Preisverzeichnis Bauarbeiten: Einbau einer Kleinkläranlage oder abflusslosen Grube
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Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.
| Position | EH | Preis / EH | Menge | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Vodoinštalačné práce | ||||
| Einbau Kleinkläranlage / Abwassersammelgrube in Kiesbettung | Stk. | CHF 1’210.85 / Stk. | Stk. | Menge eingeben- |
| Duschkabine montieren | Stk | CHF 302.70 / Stk | Stk | Menge eingeben- |
Was der Einbau umfasst
Die Position im Preisverzeichnis rechnet mit dem Versetzen eines Behälters, also einer Kleinkläranlage oder einer abflusslosen Grube, in eine vorbereitete Baugrube auf ein Standard-Kiesbett. Dazu gehören in der Regel:
- die Kontrolle der Grubensohle und der Abmessungen des Aushubs,
- das Einbringen und Verdichten eines Kies- oder Kiessandbetts und das Abziehen auf Ebenheit,
- das Absetzen des Behälters, das Ausrichten und die Kontrolle von Zulauf und Ablauf,
- der Anschluss der Zulaufleitung vom Haus und bei einer Kläranlage auch der Ablaufleitung,
- das schrittweise Füllen mit Wasser bei gleichzeitigem lagenweisem Hinterfüllen nach Herstellervorgabe,
- das Setzen von Schachtaufsatz und Deckel auf Terrainhöhe.
Nicht enthalten sind die Anlage oder Grube selbst, der maschinelle Aushub, die Abfuhr des Aushubmaterials, eine Betonplatte bei hohem Grundwasser, die Versickerungsanlage, die Stromzuleitung für das Gebläse und die Hauszuleitung. Diese Arbeiten werden separat kalkuliert. Den elektrischen Anschluss von Gebläse und Steuerung übernimmt ein Elektroinstallateur mit Bewilligung.
Grube oder Kleinkläranlage: was wann in Frage kommt
Abflusslose Grube
Ein dichter Behälter ohne Ablauf. Sie ist einfach, braucht keinen Strom und keine Wartung einer Technik. Der Betrieb ist aber teuer, weil das gesamte Abwasser abgepumpt und zur Abwasserreinigungsanlage gefahren werden muss. In vielen Kantonen ist eine abflusslose Grube nur ausnahmsweise zulässig, typischerweise für Gebäude, die nicht dauernd bewohnt sind, etwa Ferienhäuser oder Alphütten.
Kleinkläranlage
Eine biologische Anlage, meist mit Belüftung, zum Beispiel nach dem SBR-Verfahren oder als Festbettanlage. Sie reinigt das Abwasser und leitet es weiter. Klärschlamm wird nur ein- bis mehrmals im Jahr abgeführt. Die Anlage braucht Strom, einen Wartungsvertrag mit einer Fachfirma und einen geeigneten Ort für das gereinigte Wasser. Für ein ganzjährig bewohntes Haus ausserhalb der Kanalisation ist sie die übliche Lösung. Oft bevorzugen die Behörden Gruppenlösungen, bei denen mehrere Gebäude eine gemeinsame Anlage nutzen.
Behältermaterial
Am häufigsten werden Behälter aus Polypropylen oder Polyethylen eingebaut. Sie sind leicht und lassen sich auch an schwer zugänglichen Orten ohne Kran versetzen, reagieren aber empfindlich auf Grundwasser und falsche Hinterfüllung. Betonbehälter sind schwer und brauchen einen Kran oder Pneukran, halten Auftrieb und Lasten aber besser aus. Bei Kunststoff entscheidet der Typ, also ob er für Grundwasser, Befahrbarkeit oder eine Ummantelung mit Beton ausgelegt ist. Die Einbauanleitung des Herstellers geht immer vor den Gewohnheiten der Baustelle.
Wann eingebaut wird und was bereit sein muss
Bei einem Neubau oder einer Abwassersanierung wird die Anlage meist zusammen mit der Hauszuleitung eingebaut, solange der Bagger noch zufahren kann. Am besten eignet sich eine trockene Zeit mit tiefem Grundwasserstand. In höheren Lagen ist das Zeitfenster wegen Schnee und Frost oft kurz und muss früh geplant werden.
Vor dem Versetzen sollte bereit sein:
- die erforderliche Bewilligung und ein Projekt mit der Lage des Behälters,
- der Aushub in richtiger Tiefe und Breite, mit Arbeitsraum und gesicherten Böschungen,
- Angaben zum Grundwasser, idealerweise aus einem geologischen oder hydrogeologischen Gutachten,
- die Hauszuleitung mit korrektem Gefälle, damit sie auf Höhe des Zulaufs ankommt,
- eine Stromzuleitung für das Gebläse im Schutzrohr,
- eine Zufahrt für das Saugfahrzeug, meist innerhalb der Schlauchreichweite.
Bei der Lage werden die im Projekt festgelegten Abstände zu Quellen, Brunnen, Gebäuden und zur Parzellengrenze eingehalten. Besonders wichtig ist das in Grundwasserschutzzonen und bei privaten Quellfassungen, wie sie bei Einzelhöfen häufig sind.
Einbau Schritt für Schritt
Kontrolle des Aushubs
Die Sohle wird von lockerem Material, Steinen und Wasser befreit. Die Tiefe wird anhand der Behälterhöhe und der Zulaufhöhe kontrolliert. Die Grubenwände müssen stabil sein. Bei tieferen Gruben werden sie gespriesst oder abgeböscht, damit nichts auf den Behälter oder die Arbeiter rutscht.
Kiesbett
Auf die Sohle kommt eine Schicht aus Kies oder Kiessand, meist etwa 10 bis 20 cm stark, wie es der Hersteller vorgibt. Sie wird verdichtet und mit der Latte eben abgezogen. Der Behälter muss vollflächig aufliegen, sonst verformt oder reisst er, sobald er gefüllt ist. Bei hohem Grundwasser oder wenn der Typ es verlangt, wird statt des Kiesbetts eine Betonplatte erstellt und der Behälter gegen Auftrieb verankert. Das ist kein Standardbett mehr und wird separat verrechnet.
Versetzen des Behälters
Ein Kunststoffbehälter wird mit Hebebändern in die Grube gelassen, nicht über die Böschung gerollt. Ein Betonbehälter wird mit dem Kran versetzt. Er wird so gedreht, dass der Zulauf zum Haus und der Ablauf zur Versickerung oder zum Gewässer zeigt, und mit der Wasserwaage ausgerichtet.
Anschluss der Leitungen
Der Zulauf vom Haus wird über die Dichtung des Herstellers angeschlossen. Die Leitung braucht ein gleichmässiges Gefälle und ein tragfähiges Auflager, damit die Verbindung nach dem Hinterfüllen nicht absackt. Bei einer Kläranlage kommen die Ablaufleitung und ein Schutzrohr für Luftschlauch und Kabel zum Gebläse dazu.
Hinterfüllen und Füllen
Bei Kunststoffbehältern ist das der wichtigste Schritt. Der Behälter wird nach und nach mit Wasser gefüllt, während aussen lagenweise in Schichten von etwa 20 bis 30 cm hinterfüllt wird. Der Wasserstand innen soll etwa auf Höhe der Hinterfüllung oder leicht darüber liegen, damit der Erddruck die Wände nicht eindrückt. Hinterfüllt wird mit Sand, Kiessand oder steinfreiem Material, verdichtet von Hand oder mit leichtem Gerät. Eine schwere Vibrationswalze direkt an der Wand kann den Behälter beschädigen. Manche Hersteller verlangen eine Ummantelung mit erdfeuchtem Beton, dann wird genau nach deren Anleitung gearbeitet.
Schachtaufsatz und Deckel
Zum Schluss werden Schachtaufsatz und Deckel auf Terrainhöhe gesetzt. Der Deckel liegt idealerweise leicht über dem Terrain, damit kein Regenwasser hineinläuft. Soll darüber gefahren werden, braucht der Behälter eine Lastverteilplatte und einen Deckel mit passender Belastungsklasse.
Versickerung des gereinigten Wassers
Das gereinigte Wasser muss abfliessen können. Liegt ein Bach in der Nähe, ist eine Einleitung unter Umständen möglich. Oft wird es über eine Versickerungsanlage in den Untergrund geleitet, etwa über einen Sickerschacht, eine Sickerleitung oder eine Rigole aus Sickerblöcken.
Versickerung funktioniert nur in durchlässigem Boden. In lehmigem Boden fliesst das Wasser nicht ab, die Anlage läuft voll und das Wasser tritt an der Oberfläche aus. Deshalb wird für die Versickerung oft ein Sickerversuch oder ein hydrogeologisches Gutachten verlangt, das Durchlässigkeit, Grundwasserstand und Schutzzonen beurteilt. Die Versickerung hinter der Kläranlage ist nicht mit der Versickerung von Dachwasser zu verwechseln. Regenwasser wird getrennt abgeleitet und gehört nicht in die Kläranlage, weil es den Belebtschlamm ausschwemmen würde.
Pflichten rund um Grube und Kläranlage
Abwasser ist in der Schweiz Sache von Kanton und Gemeinde, die Regeln unterscheiden sich deshalb. Einige Grundsätze gelten aber fast überall.
- Anschluss an die Kanalisation hat Vorrang. Im Bereich der öffentlichen Kanalisation muss häusliches Abwasser angeschlossen werden. Ausserhalb wird geprüft, ob ein Anschluss zweckmässig und zumutbar ist. Eine Kleinkläranlage ist erst die nächste Lösung, und wird später eine Kanalisation gebaut, muss sie in der Regel stillgelegt werden. Fragen Sie vor der Investition bei der Gemeinde nach den Plänen.
- Entsorgung nachweisen. Inhalt der Grube und Klärschlamm werden von Fachfirmen zu einer Abwasserreinigungsanlage geführt. Bewahren Sie die Belege auf.
- Wartung und Kontrolle. Für Kleinkläranlagen verlangen die Kantone in der Regel einen Wartungsvertrag mit einer Fachfirma und eine regelmässige, oft jährliche Kontrolle der Ablaufqualität. Ein Betriebsjournal dokumentiert Kontrollen und Störungen. Bewilligungen für den Betrieb sind in manchen Kantonen befristet.
- Bewilligung. Klären Sie vor Baubeginn mit Gemeinde und kantonaler Fachstelle, welche Bewilligungen für Behälter und Einleitung nötig sind. Manche Kantone unterstützen Abwassersanierungen ausserhalb der Bauzone finanziell, informieren Sie sich vor Baubeginn über die aktuellen Bedingungen auf dem offiziellen Portal Ihres Kantons.
Anleitung für Heimwerker: Kunststoffgrube selbst einbauen
Eine kleinere abflusslose Grube aus Kunststoff, etwa für eine Hütte, kann ein geübter Bauherr selbst versetzen, wenn ein Bagger für den Aushub bereitsteht und die Herstelleranleitung eingehalten wird. Eine Kleinkläranlage gehört in die Hände des Lieferanten oder einer Fachfirma, weil Garantie, Abnahme und Wartungsvertrag davon abhängen. Vorgehen bei der Grube:
- Bewilligung klären und die Lage nach Projekt abstecken.
- Aushub mit Arbeitsraum erstellen und die Böschungen sichern.
- Wasser von der Sohle abpumpen, lockeres Material und Steine entfernen.
- Kiessand in der Stärke laut Anleitung einbringen, verdichten und eben abziehen.
- Behälter mit Hebebändern absetzen, Zulauf zum Haus drehen und mit der Wasserwaage ausrichten.
- Zulaufleitung über die Dichtung anschliessen und das Gefälle kontrollieren.
- Erste Lage Wasser einfüllen und aussen gleich hoch mit Sand hinterfüllen.
- Von Hand verdichten und lagenweise weiterarbeiten, Wasser innen immer etwa auf Höhe der Hinterfüllung.
- Schachtaufsatz und Deckel leicht über Terrainhöhe setzen.
- Bett, Anschlüsse und Hinterfüllung fotografieren und die Fotos zu den Unterlagen legen.
Häufige Fehler aus der Praxis
- Grundwasser nicht beachtet. Eine leere Kunststoffgrube kann im Frühling bei der Schneeschmelze aufschwimmen und die Leitungen abreissen.
- Hinterfüllen ohne Füllen. Der Erddruck drückt die Wände des leeren Behälters ein.
- Hinterfüllung mit Steinen und Bauschutt. Scharfe Steine beschädigen die Wand, und das Material lässt sich nicht richtig verdichten.
- Unebenes oder lockeres Bett. Der volle Behälter setzt sich ungleichmässig, reisst oder der Zulauf verkippt.
- Falsches Gefälle im Zulauf. Die Leitung verstopft, oder der Behälter sitzt so tief, dass er schwer abzupumpen ist.
- Versickerung in Lehmboden. Das gereinigte Wasser tritt in der Wiese aus oder läuft in den Keller der Nachbarn.
- Dachwasser in die Kläranlage geleitet. Nach einem Gewitter wird der Belebtschlamm ausgeschwemmt, und die Anlage reinigt wochenlang schlecht.
- Deckel unter Terrainhöhe. Regenwasser läuft hinein, und die Grube ist schneller voll.
So prüfen Sie die fertige Arbeit
- der Behälter steht waagrecht, der Deckel liegt leicht über dem Terrain,
- Zulauf und bei der Kläranlage auch Ablauf sind über Dichtungen angeschlossen, nirgends tritt Wasser aus,
- die Wände des Kunststoffbehälters sind nicht verformt, was man von innen mit einer Taschenlampe sieht,
- die Hinterfüllung ist verdichtet und das Terrain setzt sich nach den ersten Regenfällen nicht,
- bei der Grube sinkt der Wasserstand nicht, wenn nichts zufliesst, ein einfacher Dichtheitstest,
- bei der Kläranlage läuft das Gebläse, die Belüftung ist sichtbar und die Steuerung zeigt keinen Fehler,
- das Saugfahrzeug kommt an den Deckel heran,
- Betriebsanleitung, Garantieunterlagen, Wartungsvertrag und Fotos vom Einbau liegen vor.
Bewahren Sie die Fotos von Bett und Hinterfüllung auf. Bei einer Reklamation prüft der Hersteller oft genau, ob nach seiner Einbauanleitung gearbeitet wurde.
Preis und was ihn beeinflusst
Im Preisverzeichnis von NUMIQ liegt der Arbeitspreis für den Einbau einer Kleinkläranlage oder abflusslosen Grube auf ein Standard-Kiesbett bei rund 1 211 CHF pro Stück. Er umfasst kleines Verbrauchsmaterial, nicht aber den Behälter selbst und das Material für das Kiesbett, das separat verrechnet wird. Die Preise schwanken je nach Region und Ort, in Städten und an abgelegenen Lagen mit langer Anfahrt liegen sie meist höher.
Anlage oder Behälter, Aushub und Versickerung kosten in der Regel deutlich mehr als die Einbauarbeit. Es lohnt sich daher, eine Gesamtofferte mit allen Positionen einzeln einzuholen.
Den Preis für Einbau und Nebenarbeiten beeinflussen vor allem:
- der Grundwasserstand und ob eine Betonplatte oder Auftriebssicherung nötig ist,
- die Bodenart und die Tiefe des Aushubs, im Gebirge auch Fels,
- Material und Gewicht des Behälters, also ob ein Kran nötig ist,
- die Länge der Hauszuleitung und die Art der Versickerung,
- die Zufahrt für Bagger und Lastwagen.
Zugehörige Arbeiten lassen sich separat kalkulieren, etwa maschineller Aushub einer Baugrube, Grabenaushub für Leitungen und Auffüllen mit Verdichtung. Weitere Positionen finden Sie unter Sanitärinstallationen und Erd- und Aushubarbeiten.
Häufige Fragen
Eine Kleinkläranlage wird nach Einwohnergleichwerten bemessen, also nach der Zahl der Bewohner mit Reserve. Bei einer abflusslosen Grube bestimmt das Volumen, wie oft abgepumpt werden muss. Ein grösserer Behälter bedeutet weniger Leerungen, aber einen grösseren Aushub.
Ja, aber der Behälter muss gegen Auftrieb gesichert werden, etwa mit Betonplatte, Verankerung oder Betonummantelung nach Herstellerangabe. Ein Standard-Kiesbett reicht dafür nicht.
Manche ältere Mehrkammergruben aus Beton lassen sich mit einem Nachrüstsatz zu einer biologischen Anlage aufrüsten. Der Behälter muss dicht und stabil sein, und die Anlage braucht eine eigene Bewilligung. Die Beurteilung übernimmt am besten der Anbieter der Technik.
Öle, Fette, Speisereste, Feuchttücher, Hygieneartikel, Chemikalien und Medikamente. Auch grosse Mengen Desinfektionsmittel auf einmal schaden, weil sie die Bakterien abtöten, die das Wasser reinigen. Dachwasser wird nicht in die Kläranlage geleitet.
Je nach Grösse und Belastung meist ein- bis mehrmals im Jahr, oft nach Messung des Schlammspiegels bei der Wartung. Das genaue Intervall steht in der Betriebsanleitung des Herstellers.
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