Der Abbruch einer Betonwand oder Trennwand kostet laut aktueller Preisliste 275,20 € pro m³ Arbeitsleistung. Fliesen werden pro m² abgerechnet, ausgebaute Sanitärobjekte pro Stück. Abtransport und Entsorgung des Schutts kommen immer extra dazu und werden pro Tonne berechnet, denn wie schwer der Schutt ist, sieht man der Abbruchfläche allein nicht an.
Leistungsarten und ihre Preise
Der schwerste und langsamste Teil der Abbrucharbeiten. Erfordert einen Abbruchhammer, gegebenenfalls Kernbohrungen bei Bewehrungsanschlüssen, und die Überprüfung, dass die Konstruktion nicht tragend ist.
Üblicher Bestandteil der Bad- oder Küchenrenovierung. Unter den Fliesen befinden sich meist Kleber und eine alte Ausgleichsschicht, die bis zum ursprünglichen Untergrund entfernt werden müssen.
Das Durchbrechen von Decken und Platten erfolgt nach Rücksprache mit dem Statiker, da Bewehrung und angrenzende Felder tragend sein können. Erfordert Abstützung und Absicherung der Umgebung.
Badewanne, Waschbecken und WC werden vor dem Abbruch der Böden von den Anschlüssen getrennt und im Ganzen entfernt, um Abfall und Beschädigungen an umliegenden Fliesen zu minimieren.
Trockenbaukonstruktionen werden samt Tragrost demontiert. Der Hohlraum über der Verkleidung verbirgt oft Leitungen, die zuerst getrennt werden müssen.
Versalzte, hohl liegende oder durch Feuchtigkeit beschädigte Putzschichten werden bis auf das Mauerwerk abgeklopft. Die Arbeit ist staubig und erfordert laufende Belüftung des Raums.
Leistung aus dem Preisverzeichnis kalkulieren
Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.
Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Abbruch- und Demontagearbeiten | ||||
| Abbruch Betonwand / Trennwand | m³ | 275,20 € | - | |
| Wandfliesen abschlagen | m² | - | ||
| Bodenfliesen abschlagen | m² | 16,50 € | - | |
| Demontage der Badewanne | Stk. | 67,88 € | - | |
| Demontage des WCs | Stk. | 36,70 € | - | |
| Demontage des Waschbeckens | Stk. | 31,20 € | - | |
| Abbruch Ziegeltrennwand bis 150 mm | m² | - | ||
| Abbruch von Voll- / Sichtziegelmauerwerk | m² | - | ||
| Abbruch Stahlbetondecke bis 12 cm | m² | 99,07 € | - | |
| Entfernen von PVC- oder Teppichböden | m² | 7,34 € | - | |
| Entfernen schwimmender Böden (Parkett, Linoleum) | m² | 2,38 € | - | |
| Demontage Türblatt mit Holzzarge | Stk. | 45,87 € | - | |
| Stahlzarge aus Betonwand herausschneiden und ausbauen | Stk. | - | ||
| Stahlzarge aus Beton ausbrechen | Stk. | 47,70 € | - | |
| Demontage Plattenheizkörper | Stk. | 36,70 € | - | |
| Demontage Gussheizkörper | Stk. | 64,20 € | - | |
| Entfernen Gipskarton-Unterdecke samt Unterkonstruktion | m² | 14,68 € | - | |
| Kompletter Abbruch eines Fertig-Sanitärkerns (Plattenbau) | Stk. | - | ||
| Abschlagen alter Innenputze | m² | 11,92 € | - | |
| Demontage der Küchenzeile | Stk. | - | ||
| Ausbau eines Einbauschrankes | Stk. | 75,22 € | - | |
| Ausbau einer WC-Vorwand mit Steigleitung | Stk. | 88,06 € | - | |
| Ausbau der Fensterbänke | Stk. | 18,35 € | - | |
| Bauschutt abtransportieren und entsorgen | t | - | ||
| Sonstige Arbeiten | ||||
| Sonstige nicht spezifizierte Arbeiten im Fach | Std. | - | ||
Was kostet das je nach Umfang
| Nur Bodenabbruch Entfernen von Fliesen auf 10 m² Fläche | 165,10 € |
| Bodenabbruch und Demontage von Sanitärobjekten Entfernen von Fliesen auf 10 m², Demontage von WC, Waschbecken und Badewanne | 300,86 € |
| Kompletter Abbruch inklusive Putz und Trennwand Entfernen von Fliesen, Demontage von Sanitärobjekten, Abschlagen von Putz auf 10 m² und Abbruch von 1 m³ Betontrennwand | 695,25 € |
Vorbereitung vor dem Abbruch
Türen und Durchgänge werden mit Folie staubdicht abgeklebt. Möbel und Einrichtung, die im Weg stehen oder Schaden nehmen könnten, kommen vorher raus.
Vor Arbeitsbeginn werden Wasser, Strom und Heizung im Abbruchbereich sicher getrennt und abgesperrt. Sonst können Leitungen beschädigt werden und Wasser austreten.
Badewanne, Waschbecken, WC und Heizkörper werden im Ganzen ausgebaut, bevor Böden und Trennwände drankommen. So lassen sie sich hinaustragen, ohne die Türöffnungen zu beschädigen.
Fliesen und die alte Ausgleichsschicht kommen bis auf den tragenden Untergrund runter, damit der neue Bodenaufbau gut hält.
Trennwände und Betonteile werden erst abgebrochen, wenn feststeht, dass sie nichts tragen. Im Zweifel entscheidet das statische Gutachten, nicht der Blick vor Ort.
Arbeitsablauf
- 01Raum begehen, Abbruchumfang festlegen und prüfen, welche Bauteile tragend sind.
- 02Baustelle absichern, angrenzende Flächen schützen und Leitungen trennen.
- 03Sanitärobjekte, Türen und Zargen ausbauen, die durch den Abbruch wegfallen.
- 04Böden, Verkleidungen und Putz im festgelegten Umfang abbrechen.
- 05Trennwände, Wände und Betonteile mit dem Abbruchhammer oder per Säge abbrechen.
- 06Schutt laufend trennen und Metall getrennt vom Bauschutt sammeln.
- 07Schutt aufladen und zu einer zugelassenen Deponie bringen, mit Entsorgungsnachweis.
- 08Den Raum gereinigt und bereit für die nächsten Arbeiten übergeben.
5 häufige Fehler
Auch eine dünne Trennwand kann das Gebäude aussteifen. Im Plattenbau oder bei größeren Öffnungen braucht es vor dem Abbruch die Stellungnahme eines Statikers.
Wer ein Kabel oder Rohr unter dem Putz erwischt, verursacht Schäden und verlängert die Arbeiten. Deshalb werden Leitungen vor dem Abbruch immer geprüft und getrennt.
Schutt ist viel schwerer, als er auf den ersten Blick aussieht. Ohne Schätzung des Gewichts reicht das Budget für den Abtransport oft nicht.
Staub und Bruchstücke beschädigen angrenzende Flächen und Einrichtung. Deshalb wird der Raum vor dem Abbruch mit Folie abgedeckt und von den übrigen Räumen abgetrennt.
Unter Fliesen oder Putz kann eine dickere Schicht stecken als angenommen. Den genauen Umfang legt man erst fest, wenn die erste Schicht ab ist, nicht nur nach der Fläche.
Tragend oder nicht tragend: warum die Wanddicke nichts verrät
Bevor Sie zum ersten Mal mit dem Hammer gegen eine Wand schlagen, sollten Sie wissen, ob sie tragend oder aussteifend ist. Eine aussteifende Wand muss nicht unbedingt die Decke tragen. Sie hält aber das Haus zusammen und verhindert, dass sich das Gebäude verformt. Oft hört man die Faustregel: dünne Wand gleich Trennwand, dicke Wand gleich tragend. Darauf können Sie sich nicht verlassen. Im Altbau trägt manchmal auch eine dünne gemauerte Wand die Decke, oder jemand hat später Balken auf eine Wand gelegt, die ursprünglich nur Räume trennen sollte. In Plattenbauten, wie man sie vor allem in Ostdeutschland findet, wirken auch Wände aussteifend, die wie eine gewöhnliche Trennwand aussehen. Und nicht jede leichte Wand ist Trockenbau: Hinter dem Putz steckt oft doch Mauerwerk.
Sicherheit geben Ihnen die Bauunterlagen des Hauses und die Einschätzung eines Tragwerksplaners, umgangssprachlich Statiker. Haben Sie selbst keine Pläne, fragen Sie bei der Hausverwaltung oder beim Bauamt nach. Der Statiker schaut sich auch an, was die Nachbarn über und unter Ihnen schon umgebaut haben. Jeder Eingriff ins Tragwerk summiert sich. Was allein harmlos wäre, kann zusammen mit anderen Umbauten zum Problem werden.
In einer Eigentumswohnung gehören tragende Wände zum Gemeinschaftseigentum. Sie brauchen deshalb die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft (WEG), in der Regel über einen Beschluss der Eigentümerversammlung. Als Mieter brauchen Sie die Erlaubnis Ihres Vermieters. Ob zusätzlich eine Baugenehmigung nötig ist, regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, und die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land. Fragen Sie deshalb vorab beim Bauamt nach, welches Verfahren für Ihren Fall gilt. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Umbau im Inneren automatisch genehmigungsfrei ist. Im Einfamilienhaus entfällt zwar die Abstimmung mit der WEG, die Fragen nach Statik und Genehmigung bleiben aber dieselben.
Soll eine tragende Wand ganz weg oder planen Sie einen größeren Durchbruch, legt der Statiker fest, was die Last künftig übernimmt. Oft sind das Stahlträger oder Fertigteilstürze. Er bestimmt auch, wie die Decke während der Arbeiten mit Baustützen abgefangen wird. So bewegt sich nichts, bevor die neue Abstützung fertig ist.
Leitungen in der Wand und Sicherheit
In Wänden und Böden verlaufen Stromkabel, Wasser- und Abwasserleitungen und manchmal auch Gas. Schalten Sie vor dem Abbruch die Sicherungen der betroffenen Stromkreise aus und sperren Sie das Wasser ab. Eine Gasleitung trennen Sie nie selbst. Das darf nur ein Installateur, der beim örtlichen Netzbetreiber eingetragen ist. Auch wenn Stromleitungen stillgelegt oder neu verlegt werden müssen, gehört das in die Hände einer Elektrofachkraft. Riechen Sie während der Arbeiten Gas, hören Sie sofort auf. Betätigen Sie keine Lichtschalter und keine Elektrogeräte, öffnen Sie die Fenster, verlassen Sie die Wohnung und rufen Sie von draußen den Notruf 112 oder die Störungsnummer des Netzbetreibers an.
Suchen Sie die Leitungen mit einem Ortungsgerät und markieren Sie den Verlauf mit Bleistift oder Filzstift an der Wand. In neueren Gebäuden sollen Leitungen nach DIN 18015-3 in festgelegten Installationszonen verlaufen, also waagerecht und senkrecht in bestimmten Abständen zu Decke, Boden und Ecken. In älteren Wohnungen können Sie sich darauf nicht verlassen. In der Praxis taucht ein Kabel oft schräg mitten in der Wand auf, wo es niemand erwartet hätte.
Abgebrochen wird von oben nach unten und in kleinen Stücken. Warum nicht die ganze Wand auf einmal? Ein großes Stück Mauerwerk beschädigt beim Aufprall den Boden und die Leitungen darin. Im Mehrfamilienhaus können dabei sogar die Fliesen beim Nachbarn darunter reißen. Klären Sie dort vor Arbeitsbeginn, wo die Steigleitungen verlaufen und wo die Absperrventile sitzen. Der Hausmeister oder die Hausverwaltung weiß das meist. So können Sie im Notfall schnell das Wasser abdrehen.
Staub, Lärm und Nachbarn
Beim Abbrechen und Stemmen von Beton, Ziegeln und Putz entsteht feiner Staub, der Quarz enthält. Wer ihn über längere Zeit einatmet, schädigt seine Lunge. Arbeiten Sie deshalb mit einer Atemschutzmaske hoher Schutzklasse, bei viel Staub mit FFP3. Trennen Sie den Arbeitsbereich mit Folie oder einer Staubschutzwand ab und kleben Sie die Türen zu den übrigen Räumen ab. Beim Schneiden helfen Wasser oder Werkzeuge mit angeschlossenem Bausauger, der den Staub direkt an der Entstehungsstelle absaugt.
Wann Sie Lärm machen dürfen, regeln im Mehrfamilienhaus die Hausordnung und die örtlichen Vorschriften zu Ruhezeiten. Dort steht, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten laute Arbeiten erlaubt sind. Sonn- und Feiertage sind in der Regel tabu, viele Hausordnungen kennen außerdem eine Mittagsruhe. Sagen Sie den Nachbarn vorher Bescheid, wann Sie anfangen und wie lange es dauert, zum Beispiel mit einem Aushang im Treppenhaus. Die meisten Menschen ertragen Lärm leichter, wenn sie wissen, was auf sie zukommt. Schützen Sie Treppenhaus, Flur und Aufzug vor Staub und Beschädigung. Geht in den Gemeinschaftsflächen etwas kaputt, haftet dafür, wer die Arbeiten in Auftrag gegeben hat.
Badzelle, Böden und Fliesen
In Plattenbauten steckt oft noch die alte vorgefertigte Badzelle. Sie wird Schritt für Schritt zurückgebaut. Zuerst kommen die Sanitärobjekte heraus, also Wanne, Waschbecken und WC, danach Fliesen und Wandelemente der Zelle, und der Boden ist zuletzt dran. Ähnlich gehen Sie bei einem Altbaubad vor, das über die Jahrzehnte mehrfach umgebaut wurde. Steigleitungen und Absperrventile müssen funktionieren, bis der Installateur sie ersetzt oder neu anschließt. Viele überrascht, wie viel Material aus einem einzigen Bad kommt. Meist füllt es einen ganzen Container.
Unter dem Fliesenbelag verbirgt sich oft ein zweiter, älterer Belag, ein dicker Zementestrich oder ein Bodenaufbau mit Schlacke. Wie viel Sie tatsächlich abbrechen müssen, zeigt sich deshalb erst nach einer Sondieröffnung, also einem kleinen Probeloch im Boden. Bei Wandfliesen entscheiden Sie, ob nur die Keramik herunterkommt oder auch der Putz darunter. Löst sich der Putz zusammen mit den Fliesen, muss die Wand neu verputzt werden. In Häusern, die vor den 1990er-Jahren gebaut oder saniert wurden, sollten Sie außerdem an Asbest im Fliesenkleber oder in der Spachtelmasse denken, mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Schlackefüllungen im Altbau
In älteren Ziegelbauten hat man Decken und Böden gern mit Schlacke gefüllt, typisch ist das bei Holzbalkendecken. Das Material ist schwer, staubig, oft feucht und kann Schadstoffe aus der Kohleverbrennung enthalten. Tragen Sie beim Ausräumen Atemschutz und halten Sie die Schlacke feucht, damit sie nicht staubt. Wie sie entsorgt werden muss, hängt vom Ergebnis einer Untersuchung ab. Ihr Entsorger sagt Ihnen, welche Analyse er braucht. Räumen Sie Schlacke aus einer Holzbalkendecke, achten Sie darauf, den Einschub, also die Bretter zwischen den Balken, und die Balken selbst nicht zu beschädigen.
Asbest: wann der Abbruch nichts für einen gewöhnlichen Betrieb ist
In Deutschland ist Asbest seit 1993 verboten. In Gebäuden, die bis dahin gebaut oder saniert wurden, kann er aber noch stecken. Typisch sind Asbestzementplatten und Wellplatten auf Dächern, Fassadenplatten, Fensterbänke, alte Floor-Flex-Platten und ihr schwarzer Kleber, Nachtspeicheröfen, Rohrisolierungen und Abwasserrohre aus Asbestzement. Weniger bekannt ist, dass auch manche Fliesenkleber, Spachtelmassen und Putze Asbest enthalten können. Solange asbesthaltiges Material unbeschädigt ist, ist es vergleichsweise sicher. Gefährlich sind die Fasern, die beim Brechen, Schneiden oder Schleifen frei werden und in die Lunge gelangen.
Asbest darf nur ein Fachbetrieb entfernen, der die nötige Sachkunde nach TRGS 519 nachweisen kann. Er schottet den Arbeitsbereich ab, feuchtet das Material an, baut es möglichst unzerstört aus, verpackt es in gekennzeichnete Behälter und bringt es zu einer zugelassenen Annahmestelle für gefährliche Abfälle. Wer bei einer Sanierung ein Asbestdach oder ein Asbestrohr einfach zerschlägt und in den Container wirft, verstößt gegen geltendes Recht und gefährdet die Arbeiter und alle Hausbewohner. Sind Sie unsicher, lassen Sie vor dem Abbruch eine Materialprobe in einem Labor untersuchen. Das geht meist schnell und schafft Klarheit.
Bauschutt: Volumen, Gewicht und Trennung
Abgebrochenes Material lockert sich auf und braucht mehr Platz als die ursprüngliche Wand. Und es ist schwer: Ein Kubikmeter Beton wiegt deutlich mehr als zwei Tonnen. Container haben deshalb nicht nur ein Volumen, sondern auch eine Gewichtsgrenze. Bei Beton ist ein Container oft schon nach Gewicht voll, obwohl er nur zum Teil gefüllt aussieht. Planen Sie die Abfuhr deshalb nach Gewicht, nicht nach der Anzahl der Säcke. Soll der Container auf der Straße oder dem Gehweg stehen, brauchen Sie in der Regel eine Genehmigung der Stadt oder Gemeinde. Darum kümmert sich oft der Containerdienst, fragen Sie aber nach.
Trennen lohnt sich. Sauberer Beton und Ziegel lassen sich günstiger verwerten als gemischte Bauabfälle mit Holz, Kunststoff, Gipskarton und Dämmstoffen. Gipskarton aus dem Trockenbau gehört nicht in den Bauschutt, viele Entsorger nehmen ihn nur getrennt an. Die Gewerbeabfallverordnung verlangt ohnehin, Bauabfälle möglichst getrennt zu halten. Metalle können Sie beim Schrotthändler oder auf dem Wertstoffhof abgeben. Heben Sie die Entsorgungsnachweise auf, bei manchen Bauvorhaben verlangt sie das Bauamt.
Abbrechen oder Schneiden
Klassisches Abbrechen mit dem Abbruchhammer geht schnell, hat aber seinen Preis für das Bauwerk. Die Vibrationen übertragen sich auf die ganze Konstruktion, angrenzender Putz und Fliesen reißen, und bei tragenden Bauteilen kann das Gefüge leiden. Öffnungen in Beton, tragenden Wänden und Fertigteilplatten stellt man deshalb mit einer Diamant-Wandsäge oder per Kernbohrung her. Der Schnitt ist genau, erschütterungsfrei und erzeugt weniger Staub. Die Ränder der Öffnung bleiben gerade, sodass Sie sie nicht nachträglich ausbessern müssen.
Einen Schornstein trägt man von Hand von oben nach unten ab, damit keine Bruchstücke in die Züge oder aufs Dach fallen. Klären Sie vorher, ob der Schornstein noch von einer anderen Wohnung oder einer anderen Feuerstätte genutzt wird. Sprechen Sie außerdem mit Ihrem Bezirksschornsteinfeger, denn er muss über die Stilllegung Bescheid wissen. Nach dem Rückbau muss die Öffnung im Dach geschlossen und sorgfältig abgedichtet werden, sonst regnet es ins Haus.
Anleitung für Heimwerker: alte Fliesen entfernen
Alte Keramikfliesen in Bad oder Küche können Sie selbst entfernen, solange Sie keine Wände abbrechen und nicht in Leitungen eingreifen. Sie brauchen dafür Geduld und gute Schutzausrüstung. Stammen die Fliesen aus der Zeit vor 1993, lassen Sie vorher den Kleber auf Asbest prüfen.
- Sicherungen der Stromkreise im Raum ausschalten, Wasser absperren und Steckdosenabdeckungen, Armaturen und Zubehör abbauen.
- Boden mit fester Pappe oder Platten abdecken und die Tür mit Folie gegen Staub abkleben.
- Schutzbrille, Handschuhe, Atemschutzmaske und Arbeitsschuhe mit fester Sohle anziehen.
- An der Oberkante der Fliesen oder an einer Ecke beginnen, wo sich eine Fliese leicht löst, und den Meißel flach unter die Fliese führen, nicht senkrecht in die Wand.
- Mit einem elektrischen Meißelhammer und Flachmeißel oder mit Handmeißel und Fäustel arbeiten. Bei harter Wand langsam vorgehen, damit der Putz nicht in großen Stücken ausbricht.
- Bruchstücke laufend in stabile Säcke füllen und diese nicht zu voll machen, damit sie sich noch tragen lassen.
- Nach dem Entfernen der Fliesen losen Putz und Kleberreste abklopfen, damit der Untergrund für den Fliesenleger tragfähig ist.
- Taucht ein Kabel oder Rohr außerhalb des erwarteten Verlaufs auf, Arbeit sofort unterbrechen und eine Elektrofachkraft oder einen Installateur hinzuziehen.
Übergabe der Räume nach dem Abbruch
- Der Abbruch entspricht dem vereinbarten Umfang, tragende Bauteile sind unberührt oder nach Vorgabe des Statikers gesichert
- Leitungen, die bleiben sollten, sind unbeschädigt und offene Leitungsenden sind gesichert
- Der Bauschutt ist abgefahren und die Entsorgungsnachweise liegen Ihnen vor
- Treppenhaus, Flur und Aufzug sind sauber und unbeschädigt
- Der Untergrund ist für die folgenden Gewerke vorbereitet, ohne lose Putz- und Kleberreste
Häufige Fragen
Der Abbruch einer Betonwand oder Trennwand kostet laut aktueller Preisliste 275,20 € pro m³ Arbeitsleistung. Ist der Beton bewehrt oder die Wand dicker, geht es langsamer und braucht mehr Werkzeug.
Fliesen entfernen kostet 16,50 € pro m². Darin ist das Abschlagen der Fliesen samt alter Klebeschicht enthalten, der Schuttabtransport nicht.
Nein. Abtransport und Entsorgung des Schutts sind ein eigener Posten. Abgerechnet wird pro Tonne, nach dem tatsächlichen Gewicht und der Entfernung zur Deponie.
Vor Ort lässt sich das nicht zuverlässig sagen. Im Plattenbau, bei dickerem Mauerwerk oder bei Trennwänden nahe an tragenden Wänden entscheiden die Bauunterlagen oder die Stellungnahme eines Statikers.
Bei einem üblichen Bad mit etwa 5 bis 10 m² sind Böden, Verkleidungen, Trennwand und Sanitärobjekte meist in ein bis zwei Arbeitstagen komplett raus. Das hängt vom Umfang ab und davon, wie gut man an die Baustelle herankommt.
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