Arbeiten im Haus, die Sie lieber den Profis überlassen sollten

Fachgerecht ausgeführte Renovierungen und Umbauten können den Wert und die Attraktivität jedes Hauses steigern.
Fernsehsendungen über Hausverwandlungen und YouTube-Anleitungen zum Selbermachen werden immer beliebter. Deshalb fühlen sich heute immer mehr Hausbesitzer selbstbewusst genug, eine Renovierung auf eigene Faust anzugehen. Das gelingt allerdings nicht immer, und oft endet das Ganze mit katastrophalen Ergebnissen.
Werden die Arbeiten nicht fachgerecht ausgeführt, können Umbauten, die eigentlich den Verkaufswert des Hauses steigern sollten, richtig teuer werden. Untersuchungen zeigen, dass verpfuschte Renovierungen den Wert eines Hauses um einen fünfstelligen Betrag senken oder potenzielle Käufer komplett abschrecken können.
Außerdem ist für viele Umbauten eine Baubewilligung nötig. Für Laien ist das ein ziemlich verwirrender und zeitaufwendiger Prozess. Ganz zu schweigen davon, dass Heimwerkerprojekte ohne die nötige Bewilligung dazu führen können, dass der Versicherungsschutz für Ihr Haus erlischt.
Vielleicht würden Sie eine Renovierung oder kleinere Umbauten an Ihrem Haus durchaus selbst schaffen. Überlegen Sie sich trotzdem zweimal, ob Sie sich wirklich daran wagen. Das Ausmalen von Räumen oder einfache Reparaturen wollen wir Ihnen keineswegs ausreden. Zumindest die folgenden Arbeiten sind aber so komplex, dass sie unbedingt ein Profi erledigen sollte. Werfen Sie vor jedem Projekt außerdem einen Blick in die Preisliste für Bauarbeiten. So können Sie die Kosten besser einschätzen und Ihr Budget planen.
1. Elektrik
Jede Renovierung und jedes Projekt, bei dem an Stromkreisen gearbeitet oder neue Leitungen verlegt werden, gehört in die Hände von Fachleuten für Elektroinstallationsarbeiten. Sie kennen alle möglichen Risiken genau und halten sich deshalb an die vorgeschriebenen Sicherheitsstandards.
Wenn Sie es selbst versuchen und Glück haben, brennen schlimmstenfalls ein paar Geräte durch oder der Strom fällt aus. Im ungünstigsten Fall drohen jedoch Stromunfälle oder Brände. Solche Unfälle passieren sehr häufig und können in tragischen Fällen sogar tödlich enden. Genau deshalb gibt es sehr strenge Vorschriften dazu, wo und wie Schalter, Steckdosen und Elektrogeräte installiert werden müssen.
Selbst scheinbar einfache Arbeiten wie die Montage eines Deckenventilators können katastrophal enden, wenn Sie nicht wissen, was Sie tun. Sie wären sicher nicht der Erste, dem ein Deckenventilator auf den Kopf gefallen ist. Und auch nicht der Erste, der einen Brand verursacht hat, weil er Kabel einfach zusammengedreht und mit Klebeband umwickelt hat.
2. Installateurarbeiten
Einen verstopften Abfluss freimachen oder einen tropfenden Wasserhahn reparieren können Sie meist selbst. Darüber hinaus sind aber auch Heizungs- und Sanitärarbeiten ein Bereich, den man besser den Profis überlässt.
An größere Arbeiten wie den Einbau von Senkgruben oder Boilern sollten sich Laien selbstverständlich auf keinen Fall wagen. Aber auch kleinere Arbeiten im Haushalt können gründlich schiefgehen, wenn Sie nicht wissen, was Sie tun. Falsch montierte WCs, Badewannen und Rohre können undicht werden, sodass Wasser oder Abwasser austritt. Im schlimmsten Fall droht sogar eine Überschwemmung, und die Behebung von Wasserschäden kann richtig teuer werden.
3. Fliesenlegen
Die Fliesenlegerarbeiten selbst zu erledigen, wirkt auf den ersten Blick wie eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen. Es sieht aber nur so einfach aus. Beim Verfliesen geht es um viel mehr, als die Fliesen in einer geraden Linie zu verlegen. Unmöglich ist es nicht, das selbst ordentlich hinzubekommen. Ohne viel Erfahrung brauchen Sie für das Verfliesen von Küche oder Bad aber wahrscheinlich deutlich länger als ein Profi, und es gibt viele Dinge, die dabei leicht schiefgehen können.
Bevor Sie die erste Fliese setzen, müssen Sie den Untergrund sorgfältig vorbereiten und sicherstellen, dass er eben ist. Danach folgen weitere wichtige Schritte: die passenden Fliesen auswählen, sie genau abmessen und zuschneiden, verfugen und abdichten. Bei komplizierten Mustern müssen Sie außerdem darauf achten, jeweils die richtigen Fliesen an der richtigen Stelle zu verlegen.
4. Dach
Beschädigte Dachmaterialien zu reparieren oder auszutauschen, ist ein weiteres beliebtes Heimwerkerprojekt, bei dem viel schiefgehen kann. Zunächst einmal genügen eine falsche Bewegung oder ein lockerer Dachziegel, und Sie stürzen vom Dach und verletzen sich. Stürze vom Dach machen etwa ein Drittel aller tödlichen Sturzunfälle aus. Fragen Sie sich daher, ob Ihnen das gesparte Geld das Risiko einer schweren Verletzung oder gar des Todes wert ist.
Außerdem sehen schlecht ausgeführte Dacharbeiten von außen meist ungleichmäßig aus. Das fällt auf den ersten Blick auf. Deshalb leidet die Optik Ihres Hauses und damit auch sein Wert bei einem späteren Verkauf.
5. Eingriffe in die Statik
Renovierungen, die in die tragende Struktur des Hauses eingreifen, sollten Sie niemals ohne einen befugten Fachmann durchführen. Was kann schon einfacher sein, als eine Wand abzureißen? Ganz so einfach ist es nicht. Genau diese Wand kann einen anderen Teil des Hauses tragen oder Wasser- und Stromleitungen enthalten. Reißen Sie eine solche Wand heraus, kann das die Konstruktion des ganzen Hauses ernsthaft beschädigen. Solche Schäden lassen sich nicht so einfach wieder beheben.
Zudem sind für solche Arbeiten manchmal eigene Bewilligungen erforderlich. Wer ohne sie loslegt, riskiert eine empfindlich hohe Strafe. Wenn Sie trotzdem selbst Wände entfernen wollen, ziehen Sie immer einen Statiker hinzu. Er sagt Ihnen genau, welche Wände Sie entfernen dürfen und welche nicht.
Wände ohne die nötige Abstützung zu entfernen, kann das ganze Haus schwächen und schwere Schäden verursachen. Auch kleinere Bauprojekte wie Terrassen oder Gartenlauben können ohne die erforderlichen Bewilligungen hohe Strafen nach sich ziehen.
6. Böden
Auf den ersten Blick wirkt das Verlegen eines schwimmenden Bodens vielleicht wie das perfekte Heimwerkerprojekt. In Wirklichkeit steckt aber viel mehr dahinter, als den alten Boden herauszureißen und durch einen neuen zu ersetzen. Ob Teppich, Holz oder Fliesen: Werden einzelne Arbeitsschritte nicht richtig ausgeführt, müssen Sie womöglich wieder von vorne beginnen.
Außerdem wissen Sie nie, was Sie unter dem alten Boden erwartet. Der Unterboden kann gerissen oder morsch sein und muss dann zuerst saniert werden.
Dazu kommt, dass bei all diesen Arbeiten enorm viel Abfall anfällt. Ihr Mistkübel wird dafür sicher nicht groß genug sein. Machen Sie es sich leicht und legen Sie dieses Projekt von Anfang an in die Hände eines Profis.
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie ein Projekt selbst angehen sollten, überlegen Sie zuerst, ob Sie das Fachwissen und das Werkzeug haben, um es sicher und effizient abzuschließen. Fragen Sie sich dann, ob Ihnen das gesparte Geld all die Zeit und Mühe wert ist, die Sie in das Projekt stecken müssten.
Tím NUMIQ
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