Preisverzeichnis 2026 · Österreich

Sanierung der Nasszelle: Preis für Bad und WC im Plattenbau 2026

Der Sanitärkern einer Wohnung im Plattenbau ist der vorgefertigte Block aus Bad und WC, meist mit Wänden aus Kunststoffplatten oder dünnen Fertigteilen. Bei der Sanierung wird der Kern abgebrochen und es werden neue Trennwände gemauert. Je nach Umfang kommen neue Leitungen, Abdichtung, Fliesen und die Sanitärkeramik dazu. Der Preis setzt sich aus den Positionen der Preisliste mehrerer Gewerke und dem Material zusammen, das Sie aussuchen.

Aktualisiert 09/2026·16 Min. Lesezeit·32 Positionen im Preisverzeichnis
Sanitärkern im Plattenbau · Bad und WC · inkl. Material
€ 5 510 - € 9 400
Neue Trennwände und Oberflächen€ 5 510 - € 6 850davon Arbeitsleistung € 4135,60
Kern mit neuen Leitungen€ 6 600 - € 8 030davon Arbeitsleistung € 4880,40
Kern schlüsselfertig€ 7 670 - € 9 400davon Arbeitsleistung € 5723,40
Arbeitsleistung und Hilfsmaterial aus der Preisliste für Abbruch, Maurerarbeiten, Wasser, Elektro, Fliesen, Bad und WC, Fliesen und Sanitärkeramik in der Standardklasse als Richtwert. Ohne Tür, Duschkabine, Tausch der Steigleitungen und Schuttabtransport.
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Inhalt
Kurze Antwort

Die Sanierung des Sanitärkerns im Plattenbau (Bad 3,5 m² und eigenes WC 1,2 m²) kostet als Richtwert € 5 510 - € 9 400 inklusive Material, davon Arbeitsleistung laut aktueller Preisliste € 4135,60 - € 5723,40. Der niedrigere Betrag gilt für neue Trennwände und Oberflächen mit den bestehenden Anschlüssen und einem Stand-WC. Der höhere gilt für den Kern schlüsselfertig mit neuen Leitungen, Hänge-WC, Handwaschbecken und Zubehör. Fliesen, Badewanne, Sanitärkeramik und Armaturen sind in der Standardklasse gerechnet. Tür, Duschkabine, Tausch der Steigleitungen und Schuttabtransport werden extra verrechnet.

Leistungsarten und ihre Preise

€ 676,20
pro Stk.
Abbruch des Sanitärkerns

Die Kunststoff- oder Fertigteilwände des Kerns werden zerlegt, die Sanitärkeramik demontiert und alles hinausgetragen. Meist fällt so viel Schutt an, dass eine Mulde bestellt wird.

€ 26,20
pro m²

Anstelle des Kerns werden Trennwände aus Porenbeton gemauert. Dabei lässt sich die Tür versetzen oder Bad und WC zusammenlegen.

€ 48,30
pro Stk.
Wasserleitungen

Neue Anschlüsse für Waschtisch, Wanne, WC, Waschmaschine und Handwaschbecken, angeschlossen an die Steigleitung des Hauses.

€ 9,65
pro m²

Der Badboden und die Nassbereiche an der Wanne bekommen eine Dichtschlämme mit Dichtband in den Ecken, damit kein Wasser zu den Nachbarn durchkommt.

€ 53,80
pro m²

Im Bad und im WC. Kleine Flächen mit vielen Schnitten rund um Steigleitung und Vorwandelement.

€ 165,60
pro Stk.
WC-Vorwandelement

Das Traggestell für das Hänge-WC. Höhe und Abfluss werden vor dem Verfliesen eingestellt.

Preisverzeichnis Bauarbeiten: Sanierung der Nasszelle

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Badsanierung32 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Vorarbeiten
Kompletter Abbruch eines Fertig-SanitärkernsStk.€ 676,20-
Mauerarbeiten
Trennwände bis 12,5 cm mauern (Ziegel/Ytong)m²€ 26,20-
Feiner Kalkzementputz (Feinputz)m²€ 13,10-
Vorbereitung
Grundierung vor Verfliesungm²€ 2,60-
Abdichtung (Bad)m²€ 9,65-
Dichtband in Eck- und Kantenbereichen einarbeitenlfm€ 12,00-
Wand- und Bodenfliesen
Fliesen / Bodenfliesen Standard bis 60 cmm²€ 53,80-
Verfugenm²€ 2,60-
Silikonieren der Innen- und Außeneckenlfm€ 2,60-
Aussparungen in Fliese / Bodenfliese sägenStk.€ 16,55-
Jolly-Profil (Montage und Setzen)lfm€ 81,40-
Sanitär
Montage Badewanne inkl. UmmauerungStk.€ 165,60-
Setzen und Anschluss Hänge-WCStk.€ 62,10-
Montage Handwaschbecken inkl. ArmaturStk.€ 62,10-
Sanitärmontage
Waschbecken setzenStk.€ 48,30-
Waschtischarmatur setzenStk.€ 34,50-
Wannen- / Duscharmatur setzenStk.€ 75,90-
Stand-WC-Kombi setzenStk.€ 62,10-
Zubehör
Montage EntlüftungsventilatorStk.€ 62,10-
Spiegel anklebenStk.€ 55,20-
Montage Badaccessoires (Halter, Haken)Stk.€ 16,55-
Oberflächen
Wandfliesen im WCm²€ 62,10-
Verlegung Bodenfliesen im WCm²€ 62,10-
Sanitärarbeiten
Abgang für Kalt- und WarmwasserStk.€ 48,30-
Abwasseranschluss herstellen (Innenentwässerung)Stk.€ 34,50-
Vorwandelement Geberit (Duofix / Kombifix) montierenStk.€ 165,60-
Setzen Geräteventil für Trockner/Waschmaschine + AbflussStk.€ 75,90-
Montage und Einbau RevisionsklappeStk.€ 62,10-
Elektroinstallation
Abgang für 230 V-Steckdose - RohinstallationStk.€ 9,40-
Abgang für Schalter - RohinstallationStk.€ 11,75-
Feininstallation 230-V-Steckdose / SchalterStk.€ 15,20-
Endarbeiten
Montage und Anschluss WC-VentilatorStk.€ 62,10-
Summe Arbeit
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Was kostet das je nach Umfang

Was der Sanitärkern im Plattenbau inklusive Material kostet (Bad 3,5 m², WC 1,2 m²)
Neue Trennwände und Oberflächen
Abbruch des Kerns, 16 m² Trennwände, Putz, Abdichtung, Wand- und Bodenfliesen in Bad und WC, Wanne, Waschtisch, Armaturen, Ventilator und Stand-WC an den bestehenden Anschlüssen
€ 5 510 - € 6 850
davon Arbeitsleistung € 4135,60
Kern mit neuen Leitungen
Zusätzlich neue Wasser- und Abwasseranschlüsse, Elektro im Bad, Vorwandelement mit Hänge-WC und Ventilator im WC
€ 6 600 - € 8 030
davon Arbeitsleistung € 4880,40
Kern schlüsselfertig
Alles oben Genannte, dazu Handwaschbecken im WC, Waschmaschinenanschluss, Revisionsöffnung, Abschlussprofile, Spiegel und Zubehör
€ 7 670 - € 9 400
davon Arbeitsleistung € 5723,40
Arbeitsleistung und Hilfsmaterial nach den angegebenen Mengen aus der Preisliste für Abbruch, Maurerarbeiten, Wasser, Elektro, Fliesen, Bad und WC. Wand- und Bodenfliesen (mit 10 % Verschnitt), Badewanne mit Wannenfüßen, Waschtisch, Armaturen, WC, Vorwandelement, Handwaschbecken, Ventilatoren, Spiegel und Zubehör sind nach Preisen der Standardklasse im Baustoffhandel geschätzt (Preise von Oktober 2026). Nicht enthalten sind Tür, Duschkabine, Tausch der Steigleitungen und Schuttabtransport.

Ablauf der Sanierung des Sanitärkerns

01
Absprache mit der Hausverwaltung und Abbruch

Der Termin für das Absperren des Wassers in der Steigleitung wird mit der Hausverwaltung vereinbart. Danach wird der Kern zerlegt und der Schutt hinausgetragen. Steigleitungen und Lüftungsschacht des Hauses bleiben an Ort und Stelle.

€ 676,20/Stk.
02
Trennwände und Putz

Die neuen Trennwände für Bad und WC werden aus Porenbeton gemauert und die Wände mit Putz begradigt, damit die Fliesen gerade sitzen.

€ 26,20/m²
03
Leitungen und WC-Element

Neue Wasser- und Abwasseranschlüsse werden verlegt und das Vorwandelement gesetzt. Bevor alles verschlossen wird, macht der Installateur eine Druckprobe. Die Elektroanschlüsse im Bad gehören in die Hände eines befugten Elektrikers.

€ 48,30/Stk.
04
Abdichtung und Fliesen

Der Badboden und die Nassbereiche werden in zwei Schichten abgedichtet. Danach folgen Wand- und Bodenfliesen in beiden Räumen.

€ 9,65/m²

Arbeitsablauf

  1. 01Besichtigung, Vermessung, Auswahl von Fliesen und Sanitärkeramik und Absprache mit der Hausverwaltung.
  2. 02Der Kern wird abgebrochen, der Schutt hinausgetragen, Steigleitungen und Boden werden geprüft.
  3. 03Trennwände für Bad und WC werden gemauert und die Wände mit Putz begradigt.
  4. 04Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen werden neu verlegt, das WC-Element gesetzt, danach folgt die Druckprobe.
  5. 05Boden und Nassbereiche werden abgedichtet.
  6. 06Wand- und Bodenfliesen in Bad und WC, danach Verfugen und Silikon.
  7. 07Zum Schluss werden Wanne, Waschtisch, Armaturen, WC, Ventilatoren und Zubehör montiert.

5 häufige Fehler

01
Abbruch ohne Absprache mit der Hausverwaltung

Die Steigleitungen versorgen die ganze Stiege. Wird das Wasser ohne Ankündigung abgedreht oder eine Steigleitung beschädigt, betrifft das das ganze Haus.

02
Leitungen ohne Druckprobe verschlossen

Eine undichte Verbindung zeigt sich erst unter den Fliesen oder beim Nachbarn darunter, und für die Reparatur muss aufgestemmt werden.

03
Bad ohne Abdichtung

Fliesen und Fugen halten kein Wasser zurück. Im Plattenbau gelangt es in die Deckenplatte und zu den Nachbarn.

04
Kein Zugang zu Steigleitung und Ventilen

Ohne Revisionsöffnung müssen bei jedem Schaden oder beim Ablesen der Zähler die neuen Fliesen aufgestemmt werden.

05
WC-Element nach dem Rohboden gesetzt

Die Sitzhöhe wird ab dem fertigen Fliesenboden gemessen. Nach dem Verfliesen lässt sich das nur noch durch Abstemmen beheben.

Was die Nasszelle ist und was dazugehört

Die Nasszelle ist im Plattenbau der Bereich der Wohnung mit Wasser und Abfluss. Gemeint sind Bad und WC, die rund um die Steigleitungen liegen. In älteren Häusern ist das oft eine vorgefertigte Zelle, die als Ganzes in die Wohnung gesetzt wurde. Die Wände bestehen aus dünnen, kunststoffbeschichteten Platten auf einem Holz- oder Metallgerüst. Dahinter laufen die Rohre frei. In späteren Bausystemen wurden die Zellen aus dünnen Betonplatten oder Formsteinen gebaut oder gemauert. Jedes System hat etwas andere Maße, eine andere Lage der Steigleitungen und eine andere Befestigung der Wände. Deshalb verhalten sich zwei gleich große Wohnungen bei der Sanierung oft ganz unterschiedlich.

Zur Nasszelle gehören ihre Wände, der Boden, die Leitungen vom Steigstrang bis zu den Sanitärgegenständen und die Lüftung in den Schacht. Nicht dazu gehören die Deckenplatte, die Außen- und tragenden Wände und die Steigleitungen selbst. Diese versorgen die ganze Stiege. Die Küche grenzt oft an eine Wand der Nasszelle und hängt am selben Installationsschacht. Der Lüftungsschacht ist meist für alle Stockwerke übereinander gemeinsam. Wer diese Aufteilung vorher kennt, spricht leichter mit den Handwerkern und mit der Hausverwaltung.

Steigleitungen, Hausverwaltung und Baubehörde

Steigleitungen für Wasser, Abwasser und manchmal auch Gas sind allgemeine Teile des Hauses. Über ihren Tausch und das Absperren entscheidet die Hausverwaltung oder die Eigentümergemeinschaft, nicht der Wohnungseigentümer. In der Praxis heißt das: Der Installateur dreht das Wasser im Strang nicht einfach ab. Der Termin wird angekündigt, die Nachbarn bekommen einen Aushang im Stiegenhaus. Die Absperrung bedient oft eine Person, die von der Hausverwaltung beauftragt ist.

In der Praxis kommt es oft vor, dass im Haus in ein bis zwei Jahren ein Strangtausch geplant ist. Dann lohnt es sich, den Zeitplan zu erfragen. So muss der neue Strang später nicht durch fertige Fliesen angeschlossen werden. Ist kein Tausch geplant und der Strang in schlechtem Zustand, lässt sich mit der Hausverwaltung oft ein Tausch des Abschnitts in der Wohnung vereinbaren. Wichtig ist eine schriftliche Vereinbarung. Darin sollte stehen, wer für den Anschluss an den restlichen Strang verantwortlich ist und wer allfällige Schäden bei den Nachbarn übernimmt.

Das Baurecht ist in Österreich Sache der Bundesländer. Ob für den Umbau der Nasszelle eine Meldung oder ein anderes Verfahren nötig ist, hängt vom Bundesland und vom Umfang der Arbeiten ab. Pauschal versprechen lässt sich das nicht. Bei Eingriffen in tragende Bauteile, in allgemeine Leitungen oder bei einer Änderung des Grundrisses ist es vernünftig, direkt bei der zuständigen Baubehörde nachzufragen. Die Zustimmung der Hausverwaltung oder der Eigentümergemeinschaft ist eine eigene Frage. Die Baubehörde ersetzt sie nicht.

Asbest und alte Materialien hinter den Platten

Wird die Nasszelle geöffnet, tauchen manchmal Materialien auf, die heute nicht mehr verwendet werden. In manchen Häusern sind Lüftungsrohre oder Teile der Abflussleitung aus Asbestzement. Sie sehen aus wie grauer Beton mit faseriger Struktur. Solange sie ganz und unbeschädigt sind, gelten sie nicht als gefährlich. Kritisch wird es beim Schneiden, Brechen und Schleifen. Dabei werden Fasern frei.

Asbestzementteile darf nur ein befugtes Fachunternehmen entfernen, das die vorgeschriebenen Meldungen und Schutzmaßnahmen übernimmt. Laien und normale Abbruchpartien sollen nichts daran machen. Besteht ein Verdacht auf Asbest, wird an dieser Stelle der Abbruch gestoppt und das Material geprüft. Weil es sich oft um die gemeinsame Lüftung handelt, läuft die Entscheidung auch über die Hausverwaltung. Neben Asbest finden sich unter den Fliesen alte bitumenhaltige Kleber, Bleidichtungen oder rostige Stahlschutzrohre. Das ist kein Drama. Es gehört aber in die Planung von Abbruch und Entsorgung.

Neue Wände: Porenbeton oder Gipskarton

Statt der alten Platten wird die Nasszelle heute meist mit Porenbetonsteinen gemauert. Sie sind stabil und einfach zu verarbeiten. Kästchen, Spiegel und auch ein schwererer Boiler lassen sich ohne viel Nachdenken befestigen, wenn Dübel für Porenbeton verwendet werden. Die Wand verträgt Feuchtigkeit besser und zerfällt bei einem Leck nicht. Nachteile sind das Gewicht, die Nassarbeiten und die Trocknungszeit für den Putz.

Gipskarton ist leichter und schneller. Im Hohlraum zwischen den Platten lassen sich Leitungen ohne Stemmarbeiten führen. Im Nassbereich kommen allerdings imprägnierte Platten oder Zementplatten und ein dichteres Ständerwerk zum Einsatz, in der Regel nach Vorgabe des Systemherstellers. Schwere Gegenstände brauchen Verstärkungen, die vorher eingebaut werden. Sonst wird die Befestigung kompliziert. Beim Schallschutz entscheiden die Füllung mit Mineralwolle und die Entkopplung des Ständerwerks von Decke und Boden. Die Spülung hört man durch eine schwach geplante Gipskartonwand deutlich mehr als durch eine gemauerte.

Ein häufiger Kompromiss: Die Außenwände von Bad und WC werden gemauert, die Leitungen laufen in einer Vorwandinstallation aus Gipskarton. So sind die Wände stabil und die Installationen bleiben über Revisionsöffnungen zugänglich.

Grundriss: was sich verschieben lässt und was nicht

Die Wände der Nasszelle sind in der Regel nicht tragend. Am Grundriss lässt sich also etwas ändern. Werden Bad und WC zusammengelegt, gewinnt man Platz, verliert aber den zweiten Raum für die Morgenhektik. Für Familien mit Kindern ist es oft besser, das WC getrennt zu lassen und lieber die Tür zu versetzen, damit die Waschmaschine ins Bad passt. Türen werden auch oft versetzt, weil die alten so in den Vorraum aufgingen, dass sie den Zugang zu einem Zimmer blockierten.

Die Grenze setzt der Abfluss. Die Abwasserleitung braucht Gefälle zum Steigstrang, und im Plattenbau kann sie nicht tiefer in den Boden. Je weiter WC oder Dusche vom Strang entfernt sind, desto höher muss der Anschluss liegen. Umso eher entsteht eine Stufe oder ein erhöhter Sockel. In die Deckenplatte darf ohne Prüfung durch einen Statiker nicht gestemmt, geschlitzt oder für Durchbrüche gebohrt werden. Das gilt genauso für tragende Wände neben der Nasszelle. Die Waschmaschine braucht einen eigenen Zulauf, einen Abfluss mit Siphon und eine Steckdose, am besten so, dass sie sich für den Service herausziehen lässt. Details zum Bad selbst, etwa Abdichtung, bodengleiche Dusche, Fliesen oder Höhe der WC-Schale, behandeln eigene Ratgeber.

Wasser- und Elektroleitungen in der Nasszelle

Wasser und Abfluss

In älteren Nasszellen liegen verzinkte Stahlrohre. Sie wachsen innen zu und rosten an den Verbindungen. Manchmal finden sich auch Aluminium- oder Kupferstücke aus späteren Reparaturen. Bei der Sanierung werden die alten Rohre meist komplett bis zum Absperrventil am Strang getauscht. Die neuen Leitungen laufen meist in einer Vorwand. Sie verdeckt auch den Unterputzspülkasten und ergibt eine gerade Fläche zum Verfliesen. Absperrventile, Wasserzähler und Putzstücke der Abwasserleitung müssen zugänglich bleiben. Den Wasserzähler durch einen schmalen Spalt hinter dem Spiegel abzulesen, freut niemanden.

Strom

In vielen älteren Plattenbauten liegen Aluminiumleitungen. Sie werden spröde, die Klemmen lockern sich und bei heutiger Belastung durch Waschmaschine, Trockner oder Boiler werden sie warm. Bei der Nasszelle werden neue Stromkreise deshalb mit Kupferleitungen verlegt. Die Verbindung zum Rest der Wohnung erfolgt mit Klemmen, die für Aluminium und Kupfer zugelassen sind, idealerweise erst im Verteiler. Im Bad gibt es vorgeschriebene Schutzbereiche für Steckdosen und Leuchten. Diese behandeln eigene Bad-Ratgeber. Arbeiten an der Elektroinstallation darf nur ein befugter Elektrotechniker durchführen. Nach dem Abschluss sollte ein Prüfbefund übergeben werden. Ohne ihn wird es bei einem Versicherungsfall und beim Verkauf der Wohnung schwierig.

Lüftung der Nasszelle über den Hausschacht

Bad und WC im Plattenbau haben kein Fenster. Sie werden über einen gemeinsamen Schacht entlüftet. In manchen Häusern funktioniert das natürlich, in anderen sorgt ein zentraler Ventilator am Dach für Unterdruck im Schacht. In so ein System gehört kein eigener starker Ventilator ohne Überlegung. Er kann Luft zu den Nachbarn drücken oder den Zug im ganzen Strang stören.

Wird ein Ventilator mit Motor eingebaut, sollte er eine Rückschlagklappe haben. So kommen Gerüche und Dampf von den Nachbarn nicht in die Wohnung zurück. Bei Häusern mit zentraler Absaugung ist meist die Zustimmung der Hausverwaltung nötig. Manchmal ist nur ein Gitter oder ein Regelventil erlaubt. Die Öffnung zum Schacht darf weder verkleinert noch zugemauert werden. In der Praxis kommt es oft vor, dass beim Abbruch das alte Lüftungsrohr beschädigt wird. Die Reparatur der gemeinsamen Leitung läuft dann über die Hausverwaltung. Deshalb wird rund um den Schacht vorsichtig und von Hand abgebrochen.

Die Küche hinter der Wand der Nasszelle

Die Küchenzeile steht im Plattenbau oft an der Wand der Nasszelle und hängt am selben Strang. Ist die Nasszelle offen, ist das der beste Moment für neue Wasser- und Abflussanschlüsse in der Küche, eventuell auch für den Geschirrspüler. Später müsste die fertige Badwand wieder geöffnet werden. Wird die Küche erst in einem Jahr getauscht, lohnt es sich, Ventile und Abfluss schon jetzt herauszuführen und zu verschließen.

Bei einer Vorwand aus Gipskarton ist daran zu denken, dass auf der anderen Seite Küchenkästen hängen werden. Dafür werden vorher Verstärkungen eingebaut oder die Wand wird gemauert. Wird die Abwasch entlang der Küchenzeile versetzt, gilt dieselbe Gefällegrenze wie im Bad. Ein langer waagrechter Abfluss unter der Küchenzeile verlegt sich gern und macht Geräusche.

Wohnen während der Sanierung der Nasszelle

Während der Sanierung hat die Wohnung eine Zeit lang weder Bad noch WC. Wer in der Wohnung bleibt, braucht eine Lösung mit Verwandten, Nachbarn oder eine Ausweichunterkunft. Manche Firmen stellen für ein paar Tage ein Mobil-WC auf, eine Dusche ist damit aber nicht gelöst. Am schwierigsten sind meist die ersten Abbruchtage und die Tage, an denen die Gewerke aufeinander folgen und kein Wasser verfügbar ist.

Der Abbruch ist laut und staubig. Die Hausordnung regelt in der Regel, wann laute Arbeiten erlaubt sind, am Wochenende meist strenger. Es gehört sich, die Nachbarn vorher mit einem Aushang im Stiegenhaus zu informieren. Lift und Stiegenhaus sind vor Schäden zu schützen und regelmäßig zu reinigen. Staub dringt auch durch geschlossene Türen. Daher ist es vernünftig, die Möbel in allen Zimmern abzudecken, nicht nur neben der Nasszelle.

Der Zeitplan lässt sich nicht beliebig verkürzen. Putz und Spachtel müssen trocknen, bestellte Sanitärteile können sich verspäten. Ein realistischer Plan rechnet mit Reserve. Die Sanitärteile werden gleich nach der endgültigen Auswahl bestellt, nicht erst beim Verfliesen.

Anleitung für Heimwerker: die Wohnung vor dem Abbruch vorbereiten

Abbruch und Leitungen sind Sache von Fachleuten. Die Vorbereitung der Wohnung schaffen aber auch Laien. Das spart der Firma Zeit und Ihnen Nerven.

  1. Bad, WC, Vorraum und die Küchenkästen an der Wand der Nasszelle ausräumen, damit der Strang frei zugänglich ist.
  2. Den alten Zustand fotografieren: Nasszelle, Absperrventile, Wasserzähler, Ventile und Sicherungskasten samt Beschriftung der Sicherungen.
  3. Die Stände von Wasserzählern und Heizkostenverteilern ablesen und ein Foto mit Datum an die Hausverwaltung schicken.
  4. Die Hauptabsperrventile der Wohnung und die Sicherung für die Nasszelle mit farbigem Klebeband markieren.
  5. Böden in Vorraum und Zimmern mit Folie und Klebeband abdecken und die Zimmertüren abkleben, damit kein Staub durch die Fugen dringt.
  6. Im Stiegenhaus einen Aushang mit dem Abbruchtermin und einer Kontaktperson anbringen.
  7. Eine Ausweichlösung für die Körperpflege für die ganze Bauzeit organisieren und den Platz für die Mulde vorher nach Vorgabe der Hausverwaltung oder der Gemeinde klären.

So übernehmen Sie die fertige Nasszelle

  • Absperrventile, Wasserzähler und Putzstücke sind über Revisionsklappen zugänglich,
  • für die Leitungen liegt ein Druckprobenprotokoll vor,
  • für die Elektroinstallation liegt ein Prüfbefund vor,
  • es gibt Fotos der Leitungen vor dem Verschließen mit eingezeichneten Verläufen,
  • der Anschluss an den Strang ist trocken und der Strang ist unbeschädigt,
  • Lüftungsgitter oder Ventilator ziehen und die Rückschlagklappe funktioniert,
  • die Türen gehen frei auf und stoßen weder an Sanitärgegenstände noch an die Waschmaschine,
  • die Anschlüsse für die Küche sind wie vereinbart vorbereitet und verschlossen,
  • die Wände sind stabil und dort, wo Kästchen hängen sollen, sind Verstärkungen eingebaut,
  • der Bereich um den Lüftungsschacht und die allgemeinen Teile des Hauses sind unbeschädigt,
  • die Hausverwaltung wurde über das Ende der Arbeiten informiert und hat die Zählerstände erhalten.

Häufige Fragen

Ein Kern im Plattenbau mit 3,5 m² Bad und eigenem WC kostet als Richtwert € 5 510 - € 9 400 inklusive Material in der Standardklasse. Die Arbeitsleistung allein kostet laut aktueller Preisliste € 4135,60 - € 5723,40. Der niedrigere Betrag gilt für neue Trennwände und Oberflächen mit den bestehenden Anschlüssen. Der höhere gilt für den Kern schlüsselfertig mit neuen Leitungen und Hänge-WC.

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