Preisverzeichnis 2026 · Österreich

Wasserstrahlschnitt 120×120 mit Jolly-Kante

Eine Jolly-Kante ist ein Gehrungsschnitt am Plattenrand im Winkel von 45 Grad. Zwei so geschnittene Platten treffen sich an einer Außenecke ohne Schiene und ohne sichtbaren Scherben. Bei Großformatplatten 120×120 cm braucht man solche Ecken an Kücheninseln, Fensterbrettern, Fensterlaibungen

Aktualisiert 09/2026·12 Min. Lesezeit·19 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
€ 10,90/ lfm
Richtwert-Spanne
€ 8,72 - € 14,17
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Fliesenarbeiten19 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Wand- und Bodenfliesen
Wasserstrahlschnitt 120×120 (Gehrungskante / Jolly)lfm€ 10,90-
Fliesen / Bodenfliesen Standard bis 60 cmm²€ 53,80-
Feinsteinzeug-Fliesen / -Bodenfliesen über 60 cmm²€ 67,60-
Fliesen / Bodenfliesen XL-Format 60×120m²-
Fliesen / Bodenfliesen XXL-Format 120×260m²-
Mosaik verlegenm²-
Verkleidung Natur-/Kunststein / Klinkerm²-
Verkleidung mit Bruchstein (Zaun, Sockel)m²-
Bordüre / Listellolfm€ 3,45-
Bodenfliesen bis 60 cm im Diagonalverband verlegenm²€ 62,10-
Verfugenm²€ 2,60-
Silikonverfugungm²€ 4,95-
Silikonieren der Innen- und Außeneckenlfm€ 2,60-
Wasserstrahlschnitt 60×60 (Gehrungskante / Jolly)lfm€ 8,15-
Wasserstrahlschnitt - Aussparung in Flieselfm€ 14,50-
Jolly-Profil (Montage und Setzen)lfm€ 81,40-
Sockelleiste aus Fliese / Bodenflieselfm€ 8,95-
Aussparungen in Fliese / Bodenfliese sägenStk.€ 16,55-
Kreisförmige Aussparungen in Bodenfliesen / FeinsteinzeugStk.€ 17,25-
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Was eine Jolly-Kante ist und warum der Wasserstrahl

An einer gewöhnlichen Außenecke wird der Belag entweder mit einer Metall- oder Kunststoffschiene abgeschlossen, oder eine Platte überdeckt die Kante der anderen. Die Schiene ist praktisch, aber sie bleibt sichtbar. Bei der Überdeckung sieht man an der Kante den Scherben, also das Innere der Platte. Die Jolly-Kante umgeht beides: Beide Platten werden auf Gehrung geschnitten und zusammengesetzt, an der Ecke entsteht eine feine, kaum sichtbare Fuge. Bei Platten in Marmor- oder Steinoptik kann die Maserung sogar über die Ecke weiterlaufen. Genau deshalb sind große Formate für solche Ecken so beliebt.

Warum gerade der Wasserstrahl? Eine gerade Gehrung lässt sich auch mit einer Brückensäge mit schwenkbarem Sägeblatt schneiden. Der Wasserstrahl mit Abrasivmittel, meist feinem Granatsand, hat aber einige Vorteile. Er drückt nicht auf die Platte und erzeugt keine Vibrationen wie ein Sägeblatt, das schont dünne und spröde Platten. Er schafft in einem Arbeitsgang auch Formschnitte, Bögen und Ausschnitte, etwa für Kochfeld, Steckdose oder Waschtisch, und dazu die Gehrung. Und den Schnitt steuert ein Computer nach Plan, die Maße stimmen also auch auf langen Kanten, wo sich von Hand Fehler aufsummieren würden.

Der Nachteil: Die Maschine steht fest in der Werkstatt. Die Platten müssen sicher hin und zurück transportiert werden, und alles hängt vom genauen Aufmaß ab. Außerdem hinterlässt der Wasserstrahl eine leicht raue Schnittfläche, und beim Schrägschnitt kann die Kante etwas ungleichmäßig ausfallen. Deshalb wird sie in der Regel nachgeschliffen.

Wie die Arbeit Schritt für Schritt abläuft

Aufmaß und Schnittplan

Am Anfang steht ein genaues Aufmaß der Stelle, an der die Ecke entsteht. Der Fliesenleger oder ein Techniker misst Längen, Höhen und vor allem die tatsächlichen Winkel. In der Praxis kommt es oft vor, dass eine Wand- oder Inselecke nicht exakt 90 Grad hat. Dann muss die Gehrung angepasst werden, sonst öffnet sich an der Ecke eine Fuge. Aus den Maßen entsteht ein Schnittplan, in dem für jede Platte eingezeichnet ist, welche Kante auf Gehrung kommt, wo Ausschnitte liegen und wie die Maserung verlaufen soll. Platten mit starker Zeichnung werden häufig vorher ausgelegt und nummeriert, damit an der Ecke die richtigen Stücke zusammentreffen.

Übernahme und Transport der Platten

Platten 120×120 cm werden stehend in einem Gestell oder auf einer Palette mit Rahmen transportiert, nie flach liegend ohne Unterstützung. Beim Verladen kommt ein Vakuum-Saugrahmen zum Einsatz oder mindestens zwei Saugheber und zwei Personen. Bevor die Werkstatt die Platten übernimmt, wird jede auf Risse, abgeplatzte Ecken und Glasurfehler geprüft. Es ist sinnvoll, wenn Sie bei dieser Kontrolle dabei sind oder sich zumindest Fotos schicken lassen.

Der eigentliche Schnitt

Die Platte liegt auf einem Schneidtisch mit Gitterrost, und zwar vollflächig, damit sie sich nicht durchbiegt. Meist werden zuerst die geraden Schnitte und Formschnitte gemacht, danach die Gehrung. Bei der Jolly-Kante läuft der Schnitt nicht messerscharf bis zur Oberfläche aus. An der Sichtseite bleibt eine schmale Fase stehen, ungefähr 1 bis 2 mm. Sie schützt die Glasur vor dem Ausbrechen und lässt beim Verkleben Platz für eine feine Fuge. Der Schrägschnitt dauert länger als ein senkrechter, weil der Strahl durch mehr Material muss.

Kante nacharbeiten

Nach dem Schnitt wird die Platte vom Abrasivmittel abgespült und die Kante mit Diamant-Schleifpads nachgeschliffen. So verschwinden die Rauheit und kleine Unebenheiten vom Strahl, und die Fase an der Sichtseite wird leicht gebrochen, damit sie nicht scharf ist. Glänzende Platten lassen sich an der Kante nachpolieren, matte werden so geschliffen, dass die Kante im Glanzgrad zur Fläche passt. Danach werden die Platten erneut laut Plan nummeriert und mit Kantenschutz verpackt.

Zurück auf die Baustelle

Die geschnittenen Platten kommen zurück auf die Baustelle. Die Gehrung ist viel empfindlicher als der ursprüngliche Rand. Deshalb trägt man die Platten so, dass die Kante nirgends am Boden oder an einer Zarge anstößt. Verkleben und Ausbilden der Ecke übernimmt der Fliesenleger, der die Platten verlegt.

Was fertig sein muss, bevor die Platten in die Werkstatt gehen

Der teuerste Fehler bei dieser Arbeit ist eine Platte, die nach falschen Maßen geschnitten wurde. Beim Format 120×120 lässt sich eine verschnittene Platte nicht einfach durch ein Reststück ersetzen. Deshalb gilt: Geschnitten wird erst, wenn der Untergrund fertig ist.

  • Der Untergrund ist im Endzustand: verputzt, gespachtelt oder ausgeglichen, Eckprofile gesetzt, Abdichtung in der Dusche fertig, Schlitze für die Elektrik geschlossen.
  • Die Ecken, die verkleidet werden, sind gerade und lotrecht. Eine schiefe Ecke vor dem Aufmaß zu korrigieren ist einfacher, als sie später mit Kleber auszugleichen.
  • Die Stärke des Kleberbetts steht fest. Große Platten werden im kombinierten Verfahren verklebt, also mit Kleber auf Untergrund und Plattenrücken. Das Kleberbett schiebt die ganze Platte nach vorne und verändert damit die Lage der Ecke.
  • Bei Kücheninseln und Möbeln ist der Korpus fest verankert und fertig. Ein Korpus, der noch nachgibt, zerstört eine Jolly-Ecke innerhalb weniger Wochen.
  • Die genauen Positionen aller Ausschnitte sind bekannt: Steckdosen, Schalter, Armaturen, Abläufe und Geräte laut technischem Datenblatt.
  • Sie haben entschieden, wo die Maserung über die Ecke weiterlaufen soll und wo es Ihnen nicht darauf ankommt.

Wohnen Sie in einem Mehrparteienhaus, denken Sie auch an den Transport in die Wohnung. Eine Platte 120×120 passt oft nicht in einen üblichen Aufzug und wird über die Stiege getragen. Wenn dafür das Stiegenhaus kurz belegt wird, ist es höflich und praktisch, die Hausverwaltung vorher zu informieren.

Format 120×120 oder 60×60: worin der Unterschied liegt

Im Preisverzeichnis finden Sie auch die eigene Position Wasserstrahlschnitt 60×60 (Jolly-Kante). Das Prinzip des Schnitts ist gleich, aber die Plattengröße verändert fast alles rundherum.

  • Gewicht und Handling: Eine Platte 120×120 hat die vierfache Fläche einer Platte 60×60. Bei etwa 9 bis 10 mm Stärke wiegt sie rund 30 kg und ist dabei lang und biegsam. Das schaffen zwei Personen mit Saughebern oder Rahmen. Eine Platte 60×60 trägt eine Person allein.
  • Bruchrisiko: Die große Platte bricht beim falschen Anheben, beim flachen Transport und beim Schnitt, wenn sie nicht vollflächig aufliegt. Bei 60×60 ist dieses Risiko deutlich geringer.
  • Kantenlänge pro Stück: Eine Platte 120×120 hat eine Kante von 1,2 m. Pro Laufmeter sind es also weniger Stücke und weniger Aufspannvorgänge. Der Schnitt ist aber länger, und ein Winkelfehler wirkt sich stärker aus.
  • Winkelgenauigkeit: Eine Abweichung, die auf 60 cm kaum auffällt, zeigt sich auf 120 cm als Fuge, die zum Ende der Ecke hin breiter wird.
  • Einsatz: 120×120 wählt man, wenn an der Ecke möglichst wenige Fugen sein sollen, etwa an Stirnseiten von Kücheninseln, hohen Nischen und Säulen. 60×60 ist praktischer für kleinere Laibungen, Fensterbretter und Böden mit niedrigen Sockeln.
  • Ersatz im Schadensfall: Eine beschädigte Platte 60×60 ersetzt man leicht aus der Reserve. Bei 120×120 ist die Reserve meist kleiner, und eine nachgekaufte Platte aus einer anderen Produktionscharge kann im Farbton abweichen.
  • Transport: Große Platten brauchen Gestell, Rahmen und ein größeres Fahrzeug, kleinere fahren im Karton mit.

Wenn Sie überlegen, welches Format auf Gehrung geschnitten werden soll, entscheidet vor allem, was Sie verlegen. Geschnitten wird immer die Platte, die an der Ecke zum Einsatz kommt. Liegt auf der Fläche 120×120, sollte auch die Ecke daraus sein, sonst leidet das Bild der ganzen Wand.

Was die Arbeit erleichtert und was sie erschwert

Der Aufwand und damit die Gesamtkosten des Auftrags hängen von einigen Punkten ab, die Sie schon in der Planung beeinflussen können.

Erleichtert

  • Gerade Kanten ohne Ausschnitte, bei denen nur über die ganze Länge auf Gehrung geschnitten wird
  • Ein genauer Schnittplan mit nummerierten Platten, der nicht ergänzt werden muss
  • Stärkere, steifere Platten, die beim Handling weniger arbeiten
  • Durchgefärbte Platten, bei denen die Farbe des Scherbens kein Thema ist
  • Viele gleiche Schnitte auf einmal, weil sich das Einrichten der Maschine verteilt

Erschwert

  • Dünne Platten um 6 mm, die im Format 120×120 sehr biegsam sind und bei der Gehrung wenig Material bieten
  • Winkel abweichend von 90 Grad und Gehrung kombiniert mit Bogen oder Ausschnitt auf derselben Platte
  • Maserung, die exakt über die Ecke laufen muss, weil dafür bestimmte Platten ausgewählt werden
  • Hochglänzende Oberflächen, auf denen ausgebrochene Glasur und ungleicher Glanz an der Kante sofort auffallen
  • Schwieriger Zugang zur Baustelle: enge Stiege, kein Aufzug, weiter Weg vom Parkplatz
  • Nachträgliche Maßänderungen, nachdem der Plan schon in der Werkstatt ist

Worauf Sie besonders achten sollten: Bei glasierten Fliesen, deren Scherben eine andere Farbe hat als die Oberfläche, zeigt sich an der Jolly-Ecke ein feiner Streifen des Scherbens. Bei hellem Marmordekor mit rötlichem Scherben ist das deutlich zu sehen. Planen Sie viele Jolly-Ecken, fragen Sie im Fachhandel nach durchgefärbten Platten oder lassen Sie ein Musterstück auf Gehrung schneiden, bevor die ganze Menge bestellt wird.

Wie die Arbeit mit den anderen Gewerken zusammenhängt

Der Wasserstrahlschnitt ist ein Zwischenschritt zwischen Aufmaß und Verlegung. Er hängt eng mit mehreren Professionisten zusammen, und die meisten Probleme entstehen genau an diesen Schnittstellen.

  • Baumeister oder Trockenbauer bereiten Ecken und Flächen vor. Ihre Genauigkeit entscheidet direkt darüber, ob die Jolly-Ecke dicht schließt.
  • Elektriker und Installateur müssen Dosen und Anschlüsse in der endgültigen Lage gesetzt haben. Eine Steckdose nach dem Schnitt zu versetzen geht nicht ohne neue Platte. Arbeiten an der Elektroinstallation führt ausschließlich ein konzessionierter Elektrotechniker aus.
  • Küchenstudio oder Tischler liefert den Korpus der Kücheninsel. Lassen Sie sich die genauen Maße geben und klären Sie, ob unter der Verkleidung eine tragende Platte vorgesehen ist.
  • Fliesenleger verklebt die Platten. Für die Ecke nimmt man in der Regel einen flexiblen Kleber einer höheren Klasse nach EN 12004, die Fuge selbst wird je nach Situation mit flexiblem Fugenmaterial oder Epoxidkleber in Plattenfarbe gefüllt. Entscheiden Sie das noch vor dem Schnitt, denn es beeinflusst die Breite der Fase an der Kante.
  • Steinmetz oder Werkstatt mit Wasserstrahlanlage braucht einen Plan, nicht nur eine mündliche Beschreibung. Wer den Plan erstellt und wer für die Maße geradesteht, sollte klar vereinbart sein.

In der Praxis bewährt es sich, wenn derselbe Fliesenleger aufmisst, der die Platten später verklebt. Er kennt sein Kleberbett und seine Art, Ecken auszubilden, und es gibt keinen Streit darüber, ob der Fehler beim Messen oder in der Werkstatt passiert ist.

Typische Fehler und wie sie sich später zeigen

  • Scharfe Kante ohne Fase. Eine Gehrung bis zur Oberfläche sieht in der Werkstatt perfekt aus, aber beim Verkleben oder beim ersten Anstoßen platzt die Glasur ab. An der Ecke bleiben kleine Ausbrüche, die sich ohne Plattentausch nicht reparieren lassen.
  • Aufmaß vor fertigem Untergrund. Nach dem Ausgleichen der Wand wandert die Ecke um einige Millimeter, und die Platten passen nicht. Das zeigt sich als offene Fuge oder als Überstand einer Platte über die andere.
  • Übersehener Winkel. Eine Ecke mit 92 Grad und Kanten auf exakt 45 Grad ergeben eine Fuge, die unten schmal und oben breit ist oder umgekehrt. Auf einer 120 cm hohen Platte sieht man das deutlich.
  • Falsches Handling. Eine flach an einem Rand getragene Platte bricht oft erst später, der Haarriss zeigt sich nach dem Verkleben. Bei Großformaten ist das einer der häufigsten Reklamationsgründe.
  • Starre Verbindung auf beweglichem Untergrund. Wird die Ecke auf Gipskarton oder Möbeln mit starrem Material ohne Elastizität verbunden, entsteht mit der Zeit ein Haarriss in der Fuge oder die Kante löst sich.
  • Nicht nachgeschliffene Kante. Eine raue Kante vom Strahl saugt Schmutz und Fugenmasse auf, die Ecke wirkt dann grau.
  • Jolly an begangenen Kanten. Eine Gehrung an einer Stufenkante oder Trittfläche wird mit der Zeit abgeschlagen. Für Stufen eignen sich fertige Stufenelemente oder gerundete Kanten.
  • Gemischte Chargen. Eine nachgekaufte Platte weicht im Farbton ab, und genau an der Ecke, wo zwei Platten zusammentreffen, fällt der Unterschied am stärksten auf.

Anleitung für Heimwerker: Ecken prüfen und Platten richtig übernehmen

Den Wasserstrahlschnitt selbst machen Sie nicht, und das Verkleben von Großformaten gehört in die Hände eines Fliesenlegers. Einiges können Sie aber gut selbst vorbereiten und damit teure Fehler verhindern.

  1. Jede künftige Jolly-Ecke mit einem großen Winkel oder Schmiege auf 90 Grad prüfen und Abweichungen notieren.
  2. Mit einer langen Wasserwaage kontrollieren, ob die Ecke lotrecht und die anschließenden Flächen eben sind.
  3. Positionen von Steckdosen, Schaltern und Armaturen fotografieren und mit Maßband vermaßen.
  4. Die Platten vor dem Transport auslegen, die gewünschte Maserung an den Ecken festlegen und die Rückseiten mit Bleistift nummerieren.
  5. Jede Platte vor der Übergabe an die Werkstatt fotografieren, Vorder- und Rückseite.
  6. Einen Lagerplatz vorbereiten, an dem die Platten stehend an einer Wand auf Holzlatten lehnen können.
  7. Zurückgelieferte Platten nur zu zweit und hochkant tragen, die Gehrung dabei nirgends aufsetzen.
  8. Kantenschutz bis zur Verlegung an den Platten belassen.

Wie lange es dauert

Der Schnitt selbst dauert auf der Maschine je Platte einige Minuten bis einige Dutzend Minuten, abhängig von Kantenlänge, Stärke und Zahl der Ausschnitte. Die Gesamtdauer hängt aber vor allem vom Drumherum ab. Aufmaß und Plan brauchen in der Regel einen Termin vor Ort und etwas Zeit für die Unterlagen. Werkstätten haben oft Wartezeiten, vom Übergeben des Plans bis zur Rücklieferung vergehen meist einige Arbeitstage, bei größeren Aufträgen auch mehr. Rechnen Sie diese Lücke in den Bauablauf ein, damit der Fliesenleger nicht ohne Material auf der Baustelle steht.

Nach dem Verkleben muss der Kleber laut technischem Merkblatt des Herstellers aushärten, bei üblichen Flexklebern meist rund 24 Stunden, bevor verfugt werden kann. Epoxidverbindungen an den Ecken härten nach Herstellerangabe aus, in dieser Zeit sollte sich nichts gegen die Ecke lehnen. Kücheninsel oder Nische erst belasten, wenn alles durchgehärtet ist.

Wie Sie die fertige Arbeit prüfen

Prüfen Sie zweimal: bei der Übernahme der geschnittenen Platten und nach dem Verkleben.

Bei der Übernahme der Platten

Sehen Sie sich die Kante gegen das Licht an. Sie sollte über die ganze Länge gerade sein, ohne Ausbrüche an der Sichtseite und mit gleichmäßig breiter Fase. Fahren Sie mit dem Finger darüber: Sie sollte weder scharf noch rau sein. Vergleichen Sie die Nummerierung mit dem Plan und prüfen Sie die Lage der Ausschnitte mit dem Maßband. Achten Sie auch auf die Fläche rund um den Schnitt, ob Kratzer vom Gitterrost oder Reste vom Abrasivmittel zu sehen sind.

Nach dem Verkleben

An der Ecke sollte eine feine, gleichmäßige Fuge über die ganze Höhe oder Länge laufen. Legen Sie eine lange Wasserwaage auf beide Flächen: Die Platten sollten in einer Ebene liegen, die Ecke weder zurückspringen noch vorstehen. Klopfen Sie leicht auf die Platten nahe der Ecke. Ein hohler Klang verrät Stellen ohne Kleber, an denen die Kante abbrechen kann. Bei Platten mit Maserung prüfen Sie, ob sie so über die Ecke läuft wie vereinbart.

Übergabe und Abnahme

  • Alle Platten sind nummeriert und entsprechen dem Plan
  • Die Gehrung ist über die ganze Länge gerade und ohne Glasurausbrüche
  • An der Sichtseite ist eine schmale Fase stehen geblieben, die Kante ist nicht scharf
  • Die Kante ist nachgeschliffen und passt im Glanz oder in der Mattigkeit zur Fläche
  • Ausschnitte sitzen auf den gemessenen Positionen von Dosen, Armaturen und Geräten
  • Die Platten haben keine Risse, abgeplatzten Ecken oder Kratzer von der Maschine
  • Die verklebte Ecke zeigt eine gleichmäßige Fuge über die ganze Länge
  • Beide Flächen an der Ecke liegen in einer Ebene
  • Beim Abklopfen nahe der Ecke klingt nichts hohl
  • Die Maserung läuft wie vereinbart über die Ecke
  • Die Eckfuge ist mit dem vereinbarten Material in Plattenfarbe gefüllt
  • Reste und Reserveplatten stammen aus derselben Charge und sind beschriftet

Häufige Fragen

Gerechnet wird die Länge der Gehrung. An einer Außenecke treffen zwei Platten zusammen, und jede hat ihre eigene geschnittene Kante. Eine Ecke von einem Meter Länge zählt daher in der Regel als zwei Laufmeter Schnitt. Gerade Schnitte, Formschnitte und Ausschnitte können eigene Positionen sein, klären Sie das bei der Bestellung.

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