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Fenster- und Tür-Anputzleiste Infinity (Kunststoff)

Eine Anputzleiste ist ein Kunststoffprofil, das bei der Fassadendämmung auf den Fenster- oder Türrahmen geklebt wird. Sie verbindet den Putz mit dem Rahmen so, dass die Fuge kleine Bewegungen aushält, und sorgt gleichzeitig für eine saubere Kante. An der Leiste hängt ein Streifen Glasfasergewebe, der in die Armierungsschicht eingearbeitet

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit

Wozu die Anputzleiste dient und warum sie nicht fehlen sollte

Fensterrahmen und Putz verhalten sich unterschiedlich. Ein Kunststofffenster dehnt sich im Sommer in der Sonne stärker aus als der Putz und zieht sich im Winter wieder zusammen. Dazu kommen Bewegungen beim Öffnen des Flügels und durch Wind. Wird der Putz direkt an den Rahmen gezogen, reißt ihn diese Spannung früher oder später. Entlang des Rahmens entsteht ein feiner Haarriss, in den Wasser läuft. Das Wasser gefriert im Winter und schädigt nach und nach die Armierung und die Dämmung darunter.

Die Anputzleiste verhindert das. Das selbstklebende Schaumband auf der Rückseite federt die Bewegungen des Rahmens ab. Das Gewebe verbindet die Leiste fest mit dem Putz, und das Kunststoffprofil bildet eine gerade, scharfe Kante am Rahmen. Häufig sieht man, dass der Putz rund um die Fenster nach dem ersten Winter Risse bekommt. Die Ursache ist dann oft eine fehlende oder schlecht geklebte Leiste.

Die Hersteller von WDVS sehen Anschlussprofile in ihren Verarbeitungsrichtlinien vor. Lassen Sie die Leiste weg, riskieren Sie die Gewährleistung auf das System.

So wird die Leiste Schritt für Schritt gesetzt

Die Leiste kommt an die Reihe, nachdem die Dämmplatten geklebt und bei Bedarf geschliffen sind, und bevor die Armierungsschicht aufgezogen wird. Bei den meisten Systemen läuft es ähnlich ab:

  1. Rahmen von Staub, Mörtelresten und altem Dichtstoff säubern. Kunststoff mit dem vom Leistenhersteller empfohlenen Reiniger entfetten. Die Fläche muss trocken sein.
  2. Leiste auf die Länge der einzelnen Fensterseiten zuschneiden. Die Stücke stoßen in den Ecken stumpf aneinander, ohne Überlappung und ohne Spalt.
  3. Schutzpapier vom Schaumband abziehen und die Leiste auf ganzer Länge an den Rahmen drücken. Das Band sitzt gerade und ohne Luftblasen auf der Sichtseite des Rahmens.
  4. Armierungsmörtel auf die Dämmung am Fenster auftragen und das Gewebe der Leiste darin einbetten. In den Ecken überlappen sich die Gewebestreifen benachbarter Leisten.
  5. An den Ecken der Öffnung diagonale Gewebestreifen einlegen, die die Spannung im Eckbereich aufnehmen. Danach die vollflächige Armierung mit Gewebe aufziehen, die das Leistengewebe überlappt.
  6. Nach dem Aushärten der Armierung Grundierung und Oberputz bis an die Kante der Leiste auftragen.
  7. Erst nach dem Verputzen die Schutzfolie oder den Schutzstreifen abziehen, falls die Leiste einen hat.

Gearbeitet wird bei trockenem Wetter. Luft und Untergrund sollen laut Hersteller meist wärmer als etwa +5 °C sein. Der Mörtel sollte nicht in praller Sonne oder bei starkem Wind trocknen.

Welche Leisten es gibt und welche passt

Anputzleisten unterscheiden sich stärker, als man auf den ersten Blick denkt. Bei der Auswahl lohnt sich ein Blick auf diese Punkte:

  • Beweglichkeit: Einfache Leisten fangen nur kleine Bewegungen ab, flexiblere Typen vertragen größere Bewegungen in mehrere Richtungen. Bei großen Fenstern, dunklen Rahmen und an der Südfassade ist eine flexiblere Leiste sinnvoll.
  • Schutzlasche: Manche Leisten haben eine Lasche, auf die eine Folie zum Abdecken des Fensters geklebt wird. Das Fenster bleibt beim Verputzen sauber, und Sie müssen es nicht extra abkleben.
  • Rahmenmaterial: Das Klebeband muss auf Kunststoff, Holz oder Aluminium halten. Bei Holzrahmen und lackierten Oberflächen prüfen Sie, ob der Hersteller die Leiste dafür freigibt.
  • Systemverträglichkeit: Leiste, Armierungsmörtel, Gewebe und Putz sollten zu einem System gehören oder vom Hersteller als passend genannt sein. WDVS werden in Deutschland als geprüfte Systeme zugelassen. Wer Produkte verschiedener Hersteller mischt, hat bei einer Reklamation später oft Streit.

Die Dämmstärke spielt für die Wahl der Leiste meist keine Rolle, weil sie auf den Rahmen geklebt wird. Bei dicker Dämmung und nach außen versetzten Fenstern kommt es aber darauf an, Laibung und Fensterbank richtig zu lösen.

Was die Arbeit leichter oder aufwendiger macht

Am schnellsten geht es im Neubau: Die Fenster sind neu und sauber, die Laibungen gerade. Die Leiste ist rasch geklebt, und das Gewebe wird zusammen mit der Armierung eingearbeitet.

Mehr Zeit kosten zum Beispiel:

  • Alte Rahmen mit Silikon-, Farb- oder Mörtelresten, die erst gründlich gereinigt werden müssen
  • Viele kleine Fenster, denn jede Öffnung hat vier Ecken und viel Zuschnitt
  • Besondere Formen wie Rundbogenfenster oder schräge Rahmen
  • Unebene Laibungen, bei denen die Dämmung zuerst ausgeglichen werden muss
  • Arbeiten vom Gerüst oder von der Hubbühne, vor allem am Mehrfamilienhaus

In einer Eigentumswohnung entscheidet nicht der einzelne Eigentümer über die Fassade, sondern die Eigentümergemeinschaft (WEG) über die Hausverwaltung. Beim eigenen Haus sollten Sie vorab beim Bauamt klären, was die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes für eine Fassadendämmung verlangt, etwa bei geringem Grenzabstand oder Denkmalschutz. Wird die Fassade erneuert, kann außerdem das Gebäudeenergiegesetz (GEG) Anforderungen an die Dämmung stellen. Wenn Sie Fördermittel von KfW oder BAFA nutzen möchten, informieren Sie sich vor der Auftragsvergabe über die aktuellen Bedingungen.

Typische Fehler beim Setzen

  • Kleben auf verschmutztem oder feuchtem Rahmen: Das Band hält nicht, die Leiste löst sich mit der Zeit, und am Rahmen entsteht ein Riss.
  • Spalten an den Stößen: Die Leistenstücke müssen dicht aneinander anschließen. Schon ein kleiner Spalt in der Ecke zeigt sich später als Riss.
  • Gewebe trocken aufgelegt: Das Gewebe gehört in den frischen Mörtel gedrückt. Liegt es nur obenauf, hat die Verbindung keine Festigkeit.
  • Fehlende Diagonalarmierung: Aus den Fensterecken laufen dann schräge Risse, die die Leiste allein nicht abfängt.
  • Putz über die Leistenkante gezogen: Der Putz berührt dann den Rahmen, und der elastische Anschluss verliert seinen Sinn.
  • Arbeiten bei Frost oder Regen: Der Mörtel bindet schlecht ab, und das Klebeband hält bei Kälte schwächer.

So prüfen Sie die fertige Arbeit

Achten Sie bei der Abnahme rund um die Fenster auf diese Punkte:

  • Die Leiste klebt auf der ganzen Rahmenlänge und steht nirgends ab
  • Die Stöße in den Ecken sind dicht, ohne Spalt und ohne übereinanderliegende Profile
  • Die Putzkante ist gerade und endet an der Leiste, nicht am Rahmen
  • Am Rahmen und in den Ecken der Öffnung sind keine Risse im Putz
  • Die Schutzfolie ist entfernt, der Rahmen ist weder zerkratzt noch verschmutzt
  • Das Fenster lässt sich problemlos öffnen und schließen
  • Der Betrieb kann Ihnen sagen, welches System und welche Leisten verwendet wurden

Schauen Sie sich die Fensteranschlüsse ab und zu an, am besten vor dem Winter. Ein kleiner Riss lässt sich leicht ausbessern, bevor Wasser eindringt.

Häufige Fragen

Ein Gesetz schreibt sie nicht ausdrücklich vor. Die Verarbeitungsrichtlinien der WDVS-Hersteller sehen an Fenstern und Türen aber ein Anschlussprofil vor. Fehlt es, drohen Risse und der Verlust der Gewährleistung auf das System.

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