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Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Wand- und Bodenfliesen | ||||
| Kreisförmige Aussparungen in Bodenfliesen / Feinsteinzeug | Stk. | 24,00 € | - | |
| Fliesen / Bodenfliesen Standard bis 60 cm | m² | 74,90 € | - | |
| Feinsteinzeug-Fliesen / -Bodenfliesen über 60 cm | m² | 94,10 € | - | |
| Fliesen / Bodenfliesen XL-Format 60×120 | m² | - | ||
| Fliesen / Bodenfliesen XXL-Format 120×260 | m² | - | ||
| Mosaik verlegen | m² | - | ||
| Verkleidung Natur-/Kunststein / Klinker | m² | - | ||
| Verkleidung mit Bruchstein (Zaun, Sockel) | m² | - | ||
| Bordüre / Listello | lfm | 4,80 € | - | |
| Bodenfliesen bis 60 cm im Diagonalverband verlegen | m² | 86,40 € | - | |
| Verfugen | m² | 3,65 € | - | |
| Silikonverfugung | m² | 6,90 € | - | |
| Silikonieren der Innen- und Außenecken | lfm | 3,65 € | - | |
| Wasserstrahlschnitt 60×60 (Gehrungskante / Jolly) | lfm | 11,35 € | - | |
| Wasserstrahlschnitt 120×120 (Gehrungskante / Jolly) | lfm | 15,15 € | - | |
| Wasserstrahlschnitt - Aussparung in Fliese | lfm | 20,15 € | - | |
| Jolly-Profil (Montage und Setzen) | lfm | 113,30 € | - | |
| Sockelleiste aus Fliese / Bodenfliese | lfm | 12,50 € | - | |
| Aussparungen in Fliese / Bodenfliese sägen | Stk. | 23,05 € | - | |
Was eine Bohrung in der Fliese ist und wann Sie sie brauchen
Gemeint ist das Bohren eines runden Lochs mit größerem Durchmesser durch die ganze Stärke der Fliese. Anders als beim kleinen Dübelloch arbeitet man hier nicht mit einem normalen Bohrer, sondern mit einer Bohrkrone. Das ist ein hohler Zylinder mit einer Schneide am Rand. Die Krone schneidet einen Ring aus, in ihrem Inneren bleibt ein runder Kern zurück, der anschließend herausgenommen wird.
Abgerechnet wird pro Stück, also für jedes Loch einzeln. Typische Fälle sind:
- Kalt- und Warmwasseranschlüsse für die Aufputzarmatur an Dusche oder Wanne
- Eckventile und Abfluss unter dem Waschtisch
- Anschlüsse für Heizkörper oder Badheizkörper aus der Wand oder aus dem Boden
- Abflussrohre von WC und Bidet oder ein Bodenablauf mit rundem Körper
- Schalter- und Steckdosen in der gefliesten Wand
- Durchführungen für Steigleitungen, Geländeranker oder Pfosten auf einer Terrasse mit Feinsteinzeug
Warum schleift man das Loch nicht einfach mit dem Winkelschleifer aus? Das geht, aber aus geraden Schnitten wird nie ein sauberer Kreis. Die Rosette einer Armatur oder eines Heizkörperventils steht meist nur wenig über. Ein gezackter Rand würde darunter hervorschauen. Die Bohrkrone erzeugt einen exakten Kreis, den die Rosette zuverlässig abdeckt.
Warum Feinsteinzeug mehr verlangt als eine normale Wandfliese
Klassische Wandfliesen aus Steingut sind weicher und poröser. In sie kann man auch mit günstigeren Hartmetallkronen oder einem verstellbaren Kreisschneider bohren. Feinsteinzeug spielt in einer anderen Liga. Es wird bei sehr hoher Temperatur gebrannt, ist dicht und hart, und seine Wasseraufnahme liegt laut Herstellern meist unter einem halben Prozent. Genau diese Dichte macht es zu einem guten Bodenbelag, sie setzt einem einfachen Werkzeug beim Bohren aber einen Widerstand entgegen, den es nicht überwindet.
In Feinsteinzeug bohrt man deshalb nur mit einer Diamantbohrkrone. Dabei entsteht viel Wärme. Wird die Krone nicht gekühlt, „verglasen“ die Diamanten, sie schneiden nicht mehr, und die Fliese überhitzt. Eine überhitzte Fliese kann einen Haarriss bekommen, den man zunächst nicht sieht. Er zeigt sich oft erst nach dem Verlegen oder nach der ersten Heizperiode.
Dazu kommen die großen Formate und dünnen Platten, die heute verbreitet sind. Fliesen ab etwa 60 × 120 cm reagieren beim Transport empfindlich auf Biegung und Spannung. Ein Loch nahe am Rand einer solchen Platte ist eine Schwachstelle, von der ein Riss ausgehen kann. Bei poliertem Feinsteinzeug kommt hinzu, dass die Oberfläche um das Loch verkratzt, wenn die Krone beim Ansetzen abrutscht.
So entsteht die Bohrung Schritt für Schritt
Die Position einmessen
Der größte Teil der Arbeit ist nicht das Bohren, sondern das genaue Einmessen. Der Fliesenleger misst von einem festen Punkt aus, etwa von der Ecke oder der letzten verlegten Fliese, die Mitte des Rohrs waagerecht und senkrecht ein. Dabei muss er die Fugenbreite mitrechnen. Hier passieren die meisten Fehler: Ein vergessener Millimeter pro Fuge summiert sich über drei oder vier Fliesen zu einem Versatz, den keine Rosette mehr verdeckt. Erfahrene Handwerker halten deshalb die Fliese oft genau dort an, wo sie liegen wird, und übertragen die Lage des Anschlusses direkt darauf.
Den Durchmesser wählen
Das Loch wird in der Regel einige Millimeter größer gebohrt als das Rohr. Dafür gibt es mehrere Gründe: Das Rohr steht nicht immer ganz senkrecht, bei der Montage braucht man etwas Spiel, und Heizungsrohre bewegen sich beim Aufheizen leicht. Größer als das, was Rosette oder Manschette abdecken, darf der Durchmesser aber nicht werden. Deshalb hilft es, beim Einmessen die konkrete Armatur oder das Ventil zur Hand zu haben und nicht nur „irgendeine Rosette“.
Das eigentliche Bohren
Die Fliese liegt mit der Sichtseite nach oben auf einer ebenen, festen Unterlage, zum Beispiel auf einem Brett oder einer anderen Fliese, damit sie sich nicht durchbiegt. Eine Krone ohne Zentrierbohrer wandert auf glatter Glasur gern weg. Man nutzt deshalb eine Bohrschablone mit Saugfuß oder setzt die Krone zuerst schräg an, schneidet eine kleine Rille und stellt sie dann senkrecht. Gebohrt wird ohne Schlag, mit leichtem Druck und mit Wasserkühlung. Bei trockenen Kronen mit Wachsfüllung arbeitet man mit einer leicht kreisenden Bewegung. Kurz vor dem Durchbruch wird der Druck weiter verringert, damit die Rückseite der Fliese nicht ausbricht.
Nacharbeiten und prüfen
Danach wird der Kern herausgenommen, die Kante kontrolliert und bei Bedarf mit einem Diamantschleifschwamm leicht gebrochen. Die Fliese wird abgespült, damit kein Bohrschlamm darauf bleibt, und vor dem Verkleben noch einmal angehalten.
Werkzeug und Varianten: Krone für Bohrmaschine, Winkelschleifer oder Ständer
Es gibt mehrere Werkzeugarten, und jede passt zu etwas anderem. Für Sie lohnt es sich zu wissen, womit der Handwerker arbeitet, denn davon hängt die Qualität der Kante ab.
- Diamantkrone zum Trockenbohren mit Wachsfüllung: Sie passt in eine normale Bohrmaschine oder einen Akkuschrauber. Das Wachs im Inneren schmilzt bei Wärme und kühlt die Diamanten. Geeignet für kleinere Löcher und Einzelstücke, verlangt eine kreisende Bewegung und Geduld.
- Diamantkrone mit M14-Gewinde für den Winkelschleifer: Schnell und kräftig, Fliesenleger nutzen sie bei vielen Bohrungen. Sie läuft mit hoher Drehzahl, deshalb sind Kühlung und sichere Führung wichtig, sonst bricht die Kante aus.
- Nassbohrkrone mit Bohrständer: Die genaueste Variante, geeignet für große Durchmesser wie beim WC-Abfluss und für dickes Feinsteinzeug im Außenbereich. Für einzelne Löcher im Bad wird sie seltener eingesetzt.
- Hartmetallkrone oder Kreisschneider: Nur für weiche Wandfliesen. Für Feinsteinzeug ungeeignet, sie stumpft schnell ab und kann die Fliese zerstören.
Für Bodenfliesen aus Feinsteinzeug wird also in der Praxis fast immer Diamant verwendet. Bei Naturstein und Glasmosaik gelten noch andere Regeln. Der Handwerker sollte vorher sagen, ob er mit solchem Material Erfahrung hat.
Was vor dem Termin mit dem Fliesenleger fertig sein muss
Ein Loch lässt sich nur dann genau setzen, wenn alle Rohre und Dosen genau sitzen. Bevor gefliest wird, sollte deshalb Folgendes erledigt sein:
- Der Installateur hat die Anschlüsse in richtiger Höhe und im richtigen Abstand gesetzt, verschlossen und die Druckprobe gemacht
- Bei einer Aufputzarmatur liegen die Anschlüsse waagerecht im Abstand nach Herstellerangabe, meist 150 mm
- Die Elektrofachkraft hat die Dosen so gesetzt, dass sie nach dem Fliesen bündig mit der Oberfläche abschließen und nicht tief dahinter liegen
- In Nassbereichen ist die Verbundabdichtung fertig, einschließlich der Dichtmanschetten an den Durchführungen
- Armaturen, Ventile und Rosetten sind ausgesucht, damit der Durchmesser feststeht
- Es sind genug Fliesen als Reserve da, denn beim Bohren in hartes Feinsteinzeug geht gelegentlich ein Stück kaputt
Im Mehrfamilienhaus sollten Sie zusätzlich klären, ob die Arbeiten gemeinsame Leitungen berühren, etwa Heizungs- oder Wassersteigleitungen. Diese gehören in der Regel zum Gemeinschaftseigentum. Sprechen Sie dann vorher mit der Hausverwaltung oder der Eigentümergemeinschaft (WEG). Gehören zur Sanierung auch verlegte Leitungen, Eingriffe in tragende Bauteile oder andere größere Umbauten, fragen Sie beim Bauamt nach, was die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes dafür verlangt. Das Bohren von Löchern in Fliesen selbst braucht keine Genehmigung.
Entsteht ein Loch an einer Gasleitung, etwa an einer Durchführung zur Gastherme, darf nur ein zugelassener Fachbetrieb an der Leitung arbeiten, der beim Netzbetreiber eingetragen ist. Riechen Sie irgendwann Gas, verlassen Sie sofort den Raum, betätigen Sie keine elektrischen Schalter und rufen Sie die 112.
Was die Arbeit leichter oder schwerer macht
Auch wenn es immer um „ein Stück“ geht, unterscheiden sich die Bohrungen deutlich im Aufwand. Davon hängen der Zeitbedarf und das Risiko ab, dass eine Fliese beschädigt wird.
Einfachere Fälle
- Eine lose Fliese vor dem Verlegen, die auf dem Tisch gebohrt wird
- Ein kleinerer Durchmesser und ein Loch in der Fliesenmitte, weit weg vom Rand
- Mattes Feinsteinzeug in üblicher Stärke von etwa 8 bis 10 mm
- Mehrere gleiche Löcher am Stück, wenn das Werkzeug einmal eingerichtet ist
Schwierigere Fälle
- Bohrung in bereits verlegte Fliesen, zum Beispiel beim nachträglichen Einbau eines Heizkörpers: Die Fliese muss vollflächig verklebt sein, sonst kann sie reißen, und dahinter können Rohre oder Kabel liegen
- Ein Loch nahe an der Fliesenkante: Zum Rand sollten in der Regel mindestens etwa 1 bis 2 cm bleiben, bei dünnem Großformat lieber mehr
- Bohrung über die Fuge, wenn der Kreis halb auf der einen und halb auf der anderen Fliese liegt: Beide Fliesen müssen beim Bohren fest miteinander fixiert sein
- Großer Durchmesser, etwa für den WC-Abfluss oder einen Geländerpfosten
- Dickes Feinsteinzeug für außen mit rund 20 mm, polierte Oberflächen oder rutschhemmende Strukturen
- Großformatige Platten, die schwer zu handhaben sind und bei einem Fehler den meisten Aufwand verursachen
Bei verlegten Fliesen sollte der Kleber vollständig ausgehärtet sein. Laut Herstellerangaben dauert das meist mindestens 24 Stunden, bei dickeren Schichten auch länger. Wer in eine frisch verlegte Fliese bohrt, riskiert, dass sie sich löst.
Bohrung oder Ausschnitt: welche Position Sie brauchen
Neben dieser Leistung finden Sie in der Preisliste auch die verwandte Position Ausschnitte in Wand- und Bodenfliesen. Auf den ersten Blick klingt das ähnlich, es handelt sich aber um ein anderes Verfahren mit anderem Werkzeug.
- Bohrung: immer ein rundes Loch, mit der Diamantkrone hergestellt, das Ergebnis ist ein sauberer Kreis. Passend für Rohre, Anschlüsse, Abflüsse und Dosen.
- Ausschnitt: ein eckiges oder unregelmäßiges Loch, etwa für einen quadratischen Bodenablauf, eine Revisionsklappe oder eine Aussparung an Türzarge, Wandecke oder Sockel. Er entsteht mit Winkelschleifer, Fliesenschneider oder Nassschneidemaschine.
- Bei der Bohrung entscheiden vor allem Durchmesser, Material und Lage des Lochs. Beim Ausschnitt zählen Länge und Anzahl der Schnitte und ob er mitten in der Fliese oder vom Rand aus entsteht.
- Ein eckiger Ausschnitt mitten in der Fliese beginnt oft mit kleinen Bohrungen in den Ecken, damit von den spitzen Ecken keine Risse ausgehen. Das gehört aber zum Ausschnitt und ist keine eigene Bohrung.
Brauchen Sie also ein Loch für das Heizkörperrohr, beauftragen Sie die Bohrung. Brauchen Sie eine Aussparung für einen quadratischen Bodenablauf, ist es ein Ausschnitt. Im Zweifel zeigen Sie dem Fliesenleger das konkrete Teil, das durch die Fliese geführt wird.
Typische Fehler und wie sie sich später zeigen
Die meisten Probleme mit Bohrungen fallen nicht sofort auf, sondern erst bei der Montage der Armaturen oder nach einigen Monaten Nutzung.
- Versetztes Loch: falsch eingemessen oder Fuge vergessen. Die Rosette sitzt dann nicht mittig oder deckt das Loch gar nicht ab, und die Fliese muss getauscht werden.
- Zu kleines Loch: Das Rohr wird mit Gewalt durchgeschoben, die Fliese steht unter Spannung und reißt mit der Zeit. Bei Heizungsrohren passiert das öfter, weil sie sich beim Aufheizen ausdehnen.
- Haarriss durch Überhitzung: Entsteht beim Bohren ohne Kühlung oder mit stumpfer Krone. Anfangs unsichtbar, später wird er länger und verschmutzt.
- Ausgebrochene Kante: zu viel Druck kurz vor dem Durchbruch oder Bohren mit Schlag. Unter einer Rosette fällt das manchmal nicht auf, bei Dosen und Abflüssen oft schon.
- Harte Füllung um das Rohr: Der Spalt zwischen Rohr und Fliese wird mit Fugenmörtel geschlossen. Bewegt sich das Rohr, zerbröselt die Fuge oder die Fliese wird beschädigt. Richtig ist ein dauerelastischer Dichtstoff, meist Sanitärsilikon.
- Beschädigte Abdichtung: In der Dusche wird beim nachträglichen Bohren die Dichtschlämme oder Manschette unter der Fliese verletzt, und Wasser läuft hinter die Fliesen.
- Angebohrtes Rohr oder Kabel: beim Bohren in verlegte Fliesen, ohne zu prüfen, was dahinter liegt. Vorher müssen die Leitungswege bekannt sein oder mit einem Ortungsgerät geprüft werden.
Anleitung für Heimwerker: Loch in eine lose Feinsteinzeugfliese bohren
Brauchen Sie ein oder zwei Löcher in einer losen Fliese, etwa für den Anschluss eines Badheizkörpers, schaffen Sie das selbst. Für Bohrungen in bereits verlegte Fliesen in der Dusche, für große Durchmesser und großformatige Platten holen Sie besser den Fliesenleger. Beim Bohren entsteht feiner, quarzhaltiger Staub. Tragen Sie deshalb mindestens eine FFP2-Maske und eine Schutzbrille.
- Diamantkrone im passenden Durchmesser, Bohrmaschine ohne Schlag, Schablone oder ein Brettstück mit Führungsloch und ein Gefäß mit Wasser bereitlegen.
- Fliese an ihren Platz halten, die Mitte des Anschlusses übertragen und die Fugenbreite mitrechnen.
- Papierklebeband auf die Glasur kleben und die Lochmitte mit einem Stift markieren.
- Fliese mit der Sichtseite nach oben auf eine ebene, feste Unterlage legen, damit sie sich nicht durchbiegt.
- Schlagfunktion ausschalten und mittlere Drehzahl nach Angabe des Kronenherstellers einstellen.
- Krone in die Schablone oder schräg ansetzen, eine flache Rille schneiden und die Krone dann senkrecht stellen.
- Mit leichtem Druck bohren, laufend mit Wasser kühlen oder bei einer Wachskrone leicht kreisen.
- Kurz vor dem Durchbruch den Druck verringern, damit die Rückseite nicht ausbricht.
- Kern herausnehmen, Kante prüfen und mit einem Diamantschwamm leicht nachschleifen.
- Fliese abspülen, trocknen lassen und vor dem Verkleben noch einmal anhalten.
Schneidet die Krone nicht mehr und brummt nur noch, ist sie verglast. Dann hilft es, kurz in einen Abziehstein oder ein Stück Porenbeton zu bohren. So werden die Diamanten wieder freigelegt.
Zeitbedarf und Kontrolle der fertigen Arbeit
Das Bohren selbst dauert bei einer losen Fliese meist nur wenige Minuten. Die meiste Zeit geht für Einmessen, Vorbereiten des Werkzeugs und Kontrolle drauf. Bei verlegten Fliesen, großem Durchmesser oder dickem Feinsteinzeug dauert es deutlich länger. Wird der Spalt um die Rohre mit Silikon gefüllt, braucht er laut Hersteller meist einige Tage, bis er ganz durchgehärtet ist. Belasten Sie ihn in der Dusche bis dahin nicht unnötig mit Wasser.
Bei der Kontrolle sehen Sie sich das Loch aus der Nähe im Streiflicht an, das auch feine Risse sichtbar macht. Fahren Sie mit dem Finger über die Kante, sie darf weder scharf noch ausgebrochen sein. Klopfen Sie leicht um die verlegte Fliese herum: Ein hohler Klang verrät eine schlecht verklebte Stelle. Und vor allem halten Sie probeweise die Rosette oder Manschette an, die das Loch abdecken soll.
Checkliste für die Abnahme
- Jedes Loch sitzt passend zu den gesetzten Anschlüssen und Rohren
- Rosetten und Manschetten decken die Löcher vollständig ab und sitzen mittig
- Die Armaturanschlüsse liegen symmetrisch in gleicher Höhe und im richtigen Abstand
- Die Lochkanten sind sauber, ohne Ausbrüche und scharfe Splitter
- Im Streiflicht sind auf den Fliesen keine Haarrisse zu sehen
- Glasur oder polierte Oberfläche um die Löcher sind nicht verkratzt
- Fliesen mit Bohrung klingen beim Abklopfen nicht hohl
- Der Spalt zwischen Rohr und Fliese ist mit elastischem Dichtstoff gefüllt, nicht mit Fugenmörtel
- In Dusche und an der Wanne sind Abdichtung und Dichtmanschetten an den Durchführungen unversehrt
- Die Umgebung ist von Bohrschlamm und Staub gereinigt
Häufige Fragen
Ja, aber das ist aufwendiger und riskanter. Die Fliese muss vollflächig verklebt, der Kleber ausgehärtet sein, und dahinter dürfen keine Rohre oder Kabel verlaufen. In der Dusche ist darauf zu achten, dass die Abdichtung unter den Fliesen nicht verletzt wird.
Meist wegen Überhitzung ohne Kühlung, zu viel Druck, Bohren mit Schlag oder einem Loch zu nah am Rand. Auch eine Fliese, die beim Bohren nicht eben aufliegt und sich durchbiegt, reißt leichter.
In der Regel einige Millimeter, damit Spiel für die Montage bleibt und Heizungsrohre sich bewegen können. Entscheidend ist aber die Rosette oder Manschette, die das Loch sicher abdecken muss. Deshalb sollte das Teil beim Einmessen griffbereit sein.
Nein. Feinsteinzeug ist sehr hart und dicht, Hartmetallwerkzeug stumpft darin schnell ab und zerstört die Fliese oft. Für Feinsteinzeug nimmt man Diamantkronen, Hartmetall eignet sich nur für weiche Wandfliesen.
Die beiden Fliesen werden fest miteinander fixiert, zum Beispiel mit Zwingen auf einer Unterlage, und das Loch wird durch beide zugleich gebohrt. Das ist aufwendiger, deshalb lohnt es sich, vorher mit dem Fliesenleger zu klären, wie er es abrechnet.
Mit einem dauerelastischen Dichtstoff, im Bad meist Sanitärsilikon. Harter Fugenmörtel hält die Bewegung des Rohrs nicht aus, reißt und kann bei Heizungsrohren sogar die Fliese beschädigen.
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