Ein weißer Anstrich in zwei Arbeitsgängen kostet laut aktueller Preisliste 4,34 € pro m² Arbeitsleistung. Grundierung, Rissausbesserung, Spachteln und färbige Anstriche kommen extra dazu, je nachdem, in welchem Zustand die Wände tatsächlich sind. Farbe und Hilfsstoffe verrechnet der Maler nach Verbrauch, oder Sie stellen sie selbst bei.
Leistungsarten und ihre Preise
Standardleistung beim Ausmalen einer Wohnung. Zwei deckende Arbeitsgänge werden auf einen vorbereiteten und grundierten Untergrund aufgetragen.
Kräftige und dunkle Farbtöne decken schlechter und brauchen oft einen dritten Arbeitsgang. Farbübergänge werden sauber abgeklebt.
Arbeiten über Kopf dauern länger und verlangen mehr Sorgfalt für eine gleichmäßige Deckung. Deshalb wird die Decke gesondert kalkuliert.
Unebenheiten und alte Anstriche werden vor dem Ausmalen ausgeglichen. Im Neubau und nach dem Abschlagen von Fliesen ist das fast immer nötig.
Der Untergrund muss eben und trocken sein. Bei Mustertapeten muss der Rapport an jedem Stoß genau passen, Fehler lassen sich nachträglich kaum beheben.
Dekorative Glättetechnik aus mehreren dünnen Schichten. Der Preis spiegelt den Aufwand und die Erfahrung des Handwerkers wider.
Leistung aus dem Preisverzeichnis kalkulieren
Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Die Preise gelten für Deutschland und können im Preisverzeichnis angepasst werden.
Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Anstrich | ||||
| Ausmalen - Standardanstrich weiß (2×) | m² | 4,34 € | - | |
| Wände streichen - Farbanstrich | m² | - | ||
| Ölsockelanstrich | m² | 11,62 € | - | |
| Decken streichen | m² | 5,42 € | - | |
| Streichen senkrechter Heizungsrohre | lfm | 4,65 € | - | |
| Streichen von Gussheizkörpern | Stk. | 23,23 € | - | |
| Streichen von Heizkörpern (je Glied) | Stk. | 3,72 € | - | |
| Tapezieren der Wände | m² | - | ||
| Vorbereitung | ||||
| Abkratzen alter Ölfarbe | m² | 8,36 € | - | |
| Rissbandagierung – Sanierung großer Risse | lfm | - | ||
| Acryl-Verfugung der Anschlüsse | lfm | 2,80 € | - | |
| Grundierung der Wände und Decke | m² | 1,55 € | - | |
| Abkratzen alter Leimfarbe | m² | 3,72 € | - | |
| Lokales Ausbessern von Rissen und Fehlstellen | Stk. | 5,42 € | - | |
| Wände spachteln | m² | 10,07 € | - | |
| Decke spachteln | m² | 11,62 € | - | |
| Venezianischer Stuck - polierte Spachtelung | m² | - | ||
| Setzen von Eckschutzprofilen | lfm | - | ||
| Entfernen alter Tapeten | m² | 5,42 € | - | |
| Baustellenregie | ||||
| Alu-Fahrgerüst für hohe Decken | m² | 4,65 € | - | |
| Sonstige Arbeiten | ||||
| Endreinigung nach den Arbeiten | Std. | 18,60 € | - | |
| Sonstige, nicht näher definierte Arbeiten (Regiestunde) | Std. | - | ||
Was kostet das je nach Umfang
| Nur Ausmalen Weißer Anstrich in zwei Arbeitsgängen auf 105 m² Wänden und 45 m² Decken | 699,60 € |
| Ausmalen mit Vorbereitung Grundierung, Rissausbesserung und Acrylfugen | ab 987,90 € |
| Komplette Oberflächensanierung Altanstrich abkratzen, Eckschutzschienen, Wand- und Deckenspachtelung sowie färbiger Wandanstrich | ab 2614,65 € |
Wann ausführen
Materialarten und ihre Preise
Übliche Wahl für Wohnzimmer, Schlafzimmer und Vorraum. Diffusionsoffen, trocknet schnell und riecht kaum.
Widerstandsfähiger gegen Abrieb und Abwaschen. Geeignet für Küche, Kinderzimmer und Vorraum.
Gleicht die Saugfähigkeit aus und verbessert die Haftung von Farbe und Spachtel.
Gips- oder Fertigspachtel zum Ausgleichen, Glasfaserstreifen für Risse.
Hitzebeständige Beschichtung für Metall, die Temperaturschwankungen standhält und bei richtiger Anwendung nicht vergilbt.
Untergrundvorbereitung Schritt für Schritt
Der Maler deckt Böden, Möbel, Fenster und Steckdosen mit Folie ab und klebt sie mit Abdeckband ab. Sorgfältiges Abdecken spart Zeit beim Zusammenräumen, und der Boden bleibt ohne Farbspritzer.
Leimfarbe wird angefeuchtet und abgekratzt, bei Ölfarbe ist der Aufwand deutlich größer. Auf einem Altanstrich, der nicht hält, hält auch die neue Farbe nicht, deshalb darf er nicht einfach überstrichen werden.
Der Maler erweitert den Riss, füllt ihn und überdeckt ihn mit einem Armierungsstreifen, den er in die Spachtelmasse einbettet. Ohne Streifen kommt der Riss mit der Zeit an derselben Stelle wieder.
An Außenkanten setzt der Maler Eckschutzschienen, danach spachtelt und schleift er die Wand. Die Ebenheit prüft er im Streiflicht, in dem jede Welle sichtbar wird.
Die Grundierung gleicht die Saugfähigkeit aus, festigt die Oberfläche und verhindert Flecken. Gestrichen wird erst nach der Trocknungszeit laut technischem Merkblatt des Herstellers.
Arbeitsablauf
- 01Der Maler begutachtet die Wände und prüft Feuchtigkeit, Risse und ob der alte Anstrich noch hält.
- 02Er deckt Böden, Möbel, Fenster und die Elektroinstallation ab.
- 03Lose Schichten entfernt er, Risse bessert er aus und spachtelt die Wand bei Bedarf.
- 04Er grundiert die ganze Fläche und lässt sie laut technischem Merkblatt trocknen.
- 05Zuerst streicht er die Decken, Ecken und Kanten mit dem Pinsel, Flächen mit der Rolle.
- 06Ist der erste Anstrich trocken, folgt der zweite, bei dunklen Farbtönen auch ein dritter.
- 07Er zieht das Abdeckband ab, prüft im Streiflicht, ob die Farbe überall gut deckt, und räumt zusammen.
5 häufige Fehler
Ein saugender Untergrund nimmt die Farbe ungleichmäßig auf, sie deckt nicht gleichmäßig und es entstehen Flecken. Außerdem wird mehr Farbe verbraucht, die Ersparnis ist also nur scheinbar.
Feuchtigkeit unter dem Anstrich führt zu Schimmel und die Farbe blättert ab. Neuer Putz oder Spachtel muss zuerst laut technischem Merkblatt austrocknen.
Wenn der alte Anstrich abblättert oder abfärbt, belastet ihn die neue Schicht nur zusätzlich und fällt mit ihm ab.
Ein Riss, der arbeitet, kommt ohne Armierungsstreifen innerhalb weniger Monate wieder. Statische Risse sollte vorher ein Fachmann beurteilen.
Das Band kann sich mit dem Anstrich verbinden und reißt beim späten Abziehen die Kante mit. Es gehört direkt nach dem letzten Anstrich abgezogen, solange die Farbe noch feucht ist.
Heizkörper, Rohre und hohe Decken
Beim Ausmalen einer Wohnung werden oft auch Heizkörper und Heizungsrohre gestrichen. Dafür braucht es eine hitzebeständige Farbe für Metall. Die Oberfläche muss vorher gereinigt, entfettet und je nach Zustand grundiert werden. Gerüste für hohe Decken und Anstriche von Heizkörpern haben eigene Einheiten und sind im Quadratmeterpreis der Wände nicht enthalten.
Was den Preis fürs Ausmalen bestimmt und warum er steigen kann
Der Maler rechnet die Fläche von Wänden und Decken ab, die er tatsächlich streicht, nicht die Wohnfläche. In einer normalen Wohnung ist das grob das Zweieinhalbfache der Bodenfläche. Im Dachgeschoß mit Schrägen oder in Altbauzimmern mit hohen Decken, etwa im Gründerzeithaus, ist es mehr. Fenster und Türen werden nach Absprache abgezogen, meist erst ab einer gewissen Größe. Der Grund: Laibungen und die Flächen rund um die Öffnung machen zusätzliche Arbeit.
Das Rollen selbst ist nur ein Teil des Auftrags. Über Zeit und Preis entscheidet meist das, was passiert, bevor der Maler die Rolle zum ersten Mal in die Farbe taucht:
- Zustand der Wände: Ein fester weißer Anstrich wird nur grundiert und überstrichen. Blättert alte Leimfarbe ab oder ist die Wand rissig, stehen Abkratzen, Armieren und Spachteln an.
- Bewohnte Wohnung: Möbel müssen in die Raummitte, alles wird abgedeckt und am Ende gründlich sauber gemacht. Das dauert länger als in einer leeren Wohnung oder im Neubau.
- Farbgestaltung: Jede Stelle, an der zwei Farbtöne aufeinandertreffen, wird abgeklebt und mit dem Pinsel nachgezogen. Kräftige Töne brauchen oft eine dritte Schicht.
- Raumhöhe und Form: Hohe Decken, Stiegenhäuser, Dachschrägen und Nischen bremsen die Arbeit und verlangen manchmal ein Gerüst.
- Details: Laibungen, Ecken, Sockel, Heizkörper und Rohre kosten im Verhältnis viel mehr Zeit als eine glatte Wand.
Wenn Sie Angebote vergleichen, schauen Sie genau hin: Steht dort nur der Anstrich oder auch die Vorbereitung des Untergrunds? Zwei Angebote mit gleichem Preis pro m² können ganz unterschiedliche Leistungen enthalten. Viele Malerbetriebe orientieren sich an der einschlägigen ÖNORM für Maler- und Beschichtungsarbeiten. Fragen Sie ruhig nach, welche Nebenleistungen wie Abdecken oder Abkleben inbegriffen sind.
Der Zustand der Wand zählt mehr als die Farbmarke
Auch teure Farbe hält nicht auf einer schlecht vorbereiteten Wand. Deshalb wird die Wand vor dem Ausmalen zuerst geprüft. Ein paar einfache Tests können Sie selbst machen:
- Klebebandtest: Ein Stück Malerkrepp auf die Wand kleben, fest andrücken und ruckartig abziehen. Bleibt Farbe am Band hängen, hält der alte Anstrich nicht. Eine neue Schicht würde ihn nur zusätzlich belasten.
- Wischtest: Mit der trockenen Hand über die Wand streichen. Ist die Handfläche danach weiß, kreidet der Anstrich. Er muss runter oder mit Tiefengrund verfestigt werden.
- Wassertest: Eine kleine Stelle mit einem nassen Schwamm anfeuchten. Wird die Farbe weich und lässt sich abwischen, ist es alte Leimfarbe. Darauf gehört keine Dispersionsfarbe.
- Streiflicht: Eine Lampe oder Taschenlampe dicht an die Wand halten, sodass das Licht flach über die Fläche fällt. So sehen Sie Unebenheiten, die nach dem Ausmalen noch stärker auffallen würden.
In der Praxis machen oft nicht die Wände selbst die größten Probleme, sondern Flecken darauf. Wasserränder nach einem Schaden, Nikotin, Ruß oder Fett schlagen durch normale Wandfarbe auch nach zwei Anstrichen wieder durch. Solche Stellen bekommen zuerst Isolierfarbe oder Sperrgrund, danach wird die ganze Wand gestrichen. Bei Schimmel gilt: erst die Ursache finden und beseitigen, also Feuchtigkeit oder zu wenig Lüften. Antischimmelfarbe allein schiebt das Problem nur auf.
In Österreich sind die meisten Wände verputzt und direkt gestrichen. Raufaser ist seltener als in Deutschland, kommt aber in manchen Wohnungen vor. Solange sie fest klebt und keine Blasen wirft, lässt sie sich gut überstreichen. Lösen sich Nähte oder ist die Tapete schon unzählige Male gestrichen, ist Abziehen oft die sauberere Lösung.
Wie lange neuer Putz und Spachtel trocknen müssen
Ein feuchter Untergrund ist eine typische Ursache dafür, dass Farbe abblättert oder Schimmel entsteht. Neuer Kalkzementputz trocknet Wochen, nicht Tage. Gipsputz und Gipsspachtel sind schneller, aber auch hier spielen Schichtdicke, Temperatur und Lüftung mit. Die genaue Zeit steht im technischen Merkblatt des Herstellers. Halten Sie sie ein, auch wenn der Umzugstermin drückt.
Alte Farbe abkratzen oder einfach überstreichen?
Abkratzen ist mühsam, macht viel Staub und ist nicht immer nötig. Hält der alte weiße Anstrich, reicht es, die Wand zu säubern, zu grundieren und zu streichen. Abkratzen lohnt sich in diesen Fällen:
- Der alte Anstrich blättert ab oder bleibt am Klebeband hängen
- Auf der Wand ist alte Leimfarbe, die mit Wasser weich wird
- Es sind so viele Schichten drauf, dass sie in Schuppen abplatzen
- Unter dem Anstrich steckt Feuchtigkeit oder Schimmel
Anleitung für Heimwerker: Leimfarbe abkratzen
Leimfarbe bekommen Sie auch selbst von der Wand. Sie brauchen vor allem Geduld und eine gute Abdeckung. So gehen Sie vor:
- Boden und Möbel mit Folie abdecken, Ränder mit Klebeband sichern und die Sicherung für Steckdosen und Schalter im Raum ausschalten.
- Wand mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel anfeuchten, mit Sprühflasche oder breiter Bürste, und einige Minuten einweichen lassen.
- Aufgeweichte Farbe mit Spachtel oder Schaber in flachem Winkel abstoßen, damit die Klinge nicht in den Putz schneidet.
- Reste mit klarem Wasser abwaschen und Wand vollständig trocknen lassen.
- Trockene Wand grundieren und erst danach ausbessern und spachteln.
Ölfarbe, die früher in Altbauwohnungen und in den Stiegenhäusern von Zinshäusern als abwaschbarer Sockel aufgetragen wurde, weicht mit Wasser nicht auf. Sie wird angeschliffen, damit die neue Schicht Halt findet. Ist sie dick oder blättert sie, sollte sie ganz runter. Tragen Sie beim Schleifen alter Anstriche eine Atemschutzmaske, denn der Staub kann gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, in sehr alten Ölfarben zum Beispiel Blei. In Gebäuden, die vor den 1990er-Jahren gebaut oder renoviert wurden, können außerdem manche Spachtelmassen, Putze und Kleber Asbest enthalten. Bevor Sie großflächig schleifen oder abtragen, lassen Sie eine Probe untersuchen. Asbesthaltiges Material dürfen nur dafür befugte Fachbetriebe entfernen.
Risse: wann Spachtel reicht, wann Armierung und wann ein Statiker
Riss ist nicht gleich Riss. Wird er falsch ausgebessert, ist er nach ein paar Monaten an derselben Stelle zurück. Beim Ausmalen unterscheidet man drei Arten:
- Haarrisse im Anstrich: feine Risse in der alten Farbe oder in der Spachteloberfläche, die sich nicht bewegen. Sie werden angeschliffen, mit Feinspachtel gefüllt und grundiert.
- Bewegungsrisse: Sie zeigen sich an Stößen von Deckenplatten, etwa in Fertigteilbauten der Nachkriegszeit oder bei Fertigteildecken, in der Ecke zwischen Wand und Decke, an Fugen im Trockenbau oder dort, wo verschiedene Materialien aneinanderstoßen. Der Riss wird aufgeweitet, gesäubert und mit einem Armierungsstreifen in der Spachtelmasse überbrückt. Fachleute nennen das Armieren. Spachtel allein hält hier nicht.
- Statische Risse: schräge Risse an den Ecken von Fenstern und Türen, Risse, die breiter werden, oder Risse quer durch die ganze Wand. Die bessert der Maler nicht aus. Zuerst muss ein Statiker draufschauen, sonst kommen sie auch durch die Armierung wieder. In einer Eigentumswohnung informieren Sie die Hausverwaltung oder die Eigentümergemeinschaft, denn es kann ein Problem des ganzen Hauses sein. Als Mieter melden Sie solche Risse dem Vermieter.
So wird ein Riss armiert
- Riss mit dem Schaber flach V-förmig aufweiten und loses Material herausholen.
- Staub entfernen und Stelle grundieren.
- Erste Spachtelschicht auftragen und Glasfaser-Armierungsstreifen so einbetten, dass er auf beiden Seiten über den Riss reicht.
- Nach dem Trocknen auslaufend überspachteln, sodass der Rand der Ausbesserung sanft in die Wand übergeht.
- Schleifen, im Streiflicht prüfen und vor dem Ausmalen noch einmal grundieren.
Acryl in die Anschlussfugen
Die Fugen zwischen Wand und Türstock, Fenster, Sesselleiste oder Trockenbau reißen nach dem Ausmalen gern zu einem feinen dunklen Spalt auf. Deshalb werden sie mit überstreichbarem Acryl gefüllt. Es bleibt elastisch und nimmt Farbe an. Silikon gehört hier nicht hin, weil Farbe darauf nicht hält. An sauber verfugten Anschlüssen erkennt man in der Praxis schnell, ob ein Maler sorgfältig gearbeitet hat.
Spachteln: nur Stellen ausbessern oder die ganze Wand?
Spachtel macht aus Unebenheiten, alten Anstrichen und ausgebesserten Stellen eine glatte Fläche. Die ganze Wand muss aber nicht immer gespachtelt werden. Bei ein paar Dübellöchern oder kleinen Macken reicht punktuelles Ausbessern. Vollflächig spachteln lohnt sich nach dem Entfernen von Tapeten oder Fliesen, auf welligen Altbauwänden, auf neuem Trockenbau und überall dort, wo Licht vom Fenster sehr flach auf die Wand fällt.
Bei Gipskarton wird die Oberflächengüte in den Qualitätsstufen Q1 bis Q4 angegeben. Unter normaler matter Farbe reicht meist Q2 oder Q3. Für Wände im Streiflicht, für glänzende Farben oder dunkle Töne empfiehlt sich Q4, also das komplette Überspachteln der Fläche. Je höher die Stufe, desto mehr Schichten, Schleifen und Zeit. Das merken Sie auch am Preis.
So wird eine Wand gespachtelt
- Wand säubern, alles Lose entfernen und grundieren.
- An Außenecken Kantenschutzprofile setzen, die die Kante schützen und helfen, sie gerade zu ziehen.
- Größere Unebenheiten zuerst mit Ausgleichsmasse füllen, Feinspachtel nur dünn auftragen.
- Spachtel mit Edelstahlglätter oder breitem Spachtel in eine Richtung auftragen, die zweite Schicht quer dazu.
- Nach dem Trocknen mit Schleifgitter oder Schleifpapier schleifen und dabei immer wieder im Streiflicht prüfen.
- Staub gründlich entfernen und vor dem Ausmalen erneut grundieren.
Farbe nach Kennwerten aussuchen, nicht nach Werbung
Suchen Sie auf dem Kübel nach zwei Angaben nach EN 13300. Damit lassen sich Farben verschiedener Hersteller ehrlich vergleichen:
- Nassabriebklasse: Klassen 1 bis 5, je kleiner die Zahl, desto robuster die Farbe. Für Küche, Kinderzimmer und Vorzimmer passt Klasse 1 oder 2, die Sie abwischen können. Im Schlaf- und Wohnzimmer reicht oft auch Klasse 3.
- Deckvermögen: Klassen 1 bis 4 bei der angegebenen Ergiebigkeit, auch hier deckt Klasse 1 besser als Klasse 4. Eine günstige Farbe, die schlecht deckt, braucht oft eine Schicht mehr. Was Sie beim Material sparen, zahlen Sie dann bei der Arbeit.
Kräftige Töne wie Gelb, Orange und Rot decken schwächer als gedeckte oder dunkle Farben. Darunter kommt deshalb oft ein Grundanstrich in einem ähnlichen, helleren Ton, erst danach folgen die Schlussschichten. Kaufen Sie abgetönte Farbe in mehreren Kübeln, mischen Sie alles vor dem Ausmalen zusammen. Schon zwischen zwei Mischungen kann der Farbton leicht abweichen.
Warum schwören viele Altbaubesitzer auf Kalkfarbe? In alten Häusern mit etwas feuchterem Mauerwerk und Kalkputz, wie sie in Österreich etwa in Gründerzeitbauten und alten Bauernhäusern häufig sind, bewähren sich Kalk- oder Silikatfarben. Sie lassen Wasserdampf durch und wirken von sich aus gegen Schimmel. Sie halten aber nur auf mineralischem Untergrund, nicht auf alter Dispersionsfarbe oder Raufaser. Wer von Dispersion auf Kalkfarbe umsteigen will, muss die ganze Fläche bis auf den Putz freilegen.
Ausmalen in der bewohnten Wohnung und vor dem Einzug
Eine leere Wohnung oder ein Neubau vor dem Einzug ist schneller ausgemalt. Das normale Ausmalen einer Zweizimmerwohnung mit festen Wänden schafft ein Maler meist in ein bis zwei Arbeitstagen. Muss abgekratzt, armiert oder gespachtelt werden, dauert es mehrere Tage, weil jede Schicht vor der nächsten trocknen muss.
Wenn Sie in der Wohnung wohnen bleiben, bereiten Sie sich vor:
- Regale und Kästen ausräumen, Bilder und Haken abnehmen
- Platz an den Wänden schaffen, damit die Möbel in die Raummitte rücken können
- Vorher klären, ob Abdecken und Zurückstellen der Möbel im Angebot enthalten sind
- Während und nach der Arbeit lüften, aber ohne Durchzug, sonst trocknet die Farbe zu schnell
Wohnen Sie zur Miete und steht der Auszug an, lohnt ein Blick in den Mietvertrag, ob und wie ausgemalt werden muss. Ob eine solche Klausel gilt, hängt unter anderem davon ab, ob das Mietrechtsgesetz (MRG) auf Ihre Wohnung anwendbar ist. Im Zweifel helfen die Mietervereinigung oder die Arbeiterkammer weiter, bevor Sie einen Auftrag vergeben.
Farbe wird bei Raumtemperatur verarbeitet. Die Hersteller nennen in den technischen Merkblättern eine Mindesttemperatur für Luft und Untergrund, meist um +5 °C. In einem unbeheizten Neubau wird im Winter deshalb erst gestrichen, wenn die Heizung läuft.
Airless-Spritzen: wann es sich lohnt
Auf großen Flächen in Neubauten und leeren Wohnungen wird Farbe immer öfter mit Hochdruckgeräten gespritzt. Das geht schnell und ergibt bei richtiger Ausführung eine sehr gleichmäßige Fläche ohne Rollenansatz. Es gibt aber Haken: Alles, was keine Farbe abbekommen soll, muss viel gründlicher abgedeckt werden als beim Rollen. In einer bewohnten, möblierten Wohnung ist Spritzen deshalb meist unpraktisch. Häufig werden die Flächen gespritzt und die letzte Schicht gerollt, damit sich spätere kleine Ausbesserungen unauffälliger machen lassen.
Venezianischer Stuck und dekorative Techniken
Venezianischer Stuck, auch Stucco Veneziano, ist eine Glanzspachteltechnik aus mehreren hauchdünnen Schichten. Poliert erinnert er an Marmor. Klassisch basiert er auf Kalk, es gibt aber auch synthetische Varianten. Er braucht einen völlig ebenen Untergrund, praktisch auf Q4-Niveau, weil die glänzende Oberfläche jede Unebenheit betont. Das Ergebnis hängt stark vom Können des Professionisten ab und lässt sich nur schwer stellenweise ausbessern. Lassen Sie sich deshalb vor der Beauftragung echte Referenzarbeiten zeigen.
Ähnlich anspruchsvoll sind andere Techniken wie Beton- oder Steinoptik und Metallic-Anstriche. Der Preis pro m² liegt hier deutlich über einem normalen Anstrich. Den größten Teil machen Handarbeit und Erfahrung aus, nicht das Material.
So übernehmen Sie die ausgemalte Wohnung
Schauen Sie sich die fertige Arbeit bei Tageslicht an und danach noch einmal mit einer Lampe, die Sie seitlich an die Wand halten. Das Streiflicht zeigt Streifen und Stellen, an denen die Farbe ungleichmäßig deckt. Kleine Mängel klären Sie sinnvollerweise gleich bei der Übernahme, solange der Maler vor Ort ist und dieselbe Farbe dabei hat. Eine spätere Ausbesserung einer einzelnen Stelle bleibt oft als Fleck sichtbar. Bei Reklamationen wird deshalb meist die ganze Wand von Ecke zu Ecke nachgestrichen. Bedenken Sie auch: Mit der Übergabe beginnt in der Regel die Gewährleistungsfrist, notieren Sie offene Punkte also schriftlich.
Prüfen Sie bei der Übernahme:
- Die Farbe deckt gleichmäßig, der Untergrund scheint nicht durch, es gibt keine Flecken oder Wolken
- Die Kanten zwischen Wand und Decke und zwischen zwei Farbtönen sind gerade und sauber
- Ausgebesserte Risse und armierte Stellen sind unter der Farbe nicht zu sehen
- Die Fugen an Türstöcken, Fenstern und Sesselleisten sind mit Acryl geschlossen und überstrichen
- Fenster, Böden, Steckdosen und Schalter sind sauber und ohne Farbspritzer
- Restfarbe aus derselben Charge wurde Ihnen übergeben und für spätere Ausbesserungen beschriftet
Häufige Fragen
Ein weißer Anstrich in zwei Arbeitsgängen kostet laut aktueller Preisliste 4,34 € pro m² Arbeitsleistung. Grundierung, Rissausbesserung, Spachteln und färbige Anstriche verrechnet der Maler als eigene Positionen.
Das hängt vor allem vom Zustand der Wände ab. Eine Wohnung mit 60 m² Nutzfläche hat etwa 150 m² Wand- und Deckenfläche. Eine Beispielrechnung vom reinen Ausmalen bis zur kompletten Sanierung finden Sie in der Tabelle oben, alle Beträge stammen aus der laufend aktualisierten Preisliste.
Nach Wandfläche. Der Maler verrechnet die tatsächliche Wand- und Deckenfläche, bei einer üblichen Wohnung etwa das Zweieinhalbfache der Bodenfläche. Fenster und Türen werden nach Vereinbarung abgezogen, meist erst bei größeren Öffnungen.
Wenn an der Wand Unebenheiten sichtbar sind, nach dem Entfernen von Tapeten oder Fliesen, auf neuen Gipskartonplatten und immer dann, wenn die Wand auch im Streiflicht glatt wirken soll.
Nein, der Quadratmeterpreis gilt nur für die Arbeit. Farbe, Grundierung und Spachtelmasse verrechnet der Maler nach Verbrauch, oder Sie stellen sie selbst bei.
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