Preisverzeichnis 2026 · Schweiz

Systemkamin Typ Schiedel aufmauern

Einen Kamin Typ Schiedel aufmauern heisst, einen Systemkamin aus vorgefertigten Teilen aufzubauen: einem Mantelstein aussen, einer Dämmung und einem Keramikrohr innen, durch das die Abgase abziehen. Gebraucht wird so ein Kamin meist beim Neubau, beim Wechsel der Heizung oder wenn ein alter, rissiger Backsteinkamin ersetzt werden muss.

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·18 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
CHF 90.80/ lfm
Richtwert-Spanne
CHF 72.64 - CHF 118.04
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
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Preisverzeichnis Bauarbeiten: Systemkamin Typ Schiedel aufmauern

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Maurer- und Putzarbeiten18 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Mauerarbeiten
Kamin Typ Schiedel mauernlfmCHF 90.80 / lfmlfmMenge eingeben-
Trennwände bis 12,5 cm mauern (Ziegel/Ytong)m²CHF 38.35 / m²m²Menge eingeben-
Wände bis 30 cm mauern (Porotherm, Ytong)m²CHF 50.45 / m²m²Menge eingeben-
Grundierung der Wände und des Bodensm²CHF 3.85 / m²m²Menge eingeben-
Armierungsgewebe auf gemauerten Trennwändenm²CHF 23.20 / m²m²Menge eingeben-
Wandausbesserungen (Rimano, Rotband)m²m²-
Wände verputzen (Grobputz)m²m²-
Feiner Kalkzementputz (Feinputz)m²CHF 19.15 / m²m²Menge eingeben-
Stuckputzm²CHF 19.15 / m²m²Menge eingeben-
Maschinenputz (Kalkzement)m²m²-
Gips- / Glättputzm²CHF 24.20 / m²m²Menge eingeben-
Aussenputzm²CHF 31.30 / m²m²Menge eingeben-
SturzeinbauStk.CHF 50.45 / Stk.Stk.Menge eingeben-
Verschliessen von Öffnungenm²CHF 50.45 / m²m²Menge eingeben-
Kamin mauern (Schamotte + Keramikeinsatz)lfmlfm-
Aussenwände bis 30 cm Stärke mauernm²CHF 50.45 / m²m²Menge eingeben-
Tragendes Aussenmauerwerk mauernm³CHF 131.20 / m³m³Menge eingeben-
Nichttragende Aussenwände mauernm²CHF 50.45 / m²m²Menge eingeben-
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Woraus ein Systemkamin besteht

Ein Kamin Typ Schiedel besteht aus drei Schichten, die genau ineinanderpassen:

  • Mantel aus Kaminformsteinen, meist aus Leichtbeton. Er trägt den ganzen Kamin und schützt die Umgebung vor Hitze.
  • Dämmung zwischen Mantel und Innenrohr. Sie hält die Abgase warm, damit sich im Kamin nicht mehr Kondenswasser bildet als nötig.
  • Keramisches Innenrohr, das hohe Temperaturen, Feuchtigkeit und Säuren aus den Abgasen aushält.

Dazu kommen Systemteile: ein Sockelstück mit Kondensatschale und Ablauf, ein Element mit Reinigungsöffnung und Putztürchen, ein Anschlussstück für das Rauchrohr vom Heizkessel oder Ofen und oben der Kaminkopf mit Abdeckplatte. Oft läuft neben dem Abgaszug noch ein Lüftungsschacht mit.

So wird der Kamin Schritt für Schritt aufgebaut

  1. Untergrund prüfen. Ein Kamin ist schwer. Er braucht ein tragfähiges Fundament oder eine Decke, die für diese Last ausgelegt ist. Der Untergrund muss eben und waagrecht sein.
  2. Sockelstück setzen. Der erste Stein kommt exakt im Wasser ins Mörtelbett. Jede kleine Abweichung wird mit der Höhe grösser, und der Kamin beginnt sich zu neigen.
  3. Kondensatschale und Reinigungselement einbauen. Ganz unten sitzt die Schale mit Kondensatablauf, darüber das Element mit Reinigungsöffnung. Beides wird nicht nachträglich eingebaut, sondern laufend mit den übrigen Teilen.
  4. Mantel aufmauern und Rohre einsetzen. Die Formsteine werden mit dem vom Hersteller vorgesehenen Mörtel versetzt, die Keramikrohre mit einem säurefesten Spezialkitt verbunden. Überschüssiger Kitt wird sofort abgestrichen, damit innen keine Wülste stehen bleiben. Die Dämmung kommt so hinein, wie das System es vorgibt, damit das Rohr mittig bleibt.
  5. Anschlussstück setzen. Das Anschlussstück für das Rauchrohr kommt auf die Höhe, die zum Kessel oder Cheminée passt. Messen Sie diese Höhe vorher aus. Nachträglich in einen fertigen Kamin zu bohren, ist ein unnötiges Risiko.
  6. Durch Decken und Dach führen. Rund um den Kamin bleibt der vorgeschriebene Abstand zu Holzbalken und anderen brennbaren Materialien frei. Dieser Raum wird nicht mit Brennbarem gefüllt.
  7. Kaminkopf fertigstellen. Über Dach schliesst die Abdeckplatte den Kamin ab. Der Kopf wird mit wetterfestem Fassadenputz verputzt, verkleidet oder mit einer fertigen Kopfummantelung versehen. Den Dachdurchgang schliesst der Spengler mit einer Blecheinfassung dicht an.

Warum darf das Keramikrohr nicht fest im Mantel eingemauert werden? Keramik dehnt sich beim Heizen aus. Hat sie keinen Platz, reisst der Mantel. Darum ist das Rohr im System lose gelagert und hat eine Dehnfuge, vor allem bei der Abdeckplatte.

Varianten und wann welche passt

Welches System passt, hängt davon ab, was Sie anschliessen:

  • Cheminée, Schwedenofen, Holz-, Pellet- oder Stückholzkessel brauchen einen Kamin für hohe Abgastemperaturen, der auch einen Russbrand übersteht.
  • Moderne Gas- und Kondensationskessel haben kühle, feuchte Abgase, oft mit Überdruck. Sie brauchen ein Rohr für den Feuchtbetrieb oder eine andere Lösung nach Vorgabe des Kesselherstellers.
  • Zwei Feuerstellen, etwa Cheminée und Heizkessel, brauchen in der Regel zwei getrennte Züge. Beide an einen Zug anzuschliessen, geht nur mit Berechnung.

Querschnitt und Höhe des Kamins legt der Planer oder Kaminfeger anhand der Leistung der Feuerstelle fest. Ein zu grosser Querschnitt zieht genauso schlecht wie ein zu kleiner.

Was die Arbeit einfacher oder aufwendiger macht

Den Aufwand und damit auch den Preis beeinflussen vor allem:

  • die Höhe des Kamins und die Zahl der Geschosse, durch die er führt
  • die Zahl der Züge und ob ein Lüftungsschacht dazukommt
  • ob es ein Neubau ist, in dem der Kamin von Anfang an eingeplant ist, oder ein bestehendes Haus, in dem Decken und Dach durchbrochen werden müssen
  • der Zustand des Untergrunds, falls ein neues Fundament oder eine Verstärkung der Decke nötig ist
  • der Zugang zum Dach und ob für den Kaminkopf ein Gerüst nötig ist
  • die Ausführung des Kopfes: Verputz, Verkleidung oder fertige Ummantelung
  • der Transport der schweren Steine ins Dachgeschoss oder durch ein enges Treppenhaus

In der Praxis braucht oft nicht das Mauern selbst am meisten Zeit, sondern der Durchgang durch Dachstuhl und Dach. Dort muss der Zimmermann Balken anpassen, und die Eindeckung rund um den Kamin wird neu gemacht.

Sicherheit und Kaminfeger

Bevor Sie zum ersten Mal einheizen, sollte der Kaminfeger den neuen Kamin prüfen. Er kontrolliert Abstände, Anschluss und Zug und gibt Ihnen den Reinigungsrhythmus an. Fehlt diese Prüfung, kann das nach einem Brand Fragen bei der Versicherung aufwerfen.

Einen Gaskessel darf nur ein dafür ausgebildeter Fachbetrieb anschliessen, elektrische Anschlüsse nur ein Elektroinstallateur mit Bewilligung nach NIV. Riechen Sie Gas, verlassen Sie sofort den Raum und rufen Sie die Notfallnummer Ihres Gasversorgers oder 112 an. Bei Feuer gilt die Nummer 118.

Typische Fehler beim Aufmauern

  • Das Sockelstück ist nicht waagrecht, der Kamin läuft nach und nach schief
  • Die Rohre sind mit normalem Mörtel statt mit säurefestem Kitt verbunden
  • Kitt ist ins Rohrinnere gequollen und fängt dort Russ
  • Die Dehnfuge fehlt, das Rohr drückt auf den Mantel und die Abdeckplatte reisst
  • Holzbalken oder Dachdämmung liegen ohne Abstand direkt am Kamin
  • Der Kamin endet zu knapp über Dach, zieht schlecht und drückt bei Wind Rauch zurück
  • Der Dachdurchgang ist schlecht abgedichtet, Wasser läuft ins Dachgeschoss
  • Der Kondensatablauf fehlt oder ist nicht angeschlossen

So prüfen Sie den fertigen Kamin

  • Der Kamin steht senkrecht, an mehreren Stellen mit Wasserwaage oder Senkblei geprüft
  • Die Reinigungsöffnung ist gut zugänglich und das Putztürchen schliesst dicht
  • Die Kondensatschale sitzt und der Ablauf ist angeschlossen
  • Das Anschlussstück liegt auf der passenden Höhe zur Feuerstelle
  • In Decken und Dachstuhl liegen keine brennbaren Materialien näher als vom Hersteller erlaubt
  • Der Kaminkopf ragt genügend hoch über Dach und die Abdeckplatte ist ganz, ohne Risse
  • Der Dachdurchgang ist eingeblecht und dicht
  • Verputz oder Verkleidung am Kopf ist geschlossen und rissfrei
  • Sie haben die Unterlagen zum verwendeten System und den Prüfbericht des Kaminfegers

Häufige Fragen

Ja, aber es muss geklärt sein, ob der Untergrund das Gewicht trägt, und Decken sowie Dach müssen durchbrochen werden. Das ist aufwendiger als im Neubau. Ziehen Sie darum schon vor Baubeginn einen Bauingenieur oder Planer bei.

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