Fliesen im Standardformat bis 60 cm zu verlegen kostet laut aktueller Preisliste 47,80 € pro m² für die reine Verlegearbeit. Grundierung, Abdichtung, Dichtbänder, Verfugen, Silikon und aufwendige Details kommen je nach tatsächlichem Aufwand extra dazu. Die Fliesen suchen Sie selbst aus und kaufen sie auch selbst.
Leistungsarten und ihre Preise
Die häufigste Arbeit in Bad und Küche. Der Kleber wird mit einer Zahnkelle aufgetragen, die Ebenheit mit der Richtlatte kontrolliert.
Bei größeren Feinsteinzeugformaten werden das kombinierte Verfahren (Buttering-Floating) und ein Nivelliersystem verwendet, um Überzähne zu vermeiden.
Zeitaufwendige Präzisionsarbeit mit höherem Fugenmörtelverbrauch. Typisch für Duschnischen oder als Akzent.
Die Fliesen werden im 45-Grad-Winkel verlegt. Dies bedeutet mehr Verschnitt und einen höheren Arbeitspreis.
Die Verbundabdichtung wird in zwei Schichten aufgetragen. In Ecken und an Durchdringungen werden Dichtbänder und -manschetten eingearbeitet.
Zementärer Fugenmörtel wird nach dem Aushärten des Klebers eingebracht. Farbige Fugen betonen das Format, Grau ist am praktischsten.
Leistung aus dem Preisverzeichnis kalkulieren
Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.
Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Wand- und Bodenfliesen | ||||
| Fliesen / Bodenfliesen Standard bis 60 cm | m² | 47,80 € | - | |
| Feinsteinzeug-Fliesen / -Bodenfliesen über 60 cm | m² | 58,42 € | - | |
| Fliesen / Bodenfliesen XL-Format 60×120 | m² | - | ||
| Fliesen / Bodenfliesen XXL-Format 120×260 | m² | - | ||
| Mosaik verlegen | m² | - | ||
| Verkleidung Natur-/Kunststein / Klinker | m² | - | ||
| Verkleidung mit Bruchstein (Zaun, Sockel) | m² | - | ||
| Bordüre / Listello | lfm | 17,70 € | - | |
| Bodenfliesen bis 60 cm im Diagonalverband verlegen | m² | 58,42 € | - | |
| Verfugen | m² | 7,97 € | - | |
| Silikonverfugung | m² | 6,02 € | - | |
| Silikonieren der Innen- und Außenecken | lfm | 3,20 € | - | |
| Wasserstrahlschnitt 60×60 (Gehrungskante / Jolly) | lfm | 12,04 € | - | |
| Wasserstrahlschnitt 120×120 (Gehrungskante / Jolly) | lfm | 13,80 € | - | |
| Wasserstrahlschnitt - Aussparung in Fliese | lfm | 18,60 € | - | |
| Jolly-Profil (Montage und Setzen) | lfm | 17,70 € | - | |
| Sockelleiste aus Fliese / Bodenfliese | lfm | 7,97 € | - | |
| Aussparungen in Fliese / Bodenfliese sägen | Stk. | 5,30 € | - | |
| Kreisförmige Aussparungen in Bodenfliesen / Feinsteinzeug | Stk. | 4,60 € | - | |
| Vorbereitung | ||||
| Grundierung vor Verfliesung | m² | 2,12 € | - | |
| Abdichtung (Bad) | m² | 12,40 € | - | |
| Dichtband in Eck- und Kantenbereichen einarbeiten | lfm | 6,55 € | - | |
| Sanitärmontage | ||||
| Einbau der Badewanne (Fliesenarbeiten) | Stk. | - | ||
| Badewanne einmauern und an Ablauf anschließen | Stk. | - | ||
| Mauern und Gefälle für Duschpodest herstellen | Stk. | - | ||
| Montage Geberit WC-Vorwand + Ummauerung | Stk. | - | ||
| Stand-WC-Kombi setzen | Stk. | - | ||
| Wannen- / Duscharmatur setzen | Stk. | 53,10 € | - | |
| Waschbecken setzen | Stk. | 42,50 € | - | |
| Waschtischarmatur setzen | Stk. | 30,10 € | - | |
| Waschtischunterschrank montieren | Stk. | - | ||
| Spiegel ankleben | Stk. | 65,50 € | - | |
| Sonstige Arbeiten | ||||
| Sonstige nicht spezifizierte Arbeiten im Fach | Std. | - | ||
Was kostet das je nach Umfang
| Reine Verlegung Standardformat bis 60 cm, ohne Vorarbeiten | 1434,00 € |
| Verlegung mit Verfugung Grundierung, Verlegung, zementäre Verfugung | 1736,70 € |
| Komplettverlegung mit allen Details 30 m² Grundierung, Verlegung und Verfugung, 12 m² Abdichtung, 10 m Dichtband, 8 m Silikonfugen, 4 Bohrungen und 5 m Sockel | 2037,50 € |
Materialarten und ihre Preise
Flexibler Kleber für Feinsteinzeug und Großformate, wird nach Verbrauch separat berechnet.
Vereinheitlicht das Saugverhalten des Untergrunds und verbessert die Haftung des Klebers.
Zweikomponentig oder als Dispersion, in Nassbereichen in zwei Schichten auszuführen.
Zementär für normale Beanspruchung, Epoxidharz für stark beanspruchte und chemisch belastete Bereiche.
Untergrundvorbereitung Schritt für Schritt
Vor dem Verlegen prüft der Fliesenleger, ob der Untergrund eben, fest, sauber und trocken genug ist. Größere Unebenheiten gleicht er mit Spachtelmasse aus, nicht mit einer dickeren Schicht Kleber.
Die Grundierung sorgt dafür, dass der Untergrund dem Kleber nicht zu schnell das Wasser entzieht und die Fliesen gut halten. Saugende Untergründe wie Gipskarton oder Kalkputz grundiert er immer.
In der Dusche und rund um die Wanne trägt der Fliesenleger eine Verbundabdichtung in zwei Schichten auf. In Ecken und an Durchdringungen wie Rohren arbeitet er Dichtbänder und Manschetten ein. Die Abdichtung zieht er auch an den Wänden hoch, die Wasser abbekommen.
Er verwendet Fliesenkleber der Klasse C2TE S1. Am Duschboden legt er die Fliesen mit 1,5 bis 2 % Gefälle zum Ablauf. Bei Formaten über 60 cm trägt er den Kleber im kombinierten Verfahren auf.
Verfugt wird erst, wenn der Kleber ausgehärtet ist. Ecken und Anschlüsse zur Badewanne schließt er mit Sanitärsilikon, weil das Bewegungen der Bauteile mitmacht.
Arbeitsablauf
- 01Der Fliesenleger misst die Fläche aus und plant, wie die Fugen laufen und wo die Anschnitte hinkommen.
- 02Er reinigt den Untergrund, grundiert ihn und gleicht ihn bei Bedarf aus.
- 03Nassbereiche dichtet er nach DIN 18534 mit einer Verbundabdichtung ab, dazu kommen passende Systemteile wie Dichtbänder und Manschetten.
- 04Er plant die Verlegung so, dass die Anschnitte dort landen, wo sie wenig auffallen.
- 05Er verlegt mit der Zahnkelle und sorgt mit Keilen oder einem Nivelliersystem für eine ebene Fläche und gleichmäßige Fugen.
- 06Ist der Kleber ausgehärtet, verfugt er. Eck- und Anschlussfugen macht er mit Silikon.
- 07Zum Schluss reinigt er die Fläche und klopft die Fliesen ab, um Hohlstellen zu finden.
5 häufige Fehler
Fehlen Dehnungsfugen an den Wänden und in großen Flächen, kann der Belag reißen oder sich lösen. Die Randfuge sieht man später nicht, die Sockelfliese oder Silikon deckt sie ab.
In der Dusche gehört die Abdichtung auch an die Wand. Sonst läuft Wasser hinter die Fliesen, und nach ein paar Jahren zeigen sich Feuchteschäden im Nachbarraum.
Liegt eine Fliese nicht vollflächig im Kleber, klingt sie hohl und bricht unter Last. Bodenfliesen gehören deshalb immer vollflächig verklebt.
Bei Fliesen über 60 cm ist es ohne Nivellierhilfen schwer, die Kanten bündig zu bekommen. So entstehen Überzähne, an denen man hängen bleibt.
Ist der Kleber noch nicht ganz ausgehärtet, schadet die Restfeuchte dem Fugenmörtel. Die Folge sind Verfärbungen oder ausbrechende Fugen.
Montage der Sanitärobjekte nach dem Fliesen
Wenn der Kleber ausgehärtet und alles verfugt ist, kommen Badewanne, WC, Waschtisch, Armaturen, Schränke oder Spiegel an die Reihe. Diese Arbeiten finden Sie als eigene Positionen in der Preisliste. Im Orientierungspreis für die Fliesenarbeiten sind sie nicht enthalten, weil der Aufwand von der Ausstattung Ihres Bades abhängt.
Gute Fliesenarbeit erkennen Sie an den Details
Ein Fliesenleger macht mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Er bereitet den Untergrund vor, verlegt Wand- und Bodenfliesen, dichtet in Nassbereichen ab und kümmert sich um Fugen, elastische Anschlüsse und saubere Abschlüsse. Meist holen Sie ihn ins Bad, ins Gäste-WC, für den Fliesenspiegel in der Küche, in den Flur oder auf die Treppe.
Woran erkennen Sie gute Arbeit? Die Fliese in der Wandmitte verrät wenig. Schauen Sie lieber in die Ecken, auf die Schnitte um die Armaturen und auf die Wand im Streiflicht, wenn das Licht seitlich einfällt und jede Welle sichtbar wird. Die echte Prüfung kommt erst nach Jahren: Ein gut verlegter Boden klingt beim Abklopfen nicht plötzlich hohl.
Das meiste entscheidet sich, bevor die erste Fliese klebt. Wie eben ist der Untergrund, welchen Kleber wählt der Fliesenleger, wie teilt er die Fläche ein? Wenn alles fertig ist, lässt sich das ohne Abbruch nicht mehr ändern.
Fliesenformat: Großformat, Dünnplatten und Mosaik
Fliesen ab 60 × 120 cm sieht man heute in Bädern genauso wie im Wohnzimmer. Sie haben wenige Fugen und lassen den Raum großzügig wirken. Dafür verlangen sie einen sehr ebenen Untergrund. Je größer die Fliese, desto stärker zeichnet sich jede Unebenheit von Wand oder Boden ab. Bei Großformaten spachtelt der Fliesenleger die Fläche deshalb oft vollflächig oder gleicht den Boden mit einer selbstverlaufenden Ausgleichsmasse aus.
Gut zu wissen: Eine große Fliese ist nie ganz eben. Beim Brennen wölbt sie sich leicht, meist in der Mitte der Längsseite. Verlegen Sie sie im Halbverband, trifft der höchste Punkt der einen Fliese auf den tiefsten Punkt der nächsten, und an der Kante entsteht eine Stufe. Hersteller empfehlen bei rechteckigen Formaten deshalb meist einen Versatz von höchstens einem Drittel der Länge. Bis der Kleber hart ist, hält ein Nivelliersystem mit Laschen und Keilen die Kanten auf einer Höhe.
Keramische Dünnplatten sind nur etwa 6 mm stark. Man kann sie auch auf alte Fliesen kleben, und sie kommen sogar auf Möbeln und Küchenarbeitsplatten zum Einsatz. Damit sie beim Tragen nicht brechen, transportiert man sie in einem Rahmen mit Saugern und schneidet sie mit einem speziellen Schneidsystem.
Mosaik ist das Gegenteil. Die kleinen Steine auf einem Netz passen sich runden Flächen, Nischen und dem Gefälle eines bodengleichen Duschbereichs gut an. Rechnen Sie aber damit, dass Kleben und Verfugen lange dauern und viel Fugenmörtel draufgeht.
Fliesenkleber: was C2TE S1 bedeutet
Auf dem Sack finden Sie eine Kennzeichnung nach der europäischen Norm DIN EN 12004. Das sieht kompliziert aus, hilft Ihnen aber, den passenden Kleber für Untergrund und Format zu finden:
- C: zementärer Kleber, der Standard auf deutschen Baustellen. Dispersionskleber tragen ein D, Reaktionsharzkleber, zum Beispiel auf Epoxidbasis, ein R.
- 1 und 2: normaler und verbesserter Kleber. Klasse 2 haftet stärker und gehört zu Feinsteinzeug, Großformaten und in den Außenbereich.
- T: verringertes Abrutschen. Die Fliese bleibt an der Wand, wo Sie sie angesetzt haben.
- E: verlängerte offene Zeit. Der aufgezogene Kleber bleibt länger klebfähig, Sie müssen sich also weniger beeilen.
- F: schnell erhärtend. Praktisch, wenn es zügig weitergehen soll, etwa wenn das Bad schnell wieder nutzbar sein muss.
- S1 und S2: verformbar und hoch verformbar. Das zählt bei Fußbodenheizung, auf Holz und Gipskarton, bei Großformaten und draußen.
Den Kleber zieht man mit einer Zahnkelle auf, deren Zahnung zur Fliesengröße passt. Am Boden und bei großen Wandfliesen kommt zusätzlich eine dünne Schicht auf die Fliesenrückseite. Fachleute nennen das Buttering-Floating. Nur so liegt die Fliese voll im Kleberbett, ohne Hohlräume. Prüfen lässt sich das einfach: Der Fliesenleger nimmt eine frisch verlegte Fliese wieder ab und zeigt Ihnen die Rückseite.
Renovierung: Fliese auf Fliese verlegen
Wenn Sie ein Bad oder eine Küche renovieren, müssen die alten Fliesen nicht immer runter. Sitzt der alte Belag fest, klingt beim Abklopfen nicht hohl und bewegt sich der Untergrund nicht, können Sie direkt darauf fliesen. Das spart Abbruch, viel Staub und Zeit. Der Fliesenleger entfettet die alte Oberfläche gründlich, trägt eine Haftbrücke für nicht saugende Untergründe auf und arbeitet mit verformbarem Kleber.
Ein paar Haken gibt es trotzdem. Der Boden wird um Fliese und Kleber höher, das kann an Schwellen und Türen stören. Manchmal muss man die Türblätter kürzen. An der Wand steht die neue Schicht vor der Zarge vor, und die Armaturen brauchen Verlängerungen. Klingen alte Fliesen stellenweise hohl, kommen sie raus, und die Stelle wird ausgeglichen.
Werden im Bad auch die Leitungen erneuert, fliegt der alte Belag meist komplett raus. In vielen Altbauten lohnt vorher ein genauer Blick: Alte Fliesenkleber und Spachtelmassen aus der Zeit vor den frühen 1990er-Jahren können Asbest enthalten. Lassen Sie im Zweifel eine Probe untersuchen, bevor Sie schleifen oder stemmen. Asbesthaltiges Material darf nur ein dafür zugelassener Fachbetrieb entfernen. Die Elektroinstallation im Bad gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Im Mehrfamilienhaus sprechen Sie mit der Hausverwaltung oder der Eigentümergemeinschaft (WEG), bevor jemand an Steigleitungen oder gemeinsame Leitungen geht. Wollen Sie zusätzlich Wände versetzen oder in die Konstruktion eingreifen, fragen Sie vorher beim Bauamt nach, was die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes in Ihrem Fall verlangt.
Einteilung der Fläche und Fugenbreite
Ein erfahrener Fliesenleger klebt nicht sofort los. Zuerst teilt er die Fläche ein und schaut, wo die Schnitte landen. Ziel sind gleich breite Randstücke auf beiden Seiten der Wand und keine schmalen Streifen an Tür, Fenster oder Wanne, die wie eine Notlösung aussehen. Wenn es geht, laufen die Wandfugen in der Ecke genau auf die Bodenfugen zu. Armaturen- und Abflussanschlüsse legt er in die Mitte einer Fliese oder genau in eine Fuge.
Wie breit sollte die Fuge sein? Das hängt von den Fliesen ab. Rektifizierte Fliesen haben nach dem Brennen exakt auf Maß geschliffene Kanten. Sie lassen sich mit schmalen Fugen von etwa 2 mm verlegen. Nicht rektifizierte Fliesen schwanken etwas im Maß und brauchen eine breitere Fuge, die diese Unterschiede schluckt. Ganz ohne Fuge verlegt man nie, denn jede Fliese braucht ein wenig Spielraum für kleine Bewegungen.
Die Fugenfarbe verändert den Raum stärker, als viele erwarten. Eine Fuge im Ton der Fliese lässt die Fläche ruhig wirken, eine Kontrastfuge betont Format und Muster. Helle Bodenfugen werden schnell schmutzig, deshalb wählen viele für den Boden lieber Grau.
Fußbodenheizung und Bewegungsfugen
Fliesen passen sehr gut zur Fußbodenheizung, weil sie Wärme gut leiten. Fliesen darf der Fliesenleger aber erst, wenn die Heizung angefahren wurde und der Estrich die Restfeuchte erreicht hat, die der Hersteller vorgibt. Auf Baustellen misst man das in der Regel mit der CM-Messung. Lassen Sie sich das Aufheizprotokoll vom Heizungsbauer geben, der Fliesenleger braucht es. Als Kleber kommt ein verformbarer Typ zum Einsatz, der die Bewegungen beim Aufheizen und Abkühlen mitmacht.
Bewegungsfugen im Fliesenbelag müssen genau über den Fugen im Estrich liegen, nicht daneben. Dazu kommen Randfugen an den Wänden und Fugen an den Türschwellen. Große Flächen teilt man in kleinere Felder. Diese Fugen füllt man nicht mit Fugenmörtel, sondern mit elastischem Dichtstoff oder einem Bewegungsfugenprofil. Fehlen sie, reißen die Fliesen bei Temperaturwechseln oder lösen sich vom Boden.
Fliesenspiegel in der Küche
Den Fliesenspiegel zwischen Unterschränken und Hängeschränken fliest man am besten nach der Montage von Unterschränken und Arbeitsplatte oder nach einem genauen Küchenplan. Dann beginnen die Fliesen direkt über der Arbeitsplatte, und den Anschluss schließt eine Silikonfuge. Fliesen Sie vor dem Küchenaufbau, lassen Sie die Fliesen einige Zentimeter unter die geplante Arbeitsplattenhöhe reichen. Sonst bleibt nach dem Einbau womöglich ein hässlicher Spalt.
Hinter Herd und Kochfeld saugen sich Fugen schnell mit Fett voll. Ein größeres Format mit weniger Fugen hilft, ebenso ein Epoxid- oder hydrophobierter Fugenmörtel. Planen Sie die Steckdosen vor dem Fliesen, damit sie mittig auf einer Fliese oder in einer Fugenachse sitzen und nicht zufällig über einer Fliesenkante.
Gehrung, Sockel und weitere Details
Außenecken schließt man entweder mit einer Schiene oder mit einer Gehrung ab. Bei der Gehrung schleift der Fliesenleger die Fliesenkanten im Winkel von 45°, und zwei Fliesen treffen sich in der Ecke. Das wirkt sauberer, kostet aber mehr Arbeit und verzeiht keine Ungenauigkeit. Bei glasierten Fliesen mit andersfarbigem Scherben kann an der geschliffenen Kante ein heller Streifen sichtbar werden. Bei solchen Fliesen ist eine Schiene die vernünftigere Wahl.
Ein Fliesensockel schützt den unteren Wandbereich beim Wischen und Saugen. Man schneidet ihn aus den Bodenfliesen zu oder kauft ihn fertig. Ausschnitte für Steckdosen, Armaturen und Abflüsse bohrt man mit Diamantbohrkronen. Bricht man die Ränder von Hand aus, ist die Fliese schnell beschädigt.
Noch ein Punkt, den viele nicht kennen: Silikonfugen in Ecken und an Wanne oder Duschtasse gelten als Wartungsfugen. Sie halten nicht ewig und sollten nach einigen Jahren erneuert werden, bevor Feuchtigkeit dahinter gelangt.
Außenbereich: Terrasse, Balkon und Treppen
Nach draußen gehören nur frostbeständige Fliesen mit sehr geringer Wasseraufnahme, in der Regel Feinsteinzeug. Gewöhnliche Keramik nimmt Wasser auf. Das Wasser dehnt sich bei Frost aus und sprengt die Fliese. Auch der Kleber muss verformbar und für außen geeignet sein.
Auf Balkon und Terrasse braucht der Belag eine Abdichtung darunter. Die Fläche benötigt Gefälle von der Fassade weg und eine Entwässerung am Rand, etwa über ein Tropfprofil oder eine Rinne. Warum ist das so wichtig? Wasser, das unter den Fliesen stehen bleibt, gefriert im Winter und hebt den Belag ab. Auf größeren Terrassen setzt man deshalb Drainagesysteme ein, die das Wasser unter dem Belag ableiten, oder verlegt Platten auf Stelzlagern mit offenen Fugen. Wohnen Sie in einer Eigentumswohnung, gehören Balkonplatte und Abdichtung meist zum Gemeinschaftseigentum. Klären Sie Arbeiten deshalb vorher mit der Hausverwaltung oder der WEG.
Auf Treppen geht es vor allem um Sicherheit. Trittstufen brauchen eine rutschhemmende Oberfläche, und die Stufenkante bekommt ein Treppenprofil oder ein Formteil, das beim Auftreten nicht abplatzt. Alle Stufen müssen gleich hoch sein, denn schon ein Zentimeter Unterschied bringt Menschen zum Stolpern. Für befahrene Flächen und Einfahrten taugen geklebte Keramikfliesen nicht. Dort gehören Verbundpflaster oder Natursteinpflaster in ein Splittbett.
Anleitung für Heimwerker: gesprungene Fliese austauschen
Eine einzelne gesprungene Fliese an Wand oder Boden können Sie selbst tauschen, ohne die Nachbarfliesen zu beschädigen. Voraussetzung ist ein Ersatzstück aus der ursprünglichen Lieferung. Liegt die Fliese im Duschbereich auf einer Abdichtung, arbeiten Sie besonders vorsichtig, damit die Abdichtung darunter heil bleibt.
- Umliegende Fliesen mit Kreppband abkleben, damit sie nicht verkratzen.
- Fugenmörtel rund um die gesprungene Fliese mit einem Fugenkratzer oder einem Multifunktionswerkzeug auskratzen.
- Mehrere Löcher in die Fliese bohren oder sie kreuzweise einschneiden und dann mit dem Meißel von der Mitte zu den Rändern herausbrechen, nicht von den Kanten aus.
- Alten Kleber vom Untergrund entfernen, damit die neue Fliese eben liegt und nicht übersteht.
- Verformbaren Kleber auf Untergrund und Fliesenrückseite auftragen und die neue Fliese bündig zu den Nachbarfliesen eindrücken.
- Ebenheit mit Wasserwaage oder Richtlatte über die Nachbarfliesen prüfen und Fugenkreuze einsetzen, damit die Fugen gleich breit bleiben.
- Nach dem Aushärten laut Verpackung verfugen und überschüssigen Mörtel mit einem feuchten Schwamm abwischen.
- Bei Fliesen, die immer wieder an derselben Stelle springen, die Ursache unter der Fliese suchen: meist ein Hohlraum oder ein Untergrund, der sich bewegt, nicht die Fliese selbst.
Heben Sie nach jeder Fliesenarbeit ein paar Fliesen aus derselben Produktionscharge auf. Die Farbtöne unterscheiden sich von Charge zu Charge, und dieselbe Fliese ist nach Jahren oft nicht mehr zu bekommen.
Abnahme: so prüfen Sie die fertige Arbeit
- Ebenheit mit einer 2-m-Richtlatte prüfen, Kantenversatz zwischen benachbarten Fliesen soll minimal sein
- Fliesen abklopfen und auf hohl klingende Stellen achten
- Fugen sind gerade, gleich breit und vollständig gefüllt
- Schnitte sind sauber und symmetrisch, ohne schmale Streifen an Tür und Wanne
- Ecken und Anschlüsse an Sanitärobjekte sind mit Silikon geschlossen, nicht mit Fugenmörtel
- In der Dusche läuft das Wasser zum Ablauf und bleibt nirgends stehen
- Bewegungsfugen sind mit elastischem Dichtstoff oder Profil geschlossen
- Aufheizprotokoll und Hinweise zur Abdichtung liegen Ihnen schriftlich vor
- Die Oberfläche ist frei von Kleber- und Fugenmörtelresten
Häufige Fragen
Fliesen im Standardformat bis 60 cm zu verlegen kostet laut aktueller Preisliste 47,80 € pro m² für die reine Verlegearbeit. Grundierung, Abdichtung, Verfugen, Silikon und aufwendige Details werden als eigene Positionen berechnet.
Das hängt von der Fläche, dem Fliesenformat, dem Zustand des Untergrunds, der Größe der Nassbereiche und den Details ab. In der Tabelle oben sehen Sie eine Beispielrechnung für 30 m² Fliesenfläche, alle Beträge stammen aus der aktuellen Preisliste.
Nein, die Fliesen selbst sind im Arbeitspreis nicht enthalten. Grundierung, Abdichtung, Dichtbänder, Fugenmörtel und Silikon kommen je nach Umfang als eigene Positionen dazu.
Meist einen Flexkleber der Klasse C2TE S1, passend zu Untergrund und Format. Der Fliesenleger trägt ihn auf den Untergrund und auf die Rückseite der Fliese auf (kombiniertes Verfahren), damit die Fliese vollflächig im Kleber liegt.
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