Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Unterdachbahn verlegen

Die Unterdachbahn ist eine dünne, aber wichtige Schicht im Steildach. Sie liegt auf den Sparren oder auf der Holzschalung, unter Lattung und Eindeckung. Wenn Wind Regen, Schnee oder Staub unter die Ziegel oder das Blech drückt, fängt die Bahn das Wasser auf und leitet es zur Traufe. Gleichzeitig lässt eine diffusionsoffene Bahn Wasserdamp

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·6 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
3.64 CHF/ m²
Richtwert-Spanne
2.88 CHF - 4.74 CHF
Wohnung 60 m²
545.90 CHF
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Zimmererarbeiten (Dachstuhl)6 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Schalung und Lattung
Montage diffusionsoffene Foliem²3.64 CHF-
Dachlattungm²7.26 CHF-
Lattung und Konterlattungm²3.45 CHF-
Konterlattungm²5.45 CHF-
Dachschalung aus OSB / gehobelten Bretternm²14.53 CHF-
Montage Holzschalungm²8.00 CHF-
Summe Arbeit
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Wozu die Unterdachbahn dient und wann das Dach sie braucht

Fachleute sprechen auch vom Unterdach oder von der zweiten wasserführenden Schicht. Die Eindeckung ist der erste Schutz gegen Wasser, die Bahn der zweite. Bei normalem Wetter merken Sie davon kaum etwas. Bei Sturm, Schlagregen oder schmelzendem Schnee kann aber Wasser durch die Fugen der Eindeckung dringen. Dann entscheidet die Bahn, ob Dachstuhl und Dämmung trocken bleiben.

Besonders wichtig ist sie bei einem bewohnten oder gedämmten Dachgeschoss. Nasse Mineralwolle dämmt deutlich schlechter, und Holz, das lange feucht bleibt, kann schimmeln oder faulen. Solche Schäden zeigen sich oft erst nach einigen Wintern, wenn an der Decke Flecken auftauchen.

Häufig wird die Unterdachbahn mit der Dampfbremse verwechselt. Die Unterdachbahn gehört auf die Aussenseite der Dämmung, also unter die Eindeckung, und lässt Dampf hinaus. Die Dampfbremse kommt auf die Raumseite, unter die Gipskartonplatten, und hält die Feuchtigkeit aus den Wohnräumen von der Dämmung fern. Jede Schicht hat eine andere Aufgabe, deshalb lassen sie sich nicht gegeneinander austauschen.

Welche Bahn passt zu Ihrem Dach

Direkt auf der Dämmung oder mit Luftschicht darunter

Eine stark diffusionsoffene Bahn darf direkt auf der Wärmedämmung oder auf der Schalung liegen. Sie kommt bei gedämmten Dächern zum Einsatz, bei denen zwischen Dämmung und Bahn kein Platz für eine Luftschicht bleibt.

Eine weniger diffusionsoffene Bahn braucht darunter eine belüftete Luftschicht. Sie passt eher zu älteren Dachaufbauten und zu Dächern ohne ausgebautes Dachgeschoss. Liegt sie direkt auf der Dämmung, kann Feuchtigkeit in der Konstruktion eingeschlossen bleiben.

Unter Blech oder unter Ziegel

Blech erwärmt sich schnell und kühlt schnell ab, darunter bildet sich leicht Kondenswasser. Unter einer Blecheindeckung wählt man deshalb eine robustere Bahn und achtet besonders auf eine gute Hinterlüftung. Die Bahn muss auch aushalten, dass Spengler und Dachdecker während der Montage darauf herumgehen.

Unter Ton- oder Betonziegeln schützt die Bahn vor allem vor eingewehtem Regen und Schnee. Sie bildet zusammen mit Konterlattung, Lattung und Hinterlüftung einen Aufbau. Welche Bahn richtig ist, hängt also von Eindeckung, Dachneigung, Dämmung und Lüftung ab. Über einer ungedämmten Garage kann eine einfachere Bahn reichen, über einem Wohnraum lohnt sich eine hochwertigere. In der Schweiz beschreibt die Norm SIA 232/1 für geneigte Dächer, welche Anforderungen ein Unterdach je nach Beanspruchung erfüllen soll. Den genauen Einsatzbereich nennt das technische Datenblatt des Herstellers.

So läuft die Montage ab

Es handelt sich um Arbeit in der Höhe. Sie gehört in die Hände eines Zimmermanns oder Dachdeckers mit Absturzsicherung. Der Ablauf sieht meist so aus:

  1. Dachstuhl prüfen: Sparren auf Ebenheit und Holzzustand kontrollieren, Anschlüsse an Traufe, Kamin und Dachfenstern ansehen. Feuchtes oder befallenes Holz zuerst instand stellen.
  2. Traufe vorbereiten, damit die Bahn auf das Traufblech oder in die Dachrinne ausläuft und das Wasser ausserhalb der Konstruktion abfliesst.
  3. Erste Bahn waagrecht an der Traufe ausrollen, die bedruckte Seite nach aussen, wie vom Hersteller angegeben.
  4. Weitere Bahnen Richtung First verlegen, die obere Bahn überlappt jeweils die untere. Die Überlappung beträgt meist rund 10 bis 20 cm, bei flacher Neigung mehr. Den genauen Wert gibt der Hersteller vor.
  5. Bahn mit Klammern vorläufig befestigen. Eine Bahn mit Luftschicht darunter zwischen den Sparren leicht durchhängen lassen, damit allfälliges Wasser zur Traufe läuft.
  6. Stösse verkleben und Details mit den Systemklebebändern, Manschetten und Dichtmassen des Herstellers anschliessen.
  7. Konterlatten auf die Sparren nageln. Bei flacher Neigung kommt darunter oft ein Nageldichtband, das die Nagellöcher abdichtet.
  8. Lattung und Eindeckung möglichst bald montieren, damit die Bahn nicht lange in der Sonne liegt.

Die Konterlatten schaffen einen Spalt, durch den Luft von der Traufe zum First strömt und Feuchtigkeit abführt. Ohne diesen Spalt würde sich unter der Eindeckung Kondenswasser bilden. Die Bahn ist also Teil des ganzen Dachaufbaus und nicht einfach ein Stück Folie.

Planen Sie ohnehin, das Dach zu dämmen, lohnt sich ein Blick auf das Gebäudeprogramm Ihres Kantons. Ob und wie eine Dachdämmung unterstützt wird, erfahren Sie bei der kantonalen Energiefachstelle.

Was die Arbeit einfacher oder aufwendiger macht

Am wenigsten Aufwand macht ein gerades Satteldach ohne Durchdringungen, mit gesundem Dachstuhl und gutem Zugang. Die Bahn wird ausgerollt, befestigt und abgedeckt, ohne viel Zuschnitt.

Mehr Zeit und damit höhere Kosten verursachen vor allem:

  • Lukarnen, Kehlen und Grate, an denen die Bahn zugeschnitten und mehr überlappt werden muss
  • Kamine, Dachfenster, Antennen und Entlüftungsrohre
  • Eine flache Dachneigung mit höheren Anforderungen an die Dichtheit
  • Vollständig verklebte Stösse bei einem gedämmten Dachgeschoss
  • Reparaturen an Sparren, Schalung oder Lattung vor der Montage
  • Schwieriger Zugang zum Dach und schlechtes Wetter

Wenn Sie Offerten vergleichen, lassen Sie sich aufschlüsseln, ob Material, Klebebänder, Konterlattung, Transport und Vorbereitung des Untergrunds enthalten sind. Eine Offerte ohne diese Punkte wirkt günstig, doch am Ende fehlen dann die Details.

Fehler, die sich erst nach dem Winter zeigen

Ein fertiges Dach kann tadellos aussehen, bis der erste kräftige Wind mit Regen kommt. In der Praxis sieht man diese Fehler häufig:

  • Zu kleine Überlappung oder Verlegung von oben nach unten, sodass Wasser unter den Stoss läuft
  • Bahn mit der falschen Seite nach oben verlegt, dadurch schlechtere Dampfdurchlässigkeit
  • Gewöhnliches Universalklebeband statt Systemband, das mit der Zeit nicht mehr hält
  • Durchdringungen nur eingeschnitten, ohne Manschette oder Verklebung
  • Bahn nicht bis auf das Traufblech geführt, sodass Wasser ins Mauerwerk oder in die Dämmung läuft
  • Fehlende oder verstopfte Hinterlüftung
  • Löcher von Werkzeug oder Ziegeln, die niemand repariert hat
  • Bahn länger offen gelassen, als der Hersteller erlaubt, sodass UV-Strahlung sie schwächt

Die Reparatur ist aufwendig, weil Eindeckung und Lattung wieder herunter müssen und manchmal auch nasse Dämmung ersetzt werden muss. Ein kleiner Fehler im Detail kann so einen Eingriff ins ganze Dach bedeuten.

So prüfen Sie die fertige Arbeit

Bevor Lattung und Eindeckung die Bahn verdecken, lohnt sich ein Rundgang mit dem Handwerker. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Bahnen laufen waagrecht von unten nach oben, die obere überlappt die untere
  • Überlappung entspricht dem Datenblatt und der Dachneigung
  • Bedruckte Seite liegt aussen, wie vom Hersteller vorgesehen
  • Stösse und Details sind mit den passenden Systembändern verklebt
  • Kamin, Dachfenster und Durchdringungen sind mit Manschette oder Band ohne offene Stellen angeschlossen
  • Bahn läuft an der Traufe auf das Blech oder in die Rinne aus
  • Fläche ist ohne Risse und Löcher
  • Konterlatten bilden eine durchgehende Luftschicht von der Traufe bis zum First
  • Eindeckung folgt innerhalb der Frist, die der Hersteller der Bahn zulässt

Häufige Fragen

Bei heutigen Steildächern ist sie fast immer sinnvoll, vor allem über einem bewohnten oder gedämmten Dachgeschoss. Sie schützt die Konstruktion auch dann, wenn Wasser unter die Eindeckung gelangt. Ausnahmen können einzelne ungedämmte Nebenbauten sein, doch auch dort zählt die Empfehlung des Herstellers der Eindeckung.

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