden Ende der Terrasse, zu dem hin das Gefälle verläuft. Spannen Sie eine Schnur der Länge nach zwischen den Pflöcken auf beiden Seiten, und zwar mit genau dem Gefälle, das die Terrasse später haben soll.
Schritt 4: Mörtelbett anlegen
Mischen Sie in der Schubkarre einen Teil trockenen Zement mit 12 Teilen Steinmehl, das Sie als Bettung unter den Steinen verwenden. Geben Sie langsam Wasser dazu, bis eine steife, erdfeuchte Mischung entsteht. Daraus wird das Mörtelbett, das die Grundlage der Bettung unter den Steinen bildet.
Wählen Sie eine Ecke, in der Sie beginnen, und schütten Sie dort so viel Mörtelmischung auf, dass Sie mindestens einen Stein verlegen und prüfen können, wie er sich verhält. Ziehen Sie die Mischung mit einem Rechen oder einer Handkelle ab. Je nach Grösse und Gewicht sinken die Steinplatten etwa 3 Zentimeter in die feuchte Mörtelmischung ein. Bringen Sie deshalb mehr Material auf, als die geplante Enddicke der Bettung beträgt. Kontrollieren Sie die Dicke des Mörtelbetts. Fügen Sie bei Bedarf Mischung hinzu oder nehmen Sie welche weg, bis Sie die gewünschte Dicke erreicht haben.
Schritt 5: Steine verlegen
Wiederholen Sie den vorherigen Schritt und beginnen Sie mit dem Verlegen der Steine. Für Steine, die mehr als 45 Kilogramm wiegen, braucht es mindestens zwei Personen. Gehen Sie kein Risiko ein und holen Sie sich lieber Unterstützung.
Drehen Sie die Steine leicht hin und her, damit sie satt im Mörtel sitzen. Anschliessend klopfen Sie mit einem Gummihammer an den Rändern und in der Mitte darauf, damit die Steine fest an ihrem Platz sitzen und keine Lufteinschlüsse zwischen Stein und Mörtelbett entstehen.
Tipp: Schwere Steine lassen sich sicher an ihren Platz bewegen, indem Sie eine Kante auf dem Boden lassen und den restlichen Stein schrittweise «drehen», wobei Sie das Gewicht von einer Kante auf die nächste verlagern.
Schritt 6: Steine ausrichten
Prüfen Sie mit der Wasserwaage die Kanten des Steins, um sicherzustellen, dass er bündig mit den angrenzenden Steinen liegt. Kontrollieren Sie danach, ob der Stein das richtige Gefälle hat. Die Steinoberfläche sollte so nah wie möglich an der Schnur liegen, ohne sie tatsächlich zu berühren.
Wenn Sie an einer bestimmten Stelle Bettungsmaterial hinzufügen oder entfernen müssen, hebeln Sie den Stein mit einer Flachschaufel an. Passen Sie dann mit der Kelle die Menge an Mörtelmischung an, die unter dem Stein bleiben soll.
Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis die ganze Terrasse mit Steinen belegt ist. Lassen Sie zwischen den Steinen einen Abstand von ein bis zwei Zentimetern. Kontrollieren Sie mit der Wasserwaage laufend, ob die Steine auf gleicher Höhe liegen. Bürsten und spülen Sie die Steine ab, bevor der feuchte Mörtel antrocknen kann. Bis das Mörtelbett ausgehärtet ist, braucht es mindestens einen Tag.
Schritt 7: Steine zuschneiden
Markieren Sie mit einem Bleistift die Stelle, an der Sie schneiden wollen, und ritzen Sie die Schnittlinie mit einer Reissnadel mit Hartmetallspitze an. Verwenden Sie bei geraden Schnitten statt eines Lineals die Wasserwaage als Führung. Heben Sie den zu schneidenden Stein an, indem Sie ein Stück Holz unter die Kante legen, an der Sie schneiden.
Tragen Sie Schutzbrille, Gehörschutz und Staubmaske. Stellen Sie die Trennscheibe auf eine Schnitttiefe von etwa 1 Zentimeter ein, starten Sie die Säge und führen Sie sie langsam entlang der Schnittlinie. Stellen Sie danach die Scheibe auf eine Tiefe von 2 bis 3 Zentimetern ein und fahren Sie die Linie ein zweites Mal ab.
Bei hochwertigem Stein ist die Gefahr geringer, dass er abplatzt oder sich spaltet. Manchmal genügt bereits der erste, 1 Zentimeter tiefe Schnitt. Die Steinplatte lässt sich dann einfach von Hand oder mit einem kleinen Hammer abbrechen. Günstigerer Stein von geringerer Qualität, der leicht bricht, muss hingegen ganz durchgeschnitten werden.
Schritt 8: Fugen füllen und Terrasse einfassen
Eine Steinterrasse muss nicht eingefasst werden, damit die Steine an ihrem Platz bleiben, Pflastersteine verleihen der ganzen Terrasse jedoch einen gepflegteren und eleganteren Look. Sobald das Mörtelbett trocken ist, sollten Sie aber unbedingt Steinmehl auf die Steine streuen und es in die Fugen sowie entlang des Randes wischen.
Tipp: Füllen Sie die Fugen auf keinen Fall mit Zement, da sie in den Wintermonaten sonst Risse bekommen. Verwenden Sie auch keinen Sand, denn dieser kann Ameisen anlocken, und es können Gras oder Moos darin wachsen.
Schritt 9: Abschlussarbeiten
Besprühen Sie alle Fugen mit dem Gartenschlauch sanft mit Wasser, damit sich das Steinmehl fest verdichtet. Auch eine Maurerkelle leistet gute Dienste, um das Steinmehl in die Fugen zu drücken, wo es hingehört. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis die Fugen fest und bündig mit der Steinoberfläche sind. Stellen Sie die Gartenmöbel auf und gönnen Sie sich eine wohlverdiente Pause.
Tím NUMIQ
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