Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Verfugen von Wand- und Bodenplatten

Verfugen ist der letzte nasse Arbeitsschritt beim Plattenlegen: Die Zwischenräume zwischen den Wand- oder Bodenplatten werden mit Fugenmasse gefüllt. Sie brauchen das bei jedem neuen Plattenbelag, aber auch dann, wenn alte Fugen rissig sind, ausbröckeln oder so vergraut sind, dass keine Reinigung mehr hilft. Fugen wirken wie ein Detail, d

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·19 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
8.36 CHF/ m²
Richtwert-Spanne
6.60 CHF - 10.88 CHF
Wohnung 60 m²
1254.57 CHF
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Plattenarbeiten19 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Fliesen und Bodenfliesen
Verfugenm²8.36 CHF-
Fliesen / Bodenfliesen Standard bis 60 cmm²50.17 CHF-
Feinsteinzeug-Fliesen / -Bodenfliesen über 60 cmm²61.30 CHF-
Fliesen / Bodenfliesen XL-Format 60×120m²-
Fliesen / Bodenfliesen XXL-Format 120×260m²-
Mosaik verlegenm²-
Verkleidung Natur-/Kunststein / Klinkerm²-
Verkleidung mit Bruchstein (Zaun, Sockel)m²-
Bordüre / Listellolfm18.58 CHF-
Bodenfliesen bis 60 cm im Diagonalverband verlegenm²61.30 CHF-
Silikonverfugungm²6.30 CHF-
Silikonieren der Innen- und Ausseneckenlfm3.35 CHF-
Wasserstrahlschnitt 60×60 (Jolly-Kante)lfm12.64 CHF-
Wasserstrahlschnitt 120×120 (Jolly-Kante)lfm14.50 CHF-
Wasserstrahlschnitt - Aussparung in Flieselfm19.50 CHF-
Jolly-Profil (Montage und Setzen)lfm18.58 CHF-
Sockelleiste aus Fliese / Bodenflieselfm8.36 CHF-
Aussparungen in Fliese / Bodenfliese sägenStk.5.57 CHF-
Kreisförmige Aussparungen in Bodenfliesen / FeinsteinzeugStk.4.83 CHF-
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Wozu Fugen überhaupt da sind

Warum legt man Platten nicht einfach dicht aneinander? Keine Platte hat ein ganz exaktes Mass, und der Untergrund bewegt sich bei Temperatur- und Feuchtigkeitswechseln leicht. Die Fuge gleicht diese Unterschiede aus und übernimmt noch weitere Aufgaben:

  • Sie hält Wasser und Schmutz ab, damit diese nicht unter die Platten zum Kleber und Untergrund gelangen
  • Sie schliesst die Oberfläche, sodass sich in den Zwischenräumen weniger Schmutz festsetzt und Schimmel schwerer Fuss fasst
  • Sie verteilt die Belastung und schützt die Plattenkanten vor Abplatzungen
  • Sie prägt das Aussehen: Eine passende Fugenfarbe lässt die Fläche ruhig wirken, eine kontrastierende betont das Plattenformat

Wichtig zu wissen: Eine normale zementäre Fuge ist keine Abdichtung. In der Dusche und rund um die Badewanne gehört eine wasserdichte Schicht unter die Platten. Die Fuge verringert nur die Wassermenge, die bis dorthin gelangt.

Welche Fugenmasse passt

Fugenmassen sind nach SN EN 13888 in zementäre und reaktive (Epoxid-) Massen eingeteilt. Auf der Verpackung steht meist eine Klassenbezeichnung, an der Sie sich orientieren können.

Zementäre Fugenmasse

Sie kommt in den allermeisten Wohnungen und Häusern zum Einsatz. Für trockene, normal beanspruchte Flächen reicht eine Standardmasse. Im Bad, in der Küche und auf Böden lohnt sich eine Masse mit erhöhter Wasser- und Abriebfestigkeit (Klasse CG2). Sie lässt sich gut verarbeiten und später bei Bedarf auskratzen und erneuern.

Flexible zementäre Fugenmasse

Sie eignet sich überall dort, wo sich der Untergrund stärker bewegt: auf Bodenheizung, auf Terrassen und Balkonen, bei grossformatigen Platten oder auf Gipskartonplatten. Dank Zusätzen verträgt sie Temperaturschwankungen und kleine Bewegungen, ohne zu reissen.

Epoxid-Fugenmasse

Sie nimmt kaum Wasser auf, ist chemikalienbeständig und leicht zu reinigen. Man wählt sie für bodenebene Duschen, Küchenrückwände, Räume mit hohen Hygieneansprüchen und für Mosaik. Die Verarbeitung ist allerdings anspruchsvoller: Die Masse zieht schnell an, wird anders gereinigt, und angetrocknete Reste lassen sich kaum noch von den Platten entfernen.

Silikon für Ecken und Anschlüsse

Die Ecke zwischen Wand und Boden, Innenecken, die Anschlüsse an Badewanne, Duschwanne und Lavabo füllt der Plattenleger nicht mit Zementmasse, sondern mit elastischem Sanitärsilikon. Dort bewegen sich die Bauteile gegeneinander, und eine harte Fuge würde früher oder später reissen.

So läuft das Verfugen ab

  1. Kleber aushärten lassen: Verfugt wird erst, wenn der Plattenkleber ausgehärtet ist, bei üblichen Klebern meist nach etwa einem Tag. Die genaue Zeit steht beim Hersteller.
  2. Fugen reinigen: Hervorgequollener Kleber, Fugenkreuze und Staub kommen aus den Zwischenräumen, damit die Fuge überall gleich tief ist.
  3. Anfeuchten: Saugfähige Platten und Fugenflanken befeuchtet man bei zementärer Masse leicht, damit sie der Masse nicht das Wasser entziehen.
  4. Anmischen: Die Masse wird mit genau der Wassermenge laut Anleitung angerührt. Wer Wasser nach Gefühl zugibt, riskiert Farbunterschiede.
  5. Einarbeiten: Mit einem Gummischieber drückt man die Masse diagonal zu den Fugen ein, bis diese ganz gefüllt sind.
  6. Erstes Abwaschen: Sobald die Masse matt wird und sich bei Berührung nicht mehr verschmiert, wäscht man die Fläche mit einem feuchten, gut ausgewrungenen Schwamm in kreisenden oder schrägen Bewegungen ab.
  7. Zementschleier entfernen: Nach dem Antrocknen bleibt ein feiner grauer Film auf den Platten, den man mit einem trockenen Tuch abreibt.
  8. Silikon und Pflege: Ecken und Anschlüsse erhalten eine Silikonfuge, zementäre Fugen kann man nach dem vollständigen Trocknen imprägnieren.

Was die Arbeit erleichtert und was sie erschwert

Der Aufwand beim Verfugen ist unterschiedlicher, als viele denken, und davon hängen Zeitbedarf und Kosten ab. Mehr Arbeit machen vor allem:

  • Mosaik und kleine Formate, weil auf einem Quadratmeter viele Laufmeter Fugen liegen
  • Strukturierte und matte Platten, von denen sich Reste mühsamer abwaschen lassen
  • Saugfähige Platten und Naturstein, die manchmal vorbehandelt werden müssen, damit sie sich nicht verfärben
  • Kontrastfarben, etwa dunkle Fugen auf hellen Platten, bei denen jede Ungenauigkeit sichtbar wird
  • Epoxid-Masse, die schnelles, genaues Arbeiten in kleinen Abschnitten verlangt
  • Erneuern alter Fugen, weil die alte Masse zuerst ausgekratzt werden muss, ohne die Plattenkanten zu beschädigen

Grosse Formate mit schmalen, geraden Fugen und glatte, glänzende Wandplatten lassen sich dagegen recht zügig verfugen.

Typische Fehler

  • Zu früh verfugt, obwohl der Kleber noch nicht ausgehärtet ist und sich Platten verschieben können
  • Kleberreste in den Fugen, wodurch die Fugenmasse stellenweise zu dünn ist und reisst
  • Zu viel Wasser beim Anmischen oder Abwaschen, was helle Flecken und weiche Fugen verursacht
  • Abwaschen entlang der Fugen, wobei Masse herausgezogen wird und unregelmässige Rillen entstehen
  • Harte Fugenmasse in Ecken und an der Badewanne statt Silikon
  • Mehrere Säcke mit unterschiedlicher Chargennummer verwendet, ohne sie vorher zu vermischen

Anleitung für Heimwerker: eine kleinere Fläche verfugen

Die Wandplatten im Bad oder eine Küchenrückwand können Sie mit etwas Geduld selbst verfugen. Beginnen Sie mit zementärer Masse und testen Sie an einer unauffälligen Stelle, wie schnell sie matt wird.

  1. Auf der Kleberverpackung prüfen, ob die Wartezeit bis zum Verfugen vorbei ist.
  2. Fugen von Kleber, Fugenkreuzen und Staub befreien.
  3. Badewanne, Duschwanne und Armaturen abdecken.
  4. Eine kleinere Menge Masse genau nach Anleitung anrühren und kurz reifen lassen.
  5. Masse mit dem Gummischieber diagonal über die Fugen auf etwa ein bis zwei Quadratmetern einarbeiten.
  6. Warten, bis die Masse matt wird, dann mit ausgewrungenem Schwamm kreisend abwaschen.
  7. Fugen mit dem Schwamm oder einem abgerundeten Werkzeug glätten, damit sie gleich tief sind.
  8. Nach dem Antrocknen den grauen Schleier mit einem trockenen Tuch abreiben.
  9. Ecken und Anschlüsse mit Silikon ausfugen.
  10. Dusche und Boden erst benutzen, wenn der Hersteller es erlaubt.

Fertige Fugen prüfen

  • Die Fugen sind auf ganzer Länge gefüllt, ohne Löcher, Blasen oder ausgebröckelte Stellen
  • Tiefe und Breite sind überall ungefähr gleich
  • Die Farbe ist einheitlich, ohne helle oder dunkle Flecken
  • Auf den Platten sind kein Schleier und keine angetrockneten Reste geblieben
  • Ecken, Kanten und Anschlüsse an Sanitärobjekte sind mit Silikon gefüllt, nicht mit Zement
  • Beim Abklopfen und Begehen bröckeln die Fugen nicht
  • Sie wissen, ab wann der Raum benutzbar ist und ob eine Imprägnierung empfohlen wird

Häufige Fragen

Das hängt von der Masse ab. Bei üblichen zementären Fugenmassen empfiehlt es sich meist, mindestens einen Tag zu warten, bis zur vollen Belastung mit Wasser und Reinigungsmitteln auch länger. Massgebend ist die Angabe des Herstellers auf der Verpackung.

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