Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Nivellierung (ausgleichen) des Fußbodens bis max. 2,9 cm Dicke

Selbstverlaufende Ausgleichsmasse, oft auch Nivelliermasse oder Fließspachtel genannt, ist eine flüssige Mischung. Man gießt sie auf den vorhandenen Boden, und sie verteilt sich von selbst zu einer ebenen Fläche. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Untergrund zwar fest, aber uneben ist: nach dem Entfernen alter Fliesen, Parkett oder PVC oder

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·14 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
11,80 €/ m²
Richtwert-Spanne
9,40 € - 15,40 €
Wohnung 60 m²
1768,00 €
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Bodenbeläge14 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Vorbereitung
Selbstnivellierende Ausgleichsmassem²11,80 €-
Alten schwimmenden Bodenbelag / Laminat ausbauenm²5,08 €-
Sockelleisten demontierenlfm2,18 €-
Verklebtes Linoleum entfernenm²8,16 €-
Schleifen des Betonuntergrundesm²10,88 €-
Anschleifen des Untergrundes (Kleber-/Bitumenreste) vor Nivellierungm²4,35 €-
Bodengrundierung + Acryl-Verfugung der Eckenm²3,08 €-
Grundierung des Untergrundesm²2,36 €-
Randdämmstreifen umlaufendlfm2,00 €-
Ausgleichsschüttung Blähton (Liapor)m²10,88 €-
Verlegung und Montage von OSB-Platten auf dem Bodenm²-
Holzfaser-Trittschalldämmplatte 20 mm (Wärme- und Schalldämmung)m²-
Bitumenbahn aufgeschweißt (1 Lage)m²-
Estrichfugen kraftschlüssig verharzen und verdübelnStk.32,64 €-
Summe Arbeit
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Wann Ausgleichsmasse sinnvoll ist und wo ihre Grenzen liegen

Ausgleichsmasse gleicht kleinere Unebenheiten aus. Je nach Produkt wird sie in Schichten von wenigen Millimetern bis etwa drei Zentimetern aufgetragen. Den genauen Bereich nennt der Hersteller auf dem Sack, und daran sollten Sie sich halten.

Sind die Höhenunterschiede größer oder ist der Estrich mürbe, abgesackt oder tief gerissen, löst die Masse das Problem nicht. Dann muss der Estrich zuerst mit Reparaturmörtel instand gesetzt oder ein neuer, dickerer Estrich eingebaut werden. Die Ausgleichsmasse ist nur so stabil wie das, worauf sie liegt. Bröselt der Untergrund darunter, löst sie sich mit.

Warum ist die Ebenheit so wichtig? Dünne, feste Beläge wie Vinyl und Laminat zeichnen jede kleine Erhebung nach. Bei Streiflicht durchs Fenster sieht man Mulden deutlich, ein schwimmend verlegter Boden federt darauf nach, und die Verbindungen leiden mit der Zeit.

Welche Ausgleichsmassen es gibt und welche passt

  • Zementäre Ausgleichsmassen sind vielseitig. Sie eignen sich für Beton und Zementestrich und dürfen meist auch in Bad, Küche oder Hauswirtschaftsraum verwendet werden.
  • Calciumsulfat-Ausgleichsmassen (Gips- oder Anhydritbasis) verlaufen sehr gut und ergeben eine besonders glatte Oberfläche. Sie gehören in trockene Räume wie Wohn- oder Schlafzimmer, nicht in Bad oder Waschküche.
  • Schnell abbindende Massen verkürzen die Wartezeit bis zum Verlegen. Sie lohnen sich vor allem, wenn es schnell gehen muss, etwa bei einer Renovierung in einer bewohnten Wohnung.
  • Massen für Fußbodenheizung vertragen Temperaturwechsel besser. Eine dünne Schicht erwärmt sich schnell, die Heizung reagiert dadurch zügiger.

Wichtig ist, dass Masse und Untergrund zusammenpassen. Auf einem Calciumsulfatestrich (Anhydritestrich) verwenden Sie nur Masse und Grundierung, die der Hersteller ausdrücklich dafür freigibt. Sind Sie beim Untergrund unsicher, entscheidet der Bodenleger nach einer Prüfung vor Ort.

So läuft die Arbeit Schritt für Schritt ab

Das eigentliche Gießen geht schnell. Die meiste Zeit kostet die Vorbereitung, und von ihr hängt ab, ob die Schicht dauerhaft hält.

  1. Untergrund prüfen: Der Bodenleger kontrolliert Festigkeit, Risse, Hohlstellen und Feuchte. Ein zu feuchter Estrich ist eine häufige Ursache für spätere Schäden. Die zulässige Restfeuchte geben die Hersteller von Masse und Belag an, bei Calciumsulfatestrich ist der Grenzwert deutlich strenger als bei Zementestrich. In Deutschland wird dafür meist die CM-Messung genutzt.
  2. Alte Schichten entfernen: Kleberreste, Farbe, Bitumen- und Teerschichten werden bis auf den tragfähigen Untergrund abgeschliffen oder abgefräst. Altes Parkett bauen Sie vorsichtig aus, wenn Sie es noch weiterverwenden möchten.
  3. Stellen ausbessern: Tiefe Löcher und Ausbrüche werden mit Reparaturmörtel gefüllt, Risse fachgerecht geschlossen.
  4. Saugen und grundieren: Die Fläche wird gründlich abgesaugt und mit einer passenden Grundierung gestrichen. Sie gleicht die Saugfähigkeit aus und verbessert die Haftung.
  5. Randdämmstreifen setzen: Rund um den Raum und um Rohrleitungen wird ein Schaumstoffstreifen geklebt. Er trennt die Masse von den Wänden und fängt Bewegungen auf.
  6. Anmischen: Die Masse wird mit der genau angegebenen Wassermenge und einem langsam laufenden Rührwerk klumpenfrei angerührt.
  7. Gießen und verteilen: Man beginnt in der hintersten Ecke und arbeitet sich in etwa meterbreiten Bahnen zur Tür vor. Die Masse wird mit dem Rakel verteilt, die Bahnen werden nass in nass verbunden.
  8. Entlüften: Die frische Schicht wird mit einer Stachelwalze abgerollt, damit Luftblasen entweichen.
  9. Aushärten lassen: Der Raum sollte eine gleichmäßige Temperatur haben, meist etwa zwischen 15 und 25 °C, ohne Zugluft und direkte Sonne.

Was die Arbeit leichter oder aufwendiger macht

  • Zustand des Untergrunds: Sauberer, fester Beton muss nur gesaugt und grundiert werden. Dicke Schichten aus altem Kleber, Teer oder Bitumen bedeuten Schleifen oder Fräsen und viel Staub.
  • Raumform: Eine große, einfache Fläche lässt sich in einem Zug gießen. Kleine, verwinkelte Räume, Nischen und viele Übergänge kosten Zeit.
  • Schichtdicke: Bei größeren Unterschieden wird manchmal in zwei Lagen gegossen, mit Wartezeit dazwischen.
  • Art der Masse: Schnell abbindende und Spezialmassen verlangen zügiges, gut eingespieltes Arbeiten.
  • Zugang: Im Mehrfamilienhaus im oberen Stockwerk ohne Aufzug dauert das Tragen von Säcken und Wasser länger. Lautes Schleifen planen Sie nach der Hausordnung und den Ruhezeiten, Auskunft gibt die Hausverwaltung.

Im Altbau und in Häusern aus den Jahrzehnten vor den 1990er Jahren können alte PVC-Platten (etwa Floor-Flex-Platten), Kleber oder schwarze Teerschichten Asbest oder schädliche teerhaltige Stoffe enthalten. Haben Sie einen Verdacht, schleifen Sie nicht selbst und lassen Sie das Material untersuchen. Asbest darf nur ein Fachbetrieb mit der vorgeschriebenen Sachkunde entfernen.

Anleitung für Heimwerker: Ausgleichsmasse in einem kleineren Raum

Einen kleineren Raum mit festem, trockenem Untergrund können Sie auch selbst nivellieren. Bei größeren Flächen holen Sie sich Hilfe: Einer mischt, der andere gießt und verteilt.

  1. Technisches Merkblatt von Masse und Grundierung lesen, vor allem Schichtdicke und Verarbeitungszeit.
  2. Reste alter Beläge und Kleber entfernen, Untergrund absaugen.
  3. Größere Löcher und Risse vorher mit Reparaturmörtel füllen.
  4. Grundierung auftragen und nach Herstellerangabe trocknen lassen.
  5. Randdämmstreifen rundum und um alle Rohre kleben.
  6. Eimer, Rührwerk, Rakel, Stachelwalze, Messbecher für Wasser und Stachelschuhe bereitlegen.
  7. Schwelle und Türbereich abkleben, damit die Masse nicht in den Nachbarraum läuft.
  8. Masse mit der genauen Wassermenge klumpenfrei anrühren.
  9. Von der hintersten Ecke zur Tür in Bahnen gießen und mit dem Rakel verteilen.
  10. Fläche mit der Stachelwalze kreuzweise abrollen.
  11. Fenster schließen, ohne Zugluft aushärten lassen und erst betreten, wenn der Hersteller es erlaubt.

Typische Fehler

  • Fehlende oder falsche Grundierung: Der Untergrund zieht der Masse das Wasser ab, sie haftet schlecht, reißt und kann sich ablösen.
  • Ungenaue Wassermenge: Zu dünn angerührte Masse verliert Festigkeit und kann sich an der Oberfläche entmischen, zu dicke verläuft nicht.
  • Nicht entlüftet: Nach dem Aushärten bleiben kleine Krater an der Oberfläche.
  • Zu dick gegossen: Eine zu starke Schicht trocknet ungleichmäßig und kann reißen.
  • Lücken im Randdämmstreifen: In Ecken und an Rohren entstehen dann Risse.
  • Zu frühes Verlegen: Ein Belag auf noch feuchter Masse kann sich verformen, der Kleber hält schlecht. Vor Holz- und Vinylböden ist eine Feuchtemessung sinnvoll.

So prüfen Sie den fertigen Untergrund

  • Die Fläche ist eben, unter einer langen Richtlatte sind keine Spalten zu sehen
  • Es gibt keine Risse, Krater oder sichtbaren Absätze zwischen den Bahnen
  • Beim Abklopfen klingt nirgends etwas hohl
  • Die Oberfläche bröselt und staubt nicht, wenn Sie mit einem Schlüssel darüberkratzen
  • Der Randdämmstreifen läuft lückenlos rundum, der überstehende Teil wird erst beim Verlegen des Belags abgeschnitten
  • Die Höhe passt zu Schwellen und Türen, inklusive des geplanten Belags
  • Vor empfindlichen Belägen ist die Fläche fein angeschliffen und abgesaugt
  • Die Restfeuchte entspricht den Vorgaben des Belagherstellers

Häufige Fragen

Begehbar ist die Masse meist nach einigen Stunden bis einem Tag. Verlegereif ist sie je nach Produkt, Schichtdicke und Raumklima oft nach einem bis mehreren Tagen, bei dickeren Schichten auch später. Maßgeblich sind das technische Merkblatt und die gemessene Feuchte.

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