Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Elektroinstallation: Planung, Erneuerung und Prüfung: Preis der Elektroinstallation pro Punkt 2026 und Ablauf

Zur Elektroinstallation gehören die Rohinstallation, das Setzen von Steckdosen und Schaltern, die Montage von Verteiler und Leuchten sowie der Anschluss der Geräte. Was am Ende zu zahlen ist, hängt vor allem davon ab, wie viele Punkte gebraucht werden, wie lang die Leitungen werden, wie die Kabel verlegt werden und wie viel fertig montiert werden soll.

Aktualisiert 09/2026·15 Min. Lesezeit·32 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
18,16 €/ Stk.
Richtwert-Spanne
14,50 € - 23,70 €
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
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Aktualisierte Preise
Kurze Antwort

Ein Auslass für Steckdose oder Schalter samt Rohmontage kostet laut aktueller Preisliste 18,16 € pro Punkt Arbeitsleistung. Fertigmontage, Verteiler, Lichtpunkte und Schlitze verrechnet der Elektriker extra, je nachdem, wie viele Leitungen tatsächlich verlegt werden.

Leistungsarten und ihre Preise

18,16 €
pro Stk.
Steckdosen- und Schalterauslässe

Grundeinheit der Elektroinstallation. Die Lage des Auslasses wird nach dem Möbel- und Geräteplan festgelegt, noch bevor die Wände geschlitzt werden.

21,20 €
pro Stk.
Lichtpunkte

Auslass für Decken-, Wand- und Einbauleuchten. Anzahl und Lage der Punkte werden gemeinsam mit der abgehängten Decke geplant, damit später nicht nachträglich gestemmt werden muss.

227,06 €
pro Stk.
Wohnungsverteiler

Zentraler Punkt der gesamten Installation, in dem Leitungsschutzschalter und FI-Schutzschalter sitzen. Größe und Aufbau richten sich nach der Anzahl der Stromkreise in der Wohnung.

2,27 €
pro lfm
Starkstromleitungen

Die Leitungen zu Steckdosen und Lichtpunkten werden in Leerrohren im Schlitz oder unter Putz geführt. Querschnitt und Kabeltyp hängen von der Belastung des Stromkreises ab.

12,10 €
pro lfm
Schlitzen für Leitungen

In Beton und Fertigteilwänden geht das Schlitzen langsamer und beansprucht das Werkzeug stärker als in Ziegel oder Porenbeton, was sich im Preis pro Laufmeter niederschlägt.

1649,93 €
pro Stk.
Komplette Elektroinstallation der Wohnung

Pauschalpaket, das Rohmontage und Fertigmontage in der ganzen Wohnung umfasst. Passend bei einer Generalsanierung, bei der die gesamte Installation erneuert wird.

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Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.

Elektroinstallation32 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Elektroinstallation
Abgang für 230 V-Steckdose - RohinstallationStk.18,16 €-
Netzwerkverkabelung / Datenleitung verlegen (FTP)Stk.-
Abgang für Schalter - RohinstallationStk.18,16 €-
Lichtauslass - RohinstallationStk.21,20 €-
Feininstallation 230-V-Steckdose / SchalterStk.7,57 €-
Verlegung Starkstromkabel NYM (bis 3×2,5)lfm2,27 €-
Verlegung Schwachstromkabel (FTP, Koax)lfm1,82 €-
Schlitzen für Kabel - Ziegel / Porenbetonlfm8,78 €-
Schlitzen für Kabel - Beton / Plattenbaulfm12,10 €-
Wandschlitze nach Elektroinstallation verschließenlfm8,17 €-
Montage und Anschluss WohnungsverteilerStk.227,06 €-
Anschluss 1-poliger LS-SchalterStk.12,10 €-
Anschluss Fehlerstromschutzschalter (FI)Stk.18,16 €-
Montage und Anschluss HaustürklingelStk.37,84 €-
Anschluss und Setzen RaumthermostatStk.30,27 €-
Montage LED-Band inkl. Aluminiumprofillfm18,16 €-
Einbaustrahler in Gipskartondecke montierenStk.27,25 €-
Montage Luster / HängeleuchteStk.-
Montage WandleuchteStk.21,20 €-
Montage und Anschluss Lüfter (Bad/WC)Stk.-
Abgang für TV-/Datendose - RohinstallationStk.18,16 €-
Feininstallation TV-/DatendoseStk.12,10 €-
Fachgerechter Anschluss Kochfeld 400 VStk.-
Montage Außen-Niederspannungs-HausanschlussStk.-
Pauschalpakete
Elektroinstallation Wohnung (1 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.1 438,02 €-
Elektroinstallation Wohnung (2 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.1 649,93 €-
Elektroinstallation Wohnung (3 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.2 013,22 €-
Elektroinstallation Wohnung (4 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.-
Elektroinstallation Wohnung (5 Zimmer) - Roh- und FeininstallationStk.-
Prüfungen und Abnahmen
Prüfbefund Elektroinstallation (Wohnung)Stk.-
Prüfbefund Niederspannungs-HausanschlussStk.-
Sonstige Arbeiten
Sonstige, nicht näher definierte Arbeiten (Regiestunde)Std.-
Summe Arbeit
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Was kostet das je nach Umfang

Beispielhafter Umfang der Elektroinstallation für eine Zweizimmerwohnung (60 m²)
Nur Rohinstallation
Rohmontage von 20 Steckdosen, 6 Schaltern, 8 Lichtpunkten und 150 lfm Starkstromkabel
982,18 €
Rohinstallation und Fertigmontage
Gleicher Umfang plus Fertigmontage von 26 Steckdosen und Schaltern sowie Montage des Wohnungsverteilers
1406,06 €
Komplette Installation inklusive Schlitzen und Absicherung
Gleicher Umfang plus 40 lfm Schlitze, 40 lfm Verputzen, 12 Leitungsschutzschalter und 3 FI-Schutzschalter
2417,06 €
Richtwert für die Arbeitsleistung nach den angegebenen Mengen. Prüfbefund und Netzanschluss werden gesondert verrechnet.

Vorbereitung der Leitungen

01
Punkte vorab festlegen

Bevor geschlitzt wird, legt der Elektriker gemeinsam mit den Bauherren fest, wo Steckdosen, Schalter und Lichtpunkte hinkommen, abgestimmt auf Möbel und Geräte. Jedes spätere Verschieben bedeutet zusätzliche Putzausbesserungen.

02
Schlitze und Durchbrüche

Schlitze verlaufen laut Norm nur senkrecht oder waagrecht. Schräge Leitungswege sind meist unzulässig, außerdem lassen sich die Kabel in der Wand später kaum finden.

8,78 €/lfm
03
Leitungen verlegen und einziehen

Der Elektriker legt die Kabel in Leerrohre und führt sie mit ausreichend Reserve bis zum Verteiler, damit sie sich später sauber anschließen lassen.

2,27 €/lfm
04
Verteiler setzen

Der Verteiler kommt an eine gut erreichbare, übersichtliche Stelle. Die Stromkreise werden nach Räumen und Art der Verbraucher aufgeteilt.

227,06 €/Stk.
05
Leitungsschutzschalter anschließen

Jeder Stromkreis erhält einen Leitungsschutzschalter passend zu Kabelquerschnitt und Last. Empfindliche Stromkreise schützt zusätzlich ein FI-Schutzschalter.

12,10 €/Stk.

Arbeitsablauf

  1. 01Der Elektriker besichtigt die Räume und plant je nach Grundriss, wo Steckdosen, Schalter und Lichtpunkte sitzen sollen.
  2. 02Schlitze und Durchbrüche in Wänden und Zwischenwänden für die einzelnen Leitungen herstellen.
  3. 03Leerrohre verlegen und Stark- sowie Schwachstromkabel bis zum Verteiler einziehen.
  4. 04Dosen und Verteiler setzen, danach die Stromkreise nach Schaltplan anschließen.
  5. 05Schlitze zuputzen und die Wände für den Maler vorbereiten.
  6. 06Sobald die Wände fertig sind, Steckdosen, Schalter und Leuchten montieren.
  7. 07Anschlüsse und Belastung der Stromkreise prüfen und kontrollieren, ob die Absicherung passt.
  8. 08Vor der Inbetriebnahme führt eine befugte Elektrofachkraft die Erstprüfung durch und stellt einen Prüfbefund aus.

5 häufige Fehler

01
Punkte nicht vorab festgelegt

Steht vorher nicht fest, wo die Punkte hinkommen, werden Steckdosen erst während der Arbeit verschoben. Das bringt zusätzliche Schlitze und Putzausbesserungen.

02
Zu wenige Stromkreise

Ein einziger Stromkreis für die ganze Küche oder das ganze Bad reicht für heutige Geräte nicht aus. Leistungsstarke Verbraucher brauchen einen eigenen Stromkreis.

03
Kein FI-Schutzschalter

Stromkreise in Bad, Küche und im Freien müssen nach den geltenden ÖVE/ÖNORM-Bestimmungen über einen FI-Schutzschalter abgesichert sein. Ohne ihn ist die Installation gefährlich.

04
Anschließen ohne Fachkenntnis

Verteiler und Netzanschluss darf nur ein befugter Elektrotechniker anschließen. Wer selbst Hand anlegt, gefährdet die Sicherheit und die Prüfung der Anlage.

05
Kein Prüfbefund

Ohne Erstprüfung lässt sich nicht nachweisen, dass die Installation sicher ist, und die Versicherung kann im Schadensfall die Leistung ablehnen.

Wann die Elektroinstallation erneuert werden sollte

In vielen Wohnungen und Häusern, die vor 1990 gebaut wurden, steckt noch die ursprüngliche Elektroinstallation in den Wänden. In Altbauten findet man oft Zweidrahtleitungen ohne eigenen Schutzleiter, teilweise mit der sogenannten klassischen Nullung, und alte Schraub- oder Stöpselsicherungen im Sicherungskasten. In manchen Bauten aus den 1960er und 1970er Jahren wurden außerdem Aluminiumleitungen verlegt. Sie erkennen sie an der silbernen Farbe, wenn Sie eine Steckdose oder einen Schalter öffnen lassen. Aluminium lockert sich an den Klemmstellen mit der Zeit und oxidiert. Die Verbindung leitet dann schlechter, und die Klemmen in Steckdosen und Schaltern werden warm. Sehen Sie eine verfärbte oder angeschmolzene Steckdose, flackert das Licht oder riecht es nach verschmortem Kunststoff, dann sendet die Installation ein deutliches Warnsignal.

Ältere Anlagen haben oft noch ein zweites Problem: Es fehlt ein eigener Schutzleiter und ein FI-Schutzschalter. Wenn in einem Gerät die Isolierung kaputtgeht, schützt Sie eine solche Steckdose nicht zuverlässig vor einem Stromschlag. Außerdem hat niemand die alten Leitungen für die heutige Zahl an Geräten geplant. Das kennen viele: In der Küche laufen Wasserkocher, Mikrowelle und Geschirrspüler gleichzeitig, und schon fliegt die Sicherung raus.

Häufig sieht man dann eine riskante Lösung: Jemand setzt einen stärkeren Sicherungsautomaten ein. Das ist ein Fehler. Der Sicherungsautomat, fachlich Leitungsschutzschalter oder kurz LS-Schalter, schützt das Kabel vor Überhitzung. Sein Wert muss deshalb zum Querschnitt der Leitung passen. Ein stärkerer Automat an einer alten Leitung löst zwar nicht mehr aus, die Kabel in der Wand werden aber trotzdem zu heiß, und das ist deutlich gefährlicher. Löst die Sicherung oft aus, verteilt der Elektriker die Geräte auf mehrere Stromkreise oder verlegt neue Leitungen.

Planung: Steckdosen, Stromkreise und Reserve

Eine gute Elektroinstallation richtet sich danach, wie Sie die Räume wirklich nutzen. Bevor jemand den ersten Schlitz fräst, gehen Sie die Wohnung Raum für Raum durch und zeichnen ein, wo Möbel, Geräte und Leuchten stehen sollen. Setzen Sie Steckdosen dorthin, wo Sie sie erreichen. Eine Steckdose hinter dem Kasten oder hinter dem Bett hilft Ihnen nicht.

  • Küche: mehrere Doppelsteckdosen über der Arbeitsplatte, eigene Anschlüsse für Geschirrspüler, Kühlschrank, Backrohr und Dunstabzugshaube und für das Kochfeld meist ein Drehstromanschluss (Starkstrom), passend zu seiner Leistung.
  • Wohnzimmer und Arbeitszimmer: eine Steckdosengruppe am Fernseher und am Schreibtisch, eine Netzwerkdose und bei Bedarf eine Zuleitung für Beamer oder Lautsprecher.
  • Schlafzimmer: Steckdosen und Schalter auf beiden Seiten des Bettes, damit Sie das Licht ausschalten können, ohne aufzustehen.
  • Bad, Waschküche und Abstellraum: eigene Stromkreise für Waschmaschine, Trockner, Durchlauferhitzer oder Boiler und den elektrischen Handtuchheizkörper.

Jedes leistungsstarke Gerät sollte einen eigenen Stromkreis mit eigenem Sicherungsautomaten bekommen. Die übrigen Steckdosen verteilen Sie raumweise auf mehrere Stromkreise. Geht dann in einem Zimmer etwas kaputt oder ist ein Kreis überlastet, sitzt nicht die ganze Wohnung im Dunkeln. Lassen Sie im Verteiler freie Plätze für spätere Erweiterungen. Es lohnt sich auch, leere Leerrohre in die Wände zu legen. Das sind biegsame Rohre, durch die man in ein paar Jahren ein neues Kabel ziehen kann, ohne zu stemmen. In Österreich gelten für Elektroinstallationen die einschlägigen OVE-Richtlinien und ÖNORMen, Ihr Elektrotechniker kennt die Details.

Installationszonen: wo die Kabel verlaufen

Kabel laufen in der Wand nur waagrecht und senkrecht, in festen Streifen unter der Decke, über dem Fußboden und neben Ecken, Türen und Fenstern. Niemals schräg. Warum ist das so wichtig? Wenn sich alle an diese Regel halten, wissen Sie, wo in der Wand kein Kabel liegt, und können dort sicher bohren. In der Praxis kommt es oft vor, dass bei einer Renovierung jemand ein Kabel schräg verlegt, um den Weg abzukürzen. Ein paar Jahre später bohrt dann ein anderer beim Aufhängen eines Regals genau hinein.

Verteiler, Sicherungsautomaten und FI-Schutzschalter

Der Wohnungsverteiler, oft einfach Sicherungskasten genannt, ist das Herz der Installation. Jeder Stromkreis hat darin einen Sicherungsautomaten, der ihn vor Überlast und Kurzschluss schützt. Der FI-Schutzschalter, meist mit einer Empfindlichkeit von 30 mA, passt auf etwas anderes auf: Er merkt, ob Strom außerhalb der Leitungen abfließt, zum Beispiel über den Körper eines Menschen. Dann schaltet er den Stromkreis in einem Bruchteil einer Sekunde ab. In einer zeitgemäßen Anlage sichern FI-Schutzschalter alle üblichen Steckdosenkreise, die Stromkreise im Bad und die Außensteckdosen ab.

Hängen zu viele Stromkreise an einem einzigen FI-Schalter, legt ein einziger Fehler einen großen Teil der Wohnung lahm. Deshalb verteilt man die Kreise auf mehrere FI-Schalter oder setzt für jeden Kreis einen kombinierten FI/LS-Schalter ein. Sinnvoll ist außerdem ein Überspannungsschutz im Verteiler. Er schützt Fernseher, Computer und andere Elektronik bei Gewitter und bei Spannungsspitzen im Netz.

Wie stark Ihr Hausanschluss abgesichert ist und wie viel Leistung Sie abrufen dürfen, legt Ihr örtlicher Netzbetreiber fest. Wenn Sie auf elektrisches Kochen umsteigen, eine Wärmepumpe einbauen oder zu Hause ein Elektroauto laden wollen, reicht der bisherige Anschluss oft nicht aus. Gerade beim Heizungstausch spielt das eine Rolle: Viele Eigentümer ersetzen alte Öl- oder Gaskessel durch eine Wärmepumpe. Ihr Elektrotechniker prüft vorab, ob der Anschluss dafür reicht oder verstärkt werden muss. In Mehrparteienhäusern hängt eine Verstärkung des Anschlusses oft auch von der Hausverwaltung ab.

Schlitzen und Leitungen im Betonbau, im Altbau und im Ziegelmauerwerk

Die Kabel kommen in Schlitze, die der Elektriker mit einer Mauernutfräse fräst oder stemmt. Danach verschließt er den Schlitz mit Gips und Putz. Dabei entsteht sehr viel feiner Staub. Deshalb arbeiten Profis mit einer Fräse mit Absaugung und trennen die übrigen Räume mit Folie ab. Sonst wischen Sie noch wochenlang Staub. Weil Fräsen und Stemmen laut sind, informieren Sie in einem Mehrparteienhaus vorher die Hausverwaltung und die Nachbarn.

In Betonbauten, etwa in Fertigteilbauten oder vielen Wohnhausanlagen aus den 1960er und 1970er Jahren, ist der Beton hart, das Schlitzen dauert länger. In tragende Wände dürfen keine tiefen und langen waagrechten Schlitze, weil sie die Wand schwächen. Klären Sie deshalb vor Beginn, welche Eingriffe in tragende Wände geplant sind. In einer Eigentumswohnung gehören tragende Wände zu den allgemeinen Teilen des Hauses, sprechen Sie also mit der Hausverwaltung oder der Wohnungseigentümergemeinschaft und bei Bedarf mit einem Statiker. Als Mieter sprechen Sie größere Eingriffe ohnehin mit dem Vermieter ab. In Betonbauten verlegt man Kabel deshalb häufiger im Fußboden unter dem Estrich, in Vorsatzschalen aus Trockenbau oder in einer abgehängten Decke.

In Gründerzeithäusern und Einfamilienhäusern aus Ziegel lassen sich alte Leitungen manchmal ohne Stemmen tauschen, wenn sie in Leerrohren liegen. Das neue Kabel wird dann einfach durch das vorhandene Rohr gezogen. Meist liegen alte Leitungen aber direkt im Putz. Bei einer kompletten Erneuerung bekommt die Wohnung dann eine ganz neue Leitungsführung.

Bad, Außenbereich und Feuchträume

Im Bad richtet sich die Lage aller elektrischen Geräte nach festen Schutzbereichen rund um Badewanne und Dusche. Die Regel ist einfach: Je näher am Wasser, desto strenger die Anforderungen an Schutz und Spannung. Normale Steckdosen gehören außerhalb dieser Bereiche. Leuchten und Lüfter an der Dusche müssen gegen Spritzwasser geschützt sein. Diesen Schutz finden Sie auf dem Produkt als IP-Kennzeichnung mit zwei Ziffern, zum Beispiel IP44. Je höher die Ziffern, desto besser schützt das Gerät gegen Staub und Wasser.

Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung und die Zuleitung zum Tor brauchen eine für draußen geeignete Schutzart und einen FI-Schutzschalter. Ein Erdkabel liegt in einem Sandbett, darüber kommt ein Warnband. Wenn später jemand gräbt, sieht er das Band, bevor die Schaufel das Kabel trifft. Bei langen Strecken wählt der Elektriker einen größeren Querschnitt, damit am Ende der Leitung nicht zu viel Spannung verloren geht.

Beleuchtung: wie viele Lichtpunkte und von wo schalten

Eine einzige Lampe in der Deckenmitte reicht heute in Wohn- oder Schlafzimmer kaum noch. Gute Planung kombiniert drei Arten von Licht: eine Grundbeleuchtung, Arbeitslicht über Küchenarbeitsplatte und Tisch und Stimmungslicht, zum Beispiel einen LED-Streifen oder Stehleuchten an einer Steckdose, die Sie per Wandschalter schalten. Jede dieser Gruppen braucht einen eigenen Auslass und einen eigenen Schalter. Planen Sie das Licht deshalb zusammen mit den Steckdosen, noch bevor geschlitzt wird.

Im Vorzimmer, im Stiegenhaus und in einem größeren Raum mit zwei Türen möchten Sie das Licht von mehreren Stellen aus schalten. Dafür gibt es Wechsel- und Kreuzschalter oder Taster mit einem Stromstoßschalter im Verteiler. Wenn Sie Dimmer möchten, prüfen Sie, ob sie zu Ihren LED-Leuchten passen. Sonst flackert oder brummt das Licht.

In Wohnräumen wirkt warmweißes Licht meist angenehmer. Am Badspiegel und im Arbeitszimmer passt eher neutralweißes. Leuchten in abgehängten Decken und in Möbeln brauchen Platz für die Netzteile und einen Zugang dazu. So lässt sich ein Netzteil später tauschen, ohne die Decke zu öffnen.

Smart Home, Wallbox und Photovoltaik

Denken Sie über eine smarte Steuerung von Licht oder Jalousien nach? Sagen Sie es dem Elektriker, bevor er schlitzt. Viele smarte Schalter brauchen in der Dose neben der Phase auch den Neutralleiter und eine tiefere Schalterdose. Bei einer neuen Installation ist das eine Kleinigkeit, in einer fertigen Wand ein mühsames Nachrüsten.

Eine Wallbox für ein Elektroauto braucht einen eigenen Stromkreis, der lange hohe Last aushält, einen FI-Schutzschalter des passenden Typs und oft einen Drehstromanschluss. Bei einer Photovoltaikanlage geht es um den Platz für den Wechselrichter und die Verbindung zum Verteiler. Für Sanierungen und Anlagen dieser Art gibt es je nach Zeitpunkt Förderungen von Bund und Land, etwa den Sanierungsbonus. Die aktuellen Bedingungen prüfen Sie vor der Beauftragung direkt bei der jeweiligen Förderstelle. Wenn Sie etwas davon erst in ein paar Jahren planen, legen Sie schon jetzt ein Leerrohr oder ein Kabel und reservieren Platz im Verteiler. Das erspart Ihnen später Stemmarbeiten in fertigen Wänden.

Fachbetrieb und Prüfung

An fest verlegten Leitungen darf nur ein konzessionierter Elektrotechniker arbeiten. Das gilt genauso für Arbeiten am Hausanschluss und am Zählerplatz. Nach einer neuen oder erneuerten Installation folgt die Erstprüfung nach den einschlägigen OVE-Vorschriften. Der Elektrotechniker misst dabei unter anderem den Isolationswiderstand und die Schleifenimpedanz, prüft die FI-Schutzschalter und kontrolliert, ob alles richtig angeschlossen ist. Darüber erhalten Sie ein Prüfprotokoll, meist als Teil des Anlagenbuchs. Ohne diese Prüfung sollte die Anlage nicht in Betrieb gehen. Fehlt das Protokoll nach einem Brand oder einem anderen Schaden, kann die Versicherung unter Umständen die Leistung kürzen. Für bestehende Anlagen bieten viele Elektrobetriebe eine regelmäßige Überprüfung mit einem Elektrobefund an, den man in Österreich oft E-Befund nennt.

Bewahren Sie zum Prüfprotokoll auch den Plan des Verteilers mit der Beschriftung aller Stromkreise auf. Bei jeder späteren Änderung oder Störung müssen dann weder Sie noch der Elektriker suchen, welcher Automat zu welchem Raum gehört.

Anleitung für Heimwerker: wenn Sicherung oder FI-Schalter auslöst

An Leitungen und am Verteiler dürfen Sie als Laie nichts verändern. Herausfinden, warum es immer wieder auslöst, können Sie aber selbst, und damit sparen Sie dem Elektriker Zeit.

  1. Nachsehen, was ausgelöst hat: der Sicherungsautomat eines einzelnen Stromkreises oder der FI-Schutzschalter, der mehrere Kreise auf einmal abschaltet.
  2. Beim Sicherungsautomaten überlegen, ob mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig am selben Kreis liefen. Falls ja, diese auf Steckdosen in anderen Räumen verteilen.
  3. Beim FI-Schalter alle Geräte in den betroffenen Stromkreisen ausstecken und den FI-Schalter wieder einschalten.
  4. Die Geräte nacheinander einzeln wieder einstecken. Löst der FI-Schalter bei einem bestimmten Gerät aus, ist dessen Isolierung wahrscheinlich beschädigt, und es gehört in die Reparatur.
  5. Löst der FI-Schalter auch ohne eingesteckte Geräte aus, besonders nach Regen, kann der Fehler in einer Außensteckdose, einer Leuchte oder in den Leitungen liegen. Einen Elektriker rufen.
  6. Etwa alle sechs Monate die Prüftaste am FI-Schalter drücken, sie ist meist mit T oder Test beschriftet. Der Schalter muss sofort auslösen. Tut er das nicht, ist er defekt und muss getauscht werden.
  7. Wird eine Steckdose warm, riecht sie verschmort oder funkt sie, sofort den zugehörigen Sicherungsautomaten ausschalten und die Steckdose nicht mehr benutzen, bis ein Elektriker sie geprüft hat.

So nehmen Sie die Elektroinstallation ab

  • Sie haben das Prüfprotokoll und den Verteilerplan mit Beschriftung der Stromkreise erhalten
  • Sicherungsautomaten und FI-Schutzschalter im Verteiler sind nach Räumen und Geräten beschriftet
  • Alle Steckdosen, Schalter und Leuchten funktionieren, die Steckdosen sitzen fest und gerade
  • Der FI-Schutzschalter löst beim Drücken der Prüftaste aus
  • Sie haben Fotos der Leitungen in den Wänden vor dem Verputzen, mit gemessenen Abständen zu Ecken und Fußboden
  • Im Verteiler ist Platz für spätere Erweiterungen, und die vorbereiteten Leerrohre sind im Plan eingezeichnet

Häufige Fragen

Ein Auslass für Steckdose oder Schalter samt Rohmontage kostet laut aktueller Preisliste 18,16 € pro Punkt Arbeitsleistung. Die Fertigmontage wird extra verrechnet, mit 7,57 € pro Stück.

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