Badsanierung: Ablauf Woche für Woche und wie Sie die Bauzeit gut überstehen

NUMIQ-TeamVeröffentlicht: Aktualisiert: 10 min
Badezimmer während der Sanierung mit freiliegenden Leitungen, Abdichtung und bereitgestellten Wandplatten
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Eine Badsanierung ist nicht einfach ein paar Tage Lärm, und dann ist alles fertig. Sie hat ihre Reihenfolge, ihre Wartezeiten und einige Momente, in denen ohne Sie niemand weiterkommt. Dieser Leitfaden führt Sie durch den ganzen Ablauf, damit Sie wissen, was morgen und was in zwei Wochen ansteht.

Inhaltsverzeichnis
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wie lange dauert eine Badsanierung
  3. Bevor der erste Hammerschlag fällt: was Sie vorher entscheiden sollten
  4. Handwerker auswählen und Termin vereinbaren
  5. Sanitärapparate bestellen, bevor der Abbruch beginnt
  6. Anschlüsse, Armaturen und Unterputzkörper
  7. Bewilligungen und Verwaltung
  8. Nachbarn, Verwaltung und Hausordnung
  9. Wie Sie ohne Bad über die Runden kommen
  10. Badsanierung Woche für Woche
  11. Woche 0: letzte Kontrolle
  12. Woche 1: Abbruch und Rohinstallation
  13. Woche 2: Wände, Verputz, Unterlagsboden und Abdichtung
  14. Woche 3: Wand- und Bodenplatten
  15. Woche 4: Endmontage und Reinigung
  16. Abdichtung: wo in der Praxis am meisten schiefläuft
  17. Wie weit die Abdichtung reichen muss
  18. Wie richtig abgedichtet wird
  19. Was in der Praxis passiert
  20. Wo gewartet wird: Trocknungs- und Wartezeiten
  21. Was Sie vor dem Zumachen fotografieren sollten
  22. Wann Sie vor Ort sein sollten
  23. Wo der Terminplan ins Stocken gerät und wie Sie vorbeugen
  24. Worüber Bauherrschaft und Handwerker am häufigsten streiten
  25. Checkliste für die Abnahme
  26. Woraus sich der Preis einer Badsanierung zusammensetzt
  27. Was es kostet und wie Sie es berechnen
  28. Ähnliche Artikel

Das Wichtigste in Kürze

Die eigentlichen Arbeiten an einem durchschnittlichen Bad dauern als Richtwert zwei bis vier Wochen, bei grösseren Umbauten auch länger. Davor braucht es aber Wochen der Vorbereitung: Sanitärapparate auswählen, bestellen und festlegen, wo die Anschlüsse hinkommen. Am meisten Zeit frisst nicht der Abbruch, sondern das Warten, bis etwas trocken ist, oder auf Ware, die nicht geliefert wurde. Wer rechtzeitig entscheidet und vor Baubeginn alles beisammen hat, steht früher wieder unter der eigenen Dusche. Dieser Artikel widmet sich dem Ablauf und dem Terminplan, aktuelle Preise für Arbeit und Material je nach Umfang finden Sie auf der Seite Badsanierung.

Wie lange dauert eine Badsanierung

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Ein kleines Bad in einer Wohnung im Mehrfamilienhaus, bei dem die Abläufe bleiben, wo sie sind, geht in der Regel schneller als ein Bad im Einfamilienhaus, für das Zwischenwände fallen und neue Leitungen durchs halbe Haus gezogen werden. Als Orientierung gilt:

  • Vorbereitung und Auswahl: zwei bis sechs Wochen vor Baubeginn. Ja, gerne auch länger, wenn Sie drei Wochenenden hintereinander Platten aussuchen.
  • Eigentliche Arbeiten: bei üblichem Umfang meist zwei bis vier Wochen.
  • Reserve: mindestens einige Tage zusätzlich. Ohne sie verhält sich der Terminplan wie der Wetterbericht.

Die Dauer hängt nicht nur vom Geschick der Handwerker ab. Sie hängt auch von den Trocknungs- und Wartezeiten ab, die der Materialhersteller vorschreibt, und davon, ob am Tag X alles bereitliegt, was gebraucht wird. Ein einziger fehlender Siphon kann die ganze Endmontage blockieren.

Bevor der erste Hammerschlag fällt: was Sie vorher entscheiden sollten

Diese Phase ist die leiseste, aber die wichtigste. Was Sie hier nicht entscheiden, entscheiden Sie später im Staub, unter Zeitdruck und mit einem Handwerker, der mit der Bohrmaschine in der Hand auf Sie wartet.

Handwerker auswählen und Termin vereinbaren

Gute Handwerker sind oft über Monate ausgebucht. Fragen Sie früh an, vergleichen Sie Offerten und klären Sie, wer was übernimmt. Bei der Auswahl hilft der Beitrag wie Sie den richtigen Handwerker für Ihre Renovation finden. Fragen Sie auch, ob ein Generalunternehmer alles koordiniert oder ob Sanitär, Elektriker und Plattenleger einzeln aufgeboten werden. Davon hängt ab, wie reibungslos die einzelnen Phasen ineinandergreifen.

Sanitärapparate bestellen, bevor der Abbruch beginnt

Badewanne, Duschtrennwand, Wand-WC, Lavabo mit Badmöbel, Armaturen. Manches ist an Lager, anderes hat eine Lieferfrist von mehreren Wochen. Auch Platten aus einer bestimmten Serie sind nicht immer sofort verfügbar. Ideal ist, wenn vor Baubeginn alles bei Ihnen steht oder zumindest der Liefertermin bestätigt ist. Prüfen Sie die Ware gleich bei der Lieferung, nicht erst am Tag der Montage.

Anschlüsse, Armaturen und Unterputzkörper

Die Rohinstallation richtet sich nach den konkreten Produkten. Der Installateur muss wissen:

  • welche Armatur Sie bei Lavabo, Badewanne und Dusche wollen (Standarmatur, Wandarmatur, Unterputzarmatur),
  • die genauen Masse und Montagehöhen des Unterputzkörpers für die Dusche und des Vorwandelements für das Wand-WC gemäss Hersteller,
  • wo Waschmaschine, Tumbler, Heizkörper oder Handtuchradiator hinkommen,
  • wo Sie Steckdosen, Leuchten und Schalter haben möchten.

Wenn Sie es sich anders überlegen, nachdem die Leitungen zu sind, heisst das: Spitzen in der fertigen Wand. Das mag niemand, am wenigsten Ihr Portemonnaie und Ihre neuen Platten.

Bewilligungen und Verwaltung

Der übliche Ersatz von Platten und Sanitärapparaten braucht meist keine Baubewilligung, bei Eingriffen in Wände, tragende Bauteile oder gemeinsame Leitungen klären Sie die Situation vorgängig bei Ihrer Gemeinde ab. Im Mehrfamilienhaus informieren Sie frühzeitig die Verwaltung oder die Stockwerkeigentümergemeinschaft, besonders wenn am Strang etwas geändert wird.

Nachbarn, Verwaltung und Hausordnung

Ein Bad wird nicht in einer schalldichten Kapsel saniert. Das Spitzen hören die Nachbarn über Ihnen, unter Ihnen und oft auch im Nachbareingang. Ein paar Schritte sparen viele Nerven:

  • Lesen Sie die Hausordnung. Dort steht meist, zu welchen Zeiten lärmige Arbeiten erlaubt sind und ob am Wochenende Einschränkungen gelten.
  • Informieren Sie die Nachbarn. Ein Zettel am Anschlagbrett oder im Lift mit den Abbruchterminen und Ihrer Telefonnummer genügt. Lärm lässt sich leichter ertragen, wenn man weiss, wann er aufhört.
  • Das Abstellen des Wassers am Strang sprechen Sie vorgängig mit der Verwaltung ab. Meist müssen die anderen Wohnungen am selben Strang über den Termin informiert werden.
  • Lift und Treppenhaus schützen Sie mit Folie oder Karton. Bauschutt tragen Sie in Säcken hinaus, nicht lose auf den Armen.
  • Bauabfälle gehören nicht in den Hauskehricht. Bestellen Sie eine Mulde oder Schuttsäcke oder bringen Sie den Schutt zur Sammelstelle, gemäss den Vorgaben Ihrer Gemeinde.

Wie Sie ohne Bad über die Runden kommen

Diesen Teil vergisst man bei der Planung am leichtesten. Ein paar Wochen ohne Dusche und manchmal auch ohne WC sind eine lange Zeit.

  • Duschen anderswo. Bei den Eltern, bei Freunden, im Fitnesscenter oder im Hallenbad. Manche planen für die schlimmste Phase gleich die Ferien ein.
  • WC. Haben Sie ein separates WC, das nicht saniert wird, sind Sie fein raus. Ist das WC Teil des Bades, klären Sie mit dem Handwerker, ob es möglichst lange in Betrieb bleiben oder provisorisch angeschlossen werden kann. Sonst bleiben ein Chemie-WC oder die Gastfreundschaft der Verwandtschaft. Steht auch das WC an, lesen Sie, was eine WC-Sanierung mit sich bringt.
  • Staub. Abbruch und Schleifen verteilen ihn in der ganzen Wohnung. Decken Sie die Möbel ab, kleben Sie die Badezimmertür mit Folie ab und räumen Sie aus dem Gang, was nicht grau werden soll.
  • Wasser zum Waschen. Der Spültrog in der Küche wird plötzlich zum Familienlavabo. Stellt der Installateur das Wasser in der ganzen Wohnung ab, halten Sie ein paar Kanister bereit.

Badsanierung Woche für Woche

Die folgende Übersicht ist ein Richtwert und geht von einem üblichen Bad ohne grosse Grundrissänderungen aus. Je nach Umfang und Herstellervorgaben können sich die Phasen überschneiden oder in die Länge ziehen.

Woche 0: letzte Kontrolle

Die Sanitärapparate sind da oder bestätigt, die Platten ebenfalls. Die Nachbarn wissen Bescheid, die Verwaltung auch, das Treppenhaus ist geschützt. Räumen Sie das Bad bis zum letzten Shampoofläschchen aus. Der Handwerker hat keinen Grund, Ihre Kosmetikvorräte einzupacken.

Woche 1: Abbruch und Rohinstallation

Die ersten Tage gehören dem Ausbau der Sanitärapparate, dem Abschlagen der Platten und dem Abtransport des Schutts. Das ist die lauteste und staubigste Phase, deshalb lohnt es sich, die Zeiten aus der Hausordnung einzuhalten. Was Abbrucharbeiten alles umfassen, hängt davon ab, ob nur die Platten weg müssen oder alles bis auf das Mauerwerk. Gleich danach kommen die Leitungen. Der Sanitärinstallateur zieht neue Wasser- und Abwasserleitungen, die Sanitärinstallation erfolgt nach den von Ihnen bestätigten Anschlüssen, und danach folgt die Druckprüfung der Leitungen. Der Elektriker bereitet die Verkabelung für Leuchten, Steckdosen und allenfalls eine Bodenheizung vor. Elektroinstallationen dürfen nur Fachpersonen mit entsprechender Bewilligung ausführen, und im Bad gelten strenge Regeln zu den Schutzbereichen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag darüber, welche Leuchten und Schutzbereiche im Bad zulässig sind. Gibt es im Bad eine Gasleitung, gehört jeder Eingriff ausschliesslich in die Hände eines konzessionierten Fachbetriebs.

Woche 2: Wände, Verputz, Unterlagsboden und Abdichtung

Wird eine Vorwand oder eine neue Zwischenwand gebaut, entsteht sie jetzt. Die Schlitze der Leitungen werden zugemacht, die Wände ausgeglichen, am Boden kommt vielleicht ein neuer Unterlagsboden dazu. Und hier beginnt das erste grosse Warten. Verputz, Spachtelmasse und Unterlagsboden müssen trocken sein, sonst darf nicht geklebt werden. Danach wird die Abdichtung aufgetragen, in der Regel in zwei Schichten, mit Dichtbändern in den Ecken und Dichtmanschetten um die Durchdringungen. Dieser Schritt ist unsichtbar, entscheidet aber darüber, ob Sie in ein paar Jahren dem Nachbarn unter Ihnen einen Fleck an der Decke erklären müssen. Mehr dazu, wie eine Abdichtung rund um die Badewanne und unter der Dusche gemacht wird.

Woche 3: Wand- und Bodenplatten

Endlich sieht das Bad wieder wie ein Bad aus. Der Plattenleger verlegt Boden- und Wandplatten, erledigt die Zuschnitte um die Anschlüsse und setzt die Abschlussprofile. Nach dem Verlegen folgt eine Pause bis zum Verfugen, wie lange, gibt der Hersteller des Klebers vor, meist mindestens einen Tag. Dann wird verfugt, und wieder heisst es warten, bis die Fugen ausgehärtet sind.

Woche 4: Endmontage und Reinigung

Jetzt werden WC, Lavabo, Armaturen, Duschtrennwand, Badmöbel, Leuchten und Spiegel montiert. Der Elektriker setzt Schalter und Steckdosen. Zum Schluss kommen die Silikonfugen, die ebenfalls Zeit brauchen, bevor Sie das erste Mal duschen können. Danach folgen Reinigung, Abtransport der letzten Abfälle und die Abnahme.

Abdichtung: wo in der Praxis am meisten schiefläuft

Platten und Fugen sind nicht wasserdicht. Das Wasser hält erst die Abdichtung darunter zurück, und genau sie steht bei Mängelrügen an Bädern am häufigsten im Zentrum. Fachleute aus dem Plattenlegergewerbe und Bauschadenexperten beschreiben seit Jahren dieselben Fehler, die meist nicht am Material liegen, sondern an der Ausführung.

Abdichtung in der BadezimmereckeSchnitt durch Wand und Boden eines Bades: Untergrund, Grundierung, Flüssigabdichtung in zwei Lagen, Dichtband in der Ecke, Dichtmanschetten an der Rohrdurchführung und am Bodenablauf, Plattenkleber und Platten. Der Boden hat Gefälle zum Ablauf.23675541189
  1. Untergrund: Mauerwerk der Wand und Unterlagsboden
  2. Grundierung auf saugendem Untergrund
  3. Flüssigabdichtung in zwei Lagen, die zweite kreuzweise zur ersten
  4. Dichtband in der Ecke und am Übergang von Wand zu Boden, in die erste Lage eingebettet
  5. Dichtmanschette an der Rohrdurchführung und am Bodenablauf
  6. Flexibler Plattenkleber
  7. Wand- und Bodenplatten
  8. Gefälle zum Ablauf, bereits im Unterlagsboden ausgebildet
  9. Höhe der Abdichtung an der Wand im Spritzwasserbereich
Schema der Abdichtungsschichten in einer Badezimmerecke vom Untergrund bis zur Platte, mit Gefälle des Bodens zum Ablauf.

Wie weit die Abdichtung reichen muss

  • Boden: die ganze Fläche des Bades, an den Wänden ringsum etwa 15 bis 20 cm hochgezogen, damit eine Art Wanne entsteht.
  • Dusche: die Wände bis über den Duschkopf, bei einer offenen Dusche ohne Glaswand ruhig bis zur Decke.
  • Badewanne: die Wände rund um die Wanne mindestens 20 cm über den Wannenrand und ein Stück auf die angrenzende Wand.
  • Lavabo: der Spritzwasserbereich, meist bis auf eine Höhe von 1,2 bis 1,5 m.
  • Durchdringungen: jedes Rohr, jeder Armaturenanschluss, jeder Bodenablauf und jede Duschrinne erhält eine Dichtmanschette, jede Ecke und jeder Übergang von Wand zu Boden ein Dichtband.

Wie richtig abgedichtet wird

Die Flüssigabdichtung wird in zwei Schichten aufgetragen, die zweite kreuzweise zur ersten, und die Dichtbänder werden in die erste, noch frische Schicht eingebettet. Die minimale Trockenschichtdicke hängt vom Material ab. Übliche Richtwerte sind etwa 0,5 mm bei Dispersionsabdichtungen, 1,0 mm bei Reaktionsharzen und 2,0 mm in zwei Lagen bei zementösen Dichtschlämmen. Die genauen Werte und die Wartezeit zwischen den Schichten stehen im technischen Merkblatt des jeweiligen Produkts. Saugender Untergrund wird zuerst grundiert, auf alten Platten braucht es eine Haftbrücke. Das Gefälle zum Ablauf entsteht bereits im Unterlagsboden, nicht durch ein dickeres Kleberbett unter den Platten.

Was in der Praxis passiert

  • Nur die Ecken sind abgedichtet. In den Ecken liegen Dichtbänder, die Wandflächen in der Dusche sind aber ohne Abdichtung geblieben.
  • Vergessener Unterputzkörper. Zum Unterputzkörper der Armatur liefert der Hersteller eine Dichtmanschette, die oft nicht eingebaut wird.
  • Duschrinne ohne Anschluss. Die Rinne ist eingebaut, ihr Dichtband aber nicht in die Abdichtung eingearbeitet.
  • Nachträgliches Bohren. Löcher für Ablagen, Halterungen der Duschwand oder Profile werden nicht abgedichtet, und das Wasser findet entlang der Schraube seinen Weg in die Wand.
  • Nur Silikon um die Wanne. Wanne oder Duschwanne sind ohne umlaufendes Dichtband eingebaut, und der ganze Schutz hängt an einer Silikonfuge, die mit der Zeit reisst.
  • Platten auf feuchtem Untergrund. Spachtelung oder Unterlagsboden sind noch nicht trocken, und der Plattenleger klebt trotzdem, um den Termin zu halten.

Auf die Abdichtung werden Platten mit flexiblem Kleber verlegt, an der Wand üblicherweise der Klasse C2, am Boden ein verformbarer Kleber der Klasse S1. Ecken und der Anschluss an die Wanne werden nicht verfugt, sondern mit Sanitärsilikon geschlossen. Wie die Abdichtung im Badezimmer unter den Platten ausgeführt wird, erklärt eine eigene Seite.

Wo gewartet wird: Trocknungs- und Wartezeiten

Die häufigste Frage während einer Sanierung lautet: Warum ist heute niemand gekommen? Die Antwort ist meist ganz unspektakulär. Etwas trocknet.

  • Verputz und Spachtelmasse müssen je nach Schichtdicke und Raumklima austrocknen.
  • Unterlagsböden brauchen in der Regel am längsten. Bei Zementunterlagsböden können es auch Wochen sein, schnell erhärtende Produkte verkürzen die Zeit gemäss Herstellerangaben.
  • Grundierung und Abdichtung haben zwischen den Schichten eine Wartezeit, die der Hersteller auf der Verpackung angibt.
  • Der Plattenkleber muss vor dem Verfugen ausgehärtet sein.
  • Silikon braucht Zeit, bevor es mit Wasser belastet werden darf.

Diese Pausen lassen sich nicht ohne Risiko überspringen. Ein Handwerker, der Ihnen verspricht, dass Abdichtung und Platten am selben Tag erledigt sind, arbeitet entweder mit speziellen Schnellsystemen oder er pokert. Fragen Sie nach, was davon zutrifft.

Was Sie vor dem Zumachen fotografieren sollten

Ihr Handy ist während der Sanierung Ihr bester Helfer. Fotos aus der Phase, in der die Leitungen noch sichtbar sind, sind Gold wert, wenn Sie später ein Tablar montieren oder einen Mangel reklamieren wollen.

  • alle Wände mit Wasser- und Abwasserleitungen, idealerweise mit einem Rollmeter im Bild,
  • den Verlauf der Elektrokabel und die Dosen,
  • die Druckprüfung, wenn möglich auch das Manometer,
  • die Abdichtung inklusive Ecken, Dichtbänder und Manschetten um den Bodenablauf und die Durchdringungen,
  • das Vorwandelement des WC und den Unterputzkörper der Dusche, bevor sie verkleidet werden,
  • Etiketten und Typen der verwendeten Materialien.

Speichern Sie die Fotos in einem eigenen Ordner und benennen Sie ihn so, dass Sie ihn in fünf Jahren wiederfinden. Zum Beispiel «Bad Leitungen», nicht «IMG_Sammelsurium».

Wann Sie vor Ort sein sollten

Der Handwerker braucht niemanden, der ihm tagelang über die Schulter schaut. Es gibt aber Momente, in denen Ihre Anwesenheit viel Ärger erspart:

  1. Der erste Tag. Sie gehen gemeinsam den Plan durch, zeigen, wo der Hauptwasserhahn und die Sicherungen sind, und legen fest, wo das Material gelagert wird.
  2. Bevor die Leitungen verschwinden. Sie prüfen die Lage der Anschlüsse, Steckdosen und Unterputzkörper. Jetzt lässt sich noch einfach etwas ändern, eine Woche später nicht mehr.
  3. Beim Start der Plattenarbeiten. Sie bestätigen, wo begonnen wird, wie die Fugen verlaufen, wo geschnitten wird und wo Profile hinkommen. Der Plattenleger kann keine Gedanken lesen, auch wenn manche ziemlich nah dran sind.
  4. Bei Lieferungen. Jemand muss die Ware entgegennehmen und kontrollieren.
  5. Bei der Abnahme. Sie lassen Wasser laufen, spülen, prüfen das Gefälle und die Silikonfugen und testen die Beleuchtung.

Wo der Terminplan ins Stocken gerät und wie Sie vorbeugen

Die meisten Verzögerungen entstehen nicht aus Faulheit. Sie entstehen aus Kleinigkeiten, die man früher hätte lösen können.

  • Fehlende Ware. Sanitärapparate oder Platten sind nicht da. Lösung: früh bestellen und vor Baubeginn alles bereit haben.
  • Unentschlossene Bauherrschaft. Sie suchen noch die Armatur aus, während der Installateur eigentlich schon fertig wäre. Lösung: alle Entscheidungen zu den Anschlüssen vor der Rohinstallation treffen.
  • Überraschung hinter den Platten. Alte, korrodierte Leitungen, schiefe Wände, Feuchtigkeit. Lösung: eine Zeitreserve einplanen und vereinbaren, wie mit unvorhergesehenen Arbeiten umgegangen wird.
  • Die Handwerker verpassen sich. Der Elektriker hat keine Zeit, wenn er kommen sollte. Lösung: vorher klären, wer die Termine koordiniert.
  • Ungeduld beim Trocknen. Verkürzte Wartezeiten rächen sich, einfach später und teurer.
  • Wasser am Strang. Die Verwaltung hat die Abstellung nicht rechtzeitig angekündigt. Lösung: den Termin frühzeitig vereinbaren.

Ein guter Terminplan ist nicht der kürzeste. Es ist der, der damit rechnet, dass etwas anders läuft als geplant.

Worüber Bauherrschaft und Handwerker am häufigsten streiten

  • Was im Preis inbegriffen ist. Entsorgung des Bauschutts, Abdichtung, Silikonfugen, Montage der Sanitärapparate, Revisionsöffnungen. Was nicht in der Offerte steht, kann später als Mehrleistung auftauchen.
  • Überraschung hinter den Platten. Korrodierte Leitungen oder eine feuchte Wand nach dem Rückbau. Vereinbaren Sie vorgängig, dass Ihnen der Handwerker jede solche Zusatzarbeit zeigt und offeriert, bevor er beginnt.
  • Zuschnitte und Fugen. Schmale Plattenstreifen an der Decke oder in der Ecke, Fugen, die zwischen Wand und Boden nicht durchlaufen. Die Plattenaufteilung genehmigen Sie vor dem Verlegen, nicht danach.
  • Gefälle. Das Wasser bleibt in der Dusche stehen oder läuft Richtung Tür. Das lässt sich einfach prüfen: einen Eimer Wasser ausleeren und beobachten, wohin es fliesst.
  • Wer wofür haftet. Stammen Sanitärinstallateur, Elektriker und Plattenleger nicht aus einer Firma, kann jeder den Fehler beim anderen suchen. Fotos der einzelnen Etappen sind in einem solchen Streit der beste Beweis.

Checkliste für die Abnahme

  • Haben Sie Fotos der Leitungen, der Druckprobe und der Abdichtung samt Dichtbändern und Manschetten?
  • Haben Sie das Protokoll der Druckprobe und bei neuer Elektroinstallation den Sicherheitsnachweis des Elektrikers?
  • Läuft das Wasser aus Dusche und Boden zum Ablauf und bleibt nirgends stehen?
  • Sind die Silikonfugen durchgehend, ohne Lücken und ohne Fugenmörtel in den Ecken?
  • Klingen die Platten beim Abklopfen überall gleich satt, ohne Hohlstellen und lose Platten?
  • Tropfen die Armaturen nicht, läuft das WC nach dem Spülen nicht nach, sind die Siphons unter dem Lavabo trocken?
  • Funktionieren Leuchten, Steckdosen und Lüftung, und löst der FI-Schutzschalter im Sicherungskasten beim Test aus?
  • Sind die Revisionsöffnungen zugänglich und lassen sie sich öffnen?
  • Haben Sie Garantiescheine, Anleitungen und Lieferscheine zu Sanitärapparaten und Abdichtung?

Woraus sich der Preis einer Badsanierung zusammensetzt

Der Endpreis hängt stärker vom Umfang der Arbeiten ab als von der Grösse des Bades. Am meisten beeinflussen ihn:

  • Rückbauarbeiten und Entsorgung, vor allem wenn bis auf das Mauerwerk zurückgebaut wird,
  • neue Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom und ein allfälliges Versetzen von Sanitärapparaten,
  • Unterlagsboden, Ausgleichen der Wände und Abdichtung, deren Umfang sich oft erst nach dem Rückbau zeigt,
  • Fläche und Format der Platten: Grossformate und aufwendige Zuschnitte bedeuten mehr Arbeit,
  • Unterputz- und Vorwandsysteme (Wand-WC, Unterputzarmatur, Duschrinne) im Vergleich zu klassischen Lösungen,
  • Sanitärapparate und Zubehör, die meist die Kundschaft auswählt und bezahlt.

Als Eigentümerin oder Eigentümer können Sie werterhaltende Unterhaltskosten in der Regel vom steuerbaren Einkommen abziehen, wertvermehrende Anteile dagegen nicht. Wie die Abgrenzung genau aussieht, regelt jeder Kanton etwas anders, deshalb lohnt es sich, die Rechnung nach Arbeiten aufzuschlüsseln.

Was es kostet und wie Sie es berechnen

Den Ablauf kennen Sie jetzt, bleibt noch das Budget. Was Arbeit und Material kosten, wie sich eine Wohnung im Mehrfamilienhaus vom Einfamilienhaus unterscheidet, wann eine Dusche statt einer Badewanne sinnvoll ist und worauf Sie bei Abdichtung und Abnahme achten sollten, erfahren Sie auf der Seite darüber, was eine Badsanierung kostet. Wenn Sie Ihr Bad selbst ausmessen, die Flächen berechnen und eine Offerte vom Handwerker verstehen möchten, hilft die Anleitung, wie Sie den Umbau Ihres eigenen Bades berechnen. In der App NUMIQ können Sie anschliessend eine Kalkulation nach Positionen erstellen und mit den Offerten vergleichen, die Sie erhalten. Handwerker wiederum stellen darin schnell eine Offerte zusammen, die auch die Kundschaft versteht.

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