Fachgerechte Sanierung von Stehfalzdeckungen aus Blech

Blechdeckungen gehören heute zu den am häufigsten eingesetzten Dacheindeckungen. Bei Neubauten ist in der Regel eine Projektdokumentation erforderlich, nach der bei der Ausführung vorzugehen ist.
Sanierungen von Dacheindeckungen, oft aber auch von ganzen Dachaufbauten, erfolgen meist ohne jegliche fachliche Vorbereitung oder Projektdokumentation. Gerät eine private Bauherrschaft an einen Unternehmer mit geringer Fachkompetenz, kann die Investition in die Sanierung der Dacheindeckung fatale Folgen haben. Ziel dieses Artikels ist es, auf die Grundsätze der richtigen Planung von Stehfalzdeckungen aus Blech hinzuweisen und die Aufmerksamkeit auf die häufigsten Fehler bei Planung und Ausführung von Falzdeckungen zu lenken.
Heute werden zahlreiche Dächer saniert, finanziert aus privaten wie auch aus öffentlichen Mitteln. Eindeckungen wie Bitumenschindeln oder Faserzementplatten haben vielerorts das Ende ihrer technischen und wirtschaftlichen Lebensdauer erreicht. Sanierungen solcher Dächer werden oft auf Empfehlung des Unternehmers ohne Rückbau der bestehenden Eindeckung ausgeführt. Die neue Deckung wird dabei auf die alte verlegt und durch eine Trennlage hindurch befestigt. Dieses Vorgehen kann vorteilhaft sein und Zeit wie Kosten sparen, insbesondere wenn die Entsorgung von Sonderabfällen teuer ist. Deshalb lohnt es sich, vorab die Preisliste für Bauarbeiten zu konsultieren, damit die Bauherrschaft eine Vorstellung von den Kostenunterschieden der verschiedenen Sanierungsvarianten erhält und die Möglichkeiten im eigenen Budget abwägen kann.
Für eine lange Lebensdauer des neuen Dachs ist es entscheidend, nicht nur auf die Eindeckung selbst zu achten, sondern auch auf die darunterliegenden Schichten. Der Zustand der Unterkonstruktion, etwa der Schalung und der tragenden Bauteile, ist oft untrennbarer Bestandteil der Sanierung. In vielen Fällen sind zudem Maurerarbeiten notwendig, um unter der Dacheindeckung eine feste und stabile Basis zu schaffen, die das Eindringen von Feuchtigkeit und Wärmeverluste verhindert. Ein einwandfreier Untergrund ist die Grundlage für das korrekte Verlegen der Deckung und beugt häufigen Schäden vor.
Noch vor Beginn der eigentlichen Montage der Eindeckung sollten Dachstuhl, Lattung und weitere tragende Teile des Dachaufbaus kontrolliert werden. Zimmermannskonstruktionen müssen in einwandfreiem Zustand sein, damit die maximale Stabilität und Zuverlässigkeit des Dachs gewährleistet ist. Ungenügend vorbereitete tragende Bauteile können zu einer instabilen Deckung und zu deren Beschädigung führen. Die Kontrolle der Bereitschaft der Zimmermannskonstruktionen kann auch eine Anpassung der Lattenhöhe umfassen, die für die richtige Hinterlüftung des Dachaufbaus massgebend ist.
Grundsätze für die zuverlässige Planung von Stehfalzdeckungen aus Blech
Stehfalzdeckungen aus Blech werden bereits seit mehreren Jahrhunderten verwendet. Früher dienten Dachräume und Estriche lediglich als Abstellfläche für selten gebrauchte Haushaltsgegenstände. Heute wird fast jedes Dachgeschoss zu Wohnzwecken genutzt. Diese Veränderung ist grundlegend und beeinflusst die Wahl und den Aufbau des gesamten Dachs. Schadenfreie und langlebige Blechdächer sind dann zu erwarten, wenn den folgenden entscheidenden Themen genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird:
- Sicherstellung einer wirksamen Hinterlüftung des Dachaufbaus
- Lösung der Wärmeausdehnung der Scharen
- Dachneigung
- Richtige Wahl der Spenglerdetails und Anschlüsse
- Ausführung nach vorgängig vereinbarten und freigegebenen technischen Lösungen
Sicherstellung der Hinterlüftung des Dachaufbaus
Bei Blechdeckungen ist die Bildung von Kondensat an der Unterseite der Deckung ein natürliches Phänomen. Einige Metalle reagieren empfindlich auf Kondensat und korrodieren. Die Hinterlüftung des Dachaufbaus führt nicht nur das Kondensat ab, sondern auch die im Dachaufbau eingeschlossene Baufeuchte, etwa durch die Verwendung von frischem Schnittholz für die Holzkonstruktion des Dachs. Die Hinterlüftung ist eine entscheidende Voraussetzung für eine lange Lebensdauer des Dachaufbaus, vor allem bei bewohnten Dachgeschossen.
Für den Dachaufbau praktisch aller Blechdeckungen gelten folgende Anforderungen:
- zweischalige, hinterlüftete Konstruktion mit ausreichend dimensioniertem Lüftungsraum
- zuverlässig gelöste Details für Zu- und Abluft des Dachaufbaus
- sorgfältig ausgeführte Dampfsperre bzw. Dampfbremse
- diffusionsoffene Unterdachbahn auf der Oberseite der Wärmedämmung.
Der hinterlüftete Dachaufbau Nr. 1 ist heute ein bewährter und sehr häufig eingesetzter Aufbau. Die Hinterlüftung des Dachaufbaus lässt sich auf verschiedene Arten erreichen. Meist wird auf dem tragenden Teil des Dachs, zum Beispiel auf den Sparren, eine Konterlatte parallel zu den tragenden Bauteilen montiert. Ihre Höhe hängt massgeblich von der Dachneigung und der Sparrenlänge ab, siehe Tab. 1.
Wie bereits erwähnt, muss man sich mit der Kondensatbildung an der Unterseite des Blechs auseinandersetzen. Die Lösung ist eine geeignete Trennlage zwischen Untergrund und Dacheindeckung. Die chemische Beständigkeit der Metalle gegenüber Kondensat in Verbindung mit der Wärme durch Sonneneinstrahlung ist unterschiedlich. Je nach Farbe der Blechdeckung liegt die Oberflächentemperatur zwischen 60° und 90°C. Früher wurde als Trennlage unter Blechdeckungen Dachpappe, also eine Bitumenbahn, verwendet. Diese Lösung ist für Metalle ungeeignet, die empfindlich auf Heisswasserkorrosion reagieren (z. B. Titanzink oder verzinkter Stahl). In solchen Fällen ist als Trennlage eine strukturierte Trennmatte zu verwenden. Die strukturierte Trennmatte ist eine Trennlage, die direkt unter dem Blech auf der Schalung verlegt wird und den Kontakt der Blechunterseite mit allfälliger Feuchtigkeit verhindert. Sie besteht aus einer 7 bis 8 mm dicken Polyamidmatte und einer diffusionsoffenen Trägerbahn. Die strukturierte Trennmatte wirkt schalldämmend und gleicht gewisse Höhenunebenheiten der Holzschalung aus. Dieses Material wird immer dann eingesetzt, wenn anstelle einer Brettschalung grossformatige Holzwerkstoffplatten wie OSB, MDF oder zementgebundene Spanplatten verwendet werden.
Wiederkehrende Mängel bei der Ausführung der Hinterlüftung des Dachaufbaus
Ist die Höhe des Lüftungsraums im Projekt nicht festgelegt, greift man bei der Ausführung zur günstigsten Lösung, die sich nach dem Lagerbestand des Holzhändlers richtet. Der derzeit meistverkaufte Querschnitt einer Dachlatte beträgt 60/40 mm. Aus statischen Gründen wird dieses Element mit der breiteren Seite auf dem Untergrund befestigt, die Höhe des Lüftungsraums beträgt in diesem Fall also 40 mm. Dieser Querschnitt ist für Blechdeckungen jedoch völlig ungeeignet. Bei einer Höhe des Lüftungsraums von < 50 mm kann nicht von einer wirksamen Hinterlüftung des Dachaufbaus gesprochen werden. Zu den häufigen Mängeln gehören ausserdem:
- Verschliessen der Zuluftöffnungen durch eine falsch ausgeführte Verkleidung der Dachuntersicht
- Abschluss der Eindeckung am First ohne funktionierende Entlüftung des Dachaufbaus (siehe Detail Nr. 1)
- Behinderung der Entlüftung durch falsch eingebaute Wärmedämmung
- Einbau eines nicht funktionsfähigen diffusionsoffenen Unterdachs
So werden beispielsweise die Längsstösse der Unterdachbahn auch bei Neigungen ≤ 20° nur überlappt, die Bahn wird an der Traufe falsch abgeschlossen oder an Durchdringungen des Dachs (Kamin, Dachfenster, Entlüftung der Kanalisation ...) ohne konsequentes Abkleben mit Systemkomponenten angeschlossen. Falsch ist auch die Vorstellung, dass die strukturierte Trennmatte unter dem Blech den ganzen Dachaufbau hinterlüften kann.
Ebenso problematisch ist die Ausführung von Dächern mit Falzdeckung aus Blech als einschalige (nicht hinterlüftete) Konstruktion.
Für die Schalung unter der Dacheindeckung werden oft minderwertige Bretter mit einer hohen Holzfeuchte von > 20 % und falschen Abmessungen verwendet (optimal Breite x Höhe - 80 - 160 mm x 24 mm). Falsch ist auch eine sogenannte lückige Schalung, bei der jedes zweite Brett weggelassen wird.
Wärmeausdehnung der Scharen
Früher wurden für Stehfalzdeckungen fast ausschliesslich Tafelbleche im Format 2 x 1 m verwendet. Aus diesem Grund traten Probleme durch Wärmeausdehnung kaum auf. Mit dem Aufkommen von Maschinen zur Herstellung von Stehfalzverbindungen hielten in der modernen Spenglerpraxis Bleche ab Coil Einzug. Diese hervorragende Innovation hat jedoch auch ihre Tücken. Architektinnen und Architekten entwerfen Gebäude mit sehr attraktiven und zugleich anspruchsvollen Formen. Die Scharenlängen überschreiten oft 10 m. In Einzelfällen werden vor allem bei Sportbauten sogar Längen von über 30 m realisiert.
Eine Dacheindeckung aus Coilblech mit Doppelstehfalz muss unter Berücksichtigung der Wärmeausdehnung des verwendeten Materials in Quer- und Längsrichtung geplant werden. In Querrichtung wird die Wärmeausdehnung über die richtige Einstellung des Falzprofils an der Profiliermaschine gelöst (siehe Abb. 1). Dabei ist auch auf die richtige Blechdicke im Verhältnis zur Zuschnittbreite zu achten.
Abb. 1 - Geometrie des Falzprofils bei einer Doppelstehfalzdeckung
Der Wärmeausdehnung in Längsrichtung muss bei Scharenlängen von > 3,0 m besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Befestigung der Deckung auf dem Untergrund erfolgt mit einem System aus Schiebehaften und Festhaften (siehe Abb. 2).
Abb. 2 - Darstellung von Fest- und Schiebehafte zur Befestigung der Scharen auf dem Untergrund
Bei üblichen Scharenlängen bis 10 m werden Standard-Schiebehafte verwendet. Damit die Wärmeausdehnung der Dacheindeckung als Ganzes funktioniert, muss auch der Anschluss der Scharen an Traufe und First gelöst werden. Beim Traufstreifen (siehe Abb. 3) und beim Firstabschluss ist eine Dehnfuge von 8-10 mm einzuhalten.
Abb. 3 - Darstellung des dehnfähigen Anschlusses der Scharen an die Traufkante
In unumgänglichen Fällen kann die Scharenlänge auch 15 m betragen. In diesem Fall muss die Dehnfuge auf 15 mm vergrössert werden, und es sind verlängerte Schiebehafte zu verwenden.
Dacheindeckungen mit extremen Längen erfordern eine umfassende Betrachtung, und der gesamte Entwurf ist in allen Zusammenhängen zu prüfen. Bei Dächern mit Scharenlängen von > 15 m müssen in der Dachfläche Querdehnstösse ausgeführt werden. Das Detail des Querdehnstosses ist auf die jeweilige Dachneigung abzustimmen. Zugleich ist die Lage der Durchdringungen des Dachaufbaus zu berücksichtigen, etwa von Dachfenstern, Kaminen, Oblichtern usw. Diese Durchdringungen sind im Bereich der Festhafte anzuordnen.
Die Wärmeausdehnung der Metalle ist bei allen linearen Blecheinfassungen zu berücksichtigen, etwa bei Kehlen, Gesimsen, Attiken und allen Arten von Rinnen (Känel). Besonders wichtig ist dieses Thema bei innenliegenden Attikarinnen und Zwischenrinnen.
Tab. 2 Wärmeausdehnungskoeffizienten von Metallen und einigen Baustoffen
Dachneigung
Der Festlegung der richtigen Dachneigung ist Aufmerksamkeit zu schenken. Sie wird nicht nur von den normativen Vorgaben für Dächer beeinflusst, sondern auch von den Höhenbeschränkungen in den geltenden Bau- und Zonenordnungen.
Die Erfahrung zeigt, dass die früher in den Normen zugelassene Mindestneigung von 3° für Blechdeckungen bei Falzdeckungen nicht unter allen Umständen ausreicht. Nach heutigem Kenntnisstand ist ein funktionierendes Stehfalzdach ab einer Neigung von 7˚ zu erwarten. Das System des Doppelstehfalzes ist regensicher und nicht wasserdicht, wie viele fälschlicherweise annehmen. Steht der Doppelstehfalz unter Wasser, etwa wegen Stauwasser durch schmelzenden Schnee an kalten Dachrändern oder oberhalb grösserer Dachdurchdringungen, dringt Feuchtigkeit unter die Dacheindeckung ein.
Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich Doppelstehfalzdächer auch bei einer Neigung von 3° ausführen. Im benachbarten Österreich ist zum Beispiel eine Blechdeckung mit Doppelstehfalz bei 3° Neigung möglich, sofern sich in der Dachfläche keine Durchdringung, keine Kehle und kein Querstoss befindet, die Scharen also aus einem Stück ohne Stösse bestehen.
Auch hierzulande sind Dächer mit einer Grenzneigung im Bereich von 3°-7° mit erhöhter Vorsicht zu behandeln, und es sind Lösungen zu wählen, die das Risiko begrenzen:
- vollflächiger Einsatz von Falzdichtungsband
- erhöhte Dichtheit des Unterdachs durch Ausbildung eines wasserdichten Unterdachs
- Massnahmen, die den Einfluss von Kondensat auf die Deckung und den Untergrund ausschliessen (Verwendung einer geeigneten Trennlage)
- und vor allem eine ausreichende Hinterlüftung des Dachaufbaus (Höhe des Lüftungsraums 80-100 mm)
Leider herrscht selbst unter Fachleuten Unsicherheit bei der Angabe der Dachneigung. Manche verwenden Grad, andere Prozent. Der Vollständigkeit halber folgt eine Umrechnungstabelle der Neigungen gemäss den einschlägigen Normen.
Spenglerdetails und Anschlüsse
Die Wahl und die Ausführung der Zimmermanns- und Spenglerkonstruktionen müssen auf die vom Planer festgelegte Dachneigung abgestimmt werden. Ein sehr wichtiges Funktionselement jedes Dachs ist eine technisch korrekt geplante Dachentwässerung mit den zugehörigen Details, darunter auch der spenglermässige Abschluss der Eindeckung an der Traufe. Wie jede Geschichte einen Anfang hat, beginnt auch die Montage jedes Dachs an der Traufe. Bei Grenzneigungen von 3°-7° ist daran zu denken, die Höhe des Untergrunds abzusenken, damit beim Übergang der Eindeckung in die Rinne kein Gegengefälle entsteht.
Dies lässt sich auf mindestens zwei Arten umsetzen:
- im Bereich des ersten Traufbretts (ca. 150 mm) die Höhe der Konterlatte um 2-4 mm reduzieren
- die Dicke des Traufbretts um 2 bis 3 mm reduzieren.
Die erste Variante ist in der Ausführung aufwendiger, statisch aber sicherer und zuverlässiger, weil dabei die vorgeschriebene Einbindetiefe der Verbindungsmittel nicht eingeschränkt wird.
Auch die Einfassung von Dachdurchdringungen ist auf die Dachneigung abzustimmen. Spenglerdetails von Doppelstehfalzdeckungen sind als Falzverbindungen ohne direkte Befestigung auf dem Untergrund (ohne Durchlöchern des Materials) und ohne Dichtstoffe wie Silikon auszuführen. Die günstigsten profilierten Blechdeckungen verwenden als «Systemkomponente» zur Befestigung auf dem Untergrund die Bohrschraube mit Dichtscheibe, die sogenannte Farmerschraube. Dieses Element hat sich wie ein Virus in der ganzen Spenglerbranche ausgebreitet. Leider lassen sich oft auch erfahrene Handwerker von diesem Virus anstecken und verwenden statt einer indirekten Befestigung mit einem versteifenden Haftstreifen die Farmerschraube, bohren das hochwertige Material an und durchlöchern es, was seine Lebensdauer deutlich verkürzt.
Die Farmerschraube gehört nicht ins traditionelle Spenglerhandwerk.
Bei der Planung der Details und ihrer Anschlüsse an die Deckung muss die Blechdeckung als Ganzes funktionieren, einschliesslich aller Details. Die häufigste Ursache für nicht funktionierende Blechdeckungen (bis zu 90 %) ist gerade die falsche Wahl der Spenglerdetails und deren unzuverlässige Ausführung. Diesem Thema ist sowohl bei der Projektvorbereitung als auch während der Ausführung erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Eine sorgfältige Vorbereitung kann nur eine kompetente Fachperson gewährleisten, ein Planer mit ausreichenden Kenntnissen und Erfahrung auf diesem Gebiet.
Ausführung der Spenglerarbeiten
Zur Vorbereitung der Sanierung von Blechdächern gehört zwingend auch die Wahl eines zuverlässigen und erfahrenen Unternehmers für die Spenglerarbeiten, der die gewählte Technologie beherrscht.
Vor Arbeitsbeginn muss der Unternehmer die Baustelle und den Untergrund übernehmen und dessen Zustand detailliert schriftlich im Bautagebuch festhalten. Bei der Übernahme der Zimmermannskonstruktionen sind nach Möglichkeit versteckte Mängel aufzudecken, die bei Dachsanierungen häufig vorkommen, zum Beispiel eine nicht funktionierende Hinterlüftung wegen falscher Dämmstärke im Verhältnis zur Sparrenhöhe, ein ungeeigneter Untergrund unter der Deckung oder ein nicht funktionsfähiges Unterdach und dessen Details.
Unabdingbare Voraussetzung für eine zuverlässige Ausführung ist auch das gründliche Studium aller Planunterlagen, Pläne und Details. Dabei empfiehlt sich eine persönliche Besprechung mit dem Projektverfasser oder mit der Bauleitung. Während der Ausführung sind alle geplanten Lösungen umzusetzen, und es ist die modernste verfügbare Maschinen- und Handtechnik für eine zuverlässige Verarbeitung der Spenglerarbeiten einzusetzen. Werden diese Grundsätze eingehalten, ist ein zuverlässiges Ergebnis zu erwarten - ein funktionierendes Dach.
Zum Schluss noch eine kurze Einschätzung zur Lage des Spenglerhandwerks. Das Spenglerhandwerk steht heute leider an einem gewissen Scheideweg. Es fehlt an qualifiziertem Personal, an Berufsnachwuchs und an der gebührenden Anerkennung für jene, die mit eigenen Händen Werte aus Blech schaffen. Zugleich dringen moderne, industrielle, vor allem aber billige Dachsysteme in das traditionelle Handwerk ein, die mit ihren Verlegemethoden die bestehende Berufsehre und Fachkompetenz der Handwerker untergraben. Ich bin überzeugt, dass es mit dem gemeinsamen Einsatz aller, die sich für ein ehrliches Spenglerhandwerk begeistern, gelingt, diesen wenig schmeichelhaften Trend umzukehren.
Autor: Ing. Gabriel Boros - PROJECT CONSULTING
Der Autor ist Fachmann für Blechdeckungen der Unternehmen Rheinzink und Prefa Aluminiumprodukte und verfügt über 30 Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich.
Verwendete Literatur: Firmenunterlagen PREFA ALUMINIUMPRODUKTE GMBH
Firmenunterlagen RHEINZINK Co KG. GMBH
Einschlägige Normen zur Planung von Dächern - Grundlagen
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