Die Montage einer einschaligen Gipskarton-Trennwand kostet laut aktueller Preisliste 27,14 € pro m² Arbeitsleistung. Eine Vorsatzschale kommt auf 24,12 € pro m², eine gerade abgehängte Decke auf 33,17 € pro m² und eine Dachschräge im Dachgeschoß auf 42,22 € pro m². Der Endpreis hängt vor allem davon ab, wie viele Öffnungen, Ecken und Einbauteile es gibt, wie hoch die Konstruktion ist und welchen Schall- oder Brandschutz sie erfüllen muss. Dämmung, Schienen und Oberflächenbehandlung werden extra verrechnet.
Leistungsarten und ihre Preise
Übliche Raumtrennung in Wohnungen und Büros. Einlagige Beplankung auf beiden Seiten auf einem Metallständerwerk aus CW/UW-Profilen.
Verkleidung von bestehendem Mauerwerk, Installationen oder Dämmung. Die Stärke der Konstruktion richtet sich nach dem Platz für Leitungen und der Dämmstärke.
Abhängen der Decke für Leitungen, Beleuchtung oder Lüftung. Die Unterkonstruktion wird entsprechend den statischen Anforderungen in der Rohdecke verankert.
Beplankung der Sparren und Platz für die Wärmedämmung des Daches. Erfordert ein genaues Aufmaß der Neigung und einen sauberen Anschluss an die senkrechten Bauteile.
Mineralwolle im Hohlraum verbessert den Schallschutz der Trennwand und die Wärmedämmung von Vorsatzschale oder abgehängter Decke.
Eckschutzschienen aus Aluminium oder Papier schützen Außenecken vor Beschädigung und sorgen für eine gerade Kante vor den Malerarbeiten.
Leistung aus dem Preisverzeichnis kalkulieren
Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.
Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Trockenbaukonstruktionen | ||||
| Gipskartonwand einfach beplankt | m² | 27,14 € | - | |
| Trockenbau-Trennwand doppelt beplankt | m² | - | ||
| Gipskarton-Vorsatzschale | m² | 24,12 € | - | |
| Gipskartondecke gerade abhängen | m² | 33,17 € | - | |
| Gipskarton-Dachschrägenbekleidung | m² | 42,22 € | - | |
| Rasterdecke (inkl. Unterkonstruktion) | m² | - | ||
| Trockenbauwand mit Hartgipsplatten | m² | - | ||
| Dampfbremse in GK-Decke einbauen | m² | 2,10 € | - | |
| Trockenbaudämmung | m² | 5,28 € | - | |
| Leichtes Alu-Rollgerüst für hohe Decken | m² | 4,52 € | - | |
| Trockenbau-Fertigstellung | ||||
| Eckschutzprofile für Trockenbau | lfm | 3,77 € | - | |
| Trockenbauanschlüsse und Fugen mit Acryl abdichten | lfm | 1,66 € | - | |
| Revisionsklappen | Stk. | 51,27 € | - | |
| Ausschnitte für Leuchten in Gipskarton | Stk. | 10,55 € | - | |
| Türzarge in Trockenbauwand – Verstärkung mit UA-Profilen | Stk. | - | ||
| Trockenbaunischen / Regale herstellen | Stk. | - | ||
| Sonderabschluss für LED-Band / Vorhang | lfm | 36,20 € | - | |
| Baustellenregie | ||||
| Hinauftragen von Gipskartonplatten | t | - | ||
| Sonstige Arbeiten | ||||
| Sonstige, nicht näher definierte Arbeiten (Regiestunde) | Std. | - | ||
Was kostet das je nach Umfang
| Trennwand im Rohzustand Montage von Ständerwerk und Beplankung auf 20 m², Eckausbildung auf 4 lfm | 557,88 € |
| Trennwand mit Dämmung und verspachtelten Fugen Trennwand 20 m² mit eingelegter Dämmung, Eckschienen und Acrylfugen in Ecken und Anschlüssen auf 10 lfm | 680,08 € |
| Trennwand mit Einbauteilen Trennwand 20 m² mit Dämmung, Eckschienen, Acrylfugen, einer Revisionsöffnung und vier Ausschnitten für Leuchten | 773,55 € |
Vorbereitung vor der Montage
Der Trockenbauer zeichnet auf Boden, Wänden und Decke an, wo Trennwand, abgehängte Decke oder Vorsatzschale hinkommen. Dabei kontrolliert er, ob alles mit dem Plan, der Türöffnung und den übrigen Gewerken zusammenpasst.
Er prüft, ob der Untergrund eben und tragfähig ist und wo Strom-, Wasser- und Lüftungsleitungen verlaufen, die später verdeckt sind. Bevor er die Konstruktion schließt, werden diese Leitungen geprüft und dokumentiert.
Er bestimmt den Achsabstand der CW/UW- bzw. CD/UD-Profile, plant Verstärkungen für schwere Gegenstände wie Sanitärobjekte, Regale oder Fernseher und legt die Lage der Revisionsöffnungen fest.
Gipskartonplatten werden vor der Montage flach und trocken gelagert. Im Raum müssen Temperatur und Luftfeuchtigkeit passen, sonst können sich die Platten verformen.
Arbeitsablauf
- 01Der Trockenbauer zeichnet auf Boden, Wänden und Decke die genaue Lage der Konstruktion an, nach Plan oder nach Aufmaß vor Ort.
- 02Die umlaufenden UW- und UD-Profile verankert er mit untergelegtem Dichtband im Untergrund, das die Schallübertragung dämpft.
- 03Danach stellt er die senkrechten CW-Profile oder den Deckenrost aus CD-Profilen im festgelegten Achsabstand. Bei höheren Konstruktionen oder größeren Spannweiten passt er Abstand und Verankerung an.
- 04Er beplankt zunächst eine Seite, setzt die Platten im Verband und verschraubt sie mit geeigneten Schrauben im vorgeschriebenen Abstand an den Profilen.
- 05In den Hohlraum kommt Mineralwolle, bei Bedarf auch eine Dampfbremse. Anschließend werden die Leitungen verlegt, die verdeckt bleiben sollen.
- 06Dann beplankt er die zweite Seite, setzt Revisionsklappen und Verstärkungen zum Aufhängen von Gegenständen ein und schneidet die Öffnungen für Elektrodosen aus.
- 07Die Plattenstöße armiert er mit Fugendeckstreifen und verspachtelt sie in zwei bis drei Lagen. An die Außenkanten kommen Eckschienen.
- 08Nach dem Trocknen zieht er eine Feinspachtelung auf und schleift die Fläche. Übergeben wird die Konstruktion malerfertig.
5 häufige Fehler
Ohne Dichtband unter den Anschlussprofilen überträgt sich der Schall auf angrenzende Wände und Decken. Die gemessene Schalldämmung der Trennwand fällt dann schlechter aus.
Wird der Abstand nicht eingehalten, biegen sich die Platten durch, die Spachtelung an den Fugen reißt und die Konstruktion hält weniger lang.
Ohne vorab eingebaute Verstärkung lassen sich schwere Gegenstände wie ein Waschtisch-Unterschrank oder ein Fernseher nicht sicher montieren. Dann muss nachträglich in die fertige Konstruktion eingegriffen werden.
Ein Plattenstoß ohne Fugendeckstreifen reißt leicht, wenn sich die Konstruktion setzt oder die Luftfeuchtigkeit schwankt.
Bleibt eine Elektro- oder Wasserleitung ungeprüft hinter der Verkleidung, endet eine Reklamation mit teurem Aufstemmen.
Wo Trockenbau passt und wo nicht
Gipskarton gehört zum Trockenbau. Sie rühren keinen Mörtel an und warten nicht wochenlang, bis etwas trocknet. Eine Trennwand, eine abgehängte Decke oder eine Vorsatzschale steht oft schon nach wenigen Tagen. Die Konstruktion ist leicht und belastet die Geschoßdecke deutlich weniger als eine gemauerte Wand. Im Hohlraum verschwinden außerdem Kabel, Wasserleitungen und Lüftungsrohre. Deshalb sieht man Trockenbau so oft bei der Sanierung von Altbauwohnungen, beim Dachgeschoßausbau im Einfamilienhaus und überall dort, wo ein Grundriss schnell anders aufgeteilt werden soll.
Trockenbau hat aber auch Grenzen. Eine solche Wand trägt nicht so viel wie Mauerwerk. Wenn später etwas Schweres daran hängen soll, müssen Sie schon bei der Montage daran denken. Auch beim Schall verhält sich eine leichte Wand anders als eine massive. Ruhe bekommen Sie nicht, indem Sie einfach eine dickere Platte kaufen, entscheidend ist der richtige Aufbau. Und wo es dauerhaft feucht ist oder die Wand direkt mit Wasser in Berührung kommt, greifen Sie zu einem anderen Material, zum Beispiel zu Zementplatten.
Bevor Sie in einer Wohnung Wände abreißen oder neue einziehen, sprechen Sie mit den Beteiligten. In einer Eigentumswohnung informieren Sie die Hausverwaltung, schon weil Lärm und Staub auch die Nachbarn betreffen. Als Mieter reden Sie vorher mit dem Vermieter. Soll eine bestehende Wand weg, klären Sie vorher, ob sie tragend ist. Das beurteilt ein Statiker, nicht der Augenschein. In älteren Gebäuden kann außerdem in alten Spachtelmassen, Putzen oder Platten Asbest stecken. Besteht ein Verdacht, lassen Sie das vor dem Abbruch prüfen und von einem befugten Fachbetrieb entfernen.
Plattenarten und wofür sie gedacht sind
- Standardplatte: für trockene Räume, also für Trennwände, Decken und Vorsatzschalen in Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Kinderzimmer.
- Imprägnierte Platte (grün): nimmt weniger Wasser auf und eignet sich deshalb für Bad, Küche und WC. Wasserdicht ist sie aber nicht. In der Dusche und rund um die Wanne braucht sie eine Verbundabdichtung unter den Fliesen, genau wie eine gemauerte Wand.
- Feuerschutzplatte: hat Glasfasern im Kern und hält dem Feuer deshalb länger stand. Sie kommt bei Wänden zum Einsatz, die Brandabschnitte trennen, in Fluchtwegen, am Rauchfang und im Dachgeschoß.
- Akustikplatte: ist entweder schwerer oder hat kleine Löcher, die den Schall im Raum schlucken. Sinnvoll ist sie in Büros oder im Heimkino.
- Gipsfaserplatte: ist fester und härter, hält Schrauben besser und steckt auch einen Stoß weg. Sie passt für Trockenestrich, für Vorräume und Gänge und für Wände, an die Sie später etwas hängen wollen.
- Zementplatte: enthält keinen Gips, Feuchtigkeit macht ihr deshalb nichts aus. Sie gehört in Duschbereiche, nach draußen und in Räume, in denen es ständig feucht ist.
Platten, Profile, Schrauben, Spachtelmasse und Bewehrungsstreifen sollten aus einem System stammen. Warum ist das wichtig? Der Hersteller steht für Eigenschaften wie Feuerwiderstand oder Schallschutz nur dann ein, wenn das komplette System verbaut wurde, das er selbst geprüft hat. Wer Teile von drei verschiedenen Anbietern kombiniert, hat keine solche Zusage mehr. Gipsplatten werden nach ÖNORM EN 520 hergestellt. Welche Plattenart Sie in der Hand halten, steht auf der Rückseite.
Trennwand: Profile, Beplankung und Schallschutz
Das Gerüst einer Trennwand, das sogenannte Ständerwerk, besteht aus UW-Profilen, die an Boden und Decke befestigt werden, und aus senkrechten CW-Profilen, die in diese eingestellt werden. Wie breit die Profile sein müssen, hängt von der Wandhöhe ab und davon, wie gut die Wand dämmen soll. Auf das Ständerwerk werden von beiden Seiten Platten geschraubt. Bei einfacher Beplankung sitzt auf jeder Seite eine Platte, bei doppelter Beplankung zwei. Die Fugen der zweiten Lage werden dabei gegenüber der ersten versetzt.
Eine doppelte Beplankung macht die Wand steifer, dämpft den Schall besser und hält länger gegen Feuer. Sie lohnt sich überall dort, wo verfliest oder etwas aufgehängt wird. Sollen Fliesen an die Wand, setzt der Trockenbauer die Profile enger oder beplankt doppelt. Sonst biegt sich die Platte unter dem Gewicht der Fliesen durch und die Fugen reißen.
Wie die Trennwand leise wird
Schall wandert durch eine leichte Wand vor allem dort, wo Bauteile fest aneinanderstoßen, und durch Fugen. Ein paar einfache Regeln helfen:
- Unter die Anschlussprofile ein elastisches Dichtungsband kleben, das die Wand von Decke, Boden und angrenzenden Wänden trennt
- Den Hohlraum vollflächig und ohne Lücken mit Mineralwolle füllen
- Zwei schwerere Plattenlagen dämmen besser als eine einzelne dicke Platte
- Wenn es wirklich ruhig sein muss, etwa zwischen zwei Wohnungen oder am Schlafzimmer, eine Doppelständerwand mit zwei Profilreihen bauen, die sich nicht berühren
- Steckdosen und Schalter nicht an derselben Stelle auf beiden Wandseiten setzen, sonst geht der Schall hindurch wie durch ein Loch
Jede Fuge, die niemand verspachtelt oder abgedichtet hat, verschlechtert das Ergebnis deutlich. In der Praxis kommt es oft vor, dass eine sonst sauber gebaute Wand nur deshalb hellhörig ist, weil der Bodenanschluss offen geblieben ist oder an der Decke rund um die Leitungen ein Spalt klafft.
Die Elektroinstallation im Hohlraum darf nur ein konzessionierter Elektrotechniker anschließen. Nach Abschluss der Arbeiten sollten Sie einen Prüfbefund bekommen, der die Messungen und die Sicherheit der Anlage dokumentiert.
Abgehängte Decken, Vorsatzschalen und Dachgeschoß
Eine abgehängte Decke wird an eine Unterkonstruktion aus CD-Profilen geschraubt, die an Abhängern von der Rohdecke herabhängt. Wie weit die Decke nach unten kommt, hängt von den Abhängern ab und davon, was darüber verschwinden soll. Planen Sie Einbauleuchten, fragen Sie vorher nach deren Einbautiefe, bei einer Lüftungsanlage nach dem Rohrdurchmesser. Wo die Leuchten sitzen, legen Sie fest, bevor die Unterkonstruktion montiert wird. So landet kein Ausschnitt genau auf einem Profil.
Eine Vorsatzschale gleicht schiefes Mauerwerk aus, versteckt Leitungen oder dient als Installationswand für ein Hänge-WC und einen Waschtisch. Bei der Installationswand trägt ein Stahlgestell, das sogenannte Vorwandelement, die Last. Die Gipsplatte verkleidet es nur.
Verläuft in einer Vorsatzschale oder über einer abgehängten Decke eine Gasleitung, verkleiden Sie diese nicht selbst. Arbeiten an Gasleitungen darf nur ein dazu befugter Installateur mit Gaskonzession ausführen. Riechen Sie Gas, betätigen Sie keine Lichtschalter und keine elektrischen Geräte, öffnen Sie die Fenster, verlassen Sie das Gebäude und rufen Sie von draußen den Gasnotruf 128 an. Bei Gefahr wählen Sie den Notruf 112.
Im Dachgeschoß kommen die Platten unter die Dämmung zwischen den Sparren. Zwischen Dämmung und Platten gehört eine durchgehende Dampfbremse mit verklebten Stößen und sauber abgedichteten Anschlüssen an die Wände. Warum ist das so wichtig? Jede undichte Stelle, und sei es nur für eine einzige Elektrodose, lässt warme, feuchte Raumluft in die Dämmung. Dort kondensiert die Feuchtigkeit und die Dämmung wird nass. Kabel gehören deshalb in eine Installationsebene unterhalb der Dampfbremse, nie durch sie hindurch. Wenn Sie beim Dachausbau gleich thermisch sanieren, lohnt sich vorher ein Blick auf die aktuellen Förderungen von Bund und Land, etwa den Sanierungsbonus. Die Bedingungen ändern sich, eine Energieberatung weiß, was gerade gilt.
Schwere Lasten an Trockenbauwänden
Ein Bild, ein leichtes Regalbrett oder eine Leuchte hängen Sie mit Hohlraumdübeln auf, die sich hinter der Platte aufspreizen. Küchenkästen, ein Fernseher an einer Wandhalterung, ein Waschtisch, ein Heizkörper oder ein schweres Regal brauchen dagegen eine Verstärkung. Die wird in die Konstruktion eingebaut, bevor die Wand geschlossen wird. Das kann ein Holzbalken sein, eine OSB-Platte oder eine Traverse aus dem System des Herstellers, die zwischen die Profile kommt.
Bevor die Wand zu ist, fotografieren Sie die Verstärkungen und zeichnen sie mit Maßen vom Boden und von den Ecken auf. Wer erst in der fertigen Wand nach dem Holz sucht, bohrt meistens ein paar Löcher umsonst.
Verspachteln und Qualitätsstufen der Oberfläche
Die Fugen zwischen den Platten werden zusammen mit einem Bewehrungsstreifen verspachtelt, die Schraubenköpfe überspachtelt und die Außenkanten mit Eckschutzprofilen gesichert. Wie glatt die Oberfläche werden soll, beschreibt man auch in Österreich mit den Qualitätsstufen Q1 bis Q4, die in der einschlägigen ÖNORM für Gipsplattensysteme festgelegt sind:
- Q1: Die Fugen sind nur grob gefüllt. Das reicht unter Fliesen oder als Untergrund für eine weitere Schicht.
- Q2: Die übliche Verspachtelung, bei der die Fuge stufenlos in die Plattenfläche übergeht. Das ist der normale Untergrund für matte Wandfarbe.
- Q3: Die Fugen werden breiter gespachtelt und die ganze Fläche wird dünn abgezogen, damit sie die Farbe überall gleich aufnimmt und die gleiche Struktur hat.
- Q4: Die gesamte Fläche wird vollflächig gespachtelt. Diese Stufe braucht es für glänzende Farben, feine Tapeten und Wände mit Streiflicht.
Vereinbaren Sie die Stufe vorher mit dem Professionisten, denn zwischen den Stufen liegt ein großer Unterschied im Arbeitsaufwand. Fällt auf eine Wand seitlich Licht von einem großen Fenster oder einem LED-Streifen, sehen Sie bei normaler Verspachtelung jede Fuge.
Trockenbau kommt erst, wenn die Nassarbeiten erledigt und Putz und Estrich trocken sind. In feuchter und kalter Umgebung verziehen sich die Platten und die Spachtelmasse reißt. Die Hersteller geben deshalb an, welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit während Montage und Verspachtelung herrschen müssen. Diese Angaben finden Sie im technischen Merkblatt.
Nischen, Bögen und Kanal für Vorhang oder LED-Streifen
Mit Gipskarton lassen sich Formen bauen, für die Sie mit Mauerwerk lange bräuchten: Nischen im Bad und im Wohnzimmer, in die Wand eingelassene Regale, gebogene Wände oder Decken mit mehreren Ebenen. Bögen entstehen aus biegsamen Profilen und dünneren Platten, die vor dem Biegen angefeuchtet oder eingeschnitten werden. Bedenken Sie aber: Jede Kante und jede Ecke bedeutet zusätzliche Profile, Spachtel- und Schleifarbeit. Eine geformte Konstruktion dauert deshalb deutlich länger als eine glatte Wand.
Beliebt ist ein Kanal am Fenster, in dem die Vorhangschiene oder ein LED-Streifen verschwindet. Dafür gibt es zwei Wege. Entweder ist er Teil einer abgehängten Decke, die kurz vor der Fensterwand endet, oder er wird als eigener Koffer aus Platten an die Decke gesetzt. Klären Sie vor der Montage Maße und Gewicht von Schiene und Vorhängen. Davon hängt ab, wie tief der Kanal sein muss und ob er eine Verstärkung braucht. Ein LED-Streifen braucht ein Aluminiumprofil, das die Wärme ableitet, und Sie müssen später an das Netzteil herankommen, zum Beispiel über eine Revisionsöffnung.
Brandschutz
Trockenbau wird auch dort eingesetzt, wo ein Bauteil eine bestimmte Zeit dem Feuer standhalten muss. Typische Fälle sind die Trennung zwischen Garage und Wohnbereich, Stiegenhäuser und Gänge als Fluchtwege in Mehrparteienhäusern oder die Bekleidung von Stahl- und Holzträgern. Man spricht dann von Feuerwiderstandsklassen nach EN 13501, zum Beispiel EI 30 oder EI 90, also von 30 oder 90 Minuten Feuerwiderstand. Welche Anforderungen wo gelten, beschreibt in Österreich die OIB-Richtlinie 2 zum Brandschutz. Der Feuerwiderstand hängt nicht nur von der Platte ab. Entscheidend ist der gesamte Aufbau: welche Platten und wie viele Lagen, welche Profile, die Mineralwolle, der Schraubenabstand und die Abdichtung aller Durchführungen mit Brandschutzmassen und Brandschutzmanschetten.
Soll eine Konstruktion vor Feuer schützen, muss sie exakt nach dem geprüften System des Herstellers und nach dem Brandschutzkonzept gebaut werden, das ein Fachplaner für Brandschutz erstellt. Wer später ein Loch für ein Kabel oder eine Leuchte hineinschneidet, muss es wieder brandschutzgerecht verschließen. Sonst verliert die Wand ihre Schutzwirkung.
Anleitung für Heimwerker: Loch in Gipskarton reparieren
Ein Loch von einem Dübel oder vom Anschlag einer Türschnalle können Sie selbst so reparieren, dass nach dem Ausmalen nichts mehr zu sehen ist. Legen Sie sich Gipsspachtel, Bewehrungsstreifen, ein Stück neue Platte in gleicher Dicke und feines Schleifpapier bereit.
- Kleine Schrauben- und Dübellöcher von losen Rändern befreien, mit Gipsspachtel füllen und nach dem Trocknen schleifen.
- Bei einem größeren Loch die beschädigte Stelle mit einem scharfen Cuttermesser oder einer Gipskartonsäge zu einem regelmäßigen Viereck ausschneiden.
- Zwei Holzleisten oder Profilreste in die Öffnung schieben und als Unterlage an die umgebende Platte schrauben.
- Aus der neuen Platte ein Flickstück genau passend zuschneiden und an die Unterlagen schrauben.
- Die Fugen rund um das Flickstück mit Bewehrungsstreifen überkleben und verspachteln.
- Nach dem Trocknen eine zweite, breitere Spachtelschicht auftragen, damit das Flickstück gleichmäßig in die umgebende Fläche übergeht.
- Mit feinem Schleifpapier schleifen, abstauben und grundieren.
- Die ganze Wand oder zumindest die Fläche von Ecke zu Ecke ausmalen, damit kein Farbunterschied zu sehen ist.
Worauf Sie bei der Übernahme achten
- Wände und Decken sind eben, geprüft mit einer Richtlatte und bei seitlichem Licht
- Fugen und Schrauben sind unter der Farbe nicht zu sehen, die Verspachtelung entspricht der vereinbarten Qualitätsstufe
- Kanten sind gerade und mit Eckschutzprofilen gesichert
- Anschlüsse an Mauerwerk, Decke und Boden sind elastisch geschlossen und ohne Risse
- Revisionsklappen sitzen überall dort, wo Sie an Ventile, Leitungen oder die Lüftung herankommen müssen
- Sie haben Fotos der Leitungen und Verstärkungen aus der Zeit vor dem Verschließen, möglichst mit Maßen
- Für die Elektroinstallation in den Wänden liegt ein Prüfbefund des konzessionierten Elektrotechnikers vor
- Für Brandschutzkonstruktionen haben Sie einen Nachweis über das verwendete System des Herstellers erhalten
Häufige Fragen
Laut aktueller Preisliste kostet die Montage einer einschaligen Gipskarton-Trennwand <strong>27,14 € pro m² Arbeitsleistung</strong>. Dämmung, Eckschienen, Fugenverspachtelung und Oberflächenbehandlung werden als eigene Positionen verrechnet.
Eine Trennwand steht frei, teilt den Raum und wird in Boden und Decke verankert. Eine Vorsatzschale wird nur an einer bestehenden Wand befestigt und verdeckt Mauerwerk, Dämmung oder Leitungen. Sie kostet 24,12 € pro m².
Nein, aber eine gedämmte Trennwand schluckt mehr Schall und hält die Wärme besser, was vor allem zwischen Wohnräumen spürbar ist. Das Einlegen der Dämmung kostet 5,28 € pro m² zusätzlich zur Konstruktion.
Ja, sofern an diesen Stellen vor dem Schließen der Wand eine Verstärkung eingebaut wird. Ohne sie kann bei größerer Last die Beplankung beschädigt werden oder sich die Befestigung lockern.
Meist einige Tage pro Lage, je nach Schichtstärke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum. Ausmalen sollte man erst, wenn die letzte Spachtellage vollständig trocken und geschliffen ist.
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