Für die Sanierung eines Sanitärkerns im Plattenbau (Bad 3,5 m² und separates WC 1,2 m²) rechnen Sie mit rund CHF 7’590 - CHF 12’500 inklusive Material, davon Arbeitsleistung laut aktueller Preisliste CHF 6052.15 - CHF 8373.90. Der tiefere Betrag gilt für neue Trennwände und Oberflächen, wobei die Anschlüsse am alten Ort bleiben und ein Stand-WC montiert wird. Der höhere gilt für einen schlüsselfertigen Kern mit neuen Leitungen, Wand-WC, Handwaschbecken und Zubehör. Platten, Badewanne, Sanitärapparate und Armaturen sind in der Standardklasse gerechnet. Tür, Duschkabine, Ersatz der Steigleitungen und Schuttabfuhr werden separat verrechnet.
Leistungsarten und ihre Preise
Die Kunststoff- oder Betonwände des Kerns werden zerlegt, die Sanitärapparate demontiert und alles hinausgetragen. Meist fällt so viel Schutt an, dass eine Mulde bestellt wird.
Anstelle des Kerns werden Trennwände aus Porenbeton gemauert. Dabei lässt sich die Tür versetzen oder Bad und WC zu einem Raum zusammenlegen.
Neue Anschlüsse für Lavabo, Badewanne, WC, Waschmaschine und Handwaschbecken, angeschlossen an die Steigleitung des Hauses.
Der Badboden und die Nassbereiche bei der Wanne werden abgedichtet, in den Ecken mit Dichtband. So gelangt kein Wasser zu den Nachbarn.
Im Bad und im WC. Kleine Flächen mit vielen Zuschnitten rund um Steigleitung und Vorwandelement.
Die tragende Konstruktion für das Wand-WC. Höhe und Ablauf werden eingestellt, bevor die Platten kommen.
Preisverzeichnis Bauarbeiten: Sanierung Nasszelle im Plattenbau
Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Preisniveau: Schweiz. Im Preisverzeichnis können Sie die Preise selbst anpassen.
Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Vorarbeiten | ||||
| Kompletter Abbruch eines Fertig-Sanitärkerns | Stk. | CHF 988.85 | - | |
| Mauerarbeiten | ||||
| Trennwände bis 12,5 cm mauern (Ziegel/Ytong) | m² | CHF 38.35 | - | |
| Feiner Kalkzementputz (Feinputz) | m² | CHF 19.15 | - | |
| Vorbereitung | ||||
| Grundierung vor Verfliesung | m² | CHF 3.85 | - | |
| Abdichtung (Bad) | m² | CHF 14.15 | - | |
| Dichtband in Eck- und Kantenbereichen einarbeiten | lfm | CHF 17.55 | - | |
| Fliesen und Bodenfliesen | ||||
| Fliesen / Bodenfliesen Standard bis 60 cm | m² | CHF 78.70 | - | |
| Verfugen | m² | CHF 3.85 | - | |
| Silikonieren der Innen- und Aussenecken | lfm | CHF 3.85 | - | |
| Aussparungen in Fliese / Bodenfliese sägen | Stk. | CHF 24.20 | - | |
| Jolly-Profil (Montage und Setzen) | lfm | CHF 119.05 | - | |
| Sanitär | ||||
| Montage Badewanne inkl. Ummauerung | Stk. | CHF 242.15 | - | |
| Setzen und Anschluss Hänge-WC | Stk. | CHF 90.80 | - | |
| Montage Handwaschbecken inkl. Armatur | Stk. | CHF 90.80 | - | |
| Sanitärmontage | ||||
| Waschbecken setzen | Stk. | CHF 70.65 | - | |
| Waschtischarmatur setzen | Stk. | CHF 50.45 | - | |
| Wannen- / Duscharmatur setzen | Stk. | CHF 111.00 | - | |
| Stand-WC-Kombi setzen | Stk. | CHF 90.80 | - | |
| Zubehör | ||||
| Montage Entlüftungsventilator | Stk. | CHF 90.80 | - | |
| Spiegel ankleben | Stk. | CHF 80.70 | - | |
| Montage Badaccessoires (Halter, Haken) | Stk. | CHF 24.20 | - | |
| Oberflächen | ||||
| Wandfliesen im WC | m² | CHF 90.80 | - | |
| Verlegung Bodenfliesen im WC | m² | CHF 90.80 | - | |
| Sanitärarbeiten | ||||
| Abgang für Kalt- und Warmwasser | Stk. | CHF 70.65 | - | |
| Abgang Innenabfluss und Kanalisation | Stk. | CHF 50.45 | - | |
| Montage Geberit-Vorwandelement WC (Duofix / Kombifix) | Stk. | CHF 242.15 | - | |
| Setzen Geräteventil für Trockner/Waschmaschine + Abfluss | Stk. | CHF 111.00 | - | |
| Montage und Einbau Revisionsklappe | Stk. | CHF 90.80 | - | |
| Elektroinstallation | ||||
| Abgang für 230 V-Steckdose - Rohinstallation | Stk. | CHF 13.70 | - | |
| Abgang für Schalter - Rohinstallation | Stk. | CHF 17.15 | - | |
| Komplettierung 230 V-Steckdose / Schalter | Stk. | CHF 22.20 | - | |
| Endarbeiten | ||||
| Montage und Anschluss WC-Ventilator | Stk. | CHF 90.80 | - | |
Was kostet das je nach Umfang
| Neue Trennwände und Oberflächen Abbruch des Kerns, 16 m² Trennwände, Putz, Abdichtung, Wand- und Bodenplatten in Bad und WC, Badewanne, Lavabo, Armaturen, Ventilator und Stand-WC an den bestehenden Anschlüssen | CHF 7’590 - CHF 9’090 davon Arbeitsleistung CHF 6052.15 |
| Kern mit neuen Leitungen Dazu neue Wasser- und Abwasseranschlüsse, Elektro im Bad, Vorwandelement mit Wand-WC und Ventilator im WC | CHF 9’070 - CHF 10’700 davon Arbeitsleistung CHF 7141.10 |
| Kern schlüsselfertig Alles oben Genannte, dazu Handwaschbecken im WC, Anschluss für die Waschmaschine, Revisionsöffnung, Abschlussprofile, Spiegel und Zubehör | CHF 10’500 - CHF 12’500 davon Arbeitsleistung CHF 8373.90 |
Ablauf der Sanierung des Sanitärkerns
Den Termin für das Abstellen des Wassers in der Steigleitung vereinbart der Handwerker mit der Verwaltung oder der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Lärmige Arbeiten richten sich nach der Hausordnung. Besteht in einem älteren Bau Asbestverdacht, wird vor dem Abbruch eine Probe genommen, und belastetes Material entfernt nur eine anerkannte Asbestsanierungsfirma. Steigleitungen und Lüftungsschacht des Hauses bleiben an ihrem Ort.
Aus Porenbeton werden die neuen Trennwände von Bad und WC gemauert. Danach werden die Wände mit Putz begradigt, damit die Platten gerade sitzen.
Neue Wasser- und Abwasseranschlüsse werden verlegt und das Vorwandelement gesetzt. Vor dem Zumachen kommt alles unter Druckprobe. Die Elektroanschlüsse im Bad macht ein Elektroinstallateur mit Bewilligung.
Badboden und Nassbereiche erhalten eine Abdichtung in zwei Schichten. Danach folgen Wand- und Bodenplatten in beiden Räumen.
Arbeitsablauf
- 01Besichtigen, ausmessen, Platten und Sanitärapparate aussuchen, mit der Verwaltung absprechen.
- 02Sanitärkern abbrechen, Schutt abführen, Steigleitungen und Boden prüfen.
- 03Trennwände von Bad und WC mauern und Wände mit Putz begradigen.
- 04Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen neu verlegen, WC-Element setzen, Druckprobe machen.
- 05Boden und Nassbereiche abdichten.
- 06Wand- und Bodenplatten in Bad und WC verlegen, verfugen, Silikonfugen ziehen.
- 07Badewanne, Lavabo, Armaturen, WC, Ventilatoren und Zubehör montieren.
5 häufige Fehler
Die Steigleitungen gehören allen im Haus. Wird das Wasser ohne Ankündigung abgestellt oder eine Steigleitung beschädigt, betrifft das das ganze Haus.
Eine undichte Verbindung zeigt sich erst unter den Platten oder bei den Nachbarn darunter. Dann hilft nur noch aufspitzen.
Platten und Fugen halten kein Wasser zurück. Im Plattenbau gelangt es in die Deckenplatte und zu den Nachbarn.
Ohne Revisionsöffnung müssen bei jeder Störung oder Zählerablesung die neuen Platten aufgespitzt werden.
Die Sitzhöhe wird ab dem fertigen Bodenbelag gemessen. Nach dem Plattenlegen lässt sich das nur noch mit Abbruch korrigieren.
Was zur Nasszelle gehört
Gemeint ist hier der Bad- und WC-Kern einer Wohnung in einem grossen Plattenbau. Das sind die Räume mit Wasser und Abwasser, also Bad und WC, die rund um die Steigleitungen angeordnet sind. In älteren Häusern ist das oft eine vorfabrizierte Zelle, die als fertiges Element in die Wohnung gestellt wurde. Die Wände bestehen aus dünnen, kunststoffbeschichteten Platten auf einem Holz- oder Metallgerippe. Dahinter verlaufen die Rohre frei. In späteren Bauserien wurden die Kerne aus dünnen Elementen oder Formsteinen gebaut oder gemauert. Jede Bauweise hat etwas andere Masse, eine andere Lage der Steigleitungen und eine andere Befestigung der Wände. Deshalb können sich zwei gleich grosse Wohnungen bei der Sanierung ganz unterschiedlich verhalten.
Zur Nasszelle gehören ihre Wände, der Boden, die Leitungen von der Steigleitung bis zu den Apparaten und die Lüftung in den Schacht. Nicht dazu gehören die Deckenplatte, die Aussen- und Tragwände sowie die Steigleitungen selbst, die dem ganzen Hauseingang dienen. Die Küche grenzt oft an eine Wand der Nasszelle und bezieht Wasser und Abwasser aus demselben Installationsschacht. Der Lüftungsschacht ist meist für alle übereinanderliegenden Geschosse gemeinsam. Wer diese Aufteilung vorher kennt, spricht sich leichter mit den Handwerkern und der Verwaltung ab.
Steigleitungen, Verwaltung und Baubehörde
Die Steigleitungen für Wasser, Abwasser und teils auch Gas gehören zu den gemeinschaftlichen Teilen des Hauses. Über ihren Ersatz und das Absperren entscheidet die Liegenschaftsverwaltung oder die Stockwerkeigentümergemeinschaft, nicht der Eigentümer der einzelnen Wohnung. Praktisch heisst das: Der Sanitärinstallateur sperrt das Wasser in der Steigleitung nicht einfach selbst ab. Der Termin wird angekündigt, die Nachbarn werden per Aushang im Treppenhaus informiert, und die Absperrung bedient oft eine von der Verwaltung beauftragte Person. Wer zur Miete wohnt, braucht für die Sanierung ohnehin die Zustimmung der Vermieterschaft.
In der Praxis kommt es oft vor, dass das Haus den Ersatz der Steigleitungen in ein oder zwei Jahren plant. Dann lohnt es sich, den Zeitplan zu erfragen und die Sanierung so zu legen, dass die neue Steigleitung später nicht durch fertige Plattenwände angeschlossen werden muss. Plant das Haus keinen Ersatz und ist die Leitung in schlechtem Zustand, lässt sich mit der Verwaltung oft der Ersatz des Abschnitts in der Wohnung vereinbaren. Wichtig ist eine schriftliche Vereinbarung. Darin sollte stehen, wer für den Anschluss an den Rest der Steigleitung verantwortlich ist und wer allfällige Schäden bei den Nachbarn trägt.
Ob für die Sanierung eine Bewilligung oder eine Meldung nötig ist, hängt vom Umfang der Arbeiten und von den Vorschriften von Kanton und Gemeinde ab. Pauschal versprechen lässt sich das nicht. Bei Eingriffen in tragende Bauteile, in gemeinsame Leitungen oder bei einer Änderung des Grundrisses ist es vernünftig, das Vorgehen direkt bei der Baubehörde der Gemeinde abzuklären. Die Zustimmung der Verwaltung oder der Eigentümergemeinschaft ist eine separate Frage. Die Baubehörde ersetzt sie nicht.
Asbest und alte Materialien hinter den Platten
Beim Öffnen der Nasszelle kommen manchmal Materialien zum Vorschein, die heute nicht mehr verwendet werden. In einigen Häusern bestehen Lüftungsrohre oder Teile der Abwasserleitung aus Asbestzement. Sie sehen aus wie grauer Beton mit faseriger Struktur. Solange sie ganz und unbeschädigt sind, geht von ihnen kaum Gefahr aus. Problematisch wird es beim Schneiden, Brechen und Schleifen, weil dann Fasern frei werden.
Asbesthaltige Bauteile gehören in die Hände eines spezialisierten, von der Suva anerkannten Asbestsanierungsunternehmens. Laien und gewöhnliche Abbruchequipen sollen sie nicht anfassen. Besteht ein Verdacht auf Asbest, wird der Rückbau an dieser Stelle gestoppt und das Material untersucht. Weil es oft um die gemeinsame Lüftung geht, läuft der Entscheid auch über die Verwaltung. Neben Asbest finden sich unter den Bodenplatten manchmal alte bituminöse Kleber, Bleidichtungen oder rostige Stahlschutzrohre. Das ist kein Drama. Es muss aber in die Planung von Rückbau und Entsorgung einfliessen.
Neue Trennwände: Porenbeton oder Gipskarton
Anstelle der alten Platten wird die Nasszelle heute meist mit Porenbetonsteinen gemauert. Sie sind stabil und einfach zu verarbeiten. Schrank, Spiegel und auch ein schwererer Boiler lassen sich ohne grosses Nachdenken befestigen, sofern Dübel für Porenbeton verwendet werden. Die Wand verträgt Feuchtigkeit besser und zerfällt bei einem allfälligen Leck nicht. Nachteile sind das Gewicht, die Nassarbeiten und die Trocknungszeit für den Verputz.
Gipskarton ist leichter und schneller, und im Hohlraum zwischen den Platten lassen sich Leitungen ohne Schlitzen führen. In Nassräumen braucht es aber imprägnierte Platten oder Zementplatten und ein dichteres Ständerwerk, in der Regel nach den Vorgaben des Systemherstellers. Schwere Gegenstände brauchen vorab eingebaute Verstärkungen, sonst wird die Befestigung kompliziert. Für den Schallschutz entscheidend sind die Füllung mit Mineralwolle und die Entkopplung des Ständerwerks von Decke und Boden. Die Spülung hört man durch eine schwach geplante Gipskartonwand deutlich mehr als durch eine gemauerte.
Ein häufiger Kompromiss: Die Umfassungswände von Bad und WC werden gemauert, die Leitungen verlaufen in einer Vorwand aus Gipskarton. So sind die Wände stabil, und die Installationen bleiben über Revisionsöffnungen zugänglich.
Grundriss: was sich verschieben lässt und was nicht
Die Wände der Nasszelle sind in der Regel nicht tragend. Am Grundriss lässt sich also etwas ändern. Wer Bad und WC zusammenlegt, gewinnt Platz, verliert aber den zweiten Raum für den Morgenbetrieb. In Familien mit Kindern ist es oft besser, das separate WC zu behalten und lieber die Türe so zu versetzen, dass im Bad eine Waschmaschine Platz findet. Türen werden auch oft versetzt, weil die alten so in den Korridor aufgingen, dass sie den Zugang zu einem Zimmer blockierten.
Die Grenze setzt das Abwasser. Die Leitung braucht Gefälle zur Steigleitung, und im Plattenbau lässt sie sich nicht tiefer in den Boden legen. Je weiter WC oder Dusche von der Steigleitung entfernt sind, desto höher muss der Anschluss liegen und desto eher entsteht eine Stufe oder ein erhöhter Sockel. In die Deckenplatte darf ohne Beurteilung durch einen Bauingenieur weder gespitzt noch geschlitzt noch für Durchbrüche gebohrt werden. Dasselbe gilt für tragende Wände neben der Nasszelle. Die Waschmaschine braucht einen eigenen Zulauf, einen Ablauf mit Siphon und eine Steckdose, am besten so angeordnet, dass sich das Gerät für den Service hervorziehen lässt. Details zum Bad selbst wie Abdichtung, bodenebene Dusche, Plattenarbeiten oder die Sitzhöhe des WC behandeln eigene Anleitungen.
Wasser- und Elektroleitungen in der Nasszelle
Wasser und Abwasser
In älteren Nasszellen bestehen die Leitungen aus verzinkten Stahlrohren. Sie wachsen innen zu und rosten an den Verbindungen. Teilweise finden sich auch Abschnitte aus Aluminium oder Kupfer von späteren Reparaturen. Bei der Sanierung werden die alten Rohre meist komplett bis zur Absperrung bei der Steigleitung ersetzt. Die neuen Leitungen verlaufen meist in einer Vorwand. Sie verdeckt auch das Unterputzelement und ergibt eine ebene Fläche für die Platten. Absperrventile, Wasserzähler und Reinigungsöffnungen der Abwasserleitung müssen zugänglich bleiben. Den Wasserzähler durch einen schmalen Spalt hinter dem Spiegel ablesen zu müssen, freut niemanden.
Elektrisch
In manchen älteren Plattenbauten liegen Aluminiumleiter. Sie werden spröde, die Verbindungen lockern sich, und bei der heutigen Belastung durch Waschmaschine, Tumbler oder Boiler erwärmen sie sich. Bei der Sanierung werden neue Stromkreise deshalb mit Kupferleitern gezogen. Die Verbindung zum Rest der Wohnung erfolgt mit Klemmen, die für Aluminium und Kupfer zugelassen sind, idealerweise erst im Verteilkasten. Für Steckdosen und Leuchten im Bad gelten vorgeschriebene Schutzbereiche. Diese behandeln die separaten Anleitungen zum Bad. Arbeiten an der Elektroinstallation gehören in die Hände eines Elektroinstallateurs mit entsprechender Bewilligung. Nach Abschluss sollte der Sicherheitsnachweis verlangt werden. Ohne ihn wird es bei einem Versicherungsfall und beim Verkauf der Wohnung schwierig.
Lüftung über den Schacht des Hauses
Bad und WC im Plattenbau haben kein Fenster und werden in einen gemeinsamen Schacht entlüftet. In manchen Häusern funktioniert das natürlich, in anderen sorgt ein zentraler Ventilator auf dem Dach für Unterdruck im Schacht. In ein solches System gehört nicht unüberlegt ein eigener leistungsstarker Ventilator. Er kann Luft zu den Nachbarn drücken oder den Zug im ganzen Strang stören.
Wird ein Ventilator mit Motor eingebaut, sollte er eine Rückschlagklappe haben, damit Gerüche und Dampf der Nachbarn nicht in die Wohnung zurückströmen. Bei Häusern mit zentraler Abluft braucht es meist die Zustimmung der Verwaltung, und manchmal ist nur ein Gitter oder ein Abluftventil erlaubt. Die Öffnung zum Schacht darf weder verkleinert noch zugemauert werden. In der Praxis kommt es oft vor, dass beim Rückbau das alte Lüftungsrohr beschädigt wird. Die Reparatur der gemeinsamen Leitung läuft dann über die Verwaltung. Deshalb wird rund um den Schacht vorsichtig und von Hand abgebrochen.
Die Küche hinter der Wand der Nasszelle
Die Küchenkombination steht im Plattenbau oft an der Wand der Nasszelle und hängt am selben Strang. Ist die Nasszelle offen, ist das der beste Moment, um für die Küche neue Wasser- und Abwasseranschlüsse vorzubereiten, eventuell auch einen Zulauf für den Geschirrspüler. Später müsste man die fertige Badwand wieder öffnen. Soll die Küche erst in einem Jahr ersetzt werden, lohnt es sich, Ventile und Ablauf schon jetzt herauszuführen und zu verschliessen.
Bei einer Vorwand aus Gipskarton ist zu bedenken, dass auf der anderen Seite Küchenschränke hängen werden. Dafür werden vorab Verstärkungen eingebaut, oder die Wand wird gemauert. Wird der Spültrog entlang der Kombination verschoben, gilt dieselbe Gefällegrenze wie im Bad. Eine lange waagrechte Abwasserleitung unter der Küche verstopft gerne und macht Lärm.
Wohnen während der Sanierung
Während der Sanierung hat die Wohnung für eine gewisse Zeit weder Bad noch WC. Wer in der Wohnung bleibt, braucht eine Lösung bei Verwandten, Nachbarn oder eine gemietete Ausweichmöglichkeit. Manche Firmen stellen für einige Tage ein provisorisches WC auf, die Dusche ist damit aber nicht gelöst. Am schwierigsten sind meist die ersten Tage des Rückbaus und jene Tage, an denen die Handwerker aufeinander folgen und kein Wasser verfügbar ist.
Der Rückbau ist laut und staubig. Die Hausordnung legt in der Regel fest, zu welchen Zeiten lärmige Arbeiten erlaubt sind, und am Wochenende ist sie meist strenger. Es gehört sich, die Nachbarn vorab mit einem Zettel im Treppenhaus zu informieren. Lift und Treppenhaus müssen vor Schäden geschützt und regelmässig gereinigt werden. Staub dringt auch durch geschlossene Türen. Deshalb ist es sinnvoll, die Möbel in allen Zimmern abzudecken, nicht nur in der Nähe der Nasszelle.
Der Zeitplan lässt sich nicht beliebig verkürzen. Verputz und Spachtelungen müssen trocknen, und bestellte Sanitärapparate können sich verspäten. Ein realistischer Plan rechnet mit Reserve. Die Apparate werden gleich nach der definitiven Auswahl bestellt, nicht erst während der Plattenarbeiten.
Anleitung für Heimwerker: Wohnung vor dem Rückbau der Nasszelle vorbereiten
Rückbau und Leitungen sind Sache von Fachleuten. Die Vorbereitung der Wohnung schaffen aber auch Laien. Das spart der Firma Zeit und den Bewohnern Nerven.
- Bad, WC, Korridor und die Küchenschränke an der Wand der Nasszelle ausräumen, damit die Steigleitung frei zugänglich ist.
- Den alten Zustand fotografieren: Nasszelle, Absperrventile, Wasserzähler, Ventile und Verteilkasten samt Beschriftung der Sicherungen.
- Die Stände von Wasserzählern und Heizkostenverteilern notieren und ein datiertes Foto an die Verwaltung schicken.
- Die Hauptabsperrungen für Wasser in der Wohnung und die Sicherung für Bad und WC mit farbigem Klebeband markieren.
- Böden in Korridor und Zimmern mit Folie und Klebeband abdecken und die Zimmertüren abkleben, damit kein Staub durch die Fugen dringt.
- Im Treppenhaus einen Aushang mit dem Termin des Rückbaus und einer Kontaktperson aufhängen.
- Für die ganze Bauzeit eine Ausweichlösung für Dusche und WC organisieren und den Standplatz für die Mulde nach Vorgaben von Verwaltung oder Gemeinde vorab klären.
So wird die Nasszelle abgenommen
- Absperrventile, Wasserzähler und Reinigungsöffnungen sind über Revisionsklappen zugänglich,
- für die Leitungen liegt ein Protokoll der Druckprobe vor,
- für die Elektroinstallation liegt der Sicherheitsnachweis vor,
- es gibt Fotos der Leitungen vor dem Schliessen, mit eingezeichneten Leitungsführungen,
- der Anschluss an die Steigleitung ist trocken und die Steigleitung unbeschädigt,
- Abluftgitter oder Ventilator ziehen und die Rückschlagklappe funktioniert,
- die Türen gehen frei auf und stossen weder an Apparate noch an die Waschmaschine,
- die Anschlüsse für die Küche sind wie vereinbart vorbereitet und verschlossen,
- die Trennwände sind stabil und an den Stellen für Schränke verstärkt,
- der Bereich um den Lüftungsschacht und die gemeinsamen Räume sind unbeschädigt,
- die Verwaltung ist über den Abschluss der Arbeiten informiert und hat die Zählerstände erhalten.
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