Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Bitumenbahn aufflämmen (1 Lage)

Beim Aufflämmen einer Bitumenbahn erwärmt der Abdichter die Unterseite der Bahn mit einem Gasbrenner und drückt sie vollflächig auf den vorbereiteten Untergrund. So entsteht eine durchgehende Schicht, die Wasser und Feuchtigkeit von der Konstruktion fernhält. Diese Arbeit kommt bei der Bodenplatte, beim Flachdach, bei Terrassen und Balkon

Aktualisiert 09/2026·6 Min. Lesezeit·14 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
4.80 CHF/ m²
Richtwert-Spanne
2.46 CHF - 12.30 CHF
Wohnung 60 m²
719.82 CHF
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Bodenbeläge14 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Vorbereitung
Bitumenbahn aufgeschweisst (1 Lage)m²-
Alten schwimmenden Bodenbelag / Laminat ausbauenm²5.30 CHF-
Sockelleisten demontierenlfm2.27 CHF-
Verklebtes Linoleum entfernenm²8.50 CHF-
Schleifen des Betonuntergrundesm²11.35 CHF-
Anschleifen des Untergrundes (Kleber-/Bitumenreste) vor Nivellierungm²4.54 CHF-
Bodengrundierung + Acryl-Verfugung der Eckenm²3.22 CHF-
Grundierung des Untergrundesm²2.46 CHF-
Selbstnivellierende Ausgleichsmassem²12.30 CHF-
Randdämmstreifen umlaufendlfm2.08 CHF-
Ausgleichsschüttung Blähton (Liapor)m²11.35 CHF-
Verlegung und Montage von OSB-Platten auf dem Bodenm²-
Holzfaser-Trittschalldämmplatte 20 mm (Wärme- und Schalldämmung)m²-
Estrichfugen kraftschlüssig verharzen und verdübelnStk.34.03 CHF-
Summe Arbeit
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Waagrechte und senkrechte Fläche: der Unterschied

Auf einer waagrechten Fläche hilft die Schwerkraft mit. Die Bahn wird ausgerollt, angeflämmt und legt sich von selbst auf den Untergrund. Typische Beispiele sind die Bodenplatte, die Betondecke unter einer Terrasse oder das Flachdach. Auf Dach und Terrasse braucht der Untergrund ein leichtes Gefälle, meist mindestens rund 1,5 bis 2 %, damit das Wasser nicht an einer Stelle stehen bleibt.

An einer senkrechten Fläche muss der Abdichter die Bahn beim Flämmen festhalten, laufend nachwärmen und andrücken. Das geht langsamer und braucht mehr Erfahrung. Oft arbeitet er dabei in einem engen Graben rund ums Haus. Bei hohen Kellerwänden teilt man die Bahnen in kürzere Abschnitte und befestigt sie im oberen Bereich zusätzlich mechanisch. Eine lange Bahn würde sonst mit ihrem Eigengewicht das noch weiche Bitumen nach unten ziehen, und die Schicht wäre oben zu dünn. Ist der Graben einmal aufgefüllt, kommt niemand mehr an die Abdichtung heran. Jeder Fehler lässt sich danach nur noch mit grossem Aufwand beheben.

Beide Abdichtungen müssen lückenlos ineinander übergehen. Ist die Wandabdichtung nicht dicht an die Abdichtung der Bodenplatte angeschlossen, umgeht die Feuchtigkeit die Bahn in der Ecke und steigt ins Mauerwerk auf. In der Praxis zeigt sich oft: Nicht die Bahn selbst ist schuld am feuchten Keller, sondern ein schlecht ausgeführter Anschluss.

Welche Bahn passt und wann eine Lage genügt

  • Polymerbitumenbahn (SBS-modifiziert): Sie bleibt auch bei Frost elastisch und überbrückt feine Risse im Untergrund. Für Fundamente, Kellerwände und Dächer von Einfamilienhäusern ist sie die übliche und vernünftige Wahl
  • Oxidbitumenbahn: einfacher und weniger elastisch. Bei Kälte wird sie spröde und kann reissen, deshalb eignet sie sich eher als untere Lage oder für wenig beanspruchte Stellen
  • Bahn mit Schieferbestreuung: Sie dient als oberste Lage auf einem Dach, das der Sonne ausgesetzt bleibt. Die Bestreuung schützt das Bitumen vor UV-Strahlung
  • Bahn mit Aluminiumeinlage: Sie wird bei erhöhtem Radonrisiko eingesetzt. Ob Ihr Grundstück betroffen ist, zeigt die Radonkarte des Bundes; den Aufbau legt in diesem Fall die Fachplanung fest

Die Anforderungen an Bahnen für Abdichtungen unter Terrain sind in der SN EN 13969 beschrieben, die Ausführung regeln die SIA-Normen für Abdichtungen im Hochbau und unter Terrain. Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Beschriftung der Rolle und ins technische Datenblatt: Bitumenart, Trägereinlage und Dicke. Der Handelsname sagt über die Qualität nichts aus.

Eine einlagige Abdichtung ist für Bodenfeuchte in durchlässigem Untergrund mit funktionierender Sickerleitung gedacht oder für Flächen, von denen Wasser schnell abläuft. Bei lehmigem Boden, hohem Grundwasser, Hanglage mit Wasserzufluss oder einem Untergeschoss, das bewohnt wird, braucht es meist zwei Lagen. Darüber sollte die Fachplanung entscheiden, nicht eine Schätzung auf der Baustelle.

So läuft das Aufflämmen ab

  1. Untergrund von Staub, Zementschlämme, Schalölresten und losen Teilen reinigen. Löcher und Kiesnester mit Reparaturmörtel füllen.
  2. Ecken und Kanten mit einer Hohlkehle aus Mörtel ausrunden. Über einen scharfen rechten Winkel lässt sich die Bahn nicht dauerhaft spannungsfrei verlegen.
  3. Prüfen, ob der Beton ausgehärtet und in der ganzen Dicke trocken ist, nicht nur an der Oberfläche.
  4. Die ganze Fläche mit Bitumen-Voranstrich streichen und nach Herstellerangabe trocknen lassen. Ein richtig grundierter Untergrund ist gleichmässig dunkel, ohne glänzend nasse Stellen.
  5. Bahnen trocken ausrollen und so ausrichten, dass sich die Querstösse benachbarter Bahnen nicht an einer Stelle treffen. Überlappungen nach Hersteller ausführen, meist etwa 10 cm an den Längsseiten und 15 cm an den Stössen.
  6. Bahn mit dem Brenner über die ganze Breite anflämmen und dabei auch den Untergrund mitwärmen. Die richtige Temperatur zeigt eine kleine Welle aus flüssigem Bitumen vor der Rolle. An der Wand immer von unten nach oben arbeiten, damit die obere Bahn die untere in Fliessrichtung des Wassers überdeckt.
  7. Bahn mit der Andrückrolle anpressen. An den Überlappungen muss ein dünner, durchgehender Bitumenaustritt sichtbar sein.
  8. Die Wandabdichtung über das Terrain hochziehen, meist mindestens rund 30 cm, und vor dem Auffüllen mit einer Noppenbahn oder XPS-Platten schützen.

Rohrdurchführungen und Schutzrohre gehören vor der Abdichtung eingebaut und mit einer Systemmanschette oder einer angeflämmten Manschette aus Bahnmaterial abgedichtet. Wird die fertige Schicht nachträglich durchbohrt, lässt sie sich kaum mehr zuverlässig reparieren.

Arbeiten mit offener Flamme sind Sache von Fachleuten. Geflämmt wird nur bei trockenem Wetter, ohne starken Wind und bei der Temperatur, die der Hersteller zulässt, bei Polymerbitumenbahnen meist ab etwa +5 °C. Brennbares in der Nähe wie Holz, Polystyrol oder Folien muss abgedeckt oder auf sicherem Abstand gehalten werden, und ein Feuerlöscher gehört griffbereit. Brennt es trotzdem, rufen Sie die Feuerwehr unter 118. Grenzt die Abdichtung an Wärmedämmung oder Holz, verwendet man statt einer Schweissbahn eine selbstklebende Bahn.

Was die Arbeit leichter oder schwieriger macht

Am schnellsten geht es auf einer grossen, ebenen und sauberen Fläche mit freiem Zugang. Mehr Zeit und Sorgfalt brauchen:

  • Senkrechte Wände, vor allem hohe Kellerwände, an denen die Bahn geteilt und befestigt werden muss
  • Ein enger Graben, in dem man sich kaum um die Wand bewegen kann. Ein Graben von rund 60 bis 80 cm Breite erleichtert die Arbeit deutlich
  • Viele Ecken, Durchführungen und Lichtschächte
  • Ein unebener oder beschädigter Untergrund, der zuerst instand gestellt werden muss
  • Arbeiten ausserhalb der Saison, wenn das Wetter Unterbrüche erzwingt

Bei der Sanierung eines Flachdachs muss die alte Abdichtung nicht immer entfernt werden. Sie muss aber fest, trocken und ohne Blasen sein. Wird beim Dach gleich auch die Dämmung verbessert, lohnt sich ein Blick auf das Gebäudeprogramm Ihres Kantons, das energetische Sanierungen unterstützen kann.

Typische Fehler, die sich später rächen

  • Fehlender oder nicht getrockneter Voranstrich: Die Bahn haftet nur punktuell und löst sich, oft schon beim Auffüllen
  • Feuchter Untergrund: Das Wasser verdampft beim Erwärmen, hebt die Bahn an und bildet darunter einen Hohlraum
  • Überhitzung: An der Wand verleitet es zu langem Erwärmen, das verbrennt aber die Trägereinlage, und die Bahn reisst später unter Belastung
  • Zu kurze Überlappungen oder Nähte ohne Bitumenaustritt: Wasser gelangt unter die Abdichtung und verteilt sich über die Fläche
  • An der Wand von oben nach unten gearbeitet: Jede Naht leitet das Wasser dann in die Konstruktion
  • Scharfe Ecken ohne Hohlkehle: Die Bahn bleibt gespannt und reisst, wenn sich das Gebäude setzt
  • Abdichtung endet auf Höhe Terrain: Spritzwasser und Schmelzwasser laufen hinter die Bahn
  • Auffüllen mit steinigem Material oder Bauschutt ohne Schutzschicht: Die Bahn wird mechanisch durchstossen

So prüfen Sie die fertige Abdichtung

Die Wandabdichtung können Sie nur vor dem Auffüllen des Grabens kontrollieren. Lassen Sie sich deshalb Fotos von Ecken, Durchführungen und dem Anschluss an die Bodenplatte geben. Achten Sie bei der Abnahme auf:

  • Durchgehender Bitumenaustritt entlang aller Überlappungen
  • Bahn, die sich an der Naht weder von Hand noch mit einem Spachtel anheben lässt
  • Oberfläche ohne Blasen, Wellen und glänzend verbrannte Stellen
  • Ausgerundete Ecken ohne gespannte Bahn
  • Abgedichtete Rohrdurchführungen
  • Dichter Anschluss der Wand an die Abdichtung der Bodenplatte
  • Abschluss über Terrain unter einer Sockelleiste oder einem Blechabschluss vom Spengler
  • Schutzschicht vor dem Auffüllen und funktionierende Sickerleitung
  • Auf Dach und Terrasse keine stehenden Pfützen nach Regen

Häufige Fragen

Für Laien ist das nicht zu empfehlen. Der Gasbrenner birgt Brand- und Verbrennungsgefahr, und eine falsch geflämmte Bahn wird undicht. Bei der Wandabdichtung zeigt sich ein Fehler erst nach dem Auffüllen, wenn die Reparatur sehr aufwendig ist.

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