Hausdämmung: Wie sich die Kosten zusammensetzen, Systemwahl und häufige Fehler

Eine Fassadendämmung macht man nur einmal in vielen Jahren. Deshalb lohnt es sich zu verstehen, woraus sich der Preis zusammensetzt und worin sich die Systeme unterscheiden. In diesem Ratgeber lesen Sie, was das Budget beeinflusst, wie Sie zwischen EPS und Mineralwolle wählen, welche Dämmstärke sinnvoll ist, wie die Ausführung abläuft, welche Fehler in der Praxis immer wieder passieren und was Sie vor der Unterschrift prüfen sollten. Aktuelle Preise pro m² finden Sie auf der Seite Gebäudedämmung.
Inhaltsverzeichnis
- Kurz gesagt
- Woraus setzen sich die Kosten der Hausdämmung zusammen?
- Was den Preis außerdem beeinflusst
- Warum das Gerüst den Preis deutlich erhöhen kann
- EPS oder Mineralwolle: Welcher Dämmstoff passt zu Ihrem Haus?
- Wann EPS eine gute Wahl ist
- Wann sich Mineralwolle lohnt
- Brandschutz bei EPS
- Lohnt sich der Aufpreis für graues EPS?
- Welche Dämmstärke ist sinnvoll?
- Wie unterscheidet sich die Dämmung je nach Haustyp?
- Wie läuft die Fassadendämmung Schritt für Schritt ab?
- Dunkle Fassadenfarben: Worauf Sie achten sollten
- Warum gedämmte Fassaden grün werden und wie Sie vorbeugen
- Was in der Praxis passiert: die häufigsten Fehler
- Worüber Bauherren und Betriebe am häufigsten streiten
- Gibt es eine Förderung für die Fassadendämmung?
- Checkliste vor der Vertragsunterschrift
- Was Sie während der Arbeiten und bei der Abnahme prüfen sollten
- Lohnt sich die Hausdämmung?
- FAQ - Häufige Fragen
- Was kostet die Dämmung eines Einfamilienhauses?
- Wie dick sollte die Dämmung sein?
- EPS oder Mineralwolle: Was ist besser?
- Welche Förderung gibt es für die Fassadendämmung?
- Wie lange dauert die Dämmung eines Einfamilienhauses?
- Wann ist die beste Jahreszeit für die Fassadendämmung?
- Lohnt sich die Dämmung eines Hauses aus den 1960er bis 1980er Jahren?
- Wann hat sich eine Fassadendämmung amortisiert?
- Darf eine gedämmte Fassade dunkel sein?
- Wie verhindert man Algen an der Fassade?
- Berechnen Sie die Kosten der Dämmung für Ihr Haus
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Kurz gesagt
Der Preis einer Fassadendämmung setzt sich aus Dämmstoff, Kleber, Dübeln, Armierungsschicht mit Gewebe, Putz, Arbeit und Gerüst zusammen. Über das Ergebnis entscheidet aber weniger das Material als die Frage, ob der Betrieb die Verarbeitungsrichtlinien des Systemherstellers einhält: genug Kleberfläche, Dübeln erst nach dem Aushärten des Klebers, Diagonalarmierung an den Fensterecken und Verputzen bei passenden Temperaturen. Die meisten Reklamationen entstehen genau an diesen Details. Aktuelle Preise pro m², berechnet aus dem laufenden Preisverzeichnis, finden Sie auf der Seite Gebäudedämmung.
Woraus setzen sich die Kosten der Hausdämmung zusammen?
Fassaden werden heute fast immer mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) gedämmt: Die Dämmplatten werden auf die Wand geklebt und bei Bedarf gedübelt, dann folgt eine Armierungsschicht aus Klebe- und Armierungsmörtel mit eingebettetem Glasfasergewebe, zum Schluss Grundierung und Oberputz. Ein WDVS ist ein geprüftes System mit eigener Zulassung. Kleber, Gewebe, Armierungsmörtel und Putz sollten deshalb vom selben Hersteller stammen, und die Verarbeitungsrichtlinie des Herstellers gehört in den Vertrag.
Einen großen Teil des Preises macht die Arbeit aus, oft rund ein Drittel der Endsumme. Der Materialanteil wächst mit der Dämmstärke und mit der Putzart: Silikonharz- und Silikatputze kosten mehr als Kunstharzputze, sind aber unempfindlicher gegen Schmutz und Feuchtigkeit. Vergleichen Sie bei Angeboten daher immer den Systemaufbau, nicht nur die Endsumme.
Zur Orientierung liegt der Arbeitspreis für ein komplettes WDVS mit EPS, also Kleben und Dübeln der Platten, Armierungsschicht mit Gewebe und Dünnputz, laut NUMIQ-Preisverzeichnis für Deutschland bei etwa 105 bis 135 € pro m², je nach Region. Darin ist Hilfsmaterial enthalten, nicht aber Dämmstoff, Kleber, Gewebe, Putz und Gerüst. Mit Mineralwolle ist die Arbeit etwas teurer. Die Preise der einzelnen Arbeitsschritte finden Sie auf der Seite Gebäudedämmung.
Was den Preis außerdem beeinflusst
- Fläche und Gliederung der Fassade: viele Fenster, Ecken, Erker und Balkone bedeuten mehr Zuschnitt, Laibungen und Anschlüsse.
- Gebäudehöhe: bei mehreren Geschossen wachsen Gerüstumfang und Montagezeit.
- Zustand des Untergrunds: abplatzender Putz, feuchtes Mauerwerk oder größere Unebenheiten müssen vor dem Kleben behoben werden. Ist der Untergrund nicht tragfähig oder eben genug, wird zusätzlich gedübelt.
- Art und Stärke des Dämmstoffs: weißes EPS, graues EPS mit Graphit oder Mineralwolle, mehr dazu weiter unten.
- Details: Dämmung von Laibungen und Stürzen, Sockeldämmung aus XPS oder Perimeterplatten, neue Fensterbänke, Sockelprofile und Balkonanschlüsse.
- Region und Termin: in Ballungsräumen und in der Hauptsaison ist Arbeit meist teurer.
Wie sich diese Posten auf den Preis pro m² auswirken, zeigt die Seite Gebäudedämmung.
Warum das Gerüst den Preis deutlich erhöhen kann
Der häufigste versteckte Kostenpunkt ist die Gerüstmiete. Sie wird nach Fassadenfläche und Standzeit berechnet, jede Woche Verzug schlägt sich also im Budget nieder. Klären Sie vor der Unterschrift, ob das Gerüst im Angebot enthalten ist oder separat abgerechnet wird und wer die verlängerte Standzeit zahlt, wenn sich die Arbeiten wegen des Wetters verzögern. Genau hier entstehen oft Missverständnisse zwischen Bauherren und Betrieb. Steht das Gerüst auf öffentlichem Grund, etwa auf dem Gehweg, braucht es außerdem eine Genehmigung der Gemeinde, die ebenfalls Geld kostet.
Einen Orientierungspreis für Ihr Haus, mit Arbeit, Material und Gerüst, können Sie mit dem Online-Rechner für die Gebäudedämmung von NUMIQ ermitteln, der mit aktuellen Preisen arbeitet.
EPS oder Mineralwolle: Welcher Dämmstoff passt zu Ihrem Haus?
Die Wahl des Dämmstoffs beeinflusst nicht nur den Preis, sondern auch die Eigenschaften des Hauses für Jahrzehnte. Verglichen werden vor allem die Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert, je niedriger, desto besser die Dämmwirkung), der Brandschutz, die Diffusionsoffenheit und der Schallschutz.
Wann EPS eine gute Wahl ist
Expandiertes Polystyrol, umgangssprachlich Styropor, ist in Deutschland der meistverwendete Dämmstoff im WDVS. Die Gründe sind praktisch: Es ist deutlich günstiger als Mineralwolle, leicht und gut zu verarbeiten. Für ein übliches Einfamilienhaus reicht es völlig aus, wenn die Stärke stimmt. Einen Preisvergleich zwischen EPS- und Mineralwollsystemen finden Sie auf der Seite Gebäudedämmung.
EPS passt zu typischen Einfamilienhäusern mit bis zu drei Geschossen, zu trockenem Mauerwerk und überall dort, wo das Budget eine wichtige Rolle spielt. Hat das Haus Feuchteprobleme, beheben Sie zuerst die Ursache, undichte Leitungen etwa durch fachgerechte Klempnerarbeiten, sonst wird die Feuchtigkeit unter der Dämmung eingeschlossen.
Wann sich Mineralwolle lohnt
Mineralwolle ist teurer, hat aber drei Vorteile, die eine Überlegung wert sind. Sie ist nicht brennbar, deshalb wird sie bei höheren Gebäuden und Mehrfamilienhäusern vom Brandschutz oft verlangt. Was für Ihr Haus konkret gilt, legt der Planer fest. Sie hat gute Schallschutzeigenschaften, was Sie an einer stark befahrenen Straße merken. Und sie ist sehr diffusionsoffen, Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk kann also besser nach außen entweichen, ein Vorteil bei älteren Häusern aus Vollziegel oder Naturstein. In der Verarbeitung ist sie anspruchsvoller: Platten ohne werkseitige Beschichtung werden vor dem Kleberauftrag auf der Rückseite mit einer dünnen Kleberschicht vorbehandelt, Lamellenplatten werden vollflächig verklebt.
Brandschutz bei EPS
EPS ist brennbar. Im WDVS ist es jedoch von Armierungsschicht und Putz abgedeckt, deshalb ist es an Einfamilienhäusern gängig. Bei höheren Gebäuden und ab bestimmten Dämmstärken muss verhindert werden, dass sich ein Brand über die Fassade von Geschoss zu Geschoss ausbreitet. In der Praxis geschieht das mit Brandriegeln aus nicht brennbarer Mineralwolle, die waagerecht in die EPS-Fassade eingebaut werden, zum Beispiel oberhalb des Sockels, auf Höhe der Decken oder über Fenstern. Ein Brandriegel verhindert, dass Flammen aus einem Fenster durch den Dämmstoff in die oberen Geschosse durchbrennen. Wo genau die Riegel liegen, wie breit sie sind und ab welcher Gebäudehöhe und Dämmstärke sie verlangt werden, ergibt sich aus der Systemzulassung und dem Brandschutzkonzept. Bei Mehrfamilienhäusern, bei Grenzbebauung oder an Rettungswegen lassen Sie die Lösung vorher planen, eine nachträgliche Änderung der fertigen Fassade ist teuer.
Lohnt sich der Aufpreis für graues EPS?
Graues EPS enthält Graphit und dämmt bei gleicher Stärke besser als weißes EPS. Es eignet sich für Sanierungen, bei denen die Fassade nicht zu weit vor die Fensterrahmen und Fensterbänke wandern soll. Eine Schwäche hat es: In direkter Sonne heizen sich die Platten auf und können sich verformen. Die Hersteller verlangen deshalb bei grauem EPS ein Sonnenschutznetz am Gerüst, schon bevor die Platten geklebt werden.
Welche Dämmstärke ist sinnvoll?
Die Dämmstärke beeinflusst das Ergebnis stärker als die Marke des Systems. Bei Sanierungen von Einfamilienhäusern werden in Deutschland heute meist 14 bis 20 cm verbaut, mit grauem EPS genügt bei vergleichbarer Wirkung etwas weniger. Wer eine Förderung nutzen will, landet wegen der dort geforderten Dämmwerte eher im oberen Bereich. Eine dünnere Schicht spart nur wenig, denn Arbeit, Gerüst und Putz kosten gleich viel, das Haus verliert aber über die ganze Lebensdauer der Dämmung mehr Wärme.
Bei Neubau und Förderantrag richten Sie sich nach der Planung oder der Energieberatung, die die nötige Stärke für Ihr Haus festlegt. Denken Sie bei der Sanierung auch daran, ob eine dickere Dämmung an die Fenster, unter den Dachüberstand und an das Nachbarhaus passt und ob in den Fensterlaibungen genug Platz bleibt. Bei älteren Fenstern, die bündig mit der Außenwand sitzen, bleibt oft nicht einmal Platz für einen schmalen Dämmstreifen. Dann lohnt es sich, den Fenstertausch vor der Dämmung zu überlegen, ideal mit Montage in der Dämmebene.
Wie unterscheidet sich die Dämmung je nach Haustyp?
Umfang und damit Preis hängen vor allem davon ab, wie viel Fassade gedämmt werden muss. Die Fassadenfläche ist nicht dasselbe wie die Wohnfläche: Bei einem zweigeschossigen Haus ist die Fassade meist größer als die Grundfläche eines Geschosses, Fenster und Türen werden aber abgezogen. Den aktuellen Preis pro m² für die einzelnen Systeme finden Sie auf der Seite Gebäudedämmung, die Fassadenfläche ermitteln Sie aus den Plänen oder lassen sie aufmessen.
Ein Bungalow hat weniger Fassadenfläche und kommt mit einem niedrigen Gerüst aus, technisch ist die Dämmung hier am einfachsten. Mehr Aufmerksamkeit brauchen Sockel, Dachanschluss und Terrassentüren.
Das zweigeschossige Einfamilienhaus ist der häufigste Fall. Ein Gerüst rundum ist unvermeidlich, über die Qualität entscheiden die Details an Fenstern, Balkon und Dachüberstand.
Ein dreigeschossiges Haus oder ein Haus am Hang hat viel Fassadenfläche und eine längere Gerüststandzeit. Hier wird öfter über eine stärkere Dämmung nachgedacht, und die Brandschutzanforderungen sollten früh geklärt werden. Bei Reihen- und Doppelhäusern kommt der Anschluss an das Nachbarhaus dazu, der sauber gelöst werden muss.
Wie läuft die Fassadendämmung Schritt für Schritt ab?
1. Besichtigung und Planung. Aufmaß der Fassade, Beurteilung des Mauerwerks und bei größeren Vorhaben oder einem Förderantrag eine Energieberatung. Ob die Dämmung beim Bauamt angezeigt oder genehmigt werden muss, fragen Sie bei der unteren Bauaufsichtsbehörde Ihrer Gemeinde oder Ihres Kreises nach. Besonders wichtig ist das bei Denkmalschutz, in Gebieten mit Gestaltungssatzung und wenn die Dämmung an die Grundstücksgrenze heranreicht.
2. Prüfung und Vorbereitung des Untergrunds. Die Wand muss sauber, tragfähig und fettfrei sein. Viele Verarbeitungsrichtlinien empfehlen einen einfachen Praxistest: ein Stück Dämmplatte von etwa 10 × 10 cm ankleben und nach dem Aushärten abreißen. Reißt der Dämmstoff und nicht die Verbindung zum Untergrund, ist der Untergrund in Ordnung. Lose Putzstellen werden abgeschlagen und ausgebessert, Fensterbänke, Leuchten, Fallrohre und Satellitenschüsseln werden abmontiert.
3. Sockelprofil und Sockel. Am unteren Rand der Fassade wird ein Sockelprofil montiert, der Sockelbereich wird mit XPS- oder Perimeterplatten gedämmt, die Feuchtigkeit und Spritzwasser besser vertragen.
4. Kleben der Platten. Bei EPS wird der Kleber nach der Wulst-Punkt-Methode aufgetragen: ein umlaufender Randwulst von etwa 5 bis 8 cm Breite und einige Batzen in der Mitte, sodass mindestens 40 % der Plattenfläche verklebt sind. Auf ebenem Untergrund kann auch vollflächig mit der Zahntraufel geklebt werden. Die Platten werden im Verband verlegt, an den Fensterecken darf keine Fuge liegen, die Platten werden dort L-förmig ausgeschnitten. Fugen bis etwa 4 mm werden mit Füllschaum in voller Plattendicke geschlossen, breitere Fugen sollen gar nicht entstehen, sonst wird ein Dämmstreifen eingesetzt.
5. Dübeln und Schleifen. Gedübelt wird erst, wenn der Kleber ausgehärtet ist, bei zementären Klebern meist nach 2 bis 3 Tagen, und nur dort, wo die Platte verklebt ist. Anzahl und Anordnung legt der Dübelplan fest, der sich nach Untergrund, Gebäudehöhe und Windlast richtet. Danach werden Plattenversätze abgeschliffen, damit die Fläche eben ist.
6. Armierungsschicht. Zuerst werden Kanten mit Eckschutzprofilen verstärkt und an den Ecken von Fenstern und Türen diagonale Gewebestreifen eingebettet, üblich sind etwa 30 × 20 cm. Dann wird der Armierungsmörtel auf die ganze Fläche aufgezogen, das Gewebe mit Überlappung eingedrückt und nass in nass überdeckt, sodass es im äußeren Drittel der Schicht liegt und nicht sichtbar ist.
7. Grundierung und Oberputz. Nach dem Trocknen der Armierungsschicht, meist nach einigen Tagen, folgen Grundierung und Oberputz, danach die Montage von Fensterbänken, Leuchten und Fallrohren. Alle Nassarbeiten erfolgen in dem Temperaturbereich, den der Hersteller vorgibt. Bei den meisten Systemen sind das +5 °C bis etwa +25 °C für Luft und Untergrund, manche Putze verlangen eine höhere Mindesttemperatur. Bei praller Sonne, Regen und starkem Wind wird nicht verputzt.
Dunkle Fassadenfarben: Worauf Sie achten sollten
Eine dunkle Fassade wirkt modern, auf einem WDVS bringt sie aber ein technisches Risiko mit. Eine dunkle Oberfläche nimmt mehr Sonnenstrahlung auf, und unter dem dünnen Putz liegt Dämmstoff, die Wärme kann also nicht ins Mauerwerk abfließen. Die Oberfläche wird im Sommer deshalb viel heißer als bei einem hellen Farbton. Putz und Armierung dehnen sich tagsüber aus und ziehen sich abends zusammen, das führt zu Rissen, und EPS wird bei hohen Temperaturen weich und kann sich verformen.
Die Hersteller begrenzen die Farbtöne deshalb über den Hellbezugswert (HBW), der bei jedem Farbton im Farbfächer angegeben ist. Baumit und Caparol nennen für gedämmte Fassaden ohne Einschränkung Farbtöne mit einem HBW von mindestens 20. Dunklere Töne sind nur mit speziellen Putzen und Farben mit Pigmenten freigegeben, die auch den Infrarotanteil der Strahlung reflektieren. Wenn Sie eine dunkle Fassade möchten, wählen Sie sie als Teil des Systems und lassen Sie sich vom Hersteller bestätigen, dass sie für das WDVS geeignet ist.
Warum gedämmte Fassaden grün werden und wie Sie vorbeugen
Grüne oder dunkle Flecken auf einer gedämmten Fassade sind Algen und Pilze. Das ist kein Fehler des Dämmstoffs, sondern Physik: Eine gut gedämmte Wand lässt von innen kaum Wärme durch, ihre Oberfläche kühlt nachts deshalb ab, oft unter die Lufttemperatur. Auf dem kalten Putz schlägt sich Tau nieder, und die Feuchtigkeit hält sich bis in den Vormittag. Am stärksten betroffen sind Nordseiten, Fassaden in der Nähe von Bäumen, Hecken und Gewässern sowie Häuser ohne Dachüberstand.
Das Risiko senken Silikonharz- oder Silikatputze mit Filmschutz gegen Algen und Pilze, ausreichende Dachüberstände, funktionierende Fensterbänke und Abstand der Bepflanzung zur Fassade. Mineralische Dickputze, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, sind eine Alternative ohne Biozide. Der Filmschutz wird vom Regen nach und nach ausgewaschen, er wirkt also nicht dauerhaft. Sind schon Algen da, wird die Fassade mit wenig Druck und einem Algenentferner gereinigt und danach mit einem Schutzanstrich behandelt. Ein scharfer Hochdruckstrahl beschädigt den Putz.
Was in der Praxis passiert: die häufigsten Fehler
Eine Fassadendämmung macht man nur einmal in vielen Jahren, und ihre Qualität bestimmt den Wohnkomfort für Jahrzehnte. Fachbeiträge über Schäden am WDVS beschreiben immer wieder dieselben Fehler. Die meisten sind nach dem Verputzen nicht mehr zu sehen, deshalb lohnt sich eine Kontrolle während der Arbeiten.
Kleber nur in Batzen. Fehlt der umlaufende Randwulst, kann hinter den Platten Luft zirkulieren, die Platten wölben sich, und mit der Zeit zeichnen sich ihre Umrisse auf der Fassade ab. Der umgekehrte Fehler ist Kleber, der über den Plattenrand in die Fugen gedrückt wird und dort Wärmebrücken bildet.
Dübeln in nassen Kleber oder schlecht gesetzte Dübel. Ein Dübel, der vor dem Aushärten des Klebers gesetzt wird, reißt die Platte aus dem Kleberbett. Zu tief versenkte Dübel, deren Teller einsinkt und deren Loch mit Kleber gefüllt wird, zeichnen sich später als helle oder dunkle Punkte ab, weil sie anders abkühlen als die Umgebung. Setzt der Verarbeiter weniger Dübel, als der Plan vorsieht, kann sich die Dämmung bei Sturm lösen.
Risse an den Fensterecken. Das typische Bild ist ein schräger Riss, der von der Fensterecke ausgeht. Er entsteht, wenn an der Öffnungsecke eine Plattenfuge liegt oder die Diagonalarmierung fehlt. Die Reparatur heißt ausschneiden und neu armieren, farblich bleibt sie fast immer sichtbar.
EPS zu lange in der Sonne. Ungeschütztes EPS wird durch UV-Strahlung an der Oberfläche geschädigt. Die Verarbeitungsrichtlinien verlangen, die Fläche abzuschleifen, wenn zwischen Kleben und Armieren mehr als etwa zwei Wochen vergehen. Wird das ausgelassen, haftet die Armierung schlechter.
Zu dünne Armierungsschicht. Zu dünn aufgezogener Mörtel oder Gewebe, das direkt auf dem Dämmstoff liegt, erfüllt seine Aufgabe nicht, die Fassade wird anfälliger für Risse und Hagelschäden. Die Schichtdicke lässt sich an einer Probe prüfen, etwa an der Öffnung für eine Leuchte.
Ungelöste Feuchtigkeit. Unter der Dämmung eingeschlossene Feuchtigkeit führt mit der Zeit zu Schimmel und Putzschäden. Beseitigen Sie vor der Dämmung immer die Ursache, ob aus dem Erdreich, aus einem schadhaften Dach oder von undichten Fenstern. Bei größeren Sanierungen kombinieren Sie die Dämmung mit einer Prüfung der Elektroinstallation und mit Malerarbeiten innen, mehrere Gewerke auf einmal sparen Gerüst und Koordination.
Ungedämmte Laibungen und Stürze. Wärmebrücken an Fenstern und Balkonen bleiben auch nach der Dämmung Schwachstellen. In Fachbeiträgen wird für Laibungen eine Dämmung von mindestens 3 bis 4 cm empfohlen, was bei alten Fenstern oft nicht möglich ist. Die Lösung ist ein Fenstertausch vor der Dämmung oder ein dünner Hochleistungsdämmstoff.
Worüber Bauherren und Betriebe am häufigsten streiten
- Was im Preis enthalten ist. Gerüst, Laibungen, Fensterbänke, Sockel, Ab- und Wiedermontage von Fallrohren und Leuchten. Steht es nicht im Angebot, kann der Betrieb es später als Nachtrag abrechnen.
- Ebenheit und Optik. Eine wellige Fassade im Streiflicht oder durchscheinende Plattenfugen. Hilfreich ist, wenn der Vertrag auf die Verarbeitungsrichtlinie des Herstellers verweist und eine Kontrolle der Ebenheit mit der Richtlatte vor dem Verputzen vereinbart ist.
- Wetter und Termine. Wer die längere Gerüststandzeit trägt und was passiert, wenn der Putz kurz nach dem Auftrag durch Regen beschädigt wird.
- Risse nach dem ersten Winter. Der Betrieb schiebt sie gern auf Bewegungen des Hauses, der Bauherr auf schlechte Arbeit. Fotos der Fensterecken und der Dübelung vor dem Armieren sind in so einem Streit der beste Beweis.
Gibt es eine Förderung für die Fassadendämmung?
In Deutschland wird die Dämmung der Außenwand im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle ist das BAFA zuständig, der Zuschuss liegt derzeit bei 15 % der förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) sind ein Bonus und höhere förderfähige Kosten möglich, die Bedingungen dafür wurden zuletzt geändert. Wer das ganze Haus zum Effizienzhaus saniert, kann über die KfW einen Kredit mit Tilgungszuschuss beantragen. Alternativ gibt es eine steuerliche Förderung für selbst genutztes Wohneigentum, die sich nicht mit der BEG kombinieren lässt. Fördersätze, Bedingungen und Fristen ändern sich, deshalb prüfen Sie die aktuellen Konditionen immer auf den offiziellen Seiten von BAFA und KfW, bevor Sie planen.
Für die Förderung gelten meist ähnliche Grundsätze: Die Dämmung muss bestimmte Mindestwerte erreichen, der Antrag wird vor Beginn der Arbeiten gestellt, und für Einzelmaßnahmen an der Hülle ist in der Regel ein Energieeffizienz-Experte einzubinden, der die Maßnahme plant und bestätigt. Zusätzlich lohnt ein Blick auf Programme Ihres Bundeslandes und Ihrer Kommune. Bereiten Sie Unterlagen und Angebote deshalb frühzeitig vor.
Checkliste vor der Vertragsunterschrift
- Nennt das Angebot ein konkretes System (Hersteller, Dämmstoff, Stärke, Putzart) und ist die Verarbeitungsrichtlinie des Herstellers Vertragsbestandteil?
- Sind Gerüst, Sockeldämmung, Laibungen, Fensterbänke, Ab- und Wiedermontage der Fassadenelemente und Entsorgung im Preis enthalten?
- Gibt es einen Dübelplan und wer entscheidet, ob der Untergrund tragfähig und eben genug ist?
- Sind Zeitplan, Vorgehen bei schlechtem Wetter und Gewährleistung vereinbart?
- Wissen Sie, wer Feuchtigkeit, losen Putz und andere Mängel des Untergrunds behebt und wie?
- Haben Sie beim Bauamt geklärt, ob die Dämmung angezeigt oder genehmigt werden muss, und bei einer Förderung den Antrag rechtzeitig gestellt?
- Haben Sie das Angebot mit den aktuellen Preisen auf der Seite Gebäudedämmung verglichen?
Was Sie während der Arbeiten und bei der Abnahme prüfen sollten
- Vor dem Armieren: umlaufender Kleberwulst an den Platten (beim Zuschnitt gut zu sehen), Verlegung im Verband, keine Fugen an Fensterecken, Fugen ausgeschäumt, Dübel bündig mit der Oberfläche.
- Ecken von Öffnungen: diagonale Gewebestreifen an jeder Fenster- und Türecke und Eckschutzprofile an den Außenecken. Machen Sie Fotos davon.
- Ebenheit: Legen Sie an mehreren Stellen eine zwei Meter lange Richtlatte an und betrachten Sie die Fassade morgens oder abends im Streiflicht.
- Putz: einheitliche Struktur und Farbe, keine sichtbaren Ansätze zwischen den Arbeitsabschnitten, keine durchscheinenden Platten oder Dübel.
- Details: Fensterbänke mit Überstand und Gefälle vom Fenster weg, saubere Abschlüsse an Dach und Sockel, dichte Anschlüsse an die Fensterrahmen.
- Unterlagen: Lieferscheine des Materials, Nachweis des verwendeten Systems, Gewährleistungsunterlagen und Fotodokumentation der einzelnen Bauphasen.
Lohnt sich die Hausdämmung?
Bei einem älteren, ungedämmten Haus gehört die Fassadendämmung meist zu den Maßnahmen mit dem größten Einfluss auf den Heizenergiebedarf. Gut ausgeführt senkt sie die Heizkosten, verbessert die Behaglichkeit in den Räumen und steigert den Wert des Hauses. Wer später eine Wärmepumpe plant, profitiert doppelt, weil sie mit niedrigeren Vorlauftemperaturen effizienter arbeitet. Wie schnell sich die Investition rechnet, hängt vom Zustand des Hauses, den Energiepreisen und einer möglichen Förderung ab, verlässlich klärt das eine Energieberatung.
Entscheidend für den Erfolg ist es, die Dämmstärke richtig zu bemessen, den Dämmstoff nach dem Haus und nicht nach dem niedrigsten Preis zu wählen und vor allem einen erfahrenen Fachbetrieb mit Referenzen bei ähnlichen Projekten zu beauftragen. Bei umfangreicheren Sanierungen denken Sie auch an die Abstimmung mit anderen Gewerken, an den Fenstertausch, an Trockenbauarbeiten innen oder an die Erneuerung der Leitungen.
FAQ - Häufige Fragen
Was kostet die Dämmung eines Einfamilienhauses?
Das hängt von Fassadenfläche, Art und Stärke des Dämmstoffs, Putz, Gerüst und Zustand des Untergrunds ab. Aktuelle Preise pro m², berechnet aus dem laufenden Preisverzeichnis, finden Sie auf der Seite Gebäudedämmung.
Wie dick sollte die Dämmung sein?
Bei der Sanierung eines Einfamilienhauses werden heute meist 14 bis 20 cm verbaut. Mit grauem EPS reicht bei vergleichbarer Wirkung etwas weniger. Die genaue Stärke legen Planung oder Energieberatung fest, für eine Förderung gelten Mindestwerte.
EPS oder Mineralwolle: Was ist besser?
Für ein übliches Einfamilienhaus ist EPS die günstigere und praktische Wahl. Mineralwolle lohnt sich bei älteren Häusern mit feuchterem Mauerwerk, bei Lärm und dort, wo der Brandschutz sie verlangt, typischerweise bei höheren Gebäuden und Mehrfamilienhäusern.
Welche Förderung gibt es für die Fassadendämmung?
Die wichtigste Förderung ist die BEG: Zuschüsse für Einzelmaßnahmen über das BAFA, Kredite für Effizienzhaus-Sanierungen über die KfW. Konditionen ändern sich, prüfen Sie sie auf den offiziellen Seiten. Der Antrag wird vor Beginn der Arbeiten gestellt.
Wie lange dauert die Dämmung eines Einfamilienhauses?
Ein übliches Einfamilienhaus wird in 3 bis 5 Wochen komplett gedämmt, einschließlich Gerüstbau und Abschlussarbeiten. Standzeiten für das Aushärten des Klebers und das Trocknen der Armierung lassen sich nicht verkürzen, und auch das Wetter kann den Termin verschieben.
Wann ist die beste Jahreszeit für die Fassadendämmung?
Gut geeignet ist die Zeit vom späten Frühjahr bis zum Frühherbst, wenn die Temperaturen stabil sind. Die Hersteller geben für Nassarbeiten meist +5 °C bis etwa +25 °C für Luft und Untergrund an, die genauen Werte stehen im technischen Merkblatt. Bei Frost wird nicht gedämmt.
Lohnt sich die Dämmung eines Hauses aus den 1960er bis 1980er Jahren?
Bei älteren, ungedämmten Häusern bringt die Dämmung meist den größten Nutzen, weil die ursprünglichen Außenwände viel Wärme verlieren. Vorher ist es wichtig, Feuchtigkeit zu beseitigen und die Tragfähigkeit des alten Putzes zu prüfen.
Wann hat sich eine Fassadendämmung amortisiert?
Das hängt vom Ausgangszustand des Hauses, den Energiepreisen, der Heizung und einer möglichen Förderung ab. Eine verlässliche Schätzung der Einsparung liefert eine Energieberatung, die Ausführungskosten vergleichen Sie mit dem Preisverzeichnis auf der Seite Gebäudedämmung.
Darf eine gedämmte Fassade dunkel sein?
Ja, aber nur in Farbtönen und Materialien, die der Systemhersteller für das WDVS freigibt. Ohne Einschränkung sind meist Farbtöne mit einem Hellbezugswert von mindestens 20, dunklere nur mit speziellen Putzen und Farben, die Infrarotstrahlung reflektieren.
Wie verhindert man Algen an der Fassade?
Es helfen Silikonharz- oder Silikatputze mit Filmschutz oder mineralische Dickputze, ausreichende Dachüberstände, funktionierende Fensterbänke und Abstand von Bäumen und Sträuchern zur Fassade. Sind Algen da, wird die Fassade schonend gereinigt und mit einem Algenschutz behandelt.
Berechnen Sie die Kosten der Dämmung für Ihr Haus
Der Preis einer Fassadendämmung hängt von vielen Faktoren ab: Gebäudehöhe, Fläche und Gliederung der Fassade, Dämmstoff, Putz, Region und Zustand des Untergrunds. Aktuelle Preise pro m² finden Sie auf der Seite Gebäudedämmung.
Für eine erste Kalkulation Ihres Hauses nutzen Sie den Online-Dämmrechner von NUMIQ. Nach Eingabe von Dämmsystem, Dämmstärke, Fassadenfläche und Putzart erhalten Sie einen Orientierungspreis mit Arbeit, Material und Gerüst. Ohne Registrierung und kostenlos.
Das Redaktionsteam von NUMIQ besteht aus Experten für Baukalkulation und Handwerkspreise, die tagesaktuelle Marktdaten für Fachbetriebe und Bauherren aufbereiten.


