Die Sanierung der Nasszelle im Plattenbau (Bad 3,5 m² und separates WC 1,2 m²) kostet Sie grob gerechnet 7.190 € - 11.800 € inklusive Material, davon entfallen laut aktueller Preisliste 5759,04 € - 7968,24 € auf die Arbeitsleistung. Der niedrigere Betrag gilt für neue Trennwände und Oberflächen, bei denen die Anschlüsse an ihrem Platz bleiben und ein Stand-WC kommt. Der höhere gilt für die schlüsselfertige Lösung mit neuen Leitungen, Wand-WC, Handwaschbecken und Zubehör. Fliesen, Badewanne, Sanitärobjekte und Armaturen sind in der Standardklasse gerechnet. Türen, Duschkabine, Austausch der Steigleitungen und Schuttabtransport werden extra berechnet.
Leistungsarten und ihre Preise
Die Kunststoff- oder Betonwände der Zelle werden zerlegt, die Sanitärobjekte demontiert und alles nach unten getragen. Meist fällt so viel Schutt an, dass ein Container bestellt wird.
Statt der Zelle werden Trennwände aus Porenbeton gemauert. Dabei lässt sich die Tür versetzen oder Bad und WC zu einem Raum zusammenlegen.
Neue Anschlüsse für Waschbecken, Wanne, WC, Waschmaschine und Handwaschbecken, angeschlossen an die Steigleitung des Hauses.
Der Badboden und die Nassbereiche an der Wanne bekommen eine Dichtschlämme mit Dichtband in den Ecken, damit kein Wasser zum Nachbarn durchkommt.
Im Bad und im WC. Kleine Flächen mit vielen Zuschnitten rund um Steigleitung und WC-Modul.
Das Tragelement für das Wand-WC. Höhe und Abfluss werden eingestellt, bevor es verkleidet wird.
Preisverzeichnis Bauarbeiten: Nasszelle im Plattenbau sanieren
Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Preisniveau: Deutschland. Im Preisverzeichnis können Sie die Preise selbst anpassen.
Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Vorarbeiten | ||||
| Kompletter Abbruch eines Fertig-Sanitärkerns | Stk. | 940,80 € | - | |
| Mauerarbeiten | ||||
| Trennwände bis 12,5 cm mauern (Ziegel/Ytong) | m² | 36,50 € | - | |
| Feiner Kalkzementputz (Feinputz) | m² | 18,25 € | - | |
| Vorbereitung | ||||
| Grundierung vor Verfliesung | m² | 3,65 € | - | |
| Abdichtung (Bad) | m² | 13,45 € | - | |
| Dichtband in Eck- und Kantenbereichen einarbeiten | lfm | 16,70 € | - | |
| Wand- und Bodenfliesen | ||||
| Fliesen / Bodenfliesen Standard bis 60 cm | m² | 74,90 € | - | |
| Verfugen | m² | 3,65 € | - | |
| Silikonieren der Innen- und Außenecken | lfm | 3,65 € | - | |
| Aussparungen in Fliese / Bodenfliese sägen | Stk. | 23,05 € | - | |
| Jolly-Profil (Montage und Setzen) | lfm | 113,30 € | - | |
| Sanitär | ||||
| Montage Badewanne inkl. Ummauerung | Stk. | 230,40 € | - | |
| Setzen und Anschluss Hänge-WC | Stk. | 86,40 € | - | |
| Montage Handwaschbecken inkl. Armatur | Stk. | 86,40 € | - | |
| Sanitärmontage | ||||
| Waschbecken setzen | Stk. | 67,20 € | - | |
| Waschtischarmatur setzen | Stk. | 48,00 € | - | |
| Wannen- / Duscharmatur setzen | Stk. | 105,60 € | - | |
| Stand-WC-Kombi setzen | Stk. | 86,40 € | - | |
| Zubehör | ||||
| Montage Entlüftungsventilator | Stk. | 86,40 € | - | |
| Spiegel ankleben | Stk. | 76,80 € | - | |
| Montage Badaccessoires (Halter, Haken) | Stk. | 23,05 € | - | |
| Oberflächen | ||||
| Wandfliesen im WC | m² | 86,40 € | - | |
| Verlegung Bodenfliesen im WC | m² | 86,40 € | - | |
| Sanitärarbeiten | ||||
| Abgang für Kalt- und Warmwasser | Stk. | 67,20 € | - | |
| Abwasseranschluss herstellen (Innenentwässerung) | Stk. | 48,00 € | - | |
| Geberit-Vorwandelement (Duofix / Kombifix) montieren | Stk. | 230,40 € | - | |
| Setzen Geräteventil für Trockner/Waschmaschine + Abfluss | Stk. | 105,60 € | - | |
| Montage und Einbau Revisionsklappe | Stk. | 86,40 € | - | |
| Elektroinstallation | ||||
| Abgang für 230 V-Steckdose - Rohinstallation | Stk. | 13,05 € | - | |
| Abgang für Schalter - Rohinstallation | Stk. | 16,30 € | - | |
| Feininstallation 230-V-Steckdose / Schalter | Stk. | 21,10 € | - | |
| Endarbeiten | ||||
| Montage und Anschluss WC-Ventilator | Stk. | 86,40 € | - | |
Was kostet das je nach Umfang
| Neue Trennwände und Oberflächen Abbruch der Nasszelle, 16 m² Trennwände, Putz, Abdichtung, Wand- und Bodenfliesen in Bad und WC, Wanne, Waschbecken, Armaturen, Ventilator und Stand-WC an den bestehenden Anschlüssen | 7.190 € - 8.600 € davon Arbeitsleistung 5759,04 € |
| Nasszelle mit neuen Leitungen Dazu neue Wasser- und Abwasseranschlüsse, Elektro im Bad, Vorwandmodul mit Wand-WC und Ventilator im WC | 8.600 € - 10.100 € davon Arbeitsleistung 6794,94 € |
| Nasszelle schlüsselfertig Alles oben Genannte, dazu Handwaschbecken im WC, Waschmaschinenanschluss, Revisionsklappe, Abschlussprofile, Spiegel und Zubehör | 10.000 € - 11.800 € davon Arbeitsleistung 7968,24 € |
Ablauf der Sanierung der Nasszelle
Den Termin zum Absperren des Wasserstrangs stimmt man mit der Hausverwaltung ab. Danach wird die Zelle zerlegt und der Schutt hinausgetragen. Steigleitungen und Lüftungsschacht des Hauses bleiben an ihrem Platz. Besteht der Verdacht auf asbesthaltige Baustoffe, gehört der Abbruch in die Hand eines zugelassenen Fachbetriebs.
Aus Porenbeton werden die neuen Wände für Bad und WC gemauert. Anschließend werden die Wände verputzt, damit die Fliesen später gerade sitzen.
Neue Wasser- und Abwasseranschlüsse werden verlegt und das Vorwandmodul gesetzt. Bevor etwas zugemacht wird, kommt eine Druckprüfung. Die Elektroanschlüsse im Bad übernimmt eine Elektrofachkraft.
Badboden und Nassbereiche bekommen eine Abdichtung in zwei Schichten. Danach folgen Wand- und Bodenfliesen in beiden Räumen.
Arbeitsablauf
- 01Besichtigen, aufmessen, Fliesen und Sanitärobjekte aussuchen, mit der Hausverwaltung absprechen.
- 02Nasszelle abreißen, Schutt wegschaffen, Steigleitungen und Boden prüfen.
- 03Trennwände für Bad und WC mauern und Wände mit Putz begradigen.
- 04Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen neu verlegen, WC-Modul setzen, Druckprüfung machen.
- 05Boden und Nassbereiche abdichten.
- 06Wand- und Bodenfliesen in Bad und WC verlegen, verfugen, Silikonfugen ziehen.
- 07Wanne, Waschbecken, Armaturen, WC, Ventilatoren und Zubehör montieren.
5 häufige Fehler
Die Steigleitungen versorgen den ganzen Hauseingang. Wird das Wasser ohne Ankündigung abgesperrt oder ein Strang beschädigt, betrifft das das ganze Haus.
Eine undichte Verbindung zeigt sich erst unter den Fliesen oder beim Nachbarn darunter. Dann hilft nur noch aufreißen.
Fliesen und Fugen halten kein Wasser zurück. Im Plattenbau läuft es in die Deckenplatte und weiter zum Nachbarn.
Ohne Revisionsklappe müssen bei jeder Störung oder Zählerablesung die neuen Fliesen wieder raus.
Die Sitzhöhe wird vom fertigen Fliesenboden aus gemessen. Nach dem Verfliesen lässt sich das ohne Abriss nicht mehr korrigieren.
Was zur Nasszelle gehört
Die Nasszelle ist im Plattenbau der Bereich mit Wasser und Abwasser. Gemeint sind Bad und WC, die rund um die Steigleitungen angeordnet sind. In älteren Häusern handelt es sich um eine vorgefertigte Badzelle, die als fertiges Bauteil in die Wohnung gesetzt wurde. Die Wände bestehen oft aus dünnen Platten mit Kunststoffoberfläche, in der DDR häufig aus Sprelacart, auf einem Holz- oder Metallgerüst. Dahinter verlaufen die Rohre frei. In späteren Plattenbautypen wurden die Zellen aus dünnen Wandelementen oder Formsteinen gebaut oder gemauert. Jeder Bautyp hat etwas andere Maße, eine andere Lage der Steigleitungen und eine andere Befestigung der Wände. Deshalb verhalten sich zwei gleich große Wohnungen bei der Sanierung manchmal völlig unterschiedlich.
Zur Nasszelle gehören ihre Wände, der Boden, die Leitungen von der Steigleitung bis zu den Sanitärobjekten und die Lüftung in den Schacht. Nicht dazu gehören die Deckenplatte, Außen- und tragende Wände sowie die Steigleitungen selbst, die das ganze Haus versorgen. Die Küche grenzt oft an eine Wand der Nasszelle und hängt am selben Installationsschacht. Der Lüftungsschacht ist meist für alle übereinanderliegenden Geschosse gemeinsam. Wer diese Aufteilung vorher kennt, kann sich leichter mit Handwerkern und Hausverwaltung abstimmen.
Steigleitungen, Hausverwaltung und Bauamt
Die Steigleitungen für Wasser, Abwasser und manchmal auch Gas gehören zum Gemeinschaftseigentum. Über ihren Austausch und das Absperren entscheiden die Eigentümergemeinschaft und die Hausverwaltung, nicht der einzelne Wohnungseigentümer. Bei Mietwohnungen ist ohnehin der Vermieter zuständig. Praktisch heißt das: Der Installateur dreht das Wasser im Strang nicht einfach ab. Der Termin wird angekündigt, die Nachbarn bekommen einen Aushang im Treppenhaus und oft bedient eine von der Verwaltung beauftragte Person die Absperrung.
In der Praxis kommt es oft vor, dass das Haus den Austausch der Steigleitungen in ein, zwei Jahren plant. Dann lohnt es sich, den Zeitplan zu erfragen und die Sanierung so zu legen, dass der neue Strang später nicht durch fertige Fliesen angeschlossen werden muss. Plant das Haus keinen Austausch und ist der Strang in schlechtem Zustand, lässt sich mit der Verwaltung oft ein Austausch des Abschnitts in der Wohnung vereinbaren. Wichtig ist eine schriftliche Vereinbarung. Darin sollte stehen, wer für den Anschluss an den restlichen Strang verantwortlich ist und wer mögliche Schäden bei Nachbarn trägt.
Ob ein Umbau der Nasszelle genehmigt oder angezeigt werden muss, hängt vom Umfang der Arbeiten und vom jeweiligen Landesrecht ab. Pauschal versprechen lässt sich das nicht. Bei Eingriffen in tragende Bauteile, in gemeinsame Leitungen oder bei einer Änderung des Grundrisses ist es sinnvoll, beim örtlichen Bauamt nachzufragen. Die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft oder Verwaltung ist eine eigene Frage. Das Bauamt ersetzt sie nicht.
Asbest und alte Materialien hinter den Wandplatten
Wird die Zelle geöffnet, tauchen manchmal Materialien auf, die heute nicht mehr verwendet werden. In manchen Häusern bestehen Lüftungsrohre oder Teile der Abwasserleitung aus Asbestzement. Er sieht aus wie grauer Beton mit faseriger Struktur. Solange die Teile ganz und unbeschädigt sind, geht von ihnen keine akute Gefahr aus. Kritisch wird es beim Schneiden, Brechen und Schleifen, weil dann Fasern frei werden.
Asbestzement darf nur eine zugelassene Fachfirma für Asbestarbeiten mit entsprechendem Sachkundenachweis entfernen, die die Arbeiten bei der zuständigen Behörde anmeldet. Laien und normale Abbruchtrupps sollten die Finger davon lassen. Besteht ein Verdacht auf Asbest, wird der Abbruch an dieser Stelle gestoppt und das Material untersucht. Weil es oft um die gemeinsame Lüftung geht, läuft die Entscheidung auch über die Hausverwaltung. Neben Asbest finden sich unter den Fliesen oft alte Bitumenkleber, Bleidichtungen oder rostige Stahlschutzrohre. Das ist kein Drama, gehört aber in die Planung von Abbruch und Entsorgung.
Neue Wände: Porenbeton oder Gipskarton
Statt der alten Platten wird die Nasszelle heute meist mit Porenbetonsteinen neu gemauert. Sie sind stabil und einfach zu verarbeiten. Schrank, Spiegel und auch ein schwerer Boiler lassen sich ohne großes Nachdenken befestigen, wenn Dübel für Porenbeton verwendet werden. Die Wand verträgt Feuchtigkeit besser und hält auch einer Undichtigkeit stand. Nachteile sind das Gewicht, die Nassarbeiten und die Trocknungszeit für den Putz.
Gipskarton ist leichter und schneller. Im Hohlraum zwischen den Platten lassen sich Leitungen ohne Schlitzen verlegen. Im Nassbereich kommen aber imprägnierte Platten oder Zementplatten und eine engere Unterkonstruktion zum Einsatz, in der Regel nach Vorgabe des Systemherstellers. Für schwere Gegenstände braucht es vorher eingebaute Verstärkungen, sonst wird die Befestigung kompliziert. Für den Schallschutz zählen eine Füllung mit Mineralwolle und die Entkopplung des Ständerwerks von Decke und Boden. Durch eine schwach geplante Gipskartonwand hört man die Spülung deutlich stärker als durch eine gemauerte.
Ein häufiger Kompromiss: Die Außenwände von Bad und WC werden gemauert, die Leitungen laufen in einer Vorwand aus Gipskarton. So sind die Wände stabil und die Installationen bleiben über Revisionsöffnungen zugänglich.
Grundriss: Was sich verschieben lässt und was nicht
Die Wände der Nasszelle sind in der Regel nicht tragend, deshalb lässt sich am Grundriss etwas ändern. Wer Bad und WC zusammenlegt, gewinnt Platz, verliert aber den zweiten Raum für den morgendlichen Andrang. Für Familien mit Kindern ist ein separates WC oft die bessere Wahl. Dann lieber die Tür versetzen, damit die Waschmaschine ins Bad passt. Türen werden oft auch deshalb versetzt, weil sie früher so in den Flur aufgingen, dass sie den Zugang zu einem Zimmer blockierten.
Die Grenze setzt das Abwasser. Die Leitung braucht Gefälle zur Steigleitung, und im Plattenbau kann man unter dem Boden nicht tiefer gehen. Je weiter WC oder Dusche vom Strang entfernt sind, desto höher muss der Anschluss liegen und desto eher entsteht eine Stufe oder ein Podest. In die Deckenplatte darf ohne Prüfung durch einen Statiker weder gestemmt noch geschlitzt oder gebohrt werden. Das gilt genauso für tragende Wände neben der Nasszelle. Die Waschmaschine braucht einen eigenen Wasseranschluss, einen Abfluss mit Siphon und eine Steckdose, am besten so, dass sie sich für den Service herausziehen lässt. Details zum Bad selbst wie Abdichtung, bodengleiche Dusche, Fliesen oder WC-Höhe behandeln eigene Anleitungen.
Wasser- und Stromleitungen in der Nasszelle
Wasser und Abwasser
In älteren Nasszellen liegen verzinkte Stahlrohre, die innen zuwachsen und an den Verbindungen rosten. Teilweise gibt es auch Abschnitte aus Aluminium oder Kupfer aus späteren Reparaturen. Bei der Sanierung werden die alten Rohre meist komplett bis zur Absperrung am Strang ersetzt. Die neuen Leitungen laufen meist in einer Vorwand. Sie verdeckt auch das Unterputzelement und schafft eine gerade Fläche für Fliesen. Absperrventile, Wasserzähler und Reinigungsöffnungen der Abwasserleitung müssen zugänglich bleiben. Den Wasserzähler durch einen schmalen Spalt hinter dem Spiegel abzulesen, macht niemandem Freude.
Strom
In vielen älteren Plattenbauten liegen noch Aluminiumleitungen. Sie werden spröde, die Klemmstellen lockern sich, und unter der heutigen Last von Waschmaschine, Trockner oder Durchlauferhitzer werden sie warm. Deshalb werden für die Nasszelle neue Stromkreise mit Kupferleitungen gezogen. Die Verbindung zum Rest der Wohnung erfolgt mit Klemmen, die für Aluminium und Kupfer zugelassen sind, idealerweise erst im Verteiler. Im Bad gibt es Schutzbereiche, in denen Steckdosen und Leuchten nur eingeschränkt erlaubt sind. Das behandeln die Anleitungen zum Bad. Arbeiten an der Elektroinstallation gehören in die Hände einer Elektrofachkraft, am besten eines eingetragenen Elektrofachbetriebs. Nach Abschluss sollten Sie sich ein Prüf- und Messprotokoll geben lassen. Ohne dieses Dokument wird es bei einem Versicherungsfall oder beim Verkauf der Wohnung schwierig.
Lüftung über den Schacht des Hauses
Bad und WC im Plattenbau haben kein Fenster und werden über einen gemeinsamen Schacht entlüftet. In manchen Häusern funktioniert das über natürlichen Auftrieb, in anderen sorgt ein zentraler Ventilator auf dem Dach für Unterdruck im Schacht. In ein solches System gehört kein eigener starker Lüfter ohne Abstimmung. Er kann Luft zu den Nachbarn drücken oder den Zug im ganzen Strang stören.
Wird ein Lüfter mit Motor eingebaut, sollte er eine Rückstauklappe haben, damit Gerüche und Dampf von Nachbarn nicht in die Wohnung zurückkommen. Bei Häusern mit zentraler Absaugung ist meist die Zustimmung der Verwaltung nötig. Manchmal ist nur ein Gitter oder ein Abluftventil erlaubt. Die Öffnung zum Schacht darf weder verkleinert noch zugemauert werden. In der Praxis kommt es oft vor, dass beim Abbruch das alte Lüftungsrohr beschädigt wird. Die Reparatur der gemeinsamen Leitung läuft dann über die Verwaltung. Deshalb wird rund um den Schacht vorsichtig und von Hand abgebrochen.
Die Küche hinter der Wand der Nasszelle
Die Küchenzeile steht im Plattenbau oft an der Wand der Nasszelle und hängt am selben Strang. Ist die Zelle offen, ist das der beste Moment, um für die Küche neue Wasser- und Abwasseranschlüsse vorzubereiten, eventuell auch für den Geschirrspüler. Später müsste die fertige Badwand wieder geöffnet werden. Soll die Küche erst in einem Jahr erneuert werden, lohnt es sich, Ventile und Abfluss schon jetzt herauszuführen und zu verschließen.
Bei einer Vorwand aus Gipskarton ist auch daran zu denken, dass auf der anderen Seite Küchenschränke hängen werden. Dafür werden vorher Verstärkungen eingebaut oder die Wand wird gemauert. Wird die Spüle entlang der Zeile versetzt, gilt beim Gefälle dieselbe Grenze wie im Bad. Ein langer waagerechter Abfluss unter der Küchenzeile setzt sich gern zu und macht Geräusche.
Wohnen während der Sanierung
Während der Sanierung hat die Wohnung für eine gewisse Zeit weder Bad noch WC. Wer weiter in der Wohnung lebt, braucht eine Absprache mit Verwandten oder Nachbarn oder eine Ausweichunterkunft. Manche Firmen stellen für ein paar Tage eine Mobiltoilette auf, eine Dusche gibt es so aber nicht. Am härtesten sind meist die ersten Tage des Abbruchs und die Tage, an denen die Gewerke ohne Wasser aufeinander folgen.
Der Abbruch ist laut und staubig. Die Hausordnung regelt in der Regel, wann laute Arbeiten erlaubt sind, und am Wochenende gelten meist strengere Ruhezeiten. Die Nachbarn sollten rechtzeitig per Aushang im Treppenhaus informiert werden. Aufzug und Treppenhaus müssen geschützt und regelmäßig gereinigt werden. Staub dringt auch durch geschlossene Türen. Deshalb ist es sinnvoll, Möbel in allen Zimmern abzudecken, nicht nur neben der Nasszelle.
Der Zeitplan lässt sich nicht beliebig verkürzen. Putz und Spachtel müssen trocknen, und bestellte Sanitärobjekte können sich verspäten. Ein realistischer Plan hat Puffer. Sanitärobjekte werden direkt nach der endgültigen Auswahl bestellt, nicht erst beim Fliesenlegen.
Anleitung zum Selbermachen: Wohnung für den Abbruch vorbereiten
Abbruch und Leitungen sind Sache von Fachleuten. Die Vorbereitung der Wohnung schaffen aber auch Laien. Das spart der Firma Zeit und Ihnen Nerven.
- Bad, WC, Flur und die Küchenschränke an der Wand der Nasszelle ausräumen, damit der Strang frei zugänglich ist.
- Den alten Zustand fotografieren: Nasszelle, Absperrungen, Wasserzähler, Ventile und Sicherungskasten samt Beschriftung der Sicherungen.
- Die Stände der Wasserzähler und Heizkostenverteiler notieren und ein Foto mit Datum an die Hausverwaltung schicken.
- Die Hauptabsperrungen für Wasser in der Wohnung und die Sicherung für die Nasszelle mit farbigem Klebeband markieren.
- Böden in Flur und Zimmern mit Folie und Klebeband abdecken und die Zimmertüren abkleben, damit kein Staub durch die Spalten zieht.
- Im Treppenhaus einen Aushang mit dem Abbruchtermin und einer Kontaktperson aufhängen.
- Eine Lösung für die Körperpflege während der ganzen Bauzeit organisieren und den Stellplatz für den Container vorher mit Hausverwaltung oder Stadt klären.
Die Nasszelle abnehmen
- Absperrungen, Wasserzähler und Reinigungsöffnungen sind über Revisionsklappen zugänglich
- für die Leitungen liegt ein Protokoll der Druckprüfung vor
- für die Elektroinstallation liegt ein Prüf- und Messprotokoll vor
- es gibt Fotos der Leitungen vor dem Verschließen mit eingezeichnetem Verlauf
- der Anschluss an den Strang ist trocken und der Strang ist unbeschädigt
- Lüftungsgitter oder Lüfter ziehen und die Rückstauklappe funktioniert
- Türen öffnen frei und stoßen nicht an Sanitärobjekte oder Waschmaschine
- die Anschlüsse für die Küche sind wie vereinbart vorbereitet und verschlossen
- die Wände sind stabil und an den Stellen für Schränke verstärkt
- Umgebung des Lüftungsschachts und Gemeinschaftsflächen sind unbeschädigt
- die Hausverwaltung ist über das Ende der Arbeiten informiert und hat die Zählerstände erhalten
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