Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Spenglerarbeiten: Dachrinnen, Fallrohre und Verblechungen: Preis pro lfm 2026 und Montageablauf

Der Spengler montiert Dachrinnen und Fallrohre, verblecht Fensterbänke, Attiken, Rauchfänge und Mauerkronen, fasst Durchführungen ein und deckt auch ganze Blech- oder Falzdächer. Was Sie am Ende zahlen, hängt vor allem davon ab, wie lang und verwinkelt die Verblechung ist, wie viele Ecken und Durchführungen es gibt und in welcher Höhe über dem Gelände gearbeitet wird.

Aktualisiert 09/2026·14 Min. Lesezeit·32 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
14,08 €/ lfm
Richtwert-Spanne
11,20 € - 18,40 €
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
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Aktualisierte Preise
Kurze Antwort

Die Montage einer Dachrinne kostet laut aktueller Preisliste 14,08 € pro lfm Arbeitsleistung. Fallrohre, Rinnenhaken, Kessel und Rohrschellen werden extra verrechnet, pro lfm oder pro Stück. Für die Verblechung von Fensterbänken, Attiken und Rauchfängen gelten eigene Sätze, je nach Form und Anzahl der Ecken. Arbeiten oben auf dem Dach dauern länger als an der Fassade.

Leistungsarten und ihre Preise

14,08 €
pro lfm
Dachrinne

Der häufigste Spenglerauftrag, sowohl beim neuen Dach als auch beim Tausch des alten Systems. Die Rinne wird auf Haken befestigt, mit gleichmäßigem Gefälle zum Fallrohr.

12,67 €
pro lfm
Fallrohr

Leitet das Wasser aus der Rinne in den Kanal oder auf das Gelände ab. Anzahl und Durchmesser der Fallrohre richten sich nach der Dachfläche.

19,70 €
pro lfm
Fensterbankverblechung

Schützt das Mauerwerk unter dem Fenster vor eindringendem Wasser. Verrechnet wird pro Laufmeter, inklusive Ecken und seitlicher Abschlüsse.

30,98 €
pro lfm
Rauchfangeinfassung

Das am stärksten beanspruchte Detail am Dach. Die Einfassung muss ausreichend hoch über die Dachdeckung geführt werden, damit bei liegendem Schnee kein Wasser durchkommt.

28,16 €
pro m²
Ziegeldeckung

Spenglerelemente schließen direkt an die Dachdeckung an, deshalb werden beide Arbeiten oft gemeinsam an eine Partie vergeben.

5,63 €
pro lfm
Abbau der alten Verblechung

Beim Tausch werden alte Rinnen, Fallrohre und Einfassungen vor der Montage der neuen Teile gesondert abgebaut.

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Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.

Spenglerarbeiten32 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Rinnen und Fallrohre
Montage Dachrinne (vorhängend)lfm14,08 €-
Montage RinnenhakenStk.-
Montage Fallrohrlfm12,67 €-
Montage RohrschelleStk.4,93 €-
Montage Rinnenkessel (Wasserfangkasten)Stk.16,90 €-
Demontage
Dachrinnen und Fallrohre einschl. Rinnenhaltern demontierenm-
Firstziegel, Ortgangbleche, Kamin- und Kehlbleche rückbauenlfm5,63 €-
Blechdachdeckung rückbauenm²6,34 €-
Dacheindeckung aus Ton- oder Betonziegeln abbrechenm²11,97 €-
Dachlattung abbrechen inkl. Entnagelnm²3,80 €-
Dachstuhl abbrechen / demontierenm²-
Dächer und Eindeckungen
Dachstuhl montieren (Tragkonstruktion Holz)m²-
Montage Lattung unter Dachziegelm²-
Montage Konterlattungm²3,38 €-
Setzen und Montage Dampfsperrem²2,82 €-
Fassadenverblechung - Winkelstehfalzm²19,70 €-
Dachdeckung in Doppel-/Stehfalztechnikm²14,08 €-
Montage PVC-Dichtungsbahn (Flachdach)m²-
Funkenprüfung der PVC-Bahn (Flachdach)m²-
Verlegung Keramik-/Betondachziegelm²28,16 €-
Abdichtungen
Bitumenbahn aufgeschweißt - waagerechte Fläche (1 Lage)m²9,58 €-
Bitumenbahn aufgeschweißt - senkrechte Fläche (1 Lage)m²14,08 €-
Fensterbänke
Verblechung der Fensterbänkelfm19,70 €-
Dachflächen und Attiken
Verblechung der Attika auf dem Flachdachlfm-
Einfassungen
Schornsteineinfassung in Blechlfm30,98 €-
Wand- / Durchdringungseinfassunglfm22,53 €-
Verblechung der Brüstungs-/Giebelmauerlfm-
Montage Traufblech (Tropfblech)lfm11,26 €-
Dämmungen
PU-Spritzdämmung - geschlossenzelligm²-
PU-Spritzdämmung - offenzellig (20-25 cm)m²-
PU-Spritzdämmung - offenzellig (30-35 cm)m²-
Sonstige Arbeiten
Sonstige, nicht näher definierte Arbeiten (Regiestunde)Std.-
Summe Arbeit
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Was kostet das je nach Umfang

Beispielumfang: Tausch des Dachrinnensystems an einem Einfamilienhaus (20 lfm)
Nur Dachrinnen
Rinnenmontage 20 lfm, Rinnenhaken und Kessel ohne Fallrohre
ab 315,40 €
Dachrinnen mit Fallrohren
Rinnen wie oben, dazu 2 Fallrohre zu je 6 lfm mit Rohrschellen
ab 497,02 €
Kompletter Tausch inklusive Altbestand
Rinnen und Fallrohre wie oben, zusätzlich Abbau der bestehenden Verblechung auf 32 lfm
ab 677,18 €
Richtwert für die Arbeitsleistung anhand der angeführten Mengen bei einem Dach mit 20 lfm Traufe. Nicht enthalten sind Abbau der Dachdeckung, Gerüst und Reparaturen an der Dachkonstruktion unter der Verblechung.

Vorbereitung und Ablauf der Spenglerarbeiten

01
Dach besichtigen und aufmessen

Der Spengler misst die Traufenlänge und das Gefälle und zählt Ecken und Durchführungen. Aus der Dachfläche ergibt sich, welche Rinnengröße und wie viele Fallrohre nötig sind.

02
Alte Verblechung abbauen

Beim Tausch nimmt er zuerst die alten Rinnen, Fallrohre und Einfassungen ab. Danach prüft er, in welchem Zustand die Unterkonstruktion und die Traufenlatte unter den Haken sind.

5,63 €/lfm
03
Rinnenhaken setzen

Die Haken werden an den Sparren oder an der Schalung befestigt, sodass die Rinne ein exaktes Gefälle zum Fallrohr hat, meist 3-5 mm pro Laufmeter.

04
Rinne montieren

Die Rinnenteile werden in die Haken gelegt und verbunden, Ecken und Stirnböden abgedichtet. Danach kommt der Kessel an die Stelle, an der das Fallrohr anschließt.

14,08 €/lfm
05
Fallrohre montieren

Die Fallrohre werden mit Rohrschellen an der Fassade befestigt und leiten das Regenwasser in die Regenwasserleitung oder mit Abstand zum Fundament auf das Gelände.

12,67 €/lfm

Arbeitsablauf

  1. 01Dach besichtigen, Längen aufmessen sowie Material und Größe des Rinnensystems festlegen.
  2. 02Beim Tausch die alte Verblechung abbauen.
  3. 03Rinnenhaken mit dem richtigen Gefälle zum Fallrohr setzen.
  4. 04Rinnenteile einlegen und verbinden, Stirnböden und Kessel montieren.
  5. 05Fallrohre mit Rohrschellen befestigen und an die Regenwasserableitung anschließen.
  6. 06Fensterbänke, Attiken, Rauchfänge und weitere Durchführungen verblechen.
  7. 07Mit einer Wasserprobe prüfen, ob die Verbindungen dicht sind und das Gefälle passt.

5 häufige Fehler

01
Rinne ohne richtiges Gefälle

Liegt die Rinne waagrecht oder fällt sie in die falsche Richtung, bleibt das Wasser stehen oder rinnt über den Rand statt ins Fallrohr.

02
Zu wenige Fallrohre für eine große Fläche

Gibt es zu wenige oder zu enge Fallrohre, geht die Rinne bei einem Gewitter über, auch wenn das Gefälle stimmt.

03
Rauchfangeinfassung zu niedrig

Eine zu niedrige Einfassung lässt bei liegendem Schnee oder starkem Regen Wasser unter die Dachdeckung.

04
Fehlende Dehnungsausgleicher bei langen Strecken

Lange, gerade Blechbahnen ohne Dehnungsausgleich verziehen sich bei Temperaturschwankungen, und die Verbindungen reißen.

05
Unverträgliche Metalle kombiniert

Berühren sich unverträgliche Metalle wie Kupfer und verzinktes Blech ohne Trennung, beginnt die Kontaktstelle zu korrodieren.

Wo der Dachdecker aufhört und der Spengler anfängt

Der Spengler, in Deutschland meist Klempner genannt, arbeitet mit dünnem Metallblech und den Bauteilen, die daraus entstehen. Am Einfamilienhaus kümmert er sich vor allem um Dachrinnen und Fallrohre, um die Abdeckung von Fensterbänken, Attiken und Mauerkronen, um Anschlüsse an Kamin, Dachfenstern und Rohrdurchführungen und um Metalldächer mit Falztechnik. Der Dachdecker verlegt die eigentliche Deckung: Dachziegel, Schindeln oder Trapezblech. Die Grenze zwischen beiden Gewerken ist schmal. Kaminanschluss und Kehle entstehen zusammen mit der Deckung, und das eine funktioniert ohne das andere nicht.

Klären Sie deshalb vor Arbeitsbeginn, wer für welches Detail zuständig ist. In der Praxis passiert es oft, dass der Dachdecker die Ziegel verlegt und der Spengler erst einen Monat später kommt. Dann klebt er den Anschluss nur noch auf die fertige Deckung oder dichtet ihn mit Silikon ab. Das hält ein paar Jahre, dann wird die Dichtmasse spröde, löst sich, und Wasser findet seinen Weg unter die Ziegel. Arbeitet ein Team oder halten sich beide Betriebe an einen gemeinsamen Zeitplan, wird das Anschlussblech unter die Deckung geschoben und so überdeckt, wie es der Systemhersteller vorgibt.

Welche Bleche es gibt und wie sie altern

Sehr häufig sehen Sie verzinktes Stahlblech, entweder blank oder farbig beschichtet. Die Farbschicht schützt das Zink vor der Witterung, kann aber beim Biegen und Schneiden beschädigt werden. Schnittkanten und Kratzer sollten deshalb mit der Reparaturfarbe nachgestrichen werden, die der Hersteller empfiehlt. Bleibt das aus, wandert der Rost von diesen Stellen langsam unter die Beschichtung.

Auch in Österreich sieht man an Dachrinnen und Verblechungen häufig Titanzink. Das ist eine Zinklegierung mit kleinen Anteilen Titan und Kupfer. Sie bildet an der Oberfläche von selbst eine schützende Patina, und wenn Sie das Blech zerkratzen, wächst die Patina mit der Zeit nach. Titanzink wird weich gelötet, deshalb lassen sich auch komplizierte Formen wasserdicht verbinden. Eine Eigenheit hat es aber: Es mag keine Kälte. Hersteller geben meist an, dass das Material unter etwa 10 °C vor dem Biegen angewärmt werden muss, sonst kann es in der Biegung reißen. Bei Winterbaustellen ist das ein Punkt, nach dem Sie ruhig fragen können.

Kupfer findet man vor allem an Altbauten, Kirchen und repräsentativen Gebäuden. Nach der Montage wird es zuerst braun, die typische grüne Patina kommt langsam, meist erst nach vielen Jahren und je nach Luft in der Umgebung. Aluminium ist leicht und rostet nicht, darf aber nicht direkt mit frischem Mörtel, Beton oder Kalkputz in Berührung kommen. Deren alkalische Feuchtigkeit greift es an. Wenn Ihre Fensterbänke in ein WDVS oder in Putz eingebaut werden, sollten Sie das im Hinterkopf behalten.

Wenn verschiedene Metalle und ablaufendes Wasser zusammenkommen

Berühren sich zwei unterschiedliche Metalle und ist es feucht, entsteht ein galvanisches Element. Das unedlere Metall korrodiert dann schneller. Zink, verzinktes Blech und Aluminium sind im Vergleich zu Kupfer die unedleren. Kaum bekannt ist, dass es dafür gar keine direkte Berührung braucht. Wasser, das von einem Kupferdach oder einem Kupferanschluss abläuft, nimmt gelöste Kupferteilchen mit. Trifft es auf eine verzinkte Rinne darunter, frisst es dort nach und nach kleine punktförmige Löcher in den Boden.

Die Regel ist also einfach: Kupfer darf in Fließrichtung des Wassers unterhalb von Zink oder Aluminium liegen, nie darüber. Bei Sanierungen älterer Häuser wird das ziemlich oft übersehen. An ein vorhandenes Kupferdetail wird eine günstigere verzinkte Rinne angeschlossen, die Verbindung sieht sauber aus, und nach einigen Jahren tauchen im Rinnenboden kleine Löcher auf. Ähnlich empfindlich reagiert Titanzink auf Wasser, das von alten Bitumenbahnen abläuft, denn es kann sauer sein. Hersteller empfehlen an solchen Stellen eine Schutzbeschichtung oder einen anderen Werkstoff.

Wie groß die Dachentwässerung sein muss

Wie groß die Rinne sein muss und wie viele Fallrohre Sie brauchen, hängt von zwei Dingen ab: von der Dachfläche, die in die Rinne entwässert, und davon, wie heftig es in Ihrer Gegend regnen kann. Gerechnet wird mit der Grundfläche, also so, als würden Sie von oben auf das Dach schauen, nicht mit der schrägen Dachfläche. Im Handel sind Rinnen nach ihrer Zuschnittbreite, etwa „333er“, oder nach Durchmesser bezeichnet, Fallrohre nach Durchmesser. Jeder Hersteller hat Tabellen, aus denen Sie ablesen, welche Dachfläche eine Rinne und ein Fallrohr zuverlässig schaffen. Die Grundlage dafür liefern die einschlägigen Normen, vor allem ÖNORM EN 12056-3 und ÖNORM B 2501. Bei einem üblichen Dach klappt die Schätzung nach Augenmaß meist. Bei großen Flächen, steilen Dächern und langen Traufen endet sie dagegen oft damit, dass beim Sommergewitter das Wasser über den Rand schwappt.

Gefälle, Rinnenhaken und Dehnung

Die Rinne muss zum Rinnenkessel hin abfallen, laut Herstellern meist um einige Millimeter pro Meter. Sie haben eine lange Traufe? Dann ist ein zusätzliches Fallrohr sinnvoller als mehr Gefälle. Eine stark geneigte Rinne fällt an der Fassade auf und hängt am entfernten Ende weit unter der Traufkante.

Den Abstand der Rinnenhaken legt der Hersteller fest, meist bis zu einem Meter, in schneereichen Lagen wie in den Alpentälern oder höher gelegenen Orten weniger. Eine Metallrinne wird bei Wärme länger und bei Kälte kürzer. Lange gerade Strecken werden deshalb mit einem Dehnungselement unterteilt, oder das Fallrohr sitzt so, dass sich die Rinne nach beiden Seiten frei bewegen kann. Je nach Werkstoff und Hersteller setzt man ungefähr alle 10 bis 15 Meter eine Dehnungsstelle.

Denken Sie auch an den Schnee. Von einem Dach ohne Schneefang rutscht er auf einmal ab und kann die Rinne samt Haken abreißen. Schneefanggitter oberhalb der Traufe schützen also nicht nur Menschen auf dem Gehsteig, sondern auch die Dachrinne selbst.

Fensterbänke und Wärmedämmung

Die äußere Fensterbank hat nur eine Aufgabe: das Wasser vom Fenster möglichst weit von der Fassade wegzuleiten. Dafür braucht sie Gefälle nach außen, eine Tropfkante, die vor die Fassadenfläche übersteht, und seitliche Abschlüsse, in denen sich das Blech ausdehnen kann. Wird es ohne Spielraum fest in die Laibung eingemauert, wellt es sich bei Temperaturwechseln. An den Enden reißt dann der Putz, und durch die Risse läuft Wasser in die Dämmung.

Wenn Sie die Fassade dämmen, ist die Fensterbank kein eigener Auftrag für ganz zum Schluss, sondern Teil des WDVS. Sie wird in der richtigen Reihenfolge eingebaut: unter das untere Fensterprofil oder in die Anschlussschiene, und zwar vor dem Oberputz. Die alten, kurzen Fensterbänke stehen nach der Dämmung nicht mehr über die neue Dämmstoffdicke hinaus, und das Wasser läuft direkt über den Putz. Typische Folgen sind dunkle Streifen unter den Fenstern und eine Dämmung, die nach und nach feucht wird. Für die Dämmung selbst gelten die Anforderungen an den Wärmeschutz nach OIB-Richtlinie 6. Ob es dafür Förderungen von Bund und Land gibt, etwa den Sanierungsbonus, klären Sie mit einer Energieberatung, bevor Sie Aufträge vergeben.

Anschlüsse an Kamin und Durchdringungen

Der Kamin steht fest, während sich das Dach um ihn herum leicht bewegt. Der Anschluss sollte deshalb nicht gleichzeitig fest mit Kamin und Deckung verbunden sein. Bewährt hat sich eine Lösung aus zwei Teilen. Das Anschlussblech wird am Kamin hochgeführt und unter die Deckung geschoben. Von oben deckt es ein separater Überhangstreifen ab, der in eine Nut im Kamin eingelassen wird. Die Fachregeln für Spengler und Dachdecker nennen als Aufkantungshöhe über der Deckung meist etwa 15 cm.

Hinter einem breiteren Kamin staut sich das Wasser vom Dach, und dort bleiben gern Schnee und Laub liegen. Bei größerer Breite baut der Spengler deshalb dahinter einen Kaminsattel, auch Nackenkehle genannt, der das Wasser zu den Seiten ableitet. Vom Boden aus sehen Sie dieses Detail nicht, und genau deshalb fällt es bei billigen Angeboten gern weg. Die gleichen Grundsätze gelten für Dachfenster, Entlüftungsrohre und Durchführungen für Photovoltaik. Dort nimmt man nach Möglichkeit die Anschlusssets des jeweiligen Herstellers.

Attiken, Mauerkronen und Falzdächer

Die Attikaabdeckung braucht Gefälle zur Dachseite, damit kein Wasser über die Fassade läuft. Das Blech wird mit Haften oder einem durchgehenden Halteprofil befestigt, nicht mit Schrauben durch die waagrechte Fläche. Jedes Loch in der Oberseite ist eine Stelle, an der es undicht werden kann. Die Stöße werden je nach Werkstoff gefalzt, mit Dichtung überlappt oder gelötet.

Ein Falzdach wird über Stehfalze verbunden, die von Hand oder mit der Maschine geschlossen werden. Auf dem Untergrund hält das Blech mit verdeckten Haften, teils fest, teils verschiebbar, damit es sich ausdehnen kann. Viele glauben, ein Falzdach passe auch auf ein ganz flaches Dach. Das stimmt nicht. Die Hersteller legen eine Mindestdachneigung fest, meist einige Grad. Bei geringer Neigung verlangen sie einen Doppelstehfalz, ein Dichtband und eine geeignete Unterlage. Unter dem Blech muss außerdem eine Hinterlüftung oder eine Trennlage eingeplant werden, sonst greift Kondenswasser das Blech von unten an.

Mehrparteienhäuser, Blitzschutz und Regenwasser

Im Mehrparteienhaus gehören Dach und Fassade zu den allgemeinen Teilen der Liegenschaft. Über Arbeiten daran entscheidet die Wohnungseigentümergemeinschaft nach dem WEG 2002, in der Praxis meist über die Hausverwaltung. Als Mieter wenden Sie sich an den Vermieter. Sagen Sie der Hausverwaltung auch Bescheid, wenn ein Gerüst aufgestellt wird oder laute Arbeiten anstehen.

An vielen Häusern ist die metallische Dachentwässerung in den Blitzschutz eingebunden, oder die Ableitungen laufen direkt neben den Fallrohren. Beim Austausch von Rinnen und Fallrohren darf die leitende Verbindung nicht unterbrochen werden, und Klemmen dürfen nicht einfach verschwinden. Änderungen an der Blitzschutzanlage und die anschließende Prüfung nach ÖVE/ÖNORM EN 62305 mit Prüfbefund gehören in die Hände eines konzessionierten Elektrotechnikers mit Erfahrung im Blitzschutz.

Wollen Sie Fallrohre an den Kanal anschließen oder umlegen, gelten die Vorgaben des Kanalbetreibers Ihrer Gemeinde. In einen reinen Schmutzwasserkanal darf Regenwasser in der Regel nicht. Immer öfter wird erwartet, dass Regenwasser auf dem Grundstück zurückgehalten wird oder versickert, etwa über eine Zisterne oder eine Mulde. Fragen Sie deshalb beim Kanalbetreiber nach, bevor Sie die Fallrohrführung ändern. Und noch etwas: Arbeit auf dem Dach ist Arbeit in der Höhe. Der ausführende Betrieb muss nach den Vorschriften des Arbeitnehmerschutzes für Absturzsicherung sorgen, zum Beispiel mit Gerüst und Fangschutz.

Anleitung für Heimwerker: Dachrinnen und Fallrohre an einem eingeschoßigen Haus reinigen

Hat Ihr Haus eine niedrige Traufe, etwa ein Bungalow oder eine Garage, können Sie die übliche Rinnenreinigung selbst übernehmen. Bei höheren Häusern, steilen Dächern oder wenn Sie aufs Dach steigen müssten, überlassen Sie die Arbeit einem Betrieb mit passender Ausrüstung für Arbeiten in der Höhe.

  1. Leiter auf festen, ebenen Untergrund stellen, gegen Wegrutschen sichern und von einer zweiten Person halten lassen.
  2. Laub, Nadeln und Schlamm mit Handschuh oder einer Kunststoffschaufel aus der Rinne holen, kein Metallwerkzeug verwenden, das die Oberfläche zerkratzt.
  3. Sieb oder Laubfangkorb im Rinnenkessel über dem Fallrohr reinigen.
  4. Rinne mit dem Gartenschlauch vom entfernten Ende zum Rinnenkessel hin durchspülen und beobachten, ob das Wasser gleichmäßig abläuft und nirgends stehen bleibt.
  5. Fallrohr auf Durchgang prüfen und bei langsamem Ablauf die Verstopfung von unten über die Reinigungsöffnung im Standrohr oder den Laubfang lösen.
  6. Laubfang oder Fallrohrfilter am Boden reinigen und abgesetzten Ziegelsand und Schmutz herausnehmen.
  7. Rinnenhaken, Verbindungen und Rohrschellen ansehen und Stellen mit Rost, Lockerung oder Tropfen notieren, damit ein Fachbetrieb sie repariert.

So nehmen Sie Spenglerarbeiten ab

Prüfen Sie die Spenglerdetails, bevor das Gerüst abgebaut wird. Ideal ist ein kräftiger Regen, sonst hilft eine Wasserprobe mit dem Schlauch. Gehen Sie bei der Abnahme diese Punkte durch:

  • Das Wasser läuft in der Rinne zu den Rinnenkesseln und bleibt nach dem Regen nicht stehen
  • Die Rinnenhaken sitzen im gleichmäßigen Abstand nach Herstellervorgabe, und die Rinne gibt unter Handdruck nicht nach
  • Stöße, Ecken und Rinnenböden tropfen nicht, und auf langen Strecken ist ein Dehnungselement eingebaut
  • Die Fallrohre stehen lotrecht, die Rohrschellen sind fest, und die Rohre münden in einen Laubfang, ins Standrohr oder abseits des Fundaments
  • Beim Blitzschutz ist die leitende Verbindung erhalten, und der Betrieb hat auf die nötige Prüfung hingewiesen
  • Die Fensterbänke haben Gefälle nach außen, eine Tropfkante vor der Fassade und seitliche Abschlüsse mit Spielraum für Dehnung
  • Der Kaminanschluss ist über die Deckung hochgeführt und mit einem Überhangstreifen abgedeckt, nicht nur verfugt
  • Die Attiken haben Gefälle zur Dachseite, und auf der waagrechten Fläche sind keine Schrauben zu sehen
  • An den Schnittkanten des beschichteten Blechs blättert nichts ab, und Kupfer sitzt nicht oberhalb von Zink oder Aluminium
  • Der Betrieb hat Ihnen Angaben zum Werkstoff, zum Systemhersteller und zu den Gewährleistungsbedingungen übergeben

Häufige Fragen

Die Montage einer Dachrinne kostet laut aktueller Preisliste 14,08 € pro lfm Arbeitsleistung. Haken, Kessel und Fallrohre werden extra verrechnet, nach Stückzahl und Länge.

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