Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Wand- und Bodenfliesen im XL-Format 60×120 verlegen

Fliesen im Format 60×120 cm sind heute in Bädern, Küchen und Wohnräumen sehr gefragt. Die Fläche wirkt ruhig, es gibt wenige Fugen, und der Raum erscheint größer. Beim Verlegen gelten aber nicht mehr alle Gewohnheiten, die bei kleineren Fliesen funktionieren. Eine einzelne Platte wiegt je nach Stärke ungefähr 15 bis 20 kg.

Aktualisiert 09/2026·12 Min. Lesezeit·19 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
105,60 €/ m²
Richtwert-Spanne
84,48 € - 137,28 €
Wohnung 60 m²
15840,00 €
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Fliesenarbeiten19 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Wand- und Bodenfliesen
Fliesen / Bodenfliesen XL-Format 60×120m²105,60 €-
Fliesen / Bodenfliesen Standard bis 60 cmm²74,90 €-
Feinsteinzeug-Fliesen / -Bodenfliesen über 60 cmm²94,10 €-
Fliesen / Bodenfliesen XXL-Format 120×260m²-
Mosaik verlegenm²-
Verkleidung Natur-/Kunststein / Klinkerm²-
Verkleidung mit Bruchstein (Zaun, Sockel)m²-
Bordüre / Listellolfm4,80 €-
Bodenfliesen bis 60 cm im Diagonalverband verlegenm²86,40 €-
Verfugenm²3,65 €-
Silikonverfugungm²6,90 €-
Silikonieren der Innen- und Außeneckenlfm3,65 €-
Wasserstrahlschnitt 60×60 (Gehrungskante / Jolly)lfm11,35 €-
Wasserstrahlschnitt 120×120 (Gehrungskante / Jolly)lfm15,15 €-
Wasserstrahlschnitt - Aussparung in Flieselfm20,15 €-
Jolly-Profil (Montage und Setzen)lfm113,30 €-
Sockelleiste aus Fliese / Bodenflieselfm12,50 €-
Aussparungen in Fliese / Bodenfliese sägenStk.23,05 €-
Kreisförmige Aussparungen in Bodenfliesen / FeinsteinzeugStk.24,00 €-
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Was das Format 60×120 von normalen Fliesen unterscheidet

Eine lange Fliese verhält sich anders als ein Quadrat mit 30×30 oder 60×60 cm. Feinsteinzeug verzieht sich beim Brennen leicht, meist in der Mitte der langen Seite. Bei kleinen Formaten fällt das niemandem auf. Bei 120 cm Länge zeigt sich schon eine kleine Wölbung als Überzahn, also als Stelle, an der eine Fliese über die Nachbarfliese hinaussteht. Am Boden spüren Sie das mit dem Fuß, an der Wand sehen Sie es im Streiflicht.

Der zweite Unterschied liegt in der Kleberfläche. Unter einer großen Fliese bleiben leicht Lufteinschlüsse zurück. Deckt der Kleber die Rückseite nicht nahezu vollständig ab, klingt die Fliese beim Abklopfen hohl. Unter Last, etwa unter dem Fuß eines Schranks oder wenn etwas Schweres herunterfällt, kann sie dann brechen.

Der dritte Unterschied ist das Handling. Eine Person kann eine Platte 60×120 nicht sicher tragen und legen. Gearbeitet wird zu zweit, mit Saugheben und oft mit einem Tragrahmen. Für den Zuschnitt braucht es einen langen Fliesenschneider und Diamantwerkzeug. Das alles bestimmt das Arbeitstempo und das Ergebnis.

Wo 60×120 typischerweise verlegt wird:

  • Böden in Wohnzimmer, Flur und Küche, oft über einer Fußbodenheizung
  • Badwände, wenn möglichst wenige Fugen gewünscht sind
  • Küchenrückwand zwischen Ober- und Unterschränken
  • Übergang vom Wohnraum zur Terrasse, wenn der Hersteller dasselbe Dekor auch in einer Außenstärke anbietet

Abgrenzung zu den verwandten Positionen im Preisverzeichnis

Im NUMIQ-Preisverzeichnis finden Sie neben dieser Position zwei verwandte Leistungen, jede mit eigener Seite. Es lohnt sich, die passende zu wählen, denn jede steht für einen anderen Ablauf und einen anderen Aufwand.

  • Fliesen bis 60 cm: übliche Formate wie 30×60, 60×60 oder kleiner. Eine Fliese trägt ein Mann allein, der Untergrund muss nicht ganz so eben sein, die Schnitte sind kürzer und es geht schneller voran. Eine Fliese 60×60 gehört hierher, nicht ins XL-Format.
  • Fliesen XL-Format 60×120 (diese Seite): ein bestimmtes, langes Format. Es braucht einen ebeneren Untergrund, Kleber auf Untergrund und Fliesenrückseite, ein Nivelliersystem und Arbeit zu zweit. An der Wand müssen Gewicht und Tragfähigkeit des Untergrunds bedacht werden.
  • Feinsteinzeug über 60 cm: die übrigen Großformate, etwa 80×80, 100×100, 120×120 oder großflächige dünne Platten. Bei den größten Maßen braucht es einen Tragrahmen, mehr Leute und teils anderes Schneidwerkzeug. Haben Sie ein anderes Maß über 60 cm, schauen Sie dort nach.

Warum hat 60×120 eine eigene Position? Es ist in der Praxis das gängigste XL-Format, und Fliesenleger haben dafür einen eingespielten Ablauf. Es ist deutlich anspruchsvoller als 60×60, lässt sich aber noch mit einer normalen Kolonne ohne die Spezialtechnik verlegen, die sehr große Platten verlangen.

Was vor dem Termin des Fliesenlegers fertig sein muss

Beim XL-Format entscheidet die Vorbereitung mehr als das eigentliche Kleben. Die meisten Reklamationen haben ihre Ursache im Untergrund, nicht in der Fliese.

Ebenheit und Festigkeit des Untergrunds

Estrich oder Putz müssen eben sein. Die üblichen Ebenheitstoleranzen nach DIN 18202 reichen für Großformate oft nicht aus, Hersteller verlangen meist erhöhte Anforderungen, grob etwa 2 mm auf 2 m Messlatte. Die genauen Werte nennen der Fliesen- und der Kleberhersteller. Größere Unebenheiten lassen sich nicht mit Kleber ausgleichen. Eine zu dicke Kleberschicht schwindet beim Trocknen, und die Fliese kann sich verziehen. Am Boden wird deshalb oft eine selbstverlaufende Ausgleichsmasse aufgebracht, an der Wand wird der Putz nachgearbeitet oder es werden Platten im Trockenbau gesetzt.

Der Untergrund muss tragfähig, staubfrei und ohne lose Schichten sein. Alte Fliesen können manchmal liegen bleiben und überfliest werden. Bei 60×120 lohnt sich das aber nur, wenn der alte Belag fest, eben und nirgends hohl ist.

Feuchte im Estrich

Ein frischer Estrich muss austrocknen. Zementestrich braucht je nach Dicke in der Regel mehrere Wochen, Calciumsulfat- oder Anhydritestrich reagiert noch empfindlicher auf Restfeuchte. Der Fliesenleger sollte die Belegreife messen, üblich ist die CM-Messung, und nicht nach Augenmaß entscheiden. Bei Fußbodenheizung wird vorher das Funktions- und Belegreifheizen nach dem Protokoll des Heizungsbauers oder Systemherstellers durchgeführt. Ohne diesen Schritt kann sich der Estrich erst unter dem fertigen Belag verformen.

Verlegeplan und Abstimmung mit den anderen Gewerken

Bei langen Fliesen lohnt sich ein Verlegeplan vorab. Ziel ist, schmale Streifen an Wänden und Türen zu vermeiden und Wasseranschlüsse, Steckdosen und Schalter so zu setzen, dass sie nicht genau auf eine Fliesenkante fallen. Sprechen Sie dazu mit dem Installateur und der Elektrofachkraft, bevor verputzt wird. Häufig sieht man, dass eine Steckdose um 2 cm danebenliegt und eine Fliese über die ganze Breite geschnitten werden muss.

Weitere Punkte, die fertig oder geklärt sein sollten:

  • Abdichtung in Dusche und um die Wanne, mit Dichtbändern in den Ecken und Manschetten um die Anschlüsse, ausgeführt nach den Regeln für Innenabdichtungen (DIN 18534)
  • Höhe des fertigen Fußbodens wegen Türzargen und Übergängen
  • Lage und Typ der Duschrinne bei einer bodengleichen Dusche
  • Befestigung schwerer Teile an der Wand, etwa Vorwandelement für das Hänge-WC oder Waschtisch, damit später nicht blind in die fertigen Fliesen gebohrt wird

Wohnung, Eigentümergemeinschaft und Bauamt

Fliesen auszutauschen gilt in der Regel als normale Renovierung. Gehören aber Eingriffe in Leitungen, Trennwände oder tragende Bauteile dazu, klären Sie beim Bauamt, was die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes verlangt. In einer Eigentumswohnung sprechen Sie vorher mit der Hausverwaltung, denn Eingriffe in Steigleitungen oder in den Estrich können das Gemeinschaftseigentum betreffen und einen Beschluss der WEG erfordern. Auch Lärm beim Abstemmen sollten Sie ankündigen. Als Mieter brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters.

So läuft das Verlegen von 60×120 ab

Boden

Nach der Prüfung des Untergrunds kommt eine Grundierung. Sie gleicht die Saugfähigkeit aus und verbessert die Haftung des Klebers. Der Fliesenleger schnürt die Achse nach Plan an und legt die erste Reihe trocken aus, um die Anschlüsse an Tür und Wände zu kontrollieren.

Der Kleber wird mit einer Zahnkelle mit großer Zahnung aufgezogen, meist 10 bis 12 mm, und zusätzlich wird eine dünne Schicht auf die Fliesenrückseite gespachtelt. Das nennt man kombiniertes Verfahren oder Buttering-Floating. Die Kleberriefen auf dem Untergrund laufen parallel zur kurzen Fliesenseite, damit die Luft beim Andrücken entweichen kann. Die Fliese wird eingelegt, leicht eingeschoben und angedrückt, oft mit Gummihammer oder einem Vibrationsgerät.

Zwischen die Fliesen kommen Nivellierlaschen mit Keilen. Sie ziehen die Kanten auf eine Ebene, solange der Kleber anzieht. Nach dem Aushärten werden die Laschen abgeschlagen. Zwischendurch wird eine frisch gelegte Fliese wieder abgehoben, um zu sehen, ob der Kleber die ganze Fläche bedeckt. Wenn nicht, wird die Arbeitsweise angepasst.

Wand

An der Wand beginnt man an einer waagerechten Stützlatte, die über dem Boden angeschraubt wird. So rutscht die erste Reihe nicht ab, und die unterste Reihe wird zum Schluss gesetzt, wenn die Höhe des fertigen Bodens feststeht. Bei dem Gewicht einer Fliese 60×120 braucht es einen Kleber mit reduziertem Abrutschen und einen tragfähigen Untergrund. Gipskartonplatten müssen für Feuchträume geeignet sein und werden meist doppelt beplankt, damit die Wand die Last trägt, die der Systemhersteller angibt.

An der Wand werden die Platten hochkant oder quer verlegt. Hochkant entstehen weniger waagerechte Fugen, und der Raum wirkt höher. Quer lässt sich die Fliesenhöhe leichter auf ganze Reihen abstimmen.

Schnitte und Bohrungen

Für gerade Schnitte nutzt man einen Handschneider mit einer Schiene über 120 cm oder eine Tischsäge mit Wasserkühlung. Löcher für Rohre und Dosen werden mit Diamantbohrkronen gebohrt, Ausschnitte mit dem Winkelschleifer. Kanten an Außenecken werden oft auf Gehrung geschliffen, damit eine saubere Ecke ohne Profil entsteht. In einer Dusche mit Gefälle wird die Fläche entweder mit Kehlschnitten zu einem Punktablauf hin geschnitten, oder man setzt eine Linienrinne an die Wand und gibt der ganzen Fläche Gefälle in eine Richtung. Bei 60×120 wirkt die zweite Lösung meist schöner, weil die Fliesen ganz bleiben.

Verfugen und elastische Fugen

Verfugt wird, wenn der Kleber ausgehärtet ist, meist frühestens am nächsten Tag, bei Schnellklebern laut Hersteller auch früher. Die Fuge ist schmal, üblich sind 2 bis 3 mm, sie sollte aber nie null sein. Ecken, Anschluss an die Wanne, Randfugen und Bewegungsfugen werden nicht mit Fugenmörtel, sondern mit Sanitärsilikon geschlossen.

Wie lange es dauert

Das Verlegen von 60×120 geht spürbar langsamer als bei kleinen Formaten. Jede Platte wird beidseitig mit Kleber versehen, mit Laschen ausgerichtet und beim Zuschnitt zu zweit bewegt. Vorsichtig begehbar ist der Boden in der Regel nach etwa 24 Stunden. Volle Belastung und das Einschalten der Fußbodenheizung empfehlen die Kleberhersteller meist erst nach einigen Tagen bis Wochen. Dazu kommen Zeiten für Ausgleichsmasse und das Trocknen des Estrichs, die im Bauablauf oft den größten Block ausmachen.

Material und Varianten: was Sie wählen und warum

Fliese

  • Rektifizierte Kante: Die Kanten sind nachgeschliffen und exakt rechtwinklig, so lässt sich mit schmaler Fuge verlegen. Bei 60×120 ist das üblich.
  • Stärke: meist etwa 9 bis 10 mm. Dickere Platten für außen sind schwerer und schwieriger zu schneiden. Dünne Varianten entlasten die Wand, sind aber beim Hantieren bruchempfindlicher.
  • Oberfläche: Polierte Fliesen zeigen jeden Überzahn und jede Unebenheit, matte verzeihen mehr. Für Bad- und Küchenböden lohnt ein Blick auf die Rutschhemmung, die der Hersteller angibt.

Fliesenkleber

Für Großformate nimmt man einen flexiblen Zementkleber, in der Regel der Klasse C2 nach DIN EN 12004, mit reduziertem Abrutschen (T) und verlängerter offener Zeit (E). Auf Fußbodenheizung, auf Gipskarton oder auf dem Balkon wählt man einen Kleber mit höherer Verformbarkeit (S1 oder S2). Für Böden gibt es auch fließfähige Kleber, die den Raum unter der Fliese besser füllen. Maßgeblich ist immer, was der Fliesenhersteller vorgibt.

Nivelliersystem

Laschen mit Keilen oder mit Drehkappen sind bei 60×120 fast unverzichtbar. Sie gleichen keinen schlechten Untergrund aus, halten aber die Kanten benachbarter Fliesen beim Abbinden in einer Ebene. Das Keilsystem geht schnell, das Drehsystem lässt sich feiner nachziehen.

Fugenmörtel

In trockenen Räumen genügt ein guter zementärer Fugenmörtel (CG2). In Duschen und an der Küchenrückwand wird oft Epoxidharzfuge gewählt, die weder Wasser noch Fett aufnimmt. Sie ist schwerer zu verarbeiten und bindet schnell ab, das verlangt Erfahrung.

Was die Arbeit leichter macht und was sie aufwendiger macht

Wie viel Aufwand anfällt und damit auch der Endpreis, hängt davon ab, was der Fliesenleger vorfindet. Leichter wird es durch:

  • Einen ebenen, trockenen Untergrund ohne Spachtelarbeiten
  • Eine große rechteckige Fläche ohne Nischen und Pfeiler
  • Einen abgestimmten Verlegeplan und richtig gesetzte Anschlüsse
  • Guten Zugang, Aufzug oder Erdgeschoss, damit die Platten leicht ins Haus kommen

Aufwendiger wird es durch:

  • Ein kleines Bad mit vielen Ecken, Nischen und Schnitten um Rohre
  • Wandfliesen bis zur Decke, bei denen schwere Platten vom Gerüst oder der Leiter gesetzt werden
  • Auf Gehrung geschliffene Ecken statt Profilen
  • Eine Dusche mit Gefälle und Kehlschnitten
  • Durchlaufende Maserung, wenn eine Marmoroptik über mehrere Platten weiterlaufen soll
  • Tragen in obere Stockwerke ohne Aufzug, zumal 60×120 in vielen Aufzügen im Altbau oder Mehrfamilienhaus gar nicht hineinpasst

Bestellen Sie das Material mit Reserve für Verschnitt. Bei langen Fliesen und verwinkelten Räumen fällt mehr Verschnitt an als bei kleinen Formaten, und dieselbe Produktionscharge lässt sich später nicht immer nachkaufen.

Typische Fehler und wie sie sich später zeigen

  • Halbverband: Ein Versatz um die halbe Länge wirkt natürlich, betont aber bei leicht gewölbten Fliesen den Überzahn. Hersteller empfehlen daher meist einen Versatz von höchstens einem Drittel. Prüfen Sie das im technischen Datenblatt, bevor Sie das Muster festlegen.
  • Kleber in Batzen: Nur punktweise aufgetragener Kleber lässt Hohlräume. Später zeigt sich das durch hohlen Klang, Risse oder lose Fliesen.
  • Ausgleich mit dickem Kleberbett: Statt zu spachteln wird die Unebenheit mit Kleber gefüllt. Die Folge sind eine wellige Fläche und Schwindrisse.
  • Fehlende Bewegungsfugen: Ohne elastische Fuge am Rand und in Türdurchgängen kann sich der Belag bei Temperaturbewegungen, vor allem mit Fußbodenheizung, aufwölben oder reißen.
  • Fuge nahe null: Die Fliesen berühren sich an den Kanten, haben keinen Spielraum und platzen an den Kanten ab.
  • Verlegen auf feuchtem Estrich: Die Feuchte zeigt sich später als Ausblühungen in den Fugen oder als Ablösung.
  • Schmale Streifen an der Wand: Ohne Plan entsteht an der Tür ein Streifen von wenigen Zentimetern, der wie ein Fehler wirkt und leicht abbricht.
  • Schwacher Wanduntergrund: Einfach beplankter Trockenbau oder alter Putz trägt das Gewicht von XL-Fliesen womöglich nicht. Das zeigt sich erst nach einiger Zeit durch Risse in den Fugen.

Anleitung für Heimwerker: Fliesen 60×120 auf einem kleineren Boden

Wenn Sie Erfahrung mit kleineren Fliesen haben und das XL-Format ausprobieren möchten, beginnen Sie mit einem ebenen Boden in einem einfachen Raum ohne Dusche. Badwände und eine Dusche mit Gefälle überlassen Sie sinnvollerweise dem Fliesenleger. Sie brauchen einen Helfer, Doppelsaugheber, einen langen Fliesenschneider, ein Nivelliersystem, eine Zahnkelle mit großer Zahnung und ein Rührwerk.

  1. Untergrund mit einer langen Richtlatte prüfen und Unebenheiten mit Ausgleichsmasse beseitigen.
  2. Untergrund absaugen und nach Herstellerangabe grundieren.
  3. Verlegeplan zeichnen und die erste Reihe trocken auslegen.
  4. Randdämmstreifen rundum an den Wänden anbringen.
  5. Kleber für Großformate genau nach Anleitung anmischen und reifen lassen.
  6. Kleber mit der Zahnkelle auf den Untergrund und dünn auf die Fliesenrückseite auftragen.
  7. Fliese zu zweit einlegen, leicht einschieben und andrücken.
  8. Nivellierlaschen setzen und Keile anziehen.
  9. Erste Fliese wieder abheben und die Kleberdeckung prüfen.
  10. Überschüssigen Kleber aus den Fugen entfernen, bevor er hart wird.
  11. Nach dem Aushärten die Laschen abschlagen und verfugen.
  12. Rand- und Bewegungsfugen mit Silikon schließen.

Zeigt sich der Untergrund als zu uneben oder liegen die ersten Platten trotz Laschen nicht in einer Ebene, brechen Sie die Arbeit ab. Einen verpatzten XL-Belag zu reparieren ist mühsamer, als ihn von Anfang an legen zu lassen.

Abnahme der fertigen Fläche

Sehen Sie sich die Fläche bei Tageslicht an und zusätzlich mit einer Taschenlampe oder Leuchte, die flach am Boden liegt und streifend leuchtet. Streiflicht zeigt Überzähne und Wellen viel deutlicher als die Deckenlampe. Gehen Sie bei der Abnahme diese Punkte durch:

  • Ebenheit unter der langen Richtlatte, ohne sichtbare Buckel und Mulden
  • Kein Überzahn zwischen benachbarten Fliesen, den Sie mit Finger oder Fuß spüren
  • Abklopfen mit einem Stiel oder Schlüssel, ohne hohlen Klang auf der Fläche
  • Gleich breite, gerade verlaufende Fugen
  • Verband nach dem vereinbarten Plan, Versatz gemäß Herstellerempfehlung
  • Saubere Schnitte um Rohre, Dosen und Zargen ohne Abplatzungen
  • Elastische Silikonfugen in Ecken, am Rand und an Wanne oder Duschtasse
  • Gefälle in der Dusche, das Wasser läuft zur Rinne und bleibt nirgends stehen
  • Saubere Oberfläche ohne Kleber- und Fugenreste
  • Übergabe der übrigen Fliesen aus derselben Charge für spätere Reparaturen
  • Auskunft, ab wann der Boden voll belastet und die Fußbodenheizung eingeschaltet werden darf

Häufige Fragen

Manchmal ja, wenn der alte Belag fest, eben und nirgends hohl ist. Die Oberfläche wird gereinigt, entfettet und mit einer Haftgrundierung behandelt. Rechnen Sie damit, dass der Boden höher wird. Das kann Türen und Übergänge zu anderen Räumen betreffen.

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