Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Betonschneiden: Preis pro lfm 2026, Kernbohrung und Durchbrüche

Beim Betonschneiden werden Wände, Böden und Platten mit Diamanttechnik geschnitten, Öffnungen kernbohrt und Durchführungen ausgeschnitten. Was Sie zahlen, hängt davon ab, wie dick das Bauteil ist, um welchen Beton es sich handelt (Platte, Monolith, armierte Wand) und wie groß Schnitt oder Öffnung werden sollen.

Aktualisiert 09/2026·15 Min. Lesezeit·17 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
84,80 €/ lfm
Richtwert-Spanne
67,80 € - 110,30 €
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
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Aktualisierte Preise
Kurze Antwort

Eine Betonwand bis 150 mm Stärke zu schneiden kostet laut aktueller Preisliste 84,80 € pro lfm Arbeitsleistung. Für Plattenschnitt, Bodenschnitt, Kernbohrung und das Ausschneiden von Öffnungen gelten eigene Preise, je nach Stärke und Durchmesser. Ist die Bewehrung dicht oder kommt die Maschine schlecht an die Stelle, wird es teurer.

Leistungsarten und ihre Preise

84,80 €
pro lfm
Wände schneiden

Die Diamantsäge schneidet exakt entlang der markierten Linie; eingesetzt bei der Anpassung von Öffnungen oder dem teilweisen Abbruch einer tragenden Wand.

59,37 €
pro lfm
Platte schneiden

Schnitt durch eine Stahlbetonplatte, üblich bei der Anpassung von Öffnungen in Plattenbauten. Plattenstärke und Bewehrungsdichte beeinflussen die Schnittzeit.

42,40 €
pro lfm
Böden schneiden

Dehnungs- oder Trennfugen in der Bodenplatte, auch als Vorbereitung für den teilweisen Abbruch des Bodens für Leitungen.

152,66 €
pro Stk.
Kernbohrung

Saubere runde Öffnungen für Rohrdurchführungen, Lüftungsleitungen oder Elektroinstallationen ohne unnötige Beschädigung der Umgebung.

127,20 €
pro Stk.
Loch ausschneiden

Größere runde Öffnung in einer Plattenkonstruktion, etwa für einen Kaminschacht oder eine Lüftungsleitung.

178,10 €
pro Stk.
Türzargen ausschneiden

Präzises Trennen einer Metallzarge vom umgebenden Beton beim Türaustausch, ohne die tragende Konstruktion zu beschädigen.

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Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.

Betonschneiden und Kernbohrungen17 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Betonschneiden
Schneiden Betonwände bis 150 mm Stärkelfm84,80 €-
Schneiden Stahlbetonplatte bis 10 cmlfm59,37 €-
Schneiden Stahlbetonplatte bis 15 cmlfm84,80 €-
Schneiden Betonböden bis 100 mm Tiefelfm42,40 €-
Kernbohrung Ø bis 100 mmStk.152,66 €-
Kernbohrung Ø 100-200 mmStk.-
Kernbohrung Ø über 200 mmStk.-
Lochbohrung in Stahlbetonplatte bis 10 cmStk.127,20 €-
Lochbohrung in Stahlbetonplatte bis 15 cmStk.178,10 €-
Montage Stahlstützkonstruktion (geschweißt)Stk.-
Stahlzarge in Stahlbeton bis 10 cm ausschneidenStk.178,10 €-
Stahlzarge in Stahlbeton bis 15 cm ausschneidenStk.212,02 €-
Schlitze für Installationen (Elektro, Wasser)lfm-
Ausschneiden Fenster- oder TüröffnungStk.-
Durchbruch in Stahlbetonplatte ausschneidenStk.-
Asphaltflächen schneidenlfm25,44 €-
Sonstige Arbeiten
Sonstige nicht spezifizierte Arbeiten im FachStd.-
Summe Arbeit
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Was kostet das je nach Umfang

Modellumfang für das Ausschneiden einer Öffnung in einer tragenden Wand (Schnitt 6 lfm)
Nur Wandschnitt
6 lfm Schnitt in einer Wand bis 150 mm Stärke
508,86 €
Schneiden und Kernbohrung der Ecken
Schnitt 6 lfm und Kernbohrung der Eckbohrungen auf 1 lfm
661,52 €
Schneiden, Bohren und Zargenausschnitt
Schnitt 6 lfm, Kernbohrung 1 lfm und Ausschneiden der vorhandenen Metallzarge
839,62 €
Orientierungssumme der Arbeit anhand der angegebenen Mengen. Nicht enthalten sind die Montage einer stählernen Stützkonstruktion, der Schuttabtransport und das statische Gutachten.

Vorbereitung und Ablauf des Schneidens

01
Schnittlinie anzeichnen

Der Fachmann zeichnet Größe und Lage der Öffnung genau nach Plan an. Geht es um ein tragendes Bauteil, muss der Statiker die Öffnung vorher freigeben.

02
Bewehrung und Leitungen prüfen

Vor dem Schneiden prüft er mit einem Scanner, wo Bewehrung und mögliche verdeckte Leitungen in der Wand liegen. So beschädigt er nichts.

03
Ecken vorbohren

Bei größeren Öffnungen bohrt er die Ecken zuerst mit der Kernbohrmaschine vor. Das erleichtert das Schneiden und senkt das Risiko, dass außerhalb der Linie Risse entstehen.

152,66 €/Stk.
04
Mit der Diamantsäge schneiden

Er schneidet Schritt für Schritt entlang der Linie und kühlt dabei mit Wasser. Das hält den Staub gering und schont die Scheibe.

84,80 €/lfm
05
Abstützung montieren

Kommt eine Öffnung in eine tragende Wand, montiert er vor dem Herausnehmen des Teils eine Stahlabstützung nach der statischen Planung.

Arbeitsablauf

  1. 01Bauteil vor Ort ansehen und bei Eingriffen in tragende Teile statisch beurteilen lassen.
  2. 02Genaue Schnittlinie oder Durchmesser der Öffnung anzeichnen.
  3. 03Vor dem Schneiden Bewehrung und verdeckte Leitungen prüfen.
  4. 04Kernbohren oder mit der Diamantsäge schneiden, dabei mit Wasser kühlen.
  5. 05Bei Eingriffen in eine tragende Wand oder Platte eine Abstützung montieren.
  6. 06Ausgeschnittenes Teil herausnehmen und die Kanten der Öffnung säubern.
  7. 07Schutt abtransportieren und die fertige Öffnung für die nächsten Arbeiten übergeben.

5 häufige Fehler

01
Schneiden, ohne die Bewehrung zu prüfen

Trifft die Säge tragende Bewehrung oder eine verdeckte Leitung, muss das Bauteil repariert werden und die Installation hat Schaden genommen.

02
Tragende Wand öffnen ohne Statiker

Schon eine kleine Öffnung in einem tragenden Bauteil kann die Statik des Gebäudes gefährden. Der Statiker muss vorher draufschauen, nicht erst hinterher.

03
Keine Abstützung eingebaut

Wer das ausgeschnittene Teil ohne vorübergehende Abstützung herausnimmt, riskiert Risse oder sogar den Einsturz des Bauteils drumherum.

04
Trocken geschnitten

Ohne Wasserkühlung nutzt sich die Scheibe schneller ab und es staubt stark. Dann lässt sich auch kaum noch genau schneiden.

05
Schuttabtransport nicht eingeplant

Ausgeschnittene Beton- und Stahlteile sind schwer und sperrig. Ist der Abtransport nicht geplant, dauert es länger, bis der Auftrag fertig ist.

Wann Beton geschnitten und wann abgebrochen wird

Beim Betonschneiden trennt ein Diamantwerkzeug genau das Stück ab, das wegsoll. Ein Stemmhammer dagegen schlägt auf die Wand ein, und die Erschütterungen laufen in Decken und Nachbarwände weiter. Die Säge erzeugt solche Schläge nicht, und die Kante der Öffnung bleibt gerade. Deshalb wird überall dort geschnitten, wo der Rest des Hauses weiter genutzt wird: bei einer neuen Türöffnung in einer Betonwand, bei einem größeren Fenster, bei einem Durchbruch für Lüftung oder Abwasser oder bei Arbeiten am Boden in einem bewohnten Haus.

Ein Abbruch lohnt sich, wenn das ganze Bauteil verschwindet und die Umgebung Erschütterungen verträgt, etwa beim Rückbau einer frei stehenden Garage. In einem Mehrfamilienhaus mit Stahlbetonwänden, ob im Plattenbau in den ostdeutschen Bundesländern oder im Wohnblock aus den Sechziger- und Siebzigerjahren, ist das Schneiden praktisch der einzige Weg, den Grundriss zu ändern, ohne die Wohnungen nebenan zu beschädigen. Wer eine Stahlbetonwand aufstemmt, zerstört den Beton, der die Bewehrung rund um die Öffnung schützt. In den Wohnungen darunter und darüber kann dann der Putz reißen.

Welche Technik beim Betonschneiden zum Einsatz kommt

Normale Wandöffnungen entstehen mit einer Wandsäge auf einer Führungsschiene. Der Betrieb dübelt die Schiene an die Wand, und die Säge fährt daran exakt entlang der angezeichneten Linie. So werden die Kanten der Öffnung lotrecht und gerade. Eine Handsäge mit kleinerem Blatt nimmt man für kurze Schnitte, zum Nachschneiden von Ecken und dort, wo die Schiene keinen Platz hat.

  • Die Seilsäge kommt bei dicken, massiven Bauteilen und Fundamenten zum Einsatz und überall dort, wo ein Sägeblatt nicht tief genug kommt. Das Diamantseil wird durch vorgebohrte Löcher gefädelt und schneidet das Bauteil unter Zug.
  • Das Kernbohrgerät mit Diamantbohrkrone bohrt ein rundes Loch und zieht dabei einen kompletten zylindrischen Bohrkern heraus. Es eignet sich für Leitungsdurchführungen, für die Ecken von Öffnungen und beim Seilsägen dafür, das Seil durch die Wand zu bekommen.
  • Die Kettensäge für Beton schneidet eine rechtwinklige Ecke ohne Überschnitt. Ein rundes Sägeblatt läuft in der Ecke immer ein Stück über, die Kette nicht.

Das Diamantsegment: woraus es besteht und warum es sich abnutzt

Werkzeuge für Beton arbeiten mit synthetischen Diamanten, die unter hohem Druck und hoher Temperatur entstehen. Das ist kein billiger Ersatz. Synthetischer Diamant hat dieselbe Kristallstruktur aus Kohlenstoff wie ein natürlicher, nur wird er nicht als Schmuckstein hergestellt, sondern als feines technisches Korn.

Diese Körner sind in eine Metallbindung eingesintert, meist auf Basis von Kobalt, Eisen oder Bronze. Aus dieser Mischung entstehen Segmente, die auf den Stahlkörper des Sägeblatts oder der Bohrkrone geschweißt werden. Die Diamanten sitzen also nicht im ganzen Blatt, geschnitten wird nur am Rand. Bei der Arbeit schleift sich die Bindung langsam ab und legt immer neue Körner frei. Hat der Beton harten Zuschlag und viel Stahl, sind die Segmente schneller verbraucht. Deshalb fragt Sie ein Betonschneidbetrieb bei der Kalkulation nach der Betonart und nach der Bewehrung.

Wird ein Segment zu heiß, fallen die Diamanten heraus, und das Segment kann sogar abreißen. Das Blatt wird darum mit Wasser gekühlt, oder es wird mit Absaugung und mit Pausen geschnitten, so wie es der Werkzeughersteller vorgibt.

Öffnung in einer Betonwand: Statik und die richtige Reihenfolge

Im Plattenbau tragen senkrechte Wandplatten die Decke. Sie sind meist etwa 140 bis 150 mm dick. Trennwände sind dünner und tragen nichts. Auf den ersten Blick sehen Sie aber oft nicht, welche Wand welche ist, vor allem wenn die Wohnung schon einmal umgebaut wurde. In vielen Altbauten und Einfamilienhäusern ist es ähnlich: Eine verputzte Wand verrät nicht, ob sie eine Deckenlast trägt. Der Tragwerksplaner schaut deshalb nicht nur auf Ihre Wohnung, sondern auch auf Umbauten darüber und darunter. Öffnungen, die übereinanderliegen, beeinflussen sich gegenseitig.

Wird eine Öffnung in eine tragende Wand geschnitten, kommt es auf die Reihenfolge an:

  1. Die Decke vor dem ersten Schnitt auf beiden Seiten der Wand mit Baustützen abstützen.
  2. Die Öffnung ausschneiden und in Teilen herausnehmen.
  3. Einen dauerhaften Stahlrahmen oder Sturz nach statischer Berechnung einbauen, meist aus Stahlprofilen geschweißt und untergossen oder verankert.
  4. Die Stützen erst entfernen, wenn die dauerhafte Konstruktion die Last übernommen hat.

Bei kleineren Öffnungen in gemauerten Wänden reichen statt eines Stahlrahmens manchmal fertige Stürze aus Ziegel oder Beton. Welche Abfangung die Öffnung bekommt und wie groß sie ist, legt immer die statische Berechnung fest. Die Erfahrung des Schneidbetriebs ersetzt sie nicht.

Fertigteilplatte oder Ortbeton

Eine Fertigteilplatte und eine vor Ort gegossene Wand gleicher Dicke werden ähnlich geschnitten. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Stahl drinsteckt und wo. Fertigteilplatten haben die Bewehrung um die ursprünglichen Öffnungen und an den Fugen gebündelt, Ortbetonwände sind meist auf der ganzen Fläche an beiden Seiten bewehrt. Wichtig sind also die tatsächliche Wanddicke und die Stahldichte, die ein Bewehrungsscan zeigt. Wenn Sie in der Preisliste eine Position wählen, richten Sie sich nach der Dicke des Bauteils, nicht danach, wie jemand die Wand nennt.

Genehmigung und Zustimmung bei Eingriffen in tragende Wände

Ein statisches Gutachten ist eine technische Grundlage, keine Genehmigung. In einer Eigentumswohnung gehören tragende Wände zum Gemeinschaftseigentum. Ein Durchbruch ist damit eine bauliche Veränderung, über die die Eigentümergemeinschaft (WEG) beschließen muss. Wie der Beschluss zustande kommt und was dafür nötig ist, klären Sie mit der Hausverwaltung, am sichersten vor der nächsten Eigentümerversammlung. Wohnen Sie zur Miete, brauchen Sie in jedem Fall die schriftliche Zustimmung des Vermieters.

Ein Eingriff in das Tragwerk gehört normalerweise nicht zu den verfahrensfreien Kleinigkeiten. Was genau gilt, regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, und die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land. Ob eine Anzeige reicht, ob eine Baugenehmigung nötig ist und ob ein geprüfter Standsicherheitsnachweis verlangt wird, erfahren Sie beim Bauamt. Fragen Sie dort nach, bevor Sie die Schneidarbeiten beauftragen. Bauamt und Hausverwaltung wollen in der Praxis fast immer ein statisches Gutachten sehen, deshalb ist es sinnvoll, den Tragwerksplaner als Allerersten zu beauftragen.

Auch wenn keine tragende Wand betroffen ist, gilt im Mehrfamilienhaus die Hausordnung. Laute Arbeiten gehören in die erlaubten Zeiten außerhalb der Ruhezeiten, und die Nachbarn sollten vorher wissen, was auf sie zukommt.

Staub, Wasser und Schlamm in einer bewohnten Wohnung

Beton enthält Quarzsand. Beim Trockenschnitt entsteht daraus sehr feiner Staub aus kristallinem Siliziumdioxid, der tief in die Lunge gelangt. Die Richtlinie (EU) 2017/2398 hat Tätigkeiten, bei denen dieser Staub entsteht, als krebserzeugende Verfahren eingestuft, und in Deutschland beschreibt die TRGS 559 die Schutzmaßnahmen für Betriebe. Wasser oder Absaugung schützen also nicht nur das Sägeblatt, sondern vor allem die Gesundheit.

Nassschneiden in der Wohnung hat allerdings Tücken. Es entsteht Betonschlamm, der den Boden verfärbt, Abflüsse zusetzt und bei undichtem Boden in die Wohnung darunter laufen kann. Im Innenraum wird deshalb meist einer von zwei Wegen gewählt:

  • Nassschnitt, bei dem der Schlamm in Wannen unter dem Schnitt aufgefangen und mit einem Nasssauger abgesaugt wird,
  • Trockenschnitt mit einem Industriesauger der Staubklasse H direkt an der Schutzhaube des Blatts und mit Atemschutz für die Arbeiter.

In beiden Fällen lohnt es sich, den Boden mit Folie und darüber mit festen Platten abzudecken, die Möbel auszuräumen, die Türen zu den anderen Räumen zu schließen und die Stromkreise abzuschalten, die in der Wand liegen. Im Plattenbau sind die Leitungen oft direkt in die Platte eingegossen, im Altbau laufen sie manchmal kreuz und quer. Vor dem Schnitt werden die Leitungen deshalb geortet und abgeklemmt. Abklemmen und neue Leitungen verlegen darf nur eine Elektrofachkraft, die die Arbeit auch dokumentiert.

Vorsicht auch bei Sanitärzellen, Schächten und Verkleidungen in Häusern, die vor 1993 gebaut wurden. Platten rund um die Steigleitungen können Asbestzement enthalten, ältere Kleber und Spachtelmassen ebenfalls. Solches Material schneiden oder entfernen Sie nicht selbst. Das ist Sache eines Fachbetriebs mit Sachkunde nach TRGS 519.

Warum mehr Schnittmeter herauskommen, als die Öffnung Umfang hat

Beton wiegt grob 2.400 kg/m³. Der Ausschnitt einer Türöffnung von etwa 900 × 2.000 mm in einer 150 mm dicken Wand bringt also rund 650 bis 750 kg auf die Waage. So ein Stück holt in einer Wohnung niemand sicher heraus, und über die Treppe trägt es auch keiner. Der Ausschnitt wird darum mit weiteren Schnitten in kleinere Teile zerlegt, die zwei Personen oder ein kleines Hebegerät schaffen, meist etwa 50 bis 100 kg pro Stück.

Die Schnittlänge ergibt sich deshalb aus allen Schnitten, die die Säge macht, nicht nur aus dem Umfang der Öffnung. Häufig hat eine Türöffnung einen Umfang von etwa 5 bis 6 lfm, die Schnitte zusammen kommen aber eher auf das Doppelte. Wenn Sie Angebote vergleichen, schauen Sie nach, ob der Betrieb die Trennschnitte eingerechnet hat.

Der zweite Punkt sind die Ecken. Ein rundes Sägeblatt schneidet keine rechtwinklige Ecke, ohne auf einer Seite über die Ecke hinauszulaufen. Dieser Überschnitt schwächt die Wand genau dort, wo sie am stärksten belastet ist. Abhilfe schafft eine Kernbohrung in jeder Ecke, zwischen denen dann gerade geschnitten wird, oder das Nachschneiden der Ecken mit der Kettensäge. Bei einer rechteckigen Öffnung heißt das vier Bohrungen, nicht eine.

Schlitze und Durchbrüche für Leitungen

In neuem Mauerwerk entstehen Schlitze für Strom und Wasser mit einer Mauernutfräse mit zwei Scheiben und Absaugung. In tragende Betonwände werden Schlitze in der Regel gar nicht gefräst oder nur so weit, wie es der Tragwerksplaner freigibt. Ein tiefer waagerechter Schlitz kann die Bewehrung durchtrennen und die Wand auf ganzer Länge schwächen. Für tragendes Mauerwerk legt die Norm DIN EN 1996 fest, welche Schlitze ohne statischen Nachweis zulässig sind. Neue Leitungen laufen deshalb im Betonbau oft besser in einer Vorwand aus Trockenbau, in Kanälen oder im Estrich.

Halten Sie bei Schlitzen die üblichen Installationszonen nach DIN 18015-3 ein: waagerechte Leitungen unter der Decke und über dem Boden, senkrechte neben Ecken und Öffnungen. Wer später in die Wand bohrt, weiß dann, wo er mit Leitungen rechnen muss.

Typische Durchbrüche durch eine Betonwand sind für die Dunstabzugshaube, die Badlüftung, den Kondensatablauf einer Klimaanlage oder einen neuen Abwasserstrang. Die Kernbohrung bekommt ein leichtes Gefälle nach außen, damit kein Wasser hineinläuft. Nach dem Einbau des Rohrs wird der Spalt passend zur Art der Durchführung abgedichtet. Geht der Durchbruch durch ein Bauteil, das Brandabschnitte trennt, etwa zum Treppenhaus oder in einen Schacht, kommt eine zugelassene Brandschutzabschottung hinein.

Wohin mit dem Beton nach dem Schneiden

Ausgeschnittener Beton ist Bauabfall, kein Hausmüll, und in aller Regel kein gefährlicher Abfall. In der Abfallverzeichnis-Verordnung läuft er unter dem Schlüssel für Beton. Sauberen Beton ohne Fremdstoffe nehmen Recyclinghöfe und Brecheranlagen an, kleine Mengen oft auch der kommunale Wertstoffhof, größere gehen über einen Bauschuttcontainer. Heben Sie den Entsorgungsnachweis auf, Hausverwaltung oder Bauamt können ihn sehen wollen. Für asbesthaltiges Material gelten eigene Regeln, es ist gefährlicher Abfall.

Lagern Sie schwere Teile weder auf dem Balkon noch auf einem einzigen Haufen in der Wohnung. Sie belasten die Decke unnötig.

Anleitung für Heimwerker: Durchführung mit der Bohrkrone durch eine nicht tragende Mauerwerkswand

Eine kleinere runde Öffnung, zum Beispiel für ein Kabel oder ein dünnes Rohr, können Sie in einer nicht tragenden gemauerten Trennwand aus Ziegel oder Kalksandstein selbst bohren. In eine Betonwand, eine tragende Wand, eine Decke oder die Außenwand eines Mehrfamilienhauses bohren Sie nicht selbst. Dafür ist eine Kernbohrung durch einen Fachbetrieb da, und zwar erst nach Prüfung durch den Tragwerksplaner.

  1. Prüfen, ob es wirklich eine nicht tragende Trennwand aus Ziegel oder Mauersteinen ist und kein Beton. Bei Zweifeln aufhören und eine Fachkraft fragen.
  2. Das Umfeld der Bohrstelle mit einem Leitungssuchgerät abfahren und die Installationszonen an Ecken, über dem Boden und unter der Decke meiden.
  3. Die Sicherung des Stromkreises in der Wand ausschalten und an Steckdose oder Schalter prüfen, dass keine Spannung anliegt.
  4. Den Boden abdecken, einen Sauger mit Feinfilter an die Bohrmaschine anschließen, Atemschutzmaske FFP2 oder FFP3, Schutzbrille und Gehörschutz anlegen.
  5. Die Mitte der Öffnung auf beiden Wandseiten anzeichnen, mit dem Zentrierbohrer ganz durchbohren und erst dann die Bohrkrone ansetzen.
  6. Mit der Bohrkrone ohne Schlag und mit niedriger Drehzahl bohren, von einer Seite bis zur halben Wanddicke und den Rest von der anderen Seite, damit der Putz nicht ausbricht.
  7. Den Bohrkern herausnehmen, Staub aus der Öffnung und der Umgebung absaugen und ein Schutzrohr oder eine Durchführungstülle einsetzen.
  8. Die Sicherung wieder einschalten und prüfen, ob der Stromkreis funktioniert. Wenn beim Bohren Metall oder ein ungewöhnlicher Widerstand auftaucht, die Öffnung nicht fertig bohren und eine Elektrofachkraft oder einen Installateur rufen.

Worauf Sie bei der Abnahme einer Öffnung oder Kernbohrung achten

  • Statisches Gutachten, Beschluss der Eigentümer oder Zustimmung des Vermieters und gegebenenfalls die Genehmigung lagen vor dem ersten Schnitt vor
  • Die Stützen standen während der gesamten Schneidarbeiten und wurden erst nach dem Einbau der dauerhaften Konstruktion entfernt
  • Größe und Lage der Öffnung stimmen mit der Planung überein, die Kanten sind lotrecht
  • In den Ecken gibt es keine Überschnitte über die Öffnungslinie hinaus
  • Stahlrahmen oder Sturz sind nach statischer Berechnung eingebaut und sauber untergossen aufgelagert
  • In der Wand und an der Decke über der Öffnung sind keine neuen Risse zu sehen
  • Unterbrochene Leitungen hat eine Elektrofachkraft abgeklemmt oder neu verlegt, und Sie haben die Unterlagen dazu
  • Durchbrüche haben Gefälle nach außen, der Spalt um das Rohr ist abgedichtet, bei Brandschutzwänden mit zugelassener Abschottung
  • Böden, Abflüsse und Nachbarräume sind sauber und ohne Schlammspuren
  • Der Entsorgungsnachweis wurde Ihnen mit der Übergabe ausgehändigt

Häufige Fragen

Eine Betonwand bis 150 mm Stärke zu schneiden kostet laut aktueller Preisliste 84,80 € pro lfm Arbeitsleistung. Bei dickeren Bauteilen und Kernbohrungen mit größerem Durchmesser zahlen Sie mehr.

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