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Entwässerungsrinne in Beton einbauen

Eine Entwässerungsrinne ist ein schmaler Kanal mit Rost. Sie fängt das Meteorwasser auf einer befestigten Fläche auf und leitet es vom Haus weg. «In Beton eingebaut» heisst: Die Rinne liegt auf einem Betonbett und wird seitlich einbetoniert, damit sie sich auch unter einem Autorad nicht bewegt. Gebraucht wird sie meist vor der Garage, auf

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·1 Positionen im Preisverzeichnis
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So wird die Rinne in Beton eingebaut

Am Anfang stehen Verlauf und Höhen. Der Handwerker spannt eine Schnur oder arbeitet mit dem Laser. So weiss er, wo die Oberkante des Rosts liegen soll und wohin das Wasser fliesst. Erst dann wird gegraben.

Der Graben muss breiter und tiefer sein als die Rinne selbst, denn rundherum kommt Beton. Die Sohle wird verdichtet. Je nach Untergrund und Belastung folgt eine verdichtete Kiesschicht. Darauf kommt eine Lage Beton, in die die Rinnenelemente nacheinander gesetzt werden.

Verlegt wird vom tiefsten Punkt aus, also vom Auslauf oder Schacht, entgegen der Fliessrichtung. Jedes Element wird nach der Schnur ausgerichtet, die Verbindungen greifen ineinander, und am Anfang kommt eine Stirnwand drauf. Danach wird die Rinne beidseitig einbetoniert. Bei Kunststoffrinnen bleiben die Roste dabei eingelegt. Sonst kann der Druck des Betons die Seitenwände eindrücken.

Zum Schluss wird die Rinne an den Ablauf angeschlossen und der Belag rundherum fertiggestellt, zum Beispiel mit Verbundsteinen, Platten oder Beton. Bevor ein Auto darüberfährt, muss der Beton genügend aushärten. Je nach Wetter und Mischung dauert das in der Regel einige Tage.

Welche Rinne passt

Entscheidend ist vor allem, was später über die Rinne geht oder fährt. Rinnen und Roste sind nach SN EN 1433 in Belastungsklassen eingeteilt. Für Fusswege und den Sitzplatz reicht die tiefste Klasse. Für die Zufahrt mit dem Personenwagen wählt man eine Klasse für Parkplätze, bei schwereren Fahrzeugen eine noch höhere. Die Klasse steht in den Unterlagen des Herstellers.

  • Kunststoffrinnen sind leicht, lassen sich gut zuschneiden und passen zu Sitzplatz, Gartenweg und Zufahrt für Personenwagen, sofern der Hersteller das für die Klasse vorsieht
  • Polymerbeton- und Betonrinnen sind schwerer und steifer, sie vertragen mehr Last und kommen bei Einfahrten, Parkplätzen und befahrenen Höfen zum Einsatz
  • Verzinkte Stahlroste sind bei Fussgängerflächen und Sitzplätzen üblich
  • Gussroste wählt man dort, wo Autos fahren, weil sie robust sind und sich fest verriegeln lassen

Eine einfache Regel hilft: Rinne und Rost müssen mindestens der Belastungsklasse entsprechen, die auf der Fläche auftritt. Ein starker Rost auf einer schwachen Rinne löst das Problem nicht.

Gefälle und Anschluss an den Ablauf

Das Wasser in der Rinne muss irgendwohin fliessen können. Manche Rinnen haben das Gefälle bereits im Boden eingebaut. Andere werden waagrecht verlegt, und das Wasser läuft dank Rinnentiefe und Auslauf ab. Wird das Gefälle beim Verlegen hergestellt, wählt man in der Praxis meist etwa 0,5 bis 1 Prozent nach Angabe des Herstellers, also rund 5 bis 10 mm pro Meter. Bei einer fünf Meter langen Rinne mit 1 Prozent Gefälle ergibt das ungefähr fünf Zentimeter Höhenunterschied.

Genauso wichtig ist die Fläche selbst. Pflästerung oder Beton müssen zur Rinne hin geneigt sein, sonst läuft das Wasser einfach daran vorbei.

Wohin das Wasser geht, hängt vom Grundstück ab:

  • In die Meteorwasser- oder Mischkanalisation
  • In einen Sickerschacht oder Sickerblock, wenn der Boden das Wasser aufnehmen kann
  • In einen Regenwassertank, etwa für die Gartenbewässerung

Wo der Boden durchlässig genug ist, ist das Versickern auf dem eigenen Grundstück oft die naheliegende Lösung. Bei lehmigem Boden lohnt es sich, das vorher abzuklären.

Was die Arbeit einfacher oder aufwendiger macht

Am einfachsten ist eine neue Fläche: Die Rinne wird vor dem Belag gesetzt, Schacht oder Versickerung liegen gleich daneben. Dann geht die Arbeit zügig und übersichtlich voran.

Mehr Aufwand bedeuten:

  • Nachträglicher Einbau in eine fertige Fläche, wenn Pflästerung oder Beton geschnitten, ausgebrochen und danach wieder ergänzt werden müssen
  • Eine lange Strecke mit Ecken, Abzweigungen oder einem weit entfernten Auslauf
  • Eine höhere Belastungsklasse mit mächtigerer Betonummantelung und schwereren Elementen
  • Schlechter Untergrund, etwa lehmiger oder aufgeschütteter Boden, der ersetzt oder verbessert werden muss
  • Leitungen im Boden, enger Zugang oder Graben von Hand ohne Maschine

Typische Fehler

Häufig sieht man Rinnen, die zu hoch sitzen. Der Rost steht dann über den Belag, das Wasser staut sich davor und Räder schlagen ihn kaputt. Die Oberkante des Rosts gehört in der Regel einige Millimeter unter die angrenzende Fläche, die Hersteller nennen etwa 3 bis 5 mm.

  • Zu wenig Beton seitlich: Die Rinne verschiebt sich mit der Zeit, die Pflästerung daneben geht auseinander
  • Betonieren ohne eingelegte Roste bei Kunststoffrinnen: Die Seitenwände biegen sich, der Rost passt danach nicht mehr
  • Nicht verdichteter Untergrund: Die Rinne setzt sich, es entsteht eine Mulde mit stehendem Wasser
  • Fehlende Dilatationsfugen bei grossen Betonflächen: Der Beton reisst entlang der Rinne
  • Vergessene Stirnwand oder undichter Auslauf: Wasser läuft unter die Rinne und spült den Unterbau aus
  • Fläche mit Gefälle weg von der Rinne: Die Rinne bleibt trocken, das Wasser läuft zum Haus

Anleitung für Heimwerker: Rinne beim Sitzplatz oder Gartenweg setzen

Eine kurze Kunststoffrinne beim Sitzplatz oder Gartenweg schaffen Sie mit Wasserwaage, Schnur und etwas Geduld auch selbst. Bei einer befahrenen Einfahrt und beim Anschluss an die Kanalisation ist eine Fachfirma die vernünftigere Wahl.

  1. Klären, wohin das Wasser fliessen soll, und Auslauf, Schacht oder Versickerung vorbereiten.
  2. Verlauf abstecken und die Schnur auf Höhe der künftigen Rostoberkante spannen.
  3. Graben breiter und tiefer als die Rinne ausheben, nach Angabe des Herstellers.
  4. Sohle verdichten, Kies einbringen und erneut verdichten.
  5. Eine Lage erdfeuchten Beton verteilen.
  6. Das erste Element beim Auslauf setzen und entgegen der Fliessrichtung weiterarbeiten.
  7. Jedes Element nach der Schnur ausrichten und mit der Wasserwaage prüfen.
  8. Stirnwand aufsetzen und den Anschluss an den Auslauf abdichten.
  9. Roste einlegen und die Rinne beidseitig einbetonieren.
  10. Beton aushärten lassen und erst danach den Belag rundherum fertigstellen.
  11. Einen Eimer Wasser in die Rinne giessen und prüfen, ob alles abläuft.

Die fertige Arbeit prüfen

  • Der Rost liegt auf der ganzen Länge leicht unter der angrenzenden Fläche und steht nirgends vor
  • Die Rinne verläuft in einer Linie ohne Absätze an den Stössen
  • Die Roste sitzen fest, klappern nicht und sind bei Einfahrten verriegelt
  • Nach dem Wassertest bleiben keine Pfützen in der Rinne
  • Das Wasser fliesst in den Auslauf und tritt nirgends unter der Rinne aus
  • Der seitliche Beton ist geschlossen, ohne Risse und Hohlräume
  • Die Fläche ringsum ist zur Rinne hin geneigt
  • Die Belastungsklasse von Rinne und Rost passt zu dem, was über die Fläche fährt
  • Die Rinne ist gut zugänglich und die Roste lassen sich zum Reinigen herausnehmen

Häufige Fragen

Bei reinen Fussgängerflächen erlauben manche Hersteller einen einfacheren Einbau, ein Betonbett mit seitlicher Ummantelung ist aber zuverlässiger. Bei Einfahrten und Parkplätzen ist Beton praktisch unverzichtbar, sonst verschiebt sich die Rinne unter den Rädern.

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