Drainage ums Haus: Wann sie den Keller rettet, wann sie unnötig ist und was die Trockenheit damit zu tun hat

NUMIQ-TeamVeröffentlicht: Aktualisiert: 11 min
Drainage ums Haus - Sickerrohr im Kiesbett am Fundament eines Einfamilienhauses
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Eine Drainage ums Haus kann einen feuchten Keller retten. Sie kann aber auch ein aufwendiger Aushub sein, nach dem es genauso nass ist wie vorher. Hier erfahren Sie, ob Ihr Haus wirklich eine braucht, wie sie funktioniert, welchen Kies, welches Rohr und welche Noppenbahn Sie kaufen sollten, wohin das Wasser gehört und warum Sie es im trockenen Sommer nicht einfach in die Kanalisation schicken sollten.

Inhaltsverzeichnis
  1. Drainage in Kürze
  2. Wasser ist wie die Schwiegermutter
  3. Brauchen Sie überhaupt eine Drainage? Der Fünf-Minuten-Test
  4. Wann Sie keine Drainage brauchen (und Ihnen trotzdem eine angeboten wird)
  5. Wann eine Drainage nicht reicht
  6. Der häufigste Irrtum: Fallrohre an der Drainage
  7. So funktioniert eine Drainage, ohne Lehrbuch
  8. Das eine, das Sie nicht verpatzen dürfen, sonst liegt ein teurer Schlauch für nichts im Boden
  9. Wie tief?
  10. Noppenbahn: Superheld oder überflüssiges Plastik?
  11. So wird die Noppenbahn verlegt
  12. Welcher Kies, welches Rohr und was Sie sonst noch brauchen
  13. Wohin mit dem Wasser, das die Drainage sammelt
  14. Sickerschacht: wie weit vom Haus
  15. Und jetzt zur Trockenheit
  16. Drainage um ein altes Haus
  17. Schritt für Schritt
  18. Selber machen oder Firma?
  19. Häufige Fragen zur Drainage
  20. Welcher Kies für die Drainage ums Haus?
  21. Wie wird eine Drainage abgeschlossen?
  22. Reicht eine Noppenbahn ohne Drainage?
  23. Kann ich die Fallrohre vom Dach an die Drainage anschliessen?
  24. Wie weit muss ein Sickerschacht vom Haus entfernt sein?
  25. Wann baut man eine Drainage am besten?
  26. Hilft eine Drainage bei hohem Grundwasser?
  27. Zum Schluss
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Drainage in Kürze

Eine Drainage ums Haus ist ein gelochtes Rohr im Kies, das Wasser im Boden beim Fundament auffängt und wegleitet, bevor es sich ins Mauerwerk drückt. Sie brauchen sie bei Lehmboden, in Hanglage, bei einem Haus mit Keller und bei einem alten Haus mit feuchtem Sockel. Sie brauchen sie nicht bei sandigem Boden, auf flachem Gelände ohne Keller und dort, wo eigentlich schlecht gelöste Regenfallrohre das Problem sind. Eine Drainage ist keine Abdichtung, sondern deren Gehilfin. Und noch etwas, das gern vergessen geht: Das Wasser, das Sie auffangen, müssen Sie nicht in die Kanalisation schicken. Im trockenen Sommer werden Sie es mehr brauchen, als Sie denken.

Wasser ist wie die Schwiegermutter

Wenn Sie sie einladen, ist das schön. Sie giesst den Garten, füllt das Regenfass und macht Freude. Wenn sie aber unangemeldet kommt und sich im Keller häuslich einrichtet, haben Sie ein Problem, das sich nicht von selbst löst. Die Drainage ist die Art, ihr höflich die Tür zu zeigen.

Aber Achtung. Manchmal ist eine Drainage genau das, was das Haus braucht. Manchmal ist sie ein teurer Aushub, nach dem es im Keller gleich nass ist wie zuvor, nur ist der Garten umgegraben und das Konto leichter. Schauen wir also, wie Sie das unterscheiden, bevor Sie den Bagger bestellen.

Brauchen Sie überhaupt eine Drainage? Der Fünf-Minuten-Test

Bevor Sie zur Schaufel greifen, machen Sie einen Rundgang ums Haus. Am besten während eines Regens oder gleich danach, mit Schirm und Kaffee. Achten Sie auf Folgendes:

  • Flecken und Ausblühungen am Sockel oder im Keller. Weisse Salze, abblätternder Verputz, ein dunkler Streifen über dem Terrain. Das Mauerwerk saugt Wasser, und irgendwo holt es sich das.
  • Pfützen beim Haus, die noch einen Tag nach dem Regen stehen. Das Wasser kann nirgends hin und bleibt genau dort, wo Sie es nicht wollen.
  • Lehmboden. Wenn die Erde beim Graben an der Schaufel klebt wie Plastilin und im Sommer Risse bekommt, haben Sie Lehm. Lehm lässt Wasser kaum durch, also sammelt es sich beim Fundament.
  • Haus am Hang oder unterhalb eines Hangs. Das Wasser vom Hang sucht sich seinen Weg, und das Haus steht ihm im Weg. Hanglagen gibt es hierzulande bekanntlich genug.
  • Keller oder Untergeschoss. Je tiefer das Haus im Boden steckt, desto mehr Kontakt hat es mit Wasser.

Wenn Sie keinen einzigen Punkt abhaken konnten, brauchen Sie sehr wahrscheinlich keine Drainage. Bei zwei oder mehr Punkten lesen Sie besser aufmerksam weiter.

Wann Sie keine Drainage brauchen (und Ihnen trotzdem eine angeboten wird)

Ein Haus auf flachem Gelände, ohne Keller, auf sandigem oder kiesigem Boden, der Wasser natürlich versickern lässt. Hier wird mit einer Drainage oft nur der Garten unnötig umgekrempelt. Dasselbe gilt, wenn die einzige Ursache für den feuchten Sockel Regenwasser ist, das aus den Fallrohren an die Wand spritzt, oder ein Terrain, das zum Haus hin abfällt. Das lässt sich günstiger und schneller lösen: Fallrohr in eine Leitung, Terrain mit Gefälle weg vom Haus und ein Kiesstreifen als Spritzschutz.

Ehrlich gesagt: Die Hälfte der «Grundwasserprobleme» ist in Wahrheit ein Fallrohr, das einen halben Meter neben der Wand endet. Beheben Sie zuerst das. Wenn es danach immer noch nass ist, haben Sie einen echten Grund zum Graben.

Wann eine Drainage nicht reicht

Wenn Sie einen hohen Grundwasserspiegel haben, der im Frühling, etwa nach der Schneeschmelze, bis zum Kellerboden steigt, rettet Sie keine Drainage. Solches Wasser pumpen Sie nicht mit einem Rohr ab, das würde ewig laufen und das Wasser eher noch zum Haus ziehen. Hier braucht es ein wasserdichtes Untergeschoss, eine sogenannte weisse Wanne, oder eine druckwasserdichte Abdichtung. Und das entscheidet der Planer oder Bauingenieur, nicht der Nachbar mit dem Bagger.

Der häufigste Irrtum: Fallrohre an der Drainage

Merken Sie sich das, auch wenn Sie sich sonst nichts aus diesem Artikel merken. Dachwasser gehört nicht in die Drainage.

Eine Drainage ist dafür gemacht, langsam Wasser zu sammeln, das durch den Boden sickert. Das Dach schickt Ihnen bei einem rechten Gewitter Hunderte Liter in wenigen Minuten ins Fallrohr. Wenn Sie das an das Sickerrohr anschliessen, macht das gelochte Rohr genau das, wofür es gebaut ist: Es verteilt das Wasser in den Kies. Nur diesmal direkt an Ihr Fundament. Sie haben sich eine unterirdische Kellerbewässerung gebaut.

Führen Sie die Fallrohre in einer separaten, ungelochten Leitung zur Versickerung, in einen Tank oder in die Kanalisation, sofern der Betreiber das erlaubt. Die Drainage kann am selben Ort enden, aber sie kommt auf ihrem eigenen Weg dorthin. Wie das Fallrohr selbst montiert wird, finden Sie unter der Position Montage des Regenfallrohrs.

So funktioniert eine Drainage, ohne Lehrbuch

Stellen Sie sich ein Rohr mit Schlitzen vor, das neben dem Fundament liegt, mit Kies überschüttet und in Vlies eingepackt ist. Wasser, das durch den Boden Richtung Haus fliesst, trifft auf den Kies. Kies lässt es leichter durch als Erde, also fällt das Wasser lieber ins Rohr, als sich in die Wand zu drücken. Das Rohr liegt mit leichtem Gefälle und leitet das Wasser dorthin, wo es niemanden stört.

Es gibt vier Bestandteile, und jeder hat seinen Job:

  • Sickerrohr - gelocht beziehungsweise geschlitzt, meist mit 100 mm Durchmesser. Für ein Einfamilienhaus reicht das locker.
  • Kies - gewaschen, ohne Sand und Lehm. Er baut dem Wasser eine Autobahn zum Rohr.
  • Geotextil - ein Vlies rund um den Kies. Es lässt Wasser durch, hält aber feine Erde zurück, die die Drainage sonst nach ein paar Jahren verschlammen würde.
  • Kontrollschächte - an den Ecken und bei Richtungswechseln. Darüber kontrollieren Sie die Drainage und spülen sie bei Bedarf mit dem Schlauch durch.

Das eine, das Sie nicht verpatzen dürfen, sonst liegt ein teurer Schlauch für nichts im Boden

Es ist das Gefälle. Wasser fliesst nur bergab, auch wenn wir es ihm manchmal gern anders erklären würden. Das Rohr muss auf der ganzen Länge stetig fallen, mindestens einen halben Zentimeter pro Meter, lieber mehr. Eine einzige Stelle, an der das Rohr nach oben durchhängt oder flach liegt, und Sie haben einen kleinen Teich im Boden, der langsam verschlammt. Das Gefälle wird mit Nivelliergerät oder Laser kontrolliert, nicht nach dem Motto «Pi mal Daumen, wird schon passen».

Wie tief?

Das Rohr wird neben das Fundament gelegt, höchstens auf die Höhe der Fundamentunterkante, nie darunter. Würden Sie es tiefer legen, könnte das Wasser Erde unter dem Haus ausschwemmen, und das ist dann keine Drainage mehr, sondern das Untergraben des eigenen Hauses. Gleichzeitig soll das Rohr unter dem Niveau des Kellerbodens liegen, sonst fliesst das Wasser daran vorbei. Die genaue Tiefe hängt von Ihrem Fundament ab, deshalb gibt es keine Zahl, die für alle Häuser stimmt.

Noppenbahn: Superheld oder überflüssiges Plastik?

Die Noppenbahn ist der meistgesuchte Begriff des ganzen Themas und zugleich der am häufigsten missverstandene. Es ist diese schwarze oder braune Bahn mit Noppen, die aussieht wie eine Eierschachtel für Riesen.

Was sie macht: Sie schützt die Abdichtung der Wand vor Beschädigung beim Hinterfüllen mit Steinen und Kies. Zwischen Wand und Bahn entsteht ein kleiner Luftspalt, sodass die Wand nicht direkt an der nassen Erde anliegt und Wasser entlang der Bahn nach unten zur Drainage ablaufen kann.

Was sie nicht macht: Sie ist keine Abdichtung. Wenn Sie die Noppenbahn auf nacktes Mauerwerk ohne Abdichtung ziehen und zuschütten, haben Sie ein Stück Plastik vergraben, das gefühlt geholfen hat. Das Mauerwerk braucht zuerst eine richtige Abdichtung, die Noppenbahn schützt sie danach.

So wird die Noppenbahn verlegt

  • Eine normale Noppenbahn wird mit den Noppen zur Wand verlegt. Hat die Bahn ein aufkaschiertes Vlies, halten Sie sich an die Anleitung des Herstellers, dort gilt oft ein anderes Vorgehen.
  • Die Bahnen werden überlappt, damit kein Wasser hinter die Bahn läuft.
  • Oben, über dem Terrain, wird die Bahn mit einer Abschlussleiste abgeschlossen. Ohne sie läuft Regenwasser von oben direkt hinter die Bahn, also genau dorthin, wo es nicht hingehört.
  • Unten reicht die Bahn bis zur Drainage, damit das Wasser, das daran herunterläuft, weiterfliessen kann.

Welcher Kies, welches Rohr und was Sie sonst noch brauchen

Im Baumarkt wartet ein Regal mit zehn Sorten Rohr auf Sie und ein Verkäufer, der Ihnen gern alle verkauft. Das hier brauchen Sie bei einem gewöhnlichen Einfamilienhaus wirklich:

MaterialWas wählenWorauf achten
SickerrohrGelocht, Durchmesser 100 mmIn feinem Lehm- oder Siltboden lohnt sich ein Rohr mit Vliesummantelung
KiesGewaschener Rundkies 16/32 oder 8/16Kein Kiessand und kein Schotter mit Feinanteil, die bremsen das Wasser
GeotextilVlies, rund um das ganze KiesbettOhne Vlies verschlammt die Drainage mit der Zeit
KontrollschächteAn den Hausecken und bei RichtungswechselnMüssen auch in zehn Jahren noch zugänglich sein
Leitung für FallrohreUngelocht, dichtSeparat geführt, nicht über die Drainage
NoppenbahnMit AbschlussleisteNur als Schutz der Abdichtung, nicht als Ersatz dafür

Falls «Rohr mit Vlies» und «Vlies um den Kies» für Sie nach zweimal dasselbe klingt, haben Sie nur halb recht. Bei gutem Boden reicht eines davon. Bei Lehmboden, der gern alles verstopft, was ihm unterkommt, lohnt sich beides.

Wohin mit dem Wasser, das die Drainage sammelt

Das ist die Frage, die bei der Planung am häufigsten vergessen geht, und ohne Antwort darauf lohnt sich das Graben gar nicht. Die Drainage sammelt das Wasser nur. Irgendwo muss sie es auch abgeben. Es gibt vier Möglichkeiten:

  • Sickerschacht oder Sickerblock - das Wasser geht zurück in den Boden, aber in sicherem Abstand zum Haus. Funktioniert gut bei Boden, der versickern lässt.
  • Pumpenschacht - wenn sich das Wasser nicht im freien Gefälle ableiten lässt, etwa bei einem Haus in einer Senke oder mit tiefem Keller.
  • Regenwassertank - das Wasser bleibt auf dem Grundstück, und Sie giessen damit den Garten.
  • Meteorwasserleitung - nur wenn Ihre Gemeinde eine hat und der Betreiber dem Anschluss zustimmt.

In die Schmutzwasserkanalisation gehört die Drainage nicht. Die Kläranlage hat es nicht gern, wenn Sie ihr nach jedem Regen den halben Garten schicken.

Sickerschacht: wie weit vom Haus

Weit genug, dass das Wasser nicht zum Fundament zurückkommt, das Sie gerade entwässert haben. Üblicherweise wird ein Abstand von einigen Metern empfohlen, oft ist von mindestens drei Metern zum Fundament die Rede. Die genaue Distanz und die Grösse des Schachts hängen aber davon ab, wie schnell Ihr Boden Wasser aufnimmt. Das zeigt ein Versickerungsversuch: Grube ausheben, Wasser einfüllen und messen, wie schnell der Spiegel sinkt. Bei Lehm können Sie lange warten, und ein Sickerschacht funktioniert dort unter Umständen gar nicht. Dann ist ein Tank oder der Anschluss an die Meteorwasserleitung die bessere Lösung.

Und jetzt zur Trockenheit

Es ist ein kleines Paradox. Das halbe Jahr versuchen wir, das Wasser möglichst weit vom Haus wegzubringen, die andere Hälfte stehen wir mit dem Gartenschlauch da und denken an die Wasserrechnung. Die Sommer bringen immer öfter wochenlang keinen Tropfen und dann ein einziges Gewitter, das auf einmal niedergeht und abgeflossen ist, bevor der Garten es überhaupt bemerkt.

Eine kleine Rechnung, die überrascht: Jeder Millimeter Regen bedeutet einen Liter Wasser pro Quadratmeter Dachfläche. Ein Dach mit 100 m² schickt bei einem rechten Gewitter mit 20 mm Niederschlag also rund 2'000 Liter in die Fallrohre. Wie viel Regen übers Jahr fällt, ist in der Schweiz sehr unterschiedlich: Im Mittelland ist es grob um die 1'000 mm, am Alpennordrand und im Tessin deutlich mehr, in inneralpinen Tälern wie dem Wallis spürbar weniger. Von so einem Dach kommen also pro Jahr leicht mehrere zehntausend Liter, im Mittelland um die 100'000 Liter. Das ist eine Menge Giesswasser, das entweder in die Kanalisation geht oder in den Garten.

Deshalb lohnt es sich, Drainage und Regenwasser zusammen zu denken:

  • Das Dachwasser fliesst in einer separaten Leitung in den Tank. Der Überlauf des Tanks geht weiter in die Versickerung.
  • Das Drainagewasser geht in die Versickerung oder in denselben Tank, wenn es sauber genug ist und der Tank dafür geeignet ist.
  • Das Grundstück hält das Wasser zurück, statt es möglichst schnell loszuwerden.

Und noch ein praktischer Hinweis. Bei Neu- und Umbauten wird heute immer häufiger verlangt, dass Sie das Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern lassen oder zurückhalten, und wenn Sie es in die öffentliche Kanalisation einleiten, können dafür Gebühren anfallen. Was genau für Ihr Grundstück gilt, sagt Ihnen die Baubehörde Ihrer Gemeinde oder der Betreiber der Kanalisation. Fragen Sie nach, bevor Sie planen, wohin das Wasser gehen soll.

Drainage um ein altes Haus

Um ein fünfzigjähriges Haus zu graben ist nicht dasselbe wie bei einem Neubau. Alte Häuser haben oft flache Fundamente, manchmal aus Bruchstein und ganz ohne Abdichtung. Wenn Sie bei so einem Haus den ganzen Umfang auf einmal bis zum Fundamentfuss freilegen, nehmen Sie ihm womöglich den Halt, den es jahrzehntelang hatte. Das Haus nimmt das nicht unbedingt mit Humor.

Deshalb gilt beim alten Haus:

  • Abschnittweise graben, nicht den ganzen Umfang auf einmal. Abschnitt ausheben, fertig machen, zuschütten, weiter.
  • Bei flachen oder beschädigten Fundamenten zuerst einen Bauingenieur beiziehen. Das kostet weniger als die Reparatur von Rissen.
  • Wenn die Wand schon offen liegt, nutzen Sie die Gelegenheit. Reinigen, austrocknen lassen und die Abdichtung ergänzen. Eine Drainage ohne Abdichtung hilft beim alten Haus, aber nur halb.
  • Tiefe Gräben neben dem Haus müssen gegen Einstürzen gesichert werden, bei einer Tiefe um zwei Meter kommen Sie um eine Grabenspriessung nicht herum.

Und haben Sie Geduld. Mauerwerk, das jahrelang Wasser gesaugt hat, trocknet nicht an einem Wochenende. Das Resultat sehen Sie eher nach einer Saison als nach einer Woche. Hat sich die Feuchtigkeit schon im Innern bemerkbar gemacht, lesen Sie auch den Artikel wie Sie Feuchtigkeit und Schimmel in der Wohnung loswerden.

Schritt für Schritt

Damit Sie wissen, was auf Sie zukommt, ob Sie selber Hand anlegen oder die Firma kontrollieren:

  1. Ursache klären. Fallrohre, Terrain, Bodenart, Grundwasserspiegel. Ohne das graben Sie blind.
  2. Entscheiden, wohin das Wasser geht. Versickerung, Tank, Schacht, Kanalisation. Und abklären, was erlaubt ist.
  3. Graben ums Haus ausheben bis zum Fundamentfuss, beim alten Haus abschnittweise. Bei einem langen Umfang schont ein maschineller Grabenaushub den Rücken, an engen Stellen bleibt der Handaushub.
  4. Wand reinigen und prüfen, Abdichtung reparieren oder ergänzen.
  5. Noppenbahn befestigen, mit Abschlussleiste über dem Terrain.
  6. Geotextil auf die Grabensohle legen und eine Schicht Kies einbringen, auf der Sie das Gefälle ausbilden.
  7. Sickerrohr verlegen, Gefälle mit dem Gerät kontrollieren und Kontrollschächte an den Ecken setzen.
  8. Rohr mit Kies umhüllen und mit dem Vlies einpacken.
  9. Fallrohre in einer separaten, dichten Leitung führen, nicht in die Drainage.
  10. Mit Erde hinterfüllen und das Terrain mit Gefälle weg vom Haus ausbilden. Ein Kiesstreifen als Spritzschutz ist ein Bonus, der sich auszahlt.

Mehr darüber, was alles zu Aushub und Hinterfüllung gehört, finden Sie in der Kategorie Erdarbeiten.

Selber machen oder Firma?

Ehrlich gesagt: Eine Drainage ist keine Raketenwissenschaft, und viele machen sie selber. Es geht vor allem um körperliche Arbeit und um Geduld beim Gefälle. Mit einem Neubau auf vernünftigem Boden, einem gemieteten Minibagger fürs Wochenende und einem Schwager, der nicht beim ersten Erdhaufen das Weite sucht, ist das zu schaffen.

Holen Sie eine Firma, wenn:

  • es um ein altes Haus mit flachen Fundamenten geht,
  • Sie einen tiefen Keller haben und der Graben tiefer als rund anderthalb Meter wird,
  • Sie einen Pumpenschacht brauchen,
  • Sie keine Ahnung haben, ob es Grundwasser ist oder nur schlechte Fallrohre.

Und wenn Sie eine Firma holen, stellen Sie drei Fragen: Wohin geht das Wasser, wie wird das Gefälle kontrolliert und wo kommen die Kontrollschächte hin. Hören Sie bei einer davon «das schauen wir dann», suchen Sie weiter.

Häufige Fragen zur Drainage

Welcher Kies für die Drainage ums Haus?

Gewaschener Rundkies 16/32, allenfalls 8/16. Wichtig ist, dass er frei von Sand und Feinanteilen ist. Kiessand oder Schotter mit Feinanteil lassen sich zwar besser verdichten, lassen aber Wasser schlechter durch, und das ist bei einer Drainage genau das Gegenteil von dem, was Sie wollen.

Wie wird eine Drainage abgeschlossen?

In einen Sickerschacht, einen Pumpenschacht, einen Regenwassertank oder in die Meteorwasserleitung, falls der Betreiber zustimmt. Nie in die Schmutzwasserkanalisation und nie so, dass das Wasser wieder beim Haus landet.

Reicht eine Noppenbahn ohne Drainage?

Bei trockenem, sandigem Grundstück oft ja, sofern darunter eine richtige Abdichtung liegt. Bei Lehmboden oder in Hanglage nein. Die Bahn hält das Wasser an der Wand auf, aber irgendwohin muss es danach.

Kann ich die Fallrohre vom Dach an die Drainage anschliessen?

Nein. Führen Sie die Fallrohre in einer separaten, dichten Leitung. Sonst bewässert die Drainage Ihr Fundament, statt es zu entwässern.

Wie weit muss ein Sickerschacht vom Haus entfernt sein?

Üblicherweise werden einige Meter empfohlen, oft mindestens drei Meter vom Fundament. Entscheidend sind aber Bodenart und Ergebnis des Versickerungsversuchs, deshalb legt das am besten die Planung fest.

Wann baut man eine Drainage am besten?

Ausserhalb von Regen- und Frostperioden, idealerweise im Spätsommer oder Frühherbst, bevor die Herbstregen einsetzen. Dann ist der Boden trockener und der Graben hält. Im Frühling, wenn alles nass und pflotschig ist, gräbt es sich schlechter, und im Graben steht Ihnen das Wasser.

Hilft eine Drainage bei hohem Grundwasser?

Nein. Eine Drainage ist für Wasser, das durch den Boden sickert und sich beim Haus sammelt. Bei dauerhaft hohem Grundwasserspiegel braucht es ein wasserdichtes Untergeschoss oder eine druckwasserdichte Abdichtung.

Zum Schluss

Eine Drainage ums Haus ist ein guter Diener. Mit Verstand geplant, leitet sie jahrelang still das Wasser weg, und Sie vergessen, dass es sie gibt. Ohne Gefälle, ohne Ziel und mit angeschlossenen Fallrohren gebaut, ist sie ein teurer Schlauch im Boden. Finden Sie also zuerst heraus, woher das Wasser kommt, und entscheiden Sie dann, wohin es gehen soll. Und wenn es irgendwie geht, werfen Sie es nicht weg. Im August wird es Ihnen der ganze Garten danken.