Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Fassadenverkleidung mit Winkelstehfalz

Bei einer Fassadenverkleidung mit Winkelstehfalz verkleidet der Spengler die Hauswand mit Metallbahnen und verbindet deren Ränder durch Falzen, also ganz ohne sichtbare Schrauben und ohne Dichtstoff. Viele Bauherren wählen diese Fassade beim modernen Einfamilienhaus, beim zurückversetzten obersten Geschoß eines Mehrfamilienhauses oder bei

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·9 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
19,70 €/ m²
Richtwert-Spanne
15,70 € - 25,70 €
Wohnung 60 m²
2957,00 €
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Spenglerarbeiten9 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Dächer und Eindeckungen
Fassadenverblechung - Winkelstehfalzm²19,70 €-
Dachstuhl montieren (Tragkonstruktion Holz)m²-
Montage Lattung unter Dachziegelm²-
Montage Konterlattungm²3,38 €-
Setzen und Montage Dampfsperrem²2,82 €-
Dachdeckung in Doppel-/Stehfalztechnikm²14,08 €-
Montage PVC-Dichtungsbahn (Flachdach)m²-
Funkenprüfung der PVC-Bahn (Flachdach)m²-
Verlegung Keramik-/Betondachziegelm²28,16 €-
Summe Arbeit
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Wie der Winkelstehfalz funktioniert

Jede Blechbahn hat an beiden Längsseiten hochgestellte Ränder. Der Spengler legt die Ränder zweier benachbarter Bahnen aneinander und legt sie gemeinsam im Winkel um. So entsteht eine senkrechte Rippe, die Sie an der Fassade als schmale, gleichmäßige Linie sehen. Verdeckte Metallhafte, die im Falz stecken, halten die Bahn. Die Fläche selbst bleibt überall unversehrt, und das Wasser findet keinen Weg nach innen.

Warum ein Winkelfalz und kein Doppelstehfalz? Beim Doppelstehfalz werden die Ränder zweimal umgefalzt. Die Naht ist dichter und vor allem auf flach geneigten Dächern sinnvoll, wo Wasser länger steht. An einer senkrechten Wand läuft Regen schnell ab, dafür reicht der Winkelfalz gut aus. Er lässt sich zügiger verarbeiten und wirkt optisch sehr ruhig.

Daneben gibt es Klickpaneele, deren vorgeformte Ränder nur ineinander einrasten. Auf großen, glatten Flächen geht das schneller. Bei einer Fassade mit vielen Fenstern, Ecken und Vorsprüngen arbeitet der klassische Falz jedoch genauer.

Aufbau und Montage Schritt für Schritt

Das Blech liegt nie direkt auf dem Mauerwerk. Es handelt sich um eine vorgehängte hinterlüftete Fassade, für die in Österreich die einschlägigen ÖNORMen und die Fachregeln des Spenglerhandwerks gelten. Zwischen Dämmung und Blech bleibt ein Luftspalt. Die Luft steigt darin wie in einem Rauchfang nach oben und nimmt Feuchtigkeit mit. So bleibt die Wand trocken, und das Risiko für Schimmel sinkt.

  1. Verlegeplan: Der Spengler legt fest, wo die einzelnen Bahnen liegen, damit die Falze symmetrisch zu Fenstern und Gebäudeecken laufen.
  2. Konsolen und Unterkonstruktion: In der Wand werden Konsolen verankert. Darauf kommt eine Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium, die Unebenheiten der Wand ausgleicht. Für Stehfalz folgt meist eine durchgehende Holzschalung als Untergrund.
  3. Dämmung: Zwischen die Konsolen kommt die Wärmedämmung, in der Regel nicht brennbare Mineralwolle.
  4. Fassadenbahn: Sie schützt die Dämmung vor Wind und Feuchte und muss für diesen Einsatz zugelassen sein.
  5. Hinterlüftung: Der Luftspalt ist je nach System meist etwa 20 bis 40 mm breit. Unten am Sockel und oben an der Attika braucht er offene Zu- und Abluftöffnungen.
  6. Bahnen und Hafte: Die Blechbahnen werden mit Haften befestigt, ohne die Fläche zu durchbohren.
  7. Falz schließen: Auf langen Strecken mit der Falzmaschine, an Ecken und Details von Hand.
  8. Anschlüsse: Attika, Fensterbänke, Laibungen, Sockel und Durchdringungen werden mit passenden Formteilen eingefasst.

Welches Metall für welchen Zweck

  • Verzinkter, beschichteter Stahl: verbreitet und gut verfügbar. Für die Fassade lohnt sich eine hochwertige Beschichtung mit guter UV-Beständigkeit, sonst kann die Farbe auf der Südseite mit der Zeit ausbleichen.
  • Aluminium: leicht und daher gut für Sanierungen, bei denen die Wand keine große Last tragen kann. Es dehnt sich bei Temperaturwechsel stärker aus als Stahl. Deshalb muss der Spengler hier besonders sorgfältig einplanen, dass sich die Bahnen bewegen können.
  • Titanzink: bildet mit der Zeit eine graue Schutzpatina, in der kleine Kratzer verschwinden, und braucht keinen Anstrich. Unter passenden Bedingungen hält es viele Jahrzehnte. Planen Sie etwas längere Lieferzeiten ein.
  • Kupfer und Edelstahl: sehr langlebig und markant, am Einfamilienhaus eher die Ausnahme.

Die Blechdicke liegt an Fassaden meist bei etwa 0,6 bis 0,8 mm. Vorsicht beim Kombinieren von Metallen: Läuft Wasser von Kupfer auf verzinkten Stahl oder Zink, entsteht Kontaktkorrosion, und das unedlere Metall wird schnell angegriffen. Wählen Sie die Metalle an einer Fassade deshalb so, dass sie zueinander passen.

Was die Arbeit leichter oder aufwendiger macht

Zwei Fassaden mit gleicher Fläche können im Aufwand völlig verschieden sein. Eine glatte Wand ohne Öffnungen geht schnell, die Falzmaschine läuft die ganze Bahn in einem Zug ab. Jedes Fenster, jede Ecke, Nische oder Durchführung für Lüftung oder Leuchten bedeutet dagegen zusätzliche Handarbeit.

  • Gebäudeform: Ecken, Rundungen und Rücksprünge müssen exakt geformt werden.
  • Anzahl der Fenster: Laibungen und Fensterbänke gehören zu den aufwendigsten Stellen.
  • Gebäudehöhe: Ab einer gewissen Höhe braucht es ein Gerüst. Wird auch das Dach gemacht, steht es nur einmal.
  • Zustand der Wand: Ein schiefes Altbau-Mauerwerk erfordert mehr Ausgleich in der Unterkonstruktion.
  • Bahnlänge: Bei langen Bahnen, laut Herstellern meist ab etwa 3 m, sind zusätzlich Schiebehafte nötig.
  • Wetter: Bei Frost lässt sich Blech schlechter formen, manche Details sind dann nicht machbar.

Es ist Arbeit in der Höhe mit Profiwerkzeug, überlassen Sie sie deshalb einem erfahrenen Spenglerbetrieb. Im Mehrfamilienhaus gehört die Fassade zu den allgemeinen Teilen des Hauses, darüber entscheidet die Wohnungseigentümergemeinschaft. Sprechen Sie zuerst mit der Hausverwaltung und informieren Sie sie auch rechtzeitig über die lauten Arbeiten und das Gerüst.

Fehler, die immer wieder vorkommen

Das Blech selbst hält lange. Schäden entstehen fast immer durch eine Montage, die nicht berücksichtigt, wie sich Metall verhält.

  • Nur Festhafte bei langen Bahnen: Im Sommer dehnt sich das Metall aus und kann nicht ausweichen. Die Fläche wellt sich, oder Befestigungen reißen aus.
  • Zu wenige Hafte: Ihre Zahl richtet sich nach Windzone und Gebäudehöhe, nicht nach Gewohnheit. Sonst drohen Schäden beim nächsten Sturm.
  • Fehlende oder zugesetzte Hinterlüftung: Feuchtigkeit bleibt in der Konstruktion und schlägt sich an der Dämmung nieder.
  • Dichtstoff statt sauberem Detail: Dichtstoff altert und reißt. Ein Anschluss sollte durch die Form des Blechs dicht sein.
  • Nicht ganz geschlossener Falz: An einer offenen Stelle dringt Schlagregen ein.
  • Schlechter Verlegeplan: Ein schmaler Reststreifen an der Gebäudeecke lässt sich nachträglich nicht mehr korrigieren.

In der Praxis kommt es auch vor, dass ein Betrieb gute Referenzen bei Dächern hat, aber zum ersten Mal eine Fassade baut. Fragen Sie daher gezielt nach fertigen Fassaden und sehen Sie sich diese vor Ort an.

So prüfen Sie die fertige Fassade

  • Falze laufen parallel und sind auf ganzer Länge geschlossen
  • Die Fläche wirkt bei seitlichem Blick nicht wellig
  • Die Bahnen sind symmetrisch zu Fenstern und Ecken verteilt
  • Lüftungsöffnungen an Sockel und Attika sind frei und mit Gitter geschützt
  • Fensterbänke haben eine Tropfkante, die Wasser von der Wand weg leitet
  • Ecken und Durchdringungen sind mit Formteilen gelöst, nicht mit Dichtstoff
  • Keine Kratzer, Dellen oder Reste der Schutzfolie auf dem Blech
  • Gewährleistung für Material und Montage sowie Unterlagen zum verwendeten Blech liegen vor

Häufige Fragen

Ja. An einer senkrechten Wand läuft Wasser schnell ab und bleibt nicht stehen. Der Winkelfalz ist hier eine übliche und bewährte Lösung. Der Doppelstehfalz ist eher für flach geneigte Dächer gedacht.

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