Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Malerarbeiten: Preise pro m² 2026 und Kostenaufbau

Aktuelle Preise für Malerarbeiten in Deutschland 2026. Was es kostet, hängt vom Zustand der Wände, den Vorarbeiten und der Beschichtung ab. Geben Sie die Quadratmeter ein und Sie sehen die Arbeitskosten Position für Position.

Aktualisiert 09/2026·16 Min. Lesezeit·22 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
5,33 €/ m²
Richtwert-Spanne
4,20 € - 7,00 €
Wohnung 60 m²
859,80 €
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
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Aktualisierte Preise
Kurze Antwort

Ein weißer Anstrich in zwei Arbeitsgängen kostet laut aktueller Preisliste 5,33 € pro m² Arbeitsleistung. Grundierung, Rissausbesserung, Spachteln und farbige Anstriche kommen extra dazu, je nachdem, in welchem Zustand die Wände tatsächlich sind. Farbe und Hilfsstoffe rechnet der Maler nach Verbrauch ab, oder Sie stellen sie selbst.

Leistungsarten und ihre Preise

5,33 €
pro m²
Weißer Anstrich in zwei Arbeitsgängen

Standardleistung bei einer Renovierung. Zwei deckende Arbeitsgänge werden auf einen vorbereiteten und grundierten Untergrund aufgetragen.

pro m²
Farbiger Wandanstrich

Intensive Farbtöne können einen weiteren Arbeitsgang erfordern. Farbübergänge werden sauber abgeklebt und die Deckung wird laufend kontrolliert.

6,67 €
pro m²
Deckenanstrich

Arbeiten über Kopf benötigen mehr Zeit und Sorgfalt für ein gleichmäßiges Ergebnis. Deshalb wird die Decke separat kalkuliert.

12,38 €
pro m²
Wände spachteln

Unebenheiten und beschädigte Flächen werden vor dem Anstrich ausgeglichen. Umfang und Schichtdicke richten sich nach dem vorhandenen Untergrund.

pro m²
Tapezierarbeiten

Der Untergrund muss eben, trocken und gleichmäßig saugfähig sein. Bei Mustertapeten ist der Rapport an jeder Bahn einzuhalten.

pro m²
Venezianischer Spachtel

Die dekorative Glättetechnik besteht aus mehreren dünnen Schichten, die verdichtet und poliert werden.

Leistung aus dem Preisverzeichnis kalkulieren

Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.

Malerarbeiten22 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Anstrich
Streichen - weißer Standardanstrich (2×)m²5,33 €-
Wände streichen - Farbanstrichm²-
Ölsockelanstrichm²14,28 €-
Decken streichenm²6,67 €-
Streichen senkrechter Heizungsrohrelfm5,70 €-
Streichen von GussheizkörpernStk.28,57 €-
Streichen von Heizkörpern (je Glied)Stk.4,57 €-
Tapezieren der Wändem²-
Vorbereitung
Abkratzen alter Ölfarbem²10,28 €-
Rissbandagierung – Sanierung großer Risselfm-
Acryl-Verfugung der Anschlüsselfm3,43 €-
Grundierung der Wände und Deckem²1,90 €-
Abkratzen alter Leimfarbem²4,57 €-
Lokale Riss- und FlickreparaturenStk.6,67 €-
Wände spachtelnm²12,38 €-
Decke spachtelnm²14,28 €-
Venezianischer Stuck - polierte Spachtelungm²-
Setzen von Eckschutzprofilenlfm-
Entfernen alter Tapetenm²6,67 €-
Baustellenregie
Alu-Fahrgerüst für hohe Deckenm²5,70 €-
Sonstige Arbeiten
Endreinigung nach den ArbeitenStd.22,85 €-
Sonstige nicht spezifizierte Arbeiten im FachStd.-
Summe Arbeit
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Was kostet das je nach Umfang

Orientierungspreis für eine 60 m² Wohnung (150 m² Wand und Deckenfläche)
Nur Anstrich
Weißer Anstrich in zwei Arbeitsgängen auf 105 m² Wänden und 45 m² Decken
859,80 €
Anstrich mit Vorbereitung
Grundierung, Risssanierung und Acrylfugen
ab 1213,40 €
Komplette Oberflächenrenovierung
Altanstrich entfernen, Eckschutzschienen, Wand und Deckenspachtelung sowie farbiger Wandanstrich
ab 3213,15 €
Orientierungssumme der Arbeitsleistungen für die angegebenen Mengen. Farbe und Vorbereitungsmaterial sind nicht enthalten.

Wann ausführen

Küche und Kinderzimmeretwa alle 2 bis 3 Jahre
Flur und Treppenhausetwa alle 3 bis 4 Jahre
Wohnzimmer und Schlafzimmeretwa alle 5 Jahre

Materialarten und ihre Preise

Dispersionsfarbe
nach Verbrauch

Übliche Innenfarbe für Wohnräume mit schneller Trocknung.

Nassabriebbeständige Farbe
nach Verbrauch

Robustere Oberfläche für Küche, Flur und Kinderzimmer.

Grundierung
nach Verbrauch

Reguliert die Saugfähigkeit und verbessert die Haftung.

Spachtelmasse und Armierungsstreifen
nach Verbrauch

Zum Glätten und zur fachgerechten Risssanierung.

Heizkörperlack
nach Verbrauch

Temperaturbeständige Beschichtung für Heizkörper und Metallrohre.

Untergrundvorbereitung Schritt für Schritt

01
Abdecken und schützen

Der Maler deckt Böden, Möbel, Fenster und Elektrobauteile mit Folie und passendem Klebeband ab. Sorgfältiges Abdecken verhindert Schäden, und am Ende gibt es weniger zu putzen.

02
Alte Anstriche entfernen

Anstriche, die nicht mehr halten, kommen runter bis auf festen Untergrund. Leimfarbe wird meist angefeuchtet, robuste Beschichtungen brauchen ein anderes Verfahren.

4,57 €/m²
03
Risse ausbessern

Der Maler öffnet die Risse, füllt sie und verstärkt sie je nach Ursache mit einem Armierungsstreifen. Risse, die noch arbeiten, muss sich vorher ein Fachmann ansehen.

04
Eckschutz und Spachteln

An Außenecken setzt der Maler Eckschutzschienen. Dann spachtelt er so viel wie nötig, schleift nach und prüft die Fläche im Streiflicht.

12,38 €/m²
05
Grundierung

Die Grundierung gleicht die Saugfähigkeit aus und festigt die Oberfläche. Gestrichen wird erst, wenn die vorgegebene Trocknungszeit vorbei ist.

1,90 €/m²

Arbeitsablauf

  1. 01Der Maler prüft Feuchte, Risse und ob der alte Anstrich noch hält.
  2. 02Er schützt Böden, Einrichtung, Fenster und Elektrobauteile.
  3. 03Lose Schichten kommen runter, Fehlstellen bessert er fachgerecht aus.
  4. 04Er grundiert die Flächen und lässt sie vollständig trocknen.
  5. 05Zuerst streicht er die Decken, danach Kanten und Wandflächen.
  6. 06Den nächsten Anstrich trägt er erst auf, wenn der vorige gut getrocknet ist.
  7. 07Das Klebeband zieht er ab, solange der Schlussanstrich noch feucht ist, und prüft dann die Deckung im Streiflicht.

5 häufige Fehler

01
Grundierung weggelassen

Stark saugende Untergründe werden fleckig und schlucken mehr Farbe.

02
Auf feuchten Untergrund gestrichen

Feuchtigkeit, die unter der Farbe eingeschlossen ist, kann Schimmel verursachen und den Anstrich ablösen.

03
Über losen Altanstrich gestrichen

Der neue Anstrich belastet die lose alte Schicht zusätzlich und kann mit ihr zusammen abfallen.

04
Risse nur zugespachtelt

Risse, die sich bewegen, kommen ohne passende Verstärkung oft wieder durch.

05
Klebeband zu spät abgezogen

Das Band muss runter, solange der letzte Anstrich noch feucht ist. Nur so bleiben die Farbkanten sauber.

Heizkörper, Rohre und hohe Decken

Heizkörper und Heizungsrohre brauchen eine passende, hitzebeständige Beschichtung. Gerüste für hohe Räume und Metallanstriche haben eigene Einheiten und sind im Quadratmeterpreis der Wände nicht enthalten.

Streichen - weißer Standardanstrich (2×)5,33 €/m²
Wände streichen - Farbanstrich
Ölsockelanstrich14,28 €/m²
Decken streichen6,67 €/m²
Streichen senkrechter Heizungsrohre5,70 €/lfm
Streichen von Gussheizkörpern28,57 €/Stk.
Streichen von Heizkörpern (je Glied)4,57 €/Stk.
Tapezieren der Wände

Was den Preis für Malerarbeiten bestimmt und warum er steigen kann

Der Maler rechnet die Fläche von Wänden und Decken ab, die er tatsächlich streicht, nicht die Wohnfläche. In einer normalen Wohnung ist das grob das Zweieinhalbfache der Bodenfläche. Im Dachgeschoss mit Schrägen oder in Altbauzimmern mit hohen Decken ist es mehr. Fenster und Türen werden nach Absprache abgezogen, meist erst ab einer gewissen Größe. Der Grund: Laibungen und die Flächen rund um die Öffnung machen zusätzliche Arbeit.

Das Rollen selbst ist nur ein Teil des Auftrags. Über Zeit und Preis entscheidet meist das, was passiert, bevor der Maler die Rolle zum ersten Mal in die Farbe taucht:

  • Zustand der Wände: Ein fester weißer Anstrich wird nur grundiert und überstrichen. Blättert alte Leimfarbe ab oder ist die Wand rissig, stehen Abkratzen, Armieren und Spachteln an.
  • Bewohnte Wohnung: Möbel müssen in die Raummitte, alles wird abgedeckt und am Ende gründlich sauber gemacht. Das dauert länger als in einer leeren Wohnung oder im Neubau.
  • Farbgestaltung: Jede Stelle, an der zwei Farbtöne aufeinandertreffen, wird abgeklebt und mit dem Pinsel nachgezogen. Kräftige Töne brauchen oft eine dritte Schicht.
  • Raumhöhe und Form: Hohe Decken, Treppenhäuser, Dachschrägen und Nischen bremsen die Arbeit und verlangen manchmal ein Gerüst.
  • Details: Laibungen, Ecken, Sockel, Heizkörper und Rohre kosten im Verhältnis viel mehr Zeit als eine glatte Wand.

Wenn Sie Angebote vergleichen, schauen Sie genau hin: Steht dort nur der Anstrich oder auch die Vorbereitung des Untergrunds? Zwei Angebote mit gleichem Preis pro m² können ganz unterschiedliche Leistungen enthalten. Viele Malerbetriebe orientieren sich an der DIN 18363 für Maler- und Lackierarbeiten. Fragen Sie ruhig nach, welche Nebenleistungen wie Abdecken oder Abkleben inbegriffen sind.

Der Zustand der Wand zählt mehr als die Farbmarke

Auch teure Farbe hält nicht auf einer schlecht vorbereiteten Wand. Deshalb wird die Wand vor dem Streichen zuerst geprüft. Ein paar einfache Tests können Sie selbst machen:

  1. Klebebandtest: Ein Stück Kreppband auf die Wand kleben, fest andrücken und ruckartig abziehen. Bleibt Farbe am Band hängen, hält der alte Anstrich nicht. Eine neue Schicht würde ihn nur zusätzlich belasten.
  2. Wischtest: Mit der trockenen Hand über die Wand streichen. Ist die Handfläche danach weiß, kreidet der Anstrich. Er muss runter oder mit Tiefengrund verfestigt werden.
  3. Wassertest: Eine kleine Stelle mit einem nassen Schwamm anfeuchten. Wird die Farbe weich und lässt sich abwischen, ist es alte Leimfarbe. Darauf gehört keine Dispersionsfarbe.
  4. Streiflicht: Eine Lampe oder Taschenlampe dicht an die Wand halten, sodass das Licht flach über die Fläche fällt. So sehen Sie Unebenheiten, die nach dem Streichen noch stärker auffallen würden.

In der Praxis machen oft nicht die Wände selbst die größten Probleme, sondern Flecken darauf. Wasserränder nach einem Schaden, Nikotin, Ruß oder Fett schlagen durch normale Wandfarbe auch nach zwei Anstrichen wieder durch. Solche Stellen bekommen zuerst Isolierfarbe oder Sperrgrund, danach wird die ganze Wand gestrichen. Bei Schimmel gilt: erst die Ursache finden und beseitigen, also Feuchtigkeit oder zu wenig Lüften. Antischimmelfarbe allein schiebt das Problem nur auf.

In vielen deutschen Wohnungen hängt Raufaser an den Wänden. Solange sie fest klebt und keine Blasen wirft, lässt sie sich gut überstreichen. Lösen sich Nähte oder ist die Tapete schon unzählige Male gestrichen, ist Abziehen oft die sauberere Lösung.

Wie lange neuer Putz und Spachtel trocknen müssen

Ein feuchter Untergrund ist eine typische Ursache dafür, dass Farbe abblättert oder Schimmel entsteht. Neuer Kalkzementputz trocknet Wochen, nicht Tage. Gipsputz und Gipsspachtel sind schneller, aber auch hier spielen Schichtdicke, Temperatur und Lüftung mit. Die genaue Zeit steht im technischen Merkblatt des Herstellers. Halten Sie sie ein, auch wenn der Umzugstermin drückt.

Alte Farbe abkratzen oder einfach überstreichen?

Abkratzen ist mühsam, macht viel Staub und ist nicht immer nötig. Hält der alte weiße Anstrich, reicht es, die Wand zu säubern, zu grundieren und zu streichen. Abkratzen lohnt sich in diesen Fällen:

  • Der alte Anstrich blättert ab oder bleibt am Klebeband hängen
  • Auf der Wand ist alte Leimfarbe, die mit Wasser weich wird
  • Es sind so viele Schichten drauf, dass sie in Schuppen abplatzen
  • Unter dem Anstrich steckt Feuchtigkeit oder Schimmel

Anleitung für Heimwerker: Leimfarbe abkratzen

Leimfarbe bekommen Sie auch selbst von der Wand. Sie brauchen vor allem Geduld und eine gute Abdeckung. So gehen Sie vor:

  1. Boden und Möbel mit Folie abdecken, Ränder mit Klebeband sichern und die Sicherung für Steckdosen und Schalter im Raum ausschalten.
  2. Wand mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel anfeuchten, mit Sprühflasche oder breiter Bürste, und einige Minuten einweichen lassen.
  3. Aufgeweichte Farbe mit Spachtel oder Schaber in flachem Winkel abstoßen, damit die Klinge nicht in den Putz schneidet.
  4. Reste mit klarem Wasser abwaschen und Wand vollständig trocknen lassen.
  5. Trockene Wand grundieren und erst danach ausbessern und spachteln.

Ölfarbe, die früher in Altbauwohnungen und Treppenhäusern von Mehrfamilienhäusern als abwaschbarer Sockel aufgetragen wurde, weicht mit Wasser nicht auf. Sie wird angeschliffen, damit die neue Schicht Halt findet. Ist sie dick oder blättert sie, sollte sie ganz runter. Tragen Sie beim Schleifen alter Anstriche eine Atemschutzmaske, denn der Staub kann gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, in sehr alten Ölfarben zum Beispiel Blei. In Gebäuden, die vor den 1990er-Jahren gebaut oder renoviert wurden, können außerdem manche Spachtelmassen, Putze und Kleber Asbest enthalten. Bevor Sie großflächig schleifen oder abtragen, lassen Sie eine Probe untersuchen. Asbesthaltiges Material dürfen nur dafür zugelassene Fachbetriebe entfernen.

Risse: wann Spachtel reicht, wann Armierung und wann ein Statiker

Riss ist nicht gleich Riss. Wird er falsch ausgebessert, ist er nach ein paar Monaten an derselben Stelle zurück. Beim Streichen unterscheidet man drei Arten:

  • Haarrisse im Anstrich: feine Risse in der alten Farbe oder in der Spachteloberfläche, die sich nicht bewegen. Sie werden angeschliffen, mit Feinspachtel gefüllt und grundiert.
  • Bewegungsrisse: Sie zeigen sich an Stößen von Deckenplatten, etwa in Plattenbauten oder bei Fertigteildecken, in der Ecke zwischen Wand und Decke, an Fugen im Trockenbau oder dort, wo verschiedene Materialien aneinanderstoßen. Der Riss wird aufgeweitet, gesäubert und mit einem Armierungsstreifen in der Spachtelmasse überbrückt. Fachleute nennen das Armieren. Spachtel allein hält hier nicht.
  • Statische Risse: schräge Risse an den Ecken von Fenstern und Türen, Risse, die breiter werden, oder Risse quer durch die ganze Wand. Die bessert der Maler nicht aus. Zuerst muss ein Statiker draufschauen, sonst kommen sie auch durch die Armierung wieder. In einer Eigentumswohnung informieren Sie die Hausverwaltung oder die Eigentümergemeinschaft (WEG), denn es kann ein Problem des ganzen Hauses sein. Als Mieter melden Sie solche Risse dem Vermieter. Schlägt der Statiker Eingriffe in tragende Bauteile vor, klären Sie beim Bauamt, was die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes dafür verlangt.

So wird ein Riss armiert

  1. Riss mit dem Schaber flach V-förmig aufweiten und loses Material herausholen.
  2. Staub entfernen und Stelle grundieren.
  3. Erste Spachtelschicht auftragen und Glasfaser-Armierungsstreifen so einbetten, dass er auf beiden Seiten über den Riss reicht.
  4. Nach dem Trocknen auslaufend überspachteln, sodass der Rand der Ausbesserung sanft in die Wand übergeht.
  5. Schleifen, im Streiflicht prüfen und vor dem Streichen noch einmal grundieren.

Acryl in die Anschlussfugen

Die Fugen zwischen Wand und Türzarge, Fenster, Sockelleiste oder Trockenbau reißen nach dem Streichen gern zu einem feinen dunklen Spalt auf. Deshalb werden sie mit überstreichbarem Acryl gefüllt. Es bleibt elastisch und nimmt Farbe an. Silikon gehört hier nicht hin, weil Farbe darauf nicht hält. An sauber verfugten Anschlüssen erkennt man in der Praxis schnell, ob ein Maler sorgfältig gearbeitet hat.

Spachteln: nur Stellen ausbessern oder die ganze Wand?

Spachtel macht aus Unebenheiten, alten Anstrichen und ausgebesserten Stellen eine glatte Fläche. Die ganze Wand muss aber nicht immer gespachtelt werden. Bei ein paar Dübellöchern oder kleinen Macken reicht punktuelles Ausbessern. Vollflächig spachteln lohnt sich nach dem Entfernen von Tapeten oder Fliesen, auf welligen Altbauwänden, auf neuem Trockenbau und überall dort, wo Licht vom Fenster sehr flach auf die Wand fällt.

Bei Gipskarton wird die Oberflächengüte in den Qualitätsstufen Q1 bis Q4 angegeben. Unter normaler matter Farbe reicht meist Q2 oder Q3. Für Wände im Streiflicht, für glänzende Farben oder dunkle Töne empfiehlt sich Q4, also das komplette Überspachteln der Fläche. Je höher die Stufe, desto mehr Schichten, Schleifen und Zeit. Das merken Sie auch am Preis.

So wird eine Wand gespachtelt

  1. Wand säubern, alles Lose entfernen und grundieren.
  2. An Außenecken Kantenschutzprofile setzen, die die Kante schützen und helfen, sie gerade zu ziehen.
  3. Größere Unebenheiten zuerst mit Ausgleichsmasse füllen, Feinspachtel nur dünn auftragen.
  4. Spachtel mit Edelstahlglätter oder breitem Spachtel in eine Richtung auftragen, die zweite Schicht quer dazu.
  5. Nach dem Trocknen mit Schleifgitter oder Schleifpapier schleifen und dabei immer wieder im Streiflicht prüfen.
  6. Staub gründlich entfernen und vor dem Streichen erneut grundieren.

Farbe nach Kennwerten aussuchen, nicht nach Werbung

Suchen Sie auf dem Eimer nach zwei Angaben nach DIN EN 13300. Damit lassen sich Farben verschiedener Hersteller ehrlich vergleichen:

  • Nassabriebklasse: Klassen 1 bis 5, je kleiner die Zahl, desto robuster die Farbe. Für Küche, Kinderzimmer und Flur passt Klasse 1 oder 2, die Sie abwischen können. Im Schlaf- und Wohnzimmer reicht oft auch Klasse 3.
  • Deckvermögen: Klassen 1 bis 4 bei der angegebenen Ergiebigkeit, auch hier deckt Klasse 1 besser als Klasse 4. Eine günstige Farbe, die schlecht deckt, braucht oft eine Schicht mehr. Was Sie beim Material sparen, zahlen Sie dann bei der Arbeit.

Kräftige Töne wie Gelb, Orange und Rot decken schwächer als gedeckte oder dunkle Farben. Darunter kommt deshalb oft ein Grundanstrich in einem ähnlichen, helleren Ton, erst danach folgen die Schlussschichten. Kaufen Sie abgetönte Farbe in mehreren Eimern, mischen Sie alles vor dem Streichen zusammen. Schon zwischen zwei Mischungen kann der Farbton leicht abweichen.

Warum schwören viele Altbaubesitzer auf Kalkfarbe? In alten Häusern mit etwas feuchterem Mauerwerk und Kalkputz bewähren sich Kalk- oder Silikatfarben. Sie lassen Wasserdampf durch und wirken von sich aus gegen Schimmel. Sie halten aber nur auf mineralischem Untergrund, nicht auf alter Dispersionsfarbe oder Raufaser. Wer von Dispersion auf Kalkfarbe umsteigen will, muss die ganze Fläche bis auf den Putz freilegen.

Streichen in der bewohnten Wohnung und vor dem Einzug

Eine leere Wohnung oder ein Neubau vor dem Einzug ist schneller gestrichen. Das normale Renovieren einer Zweizimmerwohnung mit festen Wänden schafft ein Maler meist in ein bis zwei Arbeitstagen. Muss abgekratzt, armiert oder gespachtelt werden, dauert es mehrere Tage, weil jede Schicht vor der nächsten trocknen muss.

Wenn Sie in der Wohnung wohnen bleiben, bereiten Sie sich vor:

  • Regale und Schränke ausräumen, Bilder und Haken abnehmen
  • Platz an den Wänden schaffen, damit die Möbel in die Raummitte rücken können
  • Vorher klären, ob Abdecken und Zurückstellen der Möbel im Angebot enthalten sind
  • Während und nach der Arbeit lüften, aber ohne Durchzug, sonst trocknet die Farbe zu schnell

Wohnen Sie zur Miete und steht der Auszug an, lohnt ein Blick in den Mietvertrag, ob und wie gestrichen werden muss. Viele Klauseln dazu sind umstritten. Im Zweifel hilft ein Mieterverein weiter, bevor Sie einen Auftrag vergeben.

Farbe wird bei Raumtemperatur verarbeitet. Die Hersteller nennen in den technischen Merkblättern eine Mindesttemperatur für Luft und Untergrund, meist um +5 °C. In einem unbeheizten Neubau wird im Winter deshalb erst gestrichen, wenn die Heizung läuft.

Airless-Spritzen: wann es sich lohnt

Auf großen Flächen in Neubauten und leeren Wohnungen wird Farbe immer öfter mit Hochdruckgeräten gespritzt. Das geht schnell und ergibt bei richtiger Ausführung eine sehr gleichmäßige Fläche ohne Rollenansatz. Es gibt aber Haken: Alles, was keine Farbe abbekommen soll, muss viel gründlicher abgedeckt werden als beim Rollen. In einer bewohnten, möblierten Wohnung ist Spritzen deshalb meist unpraktisch. Häufig werden die Flächen gespritzt und die letzte Schicht gerollt, damit sich spätere kleine Ausbesserungen unauffälliger machen lassen.

Venezianischer Stuck und dekorative Techniken

Venezianischer Stuck, auch Stucco Veneziano, ist eine Glanzspachteltechnik aus mehreren hauchdünnen Schichten. Poliert erinnert er an Marmor. Klassisch basiert er auf Kalk, es gibt aber auch synthetische Varianten. Er braucht einen völlig ebenen Untergrund, praktisch auf Q4-Niveau, weil die glänzende Oberfläche jede Unebenheit betont. Das Ergebnis hängt stark vom Können des Handwerkers ab und lässt sich nur schwer stellenweise ausbessern. Lassen Sie sich deshalb vor der Beauftragung echte Referenzarbeiten zeigen.

Ähnlich anspruchsvoll sind andere Techniken wie Beton- oder Steinoptik und Metallic-Anstriche. Der Preis pro m² liegt hier deutlich über einem normalen Anstrich. Den größten Teil machen Handarbeit und Erfahrung aus, nicht das Material.

So nehmen Sie die gestrichene Wohnung ab

Schauen Sie sich die fertige Arbeit bei Tageslicht an und danach noch einmal mit einer Lampe, die Sie seitlich an die Wand halten. Das Streiflicht zeigt Streifen und Stellen, an denen die Farbe ungleichmäßig deckt. Kleine Mängel klären Sie am besten gleich bei der Abnahme, solange der Maler vor Ort ist und dieselbe Farbe dabei hat. Eine spätere Ausbesserung einer einzelnen Stelle bleibt oft als Fleck sichtbar. Bei Reklamationen wird deshalb meist die ganze Wand von Ecke zu Ecke nachgestrichen. Bedenken Sie auch: Mit der Abnahme beginnt in der Regel die Gewährleistungsfrist, notieren Sie offene Punkte also schriftlich.

Prüfen Sie bei der Abnahme:

  • Die Farbe deckt gleichmäßig, der Untergrund scheint nicht durch, es gibt keine Flecken oder Wolken
  • Die Kanten zwischen Wand und Decke und zwischen zwei Farbtönen sind gerade und sauber
  • Ausgebesserte Risse und armierte Stellen sind unter der Farbe nicht zu sehen
  • Die Fugen an Zargen, Fenstern und Leisten sind mit Acryl geschlossen und überstrichen
  • Fenster, Böden, Steckdosen und Schalter sind sauber und ohne Farbspritzer
  • Restfarbe aus derselben Charge wurde Ihnen übergeben und für spätere Ausbesserungen beschriftet

Häufige Fragen

Ein weißer Anstrich in zwei Arbeitsgängen kostet laut aktueller Preisliste 5,33 € pro m² Arbeitsleistung. Vorarbeiten kommen extra dazu.

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