Leistung aus dem Preisverzeichnis kalkulieren
Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.
Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Vorbereitung | ||||
| Venezianischer Stuck - polierte Spachtelung | m² | - | ||
| Abkratzen alter Ölfarbe | m² | 10,28 € | - | |
| Rissbandagierung – Sanierung großer Risse | lfm | - | ||
| Acryl-Verfugung der Anschlüsse | lfm | 3,43 € | - | |
| Grundierung der Wände und Decke | m² | 1,90 € | - | |
| Abkratzen alter Leimfarbe | m² | 4,57 € | - | |
| Lokale Riss- und Flickreparaturen | Stk. | 6,67 € | - | |
| Wände spachteln | m² | 12,38 € | - | |
| Decke spachteln | m² | 14,28 € | - | |
| Setzen von Eckschutzprofilen | lfm | - | ||
| Entfernen alter Tapeten | m² | 6,67 € | - | |
So entsteht ein Polierputz Schritt für Schritt
Venezianischer Stuck ist langsame Handarbeit. Jede Schicht ist sehr dünn, und über das Ergebnis entscheidet vor allem das richtige Timing. Ein Maler oder Stuckateur geht ungefähr so vor:
Untergrund vorbereiten
Die Wand muss eben, tragfähig, trocken und sauber sein. Löcher und Risse werden gespachtelt, alte, lose Anstriche entfernt. Danach kommt eine passende Grundierung auf die Wand, damit sie überall gleich stark saugt. Auf einer glänzenden Fläche fällt jede Unebenheit auf, deshalb dauert diese Vorbereitung oft länger als der Stuck selbst.
Erste Schicht
Die erste Lage wird mit einer Edelstahlkelle dünn aufgezogen und gleicht kleine Unebenheiten aus. Sie trocknet nach Angaben des Herstellers, meist einige Stunden. Dickere Stellen werden danach leicht angeschliffen.
Schichten mit Maserung
Die zweite und jede weitere Schicht trägt der Handwerker mit kurzen Zügen in wechselnden Richtungen auf. So entsteht die typische Marmorstruktur. Üblich sind zwei bis vier dünne Lagen. Die letzte Schicht wird im richtigen Moment verdichtet und geglättet: wenn sie nicht mehr nass, aber noch nicht ganz hart ist. Genau dann beginnt der Glanz zu entstehen.
Wachsen und Polieren
Nach dem Trocknen kommt eine dünne Wachsschicht auf die Fläche, die mit einem Tuch oder der Kelle poliert wird. Das Wachs vertieft die Farbe, verstärkt den Glanz und schützt die Oberfläche vor Wasser und Schmutz.
Materialien und Varianten: was passt wofür
- Kalkbasierter Stuck ist die traditionelle Variante mit Marmormehl. Er ist diffusionsoffen und durch seine Alkalität weniger anfällig für Schimmel. Er eignet sich gut für Wohn- und Schlafräume
- Kunstharzgebundene Spachtelmassen lassen sich leichter verarbeiten und sind oft abriebfester. Dafür sind sie in der Regel weniger atmungsaktiv
- Wachse gibt es natürlich und synthetisch, manche mit Perlmutt- oder Metalliceffekt. Eine dicke Wachsschicht bremst den Feuchteaustausch der Wand, deshalb wird Wachs dünn aufgetragen
- Farbton: weiß, vorgetönt oder nach Muster gemischt. Helle und mittlere Töne verzeihen kleine Fehler eher, dunkle und metallische Farben zeigen jeden Kellenzug
Als Werkzeug braucht man Edelstahlkellen, kleinere Spachtel für Ecken, feines Schleifpapier und saubere Tücher. Die Kelle muss frei von Kratzern sein, sonst überträgt sie diese auf die Wand.
Was die Arbeit leichter macht und was sie aufwendiger macht
Wie viel Aufwand in der Wand steckt, und damit auch, was die Arbeit am Ende kostet, hängt vor allem von diesen Punkten ab:
- Zustand der Wand: Unebene oder beschädigte Flächen brauchen mehr Spachteln und Schleifen
- Anzahl der Schichten und gewünschter Glanzgrad
- Besondere Effekte wie Perlmutt, Metallicpigmente oder mehrere Farben auf einer Fläche
- Viele Ecken, Laibungen, Steckdosen und Schalter, um die herum langsam gearbeitet werden muss
- Raumhöhe und Zugänglichkeit, zum Beispiel über einer Treppe oder hinter fest eingebauten Möbeln
- Ob der Raum leer ist und ob gleichzeitig andere Gewerke arbeiten, denn Staub auf einer frischen Schicht macht Probleme
Wo er passt und wo eher nicht
Venezianischer Stuck passt ins Wohnzimmer, ins Schlafzimmer, in den Flur, ins Treppenhaus eines Einfamilienhauses oder ins Büro. Gewachst lässt er sich auch in der Küche abseits der Arbeitsplatte und im Bad außerhalb des direkten Spritzwassers einsetzen. In der Praxis kommt es öfter vor, dass jemand ihn als Fliesenersatz in der Dusche bestellt und sich später wundert, dass sich die Oberfläche an der dauernd nassen Stelle verändert. Für solche Bereiche gibt es eigene Systeme, etwa Tadelakt oder spezielle wasserfeste Spachteltechniken mit passender Abdichtung. Fragen Sie danach, bevor Sie sich entscheiden.
Eine Baugenehmigung brauchen Sie nicht, denn es handelt sich um eine Oberflächengestaltung im Innenraum. Wohnen Sie zur Miete, sprechen Sie vorher mit dem Vermieter: Eine so auffällige Wandgestaltung kann beim Auszug Thema werden, und ein späteres Überstreichen ist aufwendiger als bei normaler Farbe. Geht es um Wände im Gemeinschaftseigentum eines Mehrfamilienhauses, etwa im Treppenhaus, braucht es die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft (WEG) über die Hausverwaltung.
Typische Fehler beim Venezianischen Stuck
- Schlecht vorbereiteter Untergrund: Auf staubigen oder fettigen Stellen löst sich die Masse, und Unebenheiten treten nach dem Polieren deutlich hervor
- Zu dicke Schichten, die lange trocknen und reißen können
- Ungleichmäßige Kellenzüge, die Flecken, Streifen und Wolken hinterlassen
- Polieren im falschen Moment: Auf nasser Masse reißt die Kelle Material heraus, auf trockener entsteht kein Glanz mehr
- Dick oder ungleichmäßig aufgetragenes Wachs, das fleckig und künstlich wirkt
- Arbeiten bei Durchzug oder direkter Sonne, wodurch die Masse zu schnell anzieht und sich nicht mehr polieren lässt
Fehler, die bei einem normalen Anstrich verschwinden, sieht man hier sofort. Oft lassen sie sich nur beheben, indem die gesamte obere Schicht neu aufgebaut wird.
Anleitung für Heimwerker: Probefläche vor der ersten Wand
Polierputz ist keine gefährliche Arbeit, braucht aber Übung. Wenn Sie es selbst versuchen möchten, beginnen Sie auf einer Platte oder einer kleinen Wand, die nicht im Mittelpunkt des Raums steht. Halten Sie sich an das technische Merkblatt des jeweiligen Produkts.
- Raum ausräumen, Boden abdecken und angrenzende Flächen abkleben.
- Ebenheit der Wand mit einer langen Richtlatte prüfen, Unebenheiten spachteln und schleifen.
- Fläche abstauben und die vom Hersteller empfohlene Grundierung auftragen.
- Eine dünne erste Schicht aufziehen und trocknen lassen.
- Weitere dünne Schichten mit kurzen, kreuzweisen Zügen auftragen, jeweils erst nach dem Trocknen der vorherigen.
- Die letzte Schicht mit sauberer Kelle verdichten und glätten, sobald sie nicht mehr nass, aber noch nicht hart ist.
- Nach vollständigem Trocknen eine dünne Wachsschicht auftragen und mit einem Tuch polieren.
- Kellen sofort reinigen und abtrocknen, damit keine Reste antrocknen.
Wenn die Probe nicht so aussieht wie erhofft, ist das völlig normal. Für die Wand, auf die alle Blicke fallen, lohnt sich ein erfahrener Malerbetrieb.
So prüfen Sie die fertige Wand
- Wand im Gegenlicht vom Fenster und unter schräg gehaltener Lampe ansehen: keine Wellen und keine deutlichen Unebenheiten
- Maserung wirkt auf der ganzen Fläche gleichmäßig, ohne harte Grenzen zwischen einzelnen Abschnitten
- Glanz ist einheitlich, ohne matte Inseln und Wachsschlieren
- Keine Risse, Bläschen oder abgelösten Stellen
- Ecken, Kanten und Bereiche um Steckdosen sind sauber ausgeführt
- Produktnamen von Spachtelmasse und Wachs sowie eine Pflegeanleitung erhalten
Häufige Fragen
Ja, wenn die Platten im Trockenbau fest montiert, die Fugen gespachtelt und geschliffen sind und die Fläche grundiert ist. Für glänzende Oberflächen wird meist die höchste Spachtelqualität (Q4) empfohlen. Die Fugen müssen rissfrei ausgeführt sein, sonst zeichnen sich Risse später im Stuck ab.
Meist genügt ein feuchtes Tuch mit einem milden Reiniger ohne Scheuerpartikel. Nach einigen Jahren oder an stark beanspruchten Stellen lässt sich die Oberfläche neu wachsen und polieren.
Feine Kratzer verschwinden oft schon nach dem Nachwachsen. Größere Schäden lassen sich reparieren, die handgemachte Maserung ist aber nie exakt zu wiederholen, deshalb bleibt die Stelle eventuell leicht sichtbar. Es hilft, einen Rest des Originalmaterials aufzubewahren.
Zwischen den Schichten muss die Masse trocknen, deshalb dauert selbst eine einzelne Wand meist mehrere Tage. Die genauen Zeiten hängen vom Material, der Raumtemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab.
Auf der glatten, gewachsten Oberfläche hält normale Farbe nicht. Sie muss zuerst angeschliffen, mit einer Haftgrundierung behandelt oder überspachtelt werden. Besprechen Sie das Vorgehen vorher mit dem Maler.
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