Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Schlitze für Gasleitungen in Backstein und Beton spitzen

Wird eine Gasheizung ersetzt, ein Gasherd verschoben oder eine neue Gasleitung gezogen, verlegt man das Rohr meistens unter Putz in der Wand. Dafür muss zuerst ein Schlitz gefräst oder gespitzt werden. Hier geht es um Schlitze für Gasinstallationen in Backsteinmauerwerk und in Beton. Der Schlitz selbst ist Bauarbeit. Er folgt aber immer d

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·15 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
21.75 CHF/ lfm
Richtwert-Spanne
17.40 CHF - 28.37 CHF
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Gasinstallation15 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Gasinstallation
Schlitzen für Gasleitung - Ziegellfm21.75 CHF-
Innere Gasleitung biegen und schweissenlfm32.62 CHF-
Verlegung der äusseren Gasleitung im Erdreichlfm27.18 CHF-
Schlitzen für Gasleitung - Betonlfm48.94 CHF-
Montage Gas-KugelhahnStk.27.18 CHF-
Anschluss GasherdStk.63.44 CHF-
Anschluss Gaskessel (Montage + Anschluss)Stk.-
Regelung und Einstellung des KesselsStk.-
Gasleitung blind verschliessenStk.-
Umlegen und Anschliessen der GasleitungStk.233.80 CHF-
Montage WarmwasserspeicherStk.-
Dichtheitsprüfung der GasleitungStk.108.74 CHF-
Sachverständigenprüfung (Revision) der GasanlageStk.-
Montage GasmelderStk.36.25 CHF-
Versetzen des GaszählersStk.217.50 CHF-
Summe Arbeit
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So wird ein Schlitz Schritt für Schritt gespitzt

Ein sauberer Schlitz beginnt, bevor das erste Werkzeug läuft. In der Praxis sieht der Ablauf meist so aus:

  1. Leitungsführung anzeichnen. Nach Plan oder nach Angaben des Gasinstallateurs wird der genaue Verlauf an die Wand gezeichnet, mit Höhe, Abzweigungen und Anschlussstellen der Geräte.
  2. Wand prüfen. Mit einem Leitungssucher und anhand vorhandener Pläne wird geklärt, ob im Bereich Strom-, Wasser- oder Heizungsleitungen liegen. Liegt eine alte Gasleitung in der Nähe, muss der Gasinstallateur sie zuerst absperren und sichern.
  3. Raum vorbereiten. Möbel kommen hinaus oder werden mit Folie abgedeckt, der Boden wird mit Karton oder Vlies geschützt, Türen zu anderen Räumen werden gegen Staub abgedichtet.
  4. Ränder schneiden. Eine Mauernutfräse mit zwei Diamantscheiben schneidet zwei parallele Schnitte in der eingestellten Breite und Tiefe. So bekommt der Schlitz gerade Kanten, und der Putz daneben bricht nicht unnötig aus.
  5. Mitte ausspitzen. Das Material zwischen den Schnitten wird mit einem Spitzhammer und einem Flachmeissel herausgeholt.
  6. Reinigen und kontrollieren. Staub und Bruchstücke kommen heraus, dann werden Tiefe, Breite und Geradheit geprüft. Erst jetzt kann der Gasinstallateur die Leitung verlegen.

Von Hand ohne Fräse spitzt man heute vor allem in Ecken, unter der Decke oder rund um Hindernisse, wo die Maschine nicht hinkommt. Das dauert länger, und der Schlitz wird weniger genau.

Backstein oder Beton: Wo liegt der Unterschied

Auf den ersten Blick ist es dieselbe Arbeit. Das Wandmaterial entscheidet aber über Werkzeug, Zeitaufwand und Risiken.

Backsteinmauerwerk

Vollbackstein lässt sich recht gut bearbeiten. Bei Lochbacksteinen, wie sie in vielen Schweizer Häusern verbaut sind, ist Vorsicht nötig: Die dünnen Stege zwischen den Hohlräumen brechen leicht, und der Schlitz wird plötzlich breiter als geplant. Deshalb lohnt es sich auch im Backstein, zuerst zu schneiden und dann zu spitzen, statt den Schlitz nur mit dem Hammer herauszuschlagen. In älteren Häusern ist das Mauerwerk oft spröde und der Mörtel schwach, dort geht man besonders behutsam vor.

Beton und Stahlbeton

Beton ist deutlich härter. Die Arbeit dauert länger, macht mehr Staub und Lärm und geht praktisch nur mit Diamantwerkzeug. Die meisten Betonwände sind zudem armiert. Die Armierung darf nicht ohne Rücksprache mit einem Bauingenieur durchtrennt werden, weil das die tragende Konstruktion schwächt. Bei tragenden Betonwänden, etwa in Mehrfamilienhäusern aus den Sechziger- und Siebzigerjahren, sind Schlitze nur eingeschränkt möglich, vor allem waagrechte. Vor dem Spitzen in eine tragende Wand ist ein Gespräch mit dem Bauingenieur sinnvoll. In Mietliegenschaften und im Stockwerkeigentum sollte zudem die Liegenschaftsverwaltung Bescheid wissen.

Grösse, Richtung und Abstände des Schlitzes

Der Schlitz wird für eine bestimmte Leitung gemacht. Er sollte etwas tiefer und breiter sein als das Rohr, damit es spannungsfrei liegt, mit Rohrschellen befestigt und mit Mörtel und Putz überdeckt werden kann. Die genauen Masse legt der Gasinstallateur je nach Rohrart und Durchmesser fest. Ein unnötig tiefer Schlitz schwächt aber die Wand, besonders bei tragendem Mauerwerk und nahe bei Fenstern und Türen.

Gasleitungen werden in der Wand nur waagrecht oder senkrecht geführt, nie schräg. Warum eigentlich? Wer Jahre später ein Regal montiert, kann anhand von Gashahn oder Gerät abschätzen, wo das Rohr verläuft. Bei einer schrägen Leitung kann das niemand.

Zu Strom-, Wasser- und anderen Leitungen braucht die Gasleitung einen sicheren Abstand gemäss Planung, den SVGW-Richtlinien und der SN EN 1775. Absperrarmaturen und lösbare Verbindungen werden nicht eingemauert, sie müssen zugänglich bleiben. Kommt die Leitung in Beton, sorgt der Gasinstallateur in der Regel für einen Schutz, damit sie nicht direkt im Material eingegossen ist.

Was die Arbeit erleichtert und was sie erschwert

Wie aufwendig das Spitzen ist und damit auch, was es kostet, hängt von einigen Punkten ab:

  • Wandmaterial: Beton und Stahlbeton sind deutlich anspruchsvoller als Backstein
  • Länge und Verlauf: Eine gerade Leitung an einer Wand ist einfacher als ein Verlauf mit vielen Ecken und Durchbrüchen
  • Zugänglichkeit: Arbeiten unter der Decke, in Ecken, hinter der Küche oder in einer möblierten Wohnung dauern länger
  • Oberfläche: Müssen zuerst Wandplatten oder ein dicker Verputz entfernt werden, kommt Arbeit dazu
  • Reinigung und Entsorgung: Staubabsaugung, Abtransport des Bauschutts und das Zuputzen der Schlitze werden oft separat vereinbart

Ein leerer Raum und eine klar angezeichnete Leitungsführung sparen allen Beteiligten Zeit. Im Mehrfamilienhaus ist es anständig, die Nachbarn und den Hauswart vorher zu informieren, denn Spitzen ist laut.

Typische Fehler

  • Schräger Verlauf oder eine Leitung "nach Gefühl", die bei der Abnahme beanstandet wird
  • Zu flacher Schlitz, in dem das Rohr zu wenig Überdeckung hat und der Putz darüber reisst
  • Zu tiefer Schlitz in einer tragenden Wand ohne Abklärung mit dem Bauingenieur
  • Durchtrennte Armierung im Stahlbeton
  • Angeschnittenes Kabel oder Rohr, weil die Wand vorher nicht geprüft wurde
  • Arbeiten nur mit dem Winkelschleifer, was viel Staub macht und eine ungleichmässige Tiefe ergibt
  • Ungereinigter Schlitz, in dem Schellen und Mörtel schlecht halten und scharfe Kanten das Rohr beschädigen können

Wer was machen darf und was bei Gasgeruch gilt

Das Spitzen des Schlitzes ist reine Bauarbeit. Montage, Anschluss und Dichtheitsprüfung der Gasleitung darf aber nur ein Gasinstallateur mit der nötigen Berechtigung des Gasversorgers ausführen. Deshalb werden Schlitze immer in Absprache mit ihm gespitzt, nicht auf Vorrat und auf gut Glück. Muss im Bereich eine elektrische Leitung verlegt oder versetzt werden, ist das Sache eines konzessionierten Elektroinstallateurs.

Riechen Sie während der Arbeiten Gas, hören Sie sofort auf. Schalten Sie keine elektrischen Geräte ein oder aus, öffnen Sie Fenster, verlassen Sie den Raum und rufen Sie von draussen die Pikettnummer Ihres Gasversorgers oder die 112 an. Bei Brand gilt die 118.

So prüfen Sie die fertige Arbeit

Bevor der Gasinstallateur die Leitung verlegt und die Schlitze zugeputzt werden, lohnt sich ein Rundgang mit diesen Punkten:

  • Der Verlauf entspricht dem Plan oder der Absprache mit dem Gasinstallateur
  • Die Schlitze verlaufen nur waagrecht und senkrecht
  • Tiefe und Breite sind auf der ganzen Länge gleichmässig
  • Die Kanten sind gerade, der Putz daneben ist nicht unnötig ausgebrochen
  • Im Beton ist keine Armierung durchtrennt, im Backstein sind keine grossen Hohlräume ausgebrochen
  • Keine andere Leitung wurde beschädigt
  • Die Schlitze sind frei von Staub und Bruchstücken
  • Der Bauschutt ist abgeführt und der Raum wie vereinbart gereinigt
  • Nach der Montage liegt ein Protokoll der Dichtheitsprüfung vor

Häufige Fragen

Technisch ist das möglich, empfehlenswert ist es nicht. Den Verlauf muss der Gasinstallateur festlegen, und Fehler bei Tiefe, Richtung oder Statik zeigen sich oft erst bei der Abnahme, wenn die Korrektur aufwendiger ist. Möchten Sie trotzdem einen Teil selbst übernehmen, klären Sie Verlauf und Masse vorher genau mit dem Gasinstallateur ab, der die Leitung montiert.

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