Preisverzeichnis 2026 · Deutschland

Heizungsarbeiten: Montagepreis pro m² und Stück 2026, Ablauf und Kosten

Zu Heizungsarbeiten gehören die Montage von Heizkörpern, das Verlegen einer Fußbodenheizung, der Anschluss von Kessel und Umwälzpumpe, die Druckprobe und das Befüllen der Anlage. Was Sie am Ende zahlen, hängt von der Art der Arbeit ab (wie viel Fläche Fußbodenheizung, wie viele Heizkörper, wie aufwendig der Anschluss ist) und vom Zustand der vorhandenen Leitungen.

Aktualisiert 09/2026·15 Min. Lesezeit·47 Positionen im Preisverzeichnis
Preis Standardleistung
11,98 €/ m
Richtwert-Spanne
9,50 € - 15,60 €
Preis nur für diese konkrete Leistung - ohne Material und ohne Vorarbeiten. Kein Preis für den Gesamtauftrag.
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Aktualisierte Preise
Kurze Antwort

Für das Verlegen der Fußbodenheizungsrohre zahlen Sie laut aktueller Preisliste 11,98 € pro m² Arbeitsleistung. Systemplatte, Verteiler, Heizkörper, Kesselanschluss und Druckprobe kommen je nach Umfang extra dazu. Bei einer Sanierung, bei der die alte Anlage entleert und gespült werden muss, wird es durch die zusätzliche Arbeit teurer.

Leistungsarten und ihre Preise

6,45 €
pro m²
Systemplatte

Untergrund zum Verlegen der Rohre mit festen Noppen. Wird auf einem ausgeglichenen und sauberen Untergrund vor dem eigentlichen Verlegen der Rohre montiert.

11,98 €
pro m
Rohrverlegung

Rohre werden nach Verlegeplan in die Systemplatte gelegt, in den Randzonen wegen Wärmeverlusten mit geringerem Abstand.

313,20 €
pro Stk.
Heizkörpertausch

Umfasst die Demontage des alten Körpers, die Montage des neuen inklusive Ventile und den Anschluss an die bestehende Leitung.

92,12 €
pro Stk.
Badheizkörper

Montage eines Leiterheizkörpers inklusive Wandverankerung; oft kombiniert mit einer elektrischen Einsatzheizung für den Sommerbetrieb.

16,58 €
pro lfm
Leitung zu den Heizkörpern

Rohrleitung vom Steigstrang oder Verteiler zu den einzelnen Heizkörpern, verlegt im Boden, im Schlitz oder auf der Oberfläche.

73,70 €
pro Std.
Druckprobe

Überprüfung der Dichtheit des gesamten Systems vor dem Verdecken der Leitungen oder vor der Inbetriebnahme.

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Heizung und Klimatechnik47 Positionen

Alle angegebenen Preise sind Nettopreise, zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer. Der Arbeitspreis enthält nur die Arbeit. Der Preis mit Material enthält zusätzlich Hilfsmaterial (Kleber, Grundierung, Dichtstoffe, Befestigungsmaterial). Wandfliesen, Bodenfliesen, Bodenbeläge, Farbe und Sanitärobjekte wählt und kauft der Kunde selbst, sie sind nicht enthalten.

PositionEHPreis / EHMengeSumme
Heizungsarbeiten
Fußbodenheizungsrohr verlegenm11,98 €-
Demontage und Montage Heizkörper (komplett)Stk.313,20 €-
Demontage Gas- / ElektrokesselStk.187,92 €-
Demontage WarmwasserspeicherStk.200,82 €-
Setzen und Montage PlattenheizkörperStk.-
Montage Badezimmer-HandtuchheizkörperStk.92,12 €-
Verlegung Systemplatte für Fußbodenheizungm²6,45 €-
Montage Verteiler FußbodenheizungStk.-
Montage Gas-BrennwertkesselStk.-
Montage Thermostatventil und ThermostatkopfStk.35,00 €-
Erdung / Potentialausgleich der AnlageStk.-
Austausch ThermostatventilStk.35,00 €-
Austausch RücklaufventilStk.35,00 €-
Montage UmwälzpumpeStk.-
Vorbereitung für Smart-Thermostat-AnschlussStk.-
Montage und Anschluss hydraulische WeicheStk.-
Montage AusdehnungsgefäßStk.99,50 €-
Montage der ZirkulationsleitungenStk.-
Montage Brauchwasser-ZirkulationspumpeStk.-
Gewindeschneiden am RohrStk.18,42 €-
Autogenschweißen von MetallrohrenStk.36,85 €-
Druckprüfung der HeizungsanlageStd.73,70 €-
Heizungsanlage entleerenStk.-
Befüllen, Entlüften und hydraulischer AbgleichStd.73,70 €-
Rohrverteilung Heizung zu den Heizkörpernlfm16,58 €-
Spülen und Reinigen der AltanlageStd.82,90 €-
Rohr einfrierenStk.62,64 €-
Heizkörperanschlüsse absperren und verschließen (Blindstopfen)Stk.119,76 €-
Heizungsanlage befüllenStk.-
Heizrohre im Boden einlassenlfm44,22 €-
Heizrohre im Boden einbetonierenlfm11,98 €-
Montage HeizkörperhalterStk.31,32 €-
Montage HeizkörperventileStk.31,32 €-
Heizkörper befüllen und entlüftenStk.25,80 €-
Klimatechnik
Montage Split-Klimaanlage (Innen-/Außengerät) bis 3 m LeitungswegStk.829,08 €-
Montage Multisplit-Klimaanlage 2 Innengeräte + 1 Außengerät bis 3 m KältemittelleitungStk.-
Montage Multisplit-Klimaanlage 3 Innen- + 1 Außengerät bis 3 m KältemittelleitungStk.-
Wandschlitze für Klimaleitungen stemmenm23,03 €-
Schlitze nach Klimaleitungsinstallation verschließen und verputzenm19,35 €-
Stromkabel verlegenm24,87 €-
Wanddurchbruch nicht tragende Wand bis 10 cmStk.46,06 €-
Wanddurchbruch tragende Wand bis 25 cmStk.73,70 €-
Kältemittelleitung über 3 m verlängern, Gerät 2,5 bis 3,5 kWm59,88 €-
Kältemittelleitung über 3 m verlängern, Gerät 5 kWm67,43 €-
Kältemittelleitung über 3 m verlängern, Gerät 7 kWm75,00 €-
Leichtes Alu-Rollgerüst für Außenmontage bis 2. OGEtage184,24 €-
Sonstige Arbeiten
Sonstige nicht spezifizierte Arbeiten im FachStd.-
Summe Arbeit
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Was kostet das je nach Umfang

Modellhafter Umfang der Montage einer Fußbodenheizung in einem Raum (25 m²)
Nur Rohrverlegung
25 m² Fußbodenheizungsrohre ohne Systemplatte
299,50 €
Platte und Rohrverlegung
Systemplatte und Rohre auf 25 m² Fläche
460,75 €
Platte, Rohre und Druckprobe
Systemplatte und Rohre auf 25 m² sowie Druckprobe des Systems (2 Std.)
608,15 €
Richtsumme der Arbeit nach den angegebenen Mengen. Verteiler, Betonestrich und der finale Bodenbelag sind nicht enthalten.

Vorbereitung und Ablauf der Heizungsmontage

01
Untergrund prüfen

Der Boden unter der Fußbodenheizung muss eben, sauber und staubfrei sein. Bei Unebenheiten hält die Systemplatte schlechter.

02
Systemplatte verlegen

Die Platte kommt lückenlos auf die ganze Fläche. Nur an den geplanten Dehnungsfugen wird sie unterbrochen.

6,45 €/m²
03
Rohre verlegen

Die Rohre werden nach Verlegeplan in gleich langen Schlaufen verlegt. So fließt das Wasser durch alle Heizkreise gleichmäßig.

11,98 €/m
04
Druckprobe vor dem Estrich

Bevor der Estrich draufkommt, setzt der Heizungsbauer die Anlage unter Druck und beobachtet ihn eine Weile. So fällt eine undichte Stelle auf, solange die Rohre noch offen liegen.

73,70 €/Std.
05
Befüllen und abgleichen

Sind alle Leitungen fertig, wird die Anlage befüllt und entlüftet. Danach stellt der Heizungsbauer den Durchfluss für jeden Heizkreis oder Heizkörper passend ein.

73,70 €/Std.

Arbeitsablauf

  1. 01Vor Ort ansehen und planen, abgestimmt darauf, wie viel Wärme die Räume verlieren und welche Wärmequelle vorhanden ist.
  2. 02Untergrund vorbereiten und Systemplatte oder Befestigungsschienen verlegen.
  3. 03Rohre der Fußbodenheizung oder Leitungen zu den Heizkörpern nach Plan verlegen.
  4. 04Heizkörper, Ventile und Zubehör an den einzelnen Kreisen montieren.
  5. 05Druckprobe machen, bevor die Rohre verdeckt werden oder die Anlage in Betrieb geht.
  6. 06Anlage befüllen, entlüften und die einzelnen Kreise abgleichen.
  7. 07Wärmequelle einstellen und die fertige, funktionierende Anlage übergeben.

5 häufige Fehler

01
Druckprobe vor dem Estrich weggelassen

Ist ein Rohr im Estrich undicht, muss der Boden aufgestemmt werden. Deshalb kommt die Druckprobe immer vor dem Estrich.

02
Heizkreise unterschiedlich lang verlegt

Sind die Schlaufen deutlich unterschiedlich lang, verteilen sich Wasser und Wärme ungleich. Manche Räume werden wärmer als andere.

03
Anlage nicht entlüftet

Luft in den Rohren sorgt für Blubbern und Geräusche, und Heizkörper wie Fußbodenheizung heizen schwächer.

04
Neuer Heizkörper, alte Leitung nicht geprüft

Ein neuer Heizkörper an einer alten, verschmutzten Leitung löst das eigentliche Durchflussproblem nicht. Manchmal hilft nur, die Anlage zu spülen.

05
Zu wenig Estrich über den Rohren

Ist die Schicht über den Rohren zu dünn, reißt der Estrich, und die Wärme verteilt sich ungleichmäßig.

Gute Heizung beginnt mit der Heizlast, nicht mit einer Schätzung

Wenn jemand mit seiner Heizung unzufrieden ist, liegt es meist weder am Kessel noch an billigen Heizkörpern. Es fehlt eine Berechnung. Wie viel Leistung ein Heizkörper oder eine Fußbodenheizung braucht, hängt davon ab, wie viel Wärme der einzelne Raum verliert. Fachleute nennen das Heizlast. Sie hängt von der Fläche und Höhe des Raumes ab, von den Fenstern, von Dicke und Dämmung der Außenwände und davon, ob nebenan ein beheizter Raum liegt.

Ein Eckzimmer, ein Raum auf der Nordseite oder ein Zimmer über dem kalten Keller braucht mehr Leistung als ein innenliegender Raum gleicher Größe. Wenn Sie Heizkörper nur nach Quadratmetern aussuchen, passiert in der Praxis oft Folgendes: Ein Zimmer bleibt kühl, die anderen sind überheizt. Der Kessel läuft unnötig lange, und die Heizkosten steigen.

Auch das Gegenteil ist ein Fehler. Ein zu großer Kessel schaltet ständig ein und aus, kommt nie in den sparsamen Betrieb und nutzt sich schneller ab. Bei einer neuen Heizung oder beim Kesseltausch lohnt es sich daher, eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 machen zu lassen. Wenn Sie das Haus gerade dämmen, etwa mit einem WDVS oder neuen Fenstern, rechnet der Planer mit dem Zustand nach der Sanierung, nicht mit dem alten.

Heizkörper oder Fußbodenheizung?

Ein Heizkörper wird schnell warm und reagiert schnell, wenn Sie die Einstellung ändern. Er passt gut in Altbauten und Wohnungen, in denen Sie den Boden nicht erhöhen können, und in Räume, die Sie nur ab und zu heizen, etwa ein Gästezimmer oder ein Ferienhaus. Die Montage ist einfacher, und für eine Reparatur müssen Sie nichts aufstemmen. Der Nachteil: Die Wärme verteilt sich weniger gleichmäßig, und der Heizkörper bestimmt mit, wo Möbel stehen können.

Eine Fußbodenheizung wärmt über die ganze Bodenfläche. Es gibt keine warmen und kalten Ecken, und Sie fühlen sich schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur wohl. Sie reagiert aber langsam, weil sich zuerst der ganze Estrich aufwärmen muss. Sie eignet sich daher für gleichmäßiges Dauerheizen, nicht dafür, einen Raum mal eben für ein paar Stunden aufzuheizen.

Warum die Wassertemperatur so viel ausmacht

Eine Fußbodenheizung kommt mit deutlich kühlerem Wasser aus als klassische Heizkörper. Das hilft modernen Heizungen sehr. Ein Brennwertkessel arbeitet dann sparsam, wenn das zurückfließende Wasser kühl genug ist und die Abgase im Gerät kondensieren. Eine Wärmepumpe spart umso mehr, je kühler das Wasser sein darf, das sie erzeugen muss. Bauen Sie in einem Altbau eine Wärmepumpe ein und lassen die alten kleinen Heizkörper hängen, muss die Pumpe heißes Wasser liefern, und von der Ersparnis bleibt wenig übrig. Abhilfe schaffen größere Niedertemperatur-Heizkörper oder eine Fußbodenheizung. Oft reicht es schon, nur die zu kleinen Heizkörper in einzelnen Räumen zu tauschen.

So wird eine Fußbodenheizung aufgebaut

Bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung kommt auf den tragenden Untergrund zuerst eine Dämmung, entlang der Wände ein Randdämmstreifen, darauf eine Systemplatte oder Folie mit Halterungen und dann die Rohre. Zum Schluss wird Estrich eingebracht. Er verteilt die Wärme und gibt sie an den Raum ab.

  • Estrich über den Rohren: Wie dick der Estrich über den Rohren mindestens sein muss, legen der Systemhersteller und die Estrichart fest. Bei Zementestrich sind es in der Praxis meist etwa 4,5 cm, Calciumsulfat-Fließestrich (oft Anhydritestrich genannt) darf dünner sein. Zu dünner Estrich reißt, zu dicker reagiert noch träger.
  • Fugen: Estrich dehnt sich beim Aufheizen aus. Der Randdämmstreifen trennt ihn deshalb von den Wänden, und große oder verwinkelte Flächen bekommen Bewegungsfugen. Wo ein Rohr eine Fuge kreuzt, läuft es in einem Schutzrohr.
  • Heizkreise: Jeder Raum bekommt einen eigenen Heizkreis. Große Flächen teilt der Heizungsbauer in mehrere Kreise mit ähnlicher Länge auf. An Außenwänden und unter Fenstern liegen die Rohre enger.
  • Verteiler: Am Heizkreisverteiler mit Durchflussmessern lässt sich die Wassermenge für jeden Kreis einstellen. Wenn Sie jeden Raum einzeln regeln möchten, kommen dort Stellantriebe dazu, die ein Raumthermostat steuert.

Der Boden darf nicht zu warm werden. Für Wohnräume nennt die DIN EN 1264 etwa 29 °C an der Oberfläche als Grenze, im Bad und in Randzonen an den Außenwänden darf es etwas mehr sein. Ein heißer Boden ist unangenehm an den Füßen und trocknet die Luft aus. Daraus folgt etwas Wichtiges: In einem ungedämmten Altbau hat eine Fußbodenheizung nur begrenzte Leistung und reicht allein unter Umständen nicht aus.

Estrich aufheizen und den passenden Belag wählen

Trocknen Sie frischen Estrich nie, indem Sie die Heizung sofort voll aufdrehen. Erst muss er erhärten. Bei Zementestrich dauert das in der Regel rund drei Wochen, bei Calciumsulfatestrich kürzer. Danach folgt das Funktionsheizen nach dem Protokoll des Herstellers: Die Wassertemperatur steigt in Stufen, bleibt eine Weile oben und sinkt dann wieder schrittweise. Bevor der Fliesenleger oder Bodenleger anfängt, misst er die Restfeuchte im Estrich, meist mit der sogenannten CM-Messung.

Fliesen und Naturstein leiten die Wärme gut. Vinyl, Parkett und Laminat gehen auch, wenn der Hersteller sie für Fußbodenheizung freigibt. Sie sollten vollflächig verklebt oder so verlegt sein, dass sie der Wärme möglichst wenig Widerstand entgegensetzen. Ein dicker Teppich oder ein schwimmender Boden auf dicker Trittschalldämmung kann die Heizleistung spürbar senken.

Heizkörper: Auswahl, Platz und Regelung

Am weitesten verbreitet sind Flachheizkörper, auch Kompaktheizkörper genannt. Wie viel Wärme sie abgeben, hängt von Höhe, Länge und der Zahl der Platten und Lamellen ab. Achten Sie auf eines: Die Leistung im Katalog gilt für eine bestimmte Wassertemperatur. Ist das Wasser kühler, etwa bei einer Wärmepumpe, gibt derselbe Heizkörper deutlich weniger Wärme ab. Dann brauchen Sie einen größeren.

Warum hängt der Heizkörper fast immer unter dem Fenster? Die warme Luft, die von ihm aufsteigt, bremst die kalte Luft, die am Glas nach unten fällt, und die Scheiben beschlagen weniger. Bei heutigen Isolierglasfenstern spielt das eine kleinere Rolle, der Platz unter dem Fenster ist aber weiterhin sinnvoll. Lassen Sie zur Fensterbank und zum Boden etwas Abstand, damit die Luft zirkulieren kann. Decken Sie den Heizkörper nicht mit Vorhängen oder Möbeln zu.

Ein Thermostatventil hält die Temperatur, die Sie einstellen. Scheint die Sonne ins Zimmer oder kochen Sie gerade, drosselt es die Leistung von selbst. Der Thermostatkopf braucht dafür Raumluft um sich herum. Steckt er unter der Fensterbank hinter einem dicken Vorhang, misst er falsch. Wenn Sie Heizkörper tauschen, lohnt es sich, auch die Ventile zu erneuern und die Anlage hydraulisch abgleichen zu lassen. Der Heizungsbauer stellt dabei ein, dass jeder Heizkörper genau so viel Wasser bekommt, wie er braucht. Bei geförderten Sanierungen ist der hydraulische Abgleich oft ohnehin Thema, fragen Sie danach.

Heizkörper in der Wohnung im Mehrfamilienhaus

Im Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung gehören die Heizkörper zur Anlage des ganzen Hauses, und an vielen hängen Heizkostenverteiler für die Abrechnung. Bevor Sie einen Heizkörper tauschen oder versetzen, sprechen Sie mit der Hausverwaltung oder der Eigentümergemeinschaft (WEG). Als Mieter brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters. Die Hausverwaltung organisiert, dass der Strang entleert und nach der Montage wieder befüllt und entlüftet wird. Den Heizkostenverteiler muss der Abrechnungsdienst fachgerecht auf den neuen Heizkörper umsetzen. Der neue Heizkörper sollte ungefähr die Leistung des alten haben, sonst gerät die Wärmeverteilung im ganzen Haus durcheinander.

Gaskessel, Elektroheizung oder Wärmepumpe

Ein Gas-Brennwertkessel ist in Häusern mit Gasanschluss nach wie vor verbreitet. Er ist in der Anschaffung vergleichsweise günstig, kompakt und zuverlässig. Er braucht eine Abgasleitung, die beim Tausch eines alten Kessels gegen ein Brennwertgerät oft angepasst werden muss, und einen Kondensatablauf in die Kanalisation. Wichtig für Deutschland: Für den Einbau neuer Heizungen macht das Gebäudeenergiegesetz (GEG) Vorgaben, unter anderem zum Anteil erneuerbarer Energien. Was davon für Ihr Haus gilt, hängt vom Gebäude und vom Wohnort ab. Klären Sie das mit dem Heizungsbauer oder einem Energieberater, bevor Sie einen neuen Gaskessel bestellen.

Ein Elektrokessel ist einfach zu installieren. Er braucht weder Schornstein noch Gasanschluss, und die Prüfungen einer Gasanlage entfallen. Er macht aus jeder Kilowattstunde Strom aber nur ungefähr eine Kilowattstunde Wärme, deshalb ist der Betrieb bei üblichen Strompreisen teuer. Vorher prüft eine Elektrofachkraft die Hauptsicherung und die verfügbare Anschlussleistung, bei Bedarf in Abstimmung mit dem Netzbetreiber.

Eine Wärmepumpe holt Wärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und macht aus einer Kilowattstunde Strom je nach Bedingungen mehrere Kilowattstunden Wärme. Gut arbeitet sie in einem gedämmten Haus mit Fußbodenheizung oder großen Heizkörpern. Die Anschaffung kostet deutlich mehr als ein Kessel. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sollten Sie überlegen, wo das Außengerät steht, wie laut es beim Nachbarn ankommt und wohin im Winter das Kondenswasser läuft. Für den Schallschutz gibt es Vorgaben, und bei Erdsonden oder Brunnen ist meist eine Genehmigung der Wasserbehörde nötig. Für Wärmepumpen und andere Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien gibt es staatliche Förderung, zum Beispiel über KfW oder BAFA. Die Bedingungen ändern sich jedoch, prüfen Sie sie deshalb vor der Auftragsvergabe.

Kesselmontage: Genehmigungen, Prüfungen und Schornstein

An die Gasleitung darf nur ein Installationsunternehmen anschließen, das beim Netzbetreiber eingetragen ist. Vor der Inbetriebnahme prüft es die Gasleitung auf Dichtheit. Die neue Feuerstätte und die Abgasanlage nimmt der zuständige Bezirksschornsteinfeger ab. Die erste Inbetriebnahme und Einstellung übernimmt der Kundendienst des Herstellers oder ein autorisierter Fachbetrieb, sonst kann die Garantie verloren gehen.

Wenn Sie Gas riechen, schalten Sie nichts ein oder aus, auch kein Licht und keine Klingel. Öffnen Sie die Fenster, verlassen Sie die Wohnung und rufen Sie von draußen den Entstörungsdienst Ihres Netzbetreibers an. Die Nummer steht meist auf der Gasrechnung oder am Zähler. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112.

Der Kessel sollte so stehen, dass der Techniker bei der Wartung gut herankommt. Holt das Gerät die Verbrennungsluft nicht von außen, muss der Aufstellraum genug Luftzufuhr haben. Wenn Sie den Wärmeerzeuger wechseln oder am Schornstein etwas ändern, gelten die Regeln der Landesbauordnung Ihres Bundeslandes. Welche Unterlagen Sie brauchen, klären Sie vorab mit dem Bauamt, dem Schornsteinfeger und dem Netzbetreiber.

Zum neuen Kessel gehört eine sauber angeschlossene Hydraulik: Umwälzpumpe, Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil und bei mehreren Heizkreisen eine hydraulische Weiche. Wenn Sie Heizkörper und Fußbodenheizung kombinieren, brauchen Sie einen Mischer. Er sorgt dafür, dass kein zu heißes Wasser in den Boden fließt.

Eine alte Heizung sanieren

In älteren Leitungen setzen sich über Jahrzehnte Schlamm und Rost ab. Sie verstopfen Heizkörper, Ventile und den Wärmetauscher im Kessel. Ein neuer Kessel an einer ungereinigten Anlage kann schon nach wenigen Jahren einen kaputten Wärmetauscher haben. Deshalb spült der Heizungsbauer die Anlage, bevor er den neuen Kessel anschließt, und baut in den Rücklauf einen Schlamm- und Magnetitabscheider ein. Der Rücklauf ist die Leitung, durch die das Wasser zum Kessel zurückfließt. Der Abscheider fängt Metallteilchen ab, bevor sie in den Kessel gelangen.

Hersteller von Kesseln und Wärmepumpen stellen Anforderungen an das Heizungswasser, viele orientieren sich an der Richtlinie VDI 2035. Nach dem Spülen wird die Anlage mit aufbereitetem Wasser befüllt, bei Bedarf kommt ein Korrosionsschutzmittel dazu. Bei alten Stahlleitungen im Altbau lohnt sich die Frage, ob sie bleiben können oder ob Kunststoff- oder Mehrschichtverbundrohre die bessere Lösung sind.

Anleitung für Heimwerker: Heizkörper entlüften und Druck nachfüllen

Ihr Heizkörper wird unten warm und bleibt oben kalt, oder er gluckert? Dann ist Luft darin. Im Einfamilienhaus können Sie das Entlüften und die Druckkontrolle gut selbst erledigen. Im Mehrfamilienhaus wenden Sie sich an die Hausverwaltung, wenn das Problem mit dem ganzen Strang zusammenhängt.

  1. Umwälzpumpe oder Kessel ausschalten und die Anlage einige Minuten ruhen lassen, damit die Luft nach oben in die Heizkörper steigt.
  2. Ein Tuch und ein kleines Gefäß unter das Entlüftungsventil halten.
  3. Das Ventil mit dem Entlüftungsschlüssel langsam gegen den Uhrzeigersinn öffnen, bis Luft zischend entweicht.
  4. Ventil schließen, sobald Wasser ohne Blasen austritt.
  5. Beim Heizkörper beginnen, der dem Kessel am nächsten ist, und sich zum entferntesten vorarbeiten, obere Etagen zuletzt.
  6. Den Druck am Manometer des Kessels ablesen. Liegt er unter dem Wert aus der Anleitung, im Einfamilienhaus meist etwa 1 bis 1,5 bar, langsam und bei kalter Anlage Wasser über den Füllhahn nachfüllen.
  7. Kessel einschalten und nach dem Aufheizen prüfen, ob die Heizkörper über die ganze Fläche warm werden.
  8. Einen Heizungsbauer rufen, wenn der Druck immer wieder nachgefüllt werden muss, denn dann ist die Anlage irgendwo undicht oder das Ausdehnungsgefäß defekt.

Die Heizung abnehmen

Wenn der Fachbetrieb Ihnen eine neue oder sanierte Heizung übergibt, prüfen Sie, ob alles funktioniert und ob Sie alle Unterlagen haben:

  • Sie haben ein Druckprüfprotokoll und bei Fußbodenheizung auch das Aufheizprotokoll des Estrichs
  • Beim Gaskessel liegen das Protokoll der Dichtheitsprüfung und die Abnahme durch den Schornsteinfeger vor
  • Ein autorisierter Kundendienst hat den Kessel in Betrieb genommen und der Garantieschein ist ausgefüllt
  • Alle Heizkörper werden über die ganze Fläche warm und nichts gluckert
  • Die Kreise am Verteiler der Fußbodenheizung sind nach Räumen beschriftet und die Durchflüsse eingestellt
  • Thermostatköpfe und Regelung reagieren, wenn Sie die Einstellung ändern
  • Sie haben einen Verlegeplan oder Fotos der Rohre vor dem Estrich, damit später niemand blind in den Boden bohrt

Behalten Sie in der ersten Heizperiode den Anlagendruck und die Temperaturen in den Räumen im Blick. Nach den ersten Frosttagen müssen Durchflüsse und Regelung oft noch etwas nachjustiert werden. Ein seriöser Fachbetrieb rechnet damit.

Häufige Fragen

Laut aktueller Preisliste zahlen Sie für das Verlegen der Rohre 11,98 € pro m² Arbeitsleistung. Systemplatte, Verteiler und Anschluss kommen separat dazu.

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