Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Dünnschichtiger, mineralischer, selbstreinigender Putz – Kratzputz, 2 mm

Ein dünnschichtiger Oberputz in Kratzputzstruktur ist die letzte, sichtbare Schicht der Fassade. Meist kommt er auf ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS), also auf die armierte Spachtelschicht mit Gewebe. Er eignet sich aber auch für einen glatten, festen Altputz, etwa an einem Einfamilienhaus aus den Sechzigern. Die Angabe 2 mm bezeichnet di

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·13 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
18,00 €/ m²
Richtwert-Spanne
8,00 € - 56,03 €
Wohnung 60 m²
2702,00 €
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Wärmedämmung (WDVS)13 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Dämmung
Außen-Dünnschichtputz (Kratzputz 2 mm)m²-
Fassadendämmung mit EPS (vollflächige Verklebung)m²48,03 €-
Fassadendämmung mit Mineralwolle (inkl. Verdübelung)m²56,03 €-
WDVS-Montage bis 20 cmm²26,00 €-
Dämmung der Fensterlaibungen (XPS)lfm6,00 €-
Decken- / Dachbodendämmungm²20,00 €-
Dampfsperrem²8,00 €-
Wände mit Armierungsgewebe und Kleber überziehenm²-
Montage PVC-Eckprofillfm2,20 €-
APU-Anputzleiste mit Gewebe setzenlfm1,60 €-
Sturzprofil mit Tropfkantelfm2,20 €-
PU-Spritzdämmung (geschlossenzellig)m²-
PU-Spritzdämmung (offenzellig bis 25 cm)m²-
Summe Arbeit
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So wird der Kratzputz Schritt für Schritt aufgetragen

Im Handel heißt diese Struktur je nach Hersteller Kratzputz, Kratzputzoptik oder Scheibenputz. Verwechseln Sie sie nicht mit dem klassischen Edelkratzputz, der dick aufgetragen und nach dem Ansteifen mit einem Nagelbrett abgekratzt wird. Der Ablauf beim dünnschichtigen Putz wirkt einfach, das Ergebnis hängt aber von der Reihenfolge, den Wartezeiten und dem Wetter ab. Der Fachbetrieb arbeitet in der Regel so:

  1. Untergrund prüfen. Er muss fest, trocken, sauber und staubfrei sein. Beim WDVS muss die Armierungsschicht ausreichend durchgehärtet sein, laut Hersteller meist einige Tage.
  2. Die passende Grundierung zum gewählten Putz auftragen. Sie gleicht die Saugfähigkeit aus und verbessert die Haftung. Vor dem Verputzen vollständig trocknen lassen.
  3. Material anmischen. Pastöse Putze werden nur aufgerührt. Mineralischer Trockenmörtel wird immer mit derselben Wassermenge angemacht, damit die ganze Fläche den gleichen Farbton bekommt.
  4. Den Putz mit der Edelstahlkelle in Korndicke aufziehen.
  5. Solange das Material frisch ist, mit dem Kunststoffglätter in kreisenden Bewegungen abreiben. So verteilen sich die Körner gleichmäßig und es entsteht die typische, feinkörnige Struktur.
  6. Eine zusammenhängende Fläche, zum Beispiel eine Wand von Ecke zu Ecke, ohne Unterbrechung fertigstellen, also „nass in nass“ arbeiten.
  7. Den frischen Putz vor Regen, direkter Sonne und Wind schützen, meist mindestens ein bis zwei Tage, etwa mit Gerüstplanen.

Das Wetter spielt eine große Rolle. Putz, Untergrund und Luft sollten beim Arbeiten und Trocknen ungefähr zwischen +5 °C und +25 °C liegen, die genauen Grenzen stehen im technischen Merkblatt des Herstellers. Ideal ist bedecktes, windstilles Wetter. An einer aufgeheizten Südwand zieht das Material so schnell an, dass es sich kaum noch sauber abreiben lässt.

Mineralisch, Silikonharz oder Silikat: was passt zu Ihrem Haus

Die Kratzputzstruktur mit 2 mm Korn gibt es in mehreren Putzarten. Sie sehen ähnlich aus, verhalten sich aber unterschiedlich.

  • Mineralputz auf Kalk-Zement-Basis ist diffusionsoffen, nicht brennbar und wegen seiner Alkalität anfangs recht widerstandsfähig gegen Algen. Er kommt als Trockenmörtel, ist meist weiß oder in wenigen Farben erhältlich und bekommt nach dem Aushärten in der Regel einen Fassadenanstrich. Ob er „selbstreinigend“ wirkt, hängt von der Rezeptur oder vom Anstrich ab, Angaben dazu macht der Hersteller.
  • Silikonharzputz ist stark wasserabweisend. Regen perlt ab und nimmt Schmutz mit, die Fassade bleibt länger sauber. Er ist elastisch und farbstabil und eignet sich für schattige Wände, Lagen nahe an Bäumen und Flächen mit viel Schlagregen.
  • Silikatputz ist sehr diffusionsoffen und witterungsbeständig. Er zieht schnell an und braucht deshalb eine geübte Hand.
  • Kunstharzputz (Dispersionsputz) ist elastisch und in vielen Farbtönen zu haben. Er lässt aber am wenigsten Wasserdampf durch und wird auf Mineralwolle-Dämmung meist nicht verwendet.

Bei Mineralwolle wählt man einen diffusionsoffenen Putz, also mineralisch, Silikat oder Silikonharz. Auf Polystyrol (EPS) sind grundsätzlich alle Arten möglich. Bleiben Sie bei einem WDVS bei einem System eines Herstellers: Kleber, Armierung, Grundierung und Oberputz sind aufeinander abgestimmt und zusammen bauaufsichtlich zugelassen. Wer Komponenten mischt, riskiert die Gewährleistung.

Was die Arbeit leichter oder aufwendiger macht

Wie viel Aufwand in der Fassade steckt, hängt vor allem von diesen Punkten ab:

  • Zustand des Untergrunds: Eine ebene, frisch armierte Fläche ist der einfachste Fall. Eine Altfassade muss erst gereinigt, von Algen befreit, an Rissen ausgebessert und oft ausgeglichen werden.
  • Gliederung der Fassade: Viele Fenster, Ecken, Gesimse und Fensterbänke bedeuten mehr Anschlüsse und Kantenarbeit.
  • Zugang und Höhe: Ab einer gewissen Höhe ist ein Gerüst nötig, beim Mehrfamilienhaus sowieso.
  • Größe der Wandflächen: Große Flächen müssen von mehreren Leuten gleichzeitig ohne Pause verputzt werden.
  • Wetter und Termin: Bei ungeeignetem Wetter darf nicht verputzt werden, Termine verschieben sich deshalb öfter.
  • Farbton: Dunkle und kräftige Töne stellen höhere Ansprüche an Material und gleichmäßige Verarbeitung.

Ändert sich das Aussehen der Fassade oder wird gedämmt, fragen Sie beim Bauamt nach, was die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes verlangt. Bebauungsplan, Gestaltungssatzung oder Denkmalschutz können Farben und Ausführung vorgeben. Wird Außenputz auf größeren Flächen erneuert, kann das Gebäudeenergiegesetz (GEG) Anforderungen an den Wärmeschutz auslösen, das klärt ein Energieberater oder der Fachbetrieb. Für die Dämmung kommen eventuell Förderprogramme von KfW oder BAFA infrage, prüfen Sie die Bedingungen vor der Beauftragung. In einer Eigentumswohnung entscheidet die Eigentümergemeinschaft (WEG) über die Fassade, nicht der einzelne Eigentümer.

Fehler, die sich erst später zeigen

Die meisten Mängel sieht man nicht sofort, sondern erst nach dem ersten Winter oder nach einigen Jahren. In der Praxis tauchen diese besonders oft auf:

  • Ansätze und Flecken: Die Arbeit wurde mitten in der Wand unterbrochen oder in praller Sonne verputzt, nach dem Trocknen bleiben sichtbare Streifen.
  • Zu spätes Abreiben: Das Material hat schon angezogen, Körner reißen heraus und die Struktur wird ungleichmäßig.
  • Verputzen auf feuchte oder nicht durchgehärtete Armierung: Es drohen Ausblühungen, Risse und schlechte Haftung.
  • Fehlende Grundierung: Der Untergrund saugt ungleichmäßig, es entstehen Farbunterschiede und der Putz hält schlechter.
  • Fehlende Diagonalbewehrung an Fensterecken: Das ist zwar ein Fehler im Untergrund, die Risse zeigen sich aber im Oberputz.
  • Zu dunkler Farbton auf dem WDVS: Dunkle Flächen heizen sich in der Sonne stark auf, das kann die Dämmung schädigen. Die Systemhersteller legen deshalb einen Mindest-Hellbezugswert (HBW) fest. Lassen Sie sich diesen bei dunklen Tönen bestätigen.

So prüfen Sie die fertige Fassade

Sehen Sie sich die Fläche tagsüber im Streiflicht an, wenn die Sonne schräg über die Wand fällt. Dann erkennen Sie Unebenheiten und Ansätze am deutlichsten. Bei der Abnahme achten Sie auf diese Punkte:

  • Die Struktur ist auf der ganzen Fläche gleichmäßig, ohne kahle Stellen und Kornanhäufungen
  • Auf den Wänden sind keine Streifen, Ansätze oder Flecken in anderem Farbton zu sehen
  • Der Putz ist an Fenstern, Fensterbänken, Sockel und Profilen sauber abgeschlossen
  • Rund um die Fenster und in den Ecken gibt es keine Haarrisse
  • Fenster, Fensterbänke und Pflaster sind von Putzresten gereinigt
  • Sie haben vom Betrieb Angaben zum verwendeten System, zur Putzart und zur Chargennummer erhalten
  • Sie wissen, ob und wann die Fassade gestrichen werden darf und wie sie gepflegt wird

Häufige Fragen

Beim Kratzputz haben die Körner alle die gleiche Größe, durch das kreisende Abreiben entsteht eine gleichmäßig körnige Fläche. Rillenputz, auch Reibeputz genannt, enthält einzelne größere Körner, die beim Abreiben mitlaufen und feine Rillen ziehen. Technisch sind beide vergleichbar, der Unterschied liegt vor allem in der Optik. In den Rillen setzt sich Staub allerdings etwas leichter fest.

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