Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Montage von Regenfallrohren

Das Regenfallrohr ist das senkrechte Rohr, das das Wasser aus der Dachrinne aufnimmt und nach unten führt: auf den Boden, in den Kanal oder in eine Zisterne. Ein neues Fallrohr brauchen Sie beim Neubau, wenn das alte Rohr durchgerostet ist, nach dem Anbringen eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) oder wenn das bestehende Rohr bei Starkrege

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·5 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
12,67 €/ lfm
Richtwert-Spanne
10,10 € - 16,50 €
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Spenglerarbeiten5 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Rinnen und Fallrohre
Montage Fallrohrlfm12,67 €-
Montage Dachrinne (vorhängend)lfm14,08 €-
Montage RinnenhakenStk.-
Montage RohrschelleStk.4,93 €-
Montage Rinnenkessel (Wasserfangkasten)Stk.16,90 €-
Summe Arbeit
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So montiert der Spengler ein Fallrohr

Bei Metall- und Kunststoffsystemen läuft die Arbeit ähnlich ab. Unterschiede gibt es vor allem beim Verbinden der Teile. Der Spengler arbeitet in der Regel von oben nach unten:

  1. Lage des Fallrohrs festlegen und mit Lot oder Laser die Senkrechte vom Rinnenkessel bis zum Boden anzeichnen, mit Abstand zu Fenstern, Leuchten und Anschlüssen.
  2. Gefälle der Rinne zum Kessel prüfen, häufig etwa 3 bis 5 mm je Meter, und den Rinnenkessel am tiefsten Punkt so einsetzen, dass er nicht auf der Kante eines Rinnenhakens sitzt.
  3. Den Dachvorsprung mit zwei Bögen überbrücken und das Zwischenstück erst nach einer Probemontage auf exakte Länge schneiden.
  4. Rohrschellen im tragenden Mauerwerk oder Beton verankern, meist mit höchstens etwa 2 Metern Abstand, bei Kunststoff eher enger.
  5. Rohre so zusammenstecken, dass das obere Rohr immer in die Muffe des unteren greift, bei Kunststoff die Dehnungsfuge nach Herstellerangabe lassen.
  6. Etwa einen Meter über dem Boden ein Reinigungsstück setzen, darunter den Auslaufbogen oder den Übergang ins Standrohr zur Grundleitung.
  7. Wasser in die Rinne gießen und alle Verbindungen auf Dichtheit prüfen.

Die Schelle gehört knapp unter die Muffe, nicht in die Rohrmitte. Sie wird fest, aber nicht bis zum Anschlag angezogen, denn das Rohr muss sich bei Temperaturwechseln leicht bewegen können. Ein zu stramm eingespanntes Fallrohr reißt im Frost oft genau an der Verbindung.

Material, Durchmesser und Form: was passt

Der Durchmesser richtet sich nicht nach dem Nachbarhaus, sondern nach der Grundfläche des Daches, die das jeweilige Rohr entwässert. Hersteller liefern Rinnen und Fallrohre in festen Größenpaaren, an die Sie sich halten sollten. Ein dünnes Rohr unter einer breiten Rinne wird bei Platzregen zum Flaschenhals, und das Wasser schwappt über den Rinnenrand. Bei großen Dachflächen ist ein zweites Fallrohr an anderer Stelle meist sinnvoller als ein immer dickeres Rohr. Bei Flachdächern und verwinkelten Dächern gehört die Bemessung in die Hand eines Planers, der nach ÖNORM EN 12056-3 und ÖNORM B 2501 rechnet.

  • Titanzink: auch in Österreich weit verbreitet, langlebig, bildet mit der Zeit eine graue Schutzschicht
  • Verzinkter und beschichteter Stahl: robust, in vielen Farben erhältlich, Kratzer in der Beschichtung sollten ausgebessert werden
  • Kunststoff: leicht und rostfrei, dehnt sich aber stärker bei Wärme und wird im Frost spröder, eher für Garagen, Carports und Gartenhäuser
  • Aluminium und Kupfer: sehr lange Lebensdauer, verlangen einen erfahrenen Spengler

Das runde Rohr ist Standard, darin fließt das Wasser mit dem geringsten Widerstand. Eckige Fallrohre wählt man meist wegen der Optik bei modernen Häusern. Bei gleicher Größe schlucken sie etwas weniger Wasser, und die Auswahl an Zubehör ist kleiner.

Wohin mit dem Regenwasser

Irgendwo muss das Rohr enden, und genau hier entstehen die meisten Probleme. Läuft das Wasser direkt am Hausfuß aus, durchnässt es jahrelang den Boden an den Fundamenten und schadet Sockel und Kellerabdichtung.

Freier Auslauf auf das Grundstück funktioniert, wenn das Gelände vom Haus wegfällt, unter dem Auslauf eine befestigte Fläche oder ein Spritzschutzstreifen liegt und das Wasser mindestens etwa einen Meter vom Fundament abfließt. Leiten Sie das Wasser nicht auf das Nachbargrundstück oder auf den Gehsteig, dort droht im Winter Glatteis.

Anschluss an den Kanal ist zuverlässig. Zwischen Fallrohr und Grundleitung gehört ein Regenwasserfilter oder Schmutzfänger, der Laub und Moos zurückhält. So verlegt sich die Leitung im Boden nicht, und Sie kommen zum Reinigen leicht dazu.

Versickerung auf dem Grundstück ist eine Lösung, wenn kein Kanal da ist. Die Anlage richtet sich nach der Durchlässigkeit des Bodens und braucht Abstand zum Fundament und zu einem Brunnen. Regenwasser gehört nicht in eine Senkgrube oder Kleinkläranlage und erst recht nicht in einen Trinkwasserbrunnen.

In einer Eigentumswohnung stimmen Sie jede Änderung an den Fallrohren mit der Hausverwaltung bzw. der Wohnungseigentümergemeinschaft ab.

Was die Arbeit leichter oder schwerer macht

Am einfachsten ist ein eingeschoßiges Haus, das sich von der Leiter erreichen lässt, mit rundem Rohr aus gängigem Material und freiem Auslauf. Aufwendiger wird es bei:

  • Höheren Gebäuden, wenn ein Gerüst oder eine Hebebühne nötig ist
  • Fassaden mit WDVS, an denen die Schellen mit langen Abstandsschrauben durch die Dämmung ins Mauerwerk müssen
  • Abbau und Entsorgung des alten Fallrohrs
  • Kupfer oder Aluminium, die genauer verarbeitet werden müssen
  • Innenliegenden Fallrohren oder Durchführungen durch die Attika beim Flachdach
  • Anschluss an die Grundleitung mit Schmutzfänger

Wer ohnehin dämmt, lässt die Befestigungspunkte gleich während der Fassadenarbeiten vorbereiten und fotografiert ihre Lage. Tragendes Mauerwerk später durch dicke Dämmung zu suchen, kostet Zeit und beschädigt die fertige Fassade.

Typische Fehler bei der Montage

Die meisten Schäden entstehen nicht durch schlechtes Material, sondern durch unterschätzte Details. In der Praxis sieht man häufig:

  • Falsch herum gesteckte Rohre, bei denen das untere ins obere greift und Wasser bei jedem Regen über die Fassade läuft
  • Schellen nur im Putz oder in der Dämmung, die Schnee und Eis samt Fassadenstück herausreißen
  • Zu große Schellenabstände, sodass sich Metallrohre durchbiegen und Kunststoffrohre verformen
  • Kein oder falsches Rinnengefälle, sodass Wasser steht, Schmutz sich absetzt und es im Winter friert
  • Fehlendes Reinigungsstück, sodass bei der ersten Verstopfung das Rohr zerlegt werden muss
  • Auslauf direkt am Sockel ohne Gefälle und ohne Spritzschutz

Läuft ein bestehendes Fallrohr immer wieder über, liegt die Ursache oft woanders als dort, wo das Wasser austritt. Meist ist das Rohr zu klein oder das Rinnengefälle stimmt nicht.

Abnahme: So prüfen Sie das fertige Fallrohr

Lassen Sie bei der Abnahme mit Kübel oder Gartenschlauch Regen simulieren und gehen Sie diese Punkte durch:

  • Wasser steht nirgends in der Rinne und fließt gleichmäßig zum Kessel
  • Im Rinnenkessel sitzt ein Laubfangkorb
  • Keine Verbindung tropft, besonders an den Bögen unter dem Dach
  • Obere Rohre stecken in den Muffen der unteren
  • Schellen sitzen im tragenden Mauerwerk direkt unter den Muffen, das Rohr lässt sich darin leicht bewegen
  • Das Rohr ist senkrecht und berührt weder Leuchten noch Anschlüsse
  • Das Reinigungsstück ist eingebaut und lässt sich öffnen
  • Das Wasser läuft weit genug vom Fundament ab oder in den Schmutzfänger

Häufige Fragen

Meist reichen zwei Kontrollen im Jahr: im Frühjahr nach dem Winter und im Herbst nach dem Laubfall. Dabei Rinne, Kessel und Schmutzfänger leeren, das Rohr mit dem Schlauch durchspülen und auf lockere Schellen und Wasserspuren an der Fassade achten.

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