Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Schlitze für Gasleitungen stemmen (Ziegel)

Wenn Sie den Gasherd versetzen, die Gastherme tauschen oder eine neue Gasleitung legen lassen, verschwindet das Rohr meist unter Putz in der Wand. Dafür braucht es zuerst einen sauberen Schlitz. Hier geht es um das Schlitzen in Ziegelmauerwerk für die Gasinstallation. Der Schlitz selbst ist eine Bauarbeit. Er folgt aber immer der Trasse,

Aktualisiert 09/2026·5 Min. Lesezeit·15 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
21,03 €/ lfm
Richtwert-Spanne
16,80 € - 27,40 €
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Gasinstallation15 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Gasinstallation
Schlitzen für Gasleitung - Ziegellfm21,03 €-
Innere Gasleitung biegen und schweißenlfm31,55 €-
Verlegung der äußeren Gasleitung im Erdreichlfm26,30 €-
Schlitzen für Gasleitung - Betonlfm47,33 €-
Montage Gas-KugelhahnStk.26,30 €-
Anschluss GasherdStk.61,35 €-
Anschluss Gaskessel (Montage + Anschluss)Stk.-
Regelung und Einstellung des KesselsStk.-
Gasleitung absperren und mit Blindstopfen verschließenStk.-
Verlegen und Anschluss der GasleitungStk.226,12 €-
Montage WarmwasserspeicherStk.-
Dichtheitsprüfung der GasleitungStk.105,17 €-
Sachverständigenprüfung der GasanlageStk.-
Montage GasmelderStk.35,06 €-
Verlegung des GaszählersStk.210,35 €-
Summe Arbeit
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So läuft das Schlitzen Schritt für Schritt ab

Ein guter Schlitz entsteht schon, bevor die Maschine läuft. In der Praxis sieht der Ablauf meist so aus:

  1. Trasse anzeichnen. Nach Plan oder Vorgabe des Gasinstallateurs wird der genaue Verlauf an die Wand gezeichnet, mit Höhe, Abzweigen und Anschlusspunkten der Geräte.
  2. Wand prüfen. Mit einem Ortungsgerät und anhand vorhandener Unterlagen wird geklärt, ob in der Trasse Strom-, Wasser- oder Heizungsleitungen liegen. Liegt eine alte Gasleitung in der Nähe, muss der Fachbetrieb sie vorher absperren und sichern.
  3. Raum vorbereiten. Möbel kommen raus oder unter Folie, der Boden wird mit Pappe oder Abdeckvlies geschützt, Türen zu anderen Räumen werden staubdicht abgeklebt.
  4. Ränder schneiden. Eine Mauernutfräse mit zwei Diamantscheiben schneidet zwei parallele Linien in der eingestellten Breite und Tiefe. So bekommt der Schlitz gerade Kanten und der Putz daneben bricht nicht unnötig aus.
  5. Mitte ausstemmen. Das Material zwischen den Schnitten wird mit dem Stemmhammer und Flachmeißel herausgenommen.
  6. Säubern und kontrollieren. Staub und Bruchstücke kommen raus, Tiefe, Breite und Geradheit werden geprüft. Erst dann verlegt der Installateur das Rohr.

Von Hand ohne Fräse stemmt man heute eher in Ecken, unter der Decke oder an Hindernissen, wo die Maschine nicht hinkommt. Das dauert länger und wird weniger genau.

Ziegel ist nicht gleich Ziegel

Die Arbeit klingt immer gleich, aber das Mauerwerk entscheidet über Werkzeug, Zeit und Risiken.

Vollziegel im Altbau

Massive gebrannte Ziegel lassen sich recht gut schlitzen. In älteren Häusern ist der Mörtel aber oft weich und der Stein spröde. Dann wird vorsichtiger gearbeitet, damit sich keine ganzen Steine lösen.

Hochlochziegel im neueren Haus

In vielen Einfamilienhäusern der letzten Jahrzehnte stecken Hochlochziegel. Ihre dünnen Stege brechen leicht, und der Schlitz wird plötzlich breiter als geplant. Deshalb gilt hier besonders: erst schneiden, dann stemmen, nicht einfach mit dem Hammer drauflos.

Wenn doch Beton im Spiel ist

Trifft die Trasse auf einen Betonsturz, eine Stahlbetonwand oder eine Decke, wird es deutlich aufwendiger. Bewehrung darf ohne Freigabe durch einen Tragwerksplaner nicht durchtrennt werden. In solchen Fällen wird die Trasse oft lieber umgeplant.

Größe, Richtung und Abstände

Der Schlitz wird für ein bestimmtes Rohr gemacht. Er sollte etwas tiefer und breiter sein als das Rohr, damit es spannungsfrei liegt, mit Schellen befestigt und mit Mörtel und Putz überdeckt werden kann. Die genauen Maße legt der Installateur nach Rohrart und Durchmesser fest. Zu tiefe Schlitze schwächen die Wand, vor allem in tragendem Mauerwerk und neben Fenstern und Türen. Für Schlitze in tragenden Wänden gibt die DIN EN 1996 (Eurocode 6) Grenzen vor. Was darüber hinausgeht, gehört in die Hände eines Tragwerksplaners.

Gasleitungen werden in der Wand nur waagerecht oder senkrecht geführt, nicht schräg. Warum? Wer Jahre später ein Regal anbohrt, kann an der Lage von Absperrhahn oder Gerät abschätzen, wo das Rohr liegt. Bei einer schrägen Leitung kann das niemand.

Zu Strom-, Wasser- und anderen Leitungen braucht Gas einen sicheren Abstand nach Planung und den technischen Regeln für Gasinstallationen (DVGW-TRGI). Absperreinrichtungen und lösbare Verbindungen werden nicht eingemauert, sie müssen zugänglich bleiben. Wie das Rohr unter Putz gegen Korrosion geschützt wird, entscheidet der Fachbetrieb.

Was die Arbeit leichter oder aufwendiger macht

Wie viel Aufwand anfällt, hängt vor allem von diesen Punkten ab:

  • Mauerwerk: Vollziegel ist meist einfacher als brüchiger Altbauziegel oder Hochlochziegel, Beton ist deutlich schwerer
  • Länge und Verlauf: Eine gerade Trasse an einer Wand geht schneller als viele Knicke und Durchbrüche
  • Zugang: Unter der Decke, in Ecken, hinter der Küchenzeile oder in einer möblierten Wohnung dauert es länger
  • Oberfläche: Müssen erst Fliesen oder dicker Putz runter, kommt Arbeit dazu
  • Nebenarbeiten: Staubabsaugung, Schuttabfuhr und das Zuputzen der Schlitze werden oft extra vereinbart

Ein leerer Raum und eine klar angezeichnete Trasse sparen allen Beteiligten Zeit. Im Mehrfamilienhaus ist es fair, die Nachbarn vorher zu informieren, denn Schlitzen ist laut.

Typische Fehler

  • Schräge Trasse oder ein Verlauf nach Gefühl, den der Fachbetrieb nicht abnimmt
  • Zu flacher Schlitz, das Rohr hat zu wenig Überdeckung und der Putz darüber reißt
  • Zu tiefer Schlitz in einer tragenden Wand ohne Rücksprache mit dem Tragwerksplaner
  • Ausgebrochene Hochlochziegel, weil ohne Vorschnitt gestemmt wurde
  • Angeschnittenes Kabel oder Rohr, weil die Wand vorher nicht geprüft wurde
  • Nur mit dem Winkelschleifer gearbeitet, mit viel Staub und ungleichmäßiger Tiefe
  • Nicht gesäuberter Schlitz, in dem Schellen und Mörtel schlecht halten und scharfe Kanten das Rohr beschädigen können

Genehmigung, Hausverwaltung und wer was darf

Für das Schlitzen selbst braucht es keine besondere Zulassung. Gasleitungen verlegen, anschließen und prüfen darf in Deutschland aber nur ein Installationsunternehmen, das beim zuständigen Netzbetreiber eingetragen ist. Die Schlitze werden deshalb immer in Absprache mit diesem Betrieb gemacht, nicht vorab auf Verdacht.

Ob ein Eingriff in tragende Wände genehmigungspflichtig ist, regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach. In einer Eigentumswohnung sprechen Sie vorher mit der Hausverwaltung oder der Eigentümergemeinschaft (WEG), denn tragende Wände und gemeinsame Leitungen gehören nicht Ihnen allein.

Riechen Sie während der Arbeiten Gas, hören Sie sofort auf. Keine Lichtschalter und Elektrogeräte betätigen, Fenster öffnen, das Haus verlassen und von draußen den Entstörungsdienst des Netzbetreibers oder die 112 anrufen.

Abnahme: so prüfen Sie die Schlitze

Bevor das Rohr verlegt und alles zugeputzt wird, lohnt sich ein Blick auf diese Punkte:

  • Die Trasse entspricht dem Plan oder der Absprache mit dem Installateur
  • Die Schlitze verlaufen nur waagerecht und senkrecht
  • Tiefe und Breite sind auf der ganzen Länge gleichmäßig
  • Die Kanten sind gerade, der Putz daneben ist nicht unnötig ausgebrochen
  • Im Hochlochziegel sind keine großen Hohlräume aufgebrochen, angeschnittener Beton hat keine durchtrennte Bewehrung
  • Keine andere Leitung wurde beschädigt
  • Die Schlitze sind frei von Staub und Bruchstücken
  • Schutt ist abgefahren und der Raum wie vereinbart aufgeräumt
  • Nach der Rohrmontage liegt eine Dichtheitsprüfung mit schriftlichem Nachweis des Fachbetriebs vor

Häufige Fragen

Technisch ja, empfehlenswert ist es kaum. Die Trasse muss der Installateur festlegen, und Fehler bei Tiefe, Richtung oder Statik fallen oft erst bei der Abnahme auf. Wenn Sie die Arbeit trotzdem aufteilen wollen, klären Sie Verlauf und Maße vorher genau mit dem Betrieb ab, der das Rohr verlegt.

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