Badsanierung: Ablauf Woche für Woche und wie Sie die Zeit ohne Bad überstehen

NUMIQ-TeamVeröffentlicht: Aktualisiert: 10 min
Badezimmer während der Sanierung mit freiliegenden Leitungen, Abdichtung und bereitgelegten Fliesen
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Eine Badsanierung ist nicht bloß ein paar Tage Lärm und dann ist alles fertig. Sie hat eine feste Reihenfolge, ihre Wartezeiten und ein paar Momente, in denen ohne Sie gar nichts weitergeht. Dieser Leitfaden führt Sie durch den gesamten Ablauf, damit Sie wissen, was morgen ansteht und was in zwei Wochen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Kurz und knapp
  2. Wie lange dauert eine Badsanierung
  3. Bevor der erste Hammer fällt: Was Sie vorab entscheiden sollten
  4. Handwerker auswählen und Termin festmachen
  5. Sanitärobjekte bestellen, bevor der Abriss beginnt
  6. Anschlüsse, Armaturen und Unterputzkörper
  7. Genehmigungen und Hausverwaltung
  8. Nachbarn, Hausverwaltung und Hausordnung
  9. Leben ohne Bad
  10. Badsanierung Woche für Woche
  11. Woche 0: letzter Check
  12. Woche 1: Abriss und Rohinstallation
  13. Woche 2: Wände, Putz, Estrich und Abdichtung
  14. Woche 3: Wand- und Bodenfliesen
  15. Woche 4: Endmontage und Aufräumen
  16. Abdichtung: wo in der Praxis die meisten Fehler passieren
  17. Wie weit die Abdichtung reichen muss
  18. Wie richtig abgedichtet wird
  19. Was in der Praxis schiefgeht
  20. Wo gewartet wird: Trocknungs- und Standzeiten
  21. Was Sie fotografieren sollten, bevor alles verschwindet
  22. Wann Sie zu Hause sein sollten
  23. Wo der Zeitplan hängen bleibt und wie Sie vorbeugen
  24. Worüber Bauherren und Handwerker am häufigsten streiten
  25. Checkliste für die Abnahme
  26. Woraus sich der Preis einer Badsanierung zusammensetzt
  27. Was das kostet und wie Sie es selbst berechnen
  28. Ähnliche Artikel

Kurz und knapp

Die eigentlichen Arbeiten in einem durchschnittlichen Bad dauern grob zwei bis vier Wochen, bei größeren Umbauten auch länger. Davor liegen allerdings Wochen der Vorbereitung: Sanitärobjekte aussuchen, bestellen und festlegen, wo die Anschlüsse hinkommen. Die meiste Zeit frisst nicht der Abriss, sondern das Warten auf Trocknung und auf Ware, die nicht geliefert wurde. Wer früh entscheidet und vor Baubeginn alles im Haus hat, steht schneller wieder unter der eigenen Dusche. Dieser Artikel widmet sich dem Ablauf und dem Zeitplan, aktuelle Preise für Arbeit und Material nach Umfang finden Sie auf der Seite Badsanierung.

Wie lange dauert eine Badsanierung

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Ein kleines Bad in einer Etagenwohnung, bei dem die Abwasserleitungen bleiben, wo sie sind, geht in der Regel schneller als ein Bad im Einfamilienhaus, für das Wände fallen und neue Leitungen durchs halbe Haus gezogen werden. Als Orientierung gilt:

  • Vorbereitung und Auswahl: zwei bis sechs Wochen vor Baubeginn. Gern auch länger, wenn Sie drei Wochenenden hintereinander durch Fliesenausstellungen ziehen.
  • Die eigentlichen Arbeiten: meist zwei bis vier Wochen bei üblichem Umfang.
  • Puffer: mindestens ein paar Tage extra. Ohne Puffer verhält sich jeder Bauzeitenplan wie der Wetterbericht.

Die Dauer hängt nicht nur davon ab, wie fix der Handwerker ist. Sie hängt auch von den Standzeiten ab, die der Materialhersteller vorgibt, und davon, ob am Tag X alles bereitliegt, was gebraucht wird. Ein einziger fehlender Siphon kann die komplette Endmontage lahmlegen.

Bevor der erste Hammer fällt: Was Sie vorab entscheiden sollten

Diese Phase ist die leiseste, aber die wichtigste. Was Sie hier nicht entscheiden, entscheiden Sie später im Staub, unter Zeitdruck und mit einem Handwerker, der mit der Bohrmaschine in der Hand wartet.

Handwerker auswählen und Termin festmachen

Gute Handwerksbetriebe sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Fragen Sie rechtzeitig an, vergleichen Sie Angebote und klären Sie, wer was übernimmt. Bei der Auswahl hilft der Artikel wie Sie den richtigen Handwerker für Ihre Sanierung finden. Fragen Sie auch, ob der Betrieb alles aus einer Hand macht oder Installateur, Elektriker und Fliesenleger separat holt. Davon hängt ab, wie reibungslos die einzelnen Gewerke ineinandergreifen.

Sanitärobjekte bestellen, bevor der Abriss beginnt

Badewanne, Duschabtrennung, Wand-WC, Waschtisch mit Unterschrank, Armaturen. Manches ist ab Lager lieferbar, anderes hat mehrere Wochen Lieferzeit. Auch Fliesen aus einer bestimmten Serie sind nicht immer sofort verfügbar. Ideal ist es, wenn alles schon bei Ihnen steht oder zumindest der Liefertermin vor Baubeginn bestätigt ist. Prüfen Sie die Ware gleich bei Lieferung, nicht erst am Tag der Montage.

Anschlüsse, Armaturen und Unterputzkörper

Die Rohinstallation richtet sich nach den konkreten Produkten. Der Installateur muss wissen:

  • welche Armatur Sie an Waschtisch, Wanne und Dusche möchten (Standarmatur, Wandarmatur, Unterputz),
  • die genauen Maße und Einbauhöhen des Unterputzkörpers für die Dusche und des Vorwandelements für das Wand-WC laut Hersteller,
  • wo Waschmaschine, Trockner, Heizkörper oder Handtuchheizkörper hinkommen,
  • wo Sie Steckdosen, Leuchten und Schalter haben möchten.

Wenn Sie es sich anders überlegen, nachdem die Leitungen verschlossen sind, heißt das: Stemmen in der fertigen Wand. Und das mag niemand, am wenigsten Ihr Geldbeutel und Ihre neuen Fliesen.

Genehmigungen und Hausverwaltung

Der reine Austausch von Fliesen und Sanitärobjekten ist in der Regel genehmigungsfrei, bei Eingriffen in Wände, tragende Bauteile oder gemeinsame Leitungen fragen Sie vorab bei Ihrer Gemeinde nach. In einem Mehrfamilienhaus informieren Sie die Hausverwaltung oder die Eigentümergemeinschaft frühzeitig, vor allem wenn an der Steigleitung etwas geändert wird. Als Mieter brauchen Sie für eine Sanierung ohnehin das Einverständnis Ihres Vermieters.

Nachbarn, Hausverwaltung und Hausordnung

Ein Bad wird nicht in einer schalldichten Kapsel saniert. Das Stemmen hören die Nachbarn über Ihnen, unter Ihnen und gefühlt auch im Nachbareingang. Ein paar Schritte ersparen viel Ärger:

  • Lesen Sie die Hausordnung. Dort steht meist, zu welchen Zeiten laute Arbeiten erlaubt sind und welche Ruhezeiten gelten, etwa am Wochenende.
  • Sagen Sie den Nachbarn Bescheid. Ein Aushang im Treppenhaus oder im Aufzug mit dem Abrisstermin und Ihren Kontaktdaten genügt. Lärm lässt sich leichter ertragen, wenn man weiß, wann er aufhört.
  • Das Absperren des Wassers im Strang stimmen Sie rechtzeitig mit der Hausverwaltung ab. In der Regel müssen die anderen Wohnungen am selben Strang vorab informiert werden.
  • Aufzug und Treppenhaus schützen Sie mit Folie oder Pappe. Bauschutt tragen Sie in Säcken, nicht lose auf dem Arm.
  • Bauschutt gehört nicht in die Hausmülltonne. Bestellen Sie einen Container oder Bauschuttsäcke, oder bringen Sie den Schutt nach den Regeln Ihrer Gemeinde zum Wertstoffhof.

Leben ohne Bad

Dieser Teil wird bei der Planung am leichtesten vergessen. Ein paar Wochen ohne Dusche und manchmal auch ohne WC sind eine lange Zeit.

  • Duschen woanders. Bei den Eltern, bei Freunden, im Fitnessstudio, im Schwimmbad. Manche legen den Urlaub gleich in die schlimmste Phase.
  • WC. Wenn Sie ein separates Gäste-WC haben, das nicht mitsaniert wird, haben Sie gewonnen. Ist das WC Teil des Bades, klären Sie mit dem Handwerker, ob es möglichst lange in Betrieb bleiben oder vorübergehend angeschlossen werden kann. Sonst bleiben Campingtoilette oder die Gastfreundschaft der Verwandtschaft. Steht auch das WC auf der Liste, lesen Sie, was eine WC-Sanierung mit sich bringt.
  • Staub. Abriss und Schleifen verteilen ihn in der ganzen Wohnung. Decken Sie Möbel ab, kleben Sie die Badtür mit Folie ab und räumen Sie aus dem Flur, was nicht grau werden soll.
  • Wasser zum Waschen. Die Küchenspüle wird plötzlich zum Familienwaschbecken. Falls das Wasser in der ganzen Wohnung abgestellt wird, halten Sie ein paar gefüllte Kanister bereit.

Badsanierung Woche für Woche

Der folgende Überblick dient der Orientierung und geht von einem üblichen Bad ohne große Grundrissänderungen aus. Die Phasen können sich je nach Umfang und Herstellervorgaben überschneiden oder in die Länge ziehen.

Woche 0: letzter Check

Sanitärobjekte sind da oder bestätigt, Fliesen ebenso. Die Nachbarn wissen Bescheid, die Hausverwaltung auch, das Treppenhaus ist geschützt. Räumen Sie das Bad leer bis zur letzten Shampooflasche. Der Handwerker muss nicht Ihre Kosmetikvorräte einpacken.

Woche 1: Abriss und Rohinstallation

Die ersten Tage gehören dem Ausbau der Sanitärobjekte, dem Abschlagen der Fliesen und dem Abtransport des Schutts. Das ist die lauteste und staubigste Phase, deshalb lohnt es sich, die Zeiten aus der Hausordnung einzuhalten. Was Abbrucharbeiten im Einzelnen umfassen, hängt davon ab, ob nur die Fliesen runterkommen oder alles bis auf das nackte Mauerwerk. Direkt danach kommen die Leitungen. Der Installateur verlegt neue Wasser- und Abwasserleitungen, die Sanitärinstallation erfolgt nach den von Ihnen bestätigten Anschlüssen, anschließend folgt die Druckprüfung. Der Elektriker bereitet die Leitungen für Leuchten, Steckdosen und gegebenenfalls eine Fußbodenheizung vor. Elektroarbeiten darf nur eine Elektrofachkraft ausführen, und im Bad gelten strenge Schutzbereiche, die der Artikel darüber erklärt, welche Leuchten und Schutzbereiche im Bad erlaubt sind. Gibt es im Bad eine Gasleitung oder Gastherme, gehört jeder Eingriff ausschließlich in die Hände eines dafür zugelassenen Fachbetriebs.

Woche 2: Wände, Putz, Estrich und Abdichtung

Wird eine Vorwand oder eine neue Trennwand gebaut, entsteht sie jetzt. Die Schlitze der Leitungen werden verschlossen, die Wände begradigt, auf dem Boden kommt eventuell neuer Estrich dazu. Und hier beginnt die erste große Warterei. Putz, Spachtelmasse und Estrich müssen trocknen, vorher darf nichts darauf geklebt werden. Danach wird die Abdichtung aufgetragen, in der Regel in zwei Schichten, mit Dichtband in den Ecken und Dichtmanschetten an den Durchdringungen. Dieser Schritt ist unsichtbar, entscheidet aber darüber, ob Sie in ein paar Jahren dem Nachbarn unter Ihnen einen Wasserfleck an der Decke erklären müssen. Mehr dazu, wie die Abdichtung rund um Badewanne und Dusche gemacht wird.

Woche 3: Wand- und Bodenfliesen

Endlich sieht das Bad wieder nach Bad aus. Der Fliesenleger verlegt Boden- und Wandfliesen, kümmert sich um die Zuschnitte an den Anschlüssen und um die Abschlussprofile. Nach dem Verlegen folgt eine Pause bis zum Verfugen, je nach Herstellerangabe des Fliesenklebers meist mindestens ein Tag. Dann wird verfugt, und wieder heißt es warten, bis die Fuge ausgehärtet ist.

Woche 4: Endmontage und Aufräumen

Montiert werden WC, Waschtisch, Armaturen, Duschabtrennung, Möbel, Leuchten und Spiegel. Der Elektriker setzt Schalter und Steckdosen. Zum Schluss kommen die Silikonfugen, und auch die brauchen Zeit, bevor Sie zum ersten Mal duschen dürfen. Danach wird geputzt, der letzte Schutt abgefahren und das Bad abgenommen.

Abdichtung: wo in der Praxis die meisten Fehler passieren

Fliesen und Fugen sind nicht wasserdicht. Das Wasser hält erst die Abdichtung darunter auf, und genau sie taucht bei Reklamationen und Gutachten zu Bädern am häufigsten auf. Sachverständige für das Fliesenhandwerk beschreiben immer wieder dieselben Fehler, obwohl die Fachregeln des Handwerks recht genau vorgeben, wie eine Verbundabdichtung unter Fliesen auszuführen ist.

Wie weit die Abdichtung reichen muss

  • Boden: die gesamte Fläche des Bades, an den Wänden rundum etwa 15 bis 20 cm hochgezogen, sodass eine Art Wanne entsteht.
  • Dusche: die Wände bis über den Duschkopf, bei einer offenen Dusche ohne Abtrennung gern bis zur Decke.
  • Badewanne: die Wände rund um die Wanne mindestens 20 cm über den Wannenrand und ein Stück auf die angrenzende Wand.
  • Waschtisch: der Spritzwasserbereich, meist bis in eine Höhe von 1,2 bis 1,5 m.
  • Durchdringungen: jedes Rohr, jeder Armaturenanschluss, jeder Bodenablauf und jede Duschrinne bekommt eine Dichtmanschette, jede Ecke und jeder Übergang von Wand zu Boden ein Dichtband.

Wie richtig abgedichtet wird

Die Flüssigabdichtung wird in zwei Schichten aufgetragen, die zweite kreuzweise über die erste, und die Dichtbänder werden in die erste, noch frische Schicht eingebettet. Die Mindestschichtdicke im trockenen Zustand hängt vom Material ab. Üblich sind etwa 0,5 mm bei Dispersionsabdichtungen, 1,0 mm bei Reaktionsharzen und 2,0 mm in zwei Lagen bei zementären Dichtschlämmen. Die genauen Werte und die Wartezeit zwischen den Schichten stehen im technischen Merkblatt des jeweiligen Produkts. Saugfähiger Untergrund wird zuerst grundiert, auf alten Fliesen kommt eine Haftbrücke zum Einsatz. Das Gefälle zum Ablauf entsteht bereits im Estrich, nicht durch ein dickeres Kleberbett unter den Fliesen.

Was in der Praxis schiefgeht

  • Nur die Ecken sind abgedichtet. Dichtbänder sitzen in den Ecken, aber die Wandflächen in der Dusche haben keine Abdichtung bekommen.
  • Vergessener Unterputzkörper. Zum Unterputzkörper der Armatur liefert der Hersteller eine Dichtmanschette mit, die oft im Karton bleibt.
  • Duschrinne ohne Anschluss. Die Rinne ist eingebaut, aber ihr Dichtband ist nicht in die Abdichtung eingearbeitet.
  • Nachträgliches Bohren. Löcher für Ablagen, Halter der Duschabtrennung oder Profile werden nicht abgedichtet, und das Wasser findet entlang der Schraube seinen Weg in die Wand.
  • Nur Silikon an der Wanne. Wanne oder Duschwanne sind ohne umlaufendes Wannendichtband eingebaut, und der ganze Schutz hängt an einer Silikonfuge, die mit der Zeit reißt.
  • Fliesen auf feuchtem Untergrund. Spachtel oder Estrich sind noch nicht trocken, und der Fliesenleger klebt trotzdem, um den Termin zu halten.

Auf die Abdichtung kommen Fliesen mit flexiblem Kleber, an der Wand üblicherweise der Klasse C2, am Boden ein verformbarer Kleber der Klasse S1. Ecken und der Anschluss an die Wanne werden nicht verfugt, sondern mit Sanitärsilikon geschlossen. Wie die Abdichtung rund um Badewanne und Dusche ausgeführt wird, erklärt eine eigene Seite.

Wo gewartet wird: Trocknungs- und Standzeiten

Die häufigste Frage während einer Sanierung lautet: Warum ist heute niemand gekommen? Die Antwort ist meist ziemlich unspektakulär. Irgendetwas trocknet.

  • Putz und Spachtelmasse müssen je nach Schichtdicke und Raumklima trocknen.
  • Estrich braucht in der Regel am längsten. Bei Zementestrich können es durchaus Wochen sein, Schnellestriche verkürzen die Zeit laut Herstellerangaben.
  • Grundierung und Abdichtung brauchen zwischen den Schichten eine Wartezeit, die der Hersteller auf der Verpackung angibt.
  • Der Fliesenkleber muss vor dem Verfugen aushärten.
  • Silikon braucht Zeit, bevor es Wasser abbekommen darf.

Diese Pausen lassen sich nicht ohne Risiko überspringen. Ein Handwerker, der Ihnen Abdichtung und Fliesen am selben Tag verspricht, arbeitet entweder mit speziellen Schnellsystemen oder er pokert. Fragen Sie nach, was davon zutrifft.

Was Sie fotografieren sollten, bevor alles verschwindet

Ihr Handy ist während der Sanierung Ihr bester Helfer. Fotos aus der Phase, in der die Leitungen noch offen liegen, sind Gold wert, wenn Sie später ein Regal anbohren oder etwas reklamieren wollen.

  • alle Wände mit Wasser- und Abwasserleitungen, am besten mit einem Zollstock oder Maßband im Bild,
  • den Verlauf der Elektroleitungen und die Dosen,
  • die Druckprüfung, wenn möglich mit dem Manometer,
  • die Abdichtung inklusive Ecken, Dichtbändern und Manschetten an Bodenablauf und Durchdringungen,
  • Vorwandelement und Unterputzkörper der Dusche, bevor sie verkleidet werden,
  • Etiketten und Typenbezeichnungen der verwendeten Materialien.

Speichern Sie die Fotos in einem eigenen Ordner und benennen Sie ihn so, dass Sie ihn in fünf Jahren wiederfinden. Also zum Beispiel „Bad Leitungen“ und nicht „IMG_Sammelsurium“.

Wann Sie zu Hause sein sollten

Der Handwerker braucht niemanden, der ihm den ganzen Tag über die Schulter schaut. Es gibt aber Momente, in denen Ihre Anwesenheit eine Menge Ärger erspart:

  1. Am ersten Tag. Sie gehen gemeinsam den Plan durch, zeigen, wo Hauptabsperrhahn und Sicherungskasten sind, und klären, wo Material gelagert wird.
  2. Bevor die Leitungen verschlossen werden. Sie prüfen die Lage von Anschlüssen, Steckdosen und Unterputzkörpern. Jetzt lässt sich noch leicht etwas ändern, eine Woche später nicht mehr.
  3. Zu Beginn der Fliesenarbeiten. Sie legen fest, wo begonnen wird, wie die Fugen laufen, wo geschnitten wird und wo Profile hinkommen. Fliesenleger können keine Gedanken lesen, auch wenn manche nah dran sind.
  4. Bei Lieferungen. Jemand muss die Pakete annehmen und prüfen.
  5. Bei der Abnahme. Sie drehen das Wasser auf, spülen, prüfen Gefälle und Silikonfugen und testen das Licht.

Wo der Zeitplan hängen bleibt und wie Sie vorbeugen

Die meisten Verzögerungen entstehen nicht aus Faulheit. Sie entstehen aus Kleinigkeiten, die sich früher hätten klären lassen.

  • Fehlende Ware. Sanitärobjekte oder Fliesen sind nicht angekommen. Lösung: früh bestellen und vor Baubeginn im Haus haben.
  • Unentschlossene Bauherren. Sie suchen noch die Armatur aus, während der Installateur eigentlich schon fertig wäre. Lösung: alle Entscheidungen zu den Anschlüssen vor der Rohinstallation treffen.
  • Überraschung hinter den Fliesen. Alte, korrodierte Rohre, schiefe Wände, Feuchtigkeit. Lösung: einen Zeitpuffer einplanen und vorab klären, wie mit unvorhergesehenen Arbeiten umgegangen wird.
  • Die Gewerke finden nicht zusammen. Der Elektriker hat keine Zeit, wenn er eigentlich dran wäre. Lösung: vorab fragen, wer die Termine koordiniert.
  • Ungeduld beim Trocknen. Verkürzte Wartezeiten rächen sich, nur später und teurer.
  • Wasser im Strang. Die Hausverwaltung hat die Absperrung nicht rechtzeitig angekündigt. Lösung: den Termin mit ausreichend Vorlauf abstimmen.

Ein guter Zeitplan ist nicht der kürzeste. Sondern der, der damit rechnet, dass etwas anders läuft als gedacht.

Worüber Bauherren und Handwerker am häufigsten streiten

  • Was im Preis enthalten ist. Schuttentsorgung, Abdichtung, Silikonfugen, Montage der Sanitärobjekte, Revisionsöffnungen. Was nicht im Angebot steht, kann später als Nachtrag auftauchen.
  • Überraschung hinter den Fliesen. Korrodierte Rohre oder eine feuchte Wand nach dem Abriss. Vereinbaren Sie vorab, dass der Handwerker Ihnen jede solche Zusatzarbeit zeigt und beziffert, bevor er damit beginnt.
  • Zuschnitte und Fugen. Schmale Fliesenstreifen an der Decke oder in der Ecke, Fugen, die zwischen Wand und Boden nicht durchlaufen. Den Fliesenspiegel stimmen Sie vor dem Verlegen ab, nicht danach.
  • Gefälle. Das Wasser bleibt in der Dusche stehen oder läuft Richtung Tür. Das lässt sich einfach prüfen: einen Eimer Wasser ausgießen und beobachten, wohin es fließt.
  • Wer wofür haftet. Kommen Installateur, Elektriker und Fliesenleger nicht aus einem Betrieb, kann jeder den Fehler beim anderen suchen. Fotos der einzelnen Phasen sind in so einem Streit der beste Beweis.

Checkliste für die Abnahme

  • Haben Sie Fotos der Leitungen, der Druckprüfung und der Abdichtung samt Dichtbändern und Manschetten?
  • Haben Sie das Protokoll der Druckprüfung und bei neuer Elektroinstallation das Prüfprotokoll des Elektrikers?
  • Läuft das Wasser aus Dusche und Boden zum Ablauf und bleibt nirgends stehen?
  • Sind die Silikonfugen durchgehend, ohne Lücken und ohne Fugenmörtel in den Ecken?
  • Klingen die Fliesen beim Abklopfen gleichmäßig fest, ohne Hohlstellen und lose Fliesen?
  • Tropfen die Armaturen nicht, läuft das WC nach dem Spülen nicht nach, sind die Siphons unter dem Waschtisch trocken?
  • Funktionieren Leuchten, Steckdosen und Lüfter, und löst der FI-Schutzschalter im Sicherungskasten beim Test aus?
  • Sind die Revisionsöffnungen zugänglich und lassen sie sich öffnen?
  • Haben Sie Garantieunterlagen, Anleitungen und Lieferscheine zu Sanitärobjekten und Abdichtung?

Woraus sich der Preis einer Badsanierung zusammensetzt

Der Endpreis hängt stärker vom Umfang der Arbeiten ab als von der Größe des Bades. Am meisten beeinflussen ihn:

  • Abbrucharbeiten und Schuttentsorgung, vor allem wenn bis aufs Mauerwerk zurückgebaut wird oder eine alte Fertignasszelle raus muss,
  • neue Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom und ein mögliches Versetzen von Sanitärobjekten,
  • Estrich, Begradigen der Wände und Abdichtung, deren Umfang sich oft erst nach dem Abriss zeigt,
  • Fläche und Format der Fliesen: Großformate und aufwendige Zuschnitte bedeuten mehr Arbeit,
  • Unterputz- und Vorwandsysteme (Wand-WC, Unterputzarmatur, Duschrinne) im Vergleich zu klassischen Lösungen,
  • Sanitärobjekte und Zubehör, die meist der Kunde aussucht und bezahlt.

Für den Arbeitslohn von Handwerkern in der selbst genutzten oder gemieteten Wohnung gewährt das Finanzamt eine Steuerermäßigung von 20 % der Lohnkosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Voraussetzung sind eine Rechnung und eine Überweisung, Barzahlungen zählen nicht. Materialkosten sind ausgeschlossen, deshalb lohnt es sich, Arbeit und Material auf der Rechnung getrennt ausweisen zu lassen.

Was das kostet und wie Sie es selbst berechnen

Den Ablauf kennen Sie jetzt, bleibt noch das Budget. Was Arbeit und Material kosten, worin sich Wohnung und Haus unterscheiden, wann eine Dusche statt Wanne sinnvoll ist und worauf Sie bei Abdichtung und Abnahme achten sollten, lesen Sie auf der Seite dazu, was eine Badsanierung kostet. Wenn Sie Ihr Bad selbst ausmessen, Flächen berechnen und ein Handwerkerangebot richtig lesen möchten, hilft die Anleitung, wie Sie den Umbau Ihres Bades selbst berechnen. In der NUMIQ-App können Sie anschließend eine Kalkulation Position für Position erstellen und mit den Angeboten vergleichen, die Sie bekommen. Handwerker wiederum erstellen darin schnell ein Angebot, das Kunden auch verstehen.

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