Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Betonschneiden und Kernbohren: Preis pro Laufmeter 2026, Kernbohrung und Durchbrüche

Beim Betonschneiden werden Wände, Böden und Deckenplatten mit Diamanttechnik geschnitten, Öffnungen kerngebohrt und Durchführungen ausgeschnitten. Was Sie dafür zahlen, hängt von der Stärke des Bauteils ab, von der Art des Betons (Fertigteilplatte, Ortbeton, bewehrte Wand) und davon, wie groß Schnitt oder Öffnung werden sollen.

Aktualisiert 09/2026·15 Min. Lesezeit·17 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
63,03 €/ lfm
Richtwert-Spanne
50,40 € - 82,00 €
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
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Aktualisierte Preise
Kurze Antwort

Das Schneiden einer Betonwand bis 150 mm Stärke kostet laut aktueller Preisliste 63,03 € pro Laufmeter Arbeitsleistung. Für Plattenschnitt, Bodenschnitt, Kernbohrung und das Ausschneiden von Öffnungen gelten eigene Preise, abhängig von Stärke und Durchmesser. Ist die Bewehrung dicht oder kommt die Maschine schwer an die Stelle heran, wird es teurer.

Leistungsarten und ihre Preise

63,03 €
pro lfm
Wände schneiden

Die Diamantsäge schneidet genau entlang der angezeichneten Linie; das braucht man beim Anpassen von Öffnungen oder beim teilweisen Abbruch einer tragenden Wand.

37,82 €
pro lfm
Platte schneiden

Schnitt durch eine Stahlbetonplatte, häufig beim Vergrößern oder Versetzen von Öffnungen in Fertigteilbauten. Plattenstärke und Bewehrungsdichte bestimmen, wie lange der Schnitt dauert.

35,02 €
pro lfm
Böden schneiden

Dehn- oder Trennfugen in der Bodenplatte, auch als Vorbereitung, um einen Teil des Bodens für Leitungen herauszustemmen.

126,05 €
pro Stk.
Kernbohrung

Saubere runde Öffnungen für Rohrdurchführungen, Lüftungsleitungen oder Elektroinstallationen, ohne das umliegende Bauteil unnötig zu beschädigen.

105,05 €
pro Stk.
Loch ausschneiden

Größere runde Öffnung in einer Plattenkonstruktion, etwa für einen Rauchfang oder eine Lüftungsleitung.

142,86 €
pro Stk.
Türzargen ausschneiden

Genaues Heraustrennen einer Stahlzarge aus dem umgebenden Beton beim Tausch der Tür, ohne die tragende Konstruktion zu beschädigen.

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Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.

Betonschneiden und Kernbohrungen17 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Betonschneiden
Schneiden Betonwände bis 150 mm Stärkelfm63,03 €-
Schneiden Stahlbetonplatte bis 10 cmlfm37,82 €-
Schneiden Stahlbetonplatte bis 15 cmlfm61,63 €-
Schneiden Betonböden bis 100 mm Tiefelfm35,02 €-
Kernbohrung Ø bis 100 mmStk.126,05 €-
Kernbohrung Ø 100-200 mmStk.-
Kernbohrung Ø über 200 mmStk.-
Lochbohrung in Stahlbetonplatte bis 10 cmStk.105,05 €-
Lochbohrung in Stahlbetonplatte bis 15 cmStk.142,86 €-
Montage Stahl-Stützkonstruktion (geschweißt)Stk.-
Stahlzarge in Stahlbeton bis 10 cm ausschneidenStk.142,86 €-
Stahlzarge in Stahlbeton bis 15 cm ausschneidenStk.170,87 €-
Schlitze für Installationen (Elektro, Wasser)lfm-
Ausschneiden Fenster- oder TüröffnungStk.-
Durchbruch in Stahlbetonplatte ausschneidenStk.-
Asphaltflächen schneidenlfm21,00 €-
Sonstige Arbeiten
Sonstige, nicht näher definierte Arbeiten (Regiestunde)Std.-
Summe Arbeit
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Was kostet das je nach Umfang

Beispielumfang für eine Öffnung in einer tragenden Wand (Schnitt 6 lfm)
Nur Wandschnitt
6 lfm Schnitt in einer Wand bis 150 mm Stärke
378,18 €
Schneiden und Ecken kernbohren
Schnitt 6 lfm und Kernbohrung der Eckpunkte auf 1 lfm
504,23 €
Schneiden, Bohren und Zarge ausschneiden
Schnitt 6 lfm, Kernbohrung 1 lfm und Ausschneiden der alten Stahlzarge
647,10 €
Richtwert für die Arbeitsleistung anhand der angegebenen Mengen. Nicht enthalten sind die Montage einer Stahlabstützung, der Abtransport des Bauschutts und das statische Gutachten.

Vorbereitung und Ablauf beim Betonschneiden

01
Schnittlinie anzeichnen

Der Fachbetrieb zeichnet Größe und Lage der Öffnung genau nach Plan an. Bei einem tragenden Bauteil muss der Statiker die Öffnung vorher beurteilen.

02
Bewehrung und Leitungen prüfen

Vor dem Schneiden wird die Wand mit einem Scanner abgesucht, um Bewehrung und verdeckte Leitungen zu finden. So bleibt beim Schneiden alles unbeschädigt.

03
Ecken vorbohren

Bei größeren Öffnungen werden zuerst die Ecken mit der Kernbohrmaschine gebohrt. Das erleichtert den Schnitt, und der Beton reißt seltener außerhalb der Linie.

126,05 €/Stk.
04
Mit der Diamantsäge schneiden

Die Säge arbeitet sich Schritt für Schritt entlang der Linie vor, gekühlt mit Wasser. Das bindet den Staub und schont die Trennscheibe.

63,03 €/lfm
05
Stahlabstützung einbauen

Wird eine tragende Wand geöffnet, kommt noch vor dem Herausnehmen des Teils eine Stahlabstützung nach den Vorgaben des Statikers hinein.

Arbeitsablauf

  1. 01Besichtigung vor Ort und bei Eingriffen in tragende Bauteile eine Beurteilung durch den Statiker.
  2. 02Schnittlinie oder Durchmesser der Öffnung genau anzeichnen.
  3. 03Vor dem Schneiden Bewehrung und verdeckte Leitungen prüfen.
  4. 04Kernbohren oder mit der Diamantsäge schneiden, dabei mit Wasser kühlen.
  5. 05Bei Schnitten in eine tragende Wand oder Platte eine Abstützung einbauen.
  6. 06Ausgeschnittenes Teil herausnehmen und die Kanten der Öffnung nacharbeiten.
  7. 07Bauschutt abtransportieren und die Öffnung für die nächsten Arbeiten übergeben.

5 häufige Fehler

01
Schneiden ohne Bewehrungsprüfung

Wird tragende Bewehrung oder eine verdeckte Leitung durchtrennt, müssen sowohl das Bauteil als auch die beschädigte Installation repariert werden.

02
Tragende Wand ohne Statiker öffnen

Schon eine kleine Öffnung in einem tragenden Bauteil kann die Standsicherheit des Gebäudes gefährden. Der Statiker muss vorher draufschauen, nicht erst danach.

03
Ausgeschnittenes Teil nicht abgestützt

Wird das Teil ohne vorübergehende Abstützung herausgenommen, kann das umliegende Bauteil reißen oder sogar einstürzen.

04
Trocken geschnitten, ohne Wasser

Ohne Wasser nutzt sich die Scheibe schneller ab und es entsteht viel Staub, in dem kaum noch genau geschnitten werden kann.

05
Schuttabtransport nicht eingeplant

Ausgeschnittene Beton- und Stahlteile sind schwer und brauchen viel Platz. Ist der Abtransport nicht organisiert, verzögert sich die Fertigstellung.

Wann Beton geschnitten und wann abgebrochen wird

Beim Betonschneiden trennt ein Diamantwerkzeug genau das Stück ab, das wegsoll. Ein Stemmhammer dagegen schlägt auf die Wand ein, und die Erschütterungen laufen in Decken und Nachbarwände weiter. Die Säge erzeugt solche Schläge nicht, und die Kante der Öffnung bleibt gerade. Deshalb wird überall dort geschnitten, wo der Rest des Hauses weiter genutzt wird: bei einer neuen Türöffnung in einer Betonwand, bei einem größeren Fenster, bei einem Durchbruch für Lüftung oder Abwasser oder bei Arbeiten am Boden in einem bewohnten Haus.

Ein Abbruch lohnt sich, wenn das ganze Bauteil verschwindet und die Umgebung Erschütterungen verträgt, etwa beim Rückbau einer frei stehenden Garage. In einem Mehrfamilienhaus mit Stahlbetonwänden, ob in einer Wohnhausanlage in Fertigteilbauweise oder in einem Wohnblock aus den Sechziger- und Siebzigerjahren, ist das Schneiden praktisch der einzige Weg, den Grundriss zu ändern, ohne die Wohnungen nebenan zu beschädigen. Wer eine Stahlbetonwand aufstemmt, zerstört den Beton, der die Bewehrung rund um die Öffnung schützt. In den Wohnungen darunter und darüber kann dann der Putz reißen.

Welche Technik beim Betonschneiden zum Einsatz kommt

Normale Wandöffnungen entstehen mit einer Wandsäge auf einer Führungsschiene. Der Betrieb dübelt die Schiene an die Wand, und die Säge fährt daran exakt entlang der angezeichneten Linie. So werden die Kanten der Öffnung lotrecht und gerade. Eine Handsäge mit kleinerem Blatt nimmt man für kurze Schnitte, zum Nachschneiden von Ecken und dort, wo die Schiene keinen Platz hat.

  • Die Seilsäge kommt bei dicken, massiven Bauteilen und Fundamenten zum Einsatz und überall dort, wo ein Sägeblatt nicht tief genug kommt. Das Diamantseil wird durch vorgebohrte Löcher gefädelt und schneidet das Bauteil unter Zug.
  • Das Kernbohrgerät mit Diamantbohrkrone bohrt ein rundes Loch und zieht dabei einen kompletten zylindrischen Bohrkern heraus. Es eignet sich für Leitungsdurchführungen, für die Ecken von Öffnungen und beim Seilsägen dafür, das Seil durch die Wand zu bekommen.
  • Die Kettensäge für Beton schneidet eine rechtwinklige Ecke ohne Überschnitt. Ein rundes Sägeblatt läuft in der Ecke immer ein Stück über, die Kette nicht.

Das Diamantsegment: woraus es besteht und warum es sich abnutzt

Werkzeuge für Beton arbeiten mit synthetischen Diamanten, die unter hohem Druck und hoher Temperatur entstehen. Das ist kein billiger Ersatz. Synthetischer Diamant hat dieselbe Kristallstruktur aus Kohlenstoff wie ein natürlicher, nur wird er nicht als Schmuckstein hergestellt, sondern als feines technisches Korn.

Diese Körner sind in eine Metallbindung eingesintert, meist auf Basis von Kobalt, Eisen oder Bronze. Aus dieser Mischung entstehen Segmente, die auf den Stahlkörper des Sägeblatts oder der Bohrkrone geschweißt werden. Die Diamanten sitzen also nicht im ganzen Blatt, geschnitten wird nur am Rand. Bei der Arbeit schleift sich die Bindung langsam ab und legt immer neue Körner frei. Hat der Beton harten Zuschlag und viel Stahl, sind die Segmente schneller verbraucht. Deshalb fragt Sie ein Betonschneidbetrieb bei der Kalkulation nach der Betonart und nach der Bewehrung.

Wird ein Segment zu heiß, fallen die Diamanten heraus, und das Segment kann sogar abreißen. Das Blatt wird darum mit Wasser gekühlt, oder es wird mit Absaugung und mit Pausen geschnitten, so wie es der Werkzeughersteller vorgibt.

Öffnung in einer Betonwand: Statik und die richtige Reihenfolge

Im Fertigteilbau tragen senkrechte Wandplatten die Decke. Sie sind meist etwa 140 bis 150 mm dick. Trennwände sind dünner und tragen nichts. Auf den ersten Blick sehen Sie aber oft nicht, welche Wand welche ist, vor allem wenn die Wohnung schon einmal umgebaut wurde. In vielen Altbauten und Einfamilienhäusern ist es ähnlich: Eine verputzte Wand verrät nicht, ob sie eine Deckenlast trägt. Der Tragwerksplaner schaut deshalb nicht nur auf Ihre Wohnung, sondern auch auf Umbauten darüber und darunter. Öffnungen, die übereinanderliegen, beeinflussen sich gegenseitig.

Wird eine Öffnung in eine tragende Wand geschnitten, kommt es auf die Reihenfolge an:

  1. Die Decke vor dem ersten Schnitt auf beiden Seiten der Wand mit Baustützen abstützen.
  2. Die Öffnung ausschneiden und in Teilen herausnehmen.
  3. Einen dauerhaften Stahlrahmen oder Sturz nach statischer Berechnung einbauen, meist aus Stahlprofilen geschweißt und untergossen oder verankert.
  4. Die Stützen erst entfernen, wenn die dauerhafte Konstruktion die Last übernommen hat.

Bei kleineren Öffnungen in gemauerten Wänden reichen statt eines Stahlrahmens manchmal fertige Stürze aus Ziegel oder Beton. Welche Abfangung die Öffnung bekommt und wie groß sie ist, legt immer die statische Berechnung fest. Die Erfahrung des Schneidbetriebs ersetzt sie nicht.

Fertigteilplatte oder Ortbeton

Eine Fertigteilplatte und eine vor Ort gegossene Wand gleicher Dicke werden ähnlich geschnitten. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Stahl drinsteckt und wo. Fertigteilplatten haben die Bewehrung um die ursprünglichen Öffnungen und an den Fugen gebündelt, Ortbetonwände sind meist auf der ganzen Fläche an beiden Seiten bewehrt. Wichtig sind also die tatsächliche Wanddicke und die Stahldichte, die ein Bewehrungsscan zeigt. Wenn Sie in der Preisliste eine Position wählen, richten Sie sich nach der Dicke des Bauteils, nicht danach, wie jemand die Wand nennt.

Tragwerksplaner zuerst, Hausverwaltung rechtzeitig informieren

Bei jedem Eingriff in eine tragende Wand steht das statische Gutachten am Anfang. Es zeigt, ob die Öffnung an der gewünschten Stelle überhaupt möglich ist, wie groß sie sein darf und welche Abfangung sie braucht. Deshalb ist es sinnvoll, den Tragwerksplaner als Allerersten zu beauftragen und erst danach Angebote von Schneidbetrieben einzuholen. Ein seriöser Betrieb fragt ohnehin nach dem Gutachten, bevor er eine tragende Wand anschneidet.

Auch wenn keine tragende Wand betroffen ist, gilt im Mehrfamilienhaus die Hausordnung. Sagen Sie der Hausverwaltung vorher Bescheid, wann laute Arbeiten anstehen. Schneiden und Bohren gehören in die erlaubten Zeiten außerhalb der Ruhezeiten, und die Nachbarn sollten vorher wissen, was auf sie zukommt. Ein kurzer Aushang im Stiegenhaus erspart oft viel Ärger.

Staub, Wasser und Schlamm in einer bewohnten Wohnung

Beton enthält Quarzsand. Beim Trockenschnitt entsteht daraus sehr feiner Staub aus kristallinem Siliziumdioxid, der tief in die Lunge gelangt. Die Richtlinie (EU) 2017/2398 hat Tätigkeiten, bei denen dieser Staub entsteht, als krebserzeugende Verfahren eingestuft, und in Österreich legen die Arbeitnehmerschutzvorschriften fest, wie Betriebe ihre Leute davor schützen müssen. Wasser oder Absaugung schützen also nicht nur das Sägeblatt, sondern vor allem die Gesundheit.

Nassschneiden in der Wohnung hat allerdings Tücken. Es entsteht Betonschlamm, der den Boden verfärbt, Abflüsse zusetzt und bei undichtem Boden in die Wohnung darunter laufen kann. Im Innenraum wird deshalb meist einer von zwei Wegen gewählt:

  • Nassschnitt, bei dem der Schlamm in Wannen unter dem Schnitt aufgefangen und mit einem Nasssauger abgesaugt wird,
  • Trockenschnitt mit einem Industriesauger der Staubklasse H direkt an der Schutzhaube des Blatts und mit Atemschutz für die Arbeiter.

In beiden Fällen lohnt es sich, den Boden mit Folie und darüber mit festen Platten abzudecken, die Möbel auszuräumen, die Türen zu den anderen Räumen zu schließen und die Stromkreise abzuschalten, die in der Wand liegen. Im Fertigteilbau sind die Leitungen oft direkt in die Platte eingegossen, im Altbau laufen sie manchmal kreuz und quer. Vor dem Schnitt werden die Leitungen deshalb geortet und abgeklemmt. Abklemmen und neue Leitungen verlegen darf nur ein konzessionierter Elektrotechniker, der die Arbeit auch dokumentiert.

Vorsicht auch bei Sanitärzellen, Schächten und Verkleidungen in Häusern, die vor den Neunzigerjahren gebaut wurden. Platten rund um die Steigleitungen können Asbestzement enthalten, ältere Kleber und Spachtelmassen ebenfalls. Solches Material schneiden oder entfernen Sie nicht selbst. Das ist Sache eines Fachbetriebs, der für Asbestarbeiten ausgebildet und ausgerüstet ist.

Warum mehr Schnittmeter herauskommen, als die Öffnung Umfang hat

Beton wiegt grob 2.400 kg/m³. Der Ausschnitt einer Türöffnung von etwa 900 × 2.000 mm in einer 150 mm dicken Wand bringt also rund 650 bis 750 kg auf die Waage. So ein Stück holt in einer Wohnung niemand sicher heraus, und über die Stiege trägt es auch keiner. Der Ausschnitt wird darum mit weiteren Schnitten in kleinere Teile zerlegt, die zwei Personen oder ein kleines Hebegerät schaffen, meist etwa 50 bis 100 kg pro Stück.

Die Schnittlänge ergibt sich deshalb aus allen Schnitten, die die Säge macht, nicht nur aus dem Umfang der Öffnung. Häufig hat eine Türöffnung einen Umfang von etwa 5 bis 6 lfm, die Schnitte zusammen kommen aber eher auf das Doppelte. Wenn Sie Angebote vergleichen, schauen Sie nach, ob der Betrieb die Trennschnitte eingerechnet hat.

Der zweite Punkt sind die Ecken. Ein rundes Sägeblatt schneidet keine rechtwinklige Ecke, ohne auf einer Seite über die Ecke hinauszulaufen. Dieser Überschnitt schwächt die Wand genau dort, wo sie am stärksten belastet ist. Abhilfe schafft eine Kernbohrung in jeder Ecke, zwischen denen dann gerade geschnitten wird, oder das Nachschneiden der Ecken mit der Kettensäge. Bei einer rechteckigen Öffnung heißt das vier Bohrungen, nicht eine.

Schlitze und Durchbrüche für Leitungen

In neuem Mauerwerk entstehen Schlitze für Strom und Wasser mit einer Mauernutfräse mit zwei Scheiben und Absaugung. In tragende Betonwände werden Schlitze in der Regel gar nicht gefräst oder nur so weit, wie es der Tragwerksplaner freigibt. Ein tiefer waagrechter Schlitz kann die Bewehrung durchtrennen und die Wand auf ganzer Länge schwächen. Für tragendes Mauerwerk legt die ÖNORM EN 1996 fest, welche Schlitze ohne statischen Nachweis zulässig sind. Neue Leitungen laufen deshalb im Betonbau oft besser in einer Vorsatzschale aus Trockenbau, in Kanälen oder im Estrich.

Halten Sie bei Schlitzen die üblichen Installationszonen ein: waagrechte Leitungen unter der Decke und über dem Boden, senkrechte neben Ecken und Öffnungen. Wer später in die Wand bohrt, weiß dann, wo er mit Leitungen rechnen muss.

Typische Durchbrüche durch eine Betonwand sind für die Dunstabzugshaube, die Badlüftung, den Kondensatablauf einer Klimaanlage oder einen neuen Abwasserstrang. Die Kernbohrung bekommt ein leichtes Gefälle nach außen, damit kein Wasser hineinläuft. Nach dem Einbau des Rohrs wird der Spalt passend zur Art der Durchführung abgedichtet. Geht der Durchbruch durch ein Bauteil, das Brandabschnitte trennt, etwa zum Stiegenhaus oder in einen Schacht, kommt eine zugelassene Brandschutzabschottung hinein.

Wohin mit dem Beton nach dem Schneiden

Ausgeschnittener Beton ist Bauabfall, kein Hausmüll, und in aller Regel kein gefährlicher Abfall. Im österreichischen Abfallverzeichnis hat Betonabbruch eine eigene Schlüsselnummer. Sauberen Beton ohne Fremdstoffe nehmen Recyclinganlagen und Brecheranlagen an, kleine Mengen oft auch das Altstoffsammelzentrum der Gemeinde, größere gehen über einen Bauschuttcontainer. Heben Sie den Entsorgungsnachweis auf, die Hausverwaltung kann ihn sehen wollen. Für asbesthaltiges Material gelten eigene Regeln, es ist gefährlicher Abfall.

Lagern Sie schwere Teile weder auf dem Balkon noch auf einem einzigen Haufen in der Wohnung. Sie belasten die Decke unnötig.

Anleitung für Heimwerker: Durchführung mit der Bohrkrone durch eine nicht tragende Mauerwerkswand

Eine kleinere runde Öffnung, zum Beispiel für ein Kabel oder ein dünnes Rohr, können Sie in einer nicht tragenden gemauerten Trennwand aus Ziegel oder Kalksandstein selbst bohren. In eine Betonwand, eine tragende Wand, eine Decke oder die Außenwand eines Mehrfamilienhauses bohren Sie nicht selbst. Dafür ist eine Kernbohrung durch einen Fachbetrieb da, und zwar erst nach Prüfung durch den Tragwerksplaner.

  1. Prüfen, ob es wirklich eine nicht tragende Trennwand aus Ziegel oder Mauersteinen ist und kein Beton. Bei Zweifeln aufhören und einen Professionisten fragen.
  2. Das Umfeld der Bohrstelle mit einem Leitungssuchgerät abfahren und die Installationszonen an Ecken, über dem Boden und unter der Decke meiden.
  3. Die Sicherung des Stromkreises in der Wand ausschalten und an Steckdose oder Schalter prüfen, dass keine Spannung anliegt.
  4. Den Boden abdecken, einen Sauger mit Feinfilter an die Bohrmaschine anschließen, Atemschutzmaske FFP2 oder FFP3, Schutzbrille und Gehörschutz anlegen.
  5. Die Mitte der Öffnung auf beiden Wandseiten anzeichnen, mit dem Zentrierbohrer ganz durchbohren und erst dann die Bohrkrone ansetzen.
  6. Mit der Bohrkrone ohne Schlag und mit niedriger Drehzahl bohren, von einer Seite bis zur halben Wanddicke und den Rest von der anderen Seite, damit der Putz nicht ausbricht.
  7. Den Bohrkern herausnehmen, Staub aus der Öffnung und der Umgebung absaugen und ein Schutzrohr oder eine Durchführungstülle einsetzen.
  8. Die Sicherung wieder einschalten und prüfen, ob der Stromkreis funktioniert. Wenn beim Bohren Metall oder ein ungewöhnlicher Widerstand auftaucht, die Öffnung nicht fertig bohren und einen konzessionierten Elektrotechniker oder einen Installateur rufen.

Worauf Sie bei der Abnahme einer Öffnung oder Kernbohrung achten

  • Das statische Gutachten lag vor dem ersten Schnitt vor
  • Die Stützen standen während der gesamten Schneidarbeiten und wurden erst nach dem Einbau der dauerhaften Konstruktion entfernt
  • Größe und Lage der Öffnung stimmen mit der Planung überein, die Kanten sind lotrecht
  • In den Ecken gibt es keine Überschnitte über die Öffnungslinie hinaus
  • Stahlrahmen oder Sturz sind nach statischer Berechnung eingebaut und sauber untergossen aufgelagert
  • In der Wand und an der Decke über der Öffnung sind keine neuen Risse zu sehen
  • Unterbrochene Leitungen hat ein konzessionierter Elektrotechniker abgeklemmt oder neu verlegt, und Sie haben die Unterlagen dazu
  • Durchbrüche haben Gefälle nach außen, der Spalt um das Rohr ist abgedichtet, bei Brandschutzwänden mit zugelassener Abschottung
  • Böden, Abflüsse und Nachbarräume sind sauber und ohne Schlammspuren
  • Der Entsorgungsnachweis wurde Ihnen mit der Übergabe ausgehändigt

Häufige Fragen

Das Schneiden einer Betonwand bis 150 mm Stärke kostet laut aktueller Preisliste 63,03 € pro Laufmeter Arbeitsleistung. Bei stärkeren Bauteilen und Kernbohrungen mit größerem Durchmesser zahlen Sie mehr.

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