Leistung aus dem Preisverzeichnis kalkulieren
Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.
Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Dämmung | ||||
| Wände mit Armierungsgewebe und Kleber überziehen | m² | - | ||
| Fassadendämmung mit EPS (vollflächige Verklebung) | m² | 37,70 € | - | |
| Fassadendämmung mit Mineralwolle (inkl. Verdübelung) | m² | 44,00 € | - | |
| WDVS-Montage bis 20 cm | m² | 20,43 € | - | |
| Dämmung der Fensterlaibungen (XPS) | lfm | 4,70 € | - | |
| Decken- / Dachbodendämmung | m² | 15,70 € | - | |
| Dampfsperre | m² | 6,30 € | - | |
| Außen-Dünnschichtputz (Kratzputz 2 mm) | m² | - | ||
| Montage PVC-Eckprofil | lfm | 1,73 € | - | |
| APU-Anputzleiste mit Gewebe setzen | lfm | 1,26 € | - | |
| Sturzprofil mit Tropfkante | lfm | 1,73 € | - | |
| PU-Spritzdämmung (geschlossenzellig) | m² | - | ||
| PU-Spritzdämmung (offenzellig bis 25 cm) | m² | - | ||
So entsteht die Armierungsschicht Schritt für Schritt
Die Arbeit läuft in zwei Durchgängen ab. In die erste Lage Klebespachtel kommt das Gewebe, die zweite deckt es ab und glättet die Fläche. Je nach System ist die fertige Schicht meist etwa 3 bis 5 mm dick.
- Untergrund prüfen: Die Dämmplatten müssen fest sitzen und dürfen unter Druck nicht federn. Lose Platten klebt der Fachbetrieb nach oder setzt zusätzliche Dübel. Versätze zwischen den Platten schleift er ab.
- Profile setzen: Eckprofile mit Gewebe, Anputzleisten an den Fenstern und das Sockelprofil kommen zuerst. Sie sorgen für gerade Kanten und schützen die Stellen, die besonders stark beansprucht werden.
- Diagonalarmierung einlegen: An den Ecken von Fenstern und Türen kommen Gewebestreifen von etwa 30 × 20 cm im Winkel von 45° in den Spachtel. Ohne sie laufen von den Ecken der Öffnungen gern schräge Risse aus.
- Erste Lage Klebespachtel auftragen: Mit der Zahnkelle, von oben nach unten und in überschaubaren Abschnitten. So trocknet der Spachtel nicht an, bevor das Gewebe drin ist.
- Gewebe einbetten: Die senkrechten Bahnen überlappen mindestens 10 cm. Der Professionist drückt sie mit der Glättkelle von der Mitte nach außen ein, ohne Falten und Blasen. Das Gewebe liegt danach vollständig im Spachtel, eher im äußeren Drittel der Schicht und nicht direkt auf der Dämmung.
- Trocknen lassen und zweite Lage aufziehen: Mit der glatten Kelle dünn und in langen Zügen, die leicht überlappen. Bei rund 20 °C wartet man zwischen den Lagen meist etwa einen Tag, bei Kälte und Feuchte länger. Manche Systeme erlauben auch das Arbeiten „nass in nass“. Hier entscheidet das technische Merkblatt des Herstellers.
Vor dem Oberputz muss die Armierungsschicht ganz durchgetrocknet sein, je nach Wetter und Herstellerangabe meist einige Tage. Danach folgt die Grundierung für den Putz.
Gewebe und Klebespachtel: was passt wofür
Fassadengewebe muss alkalibeständig sein. Zementhaltiger Spachtel ist alkalisch, und einfaches Innengewebe löst sich darin mit der Zeit auf. Von außen sieht man davon nichts, aber nach Jahren fehlt der Schicht die Verstärkung. Für normale Flächen nimmt man üblicherweise Gewebe mit einem Flächengewicht von etwa 145 bis 160 g/m². Am Sockel und an Stellen, wo Stöße drohen, kommt zusätzlich ein verstärktes Gewebe dazu, das sogenannte Panzergewebe.
Die Spachtel unterscheiden sich vor allem in ihrer Zusammensetzung:
- Polymermodifizierte Zementspachtel sind sehr verbreitet, sie haften gut und bleiben etwas elastisch
- Rein zementäre Spachtel sind fest, aber weniger elastisch und passen eher auf mineralische Untergründe
- Dispersionsspachtel (pastös) lassen sich leicht verarbeiten und werden nicht mit Wasser angerührt. Man findet sie vor allem in bestimmten Systemen und auf kleineren Flächen
Eine zentrale Regel: Gewebe, Spachtel, Profile und Putz sollten aus einem geprüften WDVS stammen. Das System ist als Ganzes geprüft, die Verarbeitung richtet sich nach den Herstellervorgaben und der einschlägigen ÖNORM für Wärmedämmverbundsysteme. Wer Bauteile verschiedener Hersteller mischt, verliert die Systemgewährleistung, und niemand steht mehr für das Zusammenspiel ein.
Was die Arbeit leichter oder aufwendiger macht
Wenig Aufwand macht eine große, gerade Wand ohne Öffnungen, an die man gut herankommt. Mehr Zeit und Aufwand kosten dagegen:
- Viele Fenster, Türen und Ecken, denn jede Öffnung braucht Profile und Diagonalarmierung
- Eine gegliederte Fassade mit Erkern, Nischen oder Faschen, wie man sie oft an Gründerzeithäusern und anderen Altbauten sieht
- Ein unebener oder loser Untergrund, der erst ausgebessert werden muss
- Höhe und Zugang, also Gerüst, Umsetzen des Gerüsts oder wenig Platz an der Grundstücksgrenze
- Schlechtes Wetter, wenn die Arbeit ruht oder die Fassade mit Netzen geschützt werden muss
- Kleine Flächen, bei denen Vorbereitung und Aufräumen verhältnismäßig lange dauern
Gehört die Armierung zu einer kompletten Fassadendämmung am Einfamilienhaus oder Mehrparteienhaus, lohnt sich vorab ein Gespräch mit einem Energieberater oder dem Fachbetrieb. Dort erfahren Sie, was für Ihr Haus sinnvoll ist und ob Förderungen von Bund und Land infrage kommen, etwa der Sanierungsbonus. In einer Eigentumswohnung entscheidet über die Fassade die Wohnungseigentümergemeinschaft nach dem WEG 2002. Sprechen Sie also zuerst mit der Hausverwaltung.
Fehler, die sich erst nach dem Winter zeigen
Frisch fertig sieht fast jede Fassade gut aus. Die Probleme kommen meist nach den ersten Frostnächten und Regenperioden. Typische Fehler sind:
- Zu wenig Spachtel unter dem Gewebe, das Gewebe hält dann stellenweise nicht und wirft Beulen
- Zu kleine oder fehlende Überlappungen, am Stoß fehlt die Verstärkung und genau dort entsteht der Riss
- Fehlende Diagonalarmierung an den Fensterecken, die Folge sind schräge Risse
- Gewebe bis auf die Dämmung gedrückt oder umgekehrt an der Oberfläche sichtbar
- Zusätzlich mit Wasser verdünnter Spachtel, der weniger fest ist und schlechter haftet
- Zweite Lage auf die noch feuchte erste, die eingeschlossene Feuchtigkeit führt später zu Blasen
- Arbeiten in praller Sonne, bei Regen oder unter +5 °C, dann härtet der Spachtel nicht richtig aus
Warum ist das Wetter so wichtig? Auf einer aufgeheizten Wand verdunstet das Wasser aus dem Spachtel, bevor er abbinden kann, und die Schicht bleibt schwach. Bei Kälte kommt das Abbinden fast zum Stillstand, und Nachtfrost kann die Schicht schädigen. Deshalb arbeitet man üblicherweise bei etwa +5 bis +25 °C, möglichst im Schatten und ohne starken Wind. Ein Netz am Gerüst schützt die frische Schicht.
So prüfen Sie die fertige Arbeit
Prüfen Sie die Armierung, bevor der Oberputz drauf ist. Danach lassen sich Fehler viel schwerer beheben. Achten Sie bei der Übernahme auf diese Punkte:
- Das Gewebe ist nirgends zu sehen oder unter der Oberfläche zu ertasten
- Die Fläche ist eben, eine mindestens 2 m lange Richtlatte zeigt keine größeren Abweichungen, als der Hersteller für den gewählten Putz zulässt
- Es gibt keine Blasen, Beulen, welliges Gewebe oder Kellenspuren
- An allen Fenster- und Türecken liegt eine Diagonalarmierung, idealerweise mit Fotos aus der Bauphase belegt
- Die Kanten sind gerade und sauber, mit eingesetzten Eckprofilen
- Die Anputzleisten an den Fenstern sind vollständig, unbeschädigt und sauber an den Rahmen angeschlossen
- Der Sockel ist mit Panzergewebe verstärkt
- Die Schicht ist trocken, fest und frei von Rissen
- Der Betrieb kann sagen, welches WDVS er verwendet hat, und übergibt die technischen Merkblätter
Häufige Fragen
Praktisch alle Systemhersteller empfehlen zwei Lagen oder einen Ablauf, bei dem das Gewebe sicher abgedeckt und die Fläche eben ist. Bei nur einer Lage liegt das Gewebe oft zu flach oder ungleichmäßig im Spachtel. Die Fassade neigt dann eher zu feinen Rissen, vor allem an Stößen und Öffnungen.
Technisch geht das, ratsam ist es nicht. Ein WDVS ist als Ganzes geprüft. Wer mischt, verliert die Systemgewährleistung und die Sicherheit, dass die Bauteile auf Dauer zusammen funktionieren.
Nur wenn Luft und Wand nicht unter die Grenze fallen, die der Hersteller nennt, meist +5 °C, und zwar auch nachts während der Trocknung. Ist Frost angesagt, ruht die Arbeit, oder die Fassade wird eingehaust und beheizt.
Das ist ein Ausführungsmangel, meist ist die Armierungsschicht zu dünn. Die betroffene Stelle muss entfernt oder mit einer neuen Lage Spachtel und Gewebe überarbeitet und danach neu verputzt werden. Ein Anstrich allein löst das Problem nicht.
Fassaden werden vom Gerüst aus armiert, also in der Höhe. Dazu braucht es Tempo und Übung, damit der Spachtel nicht antrocknet, bevor das Gewebe drin ist. Fehler zeigen sich außerdem oft erst nach Jahren. Deshalb ist ein erfahrener Fachbetrieb mit Gewährleistung die sinnvollere Wahl.
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