Preisverzeichnis 2026 · Österreich

Einbau einer Hauskläranlage oder Senkgrube

Wo kein öffentlicher Kanal vorhanden ist, muss ein Einfamilienhaus sein Abwasser selbst entsorgen. In Österreich gibt es dafür zwei übliche Lösungen. Die Senkgrube ist ein dichter Behälter ohne Ablauf, der das Abwasser nur sammelt und regelmäßig von einem Saugwagen entleert wird.

Aktualisiert 09/2026·9 Min. Lesezeit·2 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
€ 828,00/ Stk.
Richtwert-Spanne
€ 662,40 - € 1076,40
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
Meine Sanierung kalkulieren
Aktualisierte Preise
Inhalt

Preisverzeichnis Bauarbeiten: Einbau einer Hauskläranlage oder Senkgrube

Mengen eingeben und der Preis wird sofort neu berechnet. Preisniveau: Österreich. Im Preisverzeichnis können Sie die Preise selbst anpassen.

Sanitärinstallation2 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Vodoinštalačné práce
Einbau Kleinkläranlage / Abwassersammelgrube in KiesbettungStk.€ 828,00 / Stk.Stk.Menge eingeben-
Duschkabine montierenStk€ 207,00 / StkStkMenge eingeben-
Summe Arbeit
- Menge eingeben
Angebot aus Preisverzeichnis erstellen →

Was der Einbau umfasst

Die Position im Preisverzeichnis rechnet mit dem Versetzen eines Behälters, also einer Hauskläranlage oder einer Senkgrube, in eine vorbereitete Baugrube auf ein Standard-Kiesbett. Enthalten sind in der Regel:

  • die Kontrolle der Grubensohle und der Abmessungen der Baugrube,
  • das Herstellen und Verdichten eines Kies- oder Rundkornbetts und das Abziehen auf Ebenheit,
  • das Absetzen des Behälters, das Ausrichten und die Kontrolle von Zulauf und Ablauf,
  • der Anschluss der Zulaufleitung vom Haus und bei einer Kläranlage auch der Ablaufleitung,
  • das schrittweise Befüllen mit Wasser bei gleichzeitigem lagenweisem Hinterfüllen nach Herstellervorgabe,
  • das Setzen von Schachtaufsatz und Abdeckung auf Geländeniveau.

Nicht enthalten sind die Anlage oder Senkgrube selbst, der maschinelle Aushub, der Abtransport des Aushubs, eine Betonplatte bei hohem Grundwasser, die Versickerungsanlage, die Stromzuleitung für das Gebläse und der Hauskanal. Diese Leistungen werden gesondert kalkuliert. Den elektrischen Anschluss von Gebläse und Steuerung übernimmt ein konzessionierter Elektrotechniker.

Senkgrube oder Hauskläranlage: was wann sinnvoll ist

Senkgrube

Ein dichter Behälter ohne Ablauf. Sie ist einfach, braucht keinen Strom und keine Wartung einer Technik. Der Betrieb kommt aber teuer, weil das gesamte Abwasser abgesaugt und abtransportiert werden muss. Bei vier Personen ist eine Grube mit 10 bis 12 m³ oft schon nach wenigen Wochen voll, und jede Entleerung wird verrechnet. Eine Senkgrube passt deshalb vor allem zu Ferienhäusern, Gartenhäusern mit Wasseranschluss, kleinen Haushalten oder als Übergangslösung, bis die Gemeinde den Kanal verlegt.

Biologische Hauskläranlage

Eine Anlage mit Belüftung, häufig nach dem SBR-Verfahren, die das Abwasser reinigt und ableitet. Der Klärschlamm wird nur ein- bis mehrmals im Jahr abgeholt. Sie braucht Strom, regelmäßige Kontrollen und einen geeigneten Ort für das gereinigte Wasser. Für ein ganzjährig bewohntes Haus ist sie langfristig meist günstiger als eine Senkgrube.

Behältermaterial

Meist werden Behälter aus Polypropylen oder Polyethylen eingebaut. Sie sind leicht und lassen sich ohne Kran versetzen, reagieren aber empfindlich auf Grundwasser und falsche Hinterfüllung. Betonbehälter, in Österreich häufig von regionalen Betonwerken geliefert, sind schwer und brauchen einen Kran, halten Auftrieb und Lasten aber besser aus. Bei Kunststoff entscheidet der Typ, also ob der Behälter für Grundwasser, für Befahrbarkeit oder für eine Ummantelung mit Beton ausgelegt ist. Kleinkläranlagen werden in der Regel mit CE-Kennzeichnung nach der europäischen Normenreihe für Kleinkläranlagen angeboten. Die Einbauanleitung des Herstellers geht immer vor den Gewohnheiten der Partie.

Wann eingebaut wird und was vorbereitet sein muss

Beim Neubau wird die Anlage meist gemeinsam mit dem Hauskanal eingebaut, wenn der Rohbau steht und der Bagger noch zufahren kann. Später wird es wegen Pflasterung und Garten aufwendiger. Am besten eignet sich eine trockene Zeit mit niedrigem Grundwasserstand, also Sommer und Frühherbst.

Vor dem Versetzen sollte bereit sein:

  • die erforderliche Bewilligung oder Anzeige und ein Einreichplan mit der Lage des Behälters,
  • die Baugrube in richtiger Tiefe und Breite, mit Arbeitsraum und gesicherten Böschungen,
  • Angaben zum Grundwasser, idealerweise aus einem geologischen oder hydrogeologischen Gutachten,
  • der Hauskanal mit richtigem Gefälle, damit er auf Höhe des Zulaufs ankommt,
  • eine Stromzuleitung für das Gebläse im Schutzrohr,
  • eine Zufahrt für den Saugwagen, meist innerhalb der Schlauchreichweite.

Bei der Lage werden die im Projekt festgelegten Abstände zu Brunnen, Gebäude und Grundgrenze eingehalten. Besonders wichtig ist der Abstand zum eigenen Hausbrunnen und zu dem der Nachbarn, denn viele Häuser am Land beziehen ihr Trinkwasser noch aus dem eigenen Brunnen.

Einbau Schritt für Schritt

Kontrolle der Baugrube

Die Sohle wird von lockerem Material, Steinen und Wasser befreit. Die Tiefe wird anhand der Behälterhöhe und der Zulaufhöhe kontrolliert. Die Grubenwände müssen standfest sein. Bei tieferen Gruben werden sie gepölzt oder abgeböscht, damit nichts auf den Behälter oder die Arbeiter nachrutscht.

Kiesbett

Auf die Sohle kommt eine Schicht aus Kies oder Rundkorn, meist etwa 10 bis 20 cm stark, wie es der Hersteller vorgibt. Sie wird verdichtet und mit der Latte eben abgezogen. Der Behälter muss vollflächig aufliegen, sonst verbiegt oder reißt er, sobald er voll ist. Bei hohem Grundwasser oder wenn der Behältertyp es verlangt, wird statt des Kiesbetts eine Betonplatte hergestellt und der Behälter gegen Auftrieb verankert. Das ist kein Standardbett mehr und wird extra verrechnet.

Versetzen des Behälters

Ein Kunststoffbehälter wird mit Hebegurten in die Grube gelassen, nicht über die Böschung gerollt. Ein Betonbehälter wird mit dem Kran versetzt. Er wird so gedreht, dass der Zulauf zum Haus und der Ablauf zur Versickerung oder zum Vorfluter zeigt, und mit der Wasserwaage ausgerichtet.

Anschluss der Leitungen

Der Zulauf vom Haus wird über die Dichtung des Herstellers angeschlossen. Die Leitung braucht ein gleichmäßiges Gefälle und ein tragfähiges Auflager, damit die Verbindung nach dem Hinterfüllen nicht absackt. Bei einer Kläranlage kommen die Ablaufleitung und ein Leerrohr für Luftschlauch und Kabel zum Gebläse dazu.

Hinterfüllen und Befüllen

Bei Kunststoffbehältern ist das der heikelste Schritt. Der Behälter wird nach und nach mit Wasser gefüllt, während außen lagenweise in Schichten von etwa 20 bis 30 cm hinterfüllt wird. Der Wasserstand innen soll ungefähr auf Höhe der Hinterfüllung oder leicht darüber liegen, damit der Erddruck die Wände nicht eindrückt. Hinterfüllt wird mit Sand, Rundkorn oder steinfreiem Material, verdichtet von Hand oder mit leichtem Gerät. Eine schwere Rüttelwalze direkt an der Wand kann den Behälter beschädigen. Manche Hersteller verlangen eine Ummantelung mit erdfeuchtem Beton, dann wird genau nach ihrer Anleitung gearbeitet.

Schachtaufsatz und Abdeckung

Zum Schluss werden Schachtaufsatz und Abdeckung auf Geländeniveau gesetzt. Die Abdeckung liegt idealerweise leicht über dem Gelände, damit kein Regenwasser hineinrinnt. Soll darüber gefahren werden, braucht der Behälter eine Lastverteilungsplatte und eine Abdeckung mit passender Belastungsklasse.

Versickerung des gereinigten Wassers

Das gereinigte Wasser muss abfließen können. Liegt ein Bach in der Nähe, ist eine Einleitung in diesen Vorfluter unter Umständen möglich. Häufiger wird es über eine Versickerungsanlage in den Untergrund geleitet, etwa über einen Sickerschacht, eine Rigole aus Sickerblöcken oder eine Flächenversickerung.

Versickerung funktioniert nur in durchlässigem Boden. In lehmigem oder tonigem Boden rinnt das Wasser nicht ab, die Anlage läuft voll und das Wasser tritt an der Oberfläche aus. Deshalb wird für die Versickerung meist ein Sickerversuch oder ein hydrogeologisches Gutachten verlangt, das Durchlässigkeit, Grundwasserstand und den Einfluss auf Brunnen in der Umgebung beurteilt. Die Versickerung hinter der Kläranlage hat nichts mit der Versickerung von Dachwasser zu tun. Niederschlagswasser wird getrennt abgeleitet und gehört nicht in die Kläranlage, weil es den Belebtschlamm ausschwemmen würde.

Pflichten rund um Senkgrube und Kläranlage

Die Regeln sind in Österreich Landessache und unterscheiden sich daher von Bundesland zu Bundesland. Einige Grundsätze gelten aber fast überall.

  • Kanalanschlusspflicht. Liegt ein öffentlicher Kanal in der Nähe, schreiben die landesrechtlichen Vorschriften in der Regel den Anschluss vor. Senkgrube oder Hauskläranlage sind dann meist nur eine Übergangslösung. Fragen Sie vor der Investition bei der Gemeinde nach, ob ein Kanal geplant ist.
  • Entleerung nachweisen. Senkgruben und Klärschlamm werden von befugten Entsorgern abgeholt. Bewahren Sie die Entsorgungsnachweise auf, Gemeinde oder Behörde können sie verlangen.
  • Überprüfung der Anlage. Für Hauskläranlagen wird in der Regel eine laufende Wartung durch Fachleute und eine regelmäßige Überprüfung der Ablaufwerte vorgeschrieben. Ein Betriebsbuch dokumentiert Kontrollen und Störungen.
  • Bewilligung. Klären Sie vor Baubeginn mit der zuständigen Behörde, ob für den Behälter und die Einleitung des gereinigten Wassers eine Bewilligung oder Anzeige nötig ist.

Anleitung für Heimwerker: Kunststoff-Senkgrube selbst einbauen

Eine kleinere Senkgrube aus Kunststoff kann ein geschickter Bauherr selbst versetzen, wenn ein Bagger für den Aushub bereitsteht und die Herstelleranleitung eingehalten wird. Bei einer Hauskläranlage ist es klüger, Einbau und Inbetriebnahme dem Lieferanten oder einem Installateur zu überlassen, weil Gewährleistung und Überprüfung davon abhängen. Vorgehen bei der Senkgrube:

  1. Bewilligungsfrage mit der Gemeinde klären und die Lage nach Plan abstecken.
  2. Baugrube mit Arbeitsraum ausheben und die Böschungen sichern.
  3. Wasser von der Sohle abpumpen, lockeres Material und Steine entfernen.
  4. Rundkorn in der Stärke laut Anleitung einbringen, verdichten und eben abziehen.
  5. Behälter mit Hebegurten absetzen, Zulauf zum Haus drehen und mit der Wasserwaage ausrichten.
  6. Zulaufleitung über die Dichtung anschließen und das Gefälle kontrollieren.
  7. Erste Lage Wasser einfüllen und außen gleich hoch mit Sand hinterfüllen.
  8. Von Hand verdichten und lagenweise weiterarbeiten, Wasser innen immer etwa auf Höhe der Hinterfüllung.
  9. Schachtaufsatz und Abdeckung leicht über Geländeniveau setzen.
  10. Bett, Anschlüsse und Hinterfüllung fotografieren und die Fotos zu den Unterlagen geben.

Häufige Fehler aus der Praxis

  • Grundwasser nicht beachtet. Eine leere Kunststoffgrube kann im Frühjahr aufschwimmen und die Leitungen abreißen.
  • Hinterfüllen ohne Befüllen. Der Erddruck drückt die Wände des leeren Behälters ein.
  • Hinterfüllung mit Steinen und Bauschutt. Scharfe Steine beschädigen die Wand, und das Material lässt sich nicht ordentlich verdichten.
  • Unebenes oder lockeres Bett. Der volle Behälter setzt sich ungleichmäßig, reißt oder der Zulauf verkippt.
  • Falsches Gefälle im Zulauf. Der Hauskanal verstopft, oder die Grube sitzt so tief, dass sie schwer abzusaugen ist.
  • Versickerung in Lehmboden. Das gereinigte Wasser kommt im Rasen heraus oder rinnt in den Keller der Nachbarn.
  • Dachwasser in die Kläranlage geleitet. Nach einem Gewitter wird der Belebtschlamm ausgeschwemmt, und die Anlage reinigt wochenlang schlecht.
  • Abdeckung unter Geländeniveau. Regenwasser rinnt hinein, und die Senkgrube ist schneller voll.

So prüfen Sie die fertige Arbeit

  • der Behälter steht waagrecht, die Abdeckung liegt leicht über dem Gelände,
  • Zulauf und bei der Kläranlage auch Ablauf sind über Dichtungen angeschlossen, nirgends tritt Wasser aus,
  • die Wände des Kunststoffbehälters sind nicht verformt, was man von innen mit einer Taschenlampe sieht,
  • die Hinterfüllung ist verdichtet und das Gelände setzt sich nach den ersten Regenfällen nicht,
  • bei der Senkgrube sinkt der Wasserstand nicht, wenn nichts zufließt, ein einfacher Dichtheitstest,
  • bei der Kläranlage läuft das Gebläse, die Belüftung ist sichtbar und die Steuerung zeigt keinen Fehler,
  • der Saugwagen kommt an die Abdeckung heran,
  • Betriebsanleitung, Garantieunterlagen, Leistungserklärung und Fotos vom Einbau liegen vor.

Heben Sie die Fotos von Bett und Hinterfüllung auf. Bei einer Reklamation prüft der Hersteller oft genau, ob nach seiner Einbauanleitung gearbeitet wurde.

Preis und was ihn beeinflusst

Im Preisverzeichnis von NUMIQ liegt der Arbeitspreis für den Einbau einer Hauskläranlage oder Senkgrube auf ein Standard-Kiesbett bei 828 € pro Stück. Er umfasst kleines Verbrauchsmaterial, nicht aber den Behälter selbst und das Material für das Kiesbett, das gesondert verrechnet wird. Die Preise schwanken je nach Region und Stadt, im Großraum Wien und in Tourismusregionen liegen sie meist höher.

Anlage oder Behälter, Aushub und Versickerung kosten in der Regel deutlich mehr als die Einbauarbeit. Es lohnt sich daher, ein Komplettangebot mit allen Positionen einzeln einzuholen.

Den Preis für Einbau und Nebenarbeiten beeinflussen vor allem:

  • der Grundwasserstand und ob eine Betonplatte oder Auftriebssicherung nötig ist,
  • die Bodenart und die Tiefe der Baugrube,
  • Material und Gewicht des Behälters, also ob ein Kran nötig ist,
  • die Länge des Hauskanals und die Art der Versickerung,
  • die Zufahrt zum Grundstück für Bagger und Lkw.

Zugehörige Arbeiten lassen sich gesondert kalkulieren, etwa maschineller Aushub der Baugrube, Künettenaushub für Leitungen und Verfüllen mit Verdichtung. Weitere Positionen finden Sie unter Installateurarbeiten und Erdarbeiten.

Häufige Fragen

Eine Hauskläranlage wird nach Einwohnerwerten bemessen, also nach der Zahl der Bewohner mit Reserve. Bei einer Senkgrube bestimmt das Volumen, wie oft entleert werden muss. Ein größerer Behälter bedeutet weniger Entleerungen, aber eine größere Baugrube.

Ähnliche Arbeiten

Blog

Kalkulieren Sie das ganze Projekt, nicht nur eine Leistung

Sie wählen Positionen aus allen Gewerken und NUMIQ erstellt daraus ein Angebot für Sie selbst oder Ihre Kunden.