Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Fassadendämmung: Preis pro m² 2026 und Ablauf

Bei der verputzten Aussenwärmedämmung, der sogenannten Kompaktfassade, wird der Dämmstoff geklebt und verdübelt. Danach folgen die Armierungsschicht mit Glasfasergewebe, die Profile und zum Schluss der Deckputz. Was Sie pro m² bezahlen, hängt vor allem vom Dämmstoff, von seiner Stärke, von der Höhe des Hauses und davon ab, ob ein Gerüst nötig ist.

Aktualisiert 09/2026·16 Min. Lesezeit·19 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
44.52 CHF/ m²
Richtwert-Spanne
35.53 CHF - 57.94 CHF
Fassadendämmung
5342.30 CHF
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
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Aktualisierte Preise
Kurze Antwort

Für die Fassadendämmung mit EPS (Polystyrol), vollflächig verklebt, bezahlen Sie gemäss aktueller Preisliste 44.52 CHF pro m² Arbeitsleistung. Mineralwolle mit Verdübelung kostet mehr. Gerüst, Profile, Armierungsschicht und Deckputz werden separat verrechnet, je nachdem, wie gross Ihre Fassade tatsächlich ist.

Leistungsarten und ihre Preise

44.52 CHF
pro m²
Dämmung mit Polystyrol

Die häufigste Lösung bei Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern. Die Platten werden vollflächig verklebt und je nach Gebäudehöhe zusätzlich mit Tellerdübeln befestigt.

51.94 CHF
pro m²
Dämmung mit Mineralwolle

Kommt zum Einsatz, wenn Dampfdurchlässigkeit oder Brandriegel verlangt sind. Beim Kleben und Verdübeln aufwendiger als Polystyrol.

24.10 CHF
pro m²
Dickere Kompaktfassade

Bei Dämmstärken über dem üblichen Standard ändern sich Dübelplan und Klebstoffverbrauch, der Preis steigt mit der Schichtdicke.

5.56 CHF
pro lfm
Dämmung der Leibungen

Schmale XPS-Streifen rund um Fenster- und Türöffnungen beheben die Wärmebrücke. Verrechnet wird pro Laufmeter Leibung.

18.55 CHF
pro m²
Dämmung von Estrichboden und Decke

Eine zusätzliche Dämmung des unbeheizten Estrichs oder der Kellerdecke senkt die Wärmeverluste deutlich, auch wenn die Fassade bereits gedämmt ist.

7.42 CHF
pro m²
Dampfbremse

Verhindert beim Dämmen von Dächern und Dachgeschossen, dass Wasserdampf in die Konstruktion eindringt. Die Bahnen werden überlappend verklebt und an den Stössen abgedichtet.

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Wärmedämmung (WDVS)19 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Dämmung
Fassadendämmung mit EPS (vollflächige Verklebung)m²44.52 CHF-
Fassadendämmung mit Mineralwolle (inkl. Verdübelung)m²51.94 CHF-
WDVS-Montage bis 20 cmm²24.10 CHF-
Dämmung der Fensterlaibungen (XPS)lfm5.56 CHF-
Decken- / Dachbodendämmungm²18.55 CHF-
Dampfsperrem²7.42 CHF-
Aussen-Dünnschichtputz (Kratzputz 2 mm)m²-
Wände mit Armierungsgewebe und Kleber überziehenm²-
Montage PVC-Eckprofillfm2.04 CHF-
APU-Anputzleiste mit Gewebe setzenlfm1.50 CHF-
Sturzprofil mit Tropfkantelfm2.04 CHF-
PU-Spritzdämmung (geschlossenzellig)m²-
PU-Spritzdämmung (offenzellig bis 25 cm)m²-
Sonstige Arbeiten
Sonstige nicht spezifizierte Arbeiten im FachStd.66.78 CHF-
Fassadengerüst aufbauenm²-
Gerüstabbau nach Abschluss der WDVS-Arbeitenm²4.08 CHF-
Gerüstmiete 100 m²Tag0.28 CHF-
Gerüstmiete 300 m²Tag83.48 CHF-
Gerüstmiete 1000 m²Tag185.50 CHF-
Summe Arbeit
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Was kostet das je nach Umfang

Beispielumfang: Dämmung eines Einfamilienhauses mit Polystyrol (120 m²)
Nur Verkleben des Dämmstoffs
120 m² Fassade, Polystyrolplatten vollflächig verklebt, ohne Gerüst und Profile
5342.30 CHF
Dämmung mit Gerüst und Eckprofilen
120 m² Fassade, Gerüst über die ganze Fläche, Eckprofile an den Gebäudeecken und Anschlussprofile an der Sockelkante
ab 5950.88 CHF
Komplette Dämmung mit Putz, Leibungen und Estrichboden
120 m² Fassade mit Gerüst und Profilen, Armierungsschicht mit Gewebe, Dünnputz, 30 Laufmeter Leibungen und 60 m² Estrichboden
ab 7230.94 CHF
Richtsumme der Arbeit anhand der angegebenen Mengen. Die ersten zwei Zeilen enthalten weder die Armierungsschicht mit Glasfasergewebe noch den Deckputz, die komplette Dämmung enthält beides. Das Material wird separat berechnet.

Vorbereitung der Fassade und Ablauf der Dämmung

01
Fassade und Untergrund prüfen

Der Handwerker prüft, ob die Wand tragfähig, trocken und eben ist. Losen Altputz schlägt er ab und bessert die Stellen aus.

02
Gerüst stellen

Hat das Haus mehr als ein Erdgeschoss, braucht es ein Fassadengerüst. Nur so erreicht man alle Flächen bis hinauf zur Dachrinne sicher.

03
Sockel- und Anschlussprofil setzen

Das Sockelprofil gibt die Unterkante der Dämmung vor und schützt den Sockel. Das Anschlussprofil mit Gewebe schliesst die Dämmung sauber an Fenster und angrenzende Flächen an.

1.50 CHF/lfm
04
Dämmplatten kleben

Je nachdem, wie eben die Wand ist, klebt der Fachmann die Platten vollflächig oder mit Randwulst und Klebepunkten. Er verlegt sie im Verband, damit die Fugen nicht übereinanderliegen.

44.52 CHF/m²
05
Eckprofile anbringen

An Gebäudeecken und Leibungen kommen Kunststoffprofile mit Gewebe. Sie schützen die Kanten vor Schlägen und Abplatzungen.

2.04 CHF/lfm

Arbeitsablauf

  1. 01Fassade begutachten, Flächen ausmessen und den Aufbau der Kompaktfassade festlegen.
  2. 02Gerüst stellen, Untergrund vorbereiten und lose Stellen abschlagen.
  3. 03Sockel-, Abschluss- und Anschlussprofile anbringen.
  4. 04Dämmplatten im Verband kleben und mit Tellerdübeln verdübeln.
  5. 05Leibungen bei Fenstern und Türen dämmen.
  6. 06Armierungsschicht mit Glasfasergewebe aufziehen.
  7. 07Grundieren und den Deckputz auftragen.
  8. 08Gerüst abbauen und die fertige Fassade übergeben.

5 häufige Fehler

01
Auf losen Altputz geklebt

Bröckelt der alte Putz unter der Dämmung weiter ab, reisst er mit der Zeit die ganze Dämmschicht mit. Deshalb muss der Untergrund vor dem Kleben ausgebessert werden.

02
Platten ohne Fugenversatz verlegt

Werden die Platten nicht im Verband verlegt, entstehen durchgehende Fugen. Dort gibt die Fassade bei Belastung zuerst nach, und bei Streiflicht zeichnen sich die Linien ab.

03
Bei höheren Gebäuden nicht verdübelt

Bei höheren Gebäuden und an windexponierten Lagen genügt reines Kleben ohne Tellerdübel nicht. Wie viele und welche Dübel nötig sind, legt das Dämmkonzept fest.

04
Diagonalarmierung an Fensterecken vergessen

Schräg eingelegte Armierungsstreifen an den Fensterecken nehmen die Spannungen auf. Fehlen sie, zeigen sich dort oft schon in der ersten Saison Risse.

05
Bei ungeeignetem Wetter gearbeitet

Wer bei Frost, starker Sonne oder Regen klebt und verputzt, riskiert, dass die Materialien nicht richtig aushärten und die Oberfläche mangelhaft wird.

Wann sich eine Fassadendämmung lohnt und wo Sie anfangen

Am meisten bringt eine Dämmung bei Häusern, die nie eine hatten. In der Schweiz sind das oft Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser aus der Nachkriegszeit bis etwa in die 1980er-Jahre. Wände aus Backstein, Kalksandstein oder Beton ohne Dämmung verlieren über die ganze Fläche Wärme. Im Winter fühlen sie sich innen kalt an. In den Zimmerecken schlägt sich leicht Feuchtigkeit nieder, und daraus wächst später Schimmel.

Die Fassade ist aber nicht der einzige Weg, auf dem Wärme verloren geht. In älteren Häusern entweicht viel Wärme über die ungedämmte Decke zum Estrich. Die Dämmung des Estrichbodens gehört zu den günstigeren Massnahmen, und die Wirkung merken Sie rasch an den Heizkosten. Bevor Sie sich entscheiden, lassen Sie das Haus als Ganzes beurteilen. Ein GEAK, der Gebäudeenergieausweis der Kantone, zeigt, wo die Verluste gross sind und wo kleiner. Der GEAK Plus liefert zusätzlich einen Vorschlag, in welcher Reihenfolge Sie sinnvoll sanieren.

Die Reihenfolge ist wirklich wichtig. Ersetzen Sie die Fenster vor der Fassadendämmung oder gleichzeitig, nie danach. Beim neuen Fenster lässt sich die Dämmung sauber an den Rahmen anschliessen, oder das Fenster wird vorgesetzt montiert, also nach aussen in die Ebene der Dämmung verschoben. Wechseln Sie die Fenster erst bei fertiger Fassade, werden die Leibungen beschädigt, und der Anschluss muss ein zweites Mal gemacht werden.

EPS, graues EPS oder Mineralwolle

Beim gemauerten Einfamilienhaus greift man für die verputzte Aussenwärmedämmung, die sogenannte Kompaktfassade, meist zu Fassaden-EPS, also expandiertem Polystyrol. Es ist leicht, lässt sich gut verarbeiten und dämmt in der richtigen Stärke zuverlässig. Graues EPS mit Grafit dämmt besser als weisses. Bei gleicher Stärke erreichen Sie also mehr, oder Sie kommen für dasselbe Ergebnis mit einer dünneren Platte aus. Graue Platten dürfen sich aber in der direkten Sonne nicht aufheizen, sonst verziehen sie sich und es entstehen Fugen. Deshalb wird das Gerüst mit einem Schattiernetz abgedeckt.

Mineralwolle, meist Steinwolle, ist nicht brennbar und lässt Wasserdampf besser durch. Sie kommt bei höheren Gebäuden zum Einsatz, wo der Brandschutz nichtbrennbare Streifen oder eine ganze Fassade aus Mineralwolle verlangt, aber auch bei historischen Häusern und bei Mauerwerk, das natürlich austrocknen soll. Sie ist schwerer und die Arbeit dauert länger, deshalb kostet eine Dämmung mit Mineralwolle mehr. In der Schweiz ist neben der Kompaktfassade auch die hinterlüftete Fassade verbreitet, etwa mit Holz- oder Faserzementverkleidung. Sie ist aufwendiger, aber robust und gut zu reparieren.

Auf den Sockel und unter das Terrain gehören XPS-Platten oder spezielle Sockeldämmplatten. Sie saugen kein Wasser auf und halten dem Erddruck stand. Gewöhnliches Fassaden-EPS hat im Kontakt mit Erde und Spritzwasser nichts verloren.

Kann ein Haus unter EPS wirklich nicht mehr „atmen“?

Diese Sorge hört man immer wieder. Tatsächlich geht nur ein kleiner Teil des Wasserdampfs aus dem Haushalt durch die Wände nach aussen. Die Feuchtigkeit vom Kochen, Duschen und Atmen führt vor allem das Lüften ab. Nach Dämmung und Fensterersatz ist das Haus dichter, Sie müssen also häufiger und regelmässiger lüften oder über eine Komfortlüftung nachdenken. Ist das Mauerwerk schon von den Fundamenten her feucht, beheben Sie zuerst die Ursache und dämmen erst danach.

Welche Dämmstärke sinnvoll ist

Die Dämmstärke wird nicht nach Gefühl gewählt. Sie ergibt sich aus dem U-Wert, den die Wand erreichen soll. Massgebend für den Wärmeschutz ist in der Schweiz die Norm SIA 380/1. Vereinfacht gesagt: Je weniger Wärme die Wand durchlässt, desto besser. Das Resultat hängt vom bestehenden Mauerwerk ab und davon, ob Sie einen üblichen Standard oder etwa Minergie anstreben. Bei älteren gemauerten Häusern sind in der Praxis meist EPS-Platten von rund 16 bis 20 cm üblich, bei grauem EPS etwas weniger.

Mit der Stärke hängen Dinge zusammen, die man bei der Planung leicht vergisst:

  • Die Fensterleibungen werden tiefer und lassen weniger Licht herein, deshalb werden Fenster oft in die Dämmebene verschoben
  • Die äusseren Fensterbänke werden zu kurz und müssen durch neue mit genügend Überstand ersetzt werden
  • Das Dach muss die Dämmung überdecken, sonst braucht es einen längeren Dachvorsprung oder neue Spenglerarbeiten
  • Regenfallrohre, Leuchten, Briefkasten und andere Teile an der Fassade müssen versetzt werden

Warum lohnt es sich nicht, bei der Stärke zu sparen? Das Dämmmaterial macht nur einen kleineren Teil der Gesamtkosten aus. Arbeit, Gerüst, Klebemörtel, Armierung und Verputz kosten bei einer dünneren und einer dickeren Platte fast gleich viel. Ein paar eingesparte Zentimeter zahlen sich deshalb in der Praxis selten aus.

Kleben und Dübeln: was Sie nach dem Verputzen nicht mehr sehen

Vom Kleben und Dübeln hängt ab, ob die Dämmung Jahrzehnte hält. Ist der Verputz einmal fertig, sehen Sie nicht mehr darunter. Wenn möglich, schauen Sie bei dieser Phase selbst vorbei oder verlangen Sie von der Firma Fotos.

  • Klebemörtel: Auf ebenem Untergrund werden die Platten vollflächig geklebt. Auf einer weniger ebenen Wand wird der Mörtel am Plattenrand und in einigen Punkten in der Mitte aufgetragen und muss in der Regel mindestens 40 % der Plattenfläche bedecken. Er kommt nur auf die Platte, nicht auf die Wand, und darf nicht in die Fugen zwischen den Platten laufen.
  • Verband und Fugen: Die Platten werden wie Backsteine mit versetzten Stössen verlegt und an den Gebäudeecken abwechselnd verzahnt. Fugen, die breiter als ein paar Millimeter sind, werden mit Dämmstreifen oder schwach expandierendem Schaum gefüllt, nie mit Klebemörtel.
  • Dübel: Wie viele Dübel wohin kommen, legt ein Dübelschema fest, abhängig von Gebäudehöhe, Windlast und Art des Mauerwerks. Ist das Mauerwerk unbekannt oder hohl, wird direkt am Bau ein Auszugsversuch gemacht, der zeigt, wie viel ein Dübel hält.
  • Versenkte Dübel: Ein Dübel, der in die Dämmung versenkt und mit einer Dämmrondelle abgedeckt wird, zeichnet sich nicht als heller Punkt auf der Fassade ab. Bei oberflächenbündig gesetzten Dübeln zeigen sich nach Jahren oft Flecken in Form der Dübelteller, vor allem bei Morgentau und auf der Nordseite.

Geklebte EPS-Platten sollten nicht lange ungeschützt bleiben. Die Sonne zersetzt die Oberfläche, die Platte vergilbt und die Armierungsschicht haftet schlechter. Die Hersteller geben deshalb an, wie lange EPS ohne Armierung stehen darf. Eine vergilbte Oberfläche muss vor der nächsten Schicht abgeschliffen werden.

Details, von denen die Lebensdauer der Fassade abhängt

Die meisten Schäden entstehen nicht auf der glatten Fläche, sondern dort, wo die Dämmung auf etwas anderes trifft. Prüfen Sie schon in der Offerte, ob diese Stellen gelöst sind.

Fenster, Leibungen und Fensterbänke

Die Leibungen werden mit dünnen Platten gedämmt, damit um das Fenster kein kalter Streifen bleibt. Für den Anschluss an den Rahmen verwendet der Gipser ein Anputzprofil mit Gewebe. Es fängt kleine Bewegungen des Rahmens auf und verhindert einen Riss entlang des Fensters. Die äussere Fensterbank wird mit Gefälle vom Fenster weg montiert, mit seitlichen Abschlüssen und so, dass das Wasser von der Fassade wegtropft. Schlecht montierte Fensterbänke sind oft der Grund, warum Wasser hinter die Dämmung läuft.

Sockel und Terrain

Der untere Rand der Dämmung beginnt entweder auf einem Sockelprofil, oder der Sockel wird mit nicht saugender Dämmung bis unter das Terrain gedämmt. Der Fassadenputz sollte nicht bis zum Boden reichen, wo Spritzwasser auf ihn trifft. Ein Kiesstreifen oder ein Plattenweg rund ums Haus hilft, das Wasser vom Sockel fernzuhalten.

Was später an die Fassade kommt

Markise, Lamellenstoren, Leuchten, Briefkasten, das Aussengerät einer Wärmepumpe oder ein Geländer dürfen Sie nicht nur im EPS befestigen. Für schwerere Teile werden schon beim Dämmen Montageblöcke oder Konsolen eingebaut, die das Gewicht ins Mauerwerk leiten und keine Wärmebrücke bilden. In der Praxis kommt es oft vor, dass man sie vergisst und ein paar Monate später in die fertige Fassade bohrt und Löcher ausschneidet. Überlegen Sie deshalb vorher, was alles an das Haus kommt.

Armierungsschicht und Fassadenputz

Die Armierungsschicht mit Glasfasergewebe hält das ganze System zusammen. Das Gewebe wird so in den Armierungsmörtel eingedrückt, dass es in der Mitte oder im oberen Drittel der Schicht liegt, nicht obenauf und nicht direkt auf der Dämmung. Die Bahnen überlappen sich um etwa 10 cm. An den Ecken von Fenstern und Türen kommen schräge Diagonalstreifen dazu, die Spannungen aufnehmen, durch die der Putz sonst reissen würde.

Ist die Armierung trocken, folgen Grundierung und Deckputz. Zur Wahl stehen diese Typen:

  • Silikonharzputz: sehr widerstandsfähig gegen Wasser und Schmutz, geeignet für exponierte Seiten und Nordfassaden
  • Silikatputz: dampfdurchlässig, von Natur aus widerstandsfähig gegen Algen und gut kombinierbar mit Mineralwolle
  • Kunstharzputz: günstiger und elastisch, verschmutzt aber stärker und neigt eher zu Algen
  • Mineralputz: sehr dampfdurchlässig, wird meist noch mit Fassadenfarbe gestrichen

Denken Sie bei der Farbwahl daran, wie viel Licht die Farbe zurückwirft. Dunkle Töne heizen sich in der Sonne stark auf und belasten das ganze System. Die Systemhersteller schreiben deshalb einen minimalen Hellbezugswert vor und bieten für dunkle Fassaden spezielle Putze und Farben an. Eine gröbere Körnung kaschiert kleine Unebenheiten, eine feine macht sie eher sichtbar.

Das ganze System sollte von einem Hersteller stammen und als geprüftes Gesamtsystem verbaut werden. Werden Klebemörtel, Gewebe und Putz von verschiedenen Herstellern kombiniert, verlieren Sie die Systemgarantie.

Wetter und Bauprogramm

Klebe- und Armierungsmörtel sowie Putze werden bei Luft- und Untergrundtemperaturen von etwa +5 °C bis +30 °C verarbeitet. Nicht bei Regen, starkem Wind oder in der prallen Sonne. Die Sonnenseite wird im Sommer am Morgen oder am späten Nachmittag verputzt, oder das Gerüst wird mit einem Netz abgedeckt. Putz, der zu schnell trocknet, wird fleckig und bekommt einen ungleichmässigen Farbton.

Die Dämmung eines üblichen Einfamilienhauses dauert in der Regel einige Wochen. Das hängt vom Wetter ab, von der Anzahl Ecken und Nischen und von der Grösse der Equipe. Zwischen den Schichten müssen die Wartezeiten aus dem technischen Merkblatt eingehalten werden. Gut geeignet sind der späte Frühling und der Frühherbst, in höheren Lagen ist die Saison kürzer. Gute Firmen sind oft Monate im Voraus ausgebucht, deshalb lohnt es sich, früh anzufragen.

Mehrfamilienhaus, Stockwerkeigentum und Fördergelder

Im Stockwerkeigentum gehört die Fassade zu den gemeinschaftlichen Teilen. Über die Dämmung entscheidet die Versammlung der Stockwerkeigentümer, die Vorbereitung übernimmt meist die Liegenschaftsverwaltung. Klären Sie früh, welche Mehrheit für den Beschluss nötig ist und wie die Kosten aus dem Erneuerungsfonds gedeckt werden. Bei Mietliegenschaften informiert die Verwaltung die Mieterschaft rechtzeitig, und der Hauswart hilft oft bei Zugang und Koordination. Eine Sanierung erfolgt nach einem Projekt, das auch den Brandschutz berücksichtigt, etwa nichtbrennbare Brandriegel über den Fenstern bei höheren Gebäuden.

Für Dämmmassnahmen gibt es über Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen Fördergelder. Bedingungen, geförderte Massnahmen und Beiträge unterscheiden sich je nach Kanton und ändern sich von Zeit zu Zeit. Manche Kantone und Gemeinden haben zusätzliche Programme, und häufig wird ein GEAK Plus vorausgesetzt. Lesen Sie die aktuellen Bedingungen, bevor Sie einen Werkvertrag unterschreiben. Oft muss das Fördergesuch nämlich eingereicht sein, bevor die Arbeiten beginnen. Energetische Sanierungen können zudem je nach Kanton bei den Steuern geltend gemacht werden, fragen Sie dazu Ihre Steuerberatung oder das kantonale Steueramt.

Anleitung für Heimwerker: Estrichboden unter einem unbeheizten Estrich dämmen

Eine Kompaktfassade braucht ein Gerüst, eine erfahrene Equipe und die genaue Einhaltung der Systemvorgaben. Selber machen ist deshalb nicht zu empfehlen. Den Boden eines unbeheizten, nicht genutzten Estrichs zu dämmen schafft ein geschickter Heimwerker aber gut, und die Investition zahlt sich vergleichsweise rasch aus. Sind Sie beim Zustand der Elektroinstallation unsicher, rufen Sie einen konzessionierten Elektroinstallateur. Arbeiten an der Elektroinstallation darf nur eine Fachperson mit Bewilligung nach NIV ausführen. Beim Kamin sprechen Sie mit dem Kaminfeger.

  1. Estrich prüfen: Das Dach darf nicht undicht sein, das Holz nicht befallen und die elektrischen Leitungen müssen in Ordnung sein. Kabel nicht mit Dämmung überdecken, solange nicht geklärt ist, dass sie dafür geeignet sind.
  2. Estrich von Schutt, Staub und alten Materialien räumen.
  3. Eine Dampfbremse auf die Decke legen, die Stösse überlappen und abkleben und die Folie an den Aussenwänden hochziehen, damit feuchte Raumluft nicht in die Dämmung gelangt.
  4. Mineralwolle in zwei Lagen mit versetzten Fugen verlegen, dicht gestossen und ohne Lücken, damit keine Wärmebrücken entstehen.
  5. Beim Kamin den vorgeschriebenen Abstand brennbarer Materialien einhalten und nichtbrennbare Dämmung verwenden.
  6. Wenn der Estrich begehbar bleiben soll, Laufstege auf den tragenden Balken bauen, nicht direkt auf der Dämmung.
  7. Freiraum für die Dachbelüftung lassen und Lüftungsöffnungen im Dachraum nicht verdecken.
  8. Bei der Arbeit Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutzmaske und langärmlige Kleidung tragen.

So nehmen Sie die Fassadendämmung ab

Kontrollieren Sie die Fassade bei Streiflicht, also am Morgen oder am frühen Abend. Dann sehen Sie Unebenheiten, die am Mittag verschwinden. Darauf sollten Sie achten:

  • Die Fläche ist eben, ohne Wellen und ohne sich abzeichnende Plattenfugen
  • Gebäudeecken und Leibungskanten sind gerade und mit Eckprofilen ausgeführt
  • Rund um die Fenster gibt es keine Risse, und der Rahmenanschluss ist mit Anputzprofil gemacht
  • Die Fensterbänke haben Gefälle vom Fenster weg, seitliche Abschlüsse und stehen über den Putz vor
  • Der Putz hat einen gleichmässigen Farbton und eine gleichmässige Struktur, ohne Flecken und sichtbare Ansätze
  • Die Abschlüsse am Dach, am Sockel und bei Durchdringungen sind dicht
  • Fenster, Plattenbeläge und Umgebung sind von Mörtel und Putz gereinigt
  • Sie haben einen Nachweis über das verwendete System, die Garantiebescheinigung und idealerweise Fotos vom Kleben und Dübeln erhalten

Halten Sie Mängel im Abnahmeprotokoll fest, bevor die Firma das Gerüst abbaut. Ist das Gerüst einmal weg, kommen Sie an viele Details nicht mehr heran, und die Nachbesserung wird deutlich teurer.

Häufige Fragen

Für Polystyrol, vollflächig verklebt, rechnen Sie gemäss aktueller Preisliste mit 44.52 CHF pro m² Arbeitsleistung. Mineralwolle, Gerüst, Profile, Armierungsschicht und Deckputz kommen je nach tatsächlichem Umfang dazu.

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