Was Ihre Renovation verzögert und wie Sie vorbereitet sind

Renovationen und Umbauten laufen fast nie genau nach dem geplanten Zeitplan ab. Vieles davon können Sie kaum beeinflussen, aber Sie können sich darauf vorbereiten. Hier sind die Verzögerungen, mit denen Sie sehr wahrscheinlich rechnen müssen.
1) ZUSTIMMUNG DER VERWALTUNG
Wohnungseigentümer brauchen in der Regel die Zustimmung der Liegenschaftsverwaltung, bevor sie mit einer Renovation beginnen dürfen. Den Starttermin haben Sie deshalb nicht selbst in der Hand. Die Verwaltung kann sich für den Entscheid über eine Bewilligung Wochen oder sogar Monate Zeit lassen. Häufig gewünscht wird zum Beispiel eine Wärmedämmung des Gebäudes. Sie kann viel Energie sparen, ihre Genehmigung ist aber oft an bestimmte Materialien und Arbeitsmethoden gebunden.
Die Verwaltung wird sehr wahrscheinlich verlangen, dass Sie eine Liste der verwendeten Materialien erstellen, den Umfang des Projekts festlegen und die Qualifikation der Handwerker angeben, die an der Renovation arbeiten werden. Das alles braucht Zeit und eine gute Organisation. Je nach Verwaltung kann die Genehmigung einige Tage oder auch mehrere Wochen dauern.
Ausserdem kann die Verwaltung Regeln festgelegt haben, an die sich die Handwerker halten müssen. Diese Regeln können den Bauzeitplan stark beeinflussen.
Dazu gehören zum Beispiel:
-eingeschränkte tägliche Arbeitszeiten
-ein Arbeitsverbot an Feiertagen
-eine Begrenzung der gesamten Renovationsdauer
-klare Grenzen für den Umfang der Arbeiten
-genaue Vorgaben für den Umgang mit Stoffen wie Asbest oder Blei und Ähnlichem
Möglicherweise werden auch besondere Massnahmen zum Schutz der gemeinsam genutzten Räume verlangt.
2) LIEFERFRISTEN
Die Materialwahl ist bei jedem Renovationsprojekt anspruchsvoll, besonders wenn Sie einzigartige oder ungewöhnliche Materialien verwenden. Herstellung und Transport der Materialien können viele Wochen in Anspruch nehmen. Es ist keineswegs ungewöhnlich, dass Sie 12 bis 15 Wochen auf Material warten. Bei internationalen Lieferanten kann es noch länger dauern, weil sich Grenzübertritt und Zollabfertigung nur schwer abschätzen lassen.
Selbst bei bester Planung muss bei manchen Renovationsschritten zuerst Material eingebaut sein, bevor es weitergehen kann. Die Küche ist ein riesiges, schweres Möbelstück, bei dessen Montage einfach kein Platz für Fehler bleibt. In der Regel lassen sich die genauen Masse der künftigen Küche erst nehmen, wenn die Sockel der Unterschränke montiert sind. Ihr Projekt kann schon durch ein einziges fehlendes Teil ins Stocken geraten. Das Warten lohnt sich, kann aber ganz schön an den Nerven zehren.
Wenn Sie Materialien auswählen, behalten Sie die Lieferfristen im Auge, seien Sie vorbereitet und legen Sie sich einen Plan B zurecht, falls etwas nicht an Lager ist oder die Lieferfrist zu lang wird. Wenn Sie Material im Ausland bestellen, informieren Sie Ihre Handwerker darüber. Ein Renovationsprojekt zu starten, bevor jede einzelne Position geliefert ist, ist ein Risiko, das praktisch alle eingehen. Wer die Lieferfristen verfolgt, kann aber viel leichter einen realistischen Zeitplan erstellen.
3) ÜBERRASCHUNGEN, DIE ERST WÄHREND DER ARBEITEN AUFTAUCHEN
Solange Ihr Unternehmer vor Beginn der Renovation die Liegenschaft nicht gründlich untersucht, kann er nicht genau wissen, was sich hinter den Wänden oder unter den Böden verbirgt. Eine Analyse vor der Renovation klingt in der Theorie hervorragend, in der Praxis wird dieser Schritt aber meistens übersprungen.
Das Problem dabei: Sie haben Löcher in Wänden und Böden, noch bevor die eigentliche Renovation überhaupt beginnt. Der Unternehmer ist vielleicht bereit, vor der Vertragsunterzeichnung einen Blick hinter die Wand zu werfen, aber er wird sie nicht gratis wieder instand stellen. Sie müssen akzeptieren, dass die Handwerker auf Dinge stossen können, die den Zeitplan verändern.
Denken Sie auch an Zimmermannsarbeiten, die im Lauf der Renovation nötig werden können. Zeigen sich Probleme an tragenden Wänden oder an der Tragstruktur, müssen Zimmerleute die nötigen Anpassungen vornehmen, damit Sicherheit und Stabilität des Gebäudes gewährleistet sind. Deshalb lohnt sich eine Budgetreserve für den Fall, dass während der Renovation Komplikationen auftreten, die Facharbeiten erfordern. So vermeiden Sie unangenehme Überraschungen, die sich auf Zeitplan und Kosten des Projekts auswirken.
4) BEWILLIGUNGEN UND KONTROLLEN
Es dürfte kaum überraschen, dass das Einholen von Bewilligungen den Zeitplan beeinflusst. Grundsätzlich gilt: Ihre Gemeinde bzw. die zuständige Baubehörde prüft Bewilligungen und Abnahmen. Wer zum ersten Mal renoviert, weiss oft nicht, dass ein einzelner Teil der Arbeiten mehrere Kontrollen erfordern kann. Diese Kontrollen werden häufig dann angesetzt, wenn entscheidende Arbeiten im Gang sind.
Der Fortschritt wirkt deshalb oft unberechenbar oder unorganisiert, weil die Arbeit nicht linear vorankommen kann. Werden zum Beispiel bei einer Badrenovation Wasserleitungen verlegt, muss vor dem Schliessen der Wände die Kontrolle abgewartet werden. Es kann sogar vorkommen, dass die Arbeiten bis zur Schlussabnahme ruhen. Dadurch entstehen Lücken und Bereiche, in denen Sie schlicht nicht weiterkommen.
Besprechen Sie mit Ihrem Unternehmer, in welcher Reihenfolge die Bewilligungen eingeholt und wann die Kontrollen eingeplant werden, damit Sie einen Überblick über den ungefähren Zeitplan haben. Was wie eine überraschende Verzögerung aussieht, ist vielleicht ein geplanter Schritt im Ablauf, auf den Sie keinen Einfluss haben.
5) STILLSTAND AUF DER BAUSTELLE
Wartezeiten auf der Baustelle müssen kein Zeichen dafür sein, dass der Zeitplan nicht eingehalten wird. Wenn Sie aber ohne funktionierende Küche oder ohne Bad leben und im Schlafzimmer überall Kisten mit Sachen aus anderen Räumen stehen, können sich Tage ohne Arbeit auf der Baustelle wie die schlimmste Folter der Welt anfühlen.
Tatsache ist jedoch, dass man an einem Renovationsprojekt nicht an fünf Tagen pro Woche von 9 bis 17 Uhr durcharbeiten kann. Ihr Unternehmer sollte die Arbeiten grundsätzlich so planen, dass er möglichst rasch vorankommt, muss aber sehr wahrscheinlich immer wieder auf die Verfügbarkeit von Material warten.
Zudem können die logische Abfolge der Arbeiten, natürliche Pausen, damit sich Material setzen oder trocknen kann, sowie gesundheitliche oder familiäre Probleme einzelner Handwerker den Fortschritt bremsen. Bedenken Sie auch, dass die Handwerker sehr wahrscheinlich nicht nur an Ihrer Renovation arbeiten. All diese Faktoren beeinflussen Tempo und Reihenfolge der Arbeiten.
Je weiter die Arbeiten fortschreiten, desto höher werden die Anforderungen an das handwerkliche Können. Wer Wände abbricht, verfügt nicht unbedingt über das Spezialwissen, um ein Glasmosaik zu verlegen. Je spezialisierter die Arbeit, desto grösser die Nachfrage. Wenn Sie viele Fachleute brauchen, die jeweils nur an einem kleinen Teil der Renovation mitarbeiten, müssen Sie mit Lücken im Terminplan rechnen.
Grössere, etablierte Teams oder Firmen können ihren Kunden oft einen reibungsloseren Ablauf bieten, während kleinere Teams bei Planung und Organisation ihrer Projekte häufig kreativer sein müssen, was sich auf die Gesamtkosten auswirken kann. Wenn Sie die Ausgaben genauer abschätzen und vergleichen möchten, nutzen Sie eine Preisliste für Bauarbeiten. Sie bietet Ihnen einen detaillierten Überblick über die einzelnen Positionen, hilft Ihnen, unerwartete Ausgaben zu vermeiden, und ermöglicht es Ihnen, Ihr Budget besser zu planen.
Wenn Sie der Zeitplan frustriert, versuchen Sie herauszufinden, woran es liegt. Gibt es unerklärliche Lücken im Ablauf? Sind Sie unsicher über den Gesamtzeitplan oder den Einzugstermin, sodass Sie vielleicht eine Alternative planen müssen? Sprechen Sie mit Ihrem Handwerkerteam gezielt über die Punkte, die Ihnen Sorgen bereiten.
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