Preisverzeichnis Bauarbeiten: Kleinkläranlage oder Sammelgrube einbauen
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Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Vodoinštalačné práce | ||||
| Einbau Kleinkläranlage / Abwassersammelgrube in Kiesbettung | Stk. | 1.152,00 € / Stk. | Stk. | Menge eingeben- |
| Duschkabine montieren | Stk | 288,00 € / Stk | Stk | Menge eingeben- |
Was der Einbau umfasst
Die Position im Preisverzeichnis rechnet mit dem Einbau eines Behälters, also einer Kleinkläranlage oder einer Sammelgrube, in eine vorbereitete Baugrube auf ein Standard-Kiesbett. Sie umfasst in der Regel:
- die Kontrolle der Grubensohle und der Abmessungen der Baugrube,
- das Herstellen und Verdichten eines Kies- oder Kiessandbetts und das Abziehen auf Ebenheit,
- das Absetzen des Behälters, das Ausrichten und die Kontrolle von Zu- und Ablauf,
- den Anschluss der Zulaufleitung vom Haus und bei einer Kläranlage auch der Ablaufleitung,
- das schrittweise Befüllen des Behälters mit Wasser bei gleichzeitigem lagenweisem Verfüllen nach Herstellervorgabe,
- das Setzen von Domschacht und Abdeckung auf Geländehöhe.
Nicht enthalten sind die Kläranlage oder Grube selbst, der maschinelle Aushub, die Abfuhr des Bodens, eine Betonplatte bei hohem Grundwasser, die Versickerungsanlage, die Stromzuleitung für das Gebläse der Kläranlage und die Grundleitung vom Haus. Diese Positionen werden gesondert kalkuliert. Den elektrischen Anschluss von Gebläse und Steuerung übernimmt ein Elektrofachbetrieb.
Sammelgrube oder Kleinkläranlage: was sich wann lohnt
Abflusslose Sammelgrube
Ein dichter Behälter ohne Ablauf. Er ist einfach aufgebaut und braucht weder Strom noch Wartung einer Technik. Der Betrieb ist aber teuer, weil das gesamte Abwasser abgepumpt und abgefahren werden muss. Bei einem Vierpersonenhaushalt ist ein Behälter mit 10 bis 12 m³ oft schon nach wenigen Wochen voll, und jede Abfuhr kostet Gebühren. Eine Sammelgrube passt daher vor allem zu Wochenendhäusern, kleinen Haushalten oder als Übergang, bis die Gemeinde einen Kanal baut.
Vollbiologische Kleinkläranlage
Eine biologische Anlage, meist mit Luftgebläse, etwa als SBR-Anlage oder Wirbelbettanlage. Sie reinigt das Abwasser und leitet es weiter. Klärschlamm wird nur ein- bis mehrmals im Jahr abgefahren. Die Anlage braucht Strom, eine regelmäßige Wartung und einen geeigneten Ort für das gereinigte Wasser. Für ein dauerhaft bewohntes Haus ist sie langfristig meist die wirtschaftlichere Lösung.
Behältermaterial
Am häufigsten werden Behälter aus Polypropylen oder Polyethylen eingebaut, bekannte Hersteller sind etwa Graf, Rewatec, Kessel oder Mall. Kunststoffbehälter sind leicht und lassen sich ohne Kran einbauen, reagieren aber empfindlich auf Grundwasser und falsche Verfüllung. Betonbehälter sind schwer und brauchen einen Kran, sind dafür aber widerstandsfähiger gegen Auftrieb und Lasten. Bei Kunststoff entscheidet der Behältertyp, also ob er für Grundwasser, für Befahrbarkeit oder für eine Ummantelung mit Beton ausgelegt ist. Kleinkläranlagen in Deutschland brauchen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, aus der auch die Einbau- und Wartungsvorgaben hervorgehen. Die Herstellerangaben haben immer Vorrang vor Gewohnheiten der Baukolonne.
Wann eingebaut wird und was vorbereitet sein muss
Beim Neubau wird die Kläranlage oder Grube meist zusammen mit der Grundleitung eingebaut, wenn der Rohbau steht und der Bagger noch auf das Grundstück kommt. Später wird es wegen Pflaster, Terrasse und Garten deutlich aufwendiger. Am besten eignet sich eine trockene Phase mit niedrigem Grundwasserstand, also Sommer und Frühherbst.
Vor dem Einbau sollte vorbereitet sein:
- die erforderliche Genehmigung oder Anzeige und eine Planung mit der Lage des Behälters,
- die Baugrube in richtiger Tiefe und Breite, mit Arbeitsraum um den Behälter und gesicherten Böschungen,
- Angaben zum Grundwasser, idealerweise aus einem Baugrundgutachten,
- die Grundleitung vom Haus mit korrektem Gefälle, damit sie auf Höhe des Zulaufs ankommt,
- eine Stromzuleitung für das Gebläse der Kläranlage im Schutzrohr,
- eine Zufahrt für das Saugfahrzeug, meist innerhalb der Reichweite des Saugschlauchs.
Bei der Lage werden die in der Planung festgelegten Abstände zu Brunnen, Gebäude und Grundstücksgrenze eingehalten. Besonders wichtig ist der Abstand zum eigenen Brunnen und zu dem der Nachbarn. Eine undichte Grube oder eine schlecht geplante Versickerung kann die Wasserqualität im Brunnen verschlechtern.
Einbau Schritt für Schritt
Kontrolle der Baugrube
Die Sohle wird von lockerem Boden, Steinen und Wasser befreit. Die Tiefe wird anhand der Behälterhöhe und der Zulaufhöhe geprüft. Die Wände der Grube müssen standsicher sein. Bei tieferen Gruben werden sie verbaut oder abgeböscht, damit sie weder auf den Behälter noch auf die Arbeiter rutschen.
Kiesbett
Auf die Sohle kommt eine Schicht aus Kies oder Kiessand, meist etwa 10 bis 20 cm stark, wie es die Hersteller vorgeben. Die Schicht wird verdichtet und mit der Latte eben abgezogen. Der Behälter muss vollflächig aufliegen, sonst verformt er sich nach dem Befüllen oder reißt. Bei hohem Grundwasser oder bei Behältern, die es verlangen, wird statt des Kiesbetts eine Betonplatte gegossen und der Behälter gegen Auftrieb gesichert. Das ist kein Standardbett mehr und wird gesondert berechnet.
Absetzen des Behälters
Ein Kunststoffbehälter wird mit Hebebändern in die Grube gelassen, niemals über die Böschung gerollt. Ein Betonbehälter wird mit dem Kran versetzt. Er wird so gedreht, dass der Zulauf zum Haus und der Ablauf zur Versickerung oder zum Gewässer zeigt, und mit der Wasserwaage ausgerichtet.
Anschluss der Leitungen
Der Zulauf vom Haus wird über die Dichtung des Herstellers angeschlossen. Die Leitung braucht ein gleichmäßiges Gefälle und ein festes Auflager, damit die Verbindung nach dem Verfüllen nicht absackt. Bei einer Kläranlage werden zusätzlich die Ablaufleitung und ein Leerrohr für Luftschlauch und Kabel zum Gebläse verlegt.
Verfüllen und Befüllen
Bei Kunststoffbehältern ist das der wichtigste Arbeitsschritt. Der Behälter wird nach und nach mit Wasser gefüllt, während gleichzeitig lagenweise in Schichten von etwa 20 bis 30 cm verfüllt wird. Der Wasserstand innen sollte etwa auf Höhe der Verfüllung oder leicht darüber liegen, damit der Erddruck die Wände nicht eindrückt. Verfüllt wird mit Sand, Kiessand oder steinfreiem Boden, verdichtet von Hand oder mit leichtem Gerät. Eine schwere Rüttelwalze direkt an der Behälterwand kann ihn beschädigen. Manche Hersteller schreiben eine Ummantelung mit erdfeuchtem Beton vor. Dann wird genau nach deren Anleitung gearbeitet.
Domschacht und Abdeckung
Zum Schluss werden Domschacht und Abdeckung auf Geländehöhe gesetzt. Die Abdeckung sollte leicht über dem Gelände liegen, damit kein Regenwasser hineinläuft. Soll die Fläche befahren werden, braucht der Behälter eine Lastverteilungsplatte und eine Abdeckung mit passender Belastungsklasse.
Versickerung des gereinigten Wassers
Das gereinigte Wasser der Kläranlage muss abfließen können. Liegt ein Bach oder Graben in der Nähe, kann es unter Umständen dort eingeleitet werden. Häufiger wird es über eine Versickerungsanlage in den Untergrund geleitet, etwa über Rigolen aus Versickerungsblöcken, einen Sickerschacht oder eine Flächen- und Muldenversickerung.
Versickerung funktioniert nur in durchlässigem Boden. In Lehm oder Ton fließt das Wasser nicht ab, die Anlage läuft voll und das Wasser tritt an der Oberfläche aus. Deshalb wird für die Einleitung in das Grundwasser oft ein Nachweis der Durchlässigkeit oder ein hydrogeologisches Gutachten verlangt, das Bodendurchlässigkeit, Grundwasserstand und den Einfluss auf Brunnen in der Umgebung beurteilt. Die Versickerung hinter der Kläranlage ist nicht mit der Versickerung von Regenwasser vom Dach zu verwechseln. Regenwasser wird getrennt behandelt und gehört nicht in die Kläranlage, weil es den Belebtschlamm ausspülen würde.
Pflichten rund um Grube und Kläranlage
Die Regeln unterscheiden sich in Deutschland nach Bundesland und oft auch nach Gemeinde. Einige Grundsätze gelten aber fast überall.
- Anschluss- und Benutzungszwang. Liegt ein öffentlicher Kanal an der Straße, schreibt die Abwassersatzung der Gemeinde in der Regel den Anschluss vor. Eine Grube oder Kleinkläranlage ist dann meist nur eine Übergangslösung. Fragen Sie vor der Investition beim Abwasserzweckverband oder bei der Gemeinde nach, ob ein Kanal geplant ist.
- Entsorgung. Inhalt der Sammelgrube und Klärschlamm werden über die kommunale Entsorgung oder einen zugelassenen Entsorger abgefahren. Bewahren Sie die Nachweise auf, die Behörde kann sie anfordern.
- Wartung. Kleinkläranlagen müssen nach den Vorgaben ihrer Zulassung regelmäßig durch einen Fachkundigen gewartet werden, meist über einen Wartungsvertrag. Ein Betriebsbuch dokumentiert Kontrollen und Störungen.
- Genehmigung. Klären Sie vor Baubeginn mit der zuständigen Behörde, ob für den Behälter und die Einleitung des gereinigten Wassers eine Erlaubnis oder Anzeige nötig ist.
Anleitung für Heimwerker: Kunststoff-Sammelgrube selbst einbauen
Eine kleinere Sammelgrube aus Kunststoff kann ein geübter Bauherr selbst einbauen, wenn ein Bagger für den Aushub zur Verfügung steht und die Herstelleranleitung eingehalten wird. Bei einer Kleinkläranlage ist es sinnvoller, Einbau und Inbetriebnahme dem Lieferanten oder einem Fachbetrieb zu überlassen, weil Gewährleistung und Abnahme davon abhängen. Vorgehen bei der Grube:
- Genehmigungsfrage klären und die Lage des Behälters nach Planung abstecken.
- Baugrube mit Arbeitsraum um den Behälter ausheben und die Böschungen sichern.
- Wasser von der Sohle abpumpen, lockeren Boden und Steine entfernen.
- Kiessand in der Stärke laut Anleitung einbringen, verdichten und mit der Latte eben abziehen.
- Behälter mit Hebebändern absetzen, Zulauf zum Haus drehen und mit der Wasserwaage ausrichten.
- Zulaufleitung über die Dichtung anschließen und das Gefälle prüfen.
- Erste Lage Wasser in den Behälter füllen und außen gleich hoch mit Sand verfüllen.
- Verfüllung von Hand verdichten und lagenweise fortfahren, Wasser innen immer etwa auf Höhe der Verfüllung.
- Domschacht und Abdeckung leicht über Geländehöhe setzen.
- Bett, Anschlüsse und Verfüllung fotografieren und die Fotos zu den Unterlagen legen.
Häufige Fehler aus der Praxis
- Grundwasser nicht berücksichtigt. Eine leere Kunststoffgrube kann im Frühjahr aufschwimmen und dabei die Leitungen abreißen.
- Verfüllen ohne Befüllen. Der Erddruck drückt die Wände des leeren Kunststoffbehälters nach innen.
- Verfüllung mit Steinen und Bauschutt. Scharfe Steine beschädigen die Wand, und die Verfüllung lässt sich nicht richtig verdichten.
- Unebenes oder unverdichtetes Bett. Der gefüllte Behälter setzt sich ungleichmäßig, reißt oder der Zulauf verkippt.
- Falsches Gefälle im Zulauf. Die Grundleitung verstopft, oder der Behälter sitzt so tief, dass er schwer abzusaugen ist.
- Versickerung in Lehmboden. Das gereinigte Wasser tritt im Rasen aus oder läuft in den Keller der Nachbarn.
- Regenwasser in die Kläranlage geleitet. Nach einem Gewitter wird der Belebtschlamm ausgespült, und die Anlage reinigt wochenlang nicht richtig.
- Abdeckung unter Geländehöhe. Regenwasser läuft in den Behälter, und die Grube füllt sich schneller.
So prüfen Sie die fertige Arbeit
- der Behälter steht waagerecht, die Abdeckung liegt leicht über dem Gelände,
- Zulauf und bei der Kläranlage auch Ablauf sind über Dichtungen angeschlossen, nirgends tritt Wasser aus,
- die Wände des Kunststoffbehälters sind nicht verformt, was man von innen mit einer Taschenlampe sieht,
- die Verfüllung ist verdichtet und das Gelände setzt sich nach den ersten Regenfällen nicht,
- bei der Grube sinkt der Wasserstand nicht, wenn nichts eingeleitet wird, ein einfacher Dichtheitstest,
- bei der Kläranlage läuft das Gebläse, die Belüftung ist sichtbar und die Steuerung meldet keine Störung,
- das Saugfahrzeug kommt an die Abdeckung heran,
- Bedienungsanleitung, Gewährleistungsunterlagen, Zulassung oder Leistungserklärung und Fotos vom Einbau liegen vor.
Bewahren Sie die Fotos von Bett und Verfüllung auf. Bei einer Reklamation prüft der Hersteller oft genau, ob nach seiner Einbauanleitung gearbeitet wurde.
Preis und was ihn beeinflusst
Im Preisverzeichnis von NUMIQ liegt der Arbeitspreis für den Einbau einer Kleinkläranlage oder Sammelgrube auf ein Standard-Kiesbett bei 1 152 € pro Stück. Er umfasst kleines Verbrauchsmaterial, aber weder den Behälter selbst noch das Material für das Kiesbett, das gesondert berechnet wird. Die Preise schwanken je nach Region und Stadt, in Ballungsräumen liegen sie meist höher.
Anlage oder Behälter, Aushub und Versickerung kosten in der Regel deutlich mehr als die Einbauarbeit selbst. Es lohnt sich daher, ein Komplettangebot mit allen Positionen einzeln aufgeführt einzuholen.
Den Preis für Einbau und Nebenarbeiten beeinflussen vor allem:
- der Grundwasserstand und ob eine Betonplatte oder Auftriebssicherung nötig ist,
- die Bodenart und die Tiefe der Baugrube,
- Material und Gewicht des Behälters, also ob ein Kran nötig ist,
- die Länge der Zulaufleitung und die Art der Versickerung,
- die Zufahrt zum Grundstück für Bagger und Lkw.
Zugehörige Arbeiten lassen sich gesondert kalkulieren, etwa maschineller Aushub der Baugrube, Grabenaushub für Leitungen und Verfüllen mit Verdichtung. Weitere Positionen finden Sie unter Sanitär- und Installationsarbeiten und Erdarbeiten.
Häufige Fragen
Eine Kleinkläranlage wird nach Einwohnerwerten bemessen, also nach der Zahl der Personen im Haushalt mit Reserve. Bei einer Sammelgrube entscheidet das Volumen darüber, wie oft abgefahren werden muss. Ein größerer Behälter bedeutet weniger Abfuhren, aber eine größere Baugrube.
Ja, aber der Behälter muss gegen Auftrieb gesichert werden, etwa mit Betonplatte, Verankerung oder Betonummantelung nach Herstellerangabe. Ein Standard-Kiesbett reicht dafür nicht aus.
Ältere Mehrkammergruben aus Beton lassen sich oft mit einem Nachrüstsatz zu einer vollbiologischen Anlage aufrüsten. Der Behälter muss dicht und standsicher sein, und die nachgerüstete Anlage braucht in der Regel eine eigene Zulassung und Erlaubnis. Die Beurteilung sollte der Anbieter der Technik übernehmen.
Öle, Fette, Essensreste, Feuchttücher, Hygieneartikel, Chemikalien und Medikamente. Auch große Mengen Desinfektionsmittel auf einmal schaden, weil sie die Bakterien abtöten, die das Wasser reinigen. Regenwasser wird nicht in die Kläranlage geleitet.
Je nach Anlagengröße und Belastung meist ein- bis mehrmals im Jahr, oft nach Messung des Schlammspiegels bei der Wartung. Das genaue Intervall nennt der Hersteller in der Betriebsanleitung.
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